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Raumschiff Prokyon und König Kaiakan

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Inhaltsverzeichnis

  • Raumschiff Prokyon und König Kaiakan
  • Copyright
  • Die Hauptpersonen des Romans:
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9

Raumschiff Prokyon und König Kaiakan

Raumschiff Prokyon #14

von Harvey Patton


Der Umfang dieses Buchs entspricht 123 Taschenbuchseiten.


Der Kontakt zur Agrar-Welt Nurchaar reißt ab, sämtliche übergeordneten Befehlsketten werden annulliert, und selbst Alexa van Grooten erhält nur die Auskunft, dass der Planet ab sofort von König Kaiakan beherrscht wird, einem Nurchaarer, der auf der Erde erzogen und ausgebildet wurde. Die PROKYON wird hingeschickt, um nach dem rechten zu sehen, doch was sie finden, sind zahllose Tote, die von Kristallen übernommen wurden. Dann erfolgt der Angriff auch gegen die Crew des irdischen Raumschiffs.



Die Hauptpersonen des Romans:

Howard Connery und Percy Wilde – Kapitän und Pilot der JAKOB FUGGER.

Alexa van Grooten und Min Jian-Ksu – Die Admiralin und der Verteidigungsminister an Bord der OPHÜLS II.

Taff Caine, Luca, Lars, Orvid, Mitani und Dorit – Die PROKYON-Crew entrinnt dem »Leuchtenden Tod«.

Kaiakan – Ein »König« als Retter der PROKYON-Crew.

1

Die Vocoderstimme des Autopiloten verstummte, die JAKOB FUGGER glitt aus dem Hyperspace in den Normalraum zurück. Augenblicklich blendeten die Zentrale Bildplatte und die zahlreichen anderen Schirme auf. Das konturlose Wallen der höheren Dimension wurde vom gleißenden Funkeln zahlreicher Sonnen aus allen Richtungen abgelöst. Ihre Formation bildete den offenen Sternhaufen NGC 188, rund 7000 Lichtjahre von der Erde entfernt, der aus etwa 150 alten Gestirnen der sogenannten Population II bestand.

»Wir sind da, Kapitän«, erklärte der Pilot überflüssigerweise. Howard Connery verzog das breitflächige Gesicht und meinte bissig: »Blitzmerker, wie? Ich war fest der Meinung, dies wären noch die Lichtreklamen des Moonstrip-Clubs, in dem du dich während unserer Liegezeiten vorzugsweise aufzuhalten pflegst ... Vielleicht sollte ich veranlassen, dass du später auf die Galaktische Universität kommst, deinem hohen IQ entsprechend.«

Percy Wilde grinste nur, denn das war die Art, in der sich der »Alte« nach langen Reisen abzureagieren pflegte. Als Großfrachter war die JAKOB FUGGER natürlich erheblich langsamer als etwa ein Kreuzer der Raumflotte; die Fahrt hatte volle 26 Tage gedauert, und mit ihr auch die Langeweile an Bord. Connery war jedoch ein impulsiver Mann, aber enorm tüchtig, sonst hätte er nie das Kommando über dieses neue Schiff bekommen.

Fast genau im Zentrum der Bildplatte stand eine relativ nahe, große gelbliche Sonne, umgeben von den verschieden großen Reflexen ihrer elf Planeten. Howard Connery wandte sich um und sah hinüber zum Navigationspult, an dem Elvira Furtado ihre Finger flink über die Sensoren huschen ließ und die auf ihren Monitoren erscheinenden Daten ablas. Eine knappe halbe Minute verging, dann wirbelte sie mit ihrem Sitz herum, so dass das lange, schwarze Haar wie ein Schleier über ihr rundliches, bronzefarbenes Gesicht fiel.

»Identifikation positiv, Howie! Dies ist die Sonne Dimonio, in deren System Nurchaar liegt, der vierte Planet und unser Ziel. Ich bestimme sofort den Anflugkurs dorthin.«

»Danke, aber du solltest mich nicht immer Howie nennen, Mädchen«, murrte der Kapitän. »Erstens schadet das der Autorität, und zweitens könnte ich gut dein Vater sein.«

»Ziemlich unwahrscheinlich, dafür hat meine Mutter einen viel zu guten Geschmack«, konterte die junge Frau. »Außerdem solltest du mich nicht immer Mädchen nennen, für so etwas komme ich mir viel zu ausgewachsen vor.«

»Was tatsächlich kaum zu bestreiten ist«, bestätigte der Funker mit einem anerkennenden Blick auf ihre Figur. Sein Schmunzeln verging jedoch sofort wieder, denn nun nahm Connery ihn aufs Korn.

»Ich entsinne mich nicht, dich um einen Kommentar ersucht zu haben, Sparks! Nimm stattdessen lieber den Hypersender in Betrieb und melde der Hafenkontrolle von Daitha Nurchaara unsere Ankunft in ungefähr vier Stunden; klar?«

»Aye, Captain«, murmelte Tom Behrens missmutig und wandte sich seinen Geräten zu. Howard Connery lächelte still vor sich hin und nahm die vor ihm liegenden Folien auf, um bei der Ankunft auf dem Zielplaneten über die dortigen Gegebenheiten restlos im Bilde zu sein.

Er zählte jetzt 68 Jahre und war seit vier Jahrzehnten Raumfahrer. Vor zwanzig Jahren, noch unter der Herrschaft des Curona und dem Einfluss von Fluidum Pax, war er als Erster Offizier aus der alten Raumflotte der Erde ausgeschieden. Für sie hatte er die Altersgrenze erreicht, doch für ein Dasein als Pensionär hatte er sich noch viel zu jung gefühlt. Er war zur Handelsflotte gewechselt und dort sofort Schiffskommandant geworden. Als solcher hatte er, jeweils mit einem beruflichen Aufstieg verbunden, inzwischen den Befehl über sieben verschiedene Raumer gehabt und alle Sektoren der 900-Parsec-Raumkugel kennengelernt.

Inzwischen hatte sich jedoch vieles geändert, beginnend mit der Rückkehr der längst vergessenen PROKYON VIII aus der Vergangenheit. Der Horizont aller Menschen hatte sich beträchtlich erweitert und parallel dazu auch der Aktionsradius der terrestrischen Schiffe. Flüge über Tausende von Lichtjahren hinweg waren jetzt längst nicht mehr ungewöhnlich, Connery und seine Crew hatten bereits mehr als ein Dutzend davon hinter sich. Irgendwann einmal wurde alles zur bloßen Routine, was einst neu und aufregend gewesen war.

Darin lag jedoch auch eine gewisse Gefahr, und Connery hatte in seiner langen Laufbahn gelernt, ihr wirksam zu begegnen. Er war, ohne je Psychologie studiert zu haben, zu einem Experten in Bezug auf Menschenführung geworden. Solange er es für nötig hielt, ließ er die Zügel schleifen und spielte für seine Untergebenen die Rolle eines wohlwollenden Vaters. War jedoch ein gewisser Punkt erreicht, kehrte er den strengen Vorgesetzten heraus und schuf mit wenigen gezielten Bemerkungen die erforderliche Disziplin an Bord.

Die meisten Mitglieder seiner zwölfköpfigen Crew hatten das aber noch nicht durchschaut. Sie sahen darin bloße Marotten des »Alten«, denen sie sich fügten, weil es für sie so am bequemsten war.

Der Erste Offizier und Chefkybernetiker Chris Holland gehörte nicht zu diesem Kreis; er war bereits seit zwölf Jahren mit dem Kapitän zusammen und kannte nicht nur dessen Methoden, sondern billigte sie auch voll. Obwohl er sich im Stillen amüsierte, saß er mit unbewegtem Gesicht vor seinem Computer, wertete die Daten der Astrogatorin aus und überspielte das Endresultat dem Piloten. Percy Wilde bestätigte und schaltete die Normaltriebwerke ein, die JAKOB FUGGER nahm Fahrt auf und bewegte sich auf Nurchaara zu. Die Klarmeldungen aus den anderen Schiffssektoren lagen vor, alles schien in bester Ordnung zu sein.

In Wirklichkeit war es ganz anders – auf dem Zielplaneten war ein heimtückischer Feind schon vor ihnen aufgetaucht und lauerte nun auf neue Opfer!

*


»Noch immer keine Verbindung, Tom?«, fragte Howard Connery wohl schon zum zehnten Male an. Der Funker hob ratlos die Schulter.

»Nicht mal ein Flüstern, Boss. Ich habe schon das Spreizverfahren ausprobiert, denn es kann vorkommen, dass ein Sender nicht ganz genau einjustiert ist, aber umsonst. Könnte es vielleicht sein, dass man Nurchaars Frequenz inzwischen geändert hat?«

»Dann müsste das in meinen Unterlagen erwähnt sein. Sie sind auf dem neuesten Stand, weil wir diese Route erstmals fliegen, aber es steht nichts dergleichen drin.«

»Kolonisten!«, sagte der Pilot abfällig. »Dieser Planet wird nicht oft angeflogen, und das verleitet zur Nachlässigkeit. Vermutlich schlafen die Brüder alle noch, in Daitha Nurchaara muss jetzt gerade früher Morgen sein.«

»Hast du etwas gegen Kolonisten?«, erkundigte sich Holland spitz. Er stammte von Forsythe im Sektor Drei/Nord 269 und war noch immer allergisch gegen jede kritische Bemerkung solcher Art, obwohl seine Welt stets gute Beziehungen zur Erde unterhalten hatte. »Sie sind genauso gute oder schlechte Menschen wie alle anderen, merke dir das!«

»Diese hier nicht«, erklärte der Kapitän. »Sie sind überhaupt keine Menschen im landläufigen Sinn, sondern Humanoide von einem anderen Planeten dieses Sternhaufens. Sie gleichen uns allerdings in fast jeder Hinsicht, ihr Rassentyp entspricht in etwa dem unserer liebreizenden Elvira. Man hat sie vor gut anderthalb Jahrzehnten entdeckt, und ihretwegen gab es damals Streit zwischen Nimboid und der Erde. Dann kam es jedoch zu einer Einigung, und seither war Nurchaar so etwas wie ein Kondominium, dem von beiden Seiten Entwicklungshilfe geleistet wurde. Offenbar mit gutem Erfolg, denn vor etwa fünf Jahren erhielten sie die Selbstverwaltung, wenn auch weiterhin unter der wohlwollenden Obhut Terras und Nimboids, für die die Bodenschätze dieser Welt eminent wichtig sind.«

Percy Wilde nickte. »So ist das also, und deshalb auch unsere voluminöse Fracht; es ist dir nur reichlich spät eingefallen, uns das zu erklären, meinst du nicht auch? Viel Verlass scheint auf die Nurchaarer aber noch nicht zu sein – ist ihr Raumhafen wenigstens halbwegs in Ordnung?«

Howard Connery hob andeutungsweise die rechte Braue.

»Ich denke schon, er wurde schließlich in terrestrischer Regie angelegt, und meinen Papieren nach ist alles auf dem neuesten Stand. Deshalb sehe ich keinen Grund zur Besorgnis, wenn auch das Schweigen der Hafenfunkstation etwas merkwürdig erscheint.«

Die JAKOB FUGGER hatte indessen bereits mehr als drei Viertel der Anflugstrecke nach Nurchaar zurückgelegt. Die Zoomoptiken ließen den Planeten als eine Kugel von Fußballgröße auf den Ortungsschirmen und der Zentralen Bildplatte erscheinen, die Umrisse der drei auf der Tagseite gelegenen Kontinente waren deutlich zu erkennen. Sie waren relativ groß, denn das Verhältnis Wasser–Land betrug auf dieser Welt fast genau 50:50. Mit einem Durchmesser von fast 15 000 Kilometern war sie um ein Viertel größer als die Erde, die mittlere Schwerkraft lag bei 1,27 Gravos.

Tom Behrens versuchte laufend weiter, Verbindung mit dem Hafen zu bekommen, doch ohne Erfolg. Das änderte sich auch dann nicht, als er auf die Normalwelle überwechselte, nachdem das Schiff nahe genug an Nurchaar herangekommen war. Er unterrichtete den Kapitän, und dieser wandte sich an die Astrogatorin.

»Was sagen deine Messgeräte, großes Mädchen? Gibt es Anzeichen dafür, dass die Energieversorgung des Hafens ausgefallen ist?«

Elvira Furtado las ihre Instrumente sorgfältig ab und erklärte dann: »Im Bereich von Daitha Nurchaara sind zwei MAM-Kraftwerke mit mittlerer Leistung in Betrieb, daran kann es keinen Zweifel geben. Außerdem registriere ich vier weitere an verschiedenen anderen Stellen des Kontinents ...«

»Danke, die sind uninteressant für uns«, unterbrach sie Connery. »Mir reicht es zu wissen, dass im Bereich des Hafens und auch in der Hauptstadt offenbar alles normal verläuft, so dass wir unbesorgt landen können.«

»Einfach so, ganz ohne Peilstrahl?«, fragte der Pilot. »Das finde ich nun gar nicht so normal, Howard.«

Der »Alte« grinste verwegen und versicherte: »Das schaffen wir doch mit der linken Hand, wetten? Und falls du es dir nicht zutraust, musst du es nur sagen, Raumkutscher – dann übernehme ich selbst die Steuerung und zeige dir, wie man so etwas macht! Ich habe schon Dutzende solcher Landungen hingelegt, ehe du als blutiger Anfänger zur Raumakademie gekommen bist.«

Percy Wilde verzog das Gesicht, schwieg jedoch vorsichtshalber. Howard Connery sagte nie etwas, das er nicht auch wirklich meinte, das wusste der Pilot aus langer Erfahrung. Ob der Captain es aber tatsächlich auch fertigbringen würde, die JAKOB FUGGER unter diesen Umständen zu landen, erschien ihm äußerst fraglich. Er selbst hatte erst eine Spezial-Schulung mitmachen müssen, ehe er diese Neukonstruktion beherrschte, der Kapitän dagegen war in den letzten Jahren kaum noch selbst am Steuer gewesen.

Zwanzig Minuten später befand sich das Schiff im Landeanflug. Daitha Nurchaara war die bisher einzige größere Stadt des Planeten, eine ausgedehnte Ansammlung meist niedriger Gebäude, zwischen denen es viele Grünanlagen gab. Sie lag am Rand eines Waldgebiets, das sich bis zu den Ausläufern eines Felsengebirges im Westen hinzog. Von dort kam ein schmaler Fluss, machte einen Bogen um die Stadt und trennte sie von der angrenzenden Savanne, innerhalb derer der Raumhafen errichtet worden war. Er lag etwa zehn Kilometer von ihr entfernt, eine breite Straße führte zu ihr und überwand den Fluss in einer grazil erscheinenden Bogenbrücke.

Das alles nahm der Pilot jedoch nur flüchtig wahr, denn er musste seine Aufmerksamkeit voll auf die Landung konzentrieren. Es gab nach wie vor keine Verbindung zur Funkstation der Hafenkontrolle, und das Fehlen des Leitstrahls war ein großes Handikap für ihn. Er steuerte den Hafen von Osten her an, die Sonne war gerade erst aufgegangen und warf lange Schlagschatten; vom Fluss her krochen Nebelschwaden über das Gelände, so dass die Hafengebäude nur sehr undeutlich zu erkennen waren.

Mit der normalen Bilderfassung war da nichts zu machen, Wilde fluchte unterdrückt und schaltete auf das elektronische System um. Nun hatte er klare Sicht, aber das besserte seine Laune keineswegs. Auf dem Hafen herrschte ein ziemliches Durcheinander, ein gutes halbes Dutzend kleinerer Raumfahrzeuge stand unordentlich herum, über alle Sektoren verteilt. Der Pilot löste den Blick für einen Moment von der Bildplatte und sah den Kapitän an, der hinter ihm stand, und bemerkte bissig:

»Kein Wort gegen irgendwelche Kolonisten, aber das dort unten kann mir auch beim besten Willen nicht gefallen. Der Hafen ist an sich schon klein, und dann diese Unordnung ... Soll ich nicht besser die Landung abbrechen und in einen Orbit gehen, bis es mit dem Funk wieder klappt? Jetzt schaffe ich das gerade noch.«

»Unsinn!« gab Connery mürrisch zurück. »Zeit ist Geld, und wir bekommen von der Reederei einen gehörigen Rüffel, wenn wir ohne Not unseren Reisetermin überschreiten. Da hinten, links vom Tower, ist doch noch eine Menge Platz – los, 'runter mit dem Kahn!«

»Auf deine Verantwortung«, sagte Percy, korrigierte den Kurs um einen Strich, gab für einige Sekunden vollen Bremsschub und schaltete dann die Triebwerke ab. Mit leisem Singen liefen nun die starken Antigrav-Projektoren an und neutralisierten das beträchtliche Gewicht des großen Schiffes fast ganz. Langsam sank es dem Boden zu, die fünfzig starken Teleskop-Landestützen wurden ausgefahren und das zusätzliche Stützfeld wurde aufgebaut. Der Pilot schwitzte zwar, doch die Landung vollzog sich trotz der widrigen Umstände vollkommen einwandfrei.

»Na also!« Der Kapitän grinste und schlug ihm auf die Schulter. »Darauf trinken wir später einen großen Schluck, und deine Papiere werden mit einem dicken Pluspunkt verziert. Jetzt sollte man hier aber auch aufgewacht sein, ein Schiff wie die JAKOB FUGGER lässt sich wohl kaum übersehen. Ruf die Brüder nochmal an, Tom, denen werde ich ein paar passende Worte sagen.«

Er begab sich zum Funkpult, und Tom Behrens nahm wieder seine Geräte in Betrieb. Doch auch diesmal musste er den Anruf mehrmals wiederholen, erst dann meldete sich eine gutturale Stimme und erklärte barsch in schlechtem Kosmolingo: »Unser Raumhafen ist für Schiffe jeder Art gesperrt! Ich fordere euch auf, nicht zu landen, sondern sofort umzukehren, in eurem eigenen Interesse. Nurchaar ist ab sofort für Menschen tabu.«

»Na, so etwas ...«, murmelte Connery verblüfft. »Ich glaube fast, dass die Leute hier jede Menge von Drogen konsumieren, statt ihren Dienst zu tun. Wir stehen direkt vor ihren Nasen, und sie haben das offenbar noch gar nicht gemerkt – denen will ich es aber geben!«

Er beugte sich vor und schrie aufgebracht in das Mikrofon: »Was soll der Unsinn, Hafenkontrolle? Hat sich der Nebel auch auf eure Gehirne gelegt, oder was ist sonst mit euch los? Wir sind doch schon gelandet, verdammt noch mal! Sorgt jetzt gefälligst dafür, dass wir ausladen können, sonst ...«

Eine andere Stimme unterbrach ihn, ebenso lautstark und nicht weniger erregt: »Startet sofort wieder! Startet schnellstens, ehe es zu spät für euch ...«

Sie brach abrupt wieder ab, statt ihrer kam ein dumpf polterndes Geräusch aus dem Lautsprecher. Dann bewies ein Knacken, dass man die Verbindung unterbrochen hatte; auf einen neuen Anruf erfolgte keine Antwort mehr.

»Das alles erscheint mir doch recht bedenklich, Boss«, sagte der Erste mit unbehaglichem Gesicht. »Man könnte fast meinen, dass hier eine Seuche ausgebrochen ist, dass es die Nurchaarer also nur gut mit uns meinen, wenn sie ihren Hafen sperren. Wir wissen so gut wie nichts über diese Welt, und die anderen Schiffe da draußen stehen so planlos herum – vielleicht hat es ihre Besatzungen bereits erwischt! Wir sollten tatsächlich gleich wieder starten, meine ich.«

Howard Connery sah eine Weile unschlüssig vor sich hin, doch bald hellte sich seine Miene wieder auf.

»Eine Seuche kann uns nichts anhaben, wenn wir das Schiff nicht verlassen«, stellte er lakonisch fest. »Jetzt sind wir einmal hier, und es wäre Unsinn, mit der Landung wieder umzukehren – nein, den Krach mit unseren Bürokraten riskiere ich nicht! Laden wir doch einfach aus, wir haben die Einrichtungen dafür und sind nicht auf die Hafenanlagen angewiesen. Das geht vollautomatisch, niemand braucht das Schiff zu verlassen, und kein einziger Bazillus kommt zu uns herein. Damit haben wir unseren Auftrag erfüllt, und was hier weiter passiert, soll nicht mehr unsere Sorge sein.«

Chris Holland nickte. »So können wir es machen, Howard. Dann fliegen wir wieder ab und unterrichten die Behörden auf der Erde davon, dass hier etwas nicht mehr stimmt. Darüber werden zwar 26 Tage vergehen, aber mehr können wir beim besten Willen nicht tun.«

Connery aktivierte die Bordsprechanlage und gab die entsprechende Anweisung an die Techniker im hinteren Teil des Kommandoelements. Schon wenige Minuten darauf öffneten sich die riesigen Schleusen des darunterliegenden, 800 Meter langen Frachtraums, Konverter begannen zu dröhnen, Antigrav- und Traktorprojektoren wurden den Erfordernissen entsprechend justiert und geschaltet.

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