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Rätsel der Mikrowelten Mark Tolins - Held des Weltraums #7

Rätsel der Mikrowelten Mark Tolins - Held des Weltraums #7

Mark Tolins, Volume 7

Freder van Holk

Published by BEKKERpublishing, 2018.

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Rätsel der Mikrowelten

Copyright

Prolog

Die Hauptpersonen des Romans:

Ein geistesabwesender Minister

Ein rettender Engel

Ein talentierter Generalmanager

Ein sonderbares Bild

Drohendes Kaleidoskop

Gefahr im Verzuge!

Das unglaubliche Geheimnis

Ein mörderisches Experiment

Die Welt in der Zelle

Die Welt von morgen

Kalter Schweiß auf Biggys Haut

Die Koazervate

Biggy auf dem Kriegspfad

Zwischen den Weiten

Partisanen

Rückkehr zur Erde

Further Reading: 30 Sternenkrieger Romane - Das 3440 Seiten Science Fiction Action Paket: Chronik der Sternenkrieger

About the Publisher

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Rätsel der Mikrowelten

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Mark Tolins - Held des Weltraums #7

von Freder van Holk

Der Umfang dieses Buchs entspricht 141 Taschenbuchseiten.

Der Weg der Menschheit zu den Sternen ist das Thema dieser klassischen Science Fiction Serie. Es geht um die Abwehr von Außerirdischen, die Geheimnisse des Kosmos und um den Platz der Menschheit im Universum. Mark Tolins und seine Mitstreiter kämpfen um die Zukunft der Erde...

Sprachgebrauch und Wertvorstellungen entsprechen der  Entstehungszeit der Romane und  unterlagen seitdem einem steten Wandel. So kommen beispielsweise immer mal wieder „Neger“ vor. Heute wird dieser Begriff von vielen als diskriminierend empfunden. Heute wird dieser Begriff von vielen als diskriminierend empfunden. Bis in die 1970er Jahre hinein war das jedoch nicht so. Das Wort „Neger“ entsprach dem normalen Sprachgebrauch und wurde nicht als herabsetzend angesehen. Selbst der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King sprach in seinen Reden häufig von der „Emanzipation der Neger.“ Für den deutschen Sprachraum markiert der DUDEN das Wort erstmalig in seiner Ausgabe von 1999 mit der Bemerkung „wird heute meist als abwertend empfunden“ und trug damit dem in der Zwischenzeit gewandelten Sprachgebrauch Rechnung. Da die Romane nur vor dem Hintergrund ihrer Zeit in sich stimmig sind, wurde auf eine sprachliche Glättung ebenso verzichtet wie auf eine Anpassung heute nicht mehr zeitgemäßer Wertvorstellungen oder inzwischen widerlegter wissenschaftlicher Ansichten. 

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Prolog

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Mark Tolins spürt einem seltsamen Vorfall nach: Ein Minister, der nach einem Sanatoriumsbesuch plötzlich verdächtig ›geistesabwesend‹ ist.

Mark Tolins und Biggy kommt das sehr verdächtig vor. Sie nehmen die Spur auf, die sie zu einem Gebrüderpaar führt, das sich mit gefährlichen Versuchen physikalischer Art befasst ...

Und schon droht Gefahr! Mark Tolins scheint aber nichts zu ahnen ...

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Die Hauptpersonen des Romans:

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Mark Tolins - ein aufrechter Mann mit besonderer Spürnase für neue technische Entdeckungen.

Biggy - sein unzertrennlicher Freund, dick aber oho!

Gebrüder Durham - Wissenschaftler oder Verbrecher?

Sam Yonder - ein Butler ältester Schule, leicht kleptoman und ferner noch verschiedene Gestalten, von denen man nicht weiß, zu welcher Welt sie gehören.

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Ein geistesabwesender Minister

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Der Staatssekretär für Raumfahrt war geistesabwesend!

Das war selbst für Washington Hill in seltsames Gerücht. In den Ministerien gab es Tausende von Büros mit Zehntausenden von männlichen und weiblichen Angestellten, unter denen sich nicht viele befanden, die nicht gern das Neueste hörten und das Neueste weitererzählten, aber noch niemals war es dem Klatsch eingefallen, einen Staatssekretär - in Amerika bezeichnete man die Minister immer noch als Staatssekretäre - der Geistesabwesenheit zu beschuldigen. Das lag einesteils daran, dass ein Staatssekretär immerhin zu einem gut isolierten Spitzenkreis gehörte, mit dem das Büropersonal kaum in Berührung kam, zum anderen Teil aber auch wohl daran, dass Geistesabwesenheit ein ganz ungewöhnliches Delikt war. Man konnte sich nur schwer etwas darunter vorstellen und fand es deshalb auf sonderbare Weise erschreckend.

Das Gerücht beunruhigte stärker, als man auf den ersten Blick hin glauben mochte. Es machte zum ersten Male in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Nordamerika darauf aufmerksam, dass bei einem Staatssekretär die Anwesenheit von Geist vorausgesetzt wurde, obgleich das bisher noch niemals ein Prüfstein für die Eignung eines Staatssekretärs gewesen war. Dabei blieb bedauerlich unklar, was man sich, unter dem anwesenden oder abwesenden Geist vorzustellen hatte. Als sicher galt, dass es nicht um eine Abart des französischen Esprit ging, auch nicht um die Schlagfertigkeit in einer Pressekonferenz oder um das Talent zu einer scharmanten Unterhaltung oder gar um die Begabung, von genialen Einfällen überwältigt zu werden. All diese Dinge wurden von einem Staatssekretär nicht erwartet. Wenn sich ein Mann aufgrund seines Lebenslaufes es leisten konnte, Staatssekretär der USA zu werden, um eine Beschäftigung für seine alten Tage zu haben, so durfte man nicht noch zusätzliche Ansprüche an ihn stellen.

Was bedeutete es also, dass der Staatssekretär für Raumfahrt geistesabwesend war?

Es war für Tausende von Regierungsangestellten, insbesondere für Tausende von Sekretärinnen geradezu lebenswichtig, das zu erfahren. Dieser eklatante Fall von Geistesabwesenheit konnte leicht dazu führen, dass Geist Mode wurde. Dann würde jeder Bürovorsteher und sonstiger Vorgesetzter die Qualität seiner Untergebenen mit dem Geist messen, den er ihnen zubilligte, während es umgekehrt Not tat, den Vorgesetzten vom Bürovorsteher an aufwärts mit dem Geist zu schmeicheln, den man ihnen unterstellte. Das konnte zu einer Revolution und für viele sogar zu einer Katastrophe führen. Was konnte in dieser Welt noch alles geschehen, wenn nicht mehr Busen, Hinterteil und Beine über Aufstieg und Niedergang entschieden, sondern dieser Geist, von dem man nicht einmal wusste, was er war? Einen Busen konnte man bei einigem Geschick in aller Öffentlichkeit zur Geltung bringen, und die Wirkung wohleinstudierter Hüftbewegungen ließ sich berechnen, aber wie handhabte man den Geist?

Selbstverständlich blieb das Gerücht wie alle Gerüchte auf Washington Hill taktvoll. Es raunte durch die Büros und belebte die zahllosen Abendgesellschaften, aber die Pressevertreter gaben es nicht an ihre Zeitungen weiter, sodass es der Öffentlichkeit erspart blieb. Das lag weder an einem Druck von oben noch an einer besonderen Diskretion der Presse, sondern einfach daran, dass sie mit dem Gerücht nichts anzufangen wusste. Sollte sie etwa aller Welt mitteilen, dass ein Staatssekretär geistesabwesend war? Die Kommentare und Leserbriefe dazu würden nicht einmal die hart gesottensten Vertreter der Branche überleben.

John Dillby, der geistesabwesende Staatssekretär für Raumfahrt, gab in der Tat seinen wenigen Freunden und seinen unmittelbaren Untergebenen Anlass zu einiger Sorge, während er zugleich einige berühmte Psychiater begeisterte und ihnen zum Salz ihres Lebens wurde. Er bemerkte jedoch weder das eine noch das andere. Er fand sogar alles in bester Ordnung, was der alten Erfahrung entsprach, dass der Mangel an Geist am seltensten dem auffällt, dem er fehlt. Er fühlte sich gesundheitlich in Ordnung, und die Tage liefen in ihrer strengen Ordnung ohne Störungen ab. Er litt nicht an Kopfschmerzen und erledigte mit der ihm eigenen Pedanterie alles, was ihm auf den Schreibtisch kam. Er bemerkte gelegentlich eine kleine Verschwommenheit in sich, eine Art Nebel, in dem die Dinge versanken, aber daran stieß er sich nicht. Er hatte immerhin schon die Sechzig überschritten und wusste, dass er zur Arterienverkalkung neigte. Unter diesen Umständen gehörten solche leichten und flüchtigen Bewusstseinstrübungen zum Normalen und konnten seine Leistungen als Staatssekretär nicht beeinträchtigen.

Seine Freunde und engsten Mitarbeiter sorgten sich trotzdem. Gewiss, er erledigte alles, was ihm auf den Schreibtisch kam, aber er funktionierte ungefähr wie das Pendel einer Uhr, die stehen geblieben war. Man kann es mit einem Stoß in Bewegung setzen, sodass es eine Weile schwingt, aber die Schwingungen werden bald schwächer, und das Pendel kommt zum Stillstand, bis man es wieder anstößt. Er prüfte wie üblich ein Schriftstück gewissenhaft und unterschrieb es, wenn es in Ordnung war, aber wenn die Sekretärin nicht von sich aus das nächste Blatt in der Unterschriftenmappe aufschlug, blieb er einfach sitzen, als wäre er eine Puppe, die versehendlich nicht aufgezogen wurde. Er unter hielt sich über ein bestimmtes Thema mit völliger Klarheit, aber wenn man versäumte, ihn mit einigem Nachdruck auf das nächste Thema zu lenken, schied er aus dem Gespräch aus und blieb auf bestürzende Weise unbeteiligt.

Es lag weder an seinem Verstand noch an seinem Gedächtnis. Beide arbeiteten so einwandfrei, wie man es von ihm erwarten konnte. Er erinnerte sich, wo es etwas zu erinnern gab, beging keine Irrtümer und traf keine Fehlentscheidungen. Er musste eben nur immer wieder angestoßen werden.

Es handelte sich weder um Lethargie noch Apathie. Er war nie besonders temperamentvoll gewesen und war es auch jetzt nicht, aber er hatte sich insofern auch nicht verändert. Er brütete nicht und machte auch keinen schlaffen Eindruck. Er setzte nur einfach aus.

Vielleicht konnte man noch am ehesten sagen, dass eine verbindende Funktion in ihm verloren gegangen war, gleichsam ein Zahnrädchen in einer Uhr, das die Teile des Uhrwerkes miteinander verband und Zeiger oder Pendel über den toten Punkt hinwegtrieb. Er vollzog nur isolierte Handlungen, so präzis diese auch immer sein mochten. Zwischen seinen Handlungen und Themen fehlte eine Brücke, die sie miteinander verband, vielleicht auch eine Schwungmasse, die eins zum anderen trieb, vielleicht auch eine zentrale Schaltstelle wie eine Telefonvermittlung, die eine Leitung mit der anderen verband.

Die genaue Bestimmung fiel schwer. Die Psychiater besaßen viele Vermutungen und viele Namen, doch einigte man sich für den normalen Sprachgebrauch auf den Begriff Geistesabwesenheit. Das klang harmlos genug und tat niemanden weh, da man glücklicherweise nicht wusste, was man unter diesem Geist, der hier abwesend war, zu verstehen hatte. Der Unterstaatssekretär hatte sich zwar verpflichtet gefühlt, danach zu forschen, und deshalb einige einschlägige Werke gelesen, aber er hatte es bald wieder aufgegeben, weil er unter den nun einmal gegebenen Umständen seinen klaren Verstand für unentbehrlich hielt.

Sam Yonders wäre außer sich gewesen, wenn er das gewusst hätte.

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Ein rettender Engel

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Sam Yonders bezeichnete sich selbst als ›Rettender Engel‹, gelegentlich aber auch, wenn ihn Bescheidenheit überkam, nur als ›Reisender Butler‹. In früheren Jahrzehnten hätte man vielleicht von einem Tramp gesprochen, aber die Zeiten hatten sich eben geändert, und wer Sam Yonders kannte, kam überhaupt nicht auf den Einfall, ihn unter die Landstreicher auf den Strassen Amerikas einzureihen.

Sam Yonders war ein mittelgroßer, unauffälliger Mann gegen die Fünfzig mit stets tadellos geschnittenen Haaren, täglich frisch rasiert, gut und sauber gekleidet, gemessen in seinen Bewegungen und gewählt in seiner Sprache. Er besaß eine gewisse Farblosigkeit, eine peinliche Korrektheit und eine gewisse Würde, sodass er jederzeit einen filmreifen Butler abgeben konnte. Daneben verstand er sich auf sämtliche Hausarbeiten bis zum Fensterputzen, ersetzte notfalls ein halbes Dutzend Handwerker vom Elektriker bis zum Installateur, kochte vorzüglich und beherrschte alle Feinheiten des Servierens. Er war eine Perle und ein Juwel, der Traum aller geplagten Hausfrauen, und hätte an Tausenden von Plätzen ein angenehmes und angesehenes Dasein Verbringen können, hochgeehrt und testamentarisch bedacht von denen, für die er tätig war.

Leider hielt es Sam Yonders nirgends lange aus. Er reiste gern. Vielleicht litt er an einem unruhigen Blut, vielleicht hatte er auch von Graf Kayserling erfahren, dass man sich auf Reisen selbst entdeckt: jedenfalls blieb er gewöhnlich nur wenige Wochen an einem Platz, um dann trotz aller Bitten und Beschwörungen weiterzuziehen. Das Ziehen besorgte allerdings ein prächtiger Cadillac mit einem sehr behaglichen Wohnwagen, der alles enthielt, was Sam Yonders benötigte.

Den Vorteil von seiner Reiselust hatte jeweils der nächste Haushalt, auf den das Große Los fiel. Wenn Sam Yonders nach einigen hundert oder nach einigen tausend Kilometern, nach Wochen Oder nach Monaten wieder das Bedürfnis fühlte, seine Kasse aufzufüllen oder sich in der allseitigen Verehrung zu sonnen, wählte er sich ein nässendes Haus und spielte den ›Rettenden Engel‹. Und wenn es soweit war, scheute er vor keiner Arbeit zurück und diente mit Hingabe, bis ihn die Wanderlust weitertrieb.

Er war ein ehrlicher Mann. Wenn er von jeder Arbeitsstätte eine Kleinigkeit mitnahm, so geschah das nur, um ein Andenken zu haben, das ihm in seinen alten Tagen helfen würde, sich zu erinnern. Es handelte sich fast immer um Dinge ohne Wert, die er für charakteristisch genug hielt, und dabei bedeutete ihm eine Kinderklapper ebensoviel wie eine Spielkarte, ein Pingpongball oder eine einzelne Perle. Er vergaß sie allerdings gewöhnlich sehr bald, nachdem er sie einmal in die Sitztruhe seines Wohnwagens geworfen hatte.

Was aber hatte er mit einem geistesabwesenden Staatssekretär zu tun?

Nun, Sam Yonders wusste nicht einmal, wie der Staatssekretär für Raumfahrt hieß, und war nie mit ihm in Berührung gekommen. Trotzdem trug er die Schuld an der Geistesabwesenheit des Staatssekretärs.

Er befand sich vor einer Reihe von Wochen wieder einmal in jenem kritischen Seelenzustand, der nach Arbeit, Geld und verzückte Bewunderung seines Universaltalentes verlangte, als sein Cadillac ganz unversehens von einem alten Mercury angerempelt wurde, der es eilig hatte, noch rechtzeitig auf einen Schrotthaufen zu kommen. Das bedauerliche Ergebnis des Zusammenstoßes war ein eingebeulter Kotflügel nebst zerschmettertem Scheinwerfer, sodass Sam Yonders gezwungen war, sich an die nächste Werkstatt zu wenden. Da die Reparatur einschließlich Neulackierung eine Woche dauern sollte und die seelische Situation ohnehin günstig stand, sah sich Sam Yonders nach einem geeigneten Arbeitsplatz tun.

Francis Durham hatte das Vergnügen. Er bewohnte in der stillen, ohnehin wenig belebten Landschaft abseits der Fernstrasse ein zweistöckiges Haus inmitten eines Parks, der zu dem geräumigen Sanatorium seines Bruders Horace Durham hinüberführte. Die familiäre Beziehung zu diesem Sanatorium behagte Sam Yonders nicht, aber er überzeugte sich, dass sie sehr lose war und dass keine Sanatoriumsluft herüberdrang, ganz abgesehen davon, dass es sich wirklich nur um eine ärztlich geleitete Erholungsstätte für wohlhabende Manager, Industriebosse und Politiker handelte.

Francis Durham erwies sich als angenehmer Partner, obwohl er Professor war. Man merkte ihm an, dass er von geschulter Dienerschaft erzogen worden war. Er enthielt sich völlig der Ungebührlichkeiten, zu denen sich manche Leute noch immer berechtigt glaubten, weil sie den Lohn zahlten. Er war sehr höflich und richtete seine Lebensweise so ein, wie es seinem neuen Butler passte. Sam Yonders hatte ihn allerdings in Verdacht, dass das nicht aus Respekt und Überzeugung geschah, sondern aus mangelndem Interesse an allen Angelegenheiten des Haushalts.

Er arbeitete an einem Buch, das sich mit irgendwelchen psychologischen oder philosophischen Problemen befasste. Daneben schien er gern zu fotografieren, doch verfügte er auch über ein Mikroskop und andere Geräte, die Misstrauen erregten. So ganz klar wurde es Sam Yonders nicht, womit sich Durham die Zeit vertrieb. Er hatte ihn jedoch in dem Verdacht, dass er seinen Zeitvertreib ernst nahm.

Als Sam Yonders nach einigen Wochen, wieder das Fernweh in seiner Seele spürte und das sanfte Blinzeln seines neuwertig lackierten Cadillacs nicht mehr ertragen konnte, nahm er ein Andenken mit, dass ihm charakteristisch für Durham zu sein schien. Es war eine sehr flache Kassette für einen Planfilm 18/24, auf der mit zwei durchsichtigen Klebstreifen ein schmales, gläsernes Rechteck befestigt war. Es bestand aus zwei ungewöhnlich dünnen, geradezu hauchzarten Plättchen, zwischen denen sich in der Mitte ein grünes Fleckchen befand. Die schwarze Kassette war mit einigen Kennziffern beschrieben, doch besaß das wohl kaum praktische Bedeutung. Solche Kassetten mit aufgehefteten Objektträgern für das Mikroskop gab es im Arbeitszimmer des Professors in größeren Mengen.

Wie gesagt - Sam Yonders wollte auch in diesem Falle nur ein Andenken mitnehmen, das in späteren Tagen seine Erinnerungen beleben sollte. Er ahnte, nicht, dass er einen amtierenden Staats-Sekretär um seinen Geist brachte, als er die schwarze Kassette in eine Truhe warf.

Francis Durham vermisste die Kassette erst viele Tage später. Nachdem er sich einer strengen Selbstprüfung unterzogen hatte, kam er auf die Vermutung, sie könnte sein Haus zusammen mit diesem Butler verlassen haben, von dem er nicht einmal mehr wusste, wie er ausgesehen hatte. Die Vermutung kam ihm so absurd vor, dass er sie lieber für sich behielt. Erst ein höchst unangenehmes Gespräch mit seinem Bruder Horace sowie der eigenartige Genuss eines Spionage-Thrillers am Fernsehgerät belehrten ihn darüber, dass es böse Menschen gab, die an einem geistesabwesenden Staatssekretär interessiert sein konnten.

Wohin aber war das Beste des Staatssekretärs verschleppt worden, und was geschah mit ihm? Was würde dem Armen widerfahren, während er ahnungslos und elektronenmikroskopisch klein durch eine Welt wanderte, die durch die Zelle einer Sansevierra umschlossen wurde?

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Ein talentierter Generalmanager

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Cyprian Galisco, der Generaldirektor der ›General Electric Corporation‹, sah etwas - hm, unamerikanisch aus, weil er in einem Land am Mittelmeer geboren war, aber doch nicht so sehr, um ihn beruflich zu behindern. Er hatte aus seiner Heimat genug kaufmännische Instinkte mitgebracht, sodass es ihm nicht allzu schwer gefallen war, zu einem führenden Manager der Staaten zu werden. Immerhin hatte er nur wenig Zeit gehabt, sich nebenbei um seine Gesundheit zu kümmern. Nachdem er sicheren Grund unter den Füßen und das fünfzigste Lebensjahr erreicht hatte, rieten ihm die Ärzte dringend, einmal einige Wochen oder Monate auszuspannen, am besten durch einen Tiefschlaf von einigen Wochen und einen anschließenden Erholungsurlaub.

Cyprian Galisco gehörte nicht zu den Narren, die nicht die Uhr schlagen hören. Er befolgte den Rat der Ärzte.

Als er in sein Büro zurückkehrte, sah er zehn Jahre jünger aus und war um zwanzig Jahre gesünder geworden. Danach machten sich jedoch einige Veränderungen bemerkbar, die seinen Mitarbeitern sonderbar oder gar unheimlich wurden.

Cyprian Galisco war immer ein typisches Exemplar seiner Gattung gewesen, ein gewandter, glatter Mann mit einem hervorragenden Riecher für Geschäfte, Geld und Werbung, mit ungewöhnlichem Organisationstalent, harten Ellbogen und einem unempfindlichen Gewissen. Er hatte nie etwas anderes als Geld und Geschäfte im Kopf gehabt. Er verstand auch kaum etwas von der technischen Seite des Unternehmens, das er vertrat. Von ihm aus gesehen war es völlig belanglos, ob eine Firma elektrische Geräte oder Flugzeuge, Uhren oder Zahnpaste produzierte. Die kaufmännischen Vorgänge, die finanziellen Transaktionen, Werbung und Börsenspiel waren in allen Fällen die gleichen, und nur auf diese kam es ihm an. Für Nebensächlichkeiten wie die Herstellung von irgendwelchen Gegenständen gab es die technischen Betriebsleiter und die Ingenieure, von den Arbeitern ganz zu schweigen.

Dieser Cyprian Galisco, der nicht einmal begriff, wieso ein Auto fuhr, bekam plötzlich technische Einfälle von geradezu sensationellem Ausmaß. Im Anschluss an eine Konferenz, an der auch der Chefingenieur des Werkes teilnahm, entwickelte er beim geselligen Beisammensein ganz beiläufig die Idee zu einem neuen Verbrennungsmotor, obgleich solche Motoren überhaupt nicht zum Produktionsprogramm gehörten. Er skizzierte sogar auf einem Stück Papier, wenn auch nicht gerade geschickt.

Er legte kein Gewicht auf sein Thema. Der Chefingenieur auch nicht. Er hörte sich höflich an, was der Generalmanager zur Unterhaltung beitrug, und vergaß es. Erst einige Zeit später, als er einmal mit einem Kollegen aus der Motorenbranche zusammensaß, kam ihm die Erinnerung zurück. Zu seiner Überraschung erfuhr er, dass die Idee Hand und Fuß hatte, ja, vor Jahrzehnten schon einmal aufgetaucht war, aber damals keinen Geldgeber gefunden hatte. Er hielt es für möglich, dass Galisco irgendwie auf diese alte Sache gestoßen war, und ließ es dabei bewenden.

Die größere Überraschung traf ihn, als Galisco kurze Zeit später bei einem ähnlichen Anlass in seine ...

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