Logo weiterlesen.de
Racheengel der Vampire 4

Angel Wagner, Revenge Angel

Racheengel der Vampire 4

Saugende Stille


Ein fettes Dankeschön an BeKoma, meinen Lektor! Mit seiner fachmännischen Hilfe wurde auch aus dem vierten Teil eine ausgereifte Geschichte! Und ein weiteres liebes Dankeschön an Iris Biehl-Drucks meiner zweiten Lektorin, die mir auch über etliche Fehlerhürden und seltsame Satzbildungen geholfen hat! Man ... wenn ich euch nicht hätte ... seufz.


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

12 Blutkrieger

„Du sollst es nie wieder bereuen, uns beide zu lieben!“, flüsterte Konga und umfasste von hinten Angels Taille.

Jack stellte sich vor Angel.

Ehe Angel Drag ins Haus schicken konnte, um die Überreste von Khan zu fressen, hob Konga sie an und Jacks Lippen entbrannten leidenschaftlich auf ihren.

„Himmel, ihr macht mich verrückt!“, schnaufte Angel atemlos, denn nach Jacks Luft raubendem Kuss schielte sie über die Schulter.

Wahnsinn, Konga schielte auch ... auf ihren Mund. Heiß. Doch momentan mussten beide warten.

„Lass mich mal kurz runter! Ich muss Drag Bescheid geben.“

Jason trat an Angel heran. „Drag ist schon fertig und auf dem Weg.“

Bääh, das hieße, er hätte Khan schon komplett aufgefressen, Angel schluckte - scheiß Fantasie. Sie wischte das innerliche Bild beiseite. „Lässt du mir ein paar Stunden für meine blutrünstigen Sauger?“

„Und dann?“, fragte Jason mit hochgezogenen Brauen.

„Na ja, es sind noch zwei Wochen Psychotherapie offen.“

„Tja, wenn du die Zeit lieber mit mir vertrödeln willst, gerne, muss aber nicht mehr sein.“

Heiliger Himmel, Angels Augen weiteten sich. „Ich kann mich um meine kleinen und meine großen Jungs kümmern, ohne in einer kleinen Hütte meine Nächte zu verbringen?“

„Jepp!“

Heiliger Bluthimmel, Angels Mund wurde immer breiter, gleich grinste sie einmal in die Runde. Mann gut, dass ihre Ohren das Grinsen aufhielten.

„Ich will ihr verdammtes Blut! Sie hat kein Recht auf ihn!“

„Keine Chance! Ich werde sie aussaugen! Sie hat ihn uns weggenommen!“

Eine Vampirin sah die andere an.

„Ich hab dich nicht aus dem Verlies geholt, um mir von dir die Tour vermasseln zu lassen!“

„Es bleibt ja in der Familie. Oder was meinst du, mein Töchterchen?“

Die Jüngere spitzte die Lippen. „Sicher, Mutter. Ich besorge uns nun neue Lakaien.“

„Ja, und sie sollen schnell neue Gewänder bereitstellen und eine Kutsche mit einem Vierspänner.“

„Kutschen gibt es nicht mehr. Ihr solltet euch auf viele Veränderungen gefasst machen!“ Der hochgewachsene blonde Mann blieb im Türrahmen stehen. „Aber ich kenne euch ja bereits eine Weile und ihr seid aufgeschlossen für derartige Veränderungen.“

„Aber die Blutquellen haben sich nicht verändert, oder?“, fragte die Ältere.

„Keineswegs, die Spender warten schon. Kommt, ich geleite euch!“ Der Vampir bot den Damen seine Arme und führte sie aus dem Zimmer.

„Du warst schon immer ein Galan, Evan.“

Evans tiefblaue Augen sahen in die fuchsfarbenen von der älteren Vampirin. „Sicher Davina, sicher. Ich führe euch in die neue Gesellschaft ein, und wenn ich richtig liege, werdet ihr bald bekommen, was euch zusteht.“

„Ihr Blut und seinen Kopf!“

„Aber vorher ist er mein Spielzeug!“, murrte die jüngere.

„Du kannst froh sein, dass ich dich überhaupt zurückgeholt habe!“

„Meine Damen, es ist genügend für beide da.“

„Ja, und es muss ein anständiger Plan her. Ich dulde kein Versagen!“

Angels erster Tag in Freiheit und sie verteilte ihre Aufmerksamkeit großzügig zwischen ihren kleinen Männern. Jared und Jason bekamen einhundert Prozent Vampirmama.

Konga und Jack hatten ohnehin andere Probleme.

Sie stellten eine Liste mit den Nachtkämpfern von Konga zusammen. Insgesamt kamen zwölf wild zusammengewürfelte Krieger in die nähere Wahl.

Zwölf Personen, mit denen Konga im Wechsel die letzten Jahrhunderte des Nachts auf Meety-Jagd gegangen war, und die Jack nicht mal dem Namen nach kannte. Das musste sich nun schleunigst ändern.

„Die ersten drei stell ich dir gleich unter die Nase. Nele, Kasim und Mob. Sie sind mit Abstand am längsten Mitglieder in meiner Truppe.“

Während Konga sich aufs Sofa fallen ließ, behielt er seinen langjährigen Blutfreund im Auge.

Grübelnd wanderte Jacks Blick über die riesige Wohnlandschaft, die locker zwanzig Personen gut und mit Abstand sitzen lassen könnte. „Und du willst alle hier wohnen lassen … mit uns unter einem Dach?“

„Mach dir keinen Kopf, wenn du sie kennenlernst, wirst du feststellen, dass sie eine abwechslungsreiche Erweiterung für unseren kleinen Club sind.“

Da konnte Konga noch so viel mentale Blutsahne um seinen Mund schmieren, Jack wischte sich übers Gesicht, denn sie standen vor einem Lebensabschnitt, denn keiner abschätzen konnte. „Und wie willst du es mit den Blutvorräten halten?“

„Kein Problem, vorerst springen sie zu ihren Mahlzeiten und kommen circa eine Stunde später zurück. Und sie sind nicht auf unserer Ebene untergebracht. Jeder kennt meine Einstellung, wenn einer quer schießt, gibt’s einen auf den Deckel.“

Mit einem schweren Atemzug lehnte Jack sich zurück. „Ich bin nicht sonderlich dafür, mit größeren Ansammlungen von Vampiren unter einem Dach zu leben. Zumal es sicher nur Kerle sind und boah ... denkst du auch mal an Angel und wie sie ...“

Klar wusste er, was Jack meinte, Konga grinste breit. „Du sprichst auf ihre Triebe an?“

„Nett, wie du das sagst, und ja.“

„Dafür haben wir unsere Ebene, alles ist dort. Küche, Bad und so weiter, einen eigenen Wohnbereich und, und, und ... Geh und sieh dich um! Falls du etwas anders haben willst, sag es und es wird geändert.“

„Warum quartierst du deine Leute dann nicht im Nebengebäude ein?“

„Bitte Jack, lern sie erst mal kennen. Geht dir einer gehörig auf den Sack, dann sehen wir weiter.“

„Hol du die ersten drei und ich geh mich mal umsehen.“

Drei Stunden später sah Jack in die Gesichter der ersten drei Krieger.

Kasim, ein blonder Hüne mit Igelschnitt und einem Kreuz, das locker einen Lkw samt Ladung stemmen konnte. Entgegen wirkte seine gutmütige Ausstrahlung, so weit okay. Optisch lag er bei fünfunddreißig Jahren, Größe: zwei Meter und zehn Zentimeter.

Mob, ein ebenso blonder Riese, jedoch drahtiger, hatte ein einnehmendes Lächeln, ein sportlicher Schönling, der seine Fänge gerne dauerhaft draußen trug. Seinem Gesicht konnte man den Schalk im Nacken ansehen. Optisch circa sechsundzwanzig Jahre, Größe: zwei Meter und acht Zentimeter.

Beide Vampire sahen sich kurz an, wobei Konga, wie er es gerne tat, dümmlich grinste, denn Jack war von dem dritten Krieger irritiert.

Nele war eine Frau, rotbraune Haare, schulterlang und joa ... eine Schönheit mit einem einnehmenden Wesen. Angel würde toben! Einen Meter und achtzig Zentimeter geballtes Blutweib mit der Figur einer Gazelle. Allein ihre rehbraunen Augen, die leicht schräg standen. Die gebräunte Haut. Optisch etwa fünfundzwanzig Jahre.

„Konga, können wir kurz unter vier Augen sprechen?“, murmelte Jack.

„Unnötig, Nele ist lesbisch, ergo keine Gefahr für Angel.“

Dass er das so offen sagte, Jack schielte zu Nele rüber, schluckte. „Tschuldigung!“

„Hab ich kein Problem mit. Außer ...“, Nele sah zu Konga rüber, „... außer Onsi ist mit an Bord!“

„Ist sie nur sehr bedingt. Sie wird hier nicht wohnen, als sie hörte, dass du es tust.“

Nele sah mit einem verdrehten Blick zur groben Steindecke. „Ja, ja, ich bin nicht daran schuld, dass sie im Suff diesem Idioten das Ja-Wort gegeben hat!“

„Nichtsdestotrotz wird sie nur an Kämpfen teilnehmen und ich teile sie Gruppen zu, in denen du nicht bist. Davon abgesehen wird Jack euch alle etwas unter die Lupe nehmen und mir sagen, in welchen festen Gruppen ihr besser harmoniert.“

Eine gute Idee, Kasim nickte bedächtig. „Dem könnte wirklich etwas auf den Eckzahn gefühlt werden, denn in den letzten Jahren haben wir so oft gewechselt, dass es schon wehtut, nur an einen Einsatz zu denken.“ Demonstrativ rieb er sich über den linken Unterarm.

Unweigerlich sah Jack hin, dort musste Kasim von einem Meety gebissen worden sein. Die Wunde war verschlossen, aber sie leuchtete noch deutlich krebsrot.

„Ich funktioniere mit Jack wie ein Uhrwerk und das müssen wir bei euch auch mehr rauskitzeln“, warf Konga ein.

„Na, wenn das bei den meisten überhaupt möglich ist“, zweifelte Mob.

„Ich habe das Verlies umbauen lassen. Dort finden wir es die kommenden Wochen heraus“, sagte Konga leise, während er in die erblühenden Gesichter seiner Krieger sah.

Was auch immer das Wort - Verlies - bewirkte, es wirkte.

„Wann treffen die anderen ein und welche Regeln gibt es für die Suiten hier?“, fragte Kasim.

„Bis spätestens morgen sind alle da. Der dritte Stock ist tabu und ihr ärgert mir die Kinder nicht!“

„Kinder? Wessen Kinder?“, fragte Nele mit zusammengezogenen Brauen.

„Wir reisen und wohnen seit etwas über einem Jahr mit Kev und Felma, zwei Vampiren um das vorweg festzuhalten, zusammen. Die beiden haben drei Kinder. Jack hat einen Sohn und ich hab zwei Kids. Zu gegebener Zeit lernt ihr sie kennen.“

„Wenn du dich damit mal nicht täuscht“, murmelte Jack mit Blick auf den Durchgang zur Vorhalle des Schlosses.

Sofort spannten sich die Muskeln in Jacks gesamten Körper. Noch kannte er die neuen Mitbewohner nicht ausreichend und es kam unter Vampiren selten vor, dass sie gutes, junges Blut ... frisches Blut ablehnen würden.

Jared und Flora stürmten ins gewaltige Wohnzimmer. Und nun zeigte sich, wer von den beiden Stöpseln die Oberhand hatte. Jared suchte und fand seinen Vater und jepp, er saß einen Augenaufschlag später auf Jack und kuschelte sich an ihn, weil ihn die fremden Vampire voll aus dem Fangspiel herausgeholt hatten.

Flora nicht, nein, sie guckte gleich neugierig.

Jack und Konga behielten sie wachsam im Auge, denn die kleine blondgelockte Engelslady kam vor die drei Neuankömmlinge, neigte ihren Kopf schräg, inspizierte die erwachsenen Vampire und zog frech die Nase kraus. „Wer seid ihr denn?“, fragte sie kess und stemmte die Ärmchen in die Hüfte.

Grinsend sah Kasim über sie hinweg zu Konga. „Deine?“

Sich über die Nase reibend schüttelte Konga den Kopf. Da Kasim eine schnelle Auffassung hatte und dementsprechend Jack seinen einzigen Sohn auf den Arm hatte, konnte diese kleine eckzahnzeigende Ziege nur zu dem anderen Paar gehören.

Wenn die kleine Lady schon so rotzig war … Kasim lehnte sich vor. „Eine Lady, mag sie auch noch so klein sein, stellt sich höflich vor, bevor sie frech wird!“

„Nö ... muss ich nicht ...“, antwortete Flora keck, „... und außerdem seid ihr fremd und ich muss euch auf den Zahn fühlen, wie lieb ihr seid.“

Alle drei Krieger hoben ihre Brauen.

Jäh kam Felma um die Ecke gerauscht. „Sorry, sie sind mir bei all den vielen Zimmern und Fluren entwischt. Flora, komm her! Wir wollten in die Küche, die Babys füttern und wieder ins Bett bringen.“

Ha, doch nicht mit ihr, Flora blieb stehen. „Nee Mama, mach das mal besser allein, ich muss Wache schieben und die verflodderten Vampire obas…atiern!“

„Das heißt observieren!“, verbesserte Nele sie mit einem spöttischen Lächeln.

„Und wir sind nicht verfloddert, höchstens von dir derangiert!“, fügte Kasim hinzu.

Postwendend verschränkte Flora die Ärmchen vor der kleinen Brust, musterte Mob, der bisher nur in ihre Augen blickte und zog die Nase wieder kraus. „Und ihr seid Klugscheißer, wie Papa!“

Nun grölten alle Vampire, außer Felma, die rot anlief, sich Flora schnappte und fluchtartig den Raum verließ.

Keiner achtete dabei auf das dritte Kind, das sich hinterm Sofa in Kongas Nähe versteckt hatte. Nur Jared flüsterte seinem Vater etwas ins Ohr, worauf dieser Konga anstupste und mit einem Kopfwink in die Richtung zeigte. Konga drehte sich halb und packte Heaven im Nacken. Sie weinte und klammerte sich gleich an ihren Vater. „Hey Heaven, was ist los?“

„Ich will zu Angel. Die Fremden machen mir Angst! Alles riecht hier so komisch“, wimmerte Heaven und schniefte.

Nee, das ging ja gar nicht, Jack nickte Konga zu und dachte scharf an Angel.

Hätte er mal lieber seinen Arsch in Bewegung gesetzt, denn sie erschien spärlich bekleidet in ein Handtuch gewickelt und stillte gerade Jason.

Beide Vampire hielten schlagartig den Atem an.

Als ob sie es geahnt hätte, Angel sah kurz recht uninteressiert in die Runde, fing Heaven auf, die sich in ihren freien Arm flüchtete und seppte sich wieder weg.

Wenigstens hatte Konga sie vorgewarnt und Angel wusste von der lesbischen Vampirin.

„Ich sollte mich bei ihr entschuldigen“, flüsterte Jack entgeistert.

„Und zu wem gehört diese reizvolle Lady?“, fragte Mob, der als Schürzenjäger zu seinem Spitznamen kam, denn eigentlich hieß er Devil.

„Das war Angel und sie gehört zu uns beiden“, antwortete Konga und sah jedem der drei in die Augen, um zu ergründen, was sie dachten, denn er hatte zuvor nie eine Silbe über sein Privatleben preisgegeben.

Tja, die Blutbuschtrommeln … Kasim sah zu Jack. „Aber sie ist mit Jack verheiratet.“

Ja, die stille Post der Vampire funktionierte weltweit noch vorzüglich.

„Sagen wir es mal so: es geht euch nichts an, und wenn ihr damit ein Problem habt, dann geht!“

Wow, Konga war angepisst ... vom Feinsten!

Jack musste schmunzeln, doch das blieb ihm gleich wieder im Hals stecken, denn Angel, diesmal in Jeans und T-Shirt bekleidet, erschien direkt vor ihm.

„Hast du daraus gelernt?“, fragte sie nur knapp und nahm Jared aus seinem Arm.

Weil ein feister trockener Kloß in seinem Hals keine Antwort zuließ, nickte Jack lediglich.

Langsam einatmend wandte sich Angel den drei Vampiren zu, sah sie ein paar Augenblicke schweigend an, bis ihr Blick auf Nele hängen blieb. „Konga hat mich zum Glück darüber aufgeklärt, welche sexuelle Einstellung du hast, aber ich warne dich trotzdem. Komm beiden nicht zu nahe, dann haben wir kein Problem miteinander!“

Keiner machte sie an, niemand wagte sich das, Neles Blick verfinsterte sich, ihre rehbraunen Augen wurden schwarz. „Ich weiß immer, wo meine Grenzen sind!“, flüsterte sie bedrohlich leise.

Kein Elitekämpfer ließ sich, außer von Konga, drohen!

„Es lohnt sich nicht. Reg dich wieder ab. Ich bin nur rasend eifersüchtig, wenn es um meine beiden Vampire geht und um das im Vorfeld klarzustellen, hab ich es dir persönlich gesagt.“

Hui, zwei Saugerinnen, die kein Blatt vor den Mund nahmen, Konga nahm nun vieles an, Nele würde Angel gleich an die Kehle gehen oder umgekehrt oder sie würden sich zumindest anfauchen.

Schweigend blickte Nele von Angel zu Konga und wieder zurück. „Sei froh, dass ich nur auf Weiber steh!“

Demonstrativ musterte Angel die hübsche Vampirin von oben bis unten, worauf alle ihre Atmung einstellten. „Die können sich dann auch glücklich schätzen!“

„Danke“, stammelte Nele.

„Ich sage, was ich denke! Und nun entschuldigt mich. Ich lerne euch noch einzeln kennen, wenn die Herren da ...“, sie zeigte auf Konga und Jack, „... nicht anwesend sind.“

„Angel?“

„Was Konga?“

„Ich möchte nicht unhöflich erscheinen, aber das sind meine Elitekrieger und du solltest nicht so mit ihnen reden. Es sind ehrenhafte Vampire.“

„Konga, mein Schatz ... ich lerne sie so kennen, wie ich es für richtig halte! Und wenn ich nicht gänzlich danebenliege, dann kannst du nicht von mir behaupten, dass ich diesbezüglich eine schlechte Einstellung habe und eingesperrt gehöre.“

Diese kleine blonde und frechschlaue Vampirin sorgte schon durch ihren ersten Auftritt bei den neuen Kriegern mit ihrer Art für Respekt. Bei Konga und Jack zielte es eher auf einen beschleunigten Herzschlag und Schweißausbrüchen hin, die nicht von sexueller Natur waren.

Tja, die Herren Blutsauger hatten wohl verdrängt, wie einnehmend Angels Wesen war!

Nele grunzte einen Lacher hinter vorgehaltener Hand raus, Kasim schmunzelte gelassen und Mob zog nur die Brauen bis zum blonden Haaransatz hoch.

Derweil klappte Kongas Kiefer rastlos auf und wieder zu.

Angel setzte ihr einnehmendes Lächeln auf und rauschte davon.

„Ich mag sie“, hüstelte Nele vor Lachen.

„Danke, ich dich auch!“ Kam es aus dem Flur.

„Weiber!“, grunzte Konga und warf Nele einen bösen Blick zu.

„Wenn du ihr weiter so über den Mund gehst und dieses Ergebnis einfährst, dann geben deine Krieger bald nicht mehr viel auf deine Autorität“, bemerkte Jack gelassen.

„Ich persönlich hab da keine Probleme mit, nur Lucky sollte es nicht mitbekommen“, sagte Kasim.

„Stimmt! Lucky dreht dir durch“, bemerkte auch Mob ernst.

Von Nele kam ebenfalls ein zustimmendes Nicken.

„Ich werde mich zusammenreißen und ihr könnt euch eure Zimmer ansehen. Zweiter Stock, rechter Gang, Namen stehen an den Türen. Heute Abend um zwanzig Uhr ist Versammlung. Bis dahin seid gestärkt und ausgeruht.“

Knapp dreißig Minuten später standen die drei nächsten Krieger in voller Montur im Wohnraum. Askell, Hanso und Lance.

Jack hatte schon die ersten drei als völlig verschieden empfunden, doch die drei Vampire, hier und jetzt, toppten das locker aus der Hüfte.

Lance war ein finsterer Vampir, einer, dem man nicht unbedingt sein Kind anvertrauen konnte, geschweige denn überhaupt irgendwas. Er sprach nur wenig, nein, eigentlich nur ein Wort ‚okay‘. Falls er Fragen, die mit ‚ja‘ oder ‚nein‘ zu beantworten wären, gestellt bekam, nickte oder schüttelte er nur leicht seinen Kopf. Von seiner Statur her war er allen ebenbürtig, groß, muskulös, sehnig. Schwarze Haare, die zwischen Hals und Schulterblättern aufhörten, und wenn Jack sich nicht täuschte, hatte er mexikanische Vorfahren oder er war direkt einer von ihnen. Einen Meter und achtundneunzig Zentimeter, optisch in etwa dreißig.

Über das wahre Alter der Kämpfer wurde heute allerdings nicht geredet.

Hanso, blond, etwa einen Kopf kleiner als die anderen, blauäugig und spitzzüngig, machte nicht den Eindruck, dass er sich hier wohlfühlen würde. Er war sichtlich nervös, leckte sich ständig über die Fänge und saß auch nie ruhig da. Einen Meter und zweiundachtzig Zentimeter, optisch etwa sechsunddreißig.

Askell, ja Askell, sicher ein Überbleibsel aus den Germanenstämmen, irgendwie passte er auch nicht in die übliche Ledermontur der Krieger. Auf Jack machte er vielmehr den Eindruck, dass er eher mit Schild und Schwert in den Krieg gehörte. Die entsprechenden Zöpfe in strähnigem Rostbraun trug er passenderweise auch. Askell war ein wilder Geist und sicher einer der härtesten, wenn es um die Jagd auf Meetys ging. Mit passender Fellbekleidung und Keule sicher eine effektive Allroundwaffe. Wie man sich in bestimmten Personen irren konnte, würde Jack noch feststellen. Einen Meter und siebenundneunzig Zentimeter, circa ... in etwa ... vielleicht ... schlecht einzuschätzen ... irgendwo Mitte bis Ende dreißig.

Jack betete fast sekündlich, dass Angel nicht erschien, und puh, seine Gebete wurden erhört.

Wie denen davor, gab Konga den dreien, ebenso klare und kurze Anweisungen, bis zu dem Befehl auf die Zimmer zu gehen.

„Alter, kommt da noch mehr in diese Richtung auf mich zu?“, fragte Jack, nachdem er sich sicher war, dass keiner ihn hören konnte.

„Teils, teils. Die Hälfte hast du nun kennengelernt. Es sind schon ein paar harte Brocken dabei, aber ich versichere dir, einige kenne ich sie schon tausend Jahre. Man kann sich im Kampf auf sie verlassen.“

„Mag sein, aber alle unter einem Dach?“

„Ich hab doch gesagt, wenn es nicht geht, dann ändere ich es.“

„Dein Wort in Gottes Ohr!“, grummelte Jack leise.

Konga grinste seinen Blutkumpel breit an. „Hört, hört, er zitiert die Bibel! Nein echt, wir kriegen das hin. Sie kennen sich alle untereinander, warte es ab.“

Abus, RoxLo und Lucky waren die Nächsten auf dem Spielfeld.

Schon der Name ‚Lucky‘ stellte Jacks Nackenhaare auf und diese würden gleich noch ’nen Samba tanzend um drei Zentimeter aus der Kopfhaut schießen. Woher der Krieger den Namen hatte, war nicht klar, aber es war nicht sein richtiger, so weit konnte Jack sich erinnern. Mongolen benutzten keine Namen wie ‚Lucky‘. Selbst der typische Bart über den Mundwinkeln hing ihm bis vor die Brust. Vielleicht ein direkter Nachkomme von Dschingis Khan!

Der asiatisch wirkende Kerl war bis unter die Fänge bewaffnet, rechnete offensichtlich immer und überall mit einem Angriff. Hm, nicht auszuschließen, dass selbst aufm Klo beim Pipi machen irgendein Meety aus dem Spülkasten hopsen würde!

Konga fixierte ihn eine Weile, was er bei keinem andere zuvor machte und sprach ein paar Worte in westmongolisch mit ihm. Der Typ nickte hart und legte ein paar Waffen ab, damit er sich zumindest setzen konnte.

Schwarze Augen, schwarze glatte Haare, die von einem Lederband gezügelt wurden, eine flache Nase und hohe Wangenknochen. Eine eindrucksvolle Erscheinung. Auch er redete nur wenig, wenn er gefragt wurde. Mit einem Meter und zweiundsiebzig Zentimetern einer der kleineren Krieger, aber deswegen nicht zu unterschätzen. Vom optischen Alter her etwa vierzig Jahre, das Schätzen war bei asiatischen Vampiren ohnehin kaum durchführbar.

RoxLo, ebenso ein Vampir, den Jack nicht einordnen konnte. Hawaii, vielleicht auch eher ein Ureinwohner vom amerikanischen Festland. Jedenfalls hätte der Kerl locker beim Wrestling in den Ring steigen können. Aufgepumpte Muskeln, die in seiner Lederjacke den Nähten alles abverlangten.

Streng zurückgekämmte und gebundene schwarze Haare lockerten das Gesamtbild auch nicht auf. Was allerdings dämlich aussah und bei Angel unter Garantie eine Bemerkung heraus plumpsen ließe, war sein Schnurrbart. Eher siebziger Jahre, eher out, eher ... oh, er musste auf Angels Mundwerk achten! Blutsprünge üben, die ihn schnellstens hinter Angel brachten, um ihr den Mund zuzuhalten, oder zu stopfen oder ... Nein! Himmel!

Einen Meter und vierundneunzig Zentimeter, optisch ... grins ... circa dreißig, oder jünger, wenn dieser Freddie-Mercury-Schnäuzer nicht wäre.

„Warum grinst dein Kumpel so dämlich ins Nichts?“, fragte RoxLo prompt.

„Er is geistig gerade anderswo“, antwortete Konga und stupste Jack an.

„Tschuldigung, war gerade bei was anderem“, nuschelte Jack und sah Konga mit leuchtenden Augen und einem schwülstigen Grinsen an.

„Konga, bist du schwul?“, fragte Abus trocken heraus.

Schlagartig fuhren zwei Vampirköpfe zu dem schmächtigen Typen herum. „Wie kommst du auf den Scheiß? Ich hab eben nur gesehen, was in Jacks Kopf vorgeht.“

„Ich wollte euch nichts andichten, aber dieser Blick sah eben echt komisch aus.“

Definitiv ein deutscher Vampir, Jack tippte auf den norddeutschen Raum, vielleicht Hamburg.

Jack sah den bisher ersten rothaarigen Vampir an und er nahm ihn nicht als Bedrohung war. So um die ein Meter und fünfundsiebzig Zentimeter, sehnig, aber auch nicht sehr viel. Ein schmales Gesicht, blaue unspektakuläre Augen und na ja, nichts aussagend. Optisch um die dreißig, wie fast alle.

Wie bei den anderen, folgte eine kleine Einführung und weg.

„An den letzten drei seh dich nicht zu offensichtlich satt. Droll mag es nicht, wenn er angestarrt wird! Die Narbe über seinem Kinn hatte er schon als Kind. Kenan ist der einzige christliche Türke, der lieber kämpft, als zu reden. Und Kaito lebt streng nach seinen japanischen Riten.“

„Reden tun eh die wenigsten und am sympathischsten war mir bisher nur Kasim.“

Konga kratzte sich am Kinn. „Ehrlich, ich kenne sie im Kampf, das Privatleben einiger hat mich bisher nicht sonderlich interessiert.“

„Sollte es aber, denn nun ... unter einem Dach mit denen!“

„Vielleicht hast du recht, ich werde alle ernsthaft im Auge behalten“, wiederholte sich Konga zum tausendsten Mal.

„Nicht nur du! Ich behalte mir auch vor, Angel genauestens zu beobachten. Du kennst ihr loses Mundwerk!“ Beide sahen sich an und lachten, obwohl die Worte bitterernst gemeint waren.

Die nächsten Krieger kamen und Konga behielt recht. Alle drei redeten kaum.

Kaito, einen Meter und neunzig Zentimeter, optisch sehr schlecht einzuschätzen, aber auch nicht alt. Bis auf seine drei Samurai-Schwerter trug er offensichtlich keine anderen Waffen.

Kenan, einen Meter neunundachtzig Zentimeter, optisch circa fünfundzwanzig. Durchtrainiert und irgendwie wirkte er wie unter Dauerspannung. Gleichzusetzen mit einem äußerlich ruhigen Nervenbündel … das sah man an seinem nervösen Blick.

Droll, einen Meter und achtundachtzig Zentimeter, circa Ende zwanzig.

Im ganzen Gemäuer steckte Unruhe, Angel sah von ihrem riesigen Balkon, der einmal um ihre gesamte Ebene führte, nach unten. Die Kinder schliefen. Selbst Jason, der die vielen Vampire genauso roch wie sie, schlummerte, was sicher an dem Höllenhundblut lag, das sie beim Stillen übertragen hatte.

Zwölf wildfremde Gerüche, zwölf unberechenbare Vampire, zwölfmal darauf achtgeben, was man sagte und wie man sich verhielt. Sie zweifelte stark an, dass Konga recht behielt und es nicht zu ungewollten Kämpfen kam.

Leise beobachtete Angel die einzeln unter ihr auf den noch riesigeren Balkon kommenden Vampire. Sah, wie sie auftraten, und begann zu grübeln.

In vielen Punkten verhielten sich die Vampire nur seltsam, wenn sie unter offenkundiger Beobachtung standen. Konga hatte alle kurz beschrieben und Angel erkannte viele an ihrer Beschreibung wieder, aber sie erfasste Dinge, die Konga niemals zuvor gesehen hatte.

Nele wirkte uneinnehmbar, unnahbar, doch wenn sie wie vorhin, an der Brüstung ihres Balkonstückes stand, dann glich sie einer verlorene Seele, die den untergehenden Strahlen der Sonne folgen wollte.

Angel sah auch Askell, den sie für sich den ‚Wikinger‘ nannte, der sich die Haare korrekt bürstete, um sich vorne neue Zöpfe zu binden. Auch er sah ebenso in die Ferne. Was bei Angel ein beklemmendes Gefühl auslöste, er musste etwas Wichtiges in seinem Leben unfreiwillig hergeben oder hatte es verloren, möglicherweise seine Familie?

Kasim, der äußerlich Gutmütige, sprach eine Weile mit RoxLo, den Angel als Indianer einstufte, so wie sie sich ansahen, verband beide irgendetwas.

Nur dieser Lucky veränderte sich nicht, blieb ein unbändiges Raubein, das der Steppe Sibiriens entsprungen sein musste. Sicher achtete er ebenso auf den Sonnenuntergang, doch bei ihm sah es eher nach einer Kampfvorbereitung aus. Wenn man so wollte … die Ruhe vor dem tosendem Sturm.

Am meisten fesselte Angel jedoch der hochgewachsene muskulöse Kaito. Er stand nur mit Lederhose eine Weile im aufkommenden Abendwind. Auf seinem breiten Rücken schlängelte sich eine schwarze Mamba, mit dem Kopf auf dem rechten Schulterblatt, zum Angriff die Zähne gezückt. Als einzige Waffe trug er momentan ein Katanaschwert.

Und er wusste, dass sie ihn beobachtete!

„Dein Ruf eilt dir voran!“, sagte er leise.

Eine klare Ansage, keine Begrüßung, Angel verstand den Wink, holte ihr Katana und machte einen Satz auf die Brüstung.

Samt undefinierbarer Miene blickte Kaito zu ihr empor.

Mit einem Satz landete sie knapp zwei Meter von ihm entfernt.

Er sah sie mit hochgezogenen Brauen an. „Etwas unpassend“, murmelte Kaito.

„Entschuldige, ich hätte auch einen Kimono anziehen können.“

„Es kommt auf die Kunst an, sein Schwert zu führen, nicht auf die Bekleidung. Ich habe nur Bedenken, dich zu verletzen.“

Eine kurze schwarze Jeans und ein schwarzes Unterhemd waren sicher nicht die bevorzugten Klamotten, mit denen man sich einem Schwertkampf stellen sollte, aber bei den scharfen Klingen würden auch festere Kleidungsstücke kaum mehr Widerstand bieten.

„Einigen wir uns darauf, wenn Blut fließt, dass der Kampf beendet ist“, sagte Angel.

Mit einem freundlichen Lächeln nickte und verbeugte sich Kaito vor ihr.

Während Angel ihn im Blick behielt, zog sie ihr Schwert aus der Scheide und legte die Hülle auf die Brüstung. Beide gingen in ihre Ausgangsposition, verbeugte sich abermals voreinander.

Kaum, dass das Klirren ihrer Klingen zum ersten Mal die Stille zerriss, steckten die anderen Kämpfer ihre Nasen aus den Balkontüren.

Weder Angel noch Kaito achteten darauf, sie waren in ihren Kampf versunken.

Sie kreuzten ihre Schwerter in schnellem Wechsel, keiner gab nach. Nur hin und wieder umrundeten sie sich, schätzten ihren Gegner ab.

Couragiert landete Angel einige spektakuläre Hiebe, die Kaito nur mit Gegenangriffen parieren konnte. „Kannst du auch schneller kämpfen?“

Die Frage allein war gegenüber Kaito albern, doch er lächelte nur wieder besonnen. „Sicher, jedoch steigt die Gefahr einer Verletzung.“

„Ich habe bei Jack, Konga und Yamamoto Shou einiges gelernt“, entgegnete Angel leise.

„Du denkst jetzt, dass mich der Name Yamamoto Shou beeindrucken soll, aber dass tut er nicht. Ich habe gegen ihn gekämpft, habe gegen Konga gekämpft und soll ich es dir sagen ... sie haben verloren, beide!“

Das genau bezweckte sie zwar nicht, denn sie wollte ihm nur verdeutlichen, sie könne mehr einstecken, als er wohl annahm. „Dann freue ich mich jetzt über einen Kampf, bei dem ich mehr hinzulernen kann.“

Weiterhin lächelte Kaito sein asiatisches undurchdringliches Lächeln und nickte. „Und danach zeige ich dir, wie man sein Schwert richtig reinigt. Deines ist völlig dreckig und weißt Kratzer auf, die der edlen Klinge einen unschönen Anblick verschaffen!“

Das hatte gesessen, Angel nickte, machte einen Schritt zurück und wenige Sekunden später vollführten beide eindrucksvolle Sprünge, Hiebe und Angriffe.

An Schnelligkeit gaben sich beide nichts, auch die Angriffe wurden härter und den Hieben von Kaito musste Angel immer mehr ausweichen, als dass sie sie kontern konnte.

Er war ein wahrer Meister!

Der Kampf endete mit Kaitos Klinge an Angels Hals. Er zog die Schneide weg und verneigte sich vor ihr. „Ich bedanke mich für diesen Kampf, Angel-Sama.“

Mit gesenktem Schwert verbeugte sich Angel und die beiden standen sich einen Augenblick gegenüber, der ihre gegenseitige Ehrerbietung zeigte.

„Willst du nun lernen, wie du dein Schwert richtig reinigst, Angel-Sama?“

„Gerne.“

„Dann folge mir.“

Konga hatte für jeden das richtige Zimmer gewählt und auch entsprechend eingerichtet. Kaitos Zimmer entsprang einer anspruchslosen Einrichtung im japanischen Stil. Zwei schlichte Papierlampen erhellten das Zimmer, an der linken Seite stand ein flacher Tisch, der nur mit einem spärlichen Blumengesteck geschmückt war. Auf der rechten Seite ein flaches Holzgestell mit Futon und Bettdecke. Neben der Tür eine kleine Kommode, auf der das Katanakake für das Katana stand, daneben ein schlichter Schrank.

Während sie ihn beobachtete, ging Kaito zum Schrank … kam mit einer Lederrolle wieder, setzte sich auf seine Waden und zeigte sich gegenüber hin … Angel nahm Platz.

Jede Bewegung an ihm wirkte geschmeidig, Kaito hatte eine unglaubliche Körperhaltung.

„Leg dein Schwert ab und sehe mir zu, Angel-Sama.“

Seine Worte rissen sie aus ihrer stummen Beobachtung, Angel wurde bewusst, wie sie ihn anstarrte. „Darf ich Fragen stellen, Kaito-San?“

„Ich wäre erfreut!“

„Was sind das für Utensilien, die du vor dir liegen hast?“

„Kamelien-Öl, Kalksteinpuder, Nuguigami-Reinigungspapier aus Reis und Materialien, um den Katana auseinanderzunehmen.“

„Man kann das Schwert auseinandernehmen?“

Schmunzelnd nahm Kaito Angels Schwert auf und binnen Sekunden lag es in seinen Einzelteilen vor ihm und ihr kullerten die Augen raus.

„Normalerweise würde ich jetzt fragen, ob du das auch wieder zusammenkriegst, aber ich erspar mir die Frage lieber.“

Während er ein Auge auf sie warf, lächelte Kaito und puderte die Klinge gleichmäßig ein. „Damit entfernt man die Verunreinigungen und holt das alte Öl, was hier schon längst nicht mehr vorhanden ist, runter. Es beseitigt auch leichte Unebenheiten.“ Kaito nahm ein Reispapier und knetete es durch. „Das Papier muss weich sein. Komm näher, damit du den Dreck unter dem Griff richtig sehen kannst. Blutreste und Körperflüssigkeiten verunreinigen es bis unter den Griff.“

Peinlich, peinlich, Angel rückte näher. „Das wusste ich nicht!“

„Du trägst eine Legende mit dir herum, die in ihrer Herstellung gute drei Monate brauchte und von einem Schmiedemeister in mühsamer Arbeit gefertigt wurde. Deine Pflicht als Trägerin ist es, diese Waffe zu ehren und zu pflegen. Nach jeder Schlacht oder jedem einzelnen Schädel, wenn es denn im Kampf nicht mehr gibt, solltest du es gründlich reinigen.“

„Jack macht das auch immer, aber ich habe ihm wohl nicht richtig zugesehen.“

„Manchmal nehmen wir uns nicht die Zeit, richtig hinzuschauen.“

Kaito nahm ihr Schwert und führte das Reispapier von der Spitze über den Rücken des Schwertes und zog das Papier langsam durch.

„Reinige es nie vom Schaft zur Spitze, immer nur zum Griff. Sonst sammeln sich an der Spitze Rückstände und eventuell bilden sich Kratzer. Auch nie von der Klinge aus, immer über den Rücken, so vermeidest du unfreiwillige Schnitte in deiner Handfläche.“

Wie gebannt sah Angel zu, als Kaito ihr Schwert säuberte, eine neue Lage Puder aufstreute und mit einem neuen Papiertuch reinigte.

„Eigentlich reicht ein Reinigungsweg, doch dieses Schwert hat schon einige Köpfe rollen lassen.“

„Woran siehst du das?“

„Die Blutkruste unter dem Habaki, die sogenannte Klingenzwinge, dort sammelt sich der Dreck am intensivsten. Und deine ist voll.“

„Das wird mir jetzt immer unangenehmer“, gab Angel zu.

„Braucht es nicht. Erst, wenn ich es nochmals in diesem Zustand vorfinde!“

Angel schluckte, nein, das würde nicht mehr vorkommen.

„Ebenso musst du es grob vorreinigen, bevor du es in den Saya zurücksteckst.“ Er warf Angel einen fragenden Blick zu und sie errötete.

„Ich unterziehe alles einer gründlichen Reinigung!“

Mit roten Wangen sah Angel zu und lernte.

„Das Katana ist für den Kampf. Weißt du, wozu das kürzere Wakizashi einst diente?“

„Als zweites Schwert im Kampf?“

„Ja, aber es hatte auch eine andere Bestimmung. Nach dem Ehren-Kodex der Samurai diente das Wakizashi zur rituellen Selbsttötung, Seppuku, oder um einem getöteten Feind den Kopf abzutrennen. Es wurde auch als Ersatzschwert verwendet, falls das Katana im Kampf brach. Beim Kampf in engen Räumen, beispielsweise in kleinen Zimmern oder Fluren, ist das Wakizashi nützlicher, da das Katana zu viel Raum benötigt. Aber ich bevorzuge die Waffe nur zur Seppuku. Einmal alle fünf Jahre reinige ich meine Seele und begehe Selbstmord.“

Schlagartig hielt Angel die Luft an. „Was?“

„Ich bin über viertausend Jahre alt, sterbe für eine Stunde, das ist schmerzhaft, aber ich brauche dieses alte Ritual, um mit mir ins Reine zu kommen. Bitte hinterfrage es nicht, Angel-Sama!“

Eine Frage des Respekts, den Angel natürlich wahrte.

„Allein der Verlust des Katanaschwertes konnte damals zu einem Ehrenselbstmord führen. Die japanischen Gesetze waren hart, aber jeder Mann von Ehre hat sie befolgt.“

Während er ihr die einzelnen Bedeutungen der drei Waffen, einschließlich des Tantós beschrieb, ölte er Angels Schwert mit zwei Tropfen Kamelien-Öl.

„Reicht das bisschen Öl?“

„Es reicht völlig. Auf einer dickeren Ölschicht würden sich Staub und leichte Verschmutzungen fangen, die bei einem nächsten Einsatz Kratzer hinterließen, die wiederum nur durch eine Politur wieder zu beheben wären. Ich habe die passenden Geräte hier aber nicht.“

Profihaft setzte Kaito den Griff samt den einzelnen Teilen wieder an und befestigte sie.

Als letzten Arbeitsschritt kontrollierte er die Klinge auf ihren Schliff, nach übersehenen Kratzern und auf den Grad ihrer eventuell verbogenen Klinge. Alles war perfekt.

„Wurde es dir so übergeben?“

„Es sieht aus wie neu!“

„Sah es vorher nicht so aus?“, fragte Kaito ernst.

„Nein, jetzt hat es einen Glanz, den ich vorher nicht erkennen konnte.“

Mit seiner folgenden Reaktion hatte sie nicht gerechnet, Kaitos Gesichtszüge verhärteten sich, er fluchte japanisch. Leider verstand Angel nur die Hälfte davon, was bereits an ein Wunder grenzte, aber nach drei, vier Sätzen hielt sie die Luft erneut an.

„Du hast dieses Schwert gefertigt?“, fragte sie voller Ehrfurcht.

„Hai, unter meinen Händen entstanden sieben Schwerter und zwei Daishō-Schwertpaare. Du trägst nach meinem das Beste von ihnen und ich müsste dich jetzt fragen, wer dir die verunreinigte Klinge überlassen hat.“

„Warum?“, fragte Angel, obgleich sie sich ausrechnen konnte, was er tun würde, wenn er es wüsste.

„Ich bitte dich darum, Angel-Sama! Die Schwerter müssen geehrt werden!“

„Ich habe sie aus einem Tempel in der Nähe von Tokio. Die Straße weiß ich leider nicht.“

Dieses Problem konnte man anderweitig lösen …

Nacheinander beschrieb Kaito Angel die Tempel, die er von dort kannte, bis sie bei einem immer bleicher wurde.

„Kaito, die Samurai haben uns bei dem Ritus unterstützt, du kannst sie nicht verantwortlich machen“, sagte Konga leise und trat dichter an die Balkontür heran.

Angel blickte über die Schulter und wieder zu dem japanischen Vampir, er war weg.

„Hab ich jetzt Scheiße gebaut?“

„Niemand der japanischen Samurai wagt sich Schwerter zu übergeben, die nicht gereinigt und geehrt wurden. Du hast jetzt nur dafür gesorgt, dass Kaito dafür sorgt, dass es in diesem Tempel keine Samurai mehr geben wird.“

„Er tötet sie alle?“

„Denk nicht drüber nach. Das hängt mit ihrer Tradition zusammen und da sollten wir uns nicht einmischen. Ich wusste ja leider nicht, dass er dein Schwert gefertigt hat.“

„Reinigst du deine Schwerter auch so gründlich? Mir ist das noch nie aufgefallen.“

„Ich habe es genau wie du von Kaito gelernt. Und ich hätte es dir noch gezeigt, aber ich habe momentan viel um die Ohren.“

„Na, das lass ihn besser nicht hören!“

Verlegen kratzte sich Konga am vorgestreckten Kinn. „Ich sollte es vermeiden. Und, was hast du jetzt vor? Die Versammlung geht in einer halben Stunde los.“

„Eine halbe Stunde ... hm ... erst mal warte ich auf Kaito, denn meine Schwerthülle ist noch nicht gereinigt und ich möchte wissen, was er getan hat, dann gehe ich duschen und mich umziehen.“

„Schade“, murmelte Konga und ging rückwärts auf den Balkon.

„Du kannst ja mitduschen.“

„Okay, dann warte ich in unserem Zimmer.“

Der japanische Vampir erschien, kaum dass Konga weg war, blutbesudelt vom Kopf bis Fuß, er neigte seinen Kopf vor Angel. „Ich danke dir, Angel-Sama! Die Ehre meiner Kunst ist gesühnt!“

„Ich weiß jetzt nicht ... was ich sagen soll“, stammelte Angel.

„Akzeptiere meine Tradition und entschuldige mich, ich möchte mich einer Reinigung unterziehen.“ Er verbeugte sich und ging in sein angrenzendes Bad.

Die Reinigung ihrer Schwertscheide würde auch zu einem anderen Zeitpunkt möglich sein. Angel verließ das Zimmer durch die Tür zum Flur, stand für einen Moment allein da, bis sich Nele aus dem Schatten ihrer Tür löste. „Mit dem japanischen Spitzzahn hast du einen harten Brocken von dir überzeugt. Und wenn du das mit Lucky hinbekommst, dann sei dir meine Ehrfurcht gewiss.“

„Denkst du nicht, dass Askell und Lance ebenso harte Brocken sind?“

„Sicher, doch sie sind für weibliche Anatomie zugänglich, und falls es dir noch keiner gesagt hat, du besitzt Reize, die beim männlichen Geschlecht den Beschützer rauslocken.“

„Das ist mir bewusst. Wie sieht es bei dir aus?“

Den Bruchteil einer Sekunde später stand Nele so dicht vor Angel, dass sie ihren heißen Atem in ihrem Gesicht fühlte. „Du bist leider nicht lesbisch, Schwester! Aber ich finde deine Reize auch ansprechend.“

„Cool“, mehr fiel Angel nicht aus dem Mund, denn Neles Lippen waren ihren zu nahe.

„Wer mit Konga zusammen ist, den bekommst du nicht auf deine Muschiseite!“

Die beiden Frauen sahen sich um. Im Flur ein paar Türen weiter steckte Mob die Nase aus seinem Zimmer. „Lass sie in Ruh, und wasch dich hinter den Ohren!“

Nun wurde Angel Zeuge dessen, wie diese Vampire miteinander umgingen, Nele fauchte und schmiss ihr Messer, das direkt neben Mobs Nase ins Türblatt traf.

„Daneben, Spaltensauger!“, grölte Mob und lachte hämisch, bevor er die Tür von dem Messer befreite und postwendend auf Nele schmiss, die es wiederum am Griff fing.

Einen kurzen Augenblick starrte Angel Nele an, und folgend den Gang entlang. So viele Türen und hinter jeder lauerte ein weiterer Blutsauger mit seinen Eigenarten … „Na das kann ja noch heiter werden“, murmelte sie und ging davon.

Konga lag nackt und auf dem Bauch im Bett, mit dem Kopf zum Fenster und schnarchte. Ja, auch ein Vampir seines Kalibers kam nicht umzu, gelegentlich in sich zu horchen.

Ihn betrachtend entkleidete sich Angel, blieb kurz vor ihm stehen. Sollte sie ihm die paar Minuten gönnen oder ihn gehörig unter der Dusche zu einem Quicky herausfordern?

Angel ging ins Bad, ohne Konga. Später war auch gut und Angel hatte den Tumult mit Kindern und Vampiren nicht gänzlich unbeschadet überstanden, dann die Kampfeinlage.

„Das kannst du nicht allein“, gähnte Konga hinter ihr und fuhr mit seiner Hand durch ihre Spalte.

Heiliges Verwöhnprogramm, Angel keuchte ergeben, drückte ihr Gesicht seitlich an die kühle Glaswand als Kongas Finger in sie eindrang.

„Babe, warum bist du immer noch so sau eng?“

„Stört es dich denn?“, fragte sie schelmisch gegen.

Zügig, weil sie schon reichlich feucht war, ersetzte Konga seinen Finger gegen seinen Schaft. „Nein“, stöhnte er tief und schob sich vor. „Ich liebe es! Was mich jetzt nur ankotzt, ist die mangelnde Zeit.“

Dementsprechend gab Konga nun alles etwas schneller, was Angel nicht weiter störte, denn selbst mit Zeitdruck vollbrachte er wundervolle Gefühle zwischen ihren Schenkeln.

„Was macht Jack gerade?“, fragte Angel, während Konga ihren Rücken trocknete.

„Ich habe keine Ahnung Babe. Aber er wird bei der Versammlung sein.“

„Was wollt ihr dort besprechen?“

„Strategien für neue Gruppendynamik und Angriffsziele. Einsatzpläne.“

Oh, Angel hörte auch, was er nicht sagte!

Er wollte es für sie uninteressant machen. Sie sollte sich besser um andere Dinge kümmern ... vielleicht Kinder hüten? Bett anwärmen, aber bloß nicht dazwischenfunken, weil seine bösen Blutbuben sie sonst auseinandernehmen würden.

„Okay, wenn ihr euren Männerkram auch ohne mich hinbekommt, dann sepp ich mich in Robs Club. Ist das in Ordnung?“

Ha, selbst wenn er jetzt herumschrie, sie würde gehen, so sicher wie das ‚Amen‘ in der Kirche!

„Kann das nicht warten, bis wir fertig sind“, fragte er vorsichtig, weil auch er Angel mittlerweile besser kannte.

„Ich muss Jason ohnehin noch mal stillen“, wich Angel gekonnt aus, ohne ihm ein Zugeständnis einzuräumen. Sollte er doch froh sein, dass sie ihm überhaupt sagte, wo sie wäre.

Wenn sie bei seinen Entscheidungen nicht anwesend sein durfte ...

Angel ging zum Kleiderschrank, der wie in ihrem Zimmer mit Jack voll ausgestattet war, überprüfte den Inhalt und lächelte.

Inzwischen zog sich Konga seine Kampfausrüstung an und linste immer wieder zu ihr rüber.

Hinterhältig hielt sie sich extra etwas länger mit ihrer Auswahl zurück, er sollte grübeln und sie vielleicht doch mitnehmen.

Als sie die Unterwäsche aufs Bett warf, schnürte er schweigend seine Stiefel.

Rote knappe Spitzenunterwäsche, Konga verkniff sich jedweden Kommentar, schnallte sich etliche Waffenhalterungen an den Körper.

Himmel, Angel musste ihrerseits den Blick abwenden, denn wenn er in voller Montur vor ihr stand, wirkte er wirklich wie ein wilder moderner Krieger. Erotik pur.

Konga entnahm seinem Waffenschrank diverse Wurfwaffen und bestückte sich.

Klettverschlüsse ratschten auf und wieder zu.

Zittrig griff Angel nach einer schwarzen Miederbluse, die, die sie sich mit Konga in dem einen Gotik-Shop gekauft hatte und das Teil landete auf dem Bett.

Ja, Jack hatte sich doch tatsächlich die Mühe gemacht. um ihre vielen Tüten aus Dalias Haus zu holen!

Dazu wählte Angel eine schwarze hautenge Lederhose und Plateau-Pumps in Lackschwarz.

„Ich dachte, du willst Jason stillen?“, fragte er leise.

„Ich lege die Sachen nur für später bereit“, wich sie aus.

Als ob er nicht wüsste, was sie wollte, Konga stellte sich hinter sie.

„Kätzchen, ich weiß, dass du sauer bist, aber lass den Vampiren eine Eingewöhnungsphase, dann kannst du meinetwegen alle und jeden umkrempeln. Aber jetzt ist der Sauhaufen mit dir überfordert, glaube mir.“

Ach, überfordert, Angel sah über die Schulter nach oben. „Wenn du meinst.“

„Kaito mag dich und spätestens in paar Tagen hast du mindestens die Hälfte von dir überzeugt.“

„Wie kommst du darauf, das Kaito mich mag?“

„Er sagt zu dir Angel-Sama. Das ist eine offene persönliche Bekundung. Ich habe ihn das bisher nur zu einer Person sagen hören und das war seine Schwester. Die eigentliche Anrede wäre ein freundliches, aber unpersönliches Angel-San. Und ich versichere dir, dass Kaito ursprünglich einer der harten Brocken war.“

„Nele mag mich auch ... ich denke sogar sehr ... vielleicht eine Spur in die falsche Richtung.“

Konga drehte Angel in seinen Armen, umschlang ihre Taille und spielte mit einer Strähne, die in ihr Gesicht hing. „Wenn du ab und an zum anderen Ufer wechselst, dann bitte nicht mit ihr. Sie steht auf Fesselspiele, Anpissen, heißes Kerzenwachs und etliche Dinge, die mit vielen Schmerzen einhergehen.“

Angel lächelte spöttisch. „Ach, tut sie?“, sagte sie knapp und ließ jeden Gedanken offen in Konga brüten.

Hilflos lag sein Blick in Angels. Ziel erreicht.

Und noch einen draufsetzen, ihn anhimmeln und das Handtuch lockern. Perfekt. Völlig hirnloser Vampir mit Latte in der Hose und Gedanken, die Hilfe suchend sein Hirn zermarterten.

„Lass mich runter, sonst kommst du zu spät. Es ist schon zwanzig Uhr!“

„Scheiße!“, fluchte er, sah Angel hinterher, die ihr Handtuch ungeachtet am Boden liegen ließ und sich ihrer Unterwäsche zuwandte.

Zwölf Vampire, die durchdrehten, wenn er nicht bald auf der Tanzfläche erschien. Grrr ...

Normalerweise hätte sie ihn in ihrem heißen Zustand nicht gehen lassen, denn ihre Libido programmierte sich momentan auf mindestens drei Stunden wilden Sex. Aber er hatte seine Aufgaben, und wenn er sich schon derart verpflichtete, dann ging das vor.

Angel sah ihm hinterher, zuckte kurz zusammen, als seine Faust neben der Tür ins blanke Gestein schlug und er fluchend verschwand.

Nun musste sie handeln, Konga brachte es fertig, Jack auf sie zu hetzen. Sicher, Sex wäre jetzt genau richtig, zumal sie von dem Quicky eher angewärmt als ausreichend befriedigt war. Aber sie wollte irgendwie nur Konga in sich fühlen!

Fluchs war sie angezogen, seppte sich zu Jason, stillte ihn in seinem Zimmer und fluchte innerlich, dass der süße Zwerg heute so desinteressiert an ihren Brüsten nuckelte. Lange würde sie ihn nicht mehr stillen.

Felma hatte ihr Zimmer zwischen den Kinderzimmern. Rechts ihre drei Stöpsel-Ladys, links Heaven und die beiden Jungs.

Eine perfekte Vampirmama mit Hang zu mehr Kindern, als ihre Gebärmutter bisher hervorgebracht hatte. Sie liebte einfach jeden der Zwerge wie ihre eigenen.

Mit Jason an der Brust betrat sie Felmas und Kevs Zimmer. „Felly, kannst du mal gucken? Jason nuckelt so lustlos.“

So richtig aufgucken wollte sie nicht, Felma druckste herum, sah Angel schuldbewusst an. „Kein Wunder, er ist schon satt. Die Ladys zahnen und da sind sie trinkfaul und ich hab vor Spannungsschmerz in der Not zu deinem Sohn gegriffen.“

Ach so, das erklärte die Saugunlust ihres Sohnes, Angel grunzte ein Lachen zwischen den Zähnen hervor. „Ist doch nicht schlimm! Bei mir is eh bald Ebbe.“

„Dann darf ich ihn weiter schamlos benutzen?“, fragte Felma trotzdem vorsichtig.

„Lass ihn die Milchbar plündern und deine Brust wundkauen“, sagte Angel sanft und legte ihren Sohn in ihre Arme. „Dafür darfst du ihn heute Nacht auch behalten.“

„Du willst ausgehen? Ohne deine Vampire?“

„Ich muss hier raus! Der Geruch der vielen Vampire reizt meine Nerven aufs Äußerste. Ich darf nicht mit bei der Versammlung sein, weil Konga Angst hat, dass seine Vampire sich in Meetys verwandeln und mich verspeisen. Ergo, gönne ich mir diese Nacht eine Auszeit.“

„Sei vorsichtig!“

„Ich bin in Robs Club und Konga weiß es oder er denkt, ich bin in seinem Zimmer. Wie auch immer, ich habe es ihm gegenüber geäußert und gut. Bis morgen.“

Um weiteren sorgenvollen Blicken zu entkommen, machte Angel einen direkten Blutsprung in die von Dragots überwachte Seitengasse und schlenderte um die Ecke zum Eingang.

Arium, der mal wieder einspringen musste und den Türsteher gab, winkte sie sofort durch. „Heißes Outfit, kleine Lady“, murmelte er und hielt ihr die Tür auf. Angel lächelte ihm über ihre Schulter zu. „Danke! Ist Rob da?“

„Jepp, seit einer Stunde läuft er ruhelos in seinem eigenen Club herum.“

Damit konnte Angel herzlich wenig anfangen. Sie zog kurz ihre Brauen zusammen. Was soll’s? War nicht ihr Problem.

Doch dann hielt sie inne, wandte sich Arium wieder zu. „Darf ich dich was fragen?“

„Immer meine Schönheit!“

„Falls ich ihm nicht auf die Füße trete, könntest du dann kurz einspringen?“

Nun guckte Arium fragend, um nicht zu sagen, belämmert.

„Jason hat mich damals markiert, damit mich die anderen in Ruhe lassen.“

„Jason ist nicht da.“ Mit Vollendung des Satzes weiteten sich Ariums Augen. „Ach so! Jetzt weiß ich, was du willst.“

„Und? Opferst du dich?“

Es galt die bekannten Vampire in Robs Club zu schützen, insbesondere Angel, Arium hielt die Luft an und nickte. „Mir wäre es aber lieber, wenn Rob sich opfert. Meine Lady killt mich, aber deine Sicherheit hätte Vorrang.“

„Danke. Ich werde mich bemühen, Rob zu finden.“

Verführerische Drachen-Pheromone

Der Laden kochte, der Schweiß floss und die Musik hämmerte direkt durch den Magen in die Wirbelsäule zum Hirn hoch. Kübelweise Alkoholdunst hing in der Luft und irgendwie brannten heute alle Gemüter ... es musste Vollmond sein. Angel sah so viele knutschende Paare wie nie zuvor. Himmel, sie musste Rob finden! Die ersten männlichen Gäste spähten sie an und ab.

Wo sie konnte, drückte sie sich durch die Masse der zuckenden Leiber, bewegte sich zum Takt der Waves, um voranzukommen. Keine fünf Minuten später bereute sie es, eine langärmelige Bluse ausgewählt zu haben. Ein einfaches Tanktop wäre schon zu viel. Die Lederhose klebte an ihr. Jetzt brauchte sie einen kühlen Drink!

Angel reagierte, ehe der gerade freiwerdende Platz an der Bar wieder besetzt werden konnte und huschte in Vampirgeschwindigkeit in die knappe Lücke.

Hinter ihr wollte gerade ein Kerl an die Bar und sah sie prompt verwundert an, bis er sie genauer unter die Lupe nahm. Scheiße!

„So allein schönes Weib?“, fragte er ohne Umwege.

„Nein, bin mit dem Chef hier!“, log Angel aus Selbstschutz.

„Rob ist aber im Keller bei den VIPs.“

Noch mal Scheiße!

Der Typ wurde von hinten angestoßen. „Saul, wo bleiben die Drinks?“

Himmel, er stemmte sich rechts und links an Angel vorbei am Tresen ab, kam auf Tuchfühlung ran und steckte seine Nase in ihr Haar, während er nebenbei seine Bestellung aufgab.

Puh, der Typ stank nach Alkohol, Angel hätte sich jetzt wegseppen können, aber der Kerl war zu dicht, würde mitgerissen werden. An Konga oder Jack zu denken wäre auch nicht gut, die beiden würden sie in Ketten legen und nie wieder unbeaufsichtigt rauslassen!

„Ich möchte dich beim Graben nicht aufhalten, aber bitte nicht bei mir. Ich habe zwei Männer, das reicht mir!“

Unbeeindruckt blickte sich der Kerl nach rechts und links um. „Wo sind die Hirnis? Ich verpass denen eine Breitseite, und dann hast du nur noch einen Deckhengst, der es dir so besorgt, dass du wie eine heiße Stute wieherst.“

Nett, jäh verfinsterte sich Angels Blick aufs Äußerste. „Du vergleichst mich mit einem Pferd? Wie unhöflich ist das denn?“

Kurz war ihr Baggerkollege irritiert. „Ich bin nicht unhöflich, aber du bist so scheißheiß, dass ich nicht anders kann!“

„Du behauptest also allen Ernstes, dass du mich auch liebevoll hättest anbaggern und dich von der Seite eines Kavaliers zeigen können?“

Ja, sie brachte ihn aus dem Konzept! Aber leider nicht lange genug!

„Sicher, aber ich will nicht labern. Ich will tanzen und meinen Schwanz an dir reiben.“

Mann ohne Hirn, Angel verdrehte ihre Augen, sodass er es sah. Natürlich zog er den falschen Schluss daraus.

„Ich seh dir doch an, dass du einen guten Fick suchst.“

Tja … so weit würde es niemals kommen, denn der aufdringliche Knabe verschwand abrupt rückwärts in der Menge, nein, er fiel in die Besucher.

„Süße, du solltest dich bei mir anmelden, dann gebe ich dir von der Tür an Begleitschutz!“

Erleichtert fasste sich Angel vor die Brust. „Himmel!“, stöhnte sie und zog Rob im nächsten Augenblick gedankenlos vor ihren Mund.

Rob wusste nicht, wie ihm geschah, er sah im Wechsel von ihrem Mund in ihre sinnlichen Augen, die ihn anstrahlten. „Hey Süße, wo sind deine Sauger?“

„Weit weg!“, schnurrte sie, legte seine Pranken um ihre Taille und ihre Hände um seinen Nacken, um ihn zu kraulen. Er musste sie sofort markieren!

„Du spielst ein sehr gefährliches Spiel! Heute brennt die Hütte und Elaine fickt mit Raven. Ich hab die Klimaanlage mit Drachen-Pheromonen bestückt. Menschen sind heut keine da und die Hitze steigt in den nächsten Stunden gewaltig an, bis das hier zu einer Orgie ausartet!“

Schon vom ersten Wort an hörte sie nicht zu und Rob bemerkte es.

Ihre Augen schrien ihn förmlich zu ‚nimm mich‘!

Ein Reiz, dem er heute folgen würde, Rob schluckte, wollte im letzten Moment die Kurve kriegen, da näherte sich Angels Mund seinem, öffneten sich ihre Lippen einen Spalt.

Drachenhimmel!

„Blutmäuschen, das ist nur dein Drachenblutanteil. Ich bring dich hier raus. Du reagierst auf die Drachen-Pheromone.“

„Nein, du muss mich noch markieren“, wimmerte Angel und packte Rob am Hosenbund.

Die Höhe des verankerten Barhockers passte haargenau, seine Mitte landete vor ihrem, durch die Lederhose Hitze verströmenden, Unterleib.

Lecker, Rob sah an ihr runter, erblickte den roten Spitzen-BH, der am Ausschnitt ihrer Bluse aufblitzte. „Es fällt mir immer schwerer, mich zurückzuhalten! Bitte Angel, mäßige dich!“

Anscheinend war die Musik zu laut, Angel schob ihr Becken vor, lederbepackter Vollkontakt!

Das Leder knirschte aufeinander und Rob konnte nicht anders, drückte sich vor, Angel keuchte, ohne sich zurückzuhalten und sah messerscharf in Robs grüne Augen. Himmel, endlich entbrannten seine heißen Lippen auf ihren.

Gut, dann ging er auf Angriff, Rob drückte Angel mit dem Rücken an die Bar, löste seinen Mund von ihrem, um ihn an ihrem Hals zu versenken. Ohne Unterlass wimmerte Angel, drückte ihre Mitte gegen seine, ergab sich seiner Hand, die ihre Brust packte.

Eine ihrer Hände kraulte sich durch seine kurzen Nackenhaare, die andere streichelte über seine Brust, zog das schwarze Seidenhemd aus der Hose und schob es hoch. Heiliger Übergriff, seine Muskeln spannten sich, er löste sich von ihrem Hals und sah ihr in die Augen. Ungerührt kümmerte sich Angel um die Knöpfe des Hemdes, bis sie sich von der Befestigung lösten.

„Honey, das geht jetzt eine Spur zu weit!“, brummte Rob, denn nun merkte er, ihr war so nicht beizukommen und die Öffentlichkeit legte ihr auch keine Schranken auf.

Während er noch grübelte, wie er Abstand zu ihr bekam …

Warm und weich schmiegten sich ihre Lippen bereits an seine nackte Brust. Frech leckte sie sich vor zu seinen Brustwarzen und knabberte wild drauf los.

„Drachenhimmel!“, fluchte Rob leise, unterdessen reagierte auch er und setzte seinen Finger zwischen ihren gespreizten Beinen an. Die Naht des Leders löste sich durch einen Hex und legte ihren roten Spitzenslip frei. Rob hob ihr Kinn von seiner Brust und legte seinen Mund auf ihren.

„Bluthexe!“, knurrte er zwischen ihren bebenden Lippen und schob unten den dünnen Stoff beiseite, um sie zu fingern.

Von ihnen ausgehend verbreitete sich eine frische, natürliche Pheromonwelle, die alle in einen ähnlichen Rauschzustand versetzte.

Blindlings versenkte Rob zwei seiner langen Finger in ihrem feuchten Spalt, Angel seufzte ergeben und presste ihm ihr Becken entgegen.

„Dabei bleibt es nicht!“, drohte er ihr völlig überflüssig, denn ihre Antwort kam postwendend. Tief und kehlig entstieg ihr ein Stöhnen, das ihn abspritzen ließ.

Wo er sonst vorsichtig vorging, reizte Angel ihn nun bis aufs Blut. Er massierte die Stelle ihres G-Punktes und sah ihr erregt zu, wie sie ihrem ersten von mehreren heißen Abgängen für diese Nacht entgegenstöhnte.

Scheißgeiles Drachenblut!

„Dich wird in diesem Laden niemals mehr einer anmachen. Ich werde dafür sorgen, und sei dir sicher, ich habe hier noch keine außer Elaine gefickt. Jeder wird denken, wir würden zusammengehören!“

Nicht seine Worte fesselten sie, Angel wimmerte wegen seiner durchdringenden Stimme und kam so feucht und hart, dass sie sich an dem Tresen festhalten musste. Und jeder sah es!

Stolz blickte Rob auf sein Ergebnis und begann ihre Bluse zu öffnen. „Du bist ihr so verdammt ähnlich, willst auch in der Öffentlichkeit genommen werden. Willst, dass die anderen sehen, wie ich dich besteige!“

Kopflos begann Angels Unterleib zu brodeln. Himmel, sie wollte ihn so sehr!

Verdammtes Drachenblut!

Mit zitternden Fingern löste sie die Lederbänder vor seinem Hosenstall, der so maßlos unter Spannung stand, dass sein Schaft der Hose entsprang. Heiß, Angel stöhnte und fasste nach seinem Penis, wollte ihn in den Mund nehmen. Rob bemerkte ihren Versuch vom Barhocker zu rutschen und drückte sie zurück gegen den Tresen. „Später!“, knurrte er und peilte mit seiner Spitze ihr Allerheiligstes an.

Stoßweises Atmen, mehr ging nicht mehr, sie folgte seinem Schaft mit ihren Augen. Ein lauter temperamentvoller Schrei, der selbst die geräuschvollen Beats der Musik vor Scham in die Ecke stellte, entfuhr ihrer Kehle.

Mega-eng, Rob grinste diabolisch, Angel war so erhitzt, durch ihre Nässe bot sich seinem großen Schwanz kein Widerstand. Er drückte sich vor und Angel schrie ihre Wollust aus voller Kehle hervor.

Dominantes Drachenblut!

Rob musste sich zusammenreißen, seine Drachengene wollten dieses Weib schwängern, markieren für alle Zeiten. Seinen Samen in sie pflanzen.

Gegen diesen aufbauenden Druck half nur eins, Hirn aus und stoßen!

Im Wechsel, mal schnell bis rasend, dann wieder quälend langsam - und Angel fühlte sich dann so gequält, dass sie ihn anschrie, sie schneller zu ficken - beglückte er sie aufs Äußerste.

Angel kam mit flatternden Lidern und einem majestätisch durchtriebenen Donnerschlag, der den DJ dazu veranlasste ,die Musik kurzzeitig einzustellen, weil jeder diesen lauten Orgasmus einfach hören musste. Alles andere wäre Beschiss an der Kundschaft gewesen!

Rob keuchte in ihren Abgang und pumpte sie voll, drückte in ihren bebenden Körper, packte ihre zitternden Beine, hielt sie, bis sein Druck endlich heraus war.

„Glaube nicht, dass ich mit dir fertig bin!“, summte er in ihr Ohr und verpackte seinen Schwanz. „Ich fang gerade erst an. Mitkommen!“

Ihre Beine wollten nicht, so schulterte er sie einfach und trug sie durch die applaudierende und zugrölende Menge der Dragots. Jeder hier kannte Rob und alle gönnten ihm die Zweisamkeit.

‚Himmel, mehr!‘, dachte Angel, ihre Scheide war so geschwollen und verströmte weiterhin das Gefühl von Hitze, die in einem neuen Akt weiter beschworen werden müsse.

Rob trug sie in VIP-Bereich. „Alle RAUS!“, brüllte er und setzte, bis alle seinem Befehl Folge geleistet hatten, Angel auf einem sauberen Tisch ab. „Hakas, die Tür schließen und ich will in den kommenden Stunden keinen sehen! Versiegelt den Club speziell vor Saugern!“

Wie ein kleines Mädchen himmelte sie ihn an, Robs Gesicht wirkte so männlich, selbstsicher und hart, dass Angel wimmerte und hoffte, diese Nacht zu überleben.

„So Angel, du hast keine Optionen mehr!“, sagte er leise und entließ seine Flügel.

Wortlos streifte Angel ihre Bluse ab und sah Rob zu, wie er ihre Hose mittels Hexerei flickte und verschwinden ließ. Ihren Slip killte er mit einer Drachenkralle, was Angel vor Erregung einen hellen Schrei entlockte.

„Ja, das wirst du heute Nacht noch oft tun!“, flüsterte Rob und hexte ihr einen neuen Dress an. Eine brustfreie Lederkorsage mit halterlosen Strümpfen, beides schwarz, wie er es liebte. „Damit das Drachenkätzchen nicht friert.“

Als ob! Hier waren mindestens vierzig Grad im Schatten!

Aber Angel blieb folgsam, kuschte vor Rob, ergab sich nur seiner unfügsamen Männlichkeit, nicht seinem Ego. Was es war, konnte und wollte Angel nicht wissen, aber seine animalische Art reizte ihr Blut. Sie begann, vor seinen Augen an ihrer Spalte zu spielen.

„Okay, ich will sehen, wie du es dir besorgst. Machs dir!“

Ungehemmt legte sie sich auf den Tisch, ließ den Finger gekonnt in ihrer Spalte tanzen, spielte an ihren Brüsten und bewegte ihre Hüften im Takt gegen ihren flinken Finger.

Gebannt sah Rob ihr zu und machte keine Anstalten, ins Geschehen einzugreifen.

Angel ließ ihren Sexgefühlen freien Lauf, sah Rob, während sie sich fingerte, in die dunkler werdenden Augen. „Ich mag es, wenn du mir zusiehst“, schnurrte sie.

Ein kurzes Lächeln zuckte in Robs Mundwinkeln. „Hör auf, an mich zu denken! Lass dich fallen!“

Die richtigen Worte im richtigen Moment, Angel hörte seine durchdringende Stimme und driftete in ihre Geilheit ab. Langsam aber sicher bebte ihr Becken, was ihren Finger beschleunigte. Keuchend sah sie ihm zu, wie er sie ruhig beobachtete. „Schlimm, wenn ich schon komme?“, keuchte sie.

Rob riss sein offenes und von den Flügeln zerfetztes Hemd vom Körper und Angel stöhnte haltlos, als sie seinem Muskelspiel dabei zusah.

Wimmernd und spitz stöhnend gab sie ihrem Kitzler den Rest, nein, bitte nicht!

Rastlos packte er ihr Handgelenk, stoppte ihre Hand, sah sie wild an und senkte seinen Mund auf ihren glühenden Spalt. Ein tiefes knurrendes, erlösendes Stöhnen entglitt ihrer trockenen Kehle.

Sanft schob er seine Nase durch ihren nassen Spalt und leckte mit seiner gespaltenen Drachenzunge in ihr Inneres. Dieses unbändige Gefühl ließ Angel auf Anhieb kommen, es war unbeschreiblich. Sie kam, spritzte aus ihrer Scheide ab.

„Was machst du da?“, wimmerte sie, ihr Unterleib versteifte sich unausweichlich.

Antworten waren überflüssig. Er legte eine Hand flach auf ihren Bauch und drückte kurz über ihrem Venushügel in ihr weiches Fleisch. WOW!!!

Heilige Geilheit, Angel fühlte diesen Druckpunkt bis tief in ihre Scheide. Stöhnend nahm sie das irre heiß werdende Gefühl rund um ihre Mitte auf und kam gleich wieder.

Wo er sonst nahtlos weitermachte, sah Rob kurz auf, musste ihre Vitalwerte beobachten. Eine Dragotin nahm diese sexuellen Druckpunkte hin, eine Hexe ging daran fast kaputt! Wie reagierte eine Vampirin?

Trotz staubtrockener Kehle hob Angel ihren Kopf und quälte ein maßloses ‚Mehr!‘ heraus.

Nein, er sah ihre hektische Atmung, Rob schüttelte den Kopf, kam hoch und zeigte auf eine der Wasserflaschen, die auf seinen mentalen Befehl heran schwebte.

Er zog Angel hoch und reichte ihr die Flasche. Dankbar trank sie und begann zu husten, denn das Wasser legte sich nur schleppend über ihre trockene Schleimhaut. Blut wäre nun wesentlich besser gewesen …

„Langsamer“, sagte Rob sanft. Noch war sie nicht blass, sonst hätte er ihr sein Blut gegeben.

Angel schluckte und schluckte, bis die Trockenheit aus ihrer Kehle endlich wich. „Danke!“, krächzte sie.

„Ich kenn da ein besseres Mittel, das deinen Speichelfluss effektiver anregt.“

Postwendend schwanden Angel die Sinne, Rob näherte sich mit gesenktem, intensivem Blick ihrem Mund, Himmel! Hocherotisch und diesen Blick aus seinen magischen grünen Augen würde sie niemals vergessen, bis ihre Lippen sich trafen. Sie wimmerte selbst unter seinen zärtlichen Küssen.

Heiliger Knutschakrobat, konnte dieser Dragot küssen! Kurz musste Angel an Raven denken, aber da gab es keinen Vergleich und sie fragte sich ernsthaft, was Elaine von diesem Tätowierer wollte!

Sie verdrängte den Gedanken und gab sich ihren fühlenden Sinnen hin.

Rob verwöhnte mit seiner Zunge ihre, umspielte sie nach und nach mit seiner wandelnden gespaltenen Zunge. So versunken merkte Angel zunächst nicht, wie sich auch bei ihr eine kleine Wandlung im Mundbereich einstellte und sich ihre Zunge verselbstständigte. Erst als Rob es bewusst wurde, ließ er knapp vor ihren Mund ab, hielt den kurzen Abstand. „Streck deine Zunge raus!“, sagte er leise, um sie nicht zu verschrecken.

Sich dessen nicht bewusst, züngelte Angel mit ihrer Drachenzunge über seine lächelnden Lippen.

„Heiß!“, stöhnte er, nun wurde es inniger, wilder, zügelloser.

„Ich will dich im Sitzen nehmen!“, brummte er und zog Angel in seine Arme.

Der nächstbeste breite Lederhocker musste herhalten. Mit festem Blick in ihre Augen zog er Angel auf seinen Schoß, züngelte sie intensiver denn je.

Gegenhaltend fasste Angel seinen Nacken fest und folgte seinen fordernden Händen, die ihre Hüften anhoben. Allmählich drang er in sie ein, züngelte weiter, biss ihr vorsichtig in die Drachenzunge und zog ihre Mitte tiefer und tiefer, bis er sie ausfüllte.

„Das ist so schön!“, wimmerte sie und bewegte ihr Becken in einem erotischen Takt, der nicht schnell, aber unglaublich nehmend wurde.

„Ja, ist es“, flüsterte Rob und musste seine besitzergreifenden Gene wieder zügeln, denn Angel sah ihn mit Drachenpupillen an.

Während sie den Takt angab, saugte Rob sich an ihrem Hals fest, küsste sie, leckte, saugte. Er musste ihrem Blick ausweichen, diesen geschlitzten Pupillen, die ihn so verführerisch einen Satz abringen wollten.

Angels Fänge pochten bis in den Oberkiefer, sie wusste nicht, welcher Art sie waren, vampirisch oder ob sie den Drachengenen entwuchsen. Sie nahm seinen Blutgeruch nur nebenbei auf, nicht die Gier ihn zu beißen gewann die Oberhand.

Besitzergreifend legte Rob seine Hand auf ihre Kehle und strich mit leichtem Druck sanft hinunter zwischen ihre Brüste. „Dehn dich zurück!“, summte er und fing eine Brustspitze mit seinen Lippen ein, saugte sie spartanisch an.

„Ja!“, stöhnte Angel, drängte sich seinem Mund entgegen. „Fester!“

Wieder kämpfte Rob mit allen Mitteln gegen seine Gene, doch sein Drachenschweif musste wenigstens raus!

Auch die kleinen Grausamkeiten zwischen liebenden Dragots ließen sich nicht unterdrücken. Er biss in ihre harten Spitzen, saugte fanatisch an ihnen. „Du stillst?“, fragte er aufgewühlt.

„Ja, beiß fester zu, zieh sie mit deinen Zähnen lang“, keuchte Angel.

Nicht gut! Rob kam immer mehr in einen Strudel, der sie beide in eine Art Sex ziehen würde, von der er nicht wusste, ob sie es überleben würde! Nichtmagische Wesen waren so zerbrechlich!

Inzwischen hob und senkte sich Angels Mitte stetig animalischer, ihre Spalte kam mit vollem Gewicht so hart runter, dass Rob zu keuchen begann. Sie entließ gerade den Teufel ihrer Seele und überließ ihm die Führung. „Zieh mich runter, wenn ich mein Becken senke!“

„Das wird dich zerreißen!“

„Wird es nicht!“

‚Drachengötter, steht mir bei!‘ Rob legte seine großen Hände auf ihre schmale Taille und sah förmlich, wie sein Schaft sie ausfüllte. Jeder Stoß wölbte ihren Unterbauch! Drachenhimmel, sah das heiß aus!

Abermals vergaß sich Rob, drückte seine Finger in ihr Fleisch und übernahm die Führung!

Sich an seinen breiten Schultern festhaltend, ergab sich Angel seinen starken Armen, die sie wie eine Feder auf- und abbewegten. „Du bist so stark“, jammerte sie.

Rob sah ihrem Körper fasziniert zu, ihren wippenden Brüsten, der irren Bauchwölbung, ihrer verschwitzen Haut, die nassen, vom Sex strähnigen Haare, dieser irre Blick aus ihren halb gesenkten Lidern. „Ich will dich so sehr, dass es mir wehtut, nicht tiefer in dich eindringen zu können!“

Oh ja, geil, Angel sah seinen harten Gesichtszügen zu, wie seine Kiefer vor Erregung aufeinander mahlten, seinen besitzergreifenden Blick, der ihren Körper verschlang.

So besitzergreifend, dass es etwas in Angels Genen auslöste. Ob sie wollte, stand nicht mehr zu Debatte, ihre Flügel schossen hervor und mit ihnen verdrehte Rob seine Augen.

„Drachengöttinnen, steht uns bei!“ Jetzt wusste Rob, was er Angel zumuten konnte und war nicht mehr zu bremsen. Konga und Jack würden spüren, was jetzt mit Angel geschah, aber sie kämen nicht zu ihr durch.

„Jetzt ist alles zu spät!“, knurrte Rob und zog sie von seinem Schaft.

Bereits mehrfach hatte er versucht, Elaines Flügel unter Kontrolle zu bekommen, sie beim Sex so weit zu reizen, dass sie nicht unkontrolliert wuchsen, doch es klappte nie. „Hast du die komplette Wandlung mindestens einmal gehabt?“, fragte er mit einem flatternden Blick auf ihre Flügel.

„Ja, warum?“

Prompt hebelte er Angel von sich herunter und stand im nächsten Augenaufschlag neben ihr. Sein Blick ruhte animalisch auf ihrem heißen halb gewandelten Körper.

„Falsche Antwort!“, knurrte Rob und öffnete ein Zonentor, zog sie hinter sich her.

Sie landeten irgendwo in der Hexenwelt auf einer einsamen Insel. Rob schlug seine Flügel aus, sorgte für mehr Durchblutung. „Kannst du kontrolliert fliegen?“

Sie war viel zu erregt, als dass sie ihn anlügen konnte, Angel schmunzelte. „Ja, warum?“

Wenn das wahr war ... Rob stürmte auf ihren Mund ein. Heiliger Drachentrieb!

Wiederholt schwanden Angel die Sinne und Rob hob mit ihr ab. „Himmel, lass mich nicht fallen!“, wimmerte sie und klammerte sich um seinen Hals.

„Zeig mir, dass du fliegen kannst ... bitte!“

„Wenn wir so dicht beieinander sind, hauen wir uns doch nur die Flügel gegenseitig um die Ohren!“

Nun musste er es wissen, Rob sah wieder voller Sehnsucht auf ihre Lippen. „Vertraust du mir?“

Wie konnte sie diesem Blick widerstehen, Angel vergaß alles, nur der Augenblick zählte. „Ja!“

„Nimm die Hände aus meinem Nacken. Ich halte dich!“

Demonstrativ packte er ihre Taille, hob sie in die Höhe fliegend an.

Kein anderes Lebewesen strahlte so viel Sicherheit aus, Angel konnte nicht verhindern, dass ihre Haut und, nein, alles zu kribbeln begann.

Mit einem Ruck schnappte sich Rob Angels Hände, und noch bevor sie sacken oder protestieren konnte, katapultierte er sie mit seinen Drachenkräften über sich in die Luft.

Instinktiv reagierten ihre Flügel.

Rob traute seinen Augen nicht, er hatte damit gerechnet, sie wieder fangen zu müssen, doch sie stand mit ihrem Flügelschlag in der Luft und grinste ihn frech an.

Verdammter Drachenhimmel! Angel war schräg über ihm und spreizte ordinär die Beine, zog sie hoch, ließ sich in der Luft absacken und flog etwas unbeholfen davon.

Da fehlte Übung und doch …

Umkehren konnte er nicht mehr, Rob folgte Angel ein Stück, bevor er mutiger wurde. Im Flug peilte er ihren Flügel an und packte ihn. Natürlich sackte Angel etwas ab, aber sie landete mit einer halben Drehung sofort in seinen Armen.

„Himmel!“, schrie sie.

Lächelnd stopfte Rob ihren Mund so schnell, dass sich der Schreck in Gier wandelte.

„Fick mich!“, stöhnte sie in seinen Mund.

„Bis hierher war alles Spielerei und in meinem Laden waren es die verstreuten Pheromone, die dich reagieren ließen! Willst du wirklich mehr, denn ich gebe mich nicht mit Halbheiten zufrieden! Aber gleichzeitig muss ich dir sagen, dass aus uns niemals ein Paar wird!“

Ihr innerlicher Drachentrieb kam ungezügelt an die Oberfläche, Angel war seinem Gesicht so nahe. „Will ich doch auch nicht … aber da ist so ein heißer Drang! Schlaf mit mir!“

Erneut küssten sie sich heißblütig und ihr Flügelschlag begann sich seinem Rhythmus anzupassen. Seine vor, ihre zurück, seine hinten, ihre folgten.

Was einen extremen Anstieg förderte, bis Rob den abfallenden Luftdruck spürte und sich mit ihr in der Luft um seine Achse drehte. „Hör auf, mit deinen Flügeln zu schlagen“, sagte er leise.

„Dann fallen wir!“

„Nein, ich nutze die auftreibenden Winde. Wir haben eine Höhe erreicht, die absolut richtig ist. Das ist wie Drachenfliegen, mit dem Unterschied, dass ich die Richtung, die Geschwindigkeit und alles andere, selber bestimme.“ Rob drehte sich mit weit aufgespannten Flügeln auf den Rücken, katapultierte Angel sitzend auf sich.

Ein paar Augenblicke ließ er sie sich daran gewöhnen, dann … „Schlag sie ein und bring dich in Position, führe ihn ein und ...“ Er grinste herausfordernd.

Durch ihre Drachengene immun gegen ihre sonst bestehende Höhenangst, reagierte Angel völlig aufgeregt, ihr Herz hämmerte bis zum Hals, nein, bis in die Schläfen.

„Du willst es wirklich hier oben im Himmel machen?“

„Sicher, komm, mach ihn rein!“

Sie stemmte sich an Robs Bauchmuskeln ab, die er zum Bersten anspannte, spreizte ihre Schenkel, führte seinen Schaft in ihre Spalte und senkte langsam ihr Becken. Ihre Augen weiteten sich, als er ihre Hände nahm, sie ihre Beine entspannt herunterhängen ließ. Wahnsinn!

„Das ist ... das ist ...“ Diese zwei Worte stammelte sie ohne Pause vor sich hin, bis Rob nur lächelte und den Kopf leicht schüttelte. Angel ahmte seine Kopfbewegung völlig konfus nach und sah seinem sich verändernden Gesichtsausdruck zu.

Schleppend setzte er sein Becken ein. „Komm mir entgegen, wenn du dich traust!“

Kurz schätzte Angel die Höhe ab, und wie viele Stöße sie wohl entgegnen könnte, bis sie aufschlugen ... hm ... so um die zehn bis zweiundneunzig müssten drin liegen!

Doch gleich nach dem dritten Beckenstoß vergaß Angel alles, den Fall, die Gefahr, restlos alles.

Bis auf den Luftwiderstand kam von nirgends Druck.

Unglaublich, ihre Geschlechter waren sich selbst überlassen, nur dem ausgesetzt, was der Schwerkraft nicht trotzte.

Hin und wieder regulierte Rob seinen schwachen Flügelschlag, ergab sich ihrem heißen Ritt, dem er nur seine Lenden gegendrücken musste. Frei wie ein Vogel, der mitten im Himmel Sex hatte, wurde Angel von der Wucht ihres Aktes davongetragen.

Rob stellte seine Flügel etwas auf und Angel fühlte ihn so tief in sich, dass es wie ein Höllenfeuer brannte. „Was machst du da?“, keuchte sie.

„Lass deine Flügel eingeschlagen oder ziehe sie ein.“

„Ich hab aber Angst zu fallen!“

Rob zog sie an sich, küsste sie so unglaublich zärtlich, dass sie nicht bemerkte, wie er den Druckpunkt in ihrem Rücken auslöste, der ihre Flügel zwang, sich reflexartig einzuziehen.

Kaum, dass die Flügel drinnen waren, drehte Rob sich mit ihr in der Luft.

… und prompt geriet Angel in Panik.

„Nein Angel! Sieh mir in die Augen! Ich hab das schon gemacht, dir wird nichts geschehen!“

„Küss mich!“, flehte sie ihn an.

Diesem Wunsch kam Rob sofort nach und startete wieder neu, indem er sie auf sich sitzen ließ.

Wie sollte sie in einen Mann Vertrauen haben, der ihr so oft misstraut hatte, der sie damals verletzen musste, um sie zu heilen? Dem Mann vertrauen, der sie mit ihrer besten Freundin, ‚seiner Frau‘ verglich.

„Nein! Bitte tu das nicht! Ich habe aufgehört, an sie zu denken, als du über mir in der Luft warst. Das ist Neuland und ich betrete es nur mit ‚dir‘!“

„Kannst du meine Gedanken lesen?“

„Nein, aber ich kann schlussfolgern und ich habe deine Mimik in mich aufgenommen. Angel, ich bin mit dir hier oben und nicht mit ihr. Wir zwei können tun, was immer du willst, ich kann auch mit dir landen, falls dir das lieber ist.“

Okay, er sprach es aus, aber innerlich tat es ihm schrecklich weh. Angel kannte dieses Gefühl nachzugeben nur zu gut.

Plötzlich änderte sich sein Gesichtsausdruck, wurde undurchdringlich und entglitt Angels Wunsch.

„Wir landen!“

„Nein!“, rief sie. Angel legte sich auf Rob zog seinen Kopf vor ihren. „Küss mich, bis ich alles um mich vergesse, bis ich nicht mehr denken kann, bis ich selbst in diesen Rausch falle, deine Lippen nicht mehr hergeben zu wollen! Tu es!“

Momentan konnte er nicht deuten, wie hoch der echte Wunsch in ihr schlummerte, Rob stoppte in der Luft, umfasste ihre Hüfte und hob sie vor seinen Mund. „Ich ...“

„Vergiss es!“, knurrte sie und klammerte sich um seine Lenden. „Ich will es! Ich will dich! Es ist und bleibt einmalig!“

„Angel, du kannst kein Vertrauen erzwingen! Das ist aber für einen vollkommenen Luftakt notwendig.“

„Ich komme nur auf einen Punkt nicht klar! Warum reichst du ihr nicht? Du bist so unglaublich und einmalig! Was will sie von ihm? Hätte ich meine Sauger nicht, dann …“

„Danke Angel. Aber du begnügst dich auch nicht mit einem Mann.“

„Rob?“

Er schmunzelte. „Was Süße?“

„Ich liebe dich nicht, aber da ist schon mehr, als das blöde Abschieben, das du immer benutzt, wenn du meinst, meine Blutmischung wäre schuld.“

„Komm auf den Punkt!“

„Der Sex mit dir ist so anders!“

„Besser?“, fragte er hinterlistig.

„Nein anders, gleichwertig ... nein, unglaublich ... er ist heiß, aber verrate das den beiden nie!“

Nun schluckte Rob tatsächlich etwas verlegen, denn am Kopf kratzen und komisch gucken, ging gerade nicht. Aber ihm ging es ja nicht anders, da war etwas nicht Greifbares zwischen ihnen. Wobei nur eines exakt benennbar war, sie liebten sich nicht, es glich eher einer Gier.

„Glaub es oder verdränge es, dein Blut ist schuld. Überleg doch mal. Tiere haben eine andere Art, sich sexuell auszutoben. Wenn noch die geistige Ebene von uns dazu kommt und etwas Hexerei der Sache dienlich ist, dann ... kommt so was dabei heraus, wenn alle Triebe sich vereinen.“

„Das hast du jetzt aber schön gesagt und ich werde dich loben, wenn wir wieder in deinem Club sind!“, säuselte Angel schräg.

Seine feine Wahrnehmung filterte ihre Worte … „Was hab ich jetzt falsch gemacht?“

„Nichts, du hast nur vergessen, warum wir hier sind und es wird darauf hinauslaufen, dass du landest und ich unbefriedigt in deinem Club den nächsten anspringen muss.“

„Was?“

Gut, dann noch mal, Angel schnaufte. „Was hast du daran nicht verstan...“

Drachenhimmel, diesem Blutweib musste Dragot das Maul stopfen!

Wer weiß, was sie noch gesagt hätte, um ihn auf die Palme zu bringen, wo er ohnehin schon seit ihrem ersten Kuss im Club wie ein Affe umher schaukelte?

Innerhalb von Sekunden bewies Rob ihr, wie schnell er sie nun zu sich auf die Palme hochziehen konnte!

Durch ihre aufkeimende Drachengier, löste Angel ihre Beinklammer, wollte mit ihren Beinen an seinen reiben, ihr Becken vor seine Lenden bringen.

Ob es nun Vertrauen oder Verlangen war, wurde irrelevant. Rob platzierte sie vor seinem Schaft und nun driftete Angel völlig in ihre Hitze ab.

Sie küssten sich und Angel nahm jeden seiner Stöße mit einem weiteren Fallen ihrer Angst hin.

Die Bedeutungslosigkeit um sie herum wurde größer und breitete sich wie ein Fangnetz unter ihren Sinnen aus. Niemals würde er sie fallen lassen!

Diesmal bekam sie auch nicht mit, wie Rob sich mit ihr drehte. Sie fühlte nur seine Finger unter ihrem Po und die andere Hand in ihrem Rücken, er hielt sie sicher in seinen Armen. So sicher, dass sie aufgab, ihre Muskeln anzuspannen. So sicher, dass seine Küsse, die sehnsuchtsvoller und weicher wurden, sie gefangen hielten.

Jedes vergangene Wort flog mit den Aufwinden davon.

Auch er war im Hier und Jetzt gefangen, Rob begann seinen eigentlichen Akt, musste sie härter nehmen, ohne dass sie es bewusst mitbekam. Er fühlte, dass sie weit weg war und doch so nahe bei ihm, wie sie sich zuvor nie gekommen waren.

Anhaltend erhitzte er seinen Körper, bis sie trotz der Winde zu schwitzen begann.

Seine Hand drückte ihren Po dichter an sich, nun steigerte er sein Tempo beharrlich, bis er in einen Rhythmus fiel, dem sie mit einem bebenden, gefälligen Leib nichts mehr entgegnen konnte.

Angel schwanden alle Sinne zu einem neuen Level, schwerelos, vom Wind getragen. Zeitlos, endlos ... Selbstaufgabe.

In ihren weichen Gesichtszügen spiegelte sich jedes Gefühl, das sie empfand. Rob sah diese Hingabe, dieses Urvertrauen, was tief ihrem Unterbewusstsein ihrer Seele entbrannte.

‚Drachenhimmel, sie macht mich wahnsinnig!‘

Diesem Gefühl musste er entkommen, Rob beschleunigte und drehte sich mehrere Male um seine Achse, bis er die richtige Höhe erreichte. Er sah an Angel vorbei, dabei übernahm die Drachenwut seinen Trieb und er stieß Angel mit all der Kraft seiner Lenden.

‚Himmel, er ist so stark, so wahnsinnig erotisch … nimm mich‘, brannte es durch ihren Kopf.

„Öffne dein innerliches Universum, lass es implodieren!“, flüsterte er ihr zu und seine Worte drangen wie ein Windhauch in sie ein.

Ihm so nahe zu sein … Angels gebührend nasse Spalte schwoll abermals an, bis Rob seinen Schaft sachte wandelte, um sie mehr auszufüllen. Jede einzelne Ader, jede Unebenheit rieb sich in ihr, schürte ein Feuer, dessen aufkeimende Flammen sie einhüllten. Jede Pore ihrer Haut brannte und kribbelte.

„Lass los!“, summte er.

Sogleich legten sich Angels Beine in den Wind, wie der Rest ihres Selbst.

Jetzt war sie so weit, Rob fühlte es und nun begann der Steilflug, er faltete seine Flügel ein und sie fielen, fielen, fielen.

Durch ihr geringeres Körpergewicht konnte er den Akt perfekt dem Ende entgegenstoßen. Nicht viel, Angel brauchte nur ein paar unglaublich intensive Stöße und ihr Becken begann, unkontrolliert zu zucken. Sie öffnete ihre Lider einen Spalt, sah in seine und versank in ihnen.

Langsam löste sich erst seine Hand aus ihrem Rücken, dann die unter ihren Po.

Ein einziger Körperkontakt hielt sie zusammen und Angel sah die Realität nicht mehr. Alles war so bedeutungslos, sie nahm die blitzenden Kometen, die explodierende Supernova hin, glitt ihr entgegen, bis sich ein Urschrei in ihrem Bauch bildete, sich glühend durch ihre Eingeweide fraß, hoch in den Hals brannte ... herausbrach. Ebenso erging es Rob, als seine Lenden brannten und ihm einen Urschrei entlockten.

Wenn sie nun aufschlügen ... egal!

Rob zog Angels erschlafften zitternden Körper an sich und landete sanft. Nach solch einem Akt war auch auf seine Glieder kein Verlass mehr, so bettete er Angel in den Sand und setzte sich neben sie.

Kein Muskel ließ sich kontrollieren, Angel zitterte weiter, nur ihr Mundwerk rang nach Luft.

Dieses unbegreifliche Weib an seiner Seite betrachtend, musste Rob schmunzeln. „Danke Angel, ich danke dir!“

Zu keiner Regung fähig, blickte Angel zu ihm auf, unwillkürlich füllten Tränen ihre Augen. Zärtlich wischte Rob die Tränen weg, neigte sich vor und küsste sanft ihre Lippen, die etwas sagen wollten. „Wir müssen zurück“, murmelte er.

„Nein, ich kann nicht zurück“, flüsterte sie.

Nun fiel ihm ihre unnatürliche Blässe auf. Wortlos zog Rob sie in seine Arme und bettete ihren Kopf an seinen Hals. Beide wussten, was sie brauchte, Angel Fänge waren das Einzige, was funktionierte, sie musste trinken.

Mit jedem Schluck wich die Blässe, ihr Körper blieb weiterhin wie betäubt, erzitterte nur durch seine kleinste Berührung.

„Es hilft nichts!“, murmelte er nach gefühlten Stunden und hob sie in seine Arme.

Im VIP-Bereich hexte er Angel ihre Sachen wieder an und ließ danach den Club räumen. Es war ohnehin fünf Uhr früh.

Derweil döste Angel auf einem der feudalen Sofas der VIP-Lounge. Kaum, dass Rob wieder da war, kletterte sie wie ein Kleinkind auf ihn drauf und kuschelte sich in seine Arme.

„Warum sind sie nicht da?“

„Der Club ist gegen Blutsauger versiegelt. Sollen sie dich abholen?“

Angel sah zu Rob hoch und nickte.

„Eins vorweg. Ich sollte es dir lieber nehmen. Der Luftakt macht seelisch hörig! Du wirst damit nicht umgehen können und wir werden nie ein Paar.“

„Das weiß ich, aber, wenn ich irgendwann sterbe, dann mit dir in der Luft!“

„Angel, ich hoffe, du scherzt! Anderenfalls kann ich dich wirklich so nicht gehen lassen. Ehrlich, ich mag dich, aber so wie ich auch dich kenne, da ist kein Funken Liebe zwischen uns.“

Durch die gespitzten Lippen pustete Angel ihre Atemluft aus. Sie setzte sich rittlings auf seinen Schoß und legte ihren Kopf auf seine Schulter. „Ich weiß. Könnte Konga das auch? Er hat ähnliche Flügel wie wir.“

„So weit reicht mein Wissen nicht und ich werde ihm sicher kein Blut von mir geben!“

Seufzend kam Angel etwas hoch, stellte ihre Ellenbogen auf sein Schlüsselbein und spielte in seinem Haar, zupfte einzelne Strähnen hervor. „Wenn Elli dich nicht mehr mag, dann wandle ich dich zum Vampir um!“, summte sie.

Rob lachte und begrüßte gleich darauf die zwei Helden, die vergebens gegen seine Versiegelung angekämpft hatten.

„Macht keinen Scheiß! Angel musste mal richtig entspannen und von euch Klugscheißern Ruhe haben!“

„Und warum sitzt sie dazu auf dir?“, fragte Konga gereizt.

Mit einem Lächeln flog sein Blick durch Angels Gesicht. „Ich hab sie heute Nacht als meine persönliche Stylistin engagiert und nun zupft sie fürsorglich jede Sturmlocke wieder richtig. Was daran ist denn so verwerflich?“

Bis zu dem Punkt nichts, aber Angel senkte ihren Mund auf Robs und neigte ihren Kopf.

„Und du willst uns weismachen, dass da nix gelaufen ist?“, knurrte nun auch Jack.

Rob konnte nicht sprechen, denn Angel verstopfte seinen Mund und scheiß drauf, er gab nach, bis sein Schaft reagierte.

Nun drückte er Angel von sich, hielt ihr Kinn fest und sah ihr tief in die Augen.

Angel war beeinflussbar, es kam nur auf die Kraft und den Willen eines Drachenwandlers an.

„Sie ist in meinem Club gekommen, um sich zu erholen. Aber in Zukunft kommt sie bitte nur in Begleitung von einem oder euch beiden her. Die Dragots hier müssen wissen, zu wem sie gehört, damit sie nicht als Freiwild angesehen wird. Es gab geringfügige Probleme in diese Richtung und das wollen wir in Zukunft doch vermeiden! Darum musste ich sie markieren.“

Gähnend stand Angel auf und hakte sich bei ihren Vampiren unter. Einzig ihre etwas weichen Beine irritierten sie. „Ich bin müde, können wir nach Hause?“

„Sicher Sweety, aber ich habe vorher noch eine Frage an dich und Rob.“

Tief einatmend seufzte Angel. „Was soll das? Ich hab etwas abgetanzt und mich dann hierher verzogen, weil die anderen genervt haben. Ihr wolltet mich doch loswerden, also beschwert euch nicht!“

Jack sah von Konga zu Rob. „Sie stinkt aus allen Poren nach dir!“

„Hexenhimmel, ihr Blutsauger macht mich wahnsinnig! Falls Angel nochmals allein kommt, dann lass ich sie auflaufen und markiere sie nicht zu ihrem Schutz!“

Angel sah ihre Vampire zornig an. „Ich springe jetzt, macht ihr doch, was ihr wollt!“, maulte sie und verabschiedete sich. „Bis denne Rob, war schön hier.“

„Mir macht das Drachenblut in ihr Sorgen. Sie ist eine Spur abgebrühter als vorher“, wand Konga ein.

Ein anderes Thema durchzuckte Robs Gedanken und er sprach Konga direkt an. „Kann ich unter vier Augen mit dir sprechen?“

Jack knurrte.

„Das hat nichts mit Angel zu tun oder euren Problemen! Mir ist nur etwas zu Ohren gekommen, dem ich auf den Grund gehen möchte. Siehe Ahnenforschung.“

Bei solch einem Quatsch wollte er ohnehin nicht bleiben, Jack fragte nicht nach, seppte sich wortlos Angel hinterher.

Uralte Drachengene?

 

 

„Ich weiß, was hier gelaufen ist! Aber der Tag wird kommen, da sie sich nicht mehr für dich interessiert!“ Konga ließ sich auf das Sofa fallen. „Dann schieß mal los!“

Auf den ersten Satz ging Rob gar nicht erst ein, denn das würde nur böses Blut heraufbeschwören ... „Lass sie raus! Ich möchte sie sehen.“

„Was? Meine Eier oder meine Waffen?“

„Weder noch. Ich will deine Flügel sehen“, sagte Rob ohne Umschweife.

„Angel hat dir davon erzählt?“, fragte Konga unwirsch.

„Ja und nein. Sie hat es, sagen wir mal ... erwähnt.“

„Und was daran ist für dich so interessant? Ich bin kein Wandelwesen.“

„Zeigst du mir sie nun oder nicht?“

Vor sich hin fluchend pellte Konga sich aus seinen Waffen, den Halterungen und dem Sweatshirt. Mit bloßem Oberkörper blieb er stehen und zeigte Rob, was er aufzubringen hatte.

„Das ist interessant. Darf ich?“ Rob stand auf und inspizierte die pechschwarzen Flügel. „Schon damit geflogen?“

„Nein!“

„Sie sind nicht flugtauglich, weil du sie hast einrosten lassen. Die Spannweite würde locker ausreichen. Warte einen Moment.“ Gedanklich zitierte Rob seinen Sohn zu sich und dieser kam durch sein Tor.

„Wo drückt der Schu... wow!“ Jason starrte sofort auf Kongas neue Körperteile.

Postwendend grinste er zu Rob rüber. „Hat er dein Blut bekommen?“

Rob schüttelte seinen Kopf.

„Wer dann?“

„Oh Mann, ich bin kein Wandelwesen!“, schnaufte Konga dazwischen.

„Klar, bist du!“, grunzte Jason gegen.

„Ich tippe auf eine Abzweigung von Zakton“, murmelte Rob.

„Vielleicht ein schwarzer Senn-Drache.“

„Ihr habt ja was am Kopf!“, grunzte Konga und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Darf ich?“, fragte Jason und hielt mit seinen Fingern an dem Außenknochen von Kongas Flügeln. „Sie sind unterentwickelt, die Muskulatur ist nicht vorhanden. Ich kann das beheben.“

Entnervt rollte Konga mit den Augen, das würde sowieso keinen Erfolg erzielen. „Nur zu, ihr ulkigen Spaßvögel!“

Jason atmete tief ein. „Soleida woleida pangary fangy!“

 

Ein Ruck ging durch Konga, der sich auf seine Flügel fixierte.

Die Dragots wichen zurück, denn Kongas Flügel entfalteten sich, wurden größer. Um die Knochen bildeten sich die Sehnen aus und in den Gelenken knackten die verkümmerten Knorpel. Die Flügelhäute flickten sich, heilten. Zum Schluss formten sich die Muskeln aus. Insgesamt schätzte Jason, dass locker fünfundvierzig Kilo am Masse hinzugekommen waren.

„Er ist eine Unterart der schwarzen Schlammläufer oder was für die Haut sprechen würde, ein Blaukrieger der amerikanischen Urdrachen!“

Konga sah aufwühlt von Jason zu Rob, der weitere Drachengattungen auf den Tisch schmiss.

„Genauer würde wir es erst wissen, wenn Vanni, sorry Flanora, einen Blick drauf werfen würde! Ruf sie!“

Sofort tippte sich Jason an die Stirn, zeigte seinem Vater einen Vogel. „Ich ruf Flanora unter Garantie nicht! Die is nicht gut auf mich zu sprechen!“

„Dann tu ich es!“, grollte Rob und Sekunden später erschien eine kleine leicht pummelige Hexe, höchstens zwanzig Jahre alt.

„Und die junge Lady soll mehr wissen als ihr?“, fragte Kongas mit weiterhin verschränkten Armen.

 

Um die Hexe etwas zu beeinflussen, stellte sich Rob neben sie, blickte ihr in die Augen. „Flanora ist eine examinierte Drachenexpertin, wenn sie es nicht weiß, dann keiner!“

„Ihr wollt seine Rasse wissen?“, fragte die Hexe.

Die Dragots nickten, während Flanora schon Kongas Flügel inspizierte.

„Er gehört einer ausgestorbenen Rasse an. Eigentlich gibt es nur Überlieferungen von ihnen. Er ist ein Windschatten-Drago! Pflegt ihn und sucht ihm ein schwarzes Fuchsohrweibchen. Es wäre ein purer Gewinn für die Drachenzucht. Windschatten ernähren sich allerdings nur von Blut, das einzige Problem!“

Ohne Verzögerung hielt Konga den Atem an und sah mit großen Augen zu der Hexe. „Ich bin ein Vampir und kein Drache!“

„Dann hättest du keine Drachenflügel!“, plapperte Flanora spitz zurück.

„Ihr macht mich irre! Ich bin seit über sechstausend Jahren ein Blutsauger, und bis vor Kurzem wusste ich ja nicht mal, dass ihr überhaupt existiert!“

„Kann ich wieder gehen?“, fragte Flanora gereizt, während sie nach Jason schielte.

„Ich jage keine Seelen mehr!“, fuhr Jason sie direkt an.

„Und wem willst du diese Lüge auftischen? Einmal Seelenjäger, immer Seelenjäger!“

„Jaxul ist Geschichte! Aljoscha hat ihn auf seinem Heimatplaneten ausgesetzt. Und ich musste es tun, sonst hätte er alle Wesen ausgerottet!“, grollte Jason.

„Du hättest nur an die richtigen Türen klopfen müssen!“

„Ach, und damit meinst du sicher deine Tür?“

Dass die beiden sich ständig in die Wolle bekommen mussten, Rob ließ sich wieder aufs Sofa nieder. „Konga verschwinde, wir haben interne Probleme, die dich nichts angehen. Falls da noch was kommt, melde ich mich bei dir.“

 

Kurz bevor der Vampir verschwand, hielt Jason ihn fest. „Versuch zu fliegen, aber mach in den nächsten Wochen noch keine Wandlung zum Drachen! Dein Blut muss sich erst an die Veränderung gewöhnen. Ich hab mit dem Beleber auch die verkümmerten Drachengene aktiviert!“ Mit dem letzten Wort stellte er sich hinter Konga und drückte auf eine Stelle zwischen den Schulterblättern, die bewirkte, dass sich seine Flügel wieder einzogen.

Schweigend zog Konga eine Braue in die Stirn und bedachte Jason mit einem Blick, der sagte: ‚Ihr seid die Irren hier!’, und verschwand.

Kaum zurück in seinem schottischen Schloss, hallten Angels Flüche gegen die von Jacks.

Aha, der erste deftige Streit!

Kein Thema, er drehte um und ging in seinen Wohnraum. Solche Arten von Streit endeten immer im Bett und ja ... dieser Sex war sehr befreiend.

 

Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten Kongas Nase und an seinem Rücken fühlte er ebenso ein leichtes Kitzeln. „Guten Morgen, meine Süße! Wie hast du geschlafen?“

„Ganz doof! Mein Bett ist so hart. Ich schlaf ab jetzt bei dir!“

Noch lag Konga von der kleinen Lady abgewandt, schmunzelte und griff nach hinten.

Schwups, Heaven landete in seinen Armen.

„Papa, lass das! Ich wollte mir gerade dein Bild aufm Rücken ansehen, weil ich es doch für dich malen wollte! Weil du hast doch hinten keine Augen und es ist so neu!“, sagte sie sichtlich entrüstet und um es zu unterstreichen, guckte sie böse.

„Ich will jetzt aber mit dir kuscheln. Malen kannst du später!“

 

Nein, er raffte nicht, was seine Tochter ihm da sagte, denn er trug kein neues Tattoo auf dem Rücken. Dass da für die Dauer der Erweckung seiner Gene die Rasse seines Drache erschien … Wer hätte es ihm sagen sollen? Zumal das Abbild des schwarzen Windschattens schon wieder verblasste …

 

So böse, wie sie eben guckte, so sehr strahlte nun ihr kleines Gesicht. „Ich hab dich so doll lieb!“

Konga lächelte und drückte seiner Tochter einen Kuss auf die Stirn. „Ich dich auch!“

„Kannst du mal was mit mir allein unternehmen?“, fragte Heaven leise.

„Was schwebt dir denn da vor?“

Wie selbstverständlich kam die Antwort … „Na angeln gehen!“

Seine Augenbrauen machten einen Satz in die Stirn, Konga schluckte einen Lacher runter und er verkniff sich auch jedwedes Lächeln. „Wie kommst du denn gerade auf Angeln?“

„Ich hab das im Fernseher gesehen! Das ist so entspannend und beruhigend!“

Oh, Konga musste sich so zusammenreißen.

„Aha, entspannend! Wovon musst du dich denn entspannen?“

„Na von Jared und Flora! Die klauen mir immer meine Gabi, und die muss mit zum Angeln, weil dann kann sie sich auch erholen!“

„Dein Papa ist jetzt etwas doof, weil er nicht weiß, wer Gabi ist. Kannst du sie mir zeigen?“

Heaven kletterte aus Kongas Armen, griff hinter ihn, zog eine Giraffe vor und hielt sie so dicht vor seine Nase, dass er den plüschigen Stoff in die Nase bekam und niesen musste.

Nase reibend betrachtete er die Giraffe. „Hey Gabi, Hev möchte, dass wir angeln gehen, aber ich hab so meine Bedenken, dass du im Wasser verloren gehen könntest. Wie wäre es stattdessen mit einem Ausflug in die Landschaft? So mit spazieren gehen und so.“

Heaven zog das Plüschtier vor ihre Nase. „Das würde auch gehen oder?“, fragte sie die Giraffe.

Die Giraffe nickte durch Heavens kleine Hand. „Okay, wir sind einverstanden! Wann geht’s los?“

Konga schielte auf den Wecker. „Es ist erst sieben Uhr. Um diese Zeit muss man noch ein Stündchen schlafen, weil die Wege dunkel sind und man sich verlaufen kann.“

Es war schon vorteilhaft, dass Heaven diese Notlüge noch nicht blickte, denn draußen schien ja schon die Sonne.

„Okay!“ Heaven nahm ihre Gabi in den Arm und kuschelte sich bei ihrem Papa ein. Er konnte gar nicht so schnell gucken, wie die kleine Blutziege wieder eingeschlafen war.

Okaaay ...

 

Gute zwei Stunden später hockte Angel vor ihm und Heaven, sah ihnen schmunzelnd beim Schlafen zu.

Ihr sinnlicher Geruch reichte, Konga schlug die Augen auf, doch er vermiet es sich zu bewegten, um Heaven nicht zu wecken. „Hey Babe! Ausgeschlafen?“

„Ich hab gar nicht geschlafen, ich geh jetzt und lass euch weiter schlafen!“

„Nein warte!“

Vorsichtig ließ Konga seine Tochter aus seinem Arm gleiten … gut, sie schlief weiter.

Inzwischen stand Angel am Fenster, sah in der engen Bucht den Wellen zu, die sich an den Felsen brachen, im Sonnenlicht funkelten und schäumten.

Konga nahm sie von hinten in den Arm. „Wie lange hast du duschen müssen?“

Ihr Lächeln blieb vor ihm verborgen. „Eine geschlagene Stunde!“

„Mit oder ohne ihn?“

„Ich habe auf eine Einzeldusche bestanden!“

„Ach! Warum?“

„Darum!“

Okay, sie war gestern auch sehr angepisst, Konga drückte ihr einen Kuss in den Nacken und ließ sie los. „Ich geh jetzt auch mal duschen.“

„Mach das.“

„Heißt das, dass ich meinen Rücken nicht geschrubbt bekomme?“

Als ob sie das einhalten konnte, Angel sah ihm hinterher, wie er ins Bad ging. „So sieht es aus“, nuschelte sie leise.

„Schade“, murmelte Konga und ließ die Shorts noch im Türrahmen fallen.

Jäh schielte Angel zum Bett, Heaven sabberte gerade in ihre Giraffe, schlief tief und fest. Grrr, einen Blick würde sie riskieren.

Sattsehen konnte sie sich einfach nicht.

 

Um sich selber auszubremsen, blieb Angel im Rahmen stehen und beobachtete Konga während des gesamten Duschens.

„Handtuch?“, fragte er.

Sicher, darin bestand keine Gefahr. Angel holte eines aus dem Regal und wollte es ihm zuwerfen. Doch als sie sich umdrehte, stand er direkt vor ihr, ging etwas runter, hob sie auf seine Art hoch und drückte sie an die Wand. Angel stemmte ihre Hände in seine Schultern, bis er sie tiefer an sich heruntergleiten ließ. Vor seinem Gesicht stoppte er die langsame Talfahrt.

Umgehend wurde Angels Atmung betriebsamer, sie sah ihm in die Augen und dann fordernd auf den Mund.

„Vergiss es!“, flüsterte er frech.

Das erhitzte Wimmern sollte ihn doch locken … und ihre Augen verdrehten sich auch, weil er sich an sie drängte, ihr jede Atmungsmöglichkeit nahm.

„Du solltest schlafen gehen!“

Schlafen … oh ja … mit ihm … unter ihm … Angel sagte nichts, schlang ihre Beine um ihn.

„Babe, du bist zu laut und Heaven braucht noch keinen Sexunterricht.“

„Stimmt“, summte Angel und in ihren Augen lag ein Hauch von Enttäuschung. „Dann lass mich runter!“

„Keine Chance!“ Konga sah zur Tür, die sich prompt schloss und griff nach einem kleinen Handtuch. „Drauf beißen, wenn’s nicht mehr geht!“

 

In Windeseile war Angels dünnes Top ein hässlicher zerfetzter Putzlappen und okay ... der Slip fehlte schon.

Hui, sein Schaft stand, Angel fieberte ihm entgegen. „Mach!“, schnurrte sie.

„Moment!“ Konga lauschte … es blieb still.

Seine Spitze schob sich in ihre feuchte Mitte. Angel hielt den Atem an, um nicht zu stöhnen. Und doch entwich ihr ein leises langgezogenes Quietschen.

Konga verdrehte die Augen, presste seinen Mund auf ihren, um sich schnell und hart vorzuschieben. Was Angel ein nun schnaufendes Stöhnen entlockte, das seinen Mund abdämpfte.

Solche harte Quickys machten nicht nur Angel wahnsinnig vor Hitze, nein auch Kongas Blut schoss durch seine Adern. Mitten im Akt sah er ihr in die Augen, auf den Mund, küsste sie ungestüm. Angels Becken begann zu beben, sich zu versteifen. „Mach schneller, ich komme!“

 

„Papa?“

„Bluthimmel!“, fluchte Konga leise und hielt in Angel an.

„Mäuschen … ich komme gleich!“ Mit einem spitzbübischen Lächeln sah er Angel auf die Brüste. „Warte im Bett, bin hier gleich fertig!“

„Okay.“

Angel rutschte aus seinen Armen, doch sie kam nur bis zum Waschbecken. Seine Hände packten ihre Hüften und er drang von hinten in sie ein.

„Himmel ja!“, entfuhr es Angel spitz.

Oh, Bluthexe, er sah auf ihre Arschbacken, die weichen Hüften, ihrem heißen Rücken und knurrte, sodass es Angel unter die Haut fuhr!

Ununterbrochen starrte er sie nun während des Aktes im Spiegel an, angetrieben von ihren schwingenden Brüsten packte er härter zu.

Selten, äußerst selten und sehr ungern steigerte Konga sein Tempo so rasch, dass er in Vampirgeschwindigkeit verfiel, aber nun brach es durch.

Und Angel war nach dem siebten Orgasmus in Folge weich wie zerschmolzene Butter.

„Scheiße!“, fluchte er leise. „Bleib sitzen! Ich bring Heaven für’s Frühstücken zu Felma.“

 

Keine fünf Minuten später war er wieder da und fand Angel auf dem flauschigen Badezimmerteppich liegend vor. „Babe, wie geht’s deinen Beinen?“

„Was sind Beine?“

Samt smartem Grinsen ging Konga in die Hocke. „Du hast mich herausgefordert!“

Er hob sie an und ja ... wie schon bei Jack in Mexiko reichte die Reibung und sie stöhnte und er kam aus dem Schmunzeln nicht mehr raus.

Mit einem schwungvollen Ausholen landete Angel im Bett. Um weiteren Reibungen zwischen ihren Beinen vorzubeugen, mussten diese nun so weit wie nur möglich auseinander. Zitternd öffnete Angel die Schenkel, um etwas kühle Luft in ihre heiß gelaufene Spalte zu bekommen.

Hm ...

Okay ...

„Konga!“, schrie Angel und kam ein weiteres Mal mit einem spitzen Schrei. „Himmel, nimm sofort deine Zunge aus mir!“

Aber sicher doch, Konga tat vieles, aber augenblicklich nicht exakt das, was Angel wollte.

Er kümmerte sich um ihre erröteten Brüste, Orgasmus!

Er saugte an ihrem Bauch, Orgasmus.

Er streichelte und küsste die Innenseiten ihrer Schenkel, Orgasmus.

Kam über sie und küsste doch nur ihren Hals, Orgasmus.

Ritsch, Hose auf, Nachschlag ... intensiver explodierender Orgasmus!

Mehr als Wimmern lag von Angels Seite her nicht drin.

Dann tat er etwas, das er nie zuvor getan hatte, es schoss ihm einfach in den Kopf. Er drückte, während des eigentlichen Aktes, wie Rob es bei ihr tat, knapp über ihrem Venushügel ins Fleisch.

Dieser hinterhältige Blutsatan! Ihre Reaktion war für alles bisher Erlebte blanker Hohn!

Wow, Angel sammelte einen Schrei, der den Burgmauern noch Jahre später abzuringen wäre, wenn man ihnen lauschen würde!

Tief, kehlig ... einer Löwin gleich brüllte sie ihren erschütternden Abgang heraus und umklammerte ihn dabei. Nein, es war ein Drachenschrei!

Kein Vor, kein Zurück! Konga steckte in ihr fest! Und es war plötzlich in seinen Gedanken richtig ...

Ein ureigenster Trieb, etwas Gewaltiges. Konga stemmte seinen Lenden ab, gegen ihren vaginalen Widerstand.

„Nein!“, schrie Angel und hielt sein Gesicht fest. „Nein, noch nicht! Bleibe in mir!“

 

Hm … beide wussten nicht so recht, warum Angel ihn mit ihrem Scheidenkrampf in sich festhielt … Wer hätte ihnen momentan auch erzählen können, dass nun Angels Körper bestimmte, wann sie schwanger werden würde?

Beide waren ja gegenwärtig noch in ihrer Wandlung, denn Rob hatte Angels Flügel zwar weggedrückt, aber die Drachengene waren noch aktiv … Ebenso hatte Jason ja bei Konga gehandelt, bevor dieser den Club verlassen hatte. Somit hatte sich keiner der beiden bewusst zurückgewandelt.

Nach ein paar Minuten ließ sie endlich locker, gab seinen Schaft frei.

Irritiert flatterten ihre Blicke gegenseitig durch ihre Gesichter, bis Konga es mit einem wilden Zungenkuss beendete. „Du bist mein!“, knurrte er und schlug seine Fänge in ihren Hals.

 

&

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Racheengel der Vampire 4" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen