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Quickfinder Gartenjahr

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Vorwort

Die Fragen nach dem Wann und dem Wie beschäftigen Gartenbesitzer rund ums Jahr. Wann kann ich anfangen, draußen zu säen und zu pflanzen? Zu welchem Termin schneide ich am besten meinen Apfelbaum, meine Stauden, meine Hecke? Wann kann ich den ersten Salat ernten? Was frisst da heimlich an meinen Buchsbäumen herum?

In den meisten Fällen ist der richtige Zeitpunkt entscheidend für den Erfolg der Maßnahmen, egal ob es sich um Pflanz-, Schnitt- oder Pflegearbeiten handelt.

Der Quickfinder führt Sie mithilfe von Schlagwörtern direkt zu der Tätigkeit, die Sie in einem bestimmten Zeitraum anpacken sollten.

Ein Kapitel für sich bildet jede der phänologischen Jahreszeiten. Hier erfahren Sie unabhängig davon, ob Sie in einer klimatisch milden oder rauen Gegend leben, wann Sie in Ihrem Garten aktiv werden können und wann besser nicht.

Der Serviceteil umfasst ein Glossar mit Fachbegriffen und ein Register aller wichtigen Suchbegriffe.

Praxisteil

Sie sind sich nicht sicher, wann eine bestimmte Gartenarbeit am besten zu erledigen ist? Dann schlagen Sie im Quickfinder nach. Er verweist Sie direkt auf die richtige Saison. Oder Sie möchten wissen, welche Tätigkeiten in einem bestimmten Zeitraum im Garten anfallen? Nichts leichter als das: Im Praxisteil sind alle wichtigen Gartenarbeiten für jede Jahreszeit zusammengestellt.

Jedes dieser Kapitel gliedert sich in drei Rubriken: allgemeine Gartenpraxis, Ziergarten und Küchengarten. Innerhalb dieser Rubriken sind alle Tätigkeiten in Form von Schlagwörtern alphabetisch sortiert. Sie sind nach folgendem Schema aufgebaut:

  1. Symbol: Es kennzeichnet die Rubrik, der diese Gartenarbeit zuzurechnen ist.

  2. Schlagwort: Das Schlagwort benennt die Tätigkeit, die zum jetzigen Zeitpunkt zu tun ist.

  3. Kurztext: Er beschreibt die Tätigkeit genauer – auch ihre Bedeutung im Kontext mit der Jahreszeit.

  4. Erläuterung: Die GU-Gartenexperten liefern das nötige Hintergrundwissen und erklären, wie die Tätigkeiten fachgerecht ausgeführt werden. Außerdem verraten sie Tipps aus ihrer täglichen Praxis.

  5. Seitenverweise: Sie verweisen auf in Bezug stehende Tätigkeiten in derselben oder in anderen Jahreszeiten sowie auf das Glossar.

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IMGBoden verbessern

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Wenn Sie die Eigenschaften Ihres Gartenbodens kennen, können Sie gezielt Maßnahmen zu seiner Verbesserung ergreifen.

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Verändern Sie die Bodenstruktur

Zu viel Sand oder zu viel Ton? Beide Extreme können Ihnen Probleme bereiten. Mit folgenden Maßnahmen können Sie jetzt, vor der Gartensaison, Abhilfe schaffen:

Sandböden können durch eine Gabe Bentonit verbessert werden. Er besteht aus quellfähigen Tonmineralen, die Wasser und Nährstoffe wie ein Schwamm festhalten.

Tonböden lassen sich durch Einmischen von Sand verbessern, 5–10 cm reichen aus.

Gaben von Gesteinsmehl (z. B. Thomasmehl) beeinflussen das Strukturgefüge des Bodens positiv und liefern gleichzeitig wertvolle Spurenelemente (> Glossar).

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>, Boden testen

>, Boden bearbeiten

VORFRÜHLING >

ERSTFRÜHLING >

VOLLFRÜHLING >

FRÜHSOMMER >

HOCHSOMMER >

SPÄTSOMMER >

FRÜHHERBST >

VOLLHERBST >

SPÄTHERBST >

WINTER >

Alles hat seine Zeit

Dieser Satz lässt sich auch gut auf den Garten beziehen. Denn wie alles in der Natur ist das Geschehen im Garten der Zeit und damit dem Klima unterworfen. Doch die Entwicklung der Vegetation richtet sich nicht nach dem Monat, den das Kalenderblatt anzeigt, sondern nach dem im jeweiligen Jahr auftretenden Witterungsverlauf. Der phänologische Kalender orientiert sich somit an Anzeichen, die deutlich machen, wie weit sich die Natur bereits entwickelt hat. Und diese Anzeichen zeigen dann den Beginn der zehn »phänologischen Jahreszeiten« an.

Zehn Jahreszeiten? Das klingt kompliziert.
Sie sind aber ein praxisnaher Ansatz, wenn Sie im Garten anstehende Arbeiten zum richtigen Zeitpunkt erledigen wollen. Wohlbekannte Pflanzen zeigen Ihnen nämlich durch ihren Entwicklungsstand an, wieweit die Vegetation sich bereits entfaltet hat. Und Sie können sich darauf verlassen, dass etwa ein Schneeglöckchen sich nicht irrt, wenn es Ihnen mit seiner Blüte den Vorfrühling anzeigt und damit den Beginn eines neuen Gartenjahres einläutet. Dabei ist es unerheblich, ob das Schneeglöckchen seine Blüten im Januar oder im März öffnet. Die phänologische Uhr hat ein anderes Zeitmaß und geht jedes Jahr anders. So kann es durchaus vorkommen, dass in dem einen Jahr der Winter länger dauert als in dem anderen. Dann ist auch die Entwicklung in der Natur oder im Garten verzögert. Und auch wir selbst und unsere innere Uhr sind noch auf »Winter« eingestellt, auch wenn das Kalenderblatt bereits »März« anzeigt. So gesehen korrespondiert der phänologische Kalender mit unserer eigenen Wahrnehmung von Natur und Zeit.

Doch nicht nur der Witterungsverlauf hat Einfluss auf die jahreszeitliche Entwicklung der Natur. Sie ist auch von der geografischen und damit klimatischen Lage Ihres Gartens abhängig. Jedem ist bestimmt schon aufgefallen, dass sich die Vegetation im milden Küstenbereich oder in Gegenden, in denen Wein angebaut wird, früher entwickelt als in höheren Lagen oder in rauen Gebirgsregionen. Manchmal machen schon wenige Kilometer gravierende Unterschiede aus. Inmitten einer Metropole, die möglicherweise in einem Flusstal liegt, kann der Schnee schon längst geschmolzen sein, während im Umland noch eine geschlossene Schneedecke liegt. Je nachdem, wieweit die Natur sich unter diesen Bedingungen bereits entwickelt hat, müssen dann aber auch die Maßnahmen im Garten früher oder später erfolgen. Mit dem phänologischen Kalender kann jeder für sich selbst sehen, wann bestimmte Arbeiten anstehen. Dank Ihrer persönlichen Wahrnehmung – »Das Schneeglöckchen blüht« – wissen Sie selbst, was Sie zum jeweiligen Zeitpunkt im Garten anpacken sollten und womit Sie besser noch ein wenig warten.

Kalender der Natur

Nach dem phänologischen Kalender ( Abb. >) ist das Jahr in zehn Phasen aufgeteilt. Anfang und Ende dieser phänologischen Jahreszeiten sind – im Gegensatz zu den astronomischen oder kalendarischen Jahreszeiten – nicht auf den Tag genau festgelegt. Sie sind abhängig von Entwicklungen in der Natur, die jedes Jahr zu unterschiedlichen Terminen einsetzen.

Jeder phänologischen Jahreszeit lassen sich verschiedene Zeigerpflanzen zuordnen. So beginnt beispielsweise der Vollfrühling mit der Apfelblüte – und die tritt von Jahr zu Jahr und auch von Region zu Region zu unterschiedlichen Terminen auf. Ein schöner Nebeneffekt dieser Form der Zeiteinteilung ist der, dass Sie mit dem phänologischen Kalender bewusster in die Natur blicken, mehr von ihr erleben, mehr von ihr wahrnehmen und sich wieder ein wenig stärker mit Mutter Natur verbunden fühlen.

Die zehn Jahreszeiten

Der Vorfrühling zeigt sich mit dem Beginn der Haselnussblüte; Märzenbecher und Schneeglöckchen öffnen ihre weißen, nickenden Blütenglocken. Das Ende wird mit der Blüte der Salweide eingeläutet.

Es folgt der Erstfrühling, der durch die gelben Blütenmassen der Forsythie, aber auch der etwas unscheinbaren Blüten der Beerensträucher, etwa der Stachelbeere, signalisiert wird. Frühblühende Obstbäume, wie Kirsche, Pflaume und Birne, aber auch Schlehe und Ahorn zeigen sich im Blütenkleid, und das Laub von Birke und Buche entfaltet sich.

Im Vollfrühling erfüllt der Duft des Flieders die Luft, und die Apfelbäume bilden zartrosa Wolken. Rosskastanien schmücken sich mit Blütenkerzen, Hainbuchen, aber auch Eichen entfalten ihre zartgrünen Blätter.

Der Frühsommer wird durch die cremefarbenen Teller der Holunderblüten gekennzeichnet, und im Garten glüht der Türkenmohn. Wiesen und Getreidefelder erreichen einen Höhepunkt der Blüte; gegen Ende des Frühsommers erfolgt die erste Heumahd. Leider ist jetzt auch für viele Allergiker Heuschnupfen-Hochalarm.

Im Hochsommer atmen wir den weichen Duft der Lindenblüten; die ersten Johannisbeeren und Stachelbeeren sind reif, und der Winterroggen steht zur Ernte an. Kartoffeln und Wegwarte blühen.

Lilafarben erstrahlt die Heide im Spätsommer; Eberesche und frühe Sorten von Apfel und Zwetschge sind bereits reif, und die Getreideernte ist im vollen Gange. Die zweite Heumahd steht an.

Sowie die Holunderbeeren reif sind und die Herbstzeitlosen blühen, spricht man vom Frühherbst. Jetzt hängen auch die Obstbäume voller Früchte und warten auf die Ernte. Zur Freude der Kinder platzen auch die braun glänzenden Rosskastanien aus ihrer stacheligen Umhüllung.

Erstrahlen Wälder und Gärten in den Feuerfarben der vergehenden Laubblätter, ist der Vollherbst da. Eicheln sind überall reif und fallen von den Bäumen. Spätkartoffeln stehen zur Ernte an.

Der Spätherbst leitet über zur Ruheperiode des Pflanzenwachstums. Jetzt ist die Zeit des allgemeinen Laubfalls und der Abschluss der Vegetationszeit. Die Tierwelt hält Ausschau nach Rückzugsplätzen, um dort die kalte Periode zu überstehen.

Der Winter beschließt das Jahr. Zu Beginn keimt das Wintergetreide. Doch auch jetzt zeigt sich noch Leben im Garten: Schließlich blühen ja noch die Zaubernuss und die echte Christrose. Gegen Ende der Periode fängt die Hasel an zu blühen.

Drei Gartenbereiche

Anhand des phänologischen Kalenders gliedert dieser Quickfinder also erst einmal das Gartenjahr in zehn Jahreszeiten. Innerhalb einer Jahreszeit ist er noch einmal in drei Bereiche unterteilt:

IMGAllgemeine Gartenpraxis

In dieser Rubrik werden in alphabetischer Reihenfolge grundsätzliche Tätigkeiten, die im Garten immer wieder auftreten, erörtert. Bodenbearbeitung, Pflanzenvermehrung sowie Schnittmaßnahmen, Schädlingsbekämpfung, Rasenpflege, Düngemaßnahmen und pflegerische Maßnahmen, die sich nicht konkret auf bestimmte Pflanzenarten oder -gruppen beziehen, gehören dazu. Hier geht es um Grundlagen der Gartenarbeit; also sozusagen das »Kleine Einmaleins des Hobbygärtners«.

IMGZiergarten

In dieser Rubrik erfahren Sie, welche Maßnahmen konkret im Zierpflanzenbereich anstehen. Meist werden sie für bestimmte ziergartentypische Pflanzengruppen – Bäume, Sträucher, Stauden oder Sommerblumen – erörtert. Viele Fragen entzünden sich aber auch direkt an einer bestimmten Pflanze. Die Antworten sind also allgemein oder sehr spezifisch ausgerichtet.

IMG Küchengarten

In dieser Rubrik geht es grundsätzlich um alles, was man für den kulinarischen Genuss im Laufe des Jahres im Garten säen und pflanzen, später selbstverständlich auch ernten und verwerten möchte. Dazu gehören natürlich alle gängigen Gemüsesorten, die Sie im Freiland und unter Glas anbauen können, ebenso wie Obst und Beeren.

Gerade bei der Bekämpfung der Schädlinge und auch der Düngung sind die Vorgehensweisen im Küchengarten aber natürlich etwas anders als im Ziergarten. Denn keinesfalls soll Ihre Gesundheit durch ausgebrachte Pflanzenschutzmittel in Mitleidenschaft gezogen werden. Schließlich sollen Sie Ihr selbst gezogenes Gemüse später auch guten Gewissens essen können!

Innerhalb der drei Rubriken

Die GU-Gartenexperten erklären in den einzelnen Kapiteln alle wichtigen Gartenarbeiten, die in den jeweiligen Jahreszeiten anfallen. Diese Tätigkeiten sind alphabetisch sortiert. Zum besseren Verständnis tragen weitere Elemente bei:

Bilder: Ein Bild oder eine Grafik sagt manchmal mehr als tausend Worte. Und deshalb unterstützen an entscheidenden Stellen die entsprechenden Darstellungen den Text.

Stepfolgen: Mitunter ist es äußerst kompliziert, Sachverhalte nur in Worten darzustellen. Besonders die Abfolgen von Arbeiten lassen sich meist weitaus besser mit Bildern ausdrücken. In diesen Fällen finden Sie zu den wichtigsten Themen Stepfolgen, die anschaulich darstellen, wie Sie bestimmte Arbeiten erledigen sollten.

Info- und Tippkästen: Wer auf einen Blick ein Maximum an Informationen sucht, wird in den farblich unterlegten Info- und Tippkästen fündig werden. Hier erhalten Sie ergänzende Erläuterungen mit Praxisbezug, vorbeugende Hinweise oder auch Listen, die Ihnen bei der Pflanzenauswahl helfen. Natürlich sind diese Listen nicht vollständig (nicht einmal eine ganze Bibliothek wäre das …), aber im Gartencenter werden Sie sich damit gut im Dschungel der verschiedenen Arten zurechtfinden.

Was tun, wenn …: Kennen Sie diese Situation? Irgendetwas ist schiefgegangen, und Sie wissen nicht, wie Sie das Problem bereinigen können. Die Experten wissen, was »im Falle des Falles« zu tun ist. Und sie bieten Ihnen Lösungsvorschläge an, die nach ihrer reichen gärtnerischen Erfahrung erfolgversprechend sind.

Häufig gestellte Fragen: Am Ende eines jeden Jahreszeiten-Kapitels finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen, die in der jeweiligen Saison im Garten aktuell sind. Das sind zusätzliche Expertentipps aus der Praxis, die Ihnen das Gärtnerleben erleichtern sollen.

Sonderseiten: Sie finden sich locker eingestreut am Ende von verschiedenen Kapiteln. Sie vertiefen mit vielen Bildern grundsätzliche gärtnerische Fragen und geben z. B. Hilfestellung auf der Suche nach dem richtigen Werkzeug.

Immer wieder oder nur einmal?

Viele Tätigkeiten müssen im Laufe des Gartenjahres nur einmal erledigt werden oder sind nur erfolgreich, wenn sie zu einer ganz bestimmten Zeit auch abgeschlossen sind – so etwa der Schnitt bei Sträuchern, Stauden und Bäumen oder auch die Düngung sowie die Bekämpfung spezieller Schädlinge, denen nur zu einer bestimmten Jahreszeit und in einem bestimmten Entwicklungsstadium beizukommen ist.

Es gibt allerdings auch Arbeiten, bei denen der Gärtner einen relativ weiten Handlungsspielraum hat, wann sie genau vorgenommen werden können – Gehölze können Sie beispielsweise über einen längeren Zeitraum pflanzen, bestimmte Gemüsesorten über mehrere phänologische Jahreszeiten aussäen oder auspflanzen. Wieder andere Tätigkeiten muss man wiederholt ausführen, damit der Garten und die Pflanzen sich optimal entwickeln. Gießen, Rasen mähen, Bodenbearbeitung, Unkraut jäten sowie das Bekämpfen von Schnecken gehören beispielsweise dazu.

Arbeiten, die über einen längeren Zeitraum oder wiederholt anfallen, werden im Buch grundsätzlich dann angesprochen, wenn sie zum ersten Mal erforderlich sind. In den folgenden Kapiteln werden sie nur noch am Rande erwähnt oder nur noch einmal angesprochen, wenn sich inhaltliche Änderungen ergeben. Wenn Sie beispielsweise bei den Radieschen von einer schnell wachsenden Frühlingssorte auf eine trockenheitstolerantere Sommersorte umsteigen sollten.

Einen guten Überblick über alles, was über einen längeren Zeitraum aktuell ist oder immer wieder angegangen werden sollte, verschafft das Balkendiagramm auf >. Auf diese Weise wissen Sie immer, welche Gartenarbeit gerade ansteht.

Fachchinesisch?

Um den einen oder anderen Fachbegriff kommt kein Ratgeber herum. Da es mitunter bei den konkreten einzelnen Fragen zu umständlich oder zu umfangreich ist, alles zu erläutern, schließt sich ab ein kleines Glossar an. Damit kann jeder Leser ein wenig in die Gärtnersprache eintauchen. Sie werden sehen, wie schnell die Begriffe in Ihren eigenen Sprachgebrauch übergehen!

Schnell gefunden

So unterschiedlich Sie Ihre Fragen auch stellen mögen, so vielfältig ist der Zugang zum Expertenwissen des Quickfinders.

Sie können sich zu Beginn jeder der zehn Jahreszeiten das jeweilige Kapitel in Ruhe durchlesen. Die Stanzung am Rand des Buches macht das gezielte Auffinden der Seiten ganz leicht, und die Einteilung in die drei Gartenbereiche erfolgt immer in der Reihenfolge Allgemeine Gartenpraxis – Ziergarten – Küchengarten. Die Symbole vor jedem Stichwort kennzeichnen die drei Rubriken deutlich.

Sind Sie auf der Suche nach einem bestimmten Thema, etwa zur Pflanzung? Dann orientieren Sie sich am besten im Quickfinder ab >. Hier finden Sie mithilfe von Schlagwörtern direkt zu der jeweiligen Tätigkeit und können dann weiter auswählen, ob Sie – um beim Thema zu bleiben – an Informationen zum Thema Pflanzung von Rosen, Gehölzen oder Stauden interessiert sind.

Wer ganz schnell konkrete Hilfe braucht, kann im Stichwortregister navigieren und dann auf den jeweiligen Seiten nachschlagen. Verweise zu verwandten Themen finden sich stets am Ende eines behandelten Themas. So erschließen sich Ihnen schnell Tipps, Ratschläge, Anleitungen und Hinweise – und es bleibt Ihnen ein Maximum an Zeit, Ihren Garten zu gestalten und zu genießen!

Der phänologische Jahreskalender

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1. Spätherbst:

Blattverfärbung Eiche, allgemeiner Blattfall

2. Vollherbst:

Früchte Eiche, Ernte Spätkartoffeln, allgemeine Blattverfärbung

3. Frühherbst:

Früchte Schwarzer Holunder und Rosskastanie

4. Spätsommer:

Ernte Frühäpfel und Frühzwetschgen

5. Hochsommer:

Blüte Sommerlinde

6. Frühsommer:

Blüte Schwarzer Holunder

7. Vollfrühling:

Apfelblüte

8. Erstfrühling:

Blüte Forsythie

9. Vorfrühling:

Blüte Schneeglöckchen und Haselnuss

10. Winter:

Blüte Zaubernuss

Gartenarbeiten im Überblick

Vor-
frühling

Erst-
frühling

Voll-
frühling

Früh-
sommer

Hoch-
sommer

Aussäen im Freiland

X X X X

Beerensträucher schneiden

X X

Boden bearbeiten

X X X X X

Gehölze düngen

X X X X X

Hecken schneiden

X

Kräuter pflanzen

X X

Kübelpflanzen düngen

X X X

Obstbäume schneiden

X X X X

Obstgehölze pflanzen

X

Pflanzen vorziehen

X X X

Rasen anlegen

X

Rasen pflegen

X X X X

Rosen pflanzen

X X

Rosen: Rückschnitt

X

Schnitt frühjahrs-
blühender Gehölze

X X

Schnitt spätsommer-
blühender Gehölze

X X X

Sommerblumen aussäen

X X X

Spätsommer-
blühende Stauden pflanzen

X X

Vermehren durch Absenker

X X

Vermehren durch Steckhölzer

Vermehren durch Stecklinge

X X

Vermehren durch Teilen

X X X

Wärmeliebende Stauden pflanzen

X X X

Ziergehölze pflanzen (Container)

X X X X X

Ziergehölze pflanzen

X X

Zweijährige aussäen

X X

Zwiebel- und Knollenblumen pflanzen

X X

Gartenarbeiten im Überblick

Spät-
sommer

Früh-
herbst

Voll-
herbst

Spät-
herbst

Winter

Aussäen im Freiland

X X X

Beerensträucher schneiden

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Boden bearbeiten

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Gehölze düngen

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Hecken schneiden

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Kräuter pflanzen

Kübelpflanzen düngen

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Obstbäume schneiden

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Obstgehölze pflanzen

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Pflanzen vorziehen

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Rasen anlegen

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Rasen pflegen

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Rosen pflanzen

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Rosen: Rückschnitt

Schnitt frühjahrs-
blühender Gehölze

Schnitt spätsommer-
blühender Gehölze

Sommerblumen aussäen

Spätsommer-
blühende Stauden pflanzen

Vermehren durch Absenker

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Vermehren durch Steckhölzer

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Vermehren durch Stecklinge

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Vermehren durch Teilen

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Wärmeliebende Stauden pflanzen

Ziergehölze pflanzen (Container)

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Ziergehölze pflanzen

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Zweijährige aussäen

Zwiebel- und Knollenblumen pflanzen

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Vorfrühling

Ein Hauch von Frühling weht mit der Blüte von Haselnuss und Schneeglöckchen durch den Garten. Zahlreiche Schnitt- und Pflegemaßnahmen – etwa an Clematis, Hochstauden und Gräsern – stehen jetzt an. Einige Pflanzen freuen sich schon über erste Düngergaben. In milderen Regionen können Sie bereits die erste Freilandsaat wagen, im Haus beginnt das Vorziehen von langsam keimenden Gemüsearten, Sommerblumen und Kletterpflanzen.

IMGBoden testen

Der Boden ist die Lebensgrundlage für alle Pflanzen, die darin wurzeln. Ob sie gut wachsen und gedeihen werden, können Sie selbst abschätzen, wenn Sie die Eigenschaften Ihrer Gartenerde kennen.

Wie Boden entsteht

Boden entsteht, wenn Gestein verwittert. Dieser Vorgang dauert Millionen von Jahren und ist auch heute noch nicht abgeschlossen. Große Gesteinsstücke werden in diesem Prozess durch Frost, Wind, Regen, Schnee und viele andere Witterungseinflüsse zerkleinert und in immer feinere aufgespalten.

Hat sich genug Feinmaterial angesammelt, so können Pflanzen darauf wachsen. Erst sind es Pilze, Flechten und Moose, später auch Wildpflanzen, Sträucher und Bäume, die sich darauf ansiedeln. Wenn diese Pflanzen absterben, werden sie durch viele Bodenlebewesen zu Humus abgebaut, der wieder neuen Pflanzen als Lebensgrundlage dient.

Boden kennenlernen

Ob Pflanzen in Ihrem Garten gedeihen, ist auch vom jeweiligen Standort abhängig. »Erkunden« Sie deshalb jetzt, vor der Pflanzzeit, in einem ersten Schritt die Bodenstruktur. Das ist gar nicht schwer. Fürs Erste brauchen Sie nur ein

Machen Sie die Fingerprobe

Wenn Sie etwas Erde zwischen den Fingern oder den Handflächen zerreiben, dann bekommen Sie ein Gefühl für die Bodenart bzw. für die darin enthaltenen Korngrößen ( Abb. 1 >). Aus dem Ergebnis können Sie Rückschlüsse auf seine Eigenschaften ziehen.

Tonboden ( Abb. 1 >) schmiert zwischen den Fingern und ist gut formbar, einzelne Bodenbestandteile sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Für Sie bedeutet das: Die Bodenteilchen halten sich nicht nur gegenseitig extrem gut fest, sondern auch das Bodenwasser und die Nährstoffe – und zwar so stark, dass ein Großteil davon von den Pflanzen nicht genutzt werden kann. Viele Arten sind sogar nicht einmal in der Lage, Wurzeln in Tonböden wachsen zu lassen!

Tonböden haben außerdem die Eigenschaft, dass sie im nassen Zustand stark quellen und sich beim Trocknen wieder stark verdichten. Dadurch werden häufig die Pflanzenwurzeln geschädigt: Es bilden sich Eintrittspforten für Krankheitserreger.

Sandboden ( Abb. 2 >) rieselt buchstäblich durch die Finger. Für Sie heißt das: Die Erde lässt sich leicht umgraben, im Frühjahr erwärmt sie sich schnell. Leider enthält sie von Natur aus wenig Nährstoffe, und der fehlende Zusammenhalt zwischen den einzelnen Bestandteilen führt dazu, dass Wasser sofort abfließt. Mit anderen Worten: Die Wasserhaltefähigkeit ist schlecht.
Schluffböden bilden die »goldene Mitte« zwischen den beiden Extremen. Sie fühlen sich mehlig an. Die Bodenpartikel sind klein genug, um Wasser zu halten, und gleichzeitig so groß, dass es von den Pflanzen auch genutzt werden kann. Es ist so viel Sauerstoff im Boden, dass die Wurzeln problemlos wachsen und sich ausbreiten können.

Bodenarten erkennen

Einfach testen: Sie möchten wissen, wie der Boden im Garten beschaffen ist? Dann greifen Sie doch einfach einmal hinein!

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1 Tonboden

Lassen sich feste Würste formen, so enthält der Boden überwiegend Anteile feiner Korngrößen.

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2 Sandboden

Sand ist nicht formbar, er rinnt Ihnen sprichwörtlich durch die Finger. Die Hände bleiben sauber.

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3 Humoser Boden

Lässt sich der Boden zu einem Klumpen formen, enthält er viel organisches Material.

Prüfen Sie den Humusanteil

Glauben Sie inzwischen, dass Sie Ihren Garten besser in eine Sandgrube oder eine Töpferei umwandeln sollten? Verzweifeln Sie nicht, schließlich ist noch nicht klar, wie viel organisches Material sich in Ihrem Boden befindet, das entscheidenden Anteil an der Bodenfruchtbarkeit hat.
Humus entsteht aus der Zersetzung von pflanzlicher Materie. Dieses Material ist in der Lage, Bodenextreme abzumildern: Es zieht Bodenlebewesen an, die die Nährstoffe in eine für Pflanzen aufnehmbare Form umwandeln. Gleichzeitig bildet es eine krümelige Struktur, die im tonigen Boden für pflanzenverfügbares Wasser und Sauerstoff sorgt und im sandigen Boden als Wasser- und Nährstoffspeicher dient. Humose Erde erkennen Sie an der lockeren Struktur und der Farbe: Hellgraue Böden sind humusarm, Böden mit schwarzgrauer Färbung haben einen hohen Humusanteil ( Abb. 3 >).

>, Boden verbessern

Noch mehr erfahren: die Bodenprobe

Die Bodenstruktur haben Sie jetzt »im Selbstversuch« ermittelt. Wer noch mehr – etwa über Nährstoffe – wissen möchte, kann sich an Bodentest-Institute oder ein Gartencenter wenden und seinen Boden analysieren lassen. Dazu entnehmen Sie eine Bodenprobe:

Entfernen Sie den Bewuchs und stechen Sie etwa ein Spatenblatt tief den Boden ab. Entnehmen Sie hier eine Probe. Der Boden sollte feucht sein, aber nicht tropfend nass. Zu trockene Böden lassen sich ebenfalls schlecht testen, nachträglich zugegebenes Wasser verfälscht das Ergebnis.

Heben Sie diesen Boden in eine Plastiktüte oder ein wasserdichtes Behältnis. Beschriften und verschließen Sie den Behälter.

Bei größeren Flächen nehmen Sie mehrere Proben aus unterschiedlichen Bereichen!

Schriftlich erhalten Sie das Ergebnis, in dem eine Mitteilung zu Bodenart, Nährstoffgehalt und Aufbesserungsmöglichkeiten wie Düngung enthalten ist.

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Um den pH-Wert zu ermitteln, halten Sie Lackmuspapier in die nasse Bodenlösung. Je nach Säuregehalt verfärbt sich das Papier.

Den pH-Wert messen

Wichtiger Bestandteil der Analyse ist der pH-Wert – ihn können Sie mit Lackmuspapier auch selbst messen! Dieser Wert verrät, welche Nährstoffe den Pflanzen in welchem Ausmaß zur Verfügung stehen, d. h. von diesen genutzt werden können. Die Werteskala reicht von 0–14, wobei pH 0 extrem sauer und pH 14 extrem alkalisch bedeutet. Im Bereich von pH 7 ist die Reaktion neutral.

Die meisten Gartenpflanzen bevorzugen eine neutrale bis schwach saure Bodenreaktion zwischen pH 6 und 7. Nur Rhododendron, Heidekrautgewächse und Moorbeetpflanzen schätzen einen tieferen pH-Wert um 4,5. Kalkliebende Pflanzen dagegen mögen auch pH-Werte über 7; zu ihnen gehören Buchs, Clematis und viele Gemüsearten.

>, Boden verbessern

>, Rhododendron & Co. pflanzen

Diese Nährstoffe sind lebensnotwendig

Pflanzen benötigen Nährstoffe, um wachsen zu können. Diese Nährstoffe werden entweder bei der Verwitterung des Gesteins freigesetzt oder sind im organischen Humus enthalten. Sie können sie ihnen auch über Düngung zuführen. Wichtig sind folgende Stoffe:

Stickstoff fördert das Pflanzenwachstum.

Phosphor fördert die Blüten- und Fruchtbildung.

Kalium wirkt sich positiv auf die Widerstandsfähigkeit gegen Kälte und Krankheiten aus.

Zahlreiche Spurenelemente ( Glossar, >) wie Kupfer, Zink, Eisen, Mangan und Bor sind ebenso wichtig wie die Hauptnährstoffe, werden aber – der Name deutet es bereits an – nur in kleinsten Mengen benötigt. Sonst kann es zu schweren Mangelerscheinungen kommen.

IMGBoden verbessern

Wenn Sie die Eigenschaften Ihres Gartenbodens kennen, können Sie gezielt Maßnahmen zu seiner Verbesserung ergreifen.

Verändern Sie die Bodenstruktur

Zu viel Sand oder zu viel Ton? Beide Extreme können Ihnen Probleme bereiten. Mit folgenden Maßnahmen können Sie jetzt, vor der Gartensaison, Abhilfe schaffen:

Sandböden können durch eine Gabe Bentonit verbessert werden. Er besteht aus quellfähigen Tonmineralen, die Wasser und Nährstoffe wie ein Schwamm festhalten.

Tonböden lassen sich durch Einmischen von Sand verbessern, 5–10 cm reichen aus.

Gaben von Gesteinsmehl (z. B. Thomasmehl) beeinflussen das Strukturgefüge des Bodens positiv und liefern gleichzeitig wertvolle Spurenelemente ( Glossar, >).

> , Boden testen

> , Boden bearbeiten

Organisches Material anreichern

Organische Stoffe sind die Grundlage für einen fruchtbaren Boden. Diesen sogenannten Humusanteil können Sie auf unterschiedliche Weise anheben:

Mulchen Sie den Boden: Mit einer Schicht aus Rasenschnitt, Laub und klein geschnittenen Pflanzenresten aus Ästen, Zweigen oder Stauden locken Sie zahlreiche Regenwürmer an. Sie lüften und lockern den Boden und wandeln das Pflanzenmaterial in wertvollen Humus um.

> , Mulch ausbringen

Gründüngung erwünscht: Wenn Sie ein brachliegendes Beet jetzt im Frühjahr oder auch später im Herbst nach der Kultur mit Gründüngungspflanzen wie Lupinen, Ackersenf oder Bienenfreund einsäen, dann lockern deren Pfahlwurzeln den Boden auf. Die abgestorbenen Pflanzen werden später in den Boden eingearbeitet und von Bodentieren nach und nach in Humus umgewandelt.
>, Gründüngung starten

Bringen Sie Kompost aus: Kompost können Sie jetzt im Vorfrühling gut in den Boden einarbeiten. Er entfaltet dann innerhalb weniger Wochen seine Wirkung.
>, Kompost anlegen

Düngung liefert Nährstoffe

Die Nährstoffe wirken allerdings nur dann nachhaltig auf die Bodenfruchtbarkeit, wenn sie den Lebensraum für die Bodenlebewesen verbessern und ihnen Stoffe zum Aufschließen, also zur Ernährung, liefern: Ist ständig eine reichhaltige Bodenfauna vorhanden, ist auch die Nährstoffversorgung gut. Bevor Sie düngen, sollte Ihnen eine genaue Analyse darüber vorliegen, was Ihrem Boden an Nährstoffen fehlt. Gerade Phosphor und Kalium sind in manchen Hausgärten im Übermaß vorhanden. Beide Stoffe reichern sich im Boden an. Das bekommt auf Dauer weder Ihren Pflanzen noch Ihnen, wenn Sie Gemüse aus dem Garten essen wollen. Grundsätzlich unterscheidet man bei Nährstoffansprüchen zwischen Stark-, Mittel- und Schwachzehrern ( Glossar, > und >).

> , Düngung starten > , Düngen

Verschiedene Pflanzendünger im Überblick

Organische Dünger haben ihren Ursprung in organischer Materie – Knochenmehl, Hornspäne, Mist usw. Sie entfalten erst nach einiger Zeit ihre Wirkung, weil sie zunächst von Bodenorganismen freigesetzt werden müssen.

Mineralische Dünger werden entweder in der Natur gewonnen (Gesteinsmehl, Kalisalze) oder chemisch hergestellt (»Blaukorn«). Mineraldünger bringen schnelle Effekte, eine nachhaltige Wirkung bleibt aber aus. Überdosierungen können Pflanzen und Grundwasser belasten.

Depot- und Langzeitdünger sind meist durch Umhüllungen so präpariert, dass sie in Abhängigkeit von Wasser und Temperatur die Nährstoffe bedarfsgerecht abgeben. Man bringt sie meist nur einmal im Jahr aus, sie wirken die gesamte Vegetationsperiode über.

Spezialdünger (Rosen-, Rhododendron-, Rasendünger) sind auf spezielle Pflanzengruppen abgestimmte Nährstoffkombinationen. Ideal auch bei Kübelkultur.

Nährstoffdünger sind bei speziellen Problemen wie Eisenmangel äußerst hilfreich. Auch hier muss eine Bodenanalyse vorausgehen oder eine Mangelerscheinung diagnostiziert sein.

IMGFrühbeet anlegen

Meist sehnt man sich bei den ersten Sonnenstrahlen danach, sofort im Garten aktiv zu werden. Mit einem Frühbeet können Sie die Saison früher einläuten.

Sinn eines Frühbeets ist es, die kälteempfindlichen Gemüsesetzlinge vor Witterungsschwankungen am Anfang der Vegetationszeit bis zu den Eisheiligen ( Glossar, >) zu schützen und ihnen einen Frühstart zu ermöglichen. Sie können im Winter auch Wurzelgemüse im Frühbeet einschlagen.

> , Wintergemüse einschlagen