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Projekt XL 2012

Ardo Gomes

Projekt XL 2012

Mit 83 Jahren auf einem Motorrad vom Atlantik bis zum Pazifik. Wagen Sie sich!





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Der "Motorradausflug"

PROJEKT XL 2012

- Mit 83 Jahren auf einem Motorrad vom Atlantik bis zum Pazifik.

Wagen Sie sich!

 

Ardo mit Suzuki M800 

Joseph mit Honda Falcom 400

 

BESCHREIBENDER BERICHT

April – Juni 2012

Erste Etappe, Mittwoch, 22. Februar 2012 -

São Sebastião bis Registro, S.P.

 

Vor ein paar Tagen habe ich entdeckt, dass ich vielleicht lieber an eine Motorrad-Fahrt und nicht an eine Reise denken sollte, die eventuell ein Ereignis von 8.000 Kilometern auf verstopften Autobahnen werden würde. Dies im Sinn begrenzte ich meine Aktionen und stieg auf meine Suzuki Boulevard M800, um die Falcom 400 von Joseph mit Silvia auf dem Rücksitz zu treffen. Der vereinbarte Treffpunkt, um unsere Reise zu beginnen, war die Tankstelle Kajihya, 1700 Meter von meinem Haus entfernt. Es war 10.00 Uhr und dort füllten wir Tanks, besprachen die ersten Details für die Fortschritte unserer ersten Reiseetappe, starteten die Motoren um 10.30h und röhrten Richtung Süden los. Sonne und Hitze hatte die Wettervorhersage angegeben. Grund genug, dass ich mit einem Kurzarmhemd bekleidet war; das Regenzeug wohlaufbewahrt in der Box auf dem Rücksitz.

 

Diese Route bis Santos ist von außergewöhnlicher Schönheit; sie führt in einer gewellten Linie entlang dem Meer auf einer mittleren Höhe von etwa 50 Metern und lässt dabei der Region des unberührten atlantischen Regenwaldes Mata Atlântica auf der rechten Seite an unseren Augen vorübergleiten. Die Insel-Stadt Santos ist umgeben von der Gemeinde Cubatão; von dort aus erreicht man in 50 km über die Autobahnen Imigrants und/oder Anchieta die Stadt São Paulo. Zuvor hielten wir jedoch in den ersten 150 km an dem kleinen Supermarkt einer Tankstelle an, um einen Kaffee zu trinken und Ideen über unsere ersten „Schritte“ auszutauschen, ohne dass eigentlich etwas Neues entstand.

 

Ich nutze die Zeit, um einige Züge an meiner Pfeife zu tun. Dann ging es weiter bis zum zweiten Halt, immer entlang der Straße, jetzt also in der Stadt Itariri, 230 km entfernt von unserem Startpunkt. Es war 14.10, die Motoren gefüllt, sodass wir ein wenig die Zeit nutzten, um einen schnellen Snack zu uns zu nehmen, bevor wir wieder die Straße mit dem Namen Rodovia Pe Manuel da Nobrega aufnahmen, die nun in sanften Kurven bis auf 300 m anstieg, bis sie auf die BR116 mit doppelten Pisten stieß, die als Zubringer zwischen São Paulo und dem Süden des Landes dient. Hier auf dem Plateau brach gegen 15.30 h eine Wolke auf und überschüttete uns mit feinen Hagelkörner. Wir waren jedoch bereits unempfindlich gekleidet, denn wir hatten angehalten und uns umgezogen, nachdem wir die ersten Tropfen verspürten.

 

Die Stadt Registro zeigte um 16.30 h ein schönes Abendrot über der noch immer nassen Straße, nachdem der Regen aufgehört hatte. Ich kaufte einen authentischen Ölfilter bei einem Suzuki-Händler in dieser Stradt, wie ich dies am Vorabend bereits telefonisch vereinbart hatte. Danach trugen wir uns im Hotel Avenida ein, welches direkt im Zentrum gelegen ist. Mit Frühstückscafé und Parkplatz kostete mich das genau 42 Reais. Man lieh mir einen Desk Top, damit ich meine E-mails und Nachrichten lesen konnte. Anschließend aßen wir alle drei in einem guten Restaurant direkt neben dem Hotel zu Abend. Zuletzt schaute ich mir auf meinem Zimmer noch die TV-Nachrichten an, bevor ich beim Einschlafen daran dachte, um 6.30 h am nächsten Tag aufzuwachen.

 

Unsere Motorräder sind perfekt: Meines vollbringt eine Reichweite von 24 km mit einem Liter Treibstoff; die Falcom 400 verbraucht einen Liter auf 20 km, befördert jedoch zwei Personen und nicht nur eine, wie mich. Wir sind 323 km weit gekommen, ohne dass ich mich über jegliche Müdigkeit oder körperliche Beschwerden beklagen könnte.

 

Silvia wird die Fotoabdeckung und Videoaufnahmen machen und beabsichtigt, dies während der gesamten Fahrt zu tun. Joseph mit dem GPS auf dem Motorrad fährt vorne, um – wenn notwendig – die Aussparungen und Feinheiten der Straßen in den Städten aufzuspüren und die Kreuzungen zu entwirren, während ich den Weg auf den Straßen öffnen werde, damit sie meine Beschränkungen der Geschwindigkeiten und meine körperliche Fitness entsprechend begleiten.

 

Foto unten links: meine ersten Momente, São Sebastião in Richtung Pazifik verlassend, mit einem Kurzarm-Shirt, als handele es sich um einen einfachen Sonntagsspaziergang.

 

 

 Foto vom Tanken in Registro am 23.2. um 7.20 Uhr

 

 

Zweite Etappe, Donnerstag, 23.-Februar 2012

Stadt Registro, S.P. bis Gen. Carneiro, PR.

 

Wir tanken, verlassen das Hotel Avenida, kommen um 11:00 in Araucária PR (Paraná) an, nachdem wir Curitiba umfahren haben, wobei die Falcom mit Joseph voranfuhr, sein GPS prüfend und bewertend, verfolgend bis zum Zugang der Straße nach Xisto. Im kleinen Araucaria bleiben wir bis 12.40, da Joseph einen geplanten Termin hat und auch für unseren Snack, Nachschub und Ruhe. Bis hierher „segelten“ wir auf trockener Strecke, warm und mit normalem Verkehr; aber von hier an erwarteten uns zahlreiche Momente starken Regens mit einigen wohlbekannten urbanen Sturzfluten, die entsprechende Kleidung verlangten. Man kommt hier nicht umhin, die Effizienz normaler PVC-Stiefel für nur 30,00 Reais zu erwähnen, die aufgrund ihres Komforts nun Teil meines täglichen Lebens geworden sind.

 

 

Gegen 17.30 h finden wir Unterkunft im Hotel N. S. Aparecida (45,00 Reais pro Nacht mit Frühstückskaffee und Parkplatz), am Rande der Straße von Xisto, am Eingang der Stadt General Carneiro, PR, welche wiederum 33 km von der Grenze zum Bundesstaat Santa Catarina liegt.

 

 

Heute haben wir praktisch 500 km zurückgelegt. Um 19.00 h und schon richtig ausgeruht, treffe ich mich mit Joseph und Silvia; wir überqueren die Straße, um in ein gutes Restaurant zu betreten, wo wir zu Abend essen und so wohlgenährt für die wohlverdiente Ruhe zum Hotel zurückkehren.

 

 

 

Dritte Etappe, Freitag, 24. Februar- 2012

Stadt Gen. Carneiro, PR bis São Luiz Gonzada, R.G.S.

Wir füllen die Tanks unserer Motorräder auf, bevor wir uns auf die Straße begeben; es ist 7.50 Uhr. In diesem Moment kommt der Manager des Hotels, in dem wir übernachtet hatten, gelaufen und übergibt mir keuchend das Handy, welches ich auf einem der Nachttischchen am Bett vergessen hatte. Ich fühle mich anerkannt durch die Aufmerksamkeit und verstärkt in der Überzeugung, dass wir überwiegend von guten und verantwortlichen Menschen umgeben leben. Diese Episode war eine der vielen Lektionen des Lebens, bei denen man lernt, bei Übernachtung seine persönlichen Dinge nicht auszubreiten, sondern an einem einzigen Ort im Raum aufzubewahren.

 

Der Bundesstaat Santa Catarina wurde quer durchreist, wo er sich weniger als 100 km vom Fluss Uruguay befindet, welcher die Grenze zum Bundesstaat Rio Grande Do Sul darstellt. Aber diese 100 km, wo die sogenannte Straße „Transbrasiliana“ in den Bergen gebaut oder besser implantiert wurde, sind eine Landschaft von extremer Schönheit, vor allem auf ihrem Höhepunkt, wo sie sich mit der BR282 kreuzt.

 

Ich bereicherte mich an dem mit sonniger Morgendämmerung gesättigten Panorama, denke jedoch, dass weiße Schneebilder in der Winterkälte auch erstaunlich sein dürften.

 

Der Uruguai Fluss entspring etwa 50 km östlich der Brücke an der Grenze beider Staaten und fließt westlich zum Salto Yucumã, von woab er sich nach Südwesten senkt, eine Trennlinie zwischen Brasilien und Argentinien zeichnend. Auf der Brücke über die Grenze zweier brasilianischer Staaten hat der Uruguay Fluss bereits eine erhebliche Größe erreicht und die hohen Flussufer kreieren ein adäquates Szenario für ein dort konstruiertes Restaurant, in dem wir zu Mittag essen, ausruhen und um zehn Uhr morgens Fotografien mit den geeigneten Licht/Schattenbedingungen machen.

 

Weiter geht es, nun im Bundesstaat Rio Grande Do Sul durchqueren wir Erechim und halten um 12.20h in Passo Funda, um nach gefahrenen 278 km nochmals zu tanken und auszuruhen. Danach folgen wir einer neuen Richtung, nunmehr gen Osten und ohne zu halten kommen wir durch Ijui bis wir die Stadt São Luiz Gonzaga erreichen, weitere 280 km, womit wir an diesem Tag eine 558 km Pilotierung komplettieren. Es ist immer noch hell und die Geschäfte der Stadt sind noch aktiv, ein Grund mehr, der uns Gelegenheit gibt, in eine Händler-Werkstadt der Marke Suzuki einzutreten < “Cross Moto Peças”. Rua São João 2356 > , während Joseph und Silvia Runden drehen auf der Suche nach einem Gasthof. Das gefundene Hotel nennt sich “Torre Hotel, - ao lado do Terminal Rodoviário-”(übersetzt: Turm-Hotel, neben dem Busbahnhof), welches zufriedenstellend zu sein scheint, sich aber in Wirklichkeit als ein Etablissment der vierten Kategorie herausstellt, vermutlich unter der Kontrolle der Drogendealer und nicht des Polizeiteams der Stadt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man sich nicht ruhig und friedlich dort ausruhen könnte; ich möchte damit nur sagen, dass ich mich ab einer bestimmten Nachtzeit durch die leisen Bewegungen beim Ein- und Ausgehen seltsamer Einzelpersonen mit apathischen Gesichtern erschreckte, was mich über meine Sicherheit nachdenken ließ. Also blieb ich einige Stunden wach in dieser Nacht, bis alles um 6.40 Uhr mit dem Weckklopfen von Joseph an meine Tür endete. Anderseits erleicherte uns die Nähe des Bus-Terminal zur Stadt den Hin- und Rückweg zum Abendessen, wo man auch das Jornal Nacional (Nachrichten) des TV Globo (Fernsehsender) um 20.30h sehen konnte; der enthielt nämlich die Wettervorhersage.

 

Der heutige Tag war sonnig verschönert und wie erwartet wurde es sehr heiß für jemanden, der mehr als acht Stunden der direkten und indirekten Sonnenstrahlung auf einem Motorradsattel ausgesetzt ist; jene Exposition erhöht den Schutzwert eines Helmes (dessen Benutzung in Brasilien übrigens obligatorisch ist), weil er eine effiziente antithermische Schicht besitzt. Während einiger Tage und Momente dieser Reise habe ich meinen Helm manchmal unter den Wasserhahn gehalten und ihn befeuchtet, bevor ich den Kopf hineingesteckt habe; diese besondere Vorgehensweise war immer vorteilhaft und kühlend.

 

Die in Rio Grande do Sul bereits bereiste Region zeigte ihren Prospero in einer vielfältigen Weite ihrer bebauten Felder wie auch industrieller Gebäude entlang der Straßen und Autobahnen, die dem bergigen Gelände folgten, bis zur Stadt Passo Fundo , wo sie sich langsam bis Ijui entspannte, von dort an sich in langgezogenen Strecken mit asphaltierten Geraden über roter Erde zeigte, die ...

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