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Professor Zamorra - Folge 1126

LEVIATHAN

Von Thilo Schwichtenberg

Den uralten Körper durchlief eine magische Schockwelle. Doch jegliche Magie wurde von ihm aufgesogen, gespeichert und setzte kurz darauf eine Kettenreaktion in Gang.

Die kleinsten Zellen wurden wieder zum Leben angeregt, luden sich auf, verbanden sich zu lebenden Inseln, wie auch diese sich wiederum zu größeren Einheiten zusammenschlossen. Nervenbahnen begannen zu zucken, und auch das Blut wurde in Schwingungen versetzt. Dann schlug das Herz. Kraftvoll, machtvoll. Und der Verstand setzte ein.

SIE war zurück. Und würde diese Welt aufs Neue heimsuchen!

Hölle

Wieder und wieder verschoss Melmar seine klebrigen Fäden in Richtung des Feindes. Doch Merador, der Reptildämon, taumelte, flog und schlug noch immer Haken, obwohl er durch das Lähmungsgift des Spinnendämons bereits geschwächt sein musste. Die große, geflügelte Echsengestalt wirbelte mit den kraftstrotzenden Hinterläufen jede Menge an Staub auf, die sie mit den ledrigen Flügeln auch noch dermaßen verwirbelte, dass Melmar trotz seiner tausend Augen hin und wieder seinem Opfer blindlings folgen musste.

Normalerweise standen Reptildämonen nicht auf dem Speiseplan der Spinnen, ja, es gab sogar Zeiten, da hatten beide Dämonenrassen mehr oder weniger Seite an Seite gegen die Herrin vom See gekämpft. Doch Lilith, die sich nach der Vernichtung des großen Zaahr sowie des Bargors zur neuen Fürstin der Finsternis aufgeschwungen hatte, hatte sich eine äußerst perfide Strafe für die Verlierer ausgedacht: Sie wollte insgesamt sechshundertsechsundsechzig Trophäenköpfe der Reptildämonen, Spinnendämonen, Bargoren und Teufelinnen, die die Hauptstreitkräfte von Zaahrs Armee ausgemacht hatten. Dadurch hatte sie die ehemals führenden Dämonenrassen auf lange Zeit gegeneinander aufgehetzt und vom Kampf um den Höllenthron abgelenkt. Wer auch immer von den Familien ihr einen Kopf brachte, wurde von ihr stigmatisiert, sodass er von den anderen nicht mehr gejagt werden dufte.

Das war die eine Seite. Auf der anderen gab es natürlich die Rache. Merador hatte es auf eine Spinnendämonin abgesehen und ihr eine Falle gestellt, in dem er ihre Brut geraubt, die Eier vorsichtig geöffnet, die Kleinen getötet und an ihre Stelle die gefährlichen Traumsteine eingesetzt hatte. Nachdem sie über der vermeintlichen Brut eingeschlafen war, hatte er sie geköpft und Lilith den Kopf präsentiert.

So war er seiner Meinung nach aus dem weiteren Kampf fein heraus.

Dumm war nur, dass die Geköpfte einen Lebensgefährten besaß, der den Spieß umdrehte und sich jetzt rächte. Der Spinnendämon hatte Merador eine Falle gestellt, in die dieser auch prompt geraten war. Welches dämonische Reptil konnte schon einem verletzten Zweistampfer widerstehen? Dem Spinnendämon war es ein Leichtes gewesen, dem fressenden Dämon seinen Giftstachel in die ledrige Haut zu treiben.

Einzig die Tatsache, dass der Reptildämon stärker als Melmars Spinnengift war, hatte dieser nicht bedacht. Doch es war nur eine Frage der Zeit, bis das Gift den Geflügelten so weit geschwächt hatte, dass ihm Melmar endlich den Garaus machen konnte.

Gerade versuchte Merador einmal mehr erfolglos vom Boden abzuheben. Er sprang und breitete seine Flügel so weit es eben noch ging aus. Plötzlich blieb er mitten in der Luft hängen. Melmar gab ein schrilles Pfeifen von sich. Jetzt hatte er ihn! Er stieß sich ebenfalls vom Boden ab und sprang den Reptildämon an. Einmal mehr stieß er die Nadel, die aus seinem aufgedunsenen Hinterleib ragte, in die grünbraune Schuppenhaut des Gegners. Mit seinen Fresswerkzeugen schnappte er zeitgleich nach der Leguanschnauze des anderen.

Jetzt erst registrierte Melmar, dass etwas nicht stimmte. Seine behaarten Beine hingen in der Luft! Nein, sie standen auf etwas Dunklem! Hinter dem Feind schimmerte es schwarz. Oder doch nicht? Jetzt flimmerte dort wieder die trockene Luft der Ebene.

Nein, das was da leuchtete war Schwärze! Die beiden Kontrahenten klebten an einer Art Fenster … oder besser: einer Art Öffnung!

Der Spinnendämon hatte noch nie ein Weltentor gesehen, aber schon davon gehört. Sollte es sich hier etwa um ein solches handeln? Aber würden sie dann nicht auf die andere Seite fallen?

Der Schmerz kam abrupt. Merador hatte die Gunst des Augenblickes genutzt und Melmar in seinen behaarten Vorderleib gebissen. Reflexartig hieb der Spinnendämon seine Hauer in den Hals des Reptils. In diesem Augenblick verfärbte sich das flackernde Fenster. Schwarz glimmende Spiralen, gebildet aus dem Blut der Feinde, begannen sich langsam auf dieser Scheibe zu drehen. Und noch etwas mischte sich quecksilberfarben hinein, wie die Spinne panisch feststellte.

Ihre magischen Lebensenergien!

Melmar spürte, wie ihm plötzlich das Leben ausgesaugt wurde. Das Fenster flackerte und vibrierte. Dann stabilisierte es sich. Der Spinnendämon versuchte sich vom Gegner zu lösen, was ihm aber nicht gelang.

Beide klebten nun als Opfer an dieser Öffnung! Merador wand sich in Schmerzen und schaffte es, sich halb zu drehen. Schon tauchte Melmars Körper tatsächlich in die Oberfläche ein. Plötzlich befand sich sein aufgedunsener Hinterleib in Wasser! Die Spinne pfiff erschrocken auf, als auch schon die Fresswerkzeuge Salz schmeckten.

Aus einem Reflex heraus drehte und wand sich Melmar. Die Wunden der Kontrahenten rissen immer weiter auf. Blut und Lebensmagie vereinigten sich mit der Oberfläche des Weltentors. Rasend schnell wurde die Spinne schwächer und auch der Feind sackte in sich zusammen.

Die Öffnung knisterte, dann entlud sich ein wahrer Magiewirbel auf die andere Seite. Im selben Augenblick brach die Öffnung wieder in sich zusammen. Die ausgesaugten Körper von Spinne und Reptil fielen in den staubigen Sand der Hölle und vertrockneten innerhalb weniger Augenblicke selbst zu Staub.

Von einem Übergang war nicht mehr das Geringste zu sehen …

***

Meeresboden, Atlantik, nordafrikanische Westküste, ca. 90 Kilometer nördlich von Dakar

Die Muräne lag unbeweglich in ihrer Höhle. Ihre Beute, mehrere braunrotgestreifte Fische, schwammen noch nicht nah genug an ihr vorüber. So hieß es also warten.

Unter ihrem Versteck fiel der Meeresboden nahezu senkrecht in die Tiefe. So tauchten immer wieder ganze Fischschwärme unvermutet vor ihrer Behausung auf. Meistens musste sie sich nicht einmal groß anstrengen, um einen der begehrten Leckerbissen in ihre Höhle zu ziehen.

Gleich, gleich musste es so weit sein. Einer der Fische, der größte der kleinen Gruppe, kam gefährlich nah an sie heran. Die Muräne spannte ihre Muskeln. Gleich würde sie hervorstoßen und ihre Fangzähne in das Fleisch der Beute schlagen!

In dem Augenblick, in dem der Jäger sein Versteck verließ, stob der kleine Schwarm auseinander. Nahezu panisch schossen die braunrotgestreiften Fische in Richtung Oberfläche davon. Die Muräne schoss ins Leere und erstarrte förmlich.

Weit unter ihr, im Dunkel des Ozeans, glomm und pulsierte es. Plötzlich brandete eine Welle voll unbändiger boshafter Stärke über die Muräne hinweg. Ihre Muskeln erschlafften, bewegungslos sank der große Körper in die Dunkelheit.

Tiefer und tiefer trudelte das Tier. Hin und wieder stieß es gegen einen Felsvorsprung, einmal verhakte es sich kurz in der verkrusteten Schiffswand einer alten Galeere. Allein der Sog war stärker. Die zunehmende Tiefe presste der Muräne den Lebensatem aus, doch der Kadaver sank unaufhörlich auf das Glimmen zu.

 

In der Finsternis irrlichterte es. Von oben gesehen war es ein neongrüner, langsam pulsierender Leuchtfleck. Doch aus der Nähe betrachtet, schien es, als wäre der hintere Teil des Leuchtens von einem scharfen Messer von oben nach unten perfekt abgeschnitten worden. Das Strahlen drang unkontrolliert aus einer Art Öffnung, die senkrecht über dem Meeresboden zu schweben schien.

Wann immer das Leuchten erstarb, wäre hinter der Öffnung eine verdorrte Landschaft zu erkennen gewesen. Doch zwei sich windende und gegeneinander kämpfende Körper versperrten größtenteils die Sicht auf die andere Seite.

Die Spiegelfläche wurde bald von schwarz glimmenden Schlieren durchzogen, in die sich nach und nach quecksilberfarbene Streifen hineinmischten. Dann wieder erlosch das Bild und die Umgebung versank in Schwärze, nur um im nächsten Moment wieder grell aufzuleuchten.

Die Öffnung stabilisierte sich immer deutlicher, je mehr Silber sich in die Spiralen auf der Oberfläche mischten. Mit einem Mal durchstießen die Körper von der anderen Seite tatsächlich die Oberfläche und drangen in das kalte Meerwasser ein. Ein schriller Pfiff war zu vernehmen, daraufhin flackerte wieder alles und brach zusammen.

Dann, endlich, entlud sich die angestaute Lebensenergie in einer massiven Eruption. Neongrüne, blaue und rote Magiewellen rasten aus der Öffnung in die Dunkelheit. Zum einen schossen sie in die Unendlichkeit des Meeres, zum anderen trafen sie gezielt auf massiven Stein und durchdrangen ihn. Durchdrangen porösen Fels, durchdrangen einen, mit einem uralten Körper vollständig ausgefüllten, Hohlraum und erweckten das, was für immer im Fels hätte eingeschlossen bleiben sollen, aus seiner Lethargie.

***

Den uralten Körper durchlief eine magische Schockwelle. Doch jegliche Magie wurde von ihm aufgesogen, gespeichert, und setzte kurz darauf eine Kettenreaktion in Gang. Die kleinsten Zellen wurden wieder zum Leben angeregt, luden sich auf, verbanden sich zu lebenden Inseln, wie auch diese sich wiederum zu größeren, lebenden Einheiten zusammenschlossen. Nervenbahnen begannen zu zucken, und auch das Blut wurde in Schwingungen versetzt. Dann schlug das Herz. Kraftvoll, machtvoll. Und der Verstand setzte ein.

Kurz nur kam der gigantische Körper zur Ruhe, dann explodierte das uralte Wesen förmlich in seinem Gefängnis. Es sprengte, aufgeladen durch die magischen Energien, die Ketten, sprengte den Stein und spürte das Wasser. Nach all den Äonen! Es wand sich, schlug mit Flossen, Schwanz und Tentakeln um sich, vergrößerte seinen Kerker Meter um Meter und war endlich frei.

SIE, die in den Fels Gebannte, war erwacht. Ein tiefes Grollen entzündete sich in IHREM Inneren, dann öffnete SIE den riesigen Schlund und brüllte IHRE neue Freiheit durch die Wasser der Erde.

SIE war zurück. Und würde diese Welt aufs Neue heimsuchen!

***

Auf der Straße zum Château Montagne
Frankreich

»Merde! Verdammt!« Pascal Lafitte wäre liebend gern nicht nur von seinem Rad gestiegen, sondern hätte es auch gleich noch in hohem Bogen den Abhang hinunter befördert.

Stattdessen starrte er jetzt finster die noch dunkler gewordenen Regenwolken an, die sich inzwischen am Horizont breitmachten.

In tiefen Zügen sog er die Luft ein. Er musste wieder einmal verschnaufen. Die Schwüle war erdrückend. Doch so, wie es aussah, würde sein Körper bald schon die Nässe nicht nur selbst produzieren, sondern auch noch gratis von oben erhalten. »Super. Ganz toll.«

Die Hälfte der Strecke zum Schloss hinauf lag bereits hinter ihm. Doch nun war es tatsächlich aufgezogen, das angekündigte und spontane Gewitter. Er musste ja unbedingt die Warnung der Radiomoderatorin in den Wind schlagen, nur weil heute früh alles so verdammt freundlich ausgesehen hatte.

Reichlich verdrossen schwang sich Pascal wieder auf sein Rad. Vielleicht schaffte er es doch noch vor dem Regenguss ins Schloss. Missmutig trat er in die Pedale.

Der Endvierziger fluchte vor sich hin. »Und warum das alles?« Wegen seiner Gesundheit. Weil er es wieder einmal hatte schleifen lassen.

Den Bugschuss hatte er von Madame le Docteur Roux, seiner Hausärztin, ja schon vor längerer Zeit erhalten. »Entweder Sie tun etwas für ihre Gesundheit oder Sie müssen Tabletten schlucken.«

Da ihm die Gesundheit wichtiger als der innere Schweinehund war, hatte er damals wieder begonnen Fahrrad zu fahren. Und da das Schloss auf einem Hügel lag, brachte das eine zusätzliche sportliche Betätigung.

Anfangs war alles gut gelaufen. Der Blutdruck hatte sich wieder auf einen normalen Wert eingepegelt. Madame Roux war zufrieden und somit auch Pascal.

Doch dann kam die ungemütliche Jahreszeit. Herbststürme, Herbstlaub, regenglatte Straße. Als er dann auch noch einen platten Reifen zu beklagen hatte und das Fahrrad gleich noch mit zur Inspektion gab, da musste er ja zwangsläufig wieder auf das Auto zurückgreifen. Oh, wie behaglich fuhr es sich in seinem Inneren! Mochte der Sturm noch so rütteln, er, Pascal, saß sicher, trocken und bequem in seinem treuen Gefährt.

Dann kam der Winter. Das bedeutete noch mehr Kälte, Glatteis und vor allem Schnee. Das war viel zu gefährlich für das Fahrrad! So ließ er den Winter erst einmal vorüberziehen. Obwohl, manchmal hatte er sogar das Fenster während der Fahrt herunter gelassen, um die Kälte einzuatmen. Das stärkte doch auch ein wenig die Gesundheit. Na ja, und im Frühjahr gab es auch wieder jede Menge Schmuddelwetter, das ihn in der behaglichen Atmosphäre seines Kleinwagens weiterhin gefangen hielt.

Irgendwie hatte er es dann vergessen, wieder auf das Fahrrad umzusteigen.

»Was soll das bitteschön bedeuten?« Madame le Docteur hatte ihn durchdringend angesehen und ihm den viel zu hohen Blutdruckwert präsentiert. »Sie fahren doch noch mit dem Rad? Oder etwa nicht?«

»Na ja, also, das war so«, hatte es Pascal zumindest versucht. Doch dann musste er draußen, an der Rezeption, das Rezept abholen und war mit hängenden Schultern in die Apotheke getrottet. Nun nahm er also blutdrucksenkende Mittel.

Doch noch gab es Hoffnung! Mittels Fahrradfahren konnte er alles wieder ins Lot bringen. Hatte Madame Roux gesagt. Und nun fuhr er wieder und mühte sich ab. Nur um diese dämlichen Tabletten loszuwerden. Und Nadines Lächeln zu diesem Thema. Denn wann immer er seiner Göttergattin von seiner Sorge um die Gesundheit erzählte, geruhte sie ihm mit einem Schmunzeln und Augenzwinkern zuzuhören. Das musste aufhören. Sie scherte sich nicht im Mindesten um seine Gesundheit, sagte maximal »Oh, du armer schwarzer Kater« zu ihm und streichelte seinen Bauch.

Frauen! Sie nahmen die Krankheiten ihrer Ehegatten nie so richtig ernst.

»Ha!«, entfuhr es Pascal. »Die Tabletten!« Er hatte sie vergessen.

In diesem ganzen Hin und Her, ob er nun Radeln oder Autofahren sollte, hatte er seine Tabletten vergessen. Am Mittag musste er sie doch einnehmen!

Pascal stoppte und nahm das Handy zur Hand. Er ließ Nadine gar nicht erst zu Wort kommen. »Lach jetzt nicht. Ich habe die Tabletten vergessen. Kannst du sie mir bringen?«

»Schatz. Du wirst nicht gleich sterben, wenn du sie heute erst am Abend nimmst«, flötete Nadine zurück.

»Sterben nicht. Aber ich kann einen Schlaganfall bekommen und halbseitig gelähmt sein. Oder ich bekomme einen Hirnschlag und werde dann von dir nichts mehr wissen. Mon dieu! Oder eine Lungenembolie …«

»Schatz!« Nadine unterbrach ihn. »Ich bring sie dir.« Sie legte auf.

Pascal atmete auf. Dann traf ihn der erste Tropfen.

»Na ganz toll«, knurrte er missmutig und trat in die Pedale. »Was für ein toller Tag. Schlimmer kann es ja wohl nicht werden.«

***

Die Dimension des Fürsten der Finsternis

Die Irrwische gaben sich ja wirklich die allergrößte Mühe.

Trotzdem, es reichte nicht. »Ihr zehn da oben links! Schon mal was von Gleichklang gehört?«

Mit einem Zischen rieselten ihre Überreste zu Boden. Schon begannen die übrigen Wattebäusche vor Angst zu zittern.

»Der Rest ist schon fast akzeptabel.«

Die rötlich schimmernden Irrwische leuchteten vor Stolz eine Spur stärker auf.

»Und jetzt weiter!«

Nun ja. Sie waren eben die dümmlichste und niederste Schicht der Schwefelklüfte. Auf der anderen Seite, das musste sich Zarkahr eingestehen, waren sie die perfekten Untertanen. Sie waren so verdammt anhänglich und treu und trotz allem Schwund stets zu begeistern. Wann immer er ihnen auch nur den Hauch einer Hoffnung gab, liefen sie sofort wieder in der Spur. Man konnte sie so herrlich aufbauen und dann …

»Heda! Der ganze rechte Flügel sieht aus wie von Lucifuge Rofocale!«

Wieder verpufften Hunderte der kleinen Wattebäusche einfach so.

»Ihr da! Übernehmen.« Eine neue Hundertschaft löste sich von der Höhlenwand und übernahm, noch etwas zitternd in ihren Bewegungen, den frei gewordenen Flügel. »Strengt euch gut an. Ihr wollt doch euren Fürsten zufriedenstellen? Oder?« Er hob nur leicht seine Zeigekralle.

Zarkahr gönnte sich ein anrüchiges Grinsen. Was er sah, gefiel ihm.

Vor dem Fürsten der Finsternis tanzte eine aus Myriaden von Irrwischen gebildete überdimensionale Teufelin ein höllisches Ballett.

Lasziv, in völliger Stille, drehte sie sich nur für ihren Herrn.

»Pffff.« DER CORR trommelte mit den Krallen auf der Armlehne seines Throns herum. Ja, sie waren ganz nett anzuschauen. Aber vor allem konnten sie mit der Zeit so verdammt langweilig werden!

Und langweilig bedeutete, dass er sich nicht mehr von ihnen ablenken lassen konnte. Was dazu führte, dass er wieder an das eigentliche Problem denken musste. An die unbekannte Dämonin, die vorgab, die neue Fürstin der Finsternis zu sein.

Diese Dreistigkeit in Person! Sie hatte es tatsächlich gewagt, ihn aus der Hölle auszusperren! Ihn! DEN CORR!

Mit einem leisen »Puff« verschwand der Kopf der Irrwisch-Dämonin. Wütend wies er mit der Zeigekralle auf die nächste Hundertschaft.

Dabei stand einzig ihm der Thron des Fürsten der Finsternis zu!

Zarkahrs Gedanken kehrten noch einmal an den unsäglichen Augenblick der Schmach zurück.

Er hatte es endlich zurück in die Hölle geschafft. Der Thron lag zum Greifen nahe, doch dieses unbekannte Dämonenweib hatte eine weißmagische Schutzkuppel um das Höllentor legen lassen, sodass zwar die bösen, nichtmagischen Seelen, nicht aber die Dämonen in die Hölle konnten. Er war ausgesperrt! Und dieses arrogante Weib hatte ihn verhöhnt! Tat so, als wüsste sie nicht, wer da vor ihr stand. Diese dumme Engelspute!

Jetzt rieselten auch die Flügel der Irrwischdämonin zu Boden.

So war auch dieser Versuch, die Macht in der Hölle an sich zu reißen, gescheitert.

Verdammt! Jetzt erinnerte er sich auch noch an die vorletzte Schmach! Damals hatten die Vorzeichen mehr als gut gestanden, Stygia von ihrem Thron zu fegen. Sie war deutlich geschwächt durch diesen Asael gewesen. Deswegen hatte er eine Allianz mit anderen Dämonen geschlossen. Sogar Astaroth hatte sich in seine Dienste gestellt. Sein Heer war so gewaltig, dass ihm die unterbelichtete Stygia mit ihrer Armee fast nichts entgegensetzen konnte. Und nicht einmal der Verrat von Belzarasch hatte daran etwas ändern können.

Dann waren die vier apokalyptischen Reiter aufgetaucht. Noch immer konnte sich DER CORR nicht vorstellen, wie Stygia das hinbekommen hatte. Dafür war sie doch viel zu schwach gewesen! Doch als die Reiter ihren Vernichtungsfeldzug begannen, rollte eine Welle der Angst durch das Magische Universum. LUZIFER persönlich schrie in völliger Panik um Hilfe. Die Pein des KAISERs war so stark, dass sie Zarkahr das Bewusstsein raubte.[1]

Das nächste, an das er sich erinnern konnte, war, dass er sich zusammen mit Astaroth und Stygia in einer ihm unbekannten Landschaft befunden hatte. Noch dazu gefesselt! Zeit zum Nachdenken hatten sie auch da nicht bekommen, denn irgendwann wurden sie durch eine erneute Angstwelle auch daraus hinweggefegt und wachten erst auf der Erde wieder auf.

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