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Professor Zamorra - Folge 1078

Der Blutstein

von Thilo Schwichtenberg

Er stand unbekleidet vor ihnen und zitterte. Ob vor Kälte oder Angst, vermochte er nicht zu sagen.

Das Tribunal betrachtete ihn kritisch.

»Du willst also wieder mein Freund sein.« Zamorra lächelte überheblich.

Moni riss die Hände nach oben, lachte hämisch und streckte lange Spinnenfinger begierig in seine Richtung. »Jetzt mach mir endlich mein eigenes Kind!«

Dann ruhten aller Augen auf Sara Moon.

Die ließ sich Zeit. Mit versteinerter Miene musterte sie ihn von oben bis unten und verzog dabei das Gesicht. Ganz so, als wenn sie auf faules Fleisch gebissen hätte.

»Also gut. Von nun an bist du ein Mensch. Verletzlich und schwach.« Sie grinste verschlagen.

»Danke«, murmelte Robert Tendyke. Er hatte es selbst so gewollt. Und so unterdrückte er seinen Hass …

… und erwachte.

Château Montagne

»Chéri?«

Wo kam denn jetzt diese Stimme her? »Hm?«

»Wir sollten aufstehen.«

Aufstehen? Zamorra fühlte sich wie ein zufriedener Sack Zement. »Es ist noch nicht einmal gefühlt Mittag.«

»Dennoch weisen beide Zeiger der Uhr ganz nach oben.«

»Egal. Kommen Sie später noch mal vorbei.«

»Schatz, ich liege neben dir.«

»Dann sei leise.«

Nicole hatte ja recht. Doch es blieb die Frage, ob er überhaupt aufstehen wollte.

Trotz des mittelschweren Kopfes fühlte sich Zamorra gut. Rob war wieder da. Es lag etwas Tröstliches in dem Gedanken, dass mit seinem Freund jetzt alles in den richtigen Bahnen lief.

Zumindest schien es so – auch wenn Rob angesichts der Tatsache, dass seine Cousine Sara Moon ihm einen Ausweg aus seiner Dämonenwerdung gezeigt hatte, für Zamorras Geschmack ein bisschen zu wenig Enthusiasmus zeigte. Doch Zamorra wollte sich von seinen Sorgen nicht den Tag verderben lassen. Rob war bei ihnen, das musste fürs Erste reichen. Er genehmigte sich ein Stöhnen, als Finger ihm zärtlich über Schulter und Rücken strichen.

»Ja«, murmelte er, »mach weiter. Ich will nie wieder aufstehen. Das ist das Ende aller Serienstaffeln. Das Gute hat gesiegt, die Helden gehen in Pension.«

»Schatz, du verschließt die Augen vor der Wirklichkeit. Du möchtest den gestrigen Abend für immer festhalten, doch leider hat die Produktion anders entschieden. Die Serie läuft weiter.«

Ihm wurde die Decke fortgezogen.

Er fasste sie im letzten Moment und zog sie sich wieder über den Rücken. »Zwischen den Staffeln ist aber immer eine Pause.«

»Nicht, wenn Caermardhin-Production unbedingt weiterdrehen will.«

Die Decke war nun vollends verschwunden. Zamorra musste wohl oder übel die Augen öffnen.

Was er sah, ließ ihn lächeln. »Du bist wunderschön.«

Nicole grinste frech. »Ich weiß, mein müder Serienheld.«

Etwas knurrte verhalten.

Nicole zog die rechte Augenbraue nach oben, dann war ihr Körper über dem Seinigen. Auf Handballen und Knien gestützt knurrte sie in direkter Wolfskonkurrenz: »Dein Magen ruft wohl nach Menschenfleisch.«

Zamorra versuchte sie ausdruckslos anzusehen. »Falsch.«

»Falsch?«

»Nicht der Magen.«

»Nicht? Wer dann?«

Jetzt knurrte auch Zamorra. »Na … ich!«

Nicole lachte leise. Sie beugte sich herab und küsste Zamorra auf die Nase. Etwas enttäuscht sah er auf.

»Mehr gibt es jetzt nicht«, sagte Nicole und wurde ernst. »Ich hätte dich weiterschlafen lassen, aber ich habe gerade im Arbeitszimmer am Computer gearbeitet, als sich Sara gemeldet hat.«

Zamorra musste grinsen. »Über den Computer? Sie hat entdeckt, dass sie magisch chatten kann. Merlin’s Daughter nennt sie sich.« Bei der Erinnerung daran musste Zamorra lachen. Er hatte das der ernsten und manchmal sogar humorlos wirkenden Sara gar nicht zugetraut.

Nicole grinste. »Das hat sie wirklich, ich war ganz schön überrascht. Sie wollte übrigens sagen, dass du Robert aus Florida holen sollst. Sie erwartet euch in Caermardhin. Sie hat das erste Artefakt aufgespürt, das sie für den Tunnel braucht. Sie hat allerdings etwas auf einer anderen Welt zu tun, daher wird sie die Suche dir überlassen. Sie meinte doch, dass die Zusammenarbeit mit dir eine erste Bewährungsprobe für Rob sein könnte.«

Zamorra nickte nachdenklich. »Ich verstehe.« Er richtete sich auf, um aufzustehen und sich anzuziehen, doch Nicole ließ es noch nicht zu. »Es ist dringend, ja«, murmelte sie.

»Aber Sara kann sicher noch ein halbes Stündchen warten …«

***

Harz
Höhlenwohnungen in Langenstein

»Wenn er jetzt nicht kommt, dann …« Gerald brach den Satz ab und zwang sich stehen zu bleiben. Wenn er weiter so machte, war bald ein Kreis im Sandsteinfußboden zu sehen.

»Der sucht uns garantiert schon. Sieht hier ohnehin alles gleich aus.« Marko, der am Eingang stand, fuhr weiter ohne aufzusehen mit dem Finger auf seinem Smartphone herum.

»Dann ruf ihn an.«

»Er hat kein Handy.«

»Wie bitte?« Mit was für Versagern musste sich Gerald hier abgeben?

Bleib ruhig, sagte er sich, alles ist in Ordnung. Der Dämon hat natürlich einen guten Grund, dass er mir diese zwei Flachpfeifen an die Hand gegeben hat. Gerald grinste unwillkürlich. Ich bin der Boss und die werden künftig die Drecksarbeit für mich verrichten.

»Hauptsache, er bringt das Opfer mit.«

Marko, der angehende Rechtsanwalt, nickte nur, während er die nächste Nachricht in sein Smartphone tippte.

Gerald verdrehte die Augen, sah auf den vorbereiteten Altar und verließ die Höhlenwohnung. Er betrachtete den Eingang, der im letzten Licht der untergehenden Sonne golden zu leuchten begann. Eine in den Sandstein gehauene Häusersilhouette mit Tür, zwei Fenstern und einem angedeuteten Vordach ließ erahnen, dass hier einmal eine komplette Familie gelebt hatte.

Langenstein – das waren einige Dutzend Höhlenwohnungen, die hier vor fast zweihundert Jahren in den Sandstein getrieben worden waren. Einige wurden sogar bis ins 20. Jahrhundert hinein bewohnt. Dann hatte sich der Wunsch nach Komfort durchgesetzt.

Dennoch, die Wohnungen waren keine Elendsquartiere, sondern herkömmlichen Häusern in mancher Hinsicht durchaus überlegen. Solche Behausungen waren im Sommer kühl und im Winter warm. Der eiserne Ofen stand an der Wand und heizte den Sandstein auf, der die Wärme speicherte und wie ein Kachelofen langsam wieder abgab. Einstmals hatten sich Glasfenster mit Blumenkästen in der Vorderwand des Felsens befunden. Gepflegte Vorgärten gehörten ebenfalls dazu. Links vom Flur befand sich die Stube, rechts die Schlafkammer und geradeaus die Vorratskammer und Küche. Die Wände waren geweißt, oft auch farbig gehalten. Außen hatten die Bewohner häufig Stallungen angebaut.

Machten sich die Kinder damals einen Spaß, so legten sie ein Stück Glasscherbe auf die Schornsteinöffnung, die durch den Berg getrieben worden war. Der Rauch trieb dann die schimpfenden Hausbewohner ins Freie.

»Pah«, zischte Gerald. Er hätte den Gören zügig beigebracht, was sie hätten tun dürfen und was nicht! Er hätte sie alle eingesperrt und richtig schön durchgeräuchert. Das hätten die sich bei ihm nur einmal gewagt. Na ja, aus und vorbei. Hier lebte schon lange keiner mehr.

Als Lokalpolitiker wusste er natürlich von dieser leider recht unbekannten Touristenattraktion. Lokalpolitiker! Der ehrgeizige Mittdreißiger grinste breit. Das würde demnächst der Vergangenheit angehören. Bald wurden die Listenplätze für die nächsten Wahlen vergeben. Und dank ein wenig dämonischer Hilfe würde er rasch in die Bundespolitik aufsteigen, vielleicht eines Tages sogar das höchste Amt im Staat innehaben.

Gerald war unheimlich stolz darauf, dass der Dämon ihn gefunden hatte und nicht umgekehrt. Ihn! Was für ein Potenzial musste also in ihm stecken, wenn sogar Dämonen auf ihn aufmerksam wurden!

»Wir bewundern deine anpackende Art«, hatten ihm bei einer langweiligen und lauten Saalveranstaltung plötzlich zwei auffallend gut aussehende junge Männer anvertraut. Gerald hatte sich über vieles in den ersten Sekunden dieser Begegnung gewundert: Wie konnten zwei Menschen nur so gleich und makellos und perfekt aussehen? Wie konnten sie als eine Person sprechen? Wieso hörte er ihre Stimme, obwohl die Musik doch alles überlagerte? Später, als der Dämon sich zu erkennen gegeben hatte, hatte Gerald diese Art von Fragen schnellstens eingestellt. Der angebotene Pakt war viel zu verlockend, um sich zu fragen, ob alles mit rechten Dingen zuging. Eine steile Karriere gegen ein paar Aufträge und seine Seele, was war das schon?

Gerald musste jetzt noch lachen. Als Atheist war ihm seine Seele völlig egal. Er wollte Macht, schnellstmöglich, und die würde er nun bekommen. Doch als Erstes würde er heute den Vorsitz über die neue Sekte erhalten. Er würde in ein paar Minuten der Stellvertreter des Dämons werden!

Wenn Adalbert nicht alles versauen würde.

»Gottseidank, ich habe euch gefunden!« Der Neuankömmling keuchte, so schwer schien das Paket zu wiegen, an dem er schleppte.

»Bist du noch ganz klar im Kopf, Pfaffe?«, blaffte Gerald. »Du kannst doch hier nicht mit dem lieben Gott kommen!«

»Oh!« Adalbert schluckte. »Das hatte ich vergessen. Das wird nicht wieder vorkommen.«

»Wo hast du das Opfer?«

»Hier.« Der in die Jahre gekommene Pfarrer, der trotz seines Amts eine Schwäche für alles Weltliche besaß, ließ einen Jutesack vom Rücken gleiten. Als der Beutel auf den Boden plumpste, stieß der Geistliche einen erleichterten Seufzer aus. Sein Gesicht war von der bisherigen Anstrengung gerötet und das schüttere Haar klebte am Kopf.

»Was hast du da mitgebracht? Ein … Kind?« Gerald schluckte. Das war wohl einer der unschönen Teile seines neuen Lebens. Ob er sich daran gewöhnen würde?

»Nein!« Adalbert sah ihn entrüstet an. »Doch kein Kind!«

»Was dann? Eine halbe Frau?«

»Nee«, druckste der Kirchenmann herum. »Etwas anderes. Ist mir vorhin vors Auto gelaufen.«

»Ein Bernhardiner?«

»So ähnlich.«

Der Sack bewegte sich.

»Gottseidank lebt es noch.« Gerald war ein wenig beruhigt, dann musste er schlucken. Jetzt hatte er dieses Wort in den Mund genommen! Doch die anderen schienen es glücklicherweise nicht zu bemerken.

Sie betraten die Höhlenwohnung und entzündeten die schwarzen Kerzen.

Adalbert betrachtete kritisch die umgedrehten Kreuze. »Und das brauchen wir alles für eine schwarze Messe?«

»Stand so im Netz«, sagte Marko und tippte noch immer in sein Smartphone.

»Jetzt ist es aber genug!«, stieß ihn Gerald an, und an Adalbert gerichtet schnauzte er: »Und jetzt mach den Sack auf.«

Ein großer Klumpen aus Fell, an vielen Stellen blutrot gefleckt, rutschte heraus.

»Was ist das? Ist das ein … Luchs?«

Der Pfarrer nickte. »Ist mir vors Auto gelaufen. Ich dachte, dass es für das erste Opfer ausreicht. Oder?«

Gerald nahm sich vor, auf Adalbert zu zeigen, wenn der Dämon ausrastete. »Wir werden sehen«, knurrte er stattdessen.

Er gab jedem von ihnen eine scharlachrote Kutte, auf der vorn ein großes goldenes »B« prangte. In Zukunft würde das die Kleidung für die geheimen Zusammenkünfte, die schwarzen Messen und die Anrufung des Dämons werden.

»Ist euch bewusst, dass wir von nun an Geschichte schreiben?« Gerald sah seine Untergebenen der Reihe nach an. Wen er zu seinem Stellvertreter ernennen würde, hatte er bisher nicht entschieden. Sie würden sich erst beweisen müssen. »Dies ist der Beginn einer großen Sekte, die die Welt nach unseren Vorgaben verändern wird.«

»Du meinst nach den Vorgaben des Dämons«, korrigierte ihn Marko.

»Mir würde auf jeden Fall ein nie endender Nachschub an Frauen reichen«, flüsterte Adalbert und seine Augen leuchteten vor Gier.

»Und mir leichte Fälle und schwerreiche Kunden, sodass alles wie von selbst läuft.« Marko sah etwas desinteressiert aus.

»Gut«. Gerald wusste nicht, ob er den Kopf schütteln oder nicken sollte. Er entschied sich fürs Ignorieren.

Sie zogen sich die Gewänder über. Einzig Adalbert kämpfte mit dem Kleidungsstück, da es sich nur schwer über seine beachtliche Leibesmitte ziehen ließ. Der Pfarrer zog und zerrte und schnaufte und als er endlich fertig war, sah er eher wie eine lustige Karnevalsfigur aus.

Der Dämon hat seine Gründe, die muss er ganz einfach haben, solche Leute zu rekrutieren!, zwang sich Gerald zum wiederholten Male zur Ruhe.

Zum Glück war der Luchs so schwer verletzt, dass er beinahe tot war, sodass es ihnen leichtfiel, das Raubtier an den zum Altar umfunktionierten Holztisch zu nageln.

Gerald nahm das Messer und schnitt langsam den Bauch des Wildtieres auf. Dann griff er hinein.

Wenn das ein Mensch gewesen wäre …!, dachte er angeekelt. Er zog und zerrte sämtliche Eingeweide nach draußen und bugsierte sie in die große blecherne Schale. Er goss Spiritus darüber und zündete alles an. Es qualmte und stank entsetzlich. So mussten sich also damals die Höhlenbewohner gefühlt haben, wenn die Kinder Glasscherben auf die Schornsteine gelegt hatten. Gerald versuchte, Luft zu holen, ohne zu atmen und warf schließlich einen schwarzen Faden ins Feuer, den er von dem Dämon erhalten hatte.

Der Lokalpolitiker schloss die Augen und konzentrierte sich. Jetzt nur nichts falsch machen! »Herr, wir rufen dich. Herr, wir begehren deine Hilfe. Herr, wir bieten dir unser Innerstes an.«

Gerald versuchte die Stimme besonders tief klingen zu lassen. Der Dämon hatte ihm keinen Leitfaden zur Anrufung an die Hand gegeben. Sie hatten sich das Ritual selbst ausdenken müssen.

»Ruft mich während einer schwarzen Messe, und so werde ich erscheinen«, hatten ihm die Jünglinge befohlen.

»Ich muss hier raus«, keuchte Adalbert. Er musste husten.

»Du bleibst«, zischte Gerald. »Dieses Opfer wirst du ja wohl bringen. Denk an das, was uns der Dämon versprochen hat.«

Der Geistliche blieb, wo er war.

Nichts geschah. Es blieb still. Fetter Qualm breitete sich in der Höhle aus und schien dabei alle Geräusche zu verschlucken.

»Herr, wir rufen dich. Herr, wir begehren deine Hilfe. Herr, wir bieten dir unser Innerstes an.«

»Er kommt nicht«, war das Einzige, was Marko von sich gab.

Auch ihm hatte sich der Dämon zu erkennen gegeben, wie auch Adalbert. Sie alle hatten nur zu bereitwillig sein Angebot angenommen. Heute sollte endlich der Pakt geschlossen werden.

»Ich kann nicht mehr!« Adalbert schnappte nach Luft und lief zum vermuteten Höhleneingang.

Er schrie auf, als sich dort eine Silhouette abzeichnete und eine wohltönende Stimme in die Höhlenwohnung drang.

»Wo soll es denn hingehen? Wir haben doch noch gar nicht angefangen.«

Der Geistliche stolperte wieder hinein. Schon begann der Qualm zu rotieren und Trichter auszubilden, dessen Endstücke zum Höhleneingang zogen. Zwei männliche Körper zeichneten sich langsam dort ab, die die Schwärze einfach in sich aufsogen. Gleichzeitig begannen sie von innen heraus zu leuchten. Ihre nackten Leiber glommen in strahlender Reinheit, die einzig durchzogen waren vom purpurfarbenen Geflecht der Adern. Es sah wunderschön aus, geradezu ästhetisch. Alabasterfarbener Marmor, so rein, so wunderschön, schoss es Gerald durch den Kopf. Das waren keine Dämonen, das waren Engel!

»Einst war ich ein Engel, an LUZIFERs Seite, doch das ist lange her.«

Die Zwillinge schienen seine Gedanken lesen zu können!

Sie lächelten ihm zu. »Setzen wir uns.«

Die drei Menschen blinzelten sich an. Vom Qualm war jetzt weder etwas zu sehen noch zu riechen, er war restlos verschwunden. Der schwarze Altar war ebenfalls fort. Stattdessen standen plötzlich feinste Sitzmöbel aus Leder und ein großer Glastisch mit erlesenen Speisen vor ihnen.

»Bitte«, sagten die Jünglinge mit einer äußerst wohltuenden Stimme und setzen sich. Obwohl sie zwei getrennte Wesen zu sein schienen, handelten und sprachen sie vollkommen synchron. Gerald wusste, dass sie es mit einem Dämon zu tun hatten, nicht mit mehreren.

»Beim Essen lässt es sich gut plaudern. Bedient euch.«

Das ließ sich Adalbert nicht zweimal sagen. Gierig nahm er von den Speisen und schenkte sich Rotwein ein. Marko beobachtete ihn angewidert.

Gerald legte ein paar der Köstlichkeiten auf seinen Teller, dann nahm er die Weinflasche zur Hand und schenkte den Jünglingen ein.

Diese lächelten vielsagend. Das Einzige, was ihre Makellosigkeit ein wenig störte, waren die kohlrabenschwarzen Augen, die keine Pupillen besaßen. »Ein Politiker, ein Rechtsanwalt und ein … Geistlicher«, begannen die jungen Männer und sahen in die Runde.

Gottseidank, endlich geht es los!, frohlockte Gerald – und senkte gleich darauf betreten den Blick. Entschuldigung, dachte er reumütig. Es wird nicht wieder vorkommen.

»Aber warum denn eine Entschuldigung?« Der doppelte Dämon sah ihm in die Augen. »Wir alle streben zum Licht.« Die rechten Hände nahmen sich je einen kleinen Happen aus einer der vielen Schüsseln und Schalen. Irrte sich Gerald, oder wanden sich die Stücke? Sie sahen aus, als hätten sich … Maden in eine Form zusammengefügt, die Lebensmitteln glich.

Er verdrängte den Gedanken …

»Wie dem auch sei«, fuhr der Dämon fort, »ich habe einen weiteren Grundstock gelegt. Ihr werdet von nun an in meinem Auftrag missionieren. Sucht Gleichgesinnte, prüft sie, bringt sie her und weiht sie mir.«

»Das werden wir tun«, erwiderte Gerald ernst. »Doch Herr«, wagte er fortzufahren, denn die Gedanken waren da. Der Dämon würde sie in seinem Geist lesen, dann konnte er sie auch gleich aussprechen.

»W

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