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Professor Zamorra - Folge 1053

Tag der Entscheidung

von Anika Klüver & Manfred H. Rückert

Kurodaan von Tranboon drehte sich zu den drei Räten um, dem ehemaligen Triumvirat von Almoth, und musterte sie der Reihe nach.

»Ich weiß, dass ihr daran ersticken werdet, aber ihr könntet mir Glück wünschen«, forderte er sie auf.

»Die Zündung der Blauen Städte erfolgt gleich.«

Der Sternenbaron legte eine kurze Pause ein und schloss für wenige Sekunden die Augen. Als er sie wieder öffnete, lag ein bitteres Lächeln auf seinem Gesicht.

»Ich lade euch herzlich mit mir zum Sterben ein. Zum Ende aller Dinge.«

Auf dem Panoramabildschirm der Zentralstation ging in diesem Augenblick die Welt unter …

Zentrale der Blauen Städte
In der Lagerhalle

Wo seid ihr, meine Kinder?, wiederholte Seanzaara ihren Ruf. Die Hexe von K’oandar rechnete nicht mit einer Antwort und war überrascht, als sie telepathischen Kontakt erhielt. Es erschien ihr zuerst wie ein kosmisches Hintergrundrauschen. Sie konnte anfangs keine Bedeutung darin erkennen. Doch dann wurde die Verbindung stärker und sie erkannte Sinn in den Worten.

Alles in der Hexe kribbelte, als sie die Nähe der Seelen-Tränen spürte, ihrer Kinder. Sie konnte ein Zittern ihrer Hände nicht unterdrücken. Ein noch nie zuvor erlebtes Gefühl der Erleichterung überschwemmte sie förmlich. Sie bemerkte, dass ihr Herz schneller schlug. Sie stieß den Atem aus und schloss kurz die Augen. Ihr wurde schwindelig.

Hilf uns doch, Mutter!, flehte der Chor der magischen Artefakte. Nur du allein kannst uns noch retten!

Ich würde gerne zu euch kommen, sendete sie zurück, aber zwischen euch und mir existiert eine Sperre, die ich nicht umgehen kann.

Die sie noch nicht umgehen konnte. Seanzaara überlegte fieberhaft. Sie war zu dem Zweck an Bord dieser Station gekommen, um ihre Geschöpfe nach K’oandar zurückzubringen. Und natürlich, um die drei Diebe des Heiligsten der Caltaren auf das Härteste zu bestrafen.

Die Hexe trug einen schmalen Slip um die Hüften und eine Kette, an der ein Medaillon hing, um den Hals, ansonsten war sie nackt. Auf den ersten Blick wirkte sie zart und zerbrechlich. Fragil.

Gerade das war sie nicht! Ihr Durchsetzungswille war enorm. Niemand, den sie kannte, konnte sich damit vergleichen.

Was ICH will, geschieht! Es schien, als habe sie sich diesen Spruch auf die Stirn tätowieren lassen. Auf jeden Fall charakterisierte er ihr Wesen. Bisher hatte sie noch immer bekommen, was sie sich vorgenommen hatte. Warum nicht auch dieses Mal?

Mutter, hilf uns! Bitte!, appellierten die Seelen-Tränen erneut an sie. Und mit einem Mal erschienen sie als Abbild vor den Augen ihrer Schöpferin. Sie wollen uns vernichten! Wir sollen getötet werden, damit sie überleben!

Ich kenne sie nicht. Wer sind sie?, fragte die k’oandarische Hexe. Sie musste unbedingt mehr über ihre Gegner wissen, um effektiv zuschlagen zu können. Sie konnte die Tränen genau erkennen. Sie befanden sich auf einer Art Plattform, die von einer Schutzkuppel überdacht war. Die Kuppel erschien als Lichtfleck vor Seanzaaras Augen.

Du musst uns helfen!, forderten die magischen Geschöpfe, ohne auf die Frage Antwort zu geben. D’Halas Seelen-Tränen waren das größte Heiligtum der Caltaren. Sie waren die manifestierte Energie gestorbener Zauberer des Planeten K’oandar und wurden von Seanzaara auf eine spezielle Art behandelt.

Vor einigen Monaten hatten drei Unbekannte etwa ein Drittel der magischen Artefakte geraubt. Ein ungeheuerliches Verbrechen, auf das der Tod stand. Und ein unschätzbarer Verlust materieller und ideeller Werte. Das Überleben der menschenähnlichen Caltaren stand dabei auf dem Spiel.

Kein Wunder also, dass die Hexe unter allen Umständen versuchen wollte, die Seelen-Tränen zurückzuerhalten. Sie wusste zwar nicht, wie sie das anstellen sollte, aber bisher war ihr immer ein Trick eingefallen, um ihren Willen durchzusetzen.

Sie wusste jedoch nicht, dass der Faktor Zeit ihr einen Strich durch die Rechnung machen konnte. Um ihre Geschöpfe zurückzuholen, würde sie schneller sein müssen als ihre Feinde.

Die Seelen-Tränen wurden drängender, sie flehten und forderten ihre Schöpferin erneut auf, ihnen zu helfen. So mächtig auch ihre Wirkung war, so hilflos waren die magischen Artefakte ohne jemanden, der sie steuerte.

Seanzaara konzentrierte sich mit offenen Augen. Sie hielt beide Hände wie Schaufeln unter die linke Brust, als wollte sie etwas auffangen, dass vom Hals abwärts rutschte.

Nach wenigen Sekunden leuchtete die Haut unter der linken Brust blau auf, und etwas schob sich aus dem Körperinneren. Gleich darauf hielt Seanzaara den Dhyarra in der linken Hand. Ihre Haut nahm wieder die gewohnte Farbe an.

Ein Dhyarra war ein Sternenstein mit ungeheurer magischer Kraft, der seine Energie aus Weltraumtiefen holte. Um ihn zu verwenden, musste der Benutzer ihn mit unmittelbarem Hautkontakt berühren und eine klare, bildhafte Vorstellung von dem haben, was durch die Magie bewirkt werden sollte.

Speziell bei abstrakten Geschehnissen bedingte dies geradezu unmenschliche Konzentration und überschäumende Fantasie. Um einen Dhyarra zu benutzen, bedurfte es eines entsprechenden Para-Potentials. Seanzaara besaß die Fähigkeit, einen Dhyarra 4. Ordnung zu bedienen.

Das Wort Dhyarra bedeutete soviel wie Schönheit, und Seanzaaras Kristall, den ihr vor Jahren der Erzdämon Asmodis geschenkt hatte, war in der Tat außergewöhnlich schön.

Sie setzte sich auf den Boden und konzentrierte sich. Mithilfe des Sternensteins sollte es ihr gelingen, zu ihren Geschöpfen vorzudringen.

Mit einem Schaltwort versetzte sie sich in Trance und versuchte eine Verbindung herzustellen. Schweiß rann ihr in Strömen über das Gesicht und den nackten Oberkörper. Sie fokussierte ihre Gedanken darauf, dass sie zu den Seelen-Tränen gelangen wollte. Noch nie hatte sie sich so angestrengt, eine Umsetzung ihrer Wünsche zu erzielen. Doch jedes Mal wurde die Verbindung gelöst, kaum dass sich ein Gedankenbild aufgebaut hatte, verwehte es wieder. Sie schaffte es einfach nicht, einen Anschluss zu erreichen. Ständig wurde sie trotz Trance aus der Konzentration gerissen.

Nach wenigen Minuten musste sie einsehen, dass sie auf diese Weise nicht zu einem Erfolg kam. Sie zitterte vor Anstrengung, Schaum flockte vor ihren Lippen. Die Hexe fühlte sich unendlich müde und hätte sich am liebsten schlafen gelegt. Nur der Gedanke an die Seelen-Tränen hielt sie noch aufrecht.

»So geht es nicht!«, stieß sie kurzatmig aus.

Sie stand wieder auf und atmete mehrmals tief durch.

Seanzaara hantierte am Medaillon an ihrer Halskette herum. Darin befand sich eine winzige Parafalle, die sie für alle Fälle mitgenommen hatte.

Parafallen waren das Verbindungsstück zwischen D’Halas Seelen-Tränen kurz nach ihrer Erschaffung und den fertigen, fest integrierten Mosaiksteinen. Nur in diesem Zwischenstadium konnten sie zu Parafallen werden. Sie beinhalteten immer noch einen Teil der Seele sowie die Magie des gestorbenen Zauberers. Sie wurden nur in absoluten Ausnahmefällen als Schutztruppe gegen magische Beeinflussung eingesetzt, wie dem Einsatz auf einem fremden Planeten.

Seanzaara wusste, dass mindestens einer der Diebe ein überaus fähiger Magier war. Sie befand, dass die Zeit reif dafür war, die Parafalle gegen die Fähigkeiten dieses Wesens einzusetzen. Und das wollte sie ausprobieren, wenn sie auf ihn traf.

Ein grauenerregender Schrei störte die Hexe in ihrer Konzentration. Sie zuckte zusammen und fühlte eine noch nie erlebte innere Unruhe in sich aufsteigen. Wenn die Seelen-Tränen auf diese Weise nach ihr riefen, dann musste sie sofort eingreifen.

»Verdammt, ich komme nicht zu euch durch«, keuchte sie. Tränen liefen über ihre Wangen.

Mutter, wir sterben!, riefen die magischen Artefakte in höchster Not. Wir … Du …

Das letzte Wort erschien Seanzaara zu kurz, als sei die Telepathieverbindung in der letzten Tausendstelsekunde unterbrochen worden. Aber sie kam nicht zum Nachdenken. Das telepathische Bild der Seelen-Tränen flimmerte vor ihren Augen. Der Lichtfleck, auf dem die Artefakte gestapelt waren, erlosch.

Die Hexe erstarrte förmlich. Ihr war zumute, als müsse ihr das Herz im Leib gefrieren. Von der Plattform war nichts mehr übrig. Eine scharf gezackte Kante markierte die Grenze, hinter der sich bis vor wenigen Sekunden ihre Lieblinge befunden hatten.

Und dann hörte sie den Schrei. Den Todesschrei ihrer Kinder! Sie war nicht in der Lage zu sagen, ob sie ihn akustisch wahrnahm oder telepathisch. Aber das war schlussendlich auch egal. Nie zuvor hatte sie etwas derart Grausames gehört. Niemals hatte sie etwas so getroffen, so tiefe Wunden in ihrem Inneren hinterlassen.

Anfangs glaubte sie, mit ihren Geschöpfen zu sterben. Die Enttäuschung und der Schmerz waren so groß, dass sie glaubte, es nicht aushalten zu können. Sie befand sich in einem Ausnahmezustand, der mit dem Wort Schock nur unvollständig beschrieben war.

Sie stierte vor sich hin und erkannte trotzdem nichts. Die Leere, die mit einem Mal in ihr herrschte, drohte sie umzubringen oder zumindest in den Wahnsinn zu treiben. Sie wusste nicht, wie lange sie so dasaß. Es hätten Sekunden oder auch Jahrhunderte sein können.

»Was ist da passiert?«, fragte sie schließlich. Ihre Stimme hörte sich wie die eines Automaten an.

Sie sank in die Knie und barg den Kopf in den Armen. Und dann weinte sie hemmungslos.

Sie glaubte, an ihrer Trauer ersticken zu müssen.

***

Tendyke Industries
Firmengelände

Die orange glühenden dunklen Rauchwolken, die den Himmel bedeckten, schienen alles zu ersticken. Nicole Duval hatte für einen Augenblick das Gefühl, dass sich dahinter keine Welt mehr befand. Es war, als würde sie im Inneren eines Vulkans stehen, der alles um sich herum ausgelöscht hatte. Es gab nur noch das Feuer, den Rauch und die Zerstörung. Die Flammen verschlangen immer noch gierig die Gebäude des Firmenkomplexes und ließen lediglich verkohlte Gerippe zurück.

Sie selbst war diesem Inferno gerade erst entkommen, und nun stand sie kurz davor, sich schon wieder mitten hinein zu begeben. Die Gebäude der Tendyke Industries ließen sich zu einem großen Teil nicht mehr retten. Das Feuer, das Werk der Dämonin Stygia, hatte sich so schnell ausgebreitet, dass sie froh sein konnten, mit dem Leben davongekommen zu sein. Leider galt das nicht für alle Menschen, die sich in den Gebäuden befunden hatten. Neben zahlreichen Verletzten gab es auch einige Todesopfer zu beklagen.

Doch im Vergleich zu der Katastrophe, die nun drohte, wirkte der Verlust der Tendyke Industries fast belanglos.

Ein Mitarbeiter der Werksfeuerwehr hatte Nicole darüber informiert, dass sich das Feuer auf einen Bereich zu bewegte, in dem hochexplosive Stoffe gelagert wurden. Wenn es ihnen nicht gelang, die Situation rechtzeitig unter Kontrolle zu bringen, bestand die Gefahr, dass ein Teil von El Paso dem Erdboden gleichgemacht werden würde, obwohl sich die Firma weit außerhalb der Stadt befand.

»Wir müssen die Leute von hier wegschaffen«, sagte Monica Peters entschlossen. Die Firmenchefin der TI schien ihren Schock zumindest für den Moment überwunden zu haben. Nicole war froh, dass ihre Freundin in der Lage war, sie zu unterstützen.

»Ich werde mich sofort mit den Behörden in El Paso in Verbindung setzen«, sagte der Mitarbeiter der Werksfeuerwehr, ein hochgewachsener Mann Mitte dreißig. Nicole hatte noch keine Gelegenheit gehabt, den Mann nach seinem Namen zu fragen, also holte sie das nun nach. Sie würde mit ihm zusammenarbeiten müssen und wollte wissen, mit wem sie es zu tun hatte.

»Roger Braddock, Ma’am«, antwortete der Mann zackig. Nicole hätte sich nicht gewundert, wenn er dabei auch noch salutiert hätte.

»Also gut, Roger, hören Sie zu«, sagte die Dämonenjägerin. »Wir müssen verhindern, dass die Leute in Panik geraten. Geben Sie in El Paso Bescheid. Die Behörden sollen dafür sorgen, dass die Stadt evakuiert wird. Wir kümmern uns darum, dass das Gelände hier vor Ort geräumt wird.«

»Bleibt dafür denn noch Zeit?«, schaltete sich Monica ein. »Von hier können wir relativ schnell verschwinden, aber eine ganze Stadt räumen? Das dauert doch viel zu lange.«

»Das ist in der Tat ein Problem, Ma’am«, sagte Braddock, »aber ich wüsste nicht, was wir sonst tun sollen.«

»Wie stehen die Chancen, dass Ihre Leute das Feuer unter Kontrolle bringen können?«, wollte Nicole wissen.

»So wie es sich momentan ausbreitet, nicht gut. Der Wind steht ungünstig, sodass sich die Flammen zu schnell in Richtung des Lagers ausbreiten.«

»Aber die gelagerten Substanzen sind doch sicher gegen Feuer geschützt, wenn sie so explosiv sind«, warf Monica ein. Nicole sah ihr an, dass sie sich Vorwürfe machte. Immerhin ging die Gefahr von ihrer Firma aus. Auch wenn sie natürlich nichts dafür konnte, schien sie diese Gewissheit zu belasten.

»Theoretisch schon«, sagte Braddock. »Aber die Maßnahmen, die wir zum Schutz vor Feuer ergreifen können, haben immer ihre Grenzen. Sie können einen Raum noch so gut abschotten und mit feuerfestem Material ausrüsten. Wenn das Feuer heftig genug ist und außer Kontrolle gerät, hilft das alles nichts. Das sind Naturgewalten, denen wir Menschen kaum etwas entgegenzusetzen haben. Sie sehen ja, wie es hier zugeht. Wir tun unser Möglichstes, und doch können wir den Schaden nicht verhindern, sondern bestenfalls begrenzen.«

Nicole schaute zu den Einsatzkräften der Werksfeuerwehr, die unermüdlich gegen die Flammen ankämpften. Die Firma war mittlerweile vollständig evakuiert worden und die Krankenwagen verließen bereits das Gelände, dafür hatte Tim Byron gesorgt, der Chef des TI-Sicherheitsdienstes. Doch wohin sollten sie die Verletzten bringen, wenn El Paso ebenfalls Gefahr drohte? Der nächste Ort war die weitaus größere mexikanische Schwesterstadt Ciudad Juárez am gegenüberliegenden Ufer des Rio Grande del Norte.

Ihre Gedanken wanderten zu Zamorra, der sich momentan am anderen Ende der Galaxis befand. Er hatte sich auf eine Mission begeben, die letztendlich die Rettung der gesamten Erde zum Ziel hatte. Nicole war auf der Erde geblieben, um die Stellung zu halten. Und nun musste sie sich mit ihrer eigenen kleinen Katastrophe herumschlagen, die im schlimmsten Fall eine ganze Stadt auslöschen würde.

Doch dazu würde es nicht kommen, beschloss sie. Sie würde dafür sorgen, dass nicht noch mehr Menschen zu Schaden kamen. Und dann würde sie sich darum kümmern, dass Zamorra und seine Mitstreiter sicher nach Hause zurückkehren konnten.

Sie wandte sich von den unerbittlichen Flammen ab und schaute Braddock fest in die Augen.

»Wie wäre es, wenn ich Ihnen und Ihren Leuten ein wenig mehr Zeit verschaffe?«

***

Zentrale der Blauen Städte

Kurodaan von Tranboon drehte sich zu den drei Räten um, dem ehemaligen Triumvirat von Almoth, und musterte sie der Reihe nach. Es handelte sich um sezierende Blicke, hart und unbarmherzig. Die Fürsten Llyanor, Chandor und Gesdon saßen in einem abgetrennten Teil der Brücke und blickten ins Leere.

»Ich weiß, dass ihr daran ersticken werdet, aber ihr könntet mir Glück wünschen«, forderte er die drei größten Verbrecher des Sternenreichs Almoth auf. Er nannte auch gleich den Grund: »Die Zündung der Blauen Städte erfolgt gleich.«

Der Sternenbaron legte eine kurze Pause ein und schloss für wenige Sekunden die Augen. Als er sie wieder öffnete, lag ein bitteres Lächeln auf seinem Gesicht. Er wusste, dass seine Worte wie eine Bombe einschlagen würden. Und genau das beabsichtigte er. Die drei sollten bereuen, was sie ihm und seinen Untergebenen angetan hatten. Er gab sich nicht damit zufrieden, dass sie bald selbst zu Ausgestoßenen zählen würden.

»Ich lade euch herzlich mit mir zum Sterben ein. Zum Ende aller Dinge.«

Auf dem Panoramabildschirm der Zentralstation ging in diesem Augenblick die Welt unter.

Die Blauen Städte wurden durchsichtig, eine Art Energieschirm legte sich um das System. Gerade eben noch hatte der Mond Frosttod Millionen von Kilometern unter ihnen gelegen. Auf dem Panoramabildschirm war zu erkennen, dass von dem kleinen natürlichen Begleiter des Planeten Tynar auf einmal nur noch Myriaden Steinbrocken existierten.

Die Vernichtung des Mondes war innerhalb von Sekundenbruchteilen geschehen. Nur die Kameras der Troniken hatten der Katastrophe folgen können. Für die Lebewesen an Bord der Station war die Vernichtung zu schnell erfolgt, wie bei der Überblendung eines Films.

In einem Augenblick war da noch Frosttod gewesen, zusammen mit den 67 Blauen Städten, die ihn wie eine Kette umgeben hatten. Auf dem Panoramabildschirm wurde ersichtlich, dass eine Energieverbindung zwischen dem Mond und den Blauen Städten bestand, und dass jede Stadt auch mit der anderen verbunden war.

In der nächsten Sekunde waren die Blauen Städte verschwunden, und der ehemalige Mond existierte nur noch als umherfliegende Trümmer von Faustgröße bis zu einem Durchmesser von fünfzig Meter. Es sah wirklich aus, als wäre das Ende aller Dinge angebrochen.

Doch viel schlimmer war der Schrei der gequälten Kreaturen …

***

Außerhalb der Milchstraße

Für die Angst war die Zeit abgelaufen. Aus dem Ring der Blauen Städte wurde der Ring des Verderbens für die Bedrohung der Milchstraßenbewohner.

Nur wenige Lichtjahre entfernt, außerhalb der Galaxis, reagierte die Angst. Sie dehnte sich aus und zog sich zusammen, es wirkte auf die Beobachter an den Ortungsgeräten der almothischen Raumschiffe und den Hunderten von Aufnahmesatelliten fast wie ein schlagendes Herz.

Die Angst schien genau zu bemerken, dass sich etwas Entscheidendes anbahnte.

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