Logo weiterlesen.de
Professor Zamorra - Folge 1051

Am Ende des Weges

von Simon Borner

Nicole Duvals Stimme zitterte. Nervös kneteten ihre Hände den Saum ihres modischen Shirts. »Und du willst das wirklich tun? Wirklich dorthin?«

Der Dämonenjäger seufzte. »Nein, aber …«

»Kein Aber, Cherie«, flehte sie. »Du musst es nämlich nicht. Du glaubst es nur zu müssen. Es gibt sicher andere Wege.«

»Nenn mir einen«, brummte er, den Blick fest auf das Gebäude auf der anderen Straßenseite gerichtet – das Versteck des Blutsaugers. »Einen einzigen.«

Sie schluckte. Wurde immer leiser. Immer hoffnungsloser. »Es wäre vielleicht dein Tod …«

Dann drehte er sich zu ihr um. Lächelte wie an dem Tag, an dem sie sich kennengelernt hatten. »In unserem Beruf ist alles vielleicht unser Tod«, sagte er.

Und ging los.

»Unsere ganze Gesellschaft ist aufgebaut auf dem Ich. Das ist ihr Fluch, und daran muss sie zugrunde gehen.«

Theodor Fontane

Kapitel 1
Der Anfang vom Ende

Liberty Island,
vor der Küste Manhattans

Die Schatten waren das Schlimmste. Marv Bennett schlug den Kragen seines Mantels höher und hob die Taschenlampe an. Es war einfach zwecklos. So sehr er auch in das ihn umgebende Dunkel leuchtete, die Schatten blieben.

»Verflucht finstere Nacht«, murmelte er und zog lautstark die Nase hoch. Normalerweise machte ihm die Dunkelheit nichts aus, aber heute … Irgendwie war er nervös. Jeder Busch, jeder Stein, ja selbst die Sterne wirkten eigenartig feindselig auf ihn. Die um diese späte Stunde nahezu menschenleere Insel, die doch ganz dicht an der großartigsten Stadt der Welt lag, kam ihm vor, als sei sie auf die dunkle Seite des Mondes verfrachtet worden – und alles, was noch auf ihr lebte, mit ihr. Wie albern!

Sein Partner nickte. »Wem sagst du das? Ich spür’s in allen Knochen.«

Dirk Geller war knapp zwanzig Jahre älter als Marv, stand kurz vor der Pensionierung, und das merkte man ihm an – längst nicht nur während dieser elenden Nachtschichten. Dirk hatte schütteres weißes Haar, ging nur noch humpelnd und war mindestens einmal die Woche wegen irgendwelcher Beschwerden beim Arzt. Vor allem, seit er vergangenen Sommer vom Blitz getroffen worden war, litt er an allerhand Dingen und war stets in Behandlung. Der Unfall hatte ihn ein wenig eigenartig werden lassen; nicht nur gebrechlich, sondern auch geistig etwas verschroben. Es war wirklich ein Unding, dass jemand wie er noch immer Tag für Tag antreten und seinen Dienst als Wachmann absolvieren musste. Ein Erste-Welt-Land wie die USA sollte verdiente Staatsdiener wie ihn eigentlich viel früher gehen lassen – doch eine Rente mit Abzügen konnte sich Dirk nicht leisten. Nicht einmal ansatzweise.

Das wusste Marv. »Sollen wir zurück ins Wachhäuschen?«, schlug er dem Oldtimer vor – und redete sich ein, das habe nur mit Dirk und nicht mit seiner unerklärlichen Anspannung zu tun. »Ein Gläschen zu uns nehmen und die Wiederholung des Spiels von heute Nachmittag sehen? Hier draußen passiert doch sowieso nichts, wie immer.«

Dirk schüttelte den Kopf – auch das war typisch. »Nachher. Eine Runde drehen wir noch, okay? Dafür bezahlt Uncle Sam uns schließlich.«

Pflichtbewusst bis in den Tod. Marv schmunzelte. »Also dann.«

Schweigend zogen sie weiter. Die kleine Insel zwischen Manhattan und New Jersey lag verlassen da. Einzig die Freiheitsstatue und die über der Upper Bay kreischenden Möwen leisteten den beiden Nachtwächtern Gesellschaft, als sie ihre übliche Tour absolvierten. Sie schauten hinter Parkbänke und kontrollierten, ob einer der Tag für Tag herströmenden Touristen ein Graffito auf Miss Libertys Sockel hinterlassen hatte. Seit dem 11. September mussten sie sogar in den Mülltonnen nach etwaigen Sprengsätzen suchen – drei Mal pro Nacht. Sie hatten noch nie einen gefunden. Doch Job war Job.

»Irgendwo da hinten steht mein Bett und wartet«, seufzte Marv und sah Richtung Manhattan, dessen leuchtende Skyline am Horizont prangte – so nah und doch so fern. »Und ich steh hier in der Kälte.«

»Die Welt ist schlecht«, grunzte Dirk scherzhaft und klopfte ihm auf den Rücken.

Dann erstarrte er.

Marv stutzte, folgte seinem Blick – und zog laut den Atem ein. »Was in aller Welt … Hey! Hey, du! Ich fass es ja nicht!«

Ein kleines Kind, kaum älter als elf Jahre, saß mutterseelenallein auf einer der Parkbänke, die rund um den Sockel der Freiheitsstatue verstreut waren. Es trug eine Kordhose, einen gestreiften Wollpullover und eine nahezu ausdruckslose Miene zur Schau. Und es sah den beiden Männern entgegen, als sei das alles vollkommen natürlich für es.

Im Nu waren Marv und Dirk bei ihm. »Wer bist du?«, keuchte Marv. »Wer in aller Welt hat dich denn hier vergessen, hm?« Im Geiste ging er den Fahrplan der Fähren durch, die die Touristen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang her- und wieder fortbrachten. Die letzte Fähre hatte vor gut vier Stunden abgelegt. Seitdem musste das Kind also über die Insel irren – ohne, dass Marv und Dirk es bemerkt hatten. Unfassbar. »Vermisst dich daheim denn keiner?«

Das Kind drehte den Kopf, sah Marv an. Seine Mundwinkel zuckten. Der Wind spielte mit seinem kurzen roten Haar.

»Hey, verstehst du mich?«, fragte Marv, als keine Antwort kam. »Sprichst du unsere Sprache?«

Schon zog er den Mantel aus, um ihm dem Kind über die Schultern zu legen. Doch Dirk hielt ihn auf.

»Warte mal«, warnte der Oldtimer leise. Seine Hand ruhte auf Marvs Arm. Langsam machte Dirk einen Schritt zurück, weg von der Bank. »Irgendwas stimmt hier nicht.«

Marv hob die Brauen. »Na, sicher stimmt da was nicht«, schimpfte er. »Ein kleines Kind, ganz allein in der Nacht, und wir merken es erst Stunden später? Da stimmt ganz gewaltig was nicht, wenn du mich fragst.«

Dirk nickte. Erst jetzt bemerkte Marv, dass er die Kleine nicht aus den Augen ließ. Wie ein Beutetier seinen Jäger. »Ganz genau. Es ist nämlich unmöglich.«

Marv stutzte wieder. »Spinnst du? Du siehst doch …«

»Was sehe ich?«, erwiderte Dirk. Sein Tonfall wurde immer leiser, immer vorsichtiger. »Hm? Ein Kind? Aber hier kann kein Kind sein, Marv. Wir waren schon zweimal auf der gesamten Insel, seit die letzte Fähre ging. Niemand kennt Liberty Island so gut wie wir. Und doch sollen wir die Kleine hier übersehen haben? Gleich doppelt? Auf gerade mal null Komma null sechs vollkommen unbewohnten Quadratkilometern?«

»Was redest du denn da?«, sagte Marv. Schützend legte er dem Kind die Hand auf die Schulter. Er tat es instinktiv, denn irgendetwas an Dirk machte ihm Angst. »Du siehst sie doch. Spar dir deine Geistergeschichten für jemand anderen auf, okay? Hey, Kleine, wie heißt du?«

»Sie hat keinen Namen, Marv«, warnte Dirk leise. Die Hand glitt von Marvs Arm – und zur Waffe an Dirks Uniformgürtel. »Lass sie los. Ernsthaft, Mann. Steh von der Bank auf und komm hinter mich.«

Fassungslos sah Marv ihn an. Dirk war weiß wie eine Wand, doch in seinem Blick lag stahlharte Entschlossenheit. Die Dienstwaffe glitzerte im Licht des fahlen Mondes, als er sie auf das Mädchen richtete.

»Was in aller Welt …«

»Weg, Marv. Geh von ihr weg. Ich … Verflucht, spürst du das denn nicht? Fühlst du nicht, wie … wie falsch sie ist? Ich spür’s mit jeder Faser meines Körpers!«

Marv hob langsam die Hände, schob seinen Oberkörper schützend vor das Kind. Großer Gott, was geschah hier? Und warum reagierte die Kleine absolut gar nicht auf den ganzen Irrsinn? »Ganz ruhig, Mann, okay? Mach jetzt keinen Unfug.«

»Ich?« Dirk klang verzweifelt. Der Abzugsfinger zuckte. »Steh auf, Marv! Bitte! Geh da weg. Ich kann dich sonst nicht beschützen.«

»Vor einem kleinen Kind?«, fragte Marv ruhig. Der Blitz. Das muss der Blitz sein. Der hat ihm damals das Gehirn verdreht, und jetzt dreht er durch. »Hör dir doch mal zu, Partner. Du redest irr.«

Dirk schüttelte den Kopf. Machte wieder einen Schritt zurück. Doch die Waffe zielte nach wie vor auf das Mädchen.

»Steck die Kanone weg«, sagte Marv. »Bitte.«

»Die Kleine ist nicht echt, Mann«, sagte Dirk, kaum mehr als ein verzweifeltes Wispern in der eiseskalten Stille. »Nicht echt.«

Dann wurde er hinterrücks von den Schatten gepackt und verschwand schreiend in der Finsternis.

***

Die Schüsse verstummten zeitgleich mit den Schreien. Marv hatte sich schützend über das Kind geworfen und sekundenlang ausgeharrt, während die Kugeln blindlings durch die Gegend sirrten und sein wahnsinniger Partner in der Schwärze zeterte und tobte, als drehe ihm jemand die Gurgel um. Nun hob er vorsichtig wieder den Kopf.

Alles blieb ruhig.

»Warte hier, okay?«, bat er die Kleine, die ihn doch offenbar nicht verstand. Dann stand er auf. Seine Knie zitterten, genau wie die Hand, die er zur Waffe führte. »Dirk? Dirk, wo steckst du?«

Er hatte gesehen, wie die Schatten ihn ins Nichts gezerrt hatten. Aber das musste Einbildung gewesen sein, richtig? Es ergab doch sonst keinerlei Sinn. Hier war niemand – erst recht kein Monster in der Dunkelheit. Das war genauso kindisch wie Dirks Gebrabbel über das »nicht echte« Kind dort hinten auf der Bank.

»Hey, Kumpel. Hörst du mich? Alles ist cool, okay? Ganz ruhig.«

Die Nacht blieb stumm wie das Mädchen, die Schattenschwärze absolut. Kies knirschte unter Marvs Schuhsolen, als er näher trat. Und noch näher. Und noch …

Eine Gestalt hechtete ihm aus der Nacht entgegen, prallte gegen ihn! Marv schrie auf. Blutige Finger gruben sich in sein Hemd, fauliger Atem schlug ihm ins Gesicht.

Es war Dirk – oder besser: Es war einmal Dirk gewesen. Diese Person ähnelte jedoch nun mehr einem Zombie. Dirks schütteres Haar war zerzaust, seine Wangen waren eingefallen. Dunkle Ringe prangten unter seinen Augen, und eitrige Wunden nässten überall auf seiner an manchen Stellen schon in Fetzen herunter hängenden Haut. Sein ganzer Leib wirkte um zwei Drittel seiner einstigen Masse beraubt.

Dirks Lippen bebten, bildeten Worte, die sein Körper nicht mehr liefern konnte. Krampfhaft. Verzweifelt. Panisch.

Marv wich zurück, doch der so grauenvoll Entstellte ließ nicht von ihm ab. Fast schon flehend hing er an ihm. Immer wieder suchte sein Blick den seines Kollegen. Marv hatte den Eindruck, Panik liege in seinem Blick. Eine Warnung.

»W-was …«, stammelte Marv. Ungläubig starrte er die Kreatur an, deren klauenartigen Hände an seiner Kleidung hingen. Ihm war, als würde sich der grauenvolle Anblick auf ewig in seine Netzhäute brennen. Der Todesatem, der aus Dirks Rachen stieg, verursachte in ihm Übelkeit. »Um Himmels willen, was …«

»Eeeeehhh …«, hauchte Dirk, und es klang wie Luft, die aus einer Gruft emporstieg. Wie tausend letzte Atemzüge zusammengenommen. Wie ein kollektiver Seufzer der Verlorenen und Vergessenen. »Eeeeeh …lekkk …traa …«

Dann war es vorbei. Dirk Geller zitterte ein letztes Mal, als wäre der Blitz zurückgekehrt, um zu beenden, was er voriges Jahr vergessen hatte. Dirks Hände lösten sich von Marvs Kleidung, Dirks Blick wurde trüb. Er sank zu Boden, blieb reglos auf dem Kiesweg liegen. Tot, ein für alle Mal.

***

Fassungslos starrte Marv Bennett auf den entstellten Leichnam im Schein seiner Taschenlampe. Dirk. Was war nur mit ihm geschehen? Irgendetwas hatte ihn angegriffen, ihm das Leben ausgesaugt. Irgendetwas … in den Schatten.

»Keine B-Bewegung, klar?«, stotterte er, hob den Blick und richtete die Waffe auf das Dunkel, aus dem Dirk gekommen war. »Ich hab keinen Schimmer, wer Sie sind, aber Ihr Spielchen endet jetzt und hier!«

Seine zitternde Linke nestelte bereits am Kragen seines Uniformhemds. Dort, wo das Funkgerät befestigt war.

»Coast Guard, hier Bennett«, sprach er in den Äther, ohne die Finsternis aus den Augen zu lassen. »Ich habe hier einen Code Blue. Wiederhole: Code Blue auf Liberty Island. Erbitte unverzügliche Unterstützung und …«

»Sie können dich nicht hören«, sagte das Kind in seinem Rücken.

Marv verstummte mitten im Satz. Langsam drehte er sich um, die Augen weit aufgerissen. Das Kind saß noch immer auf der Bank, teilnahmslos und unbeeindruckt. Als wäre all dies vollkommen selbstverständlich. Als wäre es Teil eines längst bekannten Plans.

»Wie bitte?«, fragte Marv leise. Ungläubig.

»Die Küstenwache.« Das Kind zuckte mit den Schultern. »Sie hört dich nicht. Und alle anderen können es auch nicht mehr.«

Ein kalter Schauer lief über Marvs Rücken und hatte absolut nichts mit dem eisigen Wind zu tun. Die Anspannung, die er schon seit Stunden empfand, schaltete drei Gänge höher. Ihm war, als könne er seinen Herzschlag hören, ein stakkatoartiges Trommeln.

»Bennett an Leitstelle«, sagte er in sein Funkgerät. »NYPD, hört ihr mich? Hier Liberty Island. Bitte kommen.«

Nichts. Nicht einmal ein Rauschen. Der Äther blieb so stumm, als gäbe es ihn nicht länger. Als gehöre er einer anderen Dimension an, in die Marv nicht zurückkehren durfte.

»Sie hören dich nicht mehr«, wiederholte das Mädchen mit den roten Haaren. Es wippte mit den kleinen Beinchen, als säße es auf einer Schaukel. »Niemand hört dich mehr.«

Und Marv glaubte ihm. Mit einem Mal glaubte er jedes Wort. »W-warum?«, hauchte er.

»Weil du längst tot bist«, antwortete das Kind so beiläufig, als spräche es vom Wetter. »Genau wie Dirk. Genau wie alles auf diesem kleinen Eiland. Denn das ist nicht länger New York Citys Insel, weißt du?«

Marv schwitzte wie verrückt. Und seine Zähne klapperten. »S-sondern?«

Das Kind sprang von der Bank und trat lächelnd vor ihn. Sein Blick heftete sich an Marvs. »Sondern meine«, antwortete es gelassen, hob die Hand …

… und eine Welle reinster magischer Energie schlug Marv Bennett entgegen, hart wie eine Wand aus Granit.

Keuchend fiel er um, landete hart auf dem Rücken. Eine Woge aus Nichts, heiß wie der heißeste Wüstenwind, zog über ihn, und ihm war, als röche er sein Haar verbrennen. Doch das Phänomen verging so schnell, wie es gekommen war. Zurück blieben nur die Angst, die Schatten … und das Kind.

»Wer bist du?«, drang es röchelnd über Marvs Lippen. Alles tat ihm weh. Vergebens blinzelte er die Tränen weg, sah das Mädchen als verschwommenen Schemen über sich stehen.

Das Kind klang amüsiert. »Das hat Dirk doch gesagt.«

Marv stutzte – und hörte plötzlich die Nacht zu sich sprechen, das grauenvolle, unmenschliche Flüstern der Schatten.

Elektra.

»Und meine Geduld«, fuhr das Kind fort, »ist endgültig aufgebraucht.«

Dann stieg eine Fontäne aus Blut aus Marvs Brustkorb empor und sprudelte aus seinem Mund. Zwei Sekunden später starb auch er.

Kapitel 2
Weil es um
Sie geht!

Manhattan

Die Nacht war kalt, selbst für New Yorker Verhältnisse. Eisige Luft zog vom East River herüber, und der Wind brachte die Wipfel der Bäume im menschenleeren Carl-Schurz-Park zum Zittern. Ein fahler Mond, kreisrund wie das Auge eines wahnsinnigen Zyklopen, prangte am ansonsten stockfinsteren Himmel. Hier draußen, dicht an ihrer natürlichen Grenze, wirkte die Stadt, die angeblich niemals schlief, fast wie ausgestorben.

Irgendwie passend, dachte Professor Zamorra. Doch er ließ sich nicht beirren. Einen Schritt nach dem anderen hielt er auf den Amts- und Wohnsitz des New Yorker Bürgermeisters zu. Des Mannes mit dem Namen Finn Cranston. Des gnadenlosen Vampirs, mit dem Zamorra vor Wochen ein wichtiges Bündnis geschlossen hatte und den er nun, so ahnte er, hintergehen würde. Weil er es musste. Koste es, was es wolle und sei es sein Leben.

»Ihr Boss erwartet mich«, sagte er zu dem Security-Koloss im Torhäuschen.

Der kahlköpfige Muskelmann sah nur kurz auf. Dann schlich so etwas wie Wiedererkennen über seine Züge. Er nickte.

Zamorra ging weiter. Kies knirschte unter seinen Sohlen, als er die Einfahrt zum Haupthaus erreichte. Zwei Bodyguards, die vor dem Haupteingang Wache hielten, kamen auf ihn zu und sprachen dabei in Funkgeräte. Im ersten Stock des Hauses erschien ein dunkler Schemen, die Gestalt eines sportlichen Mannes, am Fenster.

Zamorra hob den Arm, deutete auf die Gestalt. »Er erwartet mich«, rief er den ob des späten Gastes alarmierten Bodyguards entgegen. »Cranston will mit mir sprechen.«

Sie packten ihn trotzdem an den Oberarmen, geleiteten ihn zum Haus. Zamorra ließ es geschehen. Er dachte nur ganz kurz an Nicole, die zu ihrer beider Sicherheit – und sehr widerwillig – im Wagen wartete. Als Plan B.

Gracie Mansion begrüßte ihn mit nüchternem Desinteresse. Durch das Foyer ging es über die breite Freitreppe ins Obergeschoss. Der Professor kannte den Weg genau, überließ der vampirischen Leibgarde an seiner Seite aber die Führung. Sein Moment, das wusste er, würde schon noch kommen.

Dann stand er vor Cranstons Büro. Der linke Bodyguard klopfte an die hölzerne Tür und öffnete sie.

Die Gestalt stand noch immer am Fenster und wandte ihrem Besuch den Rücken zu. Schwarzes Haar, schwarze Lederjacke. Schmale, aber durchtrainierte Figur. Sie hatte die Hände hinter dem Rücken, und für einen kurzen Moment empfand Zamorra Ekel bei dem Gedanken an all die unschuldigen Leben, die diese Hände bereits beendet hatten. Die Hände seines Bündnispartners.

Vielleicht tat er ja doch das Richtige. Er hoffte es inständig.

»Professor Zamorra«, murmelte Finn Cranston, und es klang halb amüsiert, halb überrascht. »Je später der Abend …«

»Er sagte, Ihr würdet ihn erwarten, Herr«, meldete sich der linke Bodyguard zu Wort. »Und dass Ihr mit ihm sprechen wollt.«

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Professor Zamorra - Folge 1051" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen