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Professor Zamorra - Folge 1049

Rebell der Kristallwelt

von Michael Breuer

Das Donnern schwerer Artilleriegeschütze zerriss die nächtliche Stille des Kristallplaneten. Von irgendwoher war das schrille Schreien eines getroffenen Vampirs zu hören.

Immer noch tobte der mörderische Krieg zwischen den aufständischen Cyborgs und den blutsaugenden Eroberern hin und her, ohne dass eine Seite die Oberhand gewann.

Ein einsamer Vampir hetzte durch die vom Geschützfeuer erhellte Nacht. Er war erschöpft, doch ihm war klar, dass er nicht innehalten durfte, wenn er die nächsten Stunden überleben wollte.

Aber der Vampir war bereits zu schwach. Entkräftet brach er zusammen.

Er wusste jetzt, er würde hier draußen sterben …

Der KristallplanetGegenwart

Keuchend blieb Lirr Vatok auf dem steinigen Felsboden liegen. Einen Moment lang hielt er die Augen geschlossen und versuchte, neue Kraft zu sammeln. Dabei glitten seine Gedanken zurück in die Vergangenheit.

Es schien jetzt Ewigkeiten her zu sein, dass Tan Morano, Anführer der Vampirlegionen, den Blutruf ausgestoßen hatte, um sein Volk auf diese von allen Teufeln verlassene Welt zu führen. Hier, so hatte es geheißen, sollten sie über das schwächliche Volk der Ewigen herrschen. Diese regierten zwar über ein mächtiges Sternenreich, aber Morano erachtete sie als zutiefst dekadent. Er hatte sich selbst auf den Thron des ERHABENEN und damit an die Spitze dieses Volkes gesetzt.

Zu Anfang hatte alles prächtig ausgesehen. Tatsächlich fügten sich die Ewigen nach anfänglichen Querelen in die Fremdherrschaft und so war es Tan Morano gelungen, seine neue Macht zu festigen.

Erst später sollte sich zeigen, was für einem gewaltigen Trugschluss sie alle unterlegen waren.

Tatsächlich hatte der Chefwissenschaftler der DYNASTIE DER EWIGEN die sogenannten Men in Black umprogrammiert. Bei diesen handelte es sich um Cyborg-Krieger, die von den Ewigen vorrangig zu Kampfzwecken eingesetzt wurden, da man sich selbst nicht die Hände schmutzig machen wollte.

Anstatt ihre vorgesehenen Aufgaben zu erfüllen, gingen die Cyborgs nun mit aller Härte gegen die neuen Herrscher vor. Innerhalb kürzester Zeit war ein fürchterlicher Krieg entbrannt, der den ganzen Planeten erfasste.

Lirr Vatok konnte nur vermuten, wie es auf den anderen Welten des gewaltigen Sternenreichs der Ewigen aussah. Wenn auf diesen ebenfalls Cyborgs stationiert waren, ging es dort vermutlich ähnlich zu.

Immer noch verfluchte sich der Vampir, einst dem Blutruf Tan Moranos gefolgt zu sein. Wenn er gewusst hätte, wie sich die Lage hier entwickeln würde, dann wäre er damals zweifellos auf der Erde geblieben.

Aber nun war es natürlich längst zu spät. Die Erde war weit weg. Er würde hier draußen, auf dieser kalten, vom Krieg zerrissenen Welt sein Leben beenden.

Dabei war der Aufstand der Cyborgs noch nicht einmal das größte Problem. Immerhin wurde die gesamte Galaxis durch die Angst bedroht. Niemand wusste, ob es sich bei ihr um eine Art Naturphänomen oder um ein bewusst agierendes Lebewesen handelte. Fest stand, dass die Angst imstande war, ganze Planeten im Handstreich auszulöschen.

Lirr Vatok konnte sich daran erinnern, dass Tan Morano schon einmal seine gesamte Flotte im Kampf gegen den unheimlichen Gegner verloren hatte. Dennoch dachte der ERHABENE nicht im Traum daran, Maßnahmen für den Schutz des Kristallplaneten zu ergreifen. Offenbar glaubte er, dass ihn sein Machtkristall unangreifbar machte.

Lirr Vatok drehte sich ächzend auf den Rücken, um sich vorsichtig umzusehen. Immer noch zerriss grelles Geschützfeuer die Nacht. Die Frontlinie schien näher zu rücken.

Zähneknirschend versuchte sich der Vampir wieder hochzustemmen. Es gelang ihm erst beim zweiten Versuch. Taumelnd kam er wieder auf die Füße.

Vatoks Kopf ruckte nach links und rechts, als er versuchte, sich einen Überblick über seine Lage zu verschaffen. Hinter sich konnte er die tobende Schlacht erkennen. Vor sich erhob sich eine kleine Hügelkette.

Wenn es ihm gelang, diese zu erreichen, konnte er dort vielleicht Deckung finden, bis es ihm gelungen war, sich einigermaßen zu erholen.

Es war jetzt einige Zeiteinheiten her, dass Vatok von seinen Gefährten getrennt worden war. Früher hatten sie Tan Morano treu gedient, doch seit Ausbruch der Kämpfe arbeiteten sie auf eigene Faust. Längst war ihnen aufgegangen, dass der Herrscher des Kristallplaneten vollkommen wahnsinnig war.

Für Vatok und seine Gefährten zählte nur noch das nackte Überleben. An eine Möglichkeit, mit heiler Haut von dieser Welt zu verschwinden, glaubte der Vampir längst nicht mehr. Jeder Tag, an dem sie es schafften, am Leben zu bleiben, war dafür ein kleiner Gewinn.

Mit taumelnden Schritten hielt Lirr Vatok auf die kleine Hügelkette zu. Er versuchte zu rennen, aber dazu reichten seine Kräfte nicht mehr. Vatok schaffte es kaum, die Füße vom Boden zu heben.

Und als er die Hügelkette endlich erreicht hatte, stolperte er abermals. Keuchend brach der Vampir zusammen. Ein spitzer Stein riss seine Wange auf und Vatok spürte, wie ein heißer Schmerz durch sein Gesicht zuckte. Normalerweise hätten seine vampirischen Selbstheilungskräfte nun eingegriffen, doch sein Körper war bereits zu geschwächt. Die Wunde schloss sich nur langsam.

Vatok schloss kurz die Augen. Einen kurzen Moment lang drohte er sich in sein Schicksal zu ergeben, als er plötzlich in unmittelbarer Nähe ein knirschendes Geräusch hörte.

Vorsichtig hob er ein Augenlid. Unmittelbar vor sich konnte er eine schwarze Stiefelspitze erkennen. Blinzelnd sah Lirr Vatok auf.

Vor ihm erhob sich eine dunkelhaarige Gestalt in einem silberfarbenen Overall. In der Gürtelschnalle der Uniform konnte der Vampir einen Dhyarra-Kristall erkennen. Es handelte sich um einen Ewigen, einen Alpha, wie Vatok an den Rangabzeichen erkannte. Das Gesicht des Mannes war ernst. Die dunklen Augen wirkten unergründlich.

Als er erkannte, dass er die Aufmerksamkeit seines Gegenübers hatte, zuckte ein schmales Lächeln über seine Lippen. Unerwarteterweise streckte der Ewige eine helfende Hand aus.

»Komm mit mir, wenn du leben willst!«, erklärte er.

Verdutzt blickte Lirr Vatok den Alpha an. Leben wollte er in der Tat.

Und deshalb griff er beherzt zu.

***

Erde, Tendyke IndustriesEinige Zeit zuvor

Lediglich das Flimmern eines Computermonitors erhellte das fensterlose Büro. Ein dunkelhaariger Mann saß an einem der Schreibtische. Er hatte das Kinn auf eine Hand gestützt und musterte die Zeilen, die er soeben verfasst hatte.

Ich bin gefangen auf einer fremden Welt und lebe unter Wesen, die nicht von meiner Art sind. Endlose Zeiteinheiten scheinen vergangen zu sein, seit ich versucht habe, eine Rebellion anzuzetteln, die schließlich dazu geführt hat, dass ich mich jetzt in diesem Exil befinde.

Meine Flucht war unwürdig. Ich habe meine Heimatwelt im Stich gelassen.

Immer noch ächzt die Kristallwelt unter dem Joch eines wahnsinnigen Vampirs. Seit ich meine Heimat verlassen habe, gibt es keine Nachrichten von dort.

Darum muss ich endlich herausfinden, was dort gerade geschieht.

Und deshalb werde ich heimkehren!

Der Name des Mannes lautete Mer Cahot. Er war ein Angehöriger der DYNASTIE DER EWIGEN. Genauer gesagt war er der Chefwissenschaftler der Dynastie gewesen, bevor er es gewagt hatte, gegen Tan Morano aufzubegehren.

Cahots Plan war ebenso simpel wie genial gewesen. Er hatte kurzerhand die dhyarra-gesteuerten Killer-Cyborgs der Dynastie umprogrammiert, damit sie gegen die blutsaugenden Eroberer vorgingen. Damit war eine wahre Kettenreaktion in Gang gesetzt worden. Der von Cahot eingespeiste Killerbefehl breitete sich virusartig auf alle Cyborgs des Sternenreiches aus.

Die Miene des Wissenschaftlers wurde hart. Als Tan Morano sich entschlossen hatte, einen neuen Angriff gegen die mächtige Angst zu fliegen, war er an Bord der DYNASTIE gewesen, dem Flaggschiff der Kriegsflotte. Die selbstmörderische Attacke des ERHABENEN war der sprichwörtliche Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Kurzerhand hatte Cahot den Killerbefehl in die Gehirne der Men in Black eingespeist und damit den Aufstand der Cyborgs ausgelöst. Sofort war ein mörderischer Kampf zwischen den Vampiren und den Mordmaschinen entbrannt.

In allerletzter Sekunde war Cahot von seinen jetzigen Gastgebern gerettet worden. Die Erdlinge hatten sowohl ihn selbst als auch seinen jungen Assistenten Lok Ralev und den Cyborg Bolo mit offenen Armen aufgenommen. Der Wissenschaftler hatte keinen Grund, sich zu beklagen. Immerhin verfolgten die Erdlinge und er im Grunde dasselbe Ziel. Sie wollten die schier übermächtige Angst aufhalten und zogen mithin an einem Strang.

Artimus van Zant, der hiesige Chefwissenschaftler, unterstützte Mer Cahot, wo es nur ging. Nach anfänglicher Skepsis schien der raubeinige Mann Vertrauen und später eine herzliche Zuneigung zu ihm entwickelt zu haben, was ganz auf Gegenseitigkeit beruhte. Immerhin waren sie beide Gelehrte.

Auch Lok Ralev hatte Gefallen an der fremden Welt gefunden. Cahots junger Schützling und Assistent fühlte sich unter den Erdlingen sichtlich wohl. Bisher hatte er in seinem Leben nur die nüchterne, emotionsarme Welt der Ewigen kennengelernt. Hier, unter den Menschen, blühte der junge Beta richtiggehend auf.

Mer Cahot lächelte flüchtig.

Er wünschte sich, er hätte von sich selbst dasselbe behaupten können, doch mit jedem verstrichenen Tag wurde der Wissenschaftler unruhiger. Es zog ihn mit aller Macht zurück in die Heimat.

Für Mer Cahot lag klar auf der Hand, dass zunächst Tan Morano ausgeschaltet werden musste, bevor man wirksam gegen die Angst vorgehen konnte. Zu groß war die Gefahr, dass ihnen der wahnsinnige ERHABENE dazwischenfunkte. Nein, Morano musste um jeden Preis gestoppt werden.

Außerdem machte es Cahot rasend, dass er nichts über die Vorgänge in der alten Heimat wusste. Der Chefwissenschaftler war nie ein großer Patriot gewesen. Sein Leben gehörte der Forschung. Auch wenn ihm das kalte emotionsarme Leben der Ewigen oftmals gegen den Strich gegangen war, lag ihm das Wohlergehen seines Volkes durchaus am Herzen.

Unvermittelt hörte Mer Cahot das Quietschen der Tür hinter sich. Mittels eines Tastendrucks beförderte er den soeben niedergeschriebenen Text ins digitale Nirvana, bevor er sich im Schreibtischstuhl herumdrehte.

Im Türrahmen war eine massige Gestalt aufgetaucht.

»Du machst wohl nie Pause«, vernahm Cahot die dröhnende Stimme Artimus van Zants. Der Chefwissenschaftler von Tendyke Industries lachte gutmütig.

Mer Cahot rang sich ebenfalls ein schmales Lächeln ab und drängte die düsteren Gedanken beiseite. »Es muss ja weitergehen«, antwortete er etwas lahm. »Die Angst schläft nicht!«

Artimus betrat den Raum und knipste das Licht an. Äußerlich wirkte er so gar nicht wie der brillante Kopf, der er zweifellos war. Auf standesgemäße »Doktoren-Klamotten« verzichtete er in aller Regel. Im Nacken hatte er das lange Haar zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Auch seine burschikose Art passte so gar nicht zu einem Gelehrten. Zumindest empfand Mer Cahot das so.

Van Zant ließ ein breites Grinsen aufblitzen. »Aber heute Nacht wird sie kaum vor unserer Haustür auftauchen. Was immer du gerade treibst, es wird gewiss auch noch bis morgen warten können. Komm schon!«

Der stämmige Wissenschaftler machte eine auffordernde Geste.

»Was liegt denn an?«, fragte Mer Cahot. Wie gut er sich auf der Erde eingelebt hatte, zeigte sich schon allein daran, wie leicht ihm der menschliche Umgangston von der Zunge ging.

»Das Konzert?«, half ihm van Zant auf die Sprünge.

Einen Moment lang blickte der Ewige ihn aus großen Augen an, dann dämmerte es ihm.

Sein junger Assistent Lok Ralev war nämlich nicht nur auf dem Gebiet der Wissenschaft hochbegabt. Der Beta besaß auch ein Herz für die Musik. In seiner Freizeit beschäftigte er sich hingebungsvoll mit den Instrumenten, die ihm diese fremde Welt zu bieten hatte. Auf diesem Gebiet hatte er in den letzten Wochen wohl auch einige Fortschritte gemacht und aus diesem Grund seine Freunde zu einem kleinen Konzert geladen.

»Das hätte ich wirklich fast vergessen«, musste Mer Cahot zugeben. Hastig stand er auf. »Sind wir sehr spät dran?«

»Alle anderen sind schon im Hangar«, erklärte van Zant. Dort sollte das kleine Konzert nämlich stattfinden.

»Dann sollten wir besser los«, antwortete der Ewige. »Das will ich nämlich wirklich auf keinen Fall versäumen!«

»Hab ich mir gedacht«, lachte van Zant. »Dann trödel nicht länger herum, sondern komm!«

Gutmütig schlug er dem Ewigen auf die Schulter und gemeinsam verließen sie das kleine Büro.

Während sie gemeinsam den Gang entlang schlenderten, dachte Mer Cahot darüber nach, was Lok wohl an diesem Abend vortragen mochte. Zuletzt hatte er sich mit einem Instrument beschäftigt, dass die Menschen dieser Welt als Bass-Gitarre bezeichneten.

Aber lange weilten die Gedanken des Wissenschaftlers nicht bei seinem Schützling. Schon bald beschäftigte er sich geistig wieder mit der Rettung seiner Heimatwelt.

Innerlich schmerzte es ihn fast, die neu gefundenen Gefährten schon wieder verlassen zu müssen, doch es gab keinen anderen Weg.

***

Am nächsten Morgen fiel es Mer Cahot noch bedeutend schwerer, seine Gedanken zu fokussieren. Während des Konzerts seines Schützlings hatte er gemeinsam mit Artimus van Zant einem alkoholhaltigen Getränk zugesprochen und es dabei anscheinend übertrieben. Das Konzert freilich war ein voller Erfolg gewesen. Lok Ralev hatte ein Faible für die sogenannte Rock-Musik entdeckt und die Anwesenden mit entsprechenden Klängen unterhalten. Obwohl dies für die Ohren eines Ewigen ungewohnte Musik war, hatte sich Cahot dennoch vortrefflich unterhalten gefühlt.

Er machte sich eine geistige Notiz, Bier fortan nur noch in Maßen zu konsumieren und bemühte sich dann, seine Sinne wieder auf den massigen Südstaatler zu lenken, der am Kopfende des Konferenztischs stand.

Als van Zant nun mit einem Kaffeelöffel gegen seine Tasse schlug, um sich die gewünschte Aufmerksamkeit zu verschaffen, fühlte sich der Ewige von dem Geräusch an dröhnende Gongschläge erinnert. Unwillkürlich fasste er sich an die Schläfe, was ihm milde belustige Blicke der übrigen Anwesenden einbrachte.

Dazu gehörten neben dem wissenschaftlichen Stab um Artimus van Zant der Parapsychologe Professor Zamorra, dessen Gefährtin Nicole Duval, aber auch der ehemalige ERHABENE Ted Ewigk und die grünhaarige Mysati. Sie alle kannte Mer Cahot bereits. Immerhin hatten sie ihm den Hals gerettet.

»Liebe Freunde«, begann van Zant mit dröhnender Stimme und innerlich stöhnte Mer Cahot leise auf. »Wir haben in der letzten Zeit einige Fortschritte gemacht. Immerhin wissen wir mittlerweile, dass wir den Machtkristall Tan Moranos in unseren Besitz bringen müssen. Nur auf diesem Wege können wir genug Energie erzeugen, um den Kurs der Angst zu unseren Gunsten zu beeinflussen.«

Mer Cahot hörte nur mit einem Ohr zu. Er war immerhin an van Zants Forschungen beteiligt. Eine neuerliche Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse würde ihn nur an den Rand eines gepflegten Nickerchens treiben.

Ihm gegenüber begann Mysati ungeduldig mit den grünen Fingernägeln auf den Tisch zu trommeln. Das Geräusch zerrte ganz entsetzlich an Mer Cahots Nerven.

»Warum reißen wir uns den Klunker dann nicht endlich unter den Nagel?«, fragte sie in ihrer ungestümen Art.

Fast hätte Cahot angesichts ihrer flapsigen Ausdrucksweise gegrinst, aber natürlich blieb er ernst.

»Wenn das so einfach wäre, hätten wir es gewiss schon getan, junge Dame«, erklärte er geduldig.

Mysati blickte ihn aus großen, grünen Augen an. »Ich bin gar keine Dame«, antwortete sie dann prompt, »und jung schon gar nicht!«

Einige der Anwesenden ließen ein leises Kichern hören.

Professor Zamorra schaltete sich ein. Der sympathische Parapsychologe beugte sich im Stuhl nach vorn und blickte die Grünhaarige lächelnd an.

»Du stellst dir das zu einfach vor, Mysati«, sagte er. »Mit dem Machtkristall ist Tan Morano nahezu unangreifbar.«

»Aber er ist kein Gott«, gab die Grünhaarige zurück, »auch wenn er sich offenbar für einen hält. Vielleicht solltet ihr mal ein Wundermittelchen gegen seinen Größenwahn entwickeln.«

Dabei sah sie abwechselnd van Zant und Mer Cahot an. Sie schien dem Ewigen bis auf den Grund seiner Seele zu blicken. Er kannte Mysati bisher nur flüchtig, dennoch spürte er instinktiv, dass bei ihr der äußere Schein deutlich trügte. Auch wenn sie äußerlich wie eine junge Frau wirkte, so blieb die Grünhaarige doch geheimnisumwittert. Er wurde nicht schlau aus ihr.

»Wir arbeiten daran«, antwortete van Zant trocken. Auch er schien milde belustigt zu sein. »Im Moment bin ich allerdings der Ansicht, dass wir uns noch einmal mit der Schrift im Keller des Châteaus und der Kiste beschäftigen sollten.«

Van Zant sprach natürlich von der Kassette des Blinden Wächters. Diese hatte lange Zeit ein Stück der Angst beherbergt und war schon Gegenstand zahlreicher, nicht ungefährlicher Forschungsreihen gewesen. Van Zant hatte über den Kontakt mit der Kassette kurzzeitig den Verstand verloren. Es hatte lange gedauert, bis er wieder vollständig genesen war.

»N

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