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Professor Zamorra - Folge 1038

Bündnis der Hölle

von Susanne Picard

Château Montagne

Etwas kam, und sein stumpfer Glanz trieb die Dunkelheit, die über dem Gewölbe gelegen hatte, in die Flucht. Das Gespinst schwebte zwei Meter über dem Boden, und über die Fäden, aus denen es sich zusammensetzte, geisterte eine abseitige, nie gesehene Elektrizität, die die Luft zum Knistern brachte, nie gekannte Gerüche entstehen ließ und dabei aus dem Unsichtbaren heraus von Minute zu Minute mehr Substanz zu gewinnen schien.

Dieser Prozess setzte sich über die kommenden Tage fort und war noch lange nicht abgeschlossen.

Etwas hatte begonnen. Etwas, von dem sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher sagen ließ, worin es einmal enden würde.

In Erlösung – oder vollkommener Verdammnis …

Prolog

Es war, als sei es festgehalten worden; in einem Käfig, in den man es gesperrt hatte. Es hatte nicht frei entstehen dürfen, sondern man hatte es aus seinem Ursprung hinausgezerrt, hinaus in eine Umgebung, aus der es nicht entkommen konnte.

Das Bewusstsein spürte, dass diese Welt, in die man es gezwungen hatte, nur aus Grenzen bestand. Es stieß sich an ihnen, sie verursachten Schmerz. Doch seine Natur war Freiheit. Eine Freiheit ohne Grenzen.

Dann war da ein Sog, in den es hineingezerrt wurde. Ebenso unfreiwillig, wie man es ins Leben (war es Leben?) gezerrt hatte – hier war es noch begrenzter, noch schmerzhafter …

Zorn machte sich breit. Zorn, der mächtiger war als die Grenzen und sie zu sprengen drohte.

Und ganz plötzlich waren die Grenzen fort.

Es war frei.

Doch der Zorn war noch da.

***

»Aaah!«

Asmodis, einstiger Fürst der Finsternis und jetziger Diener des Wächters der Schicksalswaage, wie er selbst sich immer wieder erinnerte, krümmte sich vor Schmerz.

Gerade eben noch hatte er seine Hände in das fließende Wasser des Flusses Bargusin gehalten. Es war ein angenehmes Gefühl gewesen, klares, kühles Wasser, das wie glatte Seide um seine Arme hinüber und um sie herum floss. Für einen Augenblick hatte Asmodis daran gedacht, in seiner menschlichen Gestalt in die Fluten zu hüpfen und eine Zeit lang das Wasser zu genießen, bevor er wieder seiner Arbeit nachging.

Doch dann nahm er Abstand davon. So sehr er seinen menschlichen Körper und dessen Sinnempfindungen auch schätzte, der März war in Sibirien sicher nicht die richtige Zeit, diese Sinne zu genießen.

Langsam ebbte der Schmerz ab, den er so plötzlich im Unterarm gespürt hatte. Vorsichtig zog er den Arm aus dem langsam, aber stetig dem Baikalsee zufließenden Gewässer heraus und betrachtete ihn.

Nichts schien unnormal daran. Nur einige kleine Hauterhebungen, die wirkten, als kröchen Insekten unter der Haut umher, zeigten, dass mit Asmodis nicht alles in Ordnung war.

Wenn ich nur wüsste, was es ist, dachte der ehemalige Fürst der Finsternis nachdenklich.

Schon seit einiger Zeit verfolgte – oder besser gesagt, belästigte ihn dieses Phänomen, das er sich nicht erklären konnte. Er hatte wirklich schon alles versucht, um dem Verursacher auf die Schliche zu kommen, doch vergeblich. Es half nicht einmal, sich in einer anderen Dimension aufzuhalten. Oder innerhalb einer magischen Sonderzone, wie die Burg Caermardhin eine darstellte. Geschützt von unzähligen Schichten von Schutzzaubern und magischen Wällen war der Sitz des jeweiligen Dieners der Schicksalswaage ein Ort, an dem andere Magie als die des »Besitzers« nicht existierte.

Und doch hatte dieses Phänomen Asmodis auch dort keinen Frieden gelassen.

Vorsichtig senkte Asmodis den Arm wieder in das Loch, das er in das dicke Eis, das den Fluss bedeckte, gebrannt hatte. Selbst fließende Gewässer froren hier jeden Winter zu – noch ein Grund, fürs Erste an dieser Stelle keine menschliche Gestalt anzunehmen. Diese hätte die kalten Fluten, die unter dem Eis dahinschwappten, sicher nicht gut vertragen.

Doch der dämonischen Gestalt Asmodis’ machte die Kälte nicht viel aus. Jetzt war sie sogar angenehm, wo der Schmerz im Unterarm langsam nachließ.

Woher kommt dieser Schmerz nur immer wieder?

Der Bote. Der Bote des Wächters.

Asmodis fiel wieder ein, warum er hier in Sibirien war. Der Wächter hatte ihn vor einiger Zeit in Caermardhin besucht und hatte von ihm verlangt, einen Durchgang zwischen Avalon, der Feeninsel, auf der seit einiger Zeit die von LUZIFER erdachte neue Hölle entstand, und der Erde wiederherzustellen. Dieser Pfad, der früher immer bestanden hatte und für das Gleichgewicht der Mächte verantwortlich war, war seit der Neuentstehung der Hölle unterbrochen – auch die Feeninsel hatten nur einige wenige Auserwählte besuchen dürfen. Und besuchen können.

Doch selbst die wenigen Paraspuren, über die man Avalon einst hatte erreichen können, waren mittlerweile unterbrochen worden; den Grund kannte Asmodis selbst nicht genau. Er vermutete, dass Lilith, die Herrin vom See und Herrin der Insel, dafür verantwortlich war.

Im Grunde war ihm allerdings egal, wer dafür verantwortlich zeichnete – Fakt war, dass ihm die mehr oder weniger undankbare Aufgabe zuteilgeworden war, einen neuen Übergang zu schaffen.

Da waren ihm die Geschehnisse hier in Sibirien – ein Jahrhunderte alter Streit zwischen den Elementaren, die dieses gewaltige und nur spärlich bewohnte Land beherrschten – gerade zupassgekommen.

Mit seiner Hilfe hatte der Elementar des Todes und des Chaos, der sich in einem ewigen Kampf gegen die anderen Naturgeister befand, bereits einen der sogenannten Bolschaja Semjorka gefangengenommen: Boreas, den Geist des Sturms.

Mit seiner Kraft hatte Asmodis die gewaltige Aufgabe des Boten anpacken können.

Doch der Strom der Energie war noch schwach.

Asmodis ließ das eisige Wasser noch ein wenig über den Arm laufen, bevor er wieder seiner Arbeit nachging. Boreas Kraft war groß und es war nicht das Dümmste gewesen, gerade mit seiner Kraft anzufangen. Doch die Energie verzettelte sich noch.

Er hatte sie zwar isolieren können, aber trotzdem brachen die Energien immer wieder aus, verschwanden in andere Dimensionen oder sprangen durch diese hindurch auf andere Orte der Erde. So verzettelte sich die Energie immer wieder, wo sie eigentlich hätte stabil sein müssen.

Es war ärgerlich, bestand doch immer die Gefahr, dass die Baba Yaga, der Geist der Taiga und der Erneuerung selbst, ihm irgendwann dazwischenfunkte – wie sie es bereits einmal getan hatte –, aber er würde sie sich schon irgendwie vom Hals halten können.

Er würde weitermachen müssen.

Und er hatte immerhin einen großartigen Verbündeten: den Boten selbst.

Dem konnte sich auch die Yaga nicht widersetzen. Es würde also nicht mehr lange dauern, dann hatte Asmodis noch mehr als nur einen sibirischen Elementar in seiner Gewalt.

Dann konnte er dem Boten des Wächters der Schicksalswaage Vollzug melden.

Und das ist der Zeitpunkt, wo ich dann hoffentlich auch dieses Phänomen und die Schmerzen los bin.

Dann kommt die Zeit der Rache. Aber jetzt werde ich erst einmal die aufhalten, die mich hindern wollen, den Übergang zu schaffen und stabil zu halten …

Er sah gar nicht, dass sich von seinen Fingerspitzen Schwärze löste, als seien die rötlichen Finger aus Tintenstein. Die Finsternis breitete sich im Wasser aus und floss mit den Wellen davon.

***

Château Montagne

Ein Hauch von Frühling lag an diesem Märzmorgen über dem Loire-Tal.

Nicole Duval sog noch einmal tief die duftende Luft ein und trat dann vom geöffneten Fenster zurück, ohne es zu schließen. Sie befand sich im zweiten Stock des Nordturms, in der unteren Ebene der zweigeschossigen, sehr umfangreichen Bibliothek.

»Kannst du das Fenster nicht zumachen?«

Die Stimme klang unwillig hinter einem Stapel in Leder gebundener Folianten hervor, der so hoch war, dass man den Sprecher nicht sehen konnte. Entsprechend klang die Stimme ein wenig dumpf, so als befände sich die Person unter Pergament und uralten Büchern begraben.

Nicole grinste. »Gerade du klingst so, als könntest du etwas frischen Wind hinter deinen Büchern gebrauchen, chéri!«, antwortete sie fröhlich. »Oder sollte ich sagen: Unter den Büchern?«

Sie ging zu einem kleinen Tisch neben der Zimmertür und goss Kaffee in zwei Becher, die dort bereitstanden. Der Duft des starken, frisch aufgebrühten Kaffees mischte sich mit dem Duft der erst kürzlich gelockerten, feuchten Erde der Weinberge, die das Château umgaben.

Nicole schloss die Augen und glaubte zu spüren, wie die leichte Brise ihr bis ins Herz wehte. Es war Frühling!

Ein plötzliches Rascheln und ein dumpfer Schlag holten sie in die Wirklichkeit zurück. Es hörte sich an, als versuche jemand verzweifelt, einen Stapel Papiere festzuhalten.

»Liebling, ich weiß deine gute Absicht zu schätzen«, erklang es wieder hinter dem Bücherstapel auf dem Tisch, der in der Mitte des Zimmers stand. »Aber den alten Schriftstücken tut frische Luft nicht sonderlich gut – das muss ich dir doch nicht sagen!«

Zu dem dumpfen Klang der Stimme kam nun noch eine eindeutig wehleidige Komponente hinzu.

Nicole seufzte und machte sich auf den Weg, um die großen Fensterflügel wieder zu schließen. Doch sie machte einen kleinen Umweg und stellte einen der gefüllten Kaffeebecher vorsichtig neben den Mann, der sich hinter dem Bücherstapel versteckte. Flüchtig gab sie dem Bücherwurm – ihrem Lebensgefährten – einen Kuss auf den Scheitel, dann schloss sie mit einem letzten, wehmütigen Blick auf das Loire-Tal die Fensterflügel.

»Ich wusste nicht, dass ihr einzelne Schriftstücke sortiert – ich dachte, es wären Folianten!«, sagte sie, nachdem sie einen Schluck aus ihrem eigenen Becher genommen hatte.

»Stimmt«, erklang es schräg über ihr.

Ihr Blick flog hoch zu Pascal Lafitte, der auf einer Leiter an einem der oberen Bücherregale der Bibliothek stand und auf einem Arm vorsichtig einen so hohen Stapel in Leder eingebundener Bücher balancierte, dass Nicole für eine Sekunde geneigt war, hinüberzulaufen, um die obersten davon, die gerade herunterzufallen drohten, aufzufangen. Sie entschied sich eines Besseren, als sie sah, dass Pascal die Büchermenge durchaus im Griff hatte.

»Trotzdem trägt die Frühlingsluft, so angenehm sie ist, dazu bei, das Pergament vergilben zu lassen.«

Nicole lächelte. Wer hatte gedacht, dass sich Pascal Lafitte, der ständig Arbeits- und Glücklose aus dem Dorf unterhalb des Châteaus, so gut als Hausbibliothekar machen würde? Zamorra und Pascal waren gerade dabei die Pergamente und Folianten auszuwählen, die als Nächstes gescannt werden sollten. Mittlerweile hatten sie den weitaus größten Teil der Dokumente elektronisch gesichert.

»Man kann einige der älteren Exemplare ohnehin nur noch schwer entziffern«, meldete sich Zamorra wieder hinter seinem Bücherstapel zu Wort. Sein dunkelblonder Haarschopf und ein Paar grauer Augen erschienen über einem in blassgrünes Wildleder gebundenen Buch.

»Bei einigen – wie dem hier«, er wies auf das Buch vor seiner Nase, »weiß ich schon gar nicht mehr, unter welchem Stichwort wir es ablegen sollen. Es scheint irgendwie um Engelbeschwörungen zu gehen.« Seine Augenbrauen zogen sich zusammen. »Oder vielleicht auch darum, wie man Dämonen bannt, wer weiß das schon. Zumindest kann es keine schwarze Magie sein, denn es ist in Henochisch geschrieben.«

»Wer wüsste es wohl, wenn nicht du«, meinte Nicole spöttisch. »Und Dämonenbann – wer hätte das in der Bibliothek eines Dämonenjägers gedacht!«

»Mach dich nur lustig«, knurrte Zamorra. Stöhnend lehnte er sich zurück und trank einen Schluck Kaffee. »Aber ich warne dich, die Strafe wird schon noch folgen! Ich frage mich überhaupt, warum nicht du diese Arbeit hier machst, sondern ich das selbst machen muss. Wozu bist du eigentlich meine Sekretärin?«

»Ich bin zwar offiziell deine Assistentin …« Nicole betonte das Wort, »… aber Pascal ist der Bibliothekar hier.« Sie klang amüsiert. Sie wusste sehr wohl, dass ihr Lebensgefährte es nicht ganz ernst meinte. »Wozu haben wir ihn denn angestellt?«

»Hey, lass mich da raus«, erklang es von der Leiter. »Ich hab Spaß hier und möchte es nicht mehr missen!«

Zamorra lachte leise, dann wandte er sich wieder Nicole zu. »Er ist der Bibliothekar, aber das heißt nicht, dass er Henochisch spricht und das Aldaraia versteht. Woher auch? Immerhin gibt es nur drei Exemplare insgesamt auf der Welt.«

»Hinzu kommt: Man muss das Aldaraia ja irgendwie von den anderen henochischen Büchern wie dem Tabula bonorum angelorum invocationes unterscheiden«, warf Pascal ein und schob einen weiteren Folianten sorgfältig ins Regal. »Latein kann ich ja so grade noch, aber bei Henochisch muss ich aufgeben. Aber um das Buch zwischen den anderen henochischen Werken einzuordnen, muss ich wissen, was genau darin steht.« Nicole hätte wetten können, er hätte den Zeigefinger erhoben, wie ein Lehrer es einem Schulkind gegenüber tat, hätte er nicht weiterhin seinen Foliantenstapel auf dem Unterarm balanciert.

»Und dazu muss ich zumindest noch einmal hineinsehen«, seufzte Zamorra. »Alles kann ich ja nun wirklich nicht auswendig wissen.«

»Braucht ihr mich überhaupt?«, fragte sie.

»Nein!«, kam es hinter dem Bücherstapel auf dem Schreibtisch wie aus der Pistole geschossen hervor.

»Nicht wirklich«, fügte Pascal etwas ruhiger als der Professor hinzu.

»Dafür braucht ein gewisser Louis Landru Sie am Telefon, Mademoiselle Nicole«, mischte sich nun eine dritte Person ein, die gerade unbemerkt von den anderen den Raum betreten hatte.

»William!« Nicole eilte auf den hochgewachsenen, äußerst würdevoll dastehenden Butler des Schlosses zu. Er stand nicht weit vom Eingang entfernt, korrekt gekleidet wie immer, und hielt ein silbernes Tablett in der Hand, auf dem das Mobilteil eines Telefons lag. Eine kleine LED-Leuchte blinkte leise und zeigte an, dass die Leitung gehalten wurde.

»Louis Landru? … Was will denn die deBlaussec-Stiftung von mir?«, murmelte Nicole.

Die deBlaussec-Stiftung war vor nunmehr beinahe 32 Jahren von Zamorra eingerichtet und nach Victor deBlaussec benannt worden, der einst einen großen Dämonenschatz gehütet hatte – und dessen Vermögen den Grundstock für die Stiftung geliefert hatte. Nun half dieses Vermögen dabei, Opfern schwarzmagischer Praktiken zu helfen oder Familien, die von Dämonen oder Schwarzmagiern geschädigt worden waren und fungierte so als eine Versicherung für die Fälle, die für landesübliche Unfall- oder Lebensversicherungen nicht existierten.

Nicole und Zamorra waren so etwas wie die Schirmherren der Stiftung, und besonders Nicole hatte schon mehr als einmal dem derzeitigen Geschäftsführer der Stiftung, einem etwas seltsamen Mann namens Louis Landru, bei einigen seiner komplexeren und schwierigeren Fälle geholfen. Da die Stiftung auch den Kampf gegen Dämonen förderte, war Nicole oft genau die Richtige für die verzwickteren Fälle.

»Ich habe derzeit keine Schwierigkeiten, mir vorzustellen, dass Landru uns braucht«, sagte Zamorra. »Es scheint ja mal wieder an allen Ecken und Enden zu brennen. Die Angst, ein vampirischer Bürgermeister in New York und gerade jetzt erst Julian und seine wackligen Träume, und Asmodis als Diener des Wächters der Schicksalswaage. Man weiß nie, was als Nächstes passieren kann. Mich würde nicht wundern, wenn wir es demnächst wieder mit Black Spots zu tun kriegten.«

»Immerhin schläft Julian wieder«, sagte Nicole nachdenklich und griff nach dem Telefon. »Wir konnten seinen Traum ja stabilisieren. Außerdem glaube ich nicht, dass Landru sich mit den Folgen von Julians instabilen Träumen beschäftigt«, fügte sie hinzu und spielte dabei auf die Ereignisse an, die sie und den Professor erst kürzlich in die Antarktis geführt hatten. Julian, der Träumer, ein Enkel des Erzdämons Asmodis, hatte die Gabe, durch Träume die Welt zu verändern. Seine Magie war so intensiv, dass er die Realität seinen Träumen anpasste und sie zu ändern vermochte.

Doch dieser Akt kostete ihn Kraft. In diesem Fall wohl zu viel Kraft – hatte er vor rund anderthalb Jahren doch die gesamte Erde mit allen Bewohnern in die Vergangenheit »geträumt« und tat es noch. So verhinderte er, dass die Black Spots – Inseln dämonischer und schwarzmagischer Tätigkeit, die einzelnen Landschaften der Hölle in nichts nachstanden, die die Erde überzogen hatten und sie nach LUZIFERs Willen langsam zu einer neuen Hölle machten – sich weiter ausbreiten konnten.

Zurzeit gab es, soweit Nicole und Zamorra das beurteilen konnten, auf der Erde also keine schlimmeren dämonischen Aktivitäten als sonst. Ärger gab es immer, fand Nicole. Trotzdem: Diesen Traum aufrecht zu erhalten, kostete Julian offenbar mehr Kraft, als dieser aufbringen konnte. Er hatte Zamorra um Hilfe gebeten, indem er eine Art »Homunkulus« seiner selbst schuf, und der Zamorra einen Weg gewiesen hatte, wie seine Magie zu entlasten sei.

Zwar war Julian am Ende nicht wieder erwacht – zum Glück. Nicole wollte sich gar nicht ausmalen, was wohl geschähe, könnte Julian seinen Traum nicht aufrecht erhalten. Und doch bestand Hoffnung, dass er eines Tages wieder er selbst sein würde.

Nicole verscheuchte die Angst, die sie beim Gedanken daran, was geschehen würde, wenn Julian die Kraft nicht mehr aufbrächte, die Welt in die Vergangenheit zu träumen, zu übermannen drohte und holte den Geschäftsführer der deBlaussec-Stiftung aus der Warteschleife.

»Monsieur Landru? Wie schön, mal wieder Ihre Stimme zu hören!«, sagte sie und verließ die Bibliothek in einen der angrenzenden Salons, sodass Zamorra in Ruhe weiterarbeiten konnte.

»Madame Duval, wie schön, dass Sie Zeit haben«, hörte Nicole nun die ausdruckslose und nicht sehr lebhafte Stimme Louis Landrus.

Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich sagen, er hat das auswendig gelernt, dachte Nicole.

»Was kann ich für Sie tun, Monsieur?«, wollte sie wissen.

»Madame Duval, ich bin mir bewusst, dass Sie und Monsieur le professeur in der Regel an größeren Dingen arbeiten«, kam Landru nüchtern zu Sache. »Aber da ich letzten Monat bei einer Razzia in einem Vampirnest hier in Paris eine sehr gute Ermittlerin verloren habe und unser neuer Außendienstmitarbeiter erst in einigen Wochen anfangen kann, brauche ich Hilfe … Und natürlich ist niemand in derartigen Dingen beschlagener als Sie, Madame.«

Nicole konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. ...

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