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Professor Zamorra - Folge 1035

Gefährliche Verbündete

von Anika Klüver

Die Tentakel wanden sich gierig und streckten sich nach dem funkelnden blauen Stein aus. Ihr kränkliches Leuchten wurde intensiver, je näher sie ihrem Ziel kamen.

Ein energetisches Knistern erfüllte die Luft, und das unterschwellige Summen wurde lauter. Gleich würden die Tentakel den Stein berühren. Würden sie ihn zerstören? Würden sie ihn verschlingen? Würden sie ihn in sich aufnehmen?

Das Summen wurde zu einem Fiepen, das durch Mark und Bein ging und die Luft zu zerreißen drohte. Nun senkte sich der vorderste Tentakel herab und griff nach dem Stein …

»Und wenn du zu lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.«

Friedrich Nietzsche

Tendyke Industries,
Abteilung für außerirdische Technologie

Dr. Artimus van Zant schnaubte abfällig, wandte den Blick aber nicht von der scheinbar harmlosen Kiste ab, die ihm so viel Ärger eingebracht hatte.

»Ich hatte noch nie besonders viel für Nietzsche übrig«, brummte er. »Und du wirst schon noch sehen, dass ich am Ende länger durchhalten kann als du.«

Der Physiker saß im Beobachtungsraum seines Labors, der durch eine große Glasscheibe vom Versuchsraum getrennt war. Auf dem Tisch in der Mitte des anderen Raums stand die Kassette des Blinden Wächters, jenes außerirdische Artefakt, in dem sich ein Stück des nur als Angst bekannten fremden Energiewesens befand. Die Kiste wirkte, als könnte sie kein Wässerchen trüben.

Doch Artimus wusste es besser. Er wusste, dass dieses Ding ganze Zivilisationen, ganze Welten auslöschen konnte – er hatte es selbst erlebt. Er hatte den Schrecken, den Terror und die Verzweiflung erlebt, die damit einhergingen, und war vor Ort gewesen, als eine Welt unter dem Ansturm der Angst vergangen war.

Nur dass er eben doch nicht wirklich dort gewesen war. Zumindest nicht körperlich. Aber sein Geist, seine Emotionen und seine Seele waren in diesem Moment auf jener fernen Welt gewesen und hatten gespürt, was einst der Blinde Wächter gespürt hatte. Artimus schüttelte sich und atmete tief ein. Er hatte immer noch nicht überwunden, was mit ihm passiert war und musste einmal mehr gegen Erinnerungen ankämpfen, die nicht seine eigenen waren und nun doch in ihm weiterlebten.

Nachdem er die Kassette des Blinden Wächters bei einem Experiment aus einem Impuls heraus ohne Schutzhandschuhe berührt hatte, war Artimus van Zant in einen komaähnlichen Zustand gefallen und hatte eine ganze Weile auf der Krankenstation von Tendyke Industries gelegen. Dr. Berenga zufolge hatte er auf nichts reagiert, aber die ganze Zeit über Hirnaktivität gezeigt.

Das war auch kein Wunder, denn in den wenigen Wochen hatte der Physiker die Ereignisse eines ganzen Lebens durchgemacht. Irgendwie hatte er durch das Berühren der Kassette eine Reaktion ausgelöst, die dazu geführt hatte, dass er das gesamte Leben des Mannes erleben musste, der die Kassette ursprünglich geschaffen hatte.

Genau wie er war dieser Mann ein Wissenschaftler gewesen und hatte sein Leben der Dimensionstorforschung gewidmet. Dabei war er irgendwann auf die Angst gestoßen und hatte aus Neugier eine Probe davon mit auf seine Welt genommen, um sie zu erforschen. Und das war der Anfang vom Ende gewesen. Die Angst hatte die Heimatwelt des Mannes zerstört und bedrohte nun auch die Erde und zahllose andere Welten.

»Ich war so dumm«, murmelte Artimus. Gleich nachdem die Worte seinen Mund verlassen hatten, schüttelte er den Kopf und lächelte grimmig. Er tat es immer noch.

Er dachte von den Handlungen des Blinden Wächters immer noch so, als wären es seine eigenen gewesen. Der rationale Teil seines Verstands wusste, dass das Unsinn war. Er hatte das Leben dieses Mannes nur erlebt, war aber nicht für dessen Handeln verantwortlich. Was damals auf Sirkar geschehen war, war lange vorbei und das, was Artimus erlebt hatte, nicht mehr als ein Echo jener Ereignisse.

Und doch …

Der große Südstaatler rieb sich mit einer Hand übers Gesicht und schloss für einen Moment die Augen. Erst dann fiel ihm auf, dass damit die blöde Kiste diese Runde des Anstarrwettbewerbs gewonnen hatte. Doch das kümmerte ihn nicht. Was spielte das schon für eine Rolle? Jeder, der ihm etwas bedeutet hatte, war ohnehin tot. Seine Familie gab es nicht mehr, und das war allein seine Schuld. Wäre er nicht so leichtsinnig gewesen, so verbohrt, so selbstsüchtig. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn er …

Artimus ließ seine große Faust krachend auf den Tisch hinabsausen. Der Aufprall war so heftig, dass der Computer, der darauf stand, wackelte und die Tastatur ein Stück von der Tischplatte hochsprang.

»Jetzt reiß dich mal zusammen!«, sagte der Physiker laut in den leeren Raum hinein. »Das alles ist längst Geschichte und lässt sich nicht mehr ändern. Du kannst später immer noch in fremden Erinnerungen schwelgen, aber jetzt musst du eine Lösung für dieses Problem finden. Diese Welt hier wurde nämlich noch nicht zerstört, und du kannst dafür sorgen, dass es nicht dazu kommt.«

Artimus setzte sich auf seinem Stuhl auf und richtete den Blick wieder auf die Kassette des Blinden Wächters im Nebenraum. Wenn das alles vorbei ist, sollte ich mal über eine Therapie nachdenken, schoss es ihm durch den Kopf. Sicher, er hatte durch seine Erlebnisse während des Komas einiges über die Angst erfahren. Tatsächlich wusste er vermutlich mehr darüber als jeder andere auf diesem Planeten.

Aber dieses Wissen war untrennbar mit einer emotionalen Bürde verbunden gewesen, die ihm nun zu schaffen machte. In seinen Träumen kehrte er immer wieder in dieses andere Leben zurück und erlebte Momente daraus erneut. Es war, als würde er sich ständig denselben Film anschauen – nur dass es kein Film war. Es war alles echt, und er hatte es unmittelbar erfahren. Es war, als würden nun zwei Seelen in ihm wohnen, die zu einer verschmolzen waren. Von den körperlichen Strapazen seines Komas hatte er sich mittlerweile wieder einigermaßen erholt, aber die seelischen Auswirkungen würde er wohl bis zum Ende seines Lebens mit sich herumtragen.

In diesem Moment ging die Tür des Beobachtungsraums auf. Artimus drehte sich mitsamt seinem Stuhl herum und sah eine Gestalt in einem schmutzigen Mechanikeroverall, die ein Tablett voller brauner Papiertüten vor sich hertrug. Und aus diesen Tüten stieg ein himmlischer Duft empor.

»Zeit für einen kleinen Snack«, verkündete Aartje Vaneiden und stellte das Tablett auf dem Tisch ab. Die Niederländerin, die sich zusammen mit ihrem Kollegen, Valentin Kobylanski, um die Wartung der diversen außerirdischen Technikwunder kümmerte, die in den Labors von T.I. lagerten, lächelte gut gelaunt und ließ sich auf den Stuhl neben Artimus sinken.

»Das nenne ich mal Service«, erwiderte Artimus und griff sofort nach einer der Tüten. Die eingewickelten Leckereien darin rochen definitiv nach gegrilltem Fleisch, und Artimus’ Magen begann sofort zu knurren.

»Eigentlich musste ich nur mal aus dem Hangar raus«, erklärte Aartje, während sie sich zurücklehnte und die Füße an die Tischkante stützte. »Valentin hat auf seine subtile Art herausgefunden, dass Lok noch nie eine Freundin hatte, und hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, dem armen Kerl beizubringen, wie man Frauen klarmacht.«

Artimus musste unwillkürlich grinsen. Lok Ralev war ein Beta aus dem Volk der Ewigen. Er war der Assistent des Ewigen-Wissenschaftlers Mer Cahot, der auf seiner Welt eine Cyborg-Revolte ausgelöst hatte, um gegen Tan Moranos Vampire vorzugehen. Cahot und Ralev waren mit der Gruppe rund um Zamorra, zu der auch Artimus gehört hatte, zur Erde gekommen, als die Situation auf ihrem Ausflug ins All außer Kontrolle geriet. Nachdem sich der leicht verletzte Mer Cahot dank Dr. Berengas medizinischer Pflege wieder erholt hatte, waren er und Ralev gerne bereit gewesen, dem Spezialistenteam von T.I. zur Hand zu gehen. Artimus konnte sich gut vorstellen, wie Valentin den jungen Beta während und zwischen der Arbeit mit seinen Lebensweisheiten zutextete.

»Du solltest ihn mal reden hören«, fuhr Aartje fort und ahmte dann die Stimme ihres langjährigen Kollegen nach. »‚Du bist doch Musiker, Kleiner. Die Mädels stehen auf so was. Ernsthaft, die werden bei dir Schlange stehen.’« Die Niederländerin schüttelte lachend den Kopf und griff ebenfalls nach einer der Tüten. Sie wickelte einen verpackten Hamburger aus und biss herzhaft hinein. Artimus hatte bereits einen ganzen Burger verdrückt und machte sich nun an den zweiten.

»Jedenfalls ist es gut, dass du hergekommen bist«, sagte der Südstaatler. »Jeder, der gegrilltes Fleisch mitbringt, ist mir willkommen.«

Aartje grinste. »Ich dachte mir, dass du nach deinem Koma eine Menge nachzuholen hast. Ein Wunder, dass es so ein großer Kerl wie du überhaupt so lange ohne feste Nahrung ausgehalten hat. Oder hat dir Berenga durch die Schläuche pürierte Steaks zugeführt und dich so am Leben gehalten?«

Artimus wusste, dass es als Scherz gemeint war, aber die Erinnerung an seine Zeit im Koma brachte ihn wieder zu seinen düsteren Gedanken zurück.

Aartje schien zu merken, dass sie einen Nerv getroffen hatte. »Tut mir leid«, sagte sie.

»Schon gut. Ist ja nicht deine Schuld«, erwiderte Artimus. »Ich starre nur schon wieder seit Stunden auf dieses Ding, und ich glaube, langfristig gesehen tut das meinem Hirn nicht besonders gut.«

»Vielleicht können wir diese Aufgabe ja mal für eine Weile auf zwei Gehirne verteilen«, schlug Aartje vor und schob ihren Stuhl so, dass sie ebenfalls direkt durch die Scheibe auf die Kassette des Blinden Wächters blicken konnte.

Artimus lächelte und wandte sich wieder seinem Burger zu. Aartje war eben nicht nur eine begabte Technikexpertin und hervorragende Pilotin, sondern auch eine wirklich gute Freundin.

Eine Weile lang saßen sie einfach nur schweigend da, aßen und betrachteten die Kassette. Obwohl sie geschlossen war, sah Artimus das wabernde Energiewesen, das sich darin befand, deutlich vor sich.

Nachdem er aus dem Koma erwacht war, hatte er die Kassette geöffnet und ihren Inhalt offenbart, den sie zuvor nur als holografische Projektion hatten sehen können. Doch Artimus hatte ihn in diesem Moment nicht zum ersten Mal gesehen. Er kannte dieses wabernde Ding schon seit vielen Jahren, denn der Blinde Wächter hatte es in die Kassette gelegt und per Dimensionstor auf eine andere Welt befördert. Er hatte damit anderen Völker die Chance geben wollen, es zu erforschen und einen Schutz gegen die Angst zu entwickeln.

Er erinnerte sich gut an die vielen Stunden, die er – nein, die der Blinde Wächter – mit der Erforschung dieser Probe verbracht hatte. Er hatte herausfinden wollen, ob man dieses Energiegebilde irgendwie nutzen konnte. In seinem Ehrgeiz hatte er alles andere aus den Augen verloren, bis es zu spät gewesen war.

»Es war nicht immer so«, sagte er plötzlich und durchbrach damit die Stille im Beobachtungsraum, die nur vom konstanten leisen Summen der elektronischen Geräte begleitet wurde.

Aartje drehte sich zu ihm herum und sah ihn verwirrt an. »Was meinst du?«, fragte sie.

»Die Angst«, erwiderte Artimus. »Dieses Wesen in der Kassette. Es war nicht immer eine Bedrohung, die sämtliches Leben auslöscht.«

Aartje zog erstaunt die Augenbrauen hoch. »Was denn dann?«

»In der Welt, aus der es ursprünglich stammt, hat es Leben geschaffen, anstatt es zu zerstören«, erklärte er. »Ich … ich meine, der Blinde Wächter hat es entdeckt und war von seinen unglaublichen Fähigkeiten fasziniert. Er wollte es erforschen und seine positiven Eigenschaften nutzen, mehr nicht. Und dann ging alles schief.«

»Du klingst, als wäre das deine Schuld«, bemerkte Aartje vorsichtig.

»In gewisser Weise ist das auch so.«

Die Niederländerin legte eine Hand auf seinen Arm. »Artimus, ich weiß, dass du während deines Komas einiges erlebt hast, das dir sehr nah ging, aber das warst doch trotzdem nicht du.«

»Doch, das war ich. Ich weiß nicht genau, wie ich es erklären soll, aber in diesen Momenten war ich der Blinde Wächter

Der Physiker hatte seinen Freunden nach seinem Erwachen aus dem Koma zwar in einer groben Zusammenfassung erzählt, was er erlebt hatte, und sich auch selbst als Blinden Wächter bezeichnet. Aber was genau diese Erfahrungen für ihn bedeuteten, hatte er bisher für sich behalten. Vor allem die persönlichen Aspekte seines anderen Lebens waren etwas, von dem er selbst nicht so recht wusste, wie er damit umgehen sollte. Zamorra und seine anderen Freunde hatten momentan wichtigere Probleme, als sich sein Gejammer über eine längst vergessene Familie anzuhören, der er eigentlich nie wirklich begegnet war. Deswegen hatte er bislang nur die relevanten Erfahrungen seines anderen Lebens mit ihnen geteilt und seine Gefühle außen vor gelassen.

Doch etwas in Aartjes Blick bewegte ihn nun dazu, diese angestauten Emotionen rauszulassen. »Ich bin für den Tod meiner Familie und einer ganzen Zivilisation verantwortlich«, sagte er. »Das heißt, ich bin es nicht wirklich, aber es fühlt sich so an. Der Blinde Wächter hatte eine Frau und zwei Kinder. Er hat … ich habe sie sehr geliebt, aber meine Arbeit war mir oft so wichtig, dass ich sie vernachlässigte.« Artimus machte sich nicht mehr die Mühe, das Ganze als Erlebnis aus zweiter Hand zu schildern. Es waren seine Erlebnisse, und er hatte diese Personen geliebt. »Sie starben, noch bevor die Angst den Planeten erreichte und alles zerstörte. Ich weiß nicht genau, wie es geschah, aber es war grausam und schrecklich. Ich war bereits blind, als ich die Leiche meiner Frau fand. Aber das machte das Bild in meinem Kopf nicht weniger schlimm. Ich sehe es immer noch vor mir.«

Er hielt kurz inne und sah zu Aartje. Die Augen der Niederländerin schimmerten feucht. Artimus räusperte sich.

»Na ja, jedenfalls fühlt es sich so an, als wäre ich für diese ganze Katastrophe verantwortlich. Der Blinde Wächter hat die Angst unbeabsichtigt zu seiner Welt gelockt, indem er ein Stück davon mitnahm. Er hat sozusagen ohne sein Wissen den Käse in die Mausefalle gelegt, die dann an seiner eigenen Hand zugeschnappt ist.«

»Und dann kam die Katze und hat den Käse samt Falle und Hand gefressen«, beendete Aartje den Gedanken und bewies damit, dass auch sie begriffen hatte, dass man in diesem Fall ein wenig ausgefallener denken musste.

»So ist es«, bestätigte Artimus. »Eine verdammt große Katze.«

Wieder schwiegen die beiden und starrten nachdenklich auf die Kassette im Nebenraum.

»Wie hießen sie?«, fragte Aartje plötzlich.

Artimus drehte sich zu ihr und sah sie an. »Was?«

»Deine Familie. Die Frau und die beiden Kinder. Wie lauteten ihre Namen?«

Der Physiker verspürte ein Ziehen in der Magengegend, das eindeutig nicht auf die Hamburger zurückzuführen war. Vor seinem geistigen Auge erschienen sofort die Bilder seiner Familie in glücklicheren Zeiten. Eine lachende junge Frau und zwei kleine Kinder, die vor Vergnügen quietschend über eine Wiese liefen.

»Inari«, antwortete er. »Meine Frau hieß Inari. Die Namen meines Sohns und meiner Tochter waren Bendras und Mirina.« Er schluckte kurz, bevor er weitersprach. »Sie waren wundervoll.«

»Das glaube ich sofort«, sagte Aartje lächelnd.

»Und ich bin für ihren Tod verantwortlich.«

Die Niederländerin schüttelte bestimmt den Kopf. »Das mag sich so anfühlen, da will ich dir gar nicht widersprechen. Ich kann auch nicht behaupten, dass ich weiß, wie es dir deswegen geht. Aber eine Sache ist doch ganz klar. Der Tod dieser Leute liegt schon lange zurück. Du hast ihn erlebt, als wärst du dabei gewesen, aber stell dir doch mal vor, was passiert wäre, wenn du nicht dabei gewesen wärst.«

Artimus runzelte die Stirn. »Wie meinst du das?«

»Nun ja, wenn du all das nicht erlebt hättest und die Erinnerungen des Blinden Wächters nicht auf dich übergegangen wären, gäbe es jetzt niemanden mehr, der sich an Inari, Bendras und Mirina erinnert. Alles über sie war quasi in dieser Kiste dort drüben eingesperrt.« Sie deutete durch die Glasscheibe in den anderen Raum. »Aber dank dir können sie nun in der Erinnerung von jemandem weiterleben, der sie geliebt hat. Ich finde, es könnte durchaus schlimmer sein.«

Artimus war angesichts dieser einfachen und doch so wahren Darlegung der Tatsachen einen Augenblick lang vollkommen sprachlos. So hatte er das noch nie gesehen. Sicher, er würde nach wie vor mit dem schmerzlichen Gefühl des Verlusts leben müssen, aber irgendwie hatte er den Verdacht, dass es von nun an ein wenig leichter werden würde.

»Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du eine wirklich tolle Freundin bist, Aartje?«

»Weil ich dir Burger bringe?«, erwiderte die Niederländerin, ohne eine Miene zu verziehen.

Artimus schnaubte. »Genau. Weil du mir Burger bringst.«

Sie grinste und schob ihm die Tüte mit dem restlichen Essen hin. »Ich weiß doch, dass du nicht du selbst bist, wenn du nichts Ordentliches im Magen hast. Und mit ordentlich meine ich eine geradezu erschreckend große Menge Fleisch.«

»Stimmt, die Brötchen könntest du beim nächsten Mal eigentlich weglassen. Und wenn du dann noch ein paar zusätzliche Scheiben Käse drauf …« Der Südstaatler verstummte, als ihm plötzlich ein Gedanke kam.

»Was ist?«, fragte Aartje verwirrt. »Doch lieber kein Käse?«

»Ganz im Gegenteil. Wir brauchen sogar jede Menge Käse.«

»Ich fürchte, ich kann dir nicht ganz folgen. Geht es noch um die Burger, oder reden wir hier von metaphorischem Käse?«

Artimus war aufgestanden und näher an die Glasscheibe herangetreten, die die beiden Räume voneinander trennte. »Überleg doch mal, was wir eben gesagt haben, Aartje«, begann er aufgeregt. »Ich weiß, dass der Blinde Wächter die Angst versehentlich zu seinem Planeten gelockt hat, indem er ein Stück von ihr dorthin mitnahm. Und jetzt hält die Angst auf die Erde zu, weil sich das, was sie will, hier befindet.« Er deutete durch die Scheibe auf die Kassette. »Das bedeutet …«

»… dass wir das Ding von hier wegschaffen müssen, damit die Angst nicht mehr herkommt?«

»Das wäre vielleicht eine Möglichkeit, aber ich habe noch eine andere Idee. Was wäre, wenn wir etwas finden, das der Angst noch besser schmeckt? Überleg mal, für wen stellt die Angst gerade eine noch unmittelbarere Bedrohung dar als für uns?«

Aartje musste nicht lange überlegen. »Für die Ewigen. Sie hält auf deren Planeten zu.

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