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Professor Zamorra - Folge 1033

Die sterbende Stadt

von Andreas Suchanek

Der Tod griff erbarmungslos nach ihr, wollte sie hinabreißen in das ewige Vergessen.

Bisher hatte Jasna Novak ihm standhalten können, doch ihre Kraft schwand, rieselte wie Sand durch das Stundenglas des Lebens. Und was würde bleiben, wenn sie erst einmal fort war? Wenn ihr Wissen mit ihr starb? Das Böse triumphiert, gab sie sich selbst die Antwort …

Die Bibliothek

Sie musste an Klaus denken.

Er und die anderen Novaks der heutigen Generation befanden sich längst wieder auf Artefaktjagd, wie es von je her gewesen war und immer sein sollte. Sie trugen ihren Teil dazu bei, die Welt von gefährlichen schwarzmagischen Artefakten zu säubern. Zweifellos würden sie auch dann weitermachen, wenn die Bibliothek nicht mehr existierte.

Ein Szenario, das plötzlich zum Greifen nah schien, hatte die Bibliothekarin der Novaks doch bisher keine Nachfolgerin bestimmt. Sie musste unwillkürlich lachen. Genau genommen kam nur eine einzige Person infrage, ihren Platz an der Spitze des Bibliotheksnetzwerks einzunehmen: Eliska. Die interessierte sich aber mehr dafür, in irgendwelchen Ruinen rumzuklettern, alte Pyramiden nach Artefakten zu durchsuchen und die Jagd nach den Essenzsplittern fortzuführen. Niemals würde sie diese Freiheit gegen eine derartige Verantwortung eintauschen, wie die Bibliothekarin sie trug.

Doch mit der Bibliothek gingen die Schriften verloren und ebenso Jasnas ganz persönliches Wissen. Gerade Letzteres musste erhalten werden – um jeden Preis!

Sie wusste, dass es nur wenige Menschen gab, die die Gefahr kannten und ihre Informationen einordnen konnten. Genau drei waren es. Und damit war auch klar, was zu tun war. Viel Magie war ihr nicht geblieben, ihr Licht war fast erloschen, doch den spärlichen Rest würde sie einsetzen müssen. Das verkürzte ihre Lebenszeit, sicherte jedoch das Wissen um die Angst, die Stadt und Svatopluk. Denn was gewesen war, durfte nie wieder sein.

Und so griff sie hinaus, nutzte die Macht der Bibliothek und schuf eine Verbindung.

***

Frankreich
Château Montagne

Während Zamorra noch mit offenem Mund auf Nicole – Lebensgefährtin, Kampfgefährtin und Sekretärin in Personalunion – starrte, griff diese nach dem Bündel Papier, nahm es ihm aus der Hand und legte es beiseite.

»Genug Arbeit für heute, chéri«, hauchte sie. Wie eine berühmt gewordene Nanny aus einer amerikanischen TV-Serie hatte sie sich auf die Kante seines hufeisenförmigen Arbeitstisches gesetzt und die Beine übereinandergeschlagen. Es fehlte nur ein Mister Sheffield.

»Die T.I.-Alphas sind ausgeschaltet, William hat frei und ausnahmsweise ist keine Gefahr in Sichtweite. Das sollten wir nutzen, mon professeur

Der Gedanke an die Dokumente war wie weggewischt. »Da bin ich voll und ganz Ihrer Meinung, Mademoiselle Duval.«

Nici trug noch immer ihren Ganzkörperdress aus schwarzem Leder, in dem sie einer gewissen Emma Peel frappierend ähnlich sah. »Ihr Männer seid so leicht zu manipulieren.«

»Ich bin das unschuldige Opfer meiner animalischen Natur«, erwiderte er grinsend. »Aber vielleicht führen wir diesen Dialog an anderer Stelle weiter?« In einer fließenden Bewegung sprang er auf, schloss Nici in die Arme und küsste sie stürmisch.

»Früher wäre dir der Schreibtisch recht gewesen. Du wirst doch nicht etwa alt?«

»Das verhindert schon das Wasser der Quelle des Lebens, zusammen mit meinem ewig jugendlichen Charme und meiner Leidenschaft.«

»Quod esset demonstrandum[1]

Sie kicherten beide wie verliebte Teenager.

Eng umschlungen ging es Richtung Schlafzimmer, wobei zuerst Zamorras Jackett fiel, dann öffnete er Nicis Reißverschluss.

»Also wirklich, Professor, das ist ja fast schon sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.«

»Was heißt hier fast

Sie kicherten.

Zamorra stieß die Schlafzimmertür mit dem Fuß auf. Während sie in einen innigen Kuss versanken, roch er den Duft ihrer Haare, ihr Parfüm, spürte ihre Haut unter seinen Fingern. Und dazwischen der Geruch von altem Pergament. Einfach wunderbar.

Altes Pergament?!

»Was verdammt …« Er ließ Nicole los und schaute auf.

»War das etwa schon …« Verwirrt sah Nicole sich um, als der Professor sie abrupt losließ.

»Das ist jetzt ein Witz, oder? Das ist die Bibliothek von Jasna!« Gerade fiel die Tür ins Schloss und versperrte ihnen damit den Rückweg. »Diese Frau hat wirklich kein Gefühl für Timing! Ist bei dir alles klar?«

Um sie herum erhoben sich Regale, die bis zur Decke reichten und vollgestopft waren mit Folianten, Pergamenten und Papyri. An den Wänden zwischen den Regalen tanzten Schatten, geworfen von den zuckenden Flammen der Gaslampen, die auf den Lesetischen standen. Dazwischen lagen aufgeschlagene Bücher.

»Alles bestens, warum?«

»Bei den anfänglichen Durchgängen wird einem schwindelig. Beim ersten Mal wurde ich sogar bewusstlos.«

Er zuckte mit den Schultern. »Mir geht es gut.«

»Das freut mich, chéri. Du wirst mich demnächst allerdings im Gefängnis besuchen müssen, da ich einer gewissen Bibliothekarin den Hals umdrehen werde!«

Wie sie von Jasna wussten, bestand die Bibliothek aus einzelnen Räumen, die über die ganze Welt – und selbst über andere Planeten und Dimensionen – verteilt waren. Überschritt man die Schwelle zu einem benachbarten Raum, legte man unbemerkt riesige Entfernungen zurück. Daran musste der Körper sich erst gewöhnen.

»Wo sind die nur alle?«, überlegte Nicole laut. Sie zog den Reißverschluss ihres Kampfanzugs wieder zu.

»Als hätten sie die Bibliothek fluchtartig verlassen«, sagte Zamorra.

Er wusste, dass hier normalerweise zahlreiche Archivare Dienst taten, es in den Räumen vor Geschäftigkeit nur so wimmelte. Doch jetzt waren sie leer und ausgestorben.

»Ich schwör dir, zukünftig werfe ich im Château jedes Mal einen Gegenstand in den angrenzenden Raum, bevor ich über die Schwelle trete«, sage Nicole grimmig.

»Na, William wird sich bedanken, wenn er eine Tasse an den Kopf bekommt.«

»Hm. Gutes Argument. Dann nehme ich mir eben einfach Jasna zur Brust. Apropos: Sie ist zweifellos hier irgendwo, schließlich muss sie ja das Portal geöffnet haben. Und zufälligerweise weiß ich, wo sich ihr Refugium befindet.«

»Nach Ihnen, Mademoiselle.« Zamorra bedeutete ihr, voranzugehen. »Ich kenne das alles ja nur aus Erzählungen.«

Als die Bibliothekarin vor einigen Monaten gegen ihren Vorfahr Svatopluk gekämpft hatte, war Nici hierher geschickt worden, um eine Stimmgabel aus dem Tresor der alten Frau zu holen. Mit dieser hatte sie dann die Kristallgefängnisse von Eliska und Zamorra gesprengt.

»Wir sollten …«, begann Nicole.

Eine weitere Tür wurde von Geisterhand aufgerissen und jemand taumelte über die Schwelle.

***

Rom, unter dem Vatikan

Eliska Novak lächelte verschmitzt, als die Tür sich leise hinter ihr schloss. Sie hatte es endlich geschafft. Vor ihr lagen ausgebreitet die Schätze des geheimen Safes des Vatikans. Das meiste davon besaß bedauerlicherweise nur materiellen Wert, von magischer Energie war hier so gut wie nichts zu spüren.

Der Raum befand sich tief unter der Erde, hatte ein eigenes Ventilationssystem; das Beste, was es an Sicherungstechnik auf dem Markt zu kaufen gab, war verbaut worden.

Gegen ein ordentliches Bestechungsgeld und ein wenig Magie half das natürlich kaum weiter. Nachdem sie in Brüssel über mehrere Monate Vorarbeit hatte leisten müssen – eine Menge Geld war geflossen –, hatte ihr eine italienische Abgeordnete der EU mit Verbindungen zum Vatikan ein paar Türen geöffnet. Für die Sicherheitswachen, die nicht bestechlich waren, war dann Magie ins Spiel gekommen.

Eliskas Bild spiegelte sich in der verglasten Oberfläche der Stahlschranktüren, als sie durch den Raum schlich. Hinter dem Glas wurden Artefakte, Pergamente, Reliquien, Pulver und allerlei anderer heiliger Plunder aufbewahrt. Doch nach dem suchte sie nicht.

Wo bist du?, fragte sie sich – und das Artefakt, das sie suchte.

Irgendwo hier unten lagerte der nächste Hinweis, der sie einen Schritt näher an die Essenzschlüssel heranführte. 1911 hatte sie Ägypten aufgesucht und sich mit einem Vertreter des Vatikans ein Wettrennen in den Katakomben geliefert. Auf der Spitze einer schwarzen Minipyramide – von der Größe eines dreistöckigen Hauses –, die von einem Meer aus Mumien umgeben war, war es schließlich zum Showdown gekommen, den bedauerlicherweise der verdammte Kuttenträger für sich hatte entscheiden können.

Kurz darauf war Svatopluk auf den Plan getreten und hatte sie in einen unfreiwilligen Zeitschlaf versetzt. Als sie eine Theatervorstellung in Prag besuchte, nutzte er seine Magie und fror sie in der Zeit ein. Erst 2010 war sie wiedererwacht, nur um zu erfahren, dass ihre Familie und ihr Bruder längst tot waren. Sie war eine Novak, doch mit der neuen Generation konnte sie nicht viel anfangen.

Also hatte sie ihre alten Verstecke aufgesucht, Diamanten und Schmuck sowie zahlreiche Artefakte geborgen und sich abermals eine Existenz aufgebaut.

Und jetzt, wo Svatopluk und Jasna ruhiggestellt sind, kann ich mich wieder meiner eigentlichen Suche widmen.

Nach Lyon hatte Svatopluk sie und Professor Zamorra entführt, um mit dessen Amulett und ihrem Licht eine Verbindung zur Angst herzustellen. Doch Jasna war auf den Plan getreten, hatte ihren Körper abgestreift und mit aller Macht zugeschlagen.

Mit einem Kopfschütteln vertrieb Eliska die Gedanken an das Gestern. Ein Streifzug durch den geheimen Safe des Vatikans war eine einmalige Chance, die sich so schnell nicht wieder ergeben würde. Sie musste den Hinweis bergen – den Kompass aus Tamariskenholz, der zur alten Oase führen sollte. Mit etwas Glück befand sich dort einer der Essenzsplitter. Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen war erneut in vollem Gange.

Während Eliska umherstreifte, war ihr nur allzu deutlich bewusst, dass eine imaginäre Uhr tickte. Denn um die letzte Hürde zu überwinden, hatte sie einen Schweizer Gardisten hypnotisieren müssen. Der arme Kerl schlummerte nun selig vor der Tür – mit drei seiner Kollegen und einem Bischof, der für diesen Bereich zuständig war.

Es wäre so viel leichter gewesen, wenn ich das Licht hätte einsetzen können.

Laut Jasna war das innere Licht der Novaks in Eliska am stärksten vertreten, weshalb Svatopluk sie damals auch gefangen genommen hatte. Mit dieser Macht konnte sie Portale zur Bibliothek öffnen und über diese als Zwischenstation andere Orte erreichen. Natürlich sollten das die Archivare besser nicht mitbekommen. Doch der Vatikan war auf irgendeine nicht zu erkennende Art gegen Teleportation und Portalmanifestation gesichert.

Nach der ersten Stunde war sie noch nicht beunruhigt, nach der zweiten schon etwas. Als sie auch nach der dritten nichts gefunden hatte, schlug sie wütend die Faust gegen die Wand.

Verdammt, wo ist das dreimal verfluchte Ding …!

Diesen Gedanken gedacht, schaute sie erschrocken auf ihre Faust. Hatte sie gerade auf die Wand geschlagen?!

Im nächsten Moment gellte der Alarm auch schon los. Sie wusste natürlich um die seismischen Sensoren, die in Fußboden und Wänden verborgen waren. Jene im Boden hatte sie neutralisiert, die anderen aber … Nun ja, wer war schon so dämlich und schlug in einem Hochsicherheitsraum gegen die Wand?

Ich. Genau wie damals, in England. Wer hätte auch ahnen können, dass der Kerl ein Tüftler war und sein Labor so gut schützte. Und dabei wollte ich nur diese Formel haben.

Ein Alarm gellte los, der zweifellos auch dem letzten Priester im Vatikan klarmachte, dass sie hier war.

So schnell sie konnte, sprang sie zur Tür, als diese auch schon vor ihr aufgerissen wurde. Fünf ziemlich finster dreinblickende Männer kamen auf sie zu – gekleidet in schwarze Anzüge, bewaffnet mit kleinkalibrigen Pistolen. Die Waffen im Anschlag rannten sie auf Eliska zu.

Da waren mir die Schweizer Gardisten aber lieber.

Noch während die Angreifer näherkamen, griff sie auf ihr Licht zu und wob einen Druckzauber. Das Licht machte sie zu mehr als einem normalen Menschen. Sie konnte Magie einsetzen, Zauber weben – wenn auch nur in begrenztem Maße.

Einer der Stahlschränke zu ihrer Linken wurde von einer unsichtbaren Kraft gepackt und flog in den Gang. Die fünf Männer sprangen zurück, wobei sie sich elegant und schnell bewegten. Sie alle steckten in schwarzen Kampfanzügen, an deren Gürteln diverse Stichwaffen hingen.

Eliska warf sich herum und rannte an das andere Ende des Raumes. Natürlich gab es einen zweiten Ausgang. Wenn sie diesen erreichte, bevor eine weitere Gruppe ihr den Weg versperren konnte, war sie in Sicherheit. Ein Schuss hallte. Sie ließ noch einen Stahlschrank in den Gang fallen, machte sich jedoch keine Illusionen – das waren Profis, und sie verstanden auch mit Magie umzugehen.

Endlich tauchte vor ihr die Tür auf. Nun blieb zu hoffen, dass die Codekarte des Bischofs nicht gesperrt worden war.

Sie schob die Karte in den vorgesehenen Schlitz, tippte die Codefolge ein und schon fuhr die Stahltür zur Seite. Eliska machte einen Satz … und befand sich in der Bibliothek.

***

»Zamorra! Nicole!«, sagte Eliska verblüfft. Mit allem hätte sie gerechnet, aber nicht mit den beiden Dämonenjägern. Und wer hatte das Portal geöffnet? Der Safe war doch gegen Portalmanifestation gesichert gewesen.

Jasna, gab sie sich nach kurzem Überlegen selbst die Antwort. Du überraschst mich immer wieder, alte Frau.

»Eliska«, kam es aus zwei Kehlen.

Ein Schuss peitschte. Eine der Wandlampen zerbarst, die Flamme erlosch, während das Petroleum über die Wand spritzte; glücklicherweise entstand kein Feuer.

»Schön euch zu sehen.« Ein Tritt gegen die Tür sperrte weitere schießwütige Gardisten und Sicherheitsleute aus.

»Hattest du Schwierigkeiten?«, fragte Nicole.

»Ach.« Sie winkte ab. »Nichts Ernstes. Ein paar Kampfmönche, nichts Besonderes. Hm. Zumindest glaube ich, dass es Mönche waren. Die haben direkt drauflosgeballert, waren wohl sauer, weil ich im Vatikan … nicht so wichtig.«

Sie musterte die beiden Dämonenjäger. Zamorra trug ein rotes Hemd und weiße Hosen, das sonst typische Jackett fehlte. Um seinen Hals hing an einer silbernen Kette das magische Amulett, das er Merlins Stern nannte.

Nicole Duval war in einen schwarzen Lederdress gekleidet und ihr Haar hatte sich seit ihrer letzten Begegnung komplett verändert. Erst bei genauerem Hinsehen erkannte Eliska, dass die Frau eine Perrücke trug. Das schwarze Haar fiel ihr bis zu den Schultern und glänzte seidig; ihre Augen funkelten violett. Kontaktlinsen hat sie auch noch.

Schon bei ihrem letzten Zusammentreffen war Eliska aufgefallen, dass die Französin sehr modebewusst war und gerne mal was Neues ausprobierte. Das macht vermutlich die Unsterblichkeit. Irgendwann wird einem einfach langweilig.

»Warum habt ihr mich hierher holen lassen?«, fragte sie.

»Wir?« Nicole lachte auf. »Von wegen. Dafür ist deine … Urgroßirgendwasoma oder Tante … was weiß ich … verantwortlich.«

»Unnötig zu sagen, dass auch wir von dieser Aktion etwas überrascht wurden.«

»Deine Hemdknöpfe, chéri

»Oh.« Der Professor schloss schnell die obersten Knöpfe.

»Ich verstehe.« Eliska grinste. Dann wurde sie jedoch sofort wieder ernst, als sie den Zustand der Bibliothek bemerkte. Hier war niemand mehr, nur wenige Gaslampen brannten und aufgeschlagene Folianten lagen auf dem Tisch. »Was ist hier los?«

»Das haben wir uns auch schon gefragt«, sagte Zamorra. »Wir sind erst kurz vor dir angekommen. Gerade wollten wir ins Refugium von Jasna, um sie zur Rede zu stellen.«

»Das halte ich für eine gute Idee.« Eliska fühlte eine seltsame Unruhe von ihrem inneren Besitz ergreifen. Etwas stimmte hier ganz und gar nicht.

»Und auf dem Weg kannst du mir erzählen, warum du nach unserem letzten Kampf gegen Svatopluk einfach abgehauen bist«, sagte Zamorra.

Eliska schnaubte. »Sagen wir, ich mag meine Privatsphäre, Professor. Und es liegt mir fern, mich in eure Schlachten gegen die Hölle oder die Ewigen oder sonst wen ziehen zu lassen. Das gilt auch für Jasna. Ich gehe meiner eigenen Wege.«

Das gesagt, ging sie davon. Zamorra und Nicole folgten ihr dichtauf.

***

Nicole keuchte schwer, als sie die Tür zu Jasnas Refugium erreichten. Glücklicherweise ging es den anderen ähnlich, daher war ihr Stolz nicht verletzt – zumindest nicht allzu sehr. Erneut war sie der Überzeugung, dass der Raum auf gleicher Höhe mit der Spitze des Empire State Building lag.

Eliska öffnete die Tür und sie traten ein. Zamorra hatte Jasnas Refugium als Einziger noch nicht gesehen. Mit offenem Mund blickte er sich um.

In jede Wand des Zimmers war ein ovales Fenster eingelassen; jedes davon zeigte einen anderen Ort. Eine Gluthölle zu ihrer Linken, eine Eiswüste zu ihrer Rechten. Hinter ihnen, direkt neben der Tür, führte das Fenster in ein Reich, das tief unter der Erde lag. Zwischen Erdspalten und Kavernen wimmelte es von Leben. Das Letzte gewährte einen Blick auf eine Stadt aus Glas und Gold, deren Häuserspitzen bis weit in den Himmel ragten und von Wolken umweht wurden. In den Häuserschluchten tummelten sich lachende Menschen und das Licht der Sonne glitzerte auf all dem Glas.

Das Refugium glich von der Einrichtung her ein wenig der Bibliothek: ein blauer Teppich, einige deckenhohe Bücherregale, in denen ledergebundene Folianten standen und ein wuchtiger Schreibtisch. An den Wänden hingen Gemälde, die alle die Stadt zeigten, deren Dächer bis in den Himmel ragten.

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