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Professor Zamorra - Folge 1026

Unter dem Schwertmond

von Manfred H. Rückert

Die schlanke, langhaarige Frau schloss die Augen und lehnte sich im Thron zurück. Dem Herrschersitz, der ihr nicht selbst gehörte, den sie aber dennoch verwaltete.

Ihre Welt bestand ausschließlich aus blauen Farbtönen. Sogar der Boden und der Hintergrund wurden von dem über Gortkanis befindlichen Schwertmond in die Farbe der Hoffnung verwandelt.

Zwischen ihren Knien steckte ein Schwert im Boden. Die Frau legte die Hände auf den Griff der zweischneidigen Klinge. Sie griff fester zu, als sie das Pulsieren im Schwert fühlte. Sie bekam den Eindruck, als wollte etwas aus dem Schwert entweichen.

Die Frau erschauerte und kniff die Augen fester zusammen. Bisher war immer etwas Entscheidendes geschehen, wenn die Sonnen wechselten und sich Gortkanis unter dem Schwertmond befand.

Weshalb sollte es dieses Mal anders sein?

»Wer sich an das Absurde gewöhnt hat, findet sich in unserer Zeit gut zurecht.«

Eugène Ionesco, rumänischer Schriftsteller (1909 – 1994)

1. Der Sklavenmarkt von Goldar

Von dem Präsentiernest aus, das ein ganzes Stück über das Podest des Verkäufers hinausragte, konnte die Gefangene die achtköpfige Garde beobachten, die eine langhaarige schlanke Frau begleitete. Das Verhalten dieser Frau, allein schon, wie sie sich umsah und bewegte, bewies der zum Verkauf Dargebotenen, dass sie gewohnt war zu befehlen. Entweder spürten das die anderen Besucher des Marktes von Goldar ebenso, oder die Langhaarige war eine bekannte und geachtete Persönlichkeit. Die Gefangene erkannte gleich, dass die letzte Vermutung zutraf. Die anderen Besucher verneigten die Köpfe und traten so weit zur Seite, dass eine regelrechte Schneise entstand, durch die die Unbekannte und ihre Schutztruppe, alle im Rotblau der herrschenden Schicht gekleidet, unbeschadet hindurch konnten.

In dem Gewimmel, das um diese Tageszeit auf dem Markt herrschte, war es durchaus nicht selbstverständlich, dass bereitwillig so viel Platz für jemanden gemacht wurde. Die neun Personen schlenderten von einem Stand zum anderen, aber für die Gefangene war auf den ersten Blick ersichtlich, dass das wirkliche Ziel der Gruppe entweder ihr eigenes Präsentiernest oder die Nester ihrer drei Mitgefangenen war.

Aber warum?, fragte sie sich. Was gibt es Besonderes hier?

Das Licht der Doppelsonne schmerzte in ihren Augen. Zu dieser Jahreszeit erfolgte auf Goldar der Wechsel der weißen zur blauen Sonne. In dieser Zeit machten ihr die Wechsel des Sonnenlichts und der Bestrahlung, die damit einhergingen, immer zu schaffen. Schon seit einigen Tagen war es so schlimm.

Es gab noch etwas, das ihr missfiel, und zwar waren das die vielfältigen Gerüche, die von den Nebenständen zu ihr herüberwehten. Der Gestank von Blut, Schweiß, Dreck und Fäkalien war allgegenwärtig. Angefangen von unglaublich schweren Parfüms über Obst und Gemüse bis hin zu verbranntem Essen, das sich neben dem abstoßenden Gestank durch eine qualmende Rauchwolke ankündigte. Aber das hatten wohl jeder Markt und alle Basare auf allen Welten gemein. Ebenso wie die ständige, auf- und abschwellende, aber nie ganz versiegende Geräuschkulisse im Hintergrund.

Schade, dass man Nasenflügel und Ohren nicht zuklappen kann, dachte sie leicht amüsiert. Mit Verwunderung nahm sie zur Kenntnis, dass der Geräuschhintergrund jedes Mal abschwoll, wenn die Dame mit ihrer Garde näher an einen der Stände trat.

Sie lehnte sich vor, umfasste mit beiden Händen die Gitterstäbe und blickte auf den Händler, der die vier so unterschiedlichen Wesen im Warenangebot hatte. Spaut Maygar unterzog das, war er anzubieten hatte, einer kritischen Inspektion. Seinem Blick entnahm die Gefangene, dass er nichts besaß, was die verwöhnte, blau gekleidete Dame hätte reizen können: einen mürrischen Muskelprotz, der schlimmer nach altem Schweiß stank als alles, was sie jemals kennengelernt hatte – sogar die Schmeißfliegen hielten sich von ihm fern. Eine triefäugige Jägerin, die schon halb verrückt war und ständig schrille Schreie ausstieß, sowie ein unglaublich dürrer Aufklärer, dessen zerfledderte Schwingen ihn nicht mehr zu tragen vermochten.

Und sie, die Geduldete. Immerhin stellte sie trotz allem immer noch das repräsentativste Stück in der Sammlung dar. Was nichts besonderes heißen wollte.

Eine Flüchtige, die zuerst vom Glück und danach von allen guten Geistern verlassen wurde, dachte sie und verzog spöttisch das Gesicht. Spaut Maygars entsetzte Miene bewies ihr, dass ihr Lächeln eher wie eine Grimasse wirkte. Bei der Hochebene von B’oran und allen Seelen-Tränen, ich sollte mich besser in der Gewalt haben.

Die Gefangene strich ihre zerzausten blonden Haare zurück und versuchte gleichgültig dreinzublicken. Einst war sie eine sehr attraktive Frau gewesen, der mehr als nur ein Mann nachgeschaut und sich mindestens eine Nacht auf ihrem Lager gewünscht hatte, aber nach den Strapazen der letzten Monate fühlte sie sich alt und verbraucht. Dabei war sie alles andere als das. Noch immer besaß sie eine Art herbe Schönheit und eine Ausstrahlung, die ihresgleichen suchte.

Damals war ich geduldet, weil ich anders aussah als die anderen, und heute bin ich verraten und werde verkauft, durchfuhr es sie. Sie zuckte gedankenverloren mit den Schultern. Der Unterschied war in ihren Augen nicht sehr groß. Sie war damals so wenig frei gewesen wie heute. Der Gegensatz zu damals bestand in den Gitterstäben, die sie auf einen engen Raum beschränkten und dass man sie nun offen anstarrte wie ein Tier in einem Zoo.

Sie wunderte sich seit ihrem Aufwachen an darüber, dass sie Almazh verstand, die Einheitssprache der Völker des Reiches Almoth. Die Lingua franca dieser Wesen schien mit dem Idiom, das sie auf einer anderen Welt sprach, verwandt zu sein.

Noch etwas hatten die beiden Welten gemeinsam: Sie wurden von je zwei Sonnen beschienen. Die Welt, von der sie hierher gekommen war, war der vierte von sechs Planeten einer blauweißen Doppelsonne, bewohnt von einem Volk humanoider Wesen. Diese besaßen eine tiefbraune bis schwarze Haut, sie ähnelten im Aussehen etwas den irdischen Steinzeitmenschen. Dunkle Augen lagen hinter knochigen Wülsten verborgen. Obwohl sie ausgemergelt wirkten, verfügten sie über enorme Kräfte. Genau wie die Bewohner von Gortkanis. Auch in puncto Schwerkraft und Luftzusammenstellung schienen beide Planeten ähnlich zu sein, denn sie fühlte keinerlei Beeinträchtigung in diesen Fällen.

Sie konnte sich nur noch teilweise an diese Welt erinnern, aber die Gemeinsamkeiten waren erstaunlich. Konnte es sein, dass beide Welten in einem engen Zusammenhang miteinander standen? Unwillig schüttelte sie den Kopf. Das Sinnieren führte zu nichts, sie sollte sich lieber auf ihre derzeitige Situation konzentrieren.

Sie blickte nach oben und verzog den Mund. Die Präsentiernester wurden durch Gitterstäbe an den Seiten und einem dornenübersäten Dach geschützt. Schließlich wollten die Händler nicht, dass ihre »Ware« abhandenkam, ob das jetzt durch Flucht oder Diebstahl durch die Konkurrenz geschah.

Die Blondine setzte sich im Schneidersitz auf die unbequemen Bodenbretter und lehnte ihren Kopf und den Rücken gegen die Gitterstäbe. Sie schloss die Augen und gab sich den Anschein, als würde sie die Besucher nicht wahrnehmen.

Sie hörte, wie ihr derzeitiger Besitzer mit allen Tönen des Entsetzens die Luft einzog. Spaut Maygar war ein massiger, entfernt menschlich aussehender Gortkan. Er maß knapp einssechzig, war dafür aber auch fast ebenso breit. Die kinnlangen Haare hingen senkrecht herab, die Knollennase des Händlers schillerte zumeist in dunkelrot, die Hängebacken schienen eine Art Eigenleben zu führen. Wie die meisten Händler und Verkäufer war er ein Einheimischer.

Wäre sie nicht seine Gefangene, so würde sie sich über das Gebaren des fetten Mannes amüsieren. Aber so war es ratsam, sich an seine Befehle zu halten, das hatte sie zu ihrem Leidwesen schon einige Male feststellen müssen.

»Bist du wahnsinnig?«, zischte der Händler. Er trat näher an die Gitterstäbe heran. »Benimm dich anständig! Das ist Statthalterin Tharial, die Herrscherin über Goldar.«

»Sie mag deine Herrscherin sein«, entgegnete die Gefangene lauter als ihr Besitzer, »meine ist sie nicht. Ich kenne sie nicht. Und ich will sie auch nicht kennenlernen.«

Ich kenne mich ja selbst nicht, fügte sie in Gedanken hinzu. Außer meinem Namen und einigen unwichtigen Begebenheiten weiß ich nichts über mein früheres Leben.

Sie wusste nicht einmal mehr, auf welchem Weg sie nach Gortkanis gekommen war. Vor ihrem Auftauchen hier war ihr diese Welt absolut unbekannt gewesen. Sie überlegte schon seit Wochen, weshalb sie ausgerechnet hier gelandet war, aber sie kam der Wahrheit um keinen Millimeter näher. Lag es daran, dass sie etwas Wichtiges vermisste? Sie dachte oft an einen Stock, dessen Griff ein Drachenkopf zierte. Was sie mit dem Utensil anfangen sollte, wusste sie leider nicht. In diesem Fall ließ sie ihr Gedächtnis wieder im Stich.

»Wenn du dich nicht gleich so verhältst, wie ich es dir beigebracht habe, wirst du mich kennenlernen«, wisperte Spaut Maygar. »Aber richtig, sodass du keine Sehnsucht nach einer zweiten Lektion verspürst.«

Die Gefangene wusste, dass das keine leere Drohung war. Zu Beginn ihrer Gefangenschaft hatte sie sich oft störrisch verhalten. Maygar konnte sie nur durch starke, extrem schmerzhafte Stromstöße dazu bewegen, sich fügsam zu verhalten. Wenn sie nicht spurte, setzte er das ganze Präsentiernest unter Strom. Sie hatte keine Ahnung, wie er das machte, denn die Bewohner von Gortkanis lebten auf einer Entwicklungsstufe, die in etwa dem Ende des irdischen Mittelalters und dem Beginn der Dampfmaschinenzeit entsprach. Einige Hightech-Geräte wurden aus dem Reich Almoth importiert, der Stromerzeuger gehörte wohl dazu.

Sie stand langsam auf und blickte ihrem Besitzer in die trüben Augen. Spaut Maygar wich unwillkürlich einen Schritt zurück. Die blauen Augen der Gefangenen schienen ihn zu sezieren. Eine unverhohlene Drohung lag in ihrem Blick.

Der Sklavenhändler deutete mit seinen Wurstfingern auf die Blonde.

»Denk nicht einmal dran«, drohte er mit zischelnder Stimme. »Sonst gebe ich dich zu den Arbeitern vom Kohlebergbau ab. Und die haben ein verdammt kurzes Leben.«

Aus den Augenwinkeln bemerkte er, dass die Gruppe näher kam. Er blickte sein Eigentum drohend an und drehte sich um zur Statthalterin. Dabei hatte er einen demütigen Gesichtsausdruck aufgesetzt.

Was für ein schlechter Schmierenkomödiant du doch bist, Spaut Maygar, dachte die Gefangene. Und was für ein verdammter Arschkriecher dazu.

»Herrin, ich …« Maygar begann zu stottern. Er musste zu der um fast zwanzig Zentimeter größeren Statthalterin aufsehen, senkte aber sogleich wieder den Blick. Die Gefangene verbiss sich ein Grinsen, so devot hatte sie ihren Peiniger noch nie gesehen.

Tharial hob eine Hand bis auf Schulterhöhe und brachte ihn damit zum Schweigen. Sie musterte die Blondine aufmerksam und ließ sich dafür extrem viel Zeit. Die Gefangene trug als einzige Kleidungsstücke eine Art zerrissenes Bikinioberteil sowie einen Lendenschurz. Von den blonden Haaren über die knochigen Schultern, den kleinen festen Brüsten, dem flachen Bauch, dem knackigen Po bis zu den langen Beinen dauerte die Beschau mehrere Minuten. Die Musterung schien zu Tharials Zufriedenheit auszufallen, was nur am kurzen Aufblitzen ihrer Augen zu erkennen war. Sie nickte abschließend und sah genauso ernst aus wie zuvor.

»Eine schöne und interessante Frau«, sagte sie schließlich langsam mit kehliger Stimme, ohne den Händler anzusehen. »Und wie man sieht, stammt sie nicht von Gortkanis, auch wenn eine entfernte Ähnlichkeit nicht zu bestreiten ist. Woher kommt sie?«

»Erhabene, das …«

»Ich weiß es nicht«, antwortete die Blondine schnell. »Ich habe das Gedächtnis verloren.«

Spaut Maygar zuckte zusammen, er trat einen Schritt vor und öffnete den Mund zu einem Tadel.

Tharial hob erneut die Hand. Ein Lächeln umspielte ihren Mund, die Augen verloren ihren traurigen Ausdruck nicht.

Die Gefangene presste die Lippen zusammen. War sie zu vorlaut gewesen? Drohte ihr jetzt Strafe? Gebannt, zornig auf sich selbst und ängstlich zugleich lauschte sie den Worten der Statthalterin.

»Der Dialekt klingt noch ein wenig hart«, sagte Tharial, »aber bei ausreichend Übung gibt sich das sicher bald.«

Sie wandte sich zu Maygar um.

»Wie viel verlangst du für sie?«, wollte sie wissen.

Der Händler nannte mit rau klingender Stimme eine Summe, die in etwa dem Monatsverdienst eines Gortkan entsprach. Die Statthalterin gestattete sich ein Lächeln. Sie winkte einen ihrer Begleiter herbei und gab ihm ein Zeichen.

Der Soldat zog einen mit Münzen gefüllten Lederbeutel aus dem Wams und übergab ihn an Spaut Maygar. Der Händler öffnete den Beutel mit bebenden Fingern, sah hinein und zog die Augenbrauen hoch.

»Herrin, dafür gebe ich Euch die anderen drei aus meinem Angebot als Zugabe«, sagte er spontan und schnappte nach Luft. Im gleichen Augenblick hätte er sich am liebsten für seine eigene Dummheit die wulstigen Lippen zugenäht.

Der Soldat winkte ab und blickte den Händler dabei nicht an. Es sah aus, als wollte er eine Schmeißfliege vertreiben.

»Die Herrin ist nur an der Fremden interessiert«, erklärte er.

Die Gefangene wusste nicht, ob sie sich über das Interesse der Statthalterin freuen sollte. Tauschte sie nur eine Form des Gefangenseins gegen eine andere ein? Etwa wie ein Vogel in einem goldenen Käfig? Sie blickte ungläubig auf den Händler. Der schien mehr als zufrieden über den Verkauf zu sein. Vor allen Dingen, weil er das Geld dringend benötigte, um seinen Ruin abzuwenden. Die Familie der Maygar galt als gerissen und unbestechlich; eine Kombination von Eigenschaften, die sie einst zu den reichsten Händlern auf dem Markt von Goldar gemacht hatte. Für Spaut traf diese Beschreibung allerdings nur bedingt zu, er hatte sich auf Geschäfte eingelassen, die zu groß für ihn waren.

»Das ist eine große Ehre für dich, Geduldete«, sagte er schnell, während er das Schloss des Präsentiernests öffnete. »Die Herrin hat noch nie selbst eine Sklavin gekauft. Du bist die erste. Sei dir dessen bewusst …«

Die Fremde blickte ihn spöttisch an.

»Keanor heiße ich«, verriet sie ihm. »Keanor, die Geduldete. Vergiss meinen Namen nicht.«

Er furchte die Stirn. »Weshalb …«

Sie beugte sich etwas zu ihm vor und wisperte: »Du sollst schließlich wissen, wer dir bald die Kehle durchschneiden wird.«

Sie sah ihn zusammenzucken, dann stieg sie aus dem Präsentiernest. Sie wurde von der Garde umringt und folgte ihrer neuen Herrin. Dabei drehte sie sich nicht ein einziges Mal um.

***

Von einem Moment zum anderen begann die Luft zu flimmern. Es entstand ein dünner, senkrechter Strich, der sich allmählich verbreiterte.

Dahinter schimmerte es blaurot.

Der blinde Wächter aus dem Volk der Koryden ging um das Flimmern herum. In seinen leeren dunklen Augenhöhlen irrlichterte es. Er nahm die Welt anders wahr als sehende Wesen. Von der anderen Seite war nichts zu erkennen. Das bewies ihm, dass es sich tatsächlich um ein Weltentor handelte und nicht nur um einen magischen Effekt. Zwei Wesen, die den Durchgang wagen wollten, waren vor dem blauroten Schimmern zu erkennen.

Das Tor hatte sich erheblich verbreitert. Der blinde Wächter erkannte das Abzeichen des Reiches Almoth. Unwillkürlich verkrampfte sich etwas in ihm. Das war der vor wenigen Minuten angekündigte Besucher! Offizielle Besuche per Weltentor wurden stets im Leuchtturm Orsthon begonnen, dem Wahrzeichen der Stadt Goldar. Das geschwungene Bauwerk erhob sich weit über die Dächer der Metropole genau dort, wo der Fluss Söran in das rotierende Meer mündete.

Ausgerechnet Botschafter Lathossar! Der Ruf des Besuchers war nicht gerade der beste, der Wächter kannte den Diplomaten gut. Der Almother war vor vielen Jahren dabei gewesen, als dem Wächter die Augen auf eigenen Wunsch geöffnet wurden. Lathossar war damals einer der Fürsprecher des Wächters gewesen. Die Herrin wird ihre wahre Freude an ihm haben.

Normalerweise erschien der Botschafter mit einem ganzen Trupp als Begleitmannschaft. Leibwächter und Unterhändler umringten ihn sonst immer. Dieses Mal war das anders. Die Tatsache, dass er nur seinen engsten Mitarbeiter mitbrachte und noch nicht einmal einen der stets in Scharen auftretenden Leibärzte, ließ eher auf einen Geheimauftrag schließen, der innerhalb einer kurzen Zeitspanne abgeschlossen werden musste.

Der Botschafter und sein Begleiter materialisierten in einer Wolke aus blauem Wasserdampf. Das bedeutete, dass der Ort, von dem sie kamen, heiß und feucht war. Mit den Besuchern kam stets etwas Luft von dem Planeten mit, von dem aus das Weltentor geöffnet wurde. Damit keine Krankheitskeime transportiert wurden, wurden sowohl die Besucher als auch der Luftschwall sofort dekontaminiert.

Bevor der Dampf sich verflüchtigte, schlug sich ein bisschen davon auf der Lederhaut des blinden Wächters nieder und verlieh seinen leeren Augenhöhlen einen nur wenige Sekunden währenden Anschein von Leben.

***

»Ich habe einfach alles am Hals«,

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