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Professor Zamorra - Folge 1014

Visionen der Angst

von Michael Breuer

Die Lichtblitze wurden greller.

Artimus Van Zandt glaubte, ihm müsse jeden Moment der Schädel platzen. Zuckungen durchliefen seinen Körper. Das stroboskopartige Lichtgewitter drohte seinen Verstand zu zerrütten.

Was haben wir nur getan?

Jetzt war es natürlich viel zu spät, um sich solche Fragen zu stellen. Das Experiment war gründlich schiefgelaufen!

Van Zandts Gedanken zerfaserten zu langen dünnen Fäden, an denen der Irrsinn nagte.

Alles in ihm schrie danach, die Flucht zu ergreifen, aber das war ihm nicht möglich. Wie angewurzelt blieb er stehen. Eine schreckliche apokalyptische Bilderflut ergoss sich direkt in sein Gehirn.

Vorbei!

Van Zandts Blick wurde glasig. Ein Speichelfaden lief über sein Kinn, doch er bemerkte es nicht mehr. Sein Gedanken erstarben.

Alles ist jetzt vorbei …

El Paso, 36 Stunden zuvor

James Cooper nahm die aparte Brünette zunächst nur am Rande wahr. Das Leeren des gerade erst frisch aufgefüllten Whiskeyglases erforderte seine ganze Aufmerksamkeit.

Bei der Frau handelte es sich um den einzigen Menschen, der im Laufe der letzten zwei Stunden das Lokal betreten hatte. Big Al’s Pub war nicht gerade gut besucht. Bei seiner Ankunft hatte Cooper gerade mal eine Handvoll Gäste gesehen. Der namensgebende Wirt, Al, war ein dürrer Kerl, der ausgesprochen sauertöpfisch dreinblickte und es nicht gerade verstand, für gute Stimmung zu sorgen.

Wenigstens achtet er darauf, dass die Gläser vollbleiben, dachte Cooper bitter. Ihm war die trübsinnige Atmosphäre des Lokals ganz recht. Sie passte zu seiner aktuellen Stimmung.

Der Vierzigjährige hielt sich bereits den ganzen Nachmittag in der Kneipe auf und stürzte einen Whiskey nach dem anderen hinunter. Erstaunlicherweise merkte man ihm die Wirkung des Alkohols jedoch kaum an.

Ich gewöhne mich wohl langsam an das Zeug, sinnierte Cooper. In der Tat hatte er sich in den letzten Wochen öfter betrunken, als es gut für ihn war.

Seit seine Frau ihn vor einem Monat verlassen hatte, war er in ein tiefes Loch gestürzt. Selbstmitleid und Depressionen hielten ihn in ihren Klauen, und obwohl Cooper genau wusste, dass der Alkohol es nicht besser machte, griff er immer wieder zu dem bewährten Seelentröster.

James Cooper besaß schwarzes, glatt gescheiteltes Haar, das an den Schläfen zu ergrauen begann. Über der ausgewaschenen Jeans wölbte sich ein deutlicher Bauchansatz, den auch das weite, langärmlige Hemd nur unzureichend kaschieren konnte. Die Nase des Vierzigjährigen leuchtete rot und die dunklen Augen blickten schon trübe.

Mit einem Ruck stellte Cooper das soeben geleerte Glas auf der Theke ab. Er schmatzte leise.

Der Laut war kaum zu hören, dennoch musste Big Al ihn wahrgenommen haben. Sofort setzte sich der dürre Wirt in Bewegung und näherte sich dem trinkfreudigen Gast.

»Noch einen?«, fragte er gewohnt mürrisch.

Coopers Antwort bestand aus einem knappen Nicken. Mit zwei Fingern schob er ihm das geleerte Glas über die Theke.

Während Big Al nach der Flasche griff, musste der Vierzigjährige abermals an seine Frau denken.

Wo sie jetzt wohl stecken mochte?

Seit Jenny die Koffer gepackt und ihn vor vollendete Tatsachen gestellt hatte, war sie wie vom Erdboden verschwunden. Fast zwanzig Jahre hatten sie Tisch und Bett miteinander geteilt und, wie sich Cooper einbildete, es war eine durchaus glückliche Zeit gewesen. Irgendwann in den letzten Monaten jedoch hatte sich dann eine böse Routine eingeschlichen, die ihre Ehe auf ein falsches Gleis lenkte. Ehe Cooper sich versah, herrschte Eiszeit zwischen den Ehepartnern. Zuletzt sprachen sie nur noch das Nötigste miteinander.

Dennoch war er davon überzeugt gewesen, alles wieder zum Guten wenden zu können. Ein fürchterlicher Trugschluss, wie sich herausgestellt hatte.

Jenny hatte sich dazu entschlossen, nicht länger zu warten, bis sich irgendetwas an ihrem tristen Eheleben änderte. Stattdessen hatte sie die Zügel in die Hand genommen und war gegangen.

Einfach so hat sich mich zurückgelassen, dachte Cooper bitter. Als würden zwanzig Jahre Ehe nichts bedeuten …

Während Big Al die heiß geliebte, bernsteinfarbene Flüssigkeit in das vor ihm stehende Glas goss, spürte Cooper, wie seine Augen plötzlich feucht wurden.

Fahrig wischte er sich durch das Gesicht.

Plötzlich musste er an seinen kleinen Bruder denken. Der hatte etwas aus seinem Leben gemacht! Bradley hatte studiert und trat in diesen Tagen einen tollen Job bei einer ortsansässigen Firma an. Ihm wäre es nie eingefallen, sich derart gehen zu lassen.

Kurz spielte Cooper mit dem Gedanken, seinen kleinen Bruder anzurufen und ihm sein Leid zu klagen, aber schnell legte er die Idee wieder zu den Akten. Er musste allein mit seinem Schmerz klarkommen. Dabei konnte ihm niemand helfen.

»Danke«, krächzte Cooper, als ihm der Wirt das frisch gefüllte Glas über die Theke schob. Sofort griff er danach und führte es an seine Lippen.

Da sitze ich nun in dieser gottverlassenen Kneipe und saufe billigen Whiskey, der nach Petroleum schmeckt, dachte er selbstmitleidig. Stattdessen sollte ich endlich den Arsch hochbekommen und versuchen, meine Ehe zu retten.

Sofern das überhaupt noch möglich war.

Natürlich blieb Cooper sitzen. Ein weiterer, herzhafter Schluck half ihm dabei, das Elend in seinen Gedanken ein wenig zurückzudrängen.

»Sie haben einen ganz schönen Zug am Leib, Mister!«

Die Stimme der Frau besaß einen verlockenden, rauchigen Unterton. Etwas daran faszinierte Cooper auf Anhieb. Dennoch wandte sich der Vierzigjährige nicht sogleich um. Stattdessen stierte er weiter in sein Glas.

»Darf ich?«, fragte die Unbekannte. Ohne eine Antwort abzuwarten, nahm sie auf dem Barhocker neben ihm Platz.

Jetzt endlich wandte Cooper doch den Kopf. Zu anderen Zeiten hätte er beim Anblick der Frau wohl leise durch die Zähne gepfiffen. In seinem momentanen Zustand war ihm nicht danach. Dennoch nahm er durchaus zur Kenntnis, dass er hier eine absolute Schönheit vor sich hatte.

Die Unbekannte war groß, schlank, aber an den wichtigen Stellen durchaus beeindruckend kurvig. Das knappe, rote Kostüm betonte dies deutlich. An einer anderen Frau hätte der Aufzug womöglich billig gewirkt. Bei ihr konnte davon jedoch keine Rede sein. Und noch etwas fiel Cooper auf. Die Brünette strahlte eine Aura absoluter Autorität aus. Keine Frage, diese Frau war es gewohnt, die Dinge im Griff zu haben und sich zu nehmen, was sie wollte.

»Sicher, ist schließlich ein freies Land«, antwortete der Vierzigjährige etwas verspätet auf ihre Frage. Erst jetzt bemerkte er, dass sich ein leichtes Nuscheln in seine Stimme eingeschlichen hatte.

Kein Wunder, alter Knabe, bei dem, was du heute schon weggeschluckt hast.

Cooper musterte seine Sitznachbarin unauffällig und sein Blick blieb an ihren großen, leuchtend grünen Augen hängen. Dunkle Verlockungen standen darin zu lesen. Für einen langen, endlosen Moment drohte er sich in ihrem Blick zu verlieren. Plötzlich kam er sich wie eine Marionette vor.

Wie ein großer ungelenker Hampelmann in den Händen der schönen Unbekannten.

Dann öffnete sie abermals den Mund.

»Ich heiße Angela«, sagte die Brünette mit einem verheißungsvollen Lächeln. Ehe Cooper sich versah, hatte sie ihm das Glas aus der Hand genommen. Die Bewegung war zu schnell gekommen, um darauf zu reagieren. Der Vierzigjährige protestierte nicht. Stattdessen beobachtete er mit offenem Mund, wie Angela das Glas an ihre kirschroten Lippen führte und es in einem Zug leerte.

Gleich darauf zog sie eine Augenbraue hoch.

»Das Zeug schmeckt ja wirklich wie Petroleum«, stellte Angela mit gekräuselter Nase fest.

Cooper lachte leise, obwohl er sich tief in seinem Innersten fragte, woher sie wohl von seinem vorherigen Gedanken gewusst haben mochte. Hatte er ihn etwa laut ausgesprochen? Er wusste es nicht genau. Es war auch nicht mehr wichtig.

»Wollen wir irgendwohin gehen, wo es besseren Stoff gibt?«, fragte Angela spontan.

»Eine Frau nach meinem Geschmack«, stellte Cooper fest und ließ ein heiseres, kleines Lachen folgen.

Er wunderte sich nicht darüber, dass eine Frau wie Angela mit einem versoffenen Wrack losziehen wollte, wie er es zweifelsohne darstellte. Über dieses Stadium war er längst hinaus.

»Dann komm!«

Angela schob das Glas von sich, warf einen Geldschein auf die Theke und nickte dem Wirt knapp zu. Ohne sich noch einmal umzustehen, entschwebte sie in Richtung Tür, um das Lokal zu verlassen. Daran, dass Cooper sich ihr anschließen würde, schien sie keine Sekunde zu zweifeln.

Völlig zurecht natürlich, denn sofort bezahlte er ebenfalls, um seiner neuen Gefährtin eilig zu folgen.

Sie hat mich völlig an der Angel, erkannte er in einem letzten Anfall geistiger Klarheit.

Als Cooper die Kneipe verließ und hinaus in die abendliche Dunkelheit trat, brauchte er einen Moment, um sich zu orientieren. Einen kurzen Augenblick glaubte er, Angela verloren zu haben, dann machte er sie ausfindig.

Die Brünette war bereits vorausgegangen und entfernte sich mit wiegenden Hüften.

»Warte auf mich!«, rief er.

Angela hielt auf eine enge, dunkle Seitenstraße zu.

Nur kurz fragte sich Cooper, was sie wohl dort wollte, dann setzte er ihr eilig nach.

Unwillkürlich fluchte der Vierzigjährige. In der kleinen Gasse war es stockfinster. Er konnte kaum die Hand vor Augen sehen.

»Wo steckst du, verdammt?«, rief er.

Die kühle Abendluft machte ihn ein wenig nüchterner und löste den Bann, der auf ihm zu liegen schien.

»Hier«, antwortete Angela. Ihre Stimme war ganz dicht an seinem Ohr. Ein leises hexenhaftes Lachen schloss sich an.

Als sich Coopers Augen an die Finsternis gewöhnten, schob sich Angela näher an ihn heran. Mit einem Mal konnte er sie ganz deutlich erkennen.

Aber wie sehr hatte sich Angela verändert!

Ein würgender Schrei stieg in der Kehle des Vierzigjährigen auf, doch er sollte niemals dazu kommen, ihn tatsächlich auszustoßen.

Angela gestikulierte kurz. Ein greller Lichtblitz zerriss das Dunkel der Gasse und löschte sein Bewusstsein aus.

***

Rom

»Verdammt, nun bleib doch endlich stehen!«

Die Stimme des blonden Hünen hallte weithin vernehmlich über die Via Condotti, eine der beliebtesten Einkaufsstraßen der Ewigen Stadt.

Die junge Frau, der sein Ruf galt, machte jedoch keine Anstalten stehen zu bleiben. Ganz im Gegenteil, mit einem perlenden Lachen auf den Lippen entfernte sie sich weiter von ihm.

Ted Ewigk zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen und fragte sich zum wiederholten Male in den letzten Monaten, welch unglückliche Laune des Schicksals ihn wohl mit einer Person wie Mysati geschlagen haben mochte.

Die äußerlich junge Frau, bei der es sich in Wahrheit um ein uraltes Wesen handelte, war immer noch unberechenbar. Ted war zwar stets auf neuen Schabernack gefasst, aber es gelang Mysati immer wieder, ihn zu überraschen.

Zahlreiche Passanten wandten den Kopf, als sie mit ihrem wehenden, grünen Haar an ihnen vorbeirauschte und mit traumwandlerischer Sicherheit auf die nahe Gucci-Filliale zusteuerte.

Als Ted Mysatis Ziel erkannte, verspürte er abermals das Bedürfnis, sich die Haare zu raufen. Er war beileibe kein armer Mann, aber in ihrem Einkaufsverhalten erinnerte ihn Mysati mittlerweile frappant an Nicole Duval, die Partnerin Professor Zamorras, zu ihren schlimmsten Zeiten – auch wenn diese in der letzten Zeit weniger Shopping-Anfälle zu haben schien.

Obwohl sie in ihrem langen Leben schon viele unglaubliche Dinge gesehen haben musste, war Mysati oft wie ein staunendes kleines Kind. Das mochte dem Kulturschock geschuldet sein. Immerhin hatte sie endlose Jahre in der Kuppel der Herrscher verbracht. Nun stürmten unzählige neue Dinge auf Mysati ein und sie schien entschlossen, aus ihrem neuen Leben eine große Entdeckungsreise zu machen. Immer noch waren ihre Launen dabei höchst wechselhaft und riefen in Ted oftmals das dringende Bedürfnis hervor, seine unfreiwillige Partnerin ordentlich übers Knie zu legen.

Ted Ewigk dachte zurück. Mysati hatte ihn einst entführt und ihm mittels magischer Experimente seine verlorenen Erinnerungen zurückgegeben. Das war jedoch nicht ohne Hintergedanken geschehen, denn gleichzeitig versuchte die grünhaarige Giftmischerin, ihn zu ihrem willenlosen Sklaven zu machen. Dies war im letzten Moment von Maiisaro und Sajol Laertes verhindert worden, doch seither waren Ted und Mysati aneinander gefesselt.

Entfernten sie sich zu weit voneinander, verloren beide ihr Gedächtnis. Dies war Sajol zu verdanken. Er hatte die seltsame Verbindung mit einem Zauber verstärkt. Damit Mysati keinen Unsinn anstellte, stieß nun alles, was Ted widerfuhr, auch ihr zu – und umgekehrt.

Immer noch hatten sie nicht herausgefunden, wie weit sie sich genau voneinander entfernen konnten. Eine räumliche Trennung ging stets mit körperlichem Unbehagen einher, auf das niemand von ihnen gesteigerten Wert legte.

Ted Ewigk beschleunigte seine Schritte, bis er schwer atmend vor der Gucci-Filliale anlangte, in der Mysati vor einem Moment verschwunden war.

Seit sie Maiisaros Welt verlassen hatten, lebten sie gemeinsam in Rom. Ted hatte die Zeit gefunden, sein Domizil am Stadtrand wieder instand zu setzen, nachdem der Palazzo Eternale vor Jahren durch eine Attacke Nazarena Nerukkas zerstört worden war.

Es hätte ein fast schon beschauliches Leben sein können, aber in Gesellschaft Mysatis glich es eher einer höchst turbulenten Achterbahnfahrt.

Nicht zum ersten Mal in den letzten Monaten fühlte sich Ted unglaublich müde und alt.

Seufzend blickte der ehemalige ERHABENE der DYNASTIE DER EWIGEN durch die Schaufensterfront ins Innere des Ladens. Mysati schien förmlich aufzublühen. Momentan bestaunte sie mit großen Augen ein luftiges, lindgrünes Sommerkleidchen.

Natürlich grün, was auch sonst!

An der Lieblingsfarbe der kleinen Giftmischerin bestand für ihn kein Zweifel.

Angesichts ihrer fast schon kindlichen Freude fiel es Ted fast ein wenig schwer, ihr böse zu sein. Zwar bemühte er sich, eine grollende Miene zur Schau zu tragen, aber immer wieder gelang es Mysati, die grimmige Fassade zu durchschauen, was für sie dann willkommener Anlass zu allerlei Frotzeleien war.

Während Ted noch nachdachte, setzte sich die ehemalige Herrscherin mit einer der Verkäuferinnen auseinander und entschwand im nächsten Augenblick, um das gewählte Kleid anzuprobieren.

Der ehemalige Geisterreporter seufzte unhörbar und beschloss, sie gewähren zu lassen. Auf ein Kleid mehr oder weniger kam es nun schließlich auch nicht mehr an.

Dass er bereits mehrere Einkaufstüten mit sich herumschleppte, die mit nicht minder kostspieligen Entdeckungen Mysatis gefüllt waren, verdrängte er erfolgreich.

Während die Minuten vergingen, meldete sich plötzlich Teds Mobiltelefon.

Der blonde Hüne stellte die Einkaufstüten ab. Ohne das Geschehen im Laden aus den Augen zu lassen, nestelte er das Telefon hervor und nahm das Gespräch entgegen.

»Ja?«, fragte er knapp.

Seine etwas verdrießliche Miene hellte sich merklich auf, als er die wohlbekannte Stimme Nicole Duvals vernahm.

»Ich habe gerade noch an dich gedacht«, erklärte er wahrheitsgemäß. Dass dies in Zusammenhang mit den berüchtigten Shopping-Exzessen der Französin geschehen war, verschwieg er dabei wohlweislich.

Nicole lachte gut gelaunt. Auch sie schien sich zu freuen, wieder einmal die Stimme des alten Freundes zu hören. Seit Ted und Mysatis kurzem Aufenthalt im französischen Château Professor Zamorras hatten sie sich nicht mehr gesehen. Das lag nun schon viele Monate zurück.

»Wie geht es denn deiner unfreiwilligen Freundin?«, wollte die Dämonenjägerin schließlich wissen. Zwar besaß ihre Stimme einen neckenden Unterton, die Besorgnis war ihr dennoch deutlich anzuhören.

»Frag besser nicht«, seufzte Ted prompt. Im Laden war Mysati jetzt wieder zum Vorschein gekommen. Das grüne Sommerkleid passte wie angegossen. Die ehemalige Herrscherin drehte sich vor einem Spiegel und warf sich selbst bewundernde Blicke zu. Ted musste den Laden nicht betreten, um ihr glückliches Jauchzen zu hören. Er hatte es an diesem Tag bereits oft genug vernommen.

»Ihr seid also immer noch aneinander gekettet«, folgerte Nicole scharfsinnig.

»Korrekt«, bestätigte Ted knapp. Er wollte weiter ausholen, doch schon fiel ihm die Französin ins Wort.

»Du Ärmster«, bedauerte sie ihn. Trotz des Ernstes der Lage konnte sie sich ein leises Kichern nicht verkneifen. Immerhin hatte sie Mysati ja ebenfalls schon kennenlernen dürfen. »Hör mal, Ted, warum ich eigentlich anrufe«, begann sie dann und kam zur Sache. »Wir wollen die Kassette des Blinden Wächters einer neuen Forschungsreihe unterziehen und uns in diesem Zusammenhang auch noch einmal mit der Schrift befassen, die im Keller des Chatéaus aufgetaucht ist.«

Ted lächelte flüchtig. »Lass mich raten, ihr möchtet, dass ich – wir – euch dabei ein bisschen Gesellschaft leisten?«

Nicole Duval lachte hell auf.

»Das wäre toll«, sagte sie. Die Freude über das bevorstehende Wiedersehen war der Französin deutlich anzuhören. »Könnt ihr sofort kommen?«

Ted wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Geschehen im Laden zu. Mysati hatte sich wieder umgezogen. Während die Verkäuferin das begehrte Kleid in einer Tüte verschwinden ließ, winkte die grünhaarige Frau ihrem unfreiwilligen Partner aufgeregt zu.

Es geht ans Bezahlen, folgerte er messerscharf.

»Heute nicht mehr«, antwortete Ted. Zwar konnten sie die Reise nach Frankreich mittels der Regenbogenblumen ohne Zeitverlust bewältigen, aber er brauchte dringend etwas Schlaf, nachdem ihn Mysati den ganzen Tag auf Trab gehalten hatte. Unwillkürlich schmunzelte er. »Entschuldige mich«, bat er die Französin dann, »aber meine Kreditkarte ist gerade gefragt!«

Sie verabschiedeten sich voneinander.

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