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Professor Zamorra - Folge 1000

LUZIFERs Plan

von Christian Schwarz & Manfred H. Rückert

Und wieder ertönte der Ruf des HÖLLENKAISERs.

Die Nabelschnur aus purer Magie baute sich auf, der Tränensplitter im Bunker der Tendyke Industries begann zu flackern. LUZIFERs Werkzeug funktionierte fast perfekt. Zamorras Silberscheibe musste sich bis zum Äußersten anstrengen, um dagegen bestehen zu können.

Doch dann kam dem Dämonenjäger ein Mann zu Hilfe. Der Fremde hob seinen linken Arm an und ein Geschoss raste in LUZIFERs Tränensplitter. Es war ein Einschlag, der alles veränderte.

Die magische Nabelschnur wurde dünner, bis sie schließlich zerriss.

LUZIFER schrie seinen Ärger hinaus, den unendlich großen Zorn, der ihn bis in die letzte Faser seines Seins erfüllte. Ein weiteres Mal würde es ihm nicht gelingen, Verbindung mit seinem Tränensplitter aufzunehmen.

Die Enttäuschung des KAISERs war grenzenlos.

Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

Epheser 6, 12

 

Prolog

 

LUZIFERs Wutschrei hallte durch die Unendlichkeit, als der Kontakt zu seinem magisch aufgeladenen Tränensplitter, der in den Bunkeranlagen der Tendyke Industries untersucht wurde, abbrach. Er spürte den Schmerz, als der Kristall von Artimus van Zants Dämonenabwehr zerstört wurde, fast so stark, als hätte ihn die Verderbte Sechsheit ein weiteres Mal in die Tiefe verbannt.

Das Toben des ehemaligen KAISERs der Schwarzen Familie wurde von fast allen Dämonen im Multiversum gehört, doch sie konnten nicht verstehen, worüber ihr Schöpfer sich so aufregte.

Natürlich nicht.

Sie wussten ja nicht einmal, dass er es war.

Er galt ja schließlich als tot.

Die Enttäuschung über die Zerstörung wurde übermächtig in dem unglaublichen Wesen, denn damit konnten alle seine Pläne, die endgültige Freiheit wiederzuerlangen, zunichtegemacht werden.

LUZIFER rief nach seinem treuesten Diener.

***

Asmodis, den LUZIFERs unvermitteltes Toben hatte erstarren lassen, zuckte nun zusammen, als habe er einen Schlag erhalten. Mit vielem hätte er derzeit gerechnet, aber nicht mit diesem Kontakt.

LUZIFER rief nach ihm und er erwartete eine unverzügliche Antwort.

Noch ehe Asmodis antworten oder sonst wie reagieren konnte, erschien vor seinem inneren Auge das überirdisch schöne Gesicht des KAISERS vor einem unglaublich mächtigen Vorhang aus Flammen. Nicht mehr als eine Illusion aus vergangener Zeit, denn der FLAMMENVORHANG existierte nicht mehr. Er war mit der Hölle untergegangen.

LUZIFER verzog sein Gesicht für einen Moment, als leide er kaum zu ertragende Schmerzen. Furchterregende rote Blitze schossen aus seinen Augen. Dann sah er wieder aus wie zuvor. Ruhig. Erhaben. Über den Dingen stehend.

Die Blicke LUZIFERs wirkten sezierend, gerade so, als würde er das Innerste Asmodis’ erkennen. Natürlich tat er das. Der Erzdämon hatte bereits entsprechende Erfahrungen gemacht. Er zog den Kopf ein und verhielt sich ruhig.

»Mit deinen letzten Aktionen hast du mir erneut gezeigt, dass du ein Versager bist!«, donnerte die machtvolle, dennoch angenehme Stimme des Schöpferwesens über seinen Diener hinweg. »Du hast sie dir zwar nicht verdient, aber nun bekommst du eine letzte Chance, mir zu beweisen, dass ich wirklich auf dich zählen kann.«

Asmodis schlug die Augen nieder. »Herr, mein KAISER«, murmelte er und sank auf die Knie. »Ich weiß, dass ich unwürdig bin. Aber ich habe wirklich alles versucht, was mir möglich war.«

»Richtig, du hast es versucht», erwiderte der Verbannte mit einem gefährlich klingenden Unterton. »Aber du hast nichts gemacht

Eine ins Herz getriebene feurige Lanze hätte keine größeren Schmerzen verursachen können, als diese Worte. Asmodis wand sich wie ein Aal auf dem Trockenen.

»Herr, ich habe die Träne von der Sandformerwelt geholt, außerdem die von Karenja, fernerhin …«

»Du hast nichts gemacht«, unterbrach ihn LUZIFER. »Denn sonst würde ich die wichtigste aller meiner Tränen besitzen.«

»Die aus Avalon.«

»Wie klug du bist!«

»Aber du weißt doch, ich … Es war nicht möglich, die Herrin vom See war viel zu stark für mich!«

»Dein Gestammel widert mich an!«, brüllte LUZIFER erneut. »Du wirst es nun erneut versuchen. Und wenn du’s nicht alleine schaffst, dann nimm eben die richtigen Helfer mit. Ein bisschen Vorarbeit habe ich bereits geleistet und darauf hingearbeitet, dass diese richtigen Leute auch wirklich mitkommen werden. Ich habe ihnen die Sehnsucht nach Avalon in Form eines geistigen Abdrucks eingeprägt.«

»Du meinst vor ein paar Tagen bei Ten …»

»Versage also nicht noch einmal«, sagte LUZIFER anstelle einer Antwort. »Es wäre nicht gut für uns beide.«

Dann löste sich sein Abbild in Asmodis auf.

Der ehemalige Fürst der Finsternis bemerkte erst jetzt, dass er immer noch kniete. Er stand auf, nach wie vor im Bann von LUZIFERs Erscheinung.

Es wäre nicht gut für uns beide, rekapitulierte er in Gedanken. Dabei war er sicher, dass das hieß: Es wäre nicht gut für dich.

»Dann nimm die richtigen Helfer mit«, wiederholte er und ihm wurde schlecht, als er an diese unlösbar scheinende Aufgabe dachte. Er würde sich erneut blamieren.

Oder?

Wies LUZIFERs Wortwahl darauf hin, dass er dieses Mal eine gewisse Erfolgsaussicht sah? Mit den Helfern, die er ihm in Aussicht stellte? Asmodis wusste in der Zwischenzeit um die Vorgänge bei Tendyke Industries. Der Bug in Merlins Stern hatte es ihm verraten. Dabei hatte er aus Gesprächen der Beteiligten herausgehört, dass einige von ihnen tatsächlich plötzliche Sehnsucht nach Avalon hegten, nachdem sie in der Nähe des Tränensplitters gewesen waren.

Er wusste also, wo er suchen musste. Ihm fielen allerdings nur zwei Männer ein, die seinen Ansprüchen genügen würden. Weder der eine noch der andere würde allerdings sehr erfreut sein, wenn Asmodis bei ihm auftauchte und einen Vorschlag unterbreitete.

LUZIFER, mein KAISER, warum tust du mir das an?

Seine Gedanken schweiften in die nahe Vergangenheit zurück.

***

Asmodis’ Erinnerungen

Asmodis stand vor der Sphäre in Kolumbien und blickte in den Urwald hinein.[1] Seine Gedanken jagten sich, während er unwillkürlich LUZIFERs Träne drückte. Immer und immer wieder. Es sah fast so aus, als entwickle seine rechte Hand dabei ein Eigenleben. Zudem peitschte sein Schweif über den ausgedörrten, mit kurzem, gelbem Gras bewachsenen Boden. Der Rhythmus verriet Ungewissheit. Und Furcht.

Vor kurzer Zeit hatte sich ein Jahrmillionen alter Fluch erfüllt, dem der HÖLLENKAISER LUZIFER zum Opfer gefallen war. Die schrecklichen Szenen, die sich dabei auf LUZIFERs EBENE abgespielt hatten, hatten sich auf alle Zeiten in Asmodis’ Gedächtnis festgebrannt. Immer und immer wieder quälten sie den Erzdämon. Jede kleine Szene, jedes noch so winzige Detail tauchte ihn neuerlich in ein Meer von Schmerzen und ließ ihn gelegentlich laut aufschluchzen. Selbst heute noch, da das traumatische Ereignis bereits zwei Jahre in der Vergangenheit lag.

Denn Asmodis fühlte sich alleinschuldig an LUZIFERs Tod. Der HÖLLENKAISER, der einst sein eigenes Schöpferkollektiv verriet, war von diesem in die Tiefe verstoßen worden. Zwecks Läuterung hatte er sich unter Todesgefahr alle einhunderttausend Jahre in einem Wesen namens JABOTH erneuern müssen, um weiterleben zu können. Gelang dies nicht, wurde seine unbegreifliche Existenz auf alle Zeiten ausgelöscht.

Nun, viele Male war es gelungen. Die Helfer, die LUZIFER rekrutiert hatte, hatten ihm jedes Mal treu und klug zur Seite gestanden. Bis er Asmodis gebeten hatte.

Treu war ich auch. Aber so elend dumm. Und so habe ich kläglich versagt. Selbst ein tumber Irrwisch hätte es besser gemacht als ich!

Asmodis hatte weder JABOTH erkannt noch CHAVACH, den Jäger. Letzterer war ausschließlich geboren worden, um JABOTH zu jagen und möglichst zu töten und dem KAISER auf diese Weise die grausame Todesangst einzujagen, die seine Gedanken reinigen sollte.

Trotzdem war JABOTH rechtzeitig auf LUZIFERs EBENE erschienen: Asael, der Gnom, der einst aus einem Zeugungsakt zwischen Zamorra und der Dämonin Stygia entstanden war. Liebesnacht war da sicherlich der falsche Ausdruck …

Leider war auch CHAVACH aufgetaucht.

Und das Unheil hatte seinen Lauf genommen …

Asael und Asmodis starrten zur FLAMMENWAND hinüber, die sich langsam zu teilen begann. Riesige Protuberanzen türmten sich links und rechts eines schmalen Spalts auf, der in den Gewalten sichtbar wurde. In diesem Spalt erschien – ein Engel.

LUZIFER!

Majestätisch schritt er heraus aus der brüllenden und tobenden FLAMMENWAND, die riesigen Flügel am Körper angelegt, die Arme vor der Brust verschränkt. Asmodis erinnerte sich an die ebenmäßige, alabasterfarbene Haut und die perfekten Proportionen, die dieses unglaubliche Wesen bei seinem letzten Besuch besessen hatte. Nun schimmerte diese Haut in schmutzig grauem Ton, die einstigen Muskelberge waren zum Teil eingefallen oder erschlafft. Anstatt der schwarzen Locken schlängelte sich nun eine Brut zischender und züngelnder Vipern auf dem Kopf des KAISERS. Unablässig waren sie damit beschäftigt, ihm große Fleischstücke aus der Stirn und der linken Wange zu reißen und sich dann darum zu streiten. An die rechte trauten sie sich nicht, denn diese bestand aus einer Fläche wimmelnder, ekelerregender Würmer und Maden, die bereits die halbe Nase weggefressen hatten. Anstatt des rechten Nasenflügels gähnte nun ein großes schwarzes Loch, in dem sich ebenfalls etwas bewegte. Auch durch den rechten Brustmuskel und den linken Oberschenkel hatten sich die Würmer bereits gefressen, während das riesige Geschlechtsteil tiefschwarz und halb weggefault wirkte.

LUZIFER hielt vor Asael inne und starrte ihn aus trüben Augen, in denen sich bereits die Schatten des Todes spiegelten, an. Tiefe Augenringe und noch tiefere Falten furchten die Teile, die noch erkennbar waren.

»Asmodis scheint also doch versagt zu haben, aber du hast dennoch hierher gefunden, JABOTH, mein Leben. Nun gibt es wieder eine Zukunft für mich, meine Angst ist nur noch gering. Wie hast du den Weg hierher zu mir gefunden, ohne dass ihn dir jemand gezeigt hat? Das ist einmalig, denn das geschah die dreiundzwanzig Male zuvor nicht. JABOTH wurde immer von meinen Helfern auf die EBENE gebracht.«

»Es war das Schicksal, eine Verkettung glücklicher Umstände, mein KAISER«, stammelte Asael, der die direkte Präsenz LUZIFERs trotz seiner Bestimmung nur schwer aushielt. »An deren Ende landete ich in der Schwarzen Gruft Sh’hu Naars, wo mich ein Sog erfasste und direkt hier auf deiner EBENE wieder ausspie.«

Der vom Zerfall gezeichnete Engel legte Asael seine Hände auf die Schultern. Er war sicher vier Mal größer als der Gnom und musste sich dazu sogar ein wenig nach vorne beugen.

»Nur einmal in hunderttausend Jahren ist es mir gestattet, mein Gefängnis zu verlassen, um mich auf dieser EBENE zu erneuern. Nun ist es wieder soweit, JABOTH. Ich verschmelze nun mit deinem Körper, um Vergänglichkeit und Zerfall abzuschütteln, mit neuer, starker Kraft daraus hervor zu gehen und wieder an meinen Verbannungsort zurückzukehren. Kraft, die du für mich gesammelt hast und die mich weitere einhunderttausend Jahre trägt. Auch die Schwefelklüfte werden nun weiter Bestand haben.«

LUZIFERs Lendengegend begann bereits mit JABOTHS Kopf zu verschmelzen. Wohliger Triumph zeichnete sich in dem zerfallenden Gesicht ab, während Würmer und Schlangen unruhig zu zucken begannen, so, als spürten sie, dass ihre Zeit nun bald vorbei sei.

»Eines muss ich noch wissen, JABOTH. Welcher Anlass hat dich in die Schwarze Gruft getrieben?«

»Ich«, sagte das Wesen, das aus derselben Öffnung fiel wie zuvor schon Asael.

»CHAVACH, der Jäger!«, schrie LUZIFER entsetzt auf. »Halte ihn auf, Asmodis! Tu wenigstens jetzt das Richtige!«

Asmodis war für einen Moment gelähmt vor Entsetzen. Wie ein Geistesgestörter stierte er auf den riesenhaften, tief schwarzen Schatten. Rasend schnell bewegte er sich hin und her. Der Erzdämon glaubte, eine stark gebündelte Säule aus schwarzen Flammen wahrzunehmen und im oberen Drittel die Andeutung eines Gesichts. War da nicht auch eine Art Schwert, das dieses Wesen hielt? Und nun tauchte zu allem Überfluss auch noch Professor Zamorra auf der EBENE auf!

Auf LUZIFERs EBENE entspann sich ein furchtbarer Kampf. Wahre Giganten gingen aufeinander los. Die Dämonengeister, extrem starke Urdämonen, die sich beständig in LUZIFERs Nähe aufhielten, griffen CHAVACH an, versuchten ihn zu durchdringen und ihn so zu töten. Mit blitzschnellen Bewegungen fegte er hin und her, wich aus und wütete furchtbar unter seinen Gegnern. Aus dem linken Auge, das plötzlich hell aufstrahlte, lösten sich Blitze, die in allen Farben des Regenbogens schimmerten, und schlugen in die mächtigen Leiber ein. Ein Dämonengeist nach dem anderen löste sich klagend auf.

Das war der Moment, in dem Asmodis in die Schlacht einzugreifen begann. Er wob mit seinen Fingern Zeichen in die Luft, murmelte Zaubersprüche dazu und baute damit ein extrem starkes magisches Kraftfeld auf. Dieses schleuderte er mit einem wilden Schrei auf CHAVACH!

Im Verbund mit den Attacken der vier verbliebenen Dämonengeister schien es Wirkung zu zeigen. Die Bewegungen des Jägers wurden merklich langsamer, die Schläge mit dem Schwert kamen nicht mehr so stark und präzise. Einem Urdämon gelang es sogar, die schwarze Flammensäule einen Moment lang zu durchdringen. Das kostete ihn zwar ebenfalls die Existenz, schwächte CHAVACH aber weiter.

Asmodis stieß einen röhrenden Schrei aus! Er schuf weitere Kraftfelder und schleuderte sie auf CHAVACH, der verzweifelt versuchte, zu JABOTH durchzukommen und ihn zu töten. Doch Asmodis ließ es nicht mehr zu. CHAVACH schaffte es noch, den letzten Urdämon zu vernichten, als ihn das fünfte Energiefeld des Erzdämons traf.

CHAVACH begann zu taumeln, die zuvor gestraffte Flammensäule zerfiel in einzelne Feuerzungen, die unstetig zu flackern begannen und immer schwächer wurden. Die Kraft des Auges erlosch ebenfalls, das Schwert fiel zu Boden und blieb dort mit der Spitze stecken.

Asmodis, der sich beim Schaffen der Kraftfelder deutlich übernommen hatte, nahm dies alles noch wahr, bevor er in die Knie sank und, bereits bewusstlos, wie ein Brett seitlich umkippte.

Was jetzt kam, wusste er lediglich aus den Erinnerungen Zamorras und Duvals:

Plötzlich erlosch die Flammensäule vollends. Zwei Körper wurden sichtbar. Sie taumelten erschöpft über die Ebene.

»Niciiiiiii!«, brüllte Zamorra.

Tatsächlich, bei der Frau mit der schwarzen Perücke und der braunen Lederkleidung handelte es sich um Nicole Duval. Zamorras Lebensgefährtin war in den Jahren zuvor mit Merlins Stern immer mal wieder zum FLAMMENSCHWERT verschmolzen, einer ultimativen Waffe, gegen die es keine Gegenwehr gab.

Asmodis konnte selbst heute noch immer nicht recht glauben, um was es sich dabei wirklich gehandelt hatte – um eine Komponente des Jägers CHAVACH nämlich!

Duval erwies sich als extrem zäh. Mit letzter Kraft und ungeheurem Willen zog sie das Schwert aus dem Boden und taumelte damit auf Asael und LUZIFER zu.

Der KAISER, der wegen des unglaublichen Kampfes die Erneuerung in JABOTH noch nicht vollzogen hatte, keuchte einen Moment, dann lachte er schrill. Auch er sah, dass kaum noch Kraft in Duval war. Etwa einen Meter von Asael entfernt schwang sie das Schwert noch einmal waagrecht, um ihn damit zu köpfen. Sie schaffte nur eine halbe Bewegung. Dann sank die Waffe nach unten und fiel ihr aus der Hand, während sie zitternd auf die Knie sank.

Nun lachte auch der Gnom. Obwohl LUZIFERs Körper bereits zu einem Drittel in ihm steckte, beugte er sich nach unten und schnappte sich das Schwert. Dann holte er seinerseits aus, um Nicole zu köpfen.

»Neiiiin!«

Zamorra riss den Blaster hoch. Er schoss ohne zu zögern. Der Laserstrahl bohrte sich zielgenau in Asaels Kopf.

JABOTH stoppte die Bewegung so ruckartig, als sei er gegen eine Wand gelaufen. Das Schwert polterte zu Boden. Flammen schlugen aus dem hässlichen Schädel. JABOTH griff sich mit beiden Händen an die Schläfen, drehte den Kopf hin und her und versuchte dann schrill quiekend, die Flammen auszuschlagen.

Mit zwei pantherartigen Sätzen war Zamorra bei ihm. Er hob das Schwert auf und ließ es waagrecht durch die Luft sausen. Es knackte nicht einmal, als er JABOTH den Kopf vom Rumpf trennte. Das Haupt rollte ein Stück über den Boden und blieb mit gebrochenen Augen auf dem Halsstumpf liegen.

Zamorra warf das Schwert weg und stellte sich schützend vor die schluchzende Nicole.

»Chéri«, flüsterte sie, »was machst … du denn … hier?«

Ihre Worte gingen im animalischen Gebrüll LUZIFERs unter. Der HÖLLENKAISER streckte den Kopf in den Himmel und riss den Mund so weit auf, wie er konnte. Rasend schnell zogen sich Risse über seinen Körper, wurden tiefer und ließen überall Maden und Raupen herausquellen. Sie spritzten auf die entsetzten Zamorra und Nicole, die sich herumwarf und kriechend in Sicherheit zu bringen versuchte. LUZIFER hingegen versuchte verzweifelt, den fortschreitenden Verfall seines Körpers mit den Händen aufzuhalten.

Wiederum erschien sein gigantisches Gesicht am Firmament von LUZIFERs EBENE. Im Zeitraffer durchlief es Zehntausende anderer Gesichter, tierische, menschliche, dämonische und völlig unidentifizierbare.

Während sich LUZIFERs linkes Bein unter eher noch zunehmendem Gebrüll auflöste, durchliefen erste schwere Erschütterungen LUZIFERs EBENE. Die Löcher im Firmament erweiterten sich und bildeten Risse, die sich kreuz und quer über den Himmel zogen. Aus der FLAMMENWAND schossen Feuerbälle, die Zamorra so groß wie Sonnen vorkamen, und zerstoben über der EBENE. Wellen unerträglicher Hitze rollten plötzlich heran, während der Boden aufbrach und sich die gezackten, rasend schnell fortlaufenden Spalten im Höllentempo näherten.

LUZIFERs Körper platzte in einer grellen Explosion auseinander und schleuderte wabernde Schwärze über die EBENE. Sie fraß die Feuerstürme, die von der FLAMMENWAND heranbrausten, und verhinderte so, dass die Gluten alles, was sich auf der EBENE bewegte, vernichteten. Wären die Menschen nicht durch das Amulett geschützt gewesen, wäre aber allenfalls der Teufel mit Beelzebub ausgetrieben worden. Die Schwärze LUZIFERs hätte sie ebenfalls getötet.

Das riesige Gesicht am Firmament zerplatzte nun ebenfalls. Ein derart gigantischer Sog setzte plötzlich ein, dass Zamorra der stärkste irdische Orkan wie ein laues Lüftchen dagegen erschien. Er duckte sich, presste Nicole an sich und versuchte, den Urgewalten zu widerstehen.

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