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Private Desire – Heimliche Leidenschaft

Inhalt

  1. Cover
  2. Über diese Reihe
  3. Über diese Folge
  4. Über die Autorin
  5. Private Desire – Heimliche Leidenschaft
  6. Impressum
  7. Die Heilung
  8. Ich habe das Gemälde nicht gesehen
  9. In der nächsten Folge

Über diese Reihe

Prickelnde Liebesgeschichten voll erotischer Spannung – diese eBook-Reihe bietet abgeschlossene erotische Liebesromane an malerischen Schauplätzen.

Über diese Folge

Lucia fühlt sich gefangen. Um ihrem Mann Antonio zu folgen, hat sie ihre Heimatstadt Rom verlassen und ist in ein kleines Dorf im Süden Italiens gezogen. Als Leiter eines internationalen Unternehmens ist Antonio jedoch den ganzen Tag außer Haus. Um ihrer leeren und langweiligen Realität zu entfliehen, flüchtet sich Lucia in ihre Bücher. Bis zu dem Tag, als Giorgio im Haus gegenüber einzieht: ein junger Künstler auf der Suche nach Ruhe und Inspiration. Der mysteriöse Nachbar füllt schon bald Lucias ganzes Leben und entwickelt sich zusehends zu ihrer Besessenheit. Es reicht ihr, ihn aus der Ferne zu sehen, um sich lebendig zu fühlen. Bis Giorgio sie eines Tages bemerkt und sie bittet, ihm Modell zu sitzen. Mit jeder Sitzung und jedem heimlichen Treffen wird die Leidenschaft zwischen ihnen stärker und schon bald wirbelt sie das Leben der beiden komplett durcheinander.

Über die Autorin

Laura Martini ist das Pseudonym einer jungen neapolitanischen Autorin. Schon immer hat sie die Kunst und das Schreiben begeistert. Sie liebt orientalische Sprachen, spielt Klavier und Violine. Heimliche Leidenschaft ist ihr erster erotischer Liebesroman.

Die Heilung

Ich bin eine Frau. Ich bin eine Träumerin. Keine Träumerin, die nur süße Träume und den Kopf in den Wolken hat. Im Gegenteil, ich habe die Füße fest auf dem Boden. Ich lese für mein Leben gern. Ich mag es, meine Tage mit den Geschichten von anderen zu füllen. Seit wir in dieses Dorf gezogen sind, ist meine Realität leer und abgrundtief langweilig geworden. Und gefährlich. Der Abgrund scheint alles um sich herum anzuziehen. Wenn man sich nicht rechtzeitig entfernt und den Verstand einschaltet, findet man sich im Dunkeln wieder, alleine mit dem Geröll der eigenen Existenz. Also lernt man stattdessen, oben zu bleiben und hinabzuschauen.

Ich warte auf meinen Mann. Aber vergeblich, Antonio kommt noch nicht. Als Leiter eines internationalen Unternehmens ist er den ganzen Tag außer Haus. Während er tagtäglich sein interessantes Leben lebt, bin ich hier und tue so, als hätte ich auch eines. Das passt mir nicht. Es macht mich nervös. Ich muss mir eine Arbeit suchen.

Allerdings wüsste ich nicht, wo ich anfangen sollte. Ich stehe vom Sofa auf und gehe in mein ganz persönliches Lesezimmer mit Regalen voller Bücher, die nur mir gehören. Seit Tagen lese ich ein neues Buch. Das letzte habe noch nicht ins Regal zurückgestellt, auf die Seite der bereits gelesenen Bücher. Ich hätte es schon längst zurückstellen müssen, noch bevor ich das nächste auswählte, das ist immer das Schönste.

Ich trete vor das Regal, in dem meine neu gekauften Bücher in Reih und Glied stehen wie kleine Soldaten. Es sind einundzwanzig. Verschiedene Thriller, zwei erotische Bücher und fünf Romane von Elena Mirto, meiner Lieblingsschriftstellerin, seit ich auf Giorgio fixiert bin. Dann lege ich das Buch zurück und versuche, meine Wohnung etwas in Ordnung zu bringen.

Der Gedanke an sein Gesicht schießt mir in den Kopf. Ich eile zum Küchenfenster und hoffe, ihn nach Hause kommen zu sehen. Es ist sieben Uhr. Gewöhnlich steigt er um diese Zeit aus dem Auto und geht zum Eingang seiner Villa. Sein Anblick raubt mir den Atem.

Giorgio ist ein Traum. Mit seinen schwarzen Haaren, die ihm wirr in sein dunkles Gesicht fallen, seinen orientalischen Augen, der kleinen Nase und dem großen Mund sieht er teuflisch schön aus. Ich würde alles dafür geben, um an seinen Lippen lecken und seinen Geschmack kosten zu dürfen. Ja, alles. Auch meine Ehe.

Ich bereite das Abendessen zu. Ein Spargelomelette, das Antonio sehr mag. Er wird sich wie immer eine Viertelstunde lang beschweren, dass ich ihm zu viel zu essen mache, aber am Ende wird er, wie immer, alles wie eine Schlange verschlingen. Ich hätte nichts dagegen, wenn er auch mich verschlingen würde, so könnte ich zum Beispiel aufhören, Giorgio hinterherzuspionieren. Vielleicht.

Während ich die Eier aufschlage, sehe ich Giorgio von meinem Küchenfenster aus. Ein perfektes Bild. Ich lege die Gabel in die Schüssel und laufe zum Fenster, um ihn zu beobachten. Ich hoffe nur, dass er sich nicht zu mir dreht. Mit dem Küchentuch in der Hand und der verlaufenen Schminke um die Augen – ich hatte beim Lesen etwas geweint – gebe ich kein schönes Bild ab. Ich sehe, wie er über den schmalen Gartenweg geht, während ich in mir erneut dieses starke Verlangen spüre, wie ein Felsbrocken, der mich tief in die Erde treibt. Dieses Gefühl macht mich schwach und nimmt mir die Luft. Giorgio ist kein gewöhnlicher Mensch, nein er ist überirdisch, ein Orkan, der Wahnsinn.

Ich unterdrücke ein Stöhnen, als ich ihn im Haus verschwinden sehe, und widme mich verwirrt wieder dem Abendessen. Wegen dieser verdammten Verwirrung habe ich es noch nicht gewagt, mich ihm zu nähern. Ich folge ihm ab und zu, aber halte immer einen gewissen Abstand.

Erleichtert habe ich bemerkt, dass jedes Mal, wenn er ein Café oder einen Supermarkt betritt, die Luft darin dichter wird und ihn alle ansehen. Es wäre beunruhigend, wenn dieser Mann nur auf mich so eine Wirkung hätte. Ich müsste sonst annehmen, dass ich komplett wahnsinnig geworden bin. Er übt eine starke Anziehung auf seine gesamte Umgebung aus, scheint aber selbst nicht zu dieser Welt zu gehören. Er scheint immer über den Dingen zu schweben. Im Gegensatz zu mir, die ich mich ohne ihn verloren fühle, kann er auf alle und alles verzichten. Man merkt es an der Art, wie er sich nicht von schreienden Kindern auf der Straße stören lässt, an den Anrufen auf seinem Handy, die unbeantwortet bleiben, wenn er gerade eine Zigarette raucht, an seiner Gleichgültigkeit gegenüber dem Verkehr zu den Hauptverkehrszeiten. Alles geht an ihm vorbei. Nichts berührt ihn, nichts stört ihn. Für mich, die ich kein so dickes Fell habe, ist diese Distanz eine absolute Tugend, die ich mir sehr wünsche. Darum beneide ich ihn.

Manchmal wäre es gut, eine Minute früher oder später zu kommen, und alles könnte dann anders sein. Wenn man Herr über die Zeit ist, hat man immer alles unter Kontrolle. Antonio kommt um acht Uhr nach Hause. Immer zur gleichen Zeit. Ich wünschte, er würde mal diese verdammte Kontrolle verlieren.

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