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Praxisbuch Systematisch-Integrative Psychosynthese

Parlare e scrivere agli altri con più fuoco. Scuoterli, ›animarli‹, suscitarli, infiammarli per le glorie delle realizzazioni spirituali e per la santità e l‘urgenza del servizio salvatore.

Lasst uns zu den anderen mit mehr Feuer sprechen und schreiben. Sie erschüttern, beseelen, entflammen für das Leuchten des spirituellen Seins und für die Heiligkeit und Dringlichkeit des heilenden Dienstes.

Roberto Assagioli

Roberto Assagioli (1888-1974)

Foto: R. Assagioli, Handbuch der Psychosynthese, Rümlang 2004. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nawo-Verlags

PSYCHOSYNTHESE-AKADEMIE BD. 4

Ursel Neef | Georg Henkel | Sven Kerkhoff

PRAXISBUCH

SYSTEMATISCH-INTEGRATIVE
PSYCHOSYNTHESE

III. TEILPERSÖNLICHKEITEN

INHALT

Inhaltsverzeichnis

Was Sie erwartet

GRUNDLAGEN

I. Teilpersönlichkeiten

1. Vorhang auf!

Ursprünge des Konzepts

Weiterentwicklung

Systematisch-Integrative Psychosynthese

SIPS – ein erstes Beispiel: Herr A.

2. Was sind Teilpersönlichkeiten?

Psychologische Muster

Entstehung und Funktion

Teilpersönlichkeiten als Reichtum der Seele

Teilpersönlichkeiten als Ressource

3. Typologie

Typen

Anzahl

Auswahl

4. Abgrenzungen

Inneres Kind

Rollen

Archetypen

II. Teilpersönlichkeiten und SIPS

1. Prinzipien

Fokussierung

Schutz vor Retraumatisierung

Das wahre Bedürfnis stillen

Hilfe zur Selbsthilfe

2. Anwendungsbereiche

Indikationen

Kontraindikationen

Zeitpunkt

3. Vor- und nachbereitende Schritte

Äussere und innere Beruhigung

Problemerfassung

Teilpersönlichkeiten benennen

Erläuterung für den Klienten

Nachbereitung: Hausaufgaben

SIPS – ein zweites Beispiel: Frau P.

III. Mögliche Komplikationen

Probleme beim Visualisieren

Eine reale Person erscheint

Die Teilpersönlichkeit wird abgelehnt

Die Teilpersönlichkeit ist nicht integrierbar

Die ›falsche‹ Teilpersönlichkeit erscheint

Etwas anderes als eine Person erscheint

Das Innere Kind erscheint

Instabile oder blockierte Teilpersönlichkeiten

PRAXIS

I. Basisübungen

Eigene Teilpersönlichkeiten

Teilpersönlichkeiten der Anderen

Unliebsame Teilpersönlichkeiten

Arbeit mit zwei oder drei Teilpersönlichkeiten

Im Haus meiner Teilpersönlichkeiten

Die innere Fülle entdecken

II. Ressourcenarbeit

Drei-Zettel-Übung

Die Weise Frau – der Weise Mann

Lebensphasen

III. Integration in den Alltag

Tagesvorausschau

»Hau ab – damit ich singen kann!«

»Ich packe meinen Koffer …«

»Mach du mal!«

»Mit euch fühle ich mich nicht einsam.«

»Ich sehe und ich pflege euch.«

»Ich bin mehr als dieses Gefühl.«

Ausblick

Neugierig geworden?

Danksagung

Die Autoren

EINLEITUNG

Was Sie erwartet

Unser Projekt geht in die nächste Runde und wir freuen uns, dass Sie wieder dabei sind! Mit diesem dritten Lese- und Arbeitsbuch setzen wir die Serie der Praxisbücher für die SYSTEATISCH-INTEGRATIVE PSYCHOSYNTHESE (SIPS) fort.

Aufbauend auf den Einführungsband PSYCHOSYNTHESE – SYSTEMATISCH-INTEGRATIV! sowie die beiden vorangegangenen Praxisbücher zur DISIDENTIFIKATION und zum WILLEN folgt hier nun das III. Buch mit Grundlagen und Übungen zur Arbeit mit TEILPERSÖNLICHKEITEN.

In diesen Bänden der PSYCHOSYNTHESE-AKADEMIE werden die Begriffe und therapeutischen Schritte im Kontext einer SYSTEMATISCH-INTEGRATIVEN PSYCHOSYNTHESE erarbeitet. Die Kenntnis der Vorgängerbände ist darum wesentlich für das Verständnis des aktuellen Bandes sowie für die erfolgreiche Arbeit mit den hier vorgestellten Werkzeugen.

Zusammen bilden schließlich sämtliche Bände den therapeutischen Gesamtprozess ab. So wie die Spirale auf dem Umschlag mit jedem Band weiter durch das Spektrum des Sonnenlichts schreitet, so ergibt sich aus der Reihenfolge der einzelnen Bände ein sinnvoll strukturierter systematisch-integrativer Psychosyntheseprozess.

Das Thema dieses Bandes, die Teilpersönlichkeitsarbeit, berührt eine neue, tiefere psychische Ebene. Zentrale seelische Konflikte, aber auch Ressourcen werden im Rahmen von Imaginationsübungen in der Gestalt von Teilpersönlichkeiten aufgerufen. Durch die klare Fokussierung auf einen begrenzten Aspekt seines Erlebens wird die Überforderung des Klienten* mit einem Zuviel an psychischem Material vermieden; stattdessen kann er mit Unterstützung des Therapeuten* anhand überschaubarer psychischer Anteile die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis und Selbstsorge vertiefen.

Dabei kann er auf jene Kompetenzen und methodischen Schritte zurückgreifen, die er im Kontext der Disidentifikation wie auch der Schulung des Willens erlernt hat. Dadurch, dass Bekanntes wieder aufgegriffen und mit neuer Perspektive vertieft wird, gewinnt der Klient eine immer größere Beweglichkeit und Souveränität bei der Ordnung seines seelischen Haushalts. Zugleich verfügt er mit der Teilpersönlichkeitsarbeit über ein Instrument, das ihm helfen kann, seine Willenskraft gezielter einzusetzen und mit inneren ›Boykotteuren‹ umzugehen.

Unser Ziel ist es, die Methoden und Übungen so darzustellen, dass sie in ihrer Struktur und in ihrer Tiefe (ihrem ›Geist‹) verständlich werden. Dazu werden sie mitunter systematisch in Tabellenform aufbereitet; diese ›akademische‹ Präsentation dient in erster Linie der Übersichtlichkeit und Klarheit und sollte bei der konkreten Arbeit wieder in den Hintergrund treten.

Es sei noch einmal betont, dass die Psychosynthese nicht einfach nur eine Technik ist, bei der es genügt, eine bestimmte Methode in einer bestimmten Form anzuwenden.

Das ist die – zweifelsohne wichtige! – handwerkliche Seite. Diese wird aber erst lebendig und wirksam durch die gelebte psychosynthetische Haltung des Beratenden bzw. Therapierenden: durch sein offenes Bewusstsein, durch seine wachsame Präsenz bei der Arbeit mit dem Klienten bzw. Patienten. Dadurch weckt er dessen eigenes Selbstheilungs- und Bewusstseinspotential!

Eine zu starre Systematik, gleichsam eine Psychosynthese-Rezeptur, würde der grundsätzlichen Offenheit, die für authentisches psychosynthetisches Arbeiten wesentlich ist, nicht gerecht. Das andere Extrem wäre eine weitgehende Beliebigkeit in der Reihenfolge und Durchführung der Übungen. Wir verstehen unsere Ausarbeitungen daher im Sinne von »So – oder anders!« Die Darstellungen sind Kondensate, in denen sich die Arbeit mit zahllosen Klienten niedergeschlagen hat.

Darum »So!« – weil sich dieses oder jenes Vorgehen in der langjährigen Ausbildungs-, Beratungs- und Therapiepraxis bestens bewährt hat. Und darum »Oder anders!« – weil die Theorie durch den jeweiligen Berater oder Therapeuten hindurchgegangen und zu dessen eigener Praxis geworden sein muss. Und weil jeder Patient oder Klient mit seiner Geschichte ein Original ist, das einer entsprechend originellen psychosynthetischen Arbeit bedarf.

Für uns ist die Arbeit an der SYSTEMATISCH-INTEGRATIVEN PSYCHOSYNTHESE ein offener Prozess stetiger Entwicklung und Entdeckung mit der großen Chance, die über die Jahre gewachsene Praxis zu reflektieren. Die eingeführten Begrifflichkeiten – z. B. der ›Innere Beobachter‹ – möchten wir in diesem Sinne als Wegweiser verstanden wissen, die in erster Linie eine praktische Aufgabe haben: Sie sollen Therapierenden wie Klienten das Verständnis und die Anwendung der SYSTEMATISCH-INTEGRATIVEN PSYCHOSYNTHESE erleichtern.

Ebenfalls aus praktischen Erwägungen haben wir uns bei den Praxisbüchern für ein großzügiges Format und ein Layout entschieden, das mit seinen vielen ›Freiräumen‹ den Benutzern bei der Erschließung hoffentlich entgegenkommt. Zugleich haben wir durch zahlreiche Zwischenüberschriften und Hervorhebungen einen ›roten Faden‹ in den Text eingewoben, der die schnelle Orientierung erleichtern soll.

Die positiven Reaktionen auf die ersten Bände haben gezeigt, dass sich die Struktur bewährt hat. So wurde dem eigentlichen Praxisteil wieder ein einführender Teil mit grundlegenden Überlegungen und Hinweisen zur Arbeit mit Teilpersönlichkeiten vorangestellt. Schon hier finden sich viele praktische Tipps, u. a. zur Durchführung, zum Anwendungsbereich, aber auch zu möglichen Kontraindikationen und Komplikationen. Zahlreiche anonymisierte Praxisbeispiele dienen der Illustration. Pfeil-Symbole, z. B. DIE TEILPERSÖNLICHKEITEN DER ANDEREN, verweisen auf geeignete Methoden und Übungen im Praxisteil des Buches.

Was das allgemeine Setting und die richtigen Rahmenbedingungen für ein gutes und erfolgreiches Arbeiten angeht, so wird der Leser dazu in unserem Praxisbuch I. DISIDENTIFIKATION fündig.

Wir wünschen uns sehr, dass auch dieser dritte Koffer mit psychosynthetischen Werkzeugen für alle Leser eine wirkliche Hilfe für ein erfolgreiches systematisch-integratives Arbeiten ist!

Ursel Neef – Georg Henkel – Sven Kerkhoff

SEELENANTEILE

I. Teilpersönlichkeiten

Ein Derwisch und sein Schüler unterhielten sich.
Der Schüler wollte von seinem Lehrer wissen, worin der Unterschied
zwischen ihnen beiden bestehe.
»Der Unterschied«, sprach der Derwisch, »ist folgender:
Ich habe zwei Untergebene, die deine Herrscher sind:
Gier und Aggression.«1

1. Vorhang auf!

Immer wieder begegnet man Menschen, die noch nie etwas von der Psychosynthese gehört haben und sich unter ihrem Konzept zunächst nichts vorstellen können. Wir stehen dann vor der nicht einfachen Aufgabe, ihnen mit wenigen Sätzen einen Einblick in die Methode zu geben und damit hoffentlich auch ihre Neugier zu wecken. Das gelingt in der Regel sehr gut, wenn man über die Teilpersönlichkeiten und ihre psycho-pädagogische Handhabung spricht.

Dazu bietet sich ein griffiges Beispiel aus dem Alltag an: Die Stimmungen und Stimmen der ›Drama-Queen‹ oder des inneren ›Nörglers‹, die immer dann in unserem Leben aktiv werden möchten, wenn es mal nicht nach Plan läuft, sind den meisten Menschen aus der persönlichen Erfahrung wohl vertraut:

Der Nachbar hat die Ausfahrt zugeparkt, beim Frisör ist kein Termin frei, der Nachwuchs hat sein Zimmer nicht aufgeräumt, die lieben Verwandten haben den Geburtstag vergessen, am neuen Wagen ist plötzlich eine Delle, der Kollege wird bei der Beförderung vorgezogen, der Chef übt Kritik, die Aktienkurse gehen runter und außerdem fängt es jetzt gerade noch an zu regnen und der Regenschirm, ja wo ist eigentlich der Regenschirm …

Wie wird wohl die ›Drama-Queen‹ auf solche ›Zumutungen‹ reagieren? Und wie fühlt sich der ›Nörgler‹, wenn mal nicht alles perfekt ist?

Genau: Da beginnt es in einem plötzlich zu quengeln, ein Gefühl von Verletzung, Ärger und Angst macht sich breit und vertraute Verteidigungsmechanismen springen an. Schon wirft man sich in Pose, schimpft, klagt an, rechtfertigt sich … Ganz klar, die ›Drama-Queen‹ oder der ›Nörgler‹ haben die Regie übernommen. Wer kennt das nicht?

»Aber das bin doch ich, der da quengelt, sich verteidigt oder ärgerlich ist!«, wird unser Gesprächspartner vielleicht antworten. »Dann tu doch mal einen Moment so, als wärest du das nicht – und stell dir vor, wie diese Stimmung, dieses Gefühl, diese Äußerung deiner Psyche wohl aussehen würde, wenn du sie dir als eine eigenständige Person vorstellen würdest, die dir jetzt gerade wie auf einer Bühne gegenübersteht. Wen oder was siehst du da?«

Mit ein paar Erläuterungen unsererseits und etwas Fantasie unseres Zuhörers werden aus ›Drama-Queen‹ und ›Nörgler‹ recht bald lebendige Figuren, die ihr Stück aufführen. »Ach, ich wusste ja gar nicht, dass ich meine schlechte Laune auch so sehen kann! – Und was jetzt?« Das Interesse an den Zusammenhängen der Psychosynthese und ihrer Arbeitsweise ist erwacht!

URSPRÜNGE DES KONZEPTS

Roberto Assagioli hat die Teilpersönlichkeiten nicht gänzlich neu erfunden. Das Konzept, wonach die Persönlichkeit des Menschen aus mehreren Teilpersönlichkeiten besteht, ist im Grunde mindestens so alt wie die Psychoanalyse, ja als Theorie vielleicht sogar wesentlich älter.

Schon der Dichter Novalis (1772-1801) wusste: »Jeder Mensch ist eine kleine Gesellschaft.«2 Und wieso sollte der Mensch schließlich auch ein unteilbares Wesen besitzen, wo doch jedes Atom aus einer Reihe kleinerer Teilchen besteht?3 Und so landete der Philosoph und Publizist Richard David Precht vor einigen Jahren nicht zufällig einen Bestseller mit dem eingängig-einleuchtenden Titel ›Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?‹ (München 2012).

Bei Lichte besehen hat bereits Sigmund Freud ein entsprechendes Modell geliefert, können doch sein Über-Ich, Ich und Es durchaus als verschiedene Persönlichkeitsanteile interpretiert werden. Noch deutlicher findet sich die Spur bei C.G. Jung, der 1935 sogenannte Komplexe innerhalb der Persönlichkeit beschrieb und selbige als eine Gruppe aneinander gelagerter, unbewusster Gedankenvorstellungen definierte. Diese hätten, so Jung, die Tendenz, eine kleine Persönlichkeit mit eigener Physiologie zu bilden und sich »wie Teilpersönlichkeiten« zu benehmen.4

Wenngleich Jung den Begriff somit in die wissenschaftliche Debatte eingeführt hat, so kommt das Verdienst, ihn erstmals ausgeformt und therapeutisch nutzbar gemacht bzw. operationalisiert zu haben, letztlich Roberto Assagioli als Begründer der Psychosynthese zu. Assagioli legte die Grundlagen hierfür mit seinem 1965 erschienenen Handbuch der Psychosynthese.5

Mit seinem aus der Idee der Disidentifikation entwickelten Modell der Teilpersönlichkeiten knüpfte Assagioli begrifflich an C. G. Jung, strukturell aber vor allem an noch deutlich frühere Ideen des amerikanischen Psychologen und Philosophen William James (1842-1910) und des schweizerischen Arztes Paul Tournier (1898-1986) an, die er entscheidend weiterentwickelte.6

Assagioli skizzierte die Teilpersönlichkeitsarbeit in seinen Schriften jedoch eher kursorisch als eine Unterform der Disidentifikationsübungen, u. a. für die Disidentifikation von Rollen, die für Assagioli entwickelte Teilpersönlichkeiten sind.7 Sein Ansatz wurde in den 70er und 80er Jahren wesentlich von James Vargiu fortentwickelt und theoretisch untermauert.8

WEITERENTWICKLUNG

Nicht nur in der Psychosynthese wird mit Teilpersönlichkeiten gearbeitet. Das Konzept der Teilpersönlichkeiten hat inzwischen in verschiedene therapeutische Schulen und Verfahren Eingang gefunden. Aber es gibt durchaus Unterschiede in der Art, wie und zu welchem Zweck diese Arbeit eingesetzt wird.

Schon zu Lebzeiten von Roberto Assagioli verfolgten andere Therapeuten ähnliche methodische Ansätze. So stellte 1969 auch der Gestalttherapeut Fritz Perls (1893-1970) mit seiner Methode des Leeren Stuhls eine im Kern vergleichbare Methode vor.9 Jedoch lässt Perls jenen leeren Stuhl vorzugsweise mit konkreten inneren Botschaften und Emotionen besetzen. Assagioli verstand die Teilpersönlichkeiten hingegen, wie bereits erwähnt, als so lebendig wie möglich imaginierte10 individuelle Figuren.

Wie wir heute wissen, macht dies den wesentlichen Unterschied aus. Hat der Klient lediglich eine abstrakte Idee und kein vitales, dynamisches inneres Bild von der jeweiligen Teilpersönlichkeit, so wird keine nachhaltige psychische Bewegung stattfinden. Erst die Imagination eröffnet uns den Zugang zur Veränderung und ist daher von entscheidender Bedeutung. Die Weiterentwicklung zu einer höchst nützlichen und psychodynamisch äußerst wirksamen Methode verdanken wir also tatsächlich Assagioli selbst. Sie ist später vielfach aufgegriffen und modifiziert worden. Leider wird Assagiolis Psychosynthese dabei häufig nicht als Inspirationsquelle benannt.

Mit Teilpersönlichkeiten in diesem Sinne arbeitet beispielsweise die Familientherapie nach dem sogenannten Satir-Modell. Dessen Begründerin, die amerikanische Pionierin der Familientherapie Virginia Satir (1916-1988) hat dazu u. a. die ›Parts Party‹ entwickelt, bei der in einer Art Aufstellungsarbeit die verschiedenen Teilpersönlichkeiten des Klienten verkörpert werden und miteinander in Interaktion treten.

Satir betont in einer dem Grundgedanken der Psychosynthese sehr ähnlichen Weise: »Solange wir irgendetwas von uns selbst herabsetzen, verbergen, zurückweisen oder leugnen, können wir unsere Energie nicht frei entfalten und nutzen.« Ziel sei es, die in den zu identifizierenden Teilpersönlichkeiten schlummernden Ressourcen zu heben, ihre destruktiven Seiten zu transformieren und sie zu integrieren.11

Weniger stark ins Außen verlagert und plastisch allein aufgrund von Stimmfarbe und -modulation, greift auch die Methode des Voice Dialogue die Idee der Teilpersönlichkeiten auf und strebt danach, diese erfahrbar zu machen. Die Begründer, Sidra und Hal Stone (geb. 1927), lassen den gefühlsmäßigen Anteilen ihrer Klienten von diesen eine Stimme geben und als ›Sub-Persönlichkeiten‹ erfahrbar machen. Im Dialog dieser Stimmen werden dann die verschiedenen Teile des Unterbewussten gegeneinander abgegrenzt, so dass Klient und Therapeut mit ihnen in Verbindung treten können.12

Und auch das von Richard Schwartz etablierte, sich explizit auf Assagioli beziehende Internal Family Systems (IFS) geht von der Idee einer inneren Familie mit erheblicher Gruppendynamik und einem bisweilen um die Führung ringenden Familienoberhaupt in uns selbst aus.13

Zudem ist die in der Traumatherapie angesiedelte Ego-State-Therapie zu erwähnen, die ab etwa 1980 von den US-Amerikanern John und Helen Watkins konzipiert wurde. Sie arbeitet ebenfalls mit Ich-Anteilen, welche als verselbstständigt angesehen und im therapeutischen Setting (oftmals bildhaft) bearbeitet werden, um so letztlich die durch eine mögliche Traumatisierung verstärkte Trennung dieser Anteile zu überwinden und sie als flexible Teamplayer wieder in die Gesamtpersönlichkeit zu integrieren.14

Und schließlich hat Assagiolis Ansatz auf Umwegen Eingang in das Coaching gefunden, so z. B. in die fast schon allgegenwärtige Arbeit mit dem ›Inneren Team‹15 (oder, wie neuerdings anzutreffen, dem ›Inneren Dorf‹) oder in die als Walt-Disney-Methode bekannt gewordene Kreativitätsstrategie von Robert Dilts. Dieser lässt ein Problem räumlich aus drei Blickwinkeln durchleben, die Anteile der Person Walt Disneys (und wohl nicht nur seiner) repräsentieren sollen, nämlich: ›Der Realist‹, ›Der Träumer‹ und ›Der Kritiker‹.16

Mit all diesen und weiteren ähnlichen Ansätzen, die heute allgemein als »Teilearbeit« umschrieben werden17, hat die Teilpersönlichkeitsarbeit, wie wir sie in der SYSTEMATISCH-INTEGRATIVEN PSYCHOSYNTHESE (SIPS) einsetzen, verwandtschaftliche Verbindungen, allemal aber eine gemeinsame Wurzel.

Und doch ist die Arbeit mit den Teilpersönlichkeiten im Rahmen der SYSTEMATISCH-INTEGRATIVEN PSYCHOSYNTHESE in ihrer scheinbar(!) spielerischen Einfachheit und ihrer unmittelbar auf heilende Begegnung angelegten Struktur einzigartig. Sie lehnt sich methodisch insbesondere an die Vorgehensweise an, die Piero Ferrucci in Anknüpfung an seinen Lehrer Assagioli etabliert und ausgearbeitet hat.18

Im SIPS-Konzept werden Teilpersönlichkeiten zwar auch für die Disidentifikation, vor allem aber aufgrund ihrer psychodynamischen Wirkung für die Heilungsarbeit eingesetzt. Daher finden sich hier auch viel mehr Übungen, die über die Disidentifikation z. B. von Rollen hinausgehen.

SYSTEMATISCH-INTEGRATIVE PSYCHOSYNTHESE

Wenden wir uns nun genauer der Arbeit mit Teilpersönlichkeiten im Kontext der SYSTEMATISCH-INTEGRATIVEN PSYCHOSYN- THESE zu. Zu den Grundlagen und zum Verständnis dieses psychotherapeutischen Strukturmodells sei an dieser Stelle auf den Einführungsband PSYCHOSYNTHESE. SYSTEMATISCH-INTEGRATIV! verwiesen.19

Am einfachsten lässt sich das SIPS-typische Konzept der Teilpersönlichkeiten im Kontext der systematisch-integrativen Psychosynthese an einem Praxisbeispiel verdeutlichen. Dabei werden auch die folgenden Fragen genauer beleuchtet:

Was genau ist in diesem Zusammenhang eine Teilpersönlichkeit? Welche Funktion hat sie in der Psyche? Warum sind Teilpersönlichkeiten im SIPS-Kontext geniale psychotherapeutische Konstrukte? Und womit wird eine Teilpersönlichkeit auch gerne einmal verwechselt?

Anhand einer Standardsituation, der Geschichte von Herrn A., lassen sich die therapeutisch bedeutsamen psychodynamischen Möglichkeiten der SIPS-Arbeit mit Teilpersönlichkeiten bereits gut erkennen. Davon ausgehend werden dann auch obige Fragen beantwortet und weitere Aspekte herausgearbeitet.

Dies geschieht in vier größeren Abschnitten, die sich zunächst mit dem therapeutischen Konzept der Teilpersönlichkeiten im Kontext von SIPS, ihrem Ursprung sowie ihrer intrapsychischen Funktion befassen (I.2 bis I.3). Eine wichtige Abgrenzung der Teilpersönlichkeiten zu verwandten Phänomenen wie Innerem Kind, Rolle und Archetyp erfolgt im Anschluss (I.4), bevor die Prozess-Struktur der SIPS-Teilpersönlichkeitsarbeit mit ihren einzelnen Schritten genauer erläutert wird (II.). Komplikationen, die bei dieser Arbeit mit Teilpersönlichkeiten auftauchen können, beschließen den Grundlagenteil (III.).

Die Antworten, die wir hier formulieren, werden immer im Kontext der von der Wuppertaler Psychosynthese-Akademie entwickelten SYSTEMATISCH-INTEGRATIVEN PSYCHOSYNTHESE gegeben und können daher stellenweise von Darstellungen in anderer Psychosynthese-Literatur abweichen.20

Wie bereits im Praxisbuch I. DISIDENTIFIKATION dargelegt, ist es unser Ziel, Werkzeuge für die praktische therapeutische Arbeit anzubieten, deren Handhabung unmittelbar einleuchtet. Werden sie an der richtigen Stelle des therapeutischen Prozesses eingesetzt, bewirkt ihr umsichtiger Gebrauch beim Klienten eine schrittweise Ich-Stärkung, was dann zu einem guten psychologischen Selbstmanagement führen kann – das Ziel aller therapeutischer Bemühungen!

Die Arbeit mit Teilpersönlichkeiten baut auf den diversen Methoden zur Disidentifikation und Willensschulung aus den Praxisbüchern I. und II. auf, entwickelt sie weiter und vertieft sie: Die Ich-stärkenden Fundamente, die durch Disidentifikations-Übungen wie DER DRITTE STUHL gelegt wurden, sowie Erfahrungen mit der eigenen Willenskraft sind die Voraussetzung, um in einem nächsten Schritt klar umrissene psychische Problemfelder oder Ressourcen in Form von Teilpersönlichkeiten zu bearbeiten bzw. zu aktivieren.

Und wie bereits dargelegt, ist erst im Anschluss hieran wiederum eine erfolgreiche Arbeit mit dem Inneren Kind möglich.

SIPS – ein erstes Beispiel: Herr A.

Im folgenden Beispiel geht es darum, einen nicht-integrierten Anteil zu bearbeiten, der sich im Alltag eines Klienten störend, ja zerstörend bemerkbar macht. Die Heilungsarbeit mit solchen ›negativen‹, oder besser: ›systemerhaltenden‹ Teilpersönlichkeiten ist eine therapeutische Standardsituation.

Die Struktur der nachfolgend geschilderten Teilpersönlichkeitsarbeit orientiert sich an jener Schrittfolge, die im Praxisbuch I. DISIDENTIFIKATION bereits bei der Übung DER DRITTE STUHL eingeführt wurde. Darin bildet sich zugleich die Grundstruktur vieler Psychosyntheseübungen ab:

1. Erkennen (und benennen): Das psychische Material wird geborgen und das darin liegende Thema ermittelt. Das Problem, die konfliktbeladene Situation oder die störende Emotion wird erspürt, erkannt, benannt und in der Imagination zu einer Figur, dem Repräsentanten der Teilpersönlichkeit, ausgestaltet.

2. Annehmen: Die Teilpersönlichkeit wird angenommen; sie darf sein, wie sie gerade ist.

3. Transformieren: In einem mehrstufigen Prozess wird das Material bearbeitet, in diesem Fall: Das eigentliche Bedürfnis des heilungsbedürftigen Anteils wird ermittelt.

4. Heilen: Dieses tiefliegende Bedürfnis der Teilpersönlichkeit wird in der Imagination gestillt.

5. Integrieren: Der geheilte Anteil wird in den seelischen Haushalt integriert. Das ist in der Regel ein längerfristiger Prozess, der auch außerhalb der Therapiesitzung fortgesetzt wird. Darum ist es wichtig, das Erfahrene und Gelernte durch Wiederholung oder Symbole zu festigen.

6. Verankern: Durch regelmäßiges selbstständiges Üben (›Hausaufgaben‹) bzw. durch gezielt aktivierbare Erinnerungsmechanismen (›Anker‹) wird das Erreichte weiter vertieft, gesichert und ins Alltagserleben integriert. Der Klient erlebt sich dadurch in seiner Selbstverantwortung, in seiner therapeutischen Kompetenz und seiner Willensstärke.

Diese Struktur ist flexibel und fließend; sie dient der allgemeinen Orientierung und ist nicht starr im Sinne eines abzuarbeitenden Protokolls. Im nachfolgenden Beispiel wurde die SIPS-Struktur durch entsprechende Zwischenüberschriften markiert. Nicht nur für den Therapierenden, auch für den bereits mit der DRITTE-STUHLBUNG vertrauten Klienten bleibt der rote Faden gut erkennbar: Das einmal etablierte Vorgehen ist transparent und bereits eingeübte Verfahren können mit entsprechenden Anpassungen leicht auf andere Bereiche übertragen werden.

Für den Praxisteil dieses Buches wurde die Arbeit mit Teilpersönlichkeiten dann noch einmal in allgemeiner Form und tabellarisch mit den wesentlichen therapeutischen Impulsen und Hinweisen aufbereitet ( ARBEIT MIT TEILPERSÖNLICHKEITEN).

1. Sitzung: Anamnese

Herr A., 45 Jahre, Geschäftsmann, hatte in einer sehr virulenten Ehekrise das Bedürfnis, nun endlich einmal etwas für sich zu tun und in seinem Leben aufzuräumen. Mit diesem Anliegen kam er in die Praxis. Der erste Eindruck, den man von ihm gewinnen konnte, war der eines ›Getriebenen‹. Auffällig waren seine verspannte Haltung, die eckig-impulsiven Bewegungen und sein unkonzentriertes Sprechen. Immer wieder erzählte er von seiner hohen Arbeitsbelastung und auch von der großen Verantwortung, die er für viele Menschen trage.

Im anamnestischen Gespräch wurde der Zusammenhang zwischen seiner aktuellen Situation und seinem familiären Kontext deutlich: Herr A. hatte einen älteren Bruder, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. So war er der Alleinerbe des väterlichen und großväterlichen Betriebs und wollte, ja musste, den an ihn gestellten Anforderungen genügen.

Das hatte er auch lange Zeit sehr gut hinbekommen, im Hintergrund aber verspürte er immer das Defizit, anders als sein älterer Bruder, nicht der eigentliche Erbe des väterlichen Betriebs zu sein, sondern »nur die zweite Wahl«.

Getrieben von dem psychischen Verlangen »Bitte seht mich!«, steigerte Herr A. zwar seine Arbeitsleistung immer mehr, wurde jedoch in der Überforderung zunehmend unproduktiver. Außerdem litt seine Ehe seit einigen Jahren unter seinem mangelnden Selbstempfinden: Die Ehefrau nahm ihn nur noch als ›Sohn vom Vater‹, aber nicht als innerlich freien Mann oder gar Partner wahr, mit dem sie auch außerhalb des Firmengeschehens ein gemeinsames Leben hatte. Herrn A. war klar: Wollte er nicht in eine tiefe Erschöpfungsdepression fallen, so stand eine ganz Reihe von seelischen Klärungen und auch äußeren Veränderungen in seinem Leben an.

2. Sitzung: Disidentifikation und Innerer Beobachter – DER DRITTE STUHL

Dem Modell der SYSTEMATISCH-INTEGRATIVEN PSYCHOSYNTHESE folgend, lernte Herr A. nach der Anamnese in der ersten therapeutischen Sitzung die Übung DER DRITTE STUHL und damit sowohl das Prinzip der Disidentifikation als auch die Position des Inneren Beobachters kennen:

Als er in seiner Imagination seinen ›Doppelgänger‹ auf einem weiteren Stuhl sitzen sah und emphatisch beobachtete, erkannte er dessen (seinen) dringenden Bedarf nach Ruhe. Er war nachhaltig beeindruckt von der Intensität der Erschöpfung und der Not, die er bei seinem Alter Ego spürte.

Erstmals konnte er sein Bedürfnis zulassen, aus dem ewigen Produzieren und Reagieren auszusteigen: »So will ich das nicht mehr.« Auch wenn Herr A. noch nicht positiv darstellen konnte, wie er sich sein Leben anders als bisher vorstellte: Sein Wille zur Veränderung war geweckt (vgl. dazu Praxisbuch II. WILLE)! Es war darum nicht schwer, mit ihm ein paar Absprachen bezüglich einiger kleiner Ruhepausen im Alltag zu treffen.

So war er bereit, die Übung zu Hause selbstständig zu wiederholen und bei dem inneren Bild immer wieder aus der Beobachter-Position auf sich selbst zu schauen und zu fragen: Was braucht er? Was braucht er wirklich? – Und dieses Bedürfnis (nach Ruhe, Entspannung, Wohlbefinden) dann auch zu stillen (z. B. durch Spaziergänge, einen Saunabesuch oder auch durch ein wohltuendes inneres Bild).

Das war keine leichte Aufgabe! Herr A. hatte weder gelernt, etwas für sich zu tun, noch konnte er sich zugestehen, dass er so etwas überhaupt nötig hatte. Die Etablierung einer Kultur der Selbstpflege aber ist zugleich eine wesentliche Vorbereitung für die spätere Teilpersönlichkeitsarbeit. Diese Kultur ist – gerade im eigenständigen Einüben und Praktizieren – außerdem ein wichtiger Schritt in der Willensarbeit, der dem Klienten eine erste Erfahrung davon vermittelt, was alles möglich ist, wenn er seine gewohnten Muster verlässt.

Nachdem Herr A. in den folgenden beiden Wochen seine Innere-Beobachter-Position durch wiederholte Disidentifikation und Selbstpflege ausreichend gefestigt hatte, war es möglich, die kritischen innerpsychischen Funktionsweisen, die ihn an den Rand einer Erschöpfungsdepression getrieben hatten, genauer zu betrachten:

Welche Erlebnis- und Reaktionsmuster hatten ihn in die Überforderung geführt und auf welche Weise agierte er seine psychische Erschöpfung aus? Dies sollte das Thema der nächsten therapeutischen Sitzung sein.

3. Sitzung: ARBEIT MIT EINER TEILPERSÖNLICHKEIT

[Erkennen (und Benennen):] Nachdem wir Herrn A. das Modell der Teilpersönlichkeiten kurz vorgestellt hatten, ließen wir ihn von seinen inneren Boykotteuren erzählen, die ihn an einer sinnvollen, fokussierten Arbeit in seinem Betrieb hinderten:

Da gab es Momente, in denen er voller Unruhe und Ungeduld von einem Termin zum nächsten hastete, aber kaum in der Lage war, die Informationen geordnet zu verarbeiten oder wichtige Details zu behalten. Zugleich quälte ihn das Gefühl, nicht alle Aufgaben mit hundertprozentiger Genauigkeit erledigen zu können und ständig vor seinen Ansprüchen zu versagen.

Doch statt Arbeiten zu delegieren und das Tempo zu reduzieren, gab er dem inneren Drang nach, immer mehr zu leisten und sich noch mehr zu verausgaben, in der festen Überzeugung, seiner Rolle als Chef nur so gerecht werden zu können.

Anhand seiner Schilderungen konnten wir entsprechende Reaktionsmuster identifizieren und ihnen passgenaue Namen geben, z. B. ›Der Getriebene‹, ›Der Perfektionist‹ und ›Der Inflationäre‹. Diese Anteile machten Herrn A. das konzentrierte Arbeiten schwer. Auf die Frage: »Welche dieser Teilpersönlichkeiten empfinden Sie denn im Moment als dominierend?«, entgegnete Herr A.: »Das ist ›Der Inflationäre‹, der immer alles und am liebsten auch noch sofort und gleichzeitig will – und wenn möglich, auch noch ein bisschen mehr«. Wir entschieden uns dafür, zunächst mit diesem Anteil zu arbeiten.

Die Teilpersönlichkeitsarbeit begann mit einer Variante der ICH-BINBUNG (vgl. Praxisbuch I. DISIDENTIFIKATION): Augen schließen, ruhiges, tiefes und kraftvolles Atmen, den Körper spüren, um so in eine innere Konzentration zu gelangen. Wir ließen den Patienten außerdem immer wieder still seinen Namen sagen und baten ihn, in sich ein Gefühl von Stärke und Handlungskompetenz erwachen zu lassen und dieses auch körperlich zu spüren.

Nach dieser Zentrierung leiteten wir in die eigentliche Imaginationsarbeit ein: Über den bereits während der Übung DER DRITTE STUHL in der Fantasie etablierten Psychosynthese-Garten, einem Wohlfühlort, ging es jetzt in einem ruhigen Tempo weiter zur imaginativen Psychosynthese-Bühne. Wir ließen den Patienten im Zuschauerraum Platz nehmen. Von dort aus schaute er auf die Bühne und erwartete den ›Inflationären‹.

[Annehmen:] »Wenn Sie jetzt zur Bühne schauen, taucht aus den Kulissen Ihr ›Inflationären auf. Wie sieht er aus? Bitte beschreiben Sie diese Person doch einmal!« Herrn A. erschien in seiner Vorstellung ein zappeliger Mann, circa 35 Jahre alt, dessen Kleider und Haare wild umherflogen und der hektisch einherschritt, wobei er die vielen Türen in seinem Bühnenbild ständig aufriss.

»Wenn Sie jetzt einmal genau hinhören: Was murmelt ›Der Inflationäre‹ so als Glaubensmuster vor sich hin? Mit welcher Einstellung ist er unterwegs?«

Herr A. lauschte konzentriert in sich hinein: »Er sagt mir: ›Ich muss alles im Blick halten‹, ›Mir darf keine Information verloren gehen‹ und ›Ich bin für alles verantwortliche.‹«

Wir ermunterten Herrn A., seiner Teilpersönlichkeit seinen Dank auszusprechen für all das, was sie in den vergangenen Jahren an Kraft und Energie für ihn und seine Arbeit aufgewandt hatte.

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