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Pony Express Rider: Roman

Thomas West

Pony Express Rider: Roman

Cassiopeiapress Western





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Pony Express Rider

von Thomas West

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Teil 1

Zwei auf drei Meter – mehr maß der Raum nicht. Und er war nicht besonders hell. Nur auf den Rücken des Mannes neben der schmalen Pritsche malte sich ein kleiner quadratischer Lichtfleck. Vier dünne Linien durchkreuzten das helle Quadrat auf dem grauen Hemd – zwei senkrechte und zwei waagrechte. Nur morgens und am frühen Vormittag schien die Sonne durch das vergitterte Fenster. Etwas, woran Spencer Wallace sich nie gewöhnt hatte. Die ganzen Jahre nicht. Überhaupt war er ein Mann, der sich nur schwer an Dinge gewöhnte, die nicht so waren, wie sie sein sollten.

Auf die geballten Fäuste und die nackten Zehen gestützt, stemmte er seine knapp hundertzwanzig Pfund vom Boden hoch. Wieder und wieder. Vierzig Mal insgesamt. Wie jeden Morgen seit sieben Jahren. Damals, als er damit anfing, hatte er noch gut zwanzig Pfund mehr auf den Knochen gehabt.

Wallace war nicht besonders groß. Und auffällig schlank. Regelrecht mager sogar. Sein wirr nach allen Seiten abstehendes, dunkelblondes Haar und sein struppiger Bart waren so lang, dass sie den feuchten Steinboden sogar dann noch berührten, wenn er bei den Liegestützen die Arme durchdrückte.

Irgendwo knarrte eine Tür. Schwere Schritte näherten sich. Schlüssel klimperten, Metall schabte über Metall, zweimal schnappte das Schloss – die Zellentür öffnete sich quietschend.

Ein Mann mit Armeekappe und in ausgebleichter, ehemals schwarzer Uniformjacke stand im Türrahmen. Kein junger Mann mehr – Mitte fünfzig oder älter. Ein Infanterieveteran.

"Alles hat seine Zeit, Spence", sagte er. "Deine Zeit hier ist um." Sam Dully liebte es, die Bibel zu zitieren. Er war ein frommer Mann. An manchen Tagen war er mit dem dicken schwarzen Buch unter dem Arm sogar in Wallace' Zelle aufgekreuzt. Doch seine Versuche, den dreißig Jahre Jüngeren zu bekehren, blieben fruchtlos.

Spencer Wallace unterbrach seine Liegestützen. Ungläubig betrachtete er den Gefängniswärter. Die Stirn über seinem eingefallenen Gesicht legte sich in Falten. "Heute schon?"

Er sprang auf und trat neben die Zellentür. Unzählige schwarze Striche bedeckten die Backsteinwand neben dem Eichenholztürbalken. Die Stelle, die Tag für Tag als erstes von der Morgensonne beschienen wurde. Zweitausendfünfhundertsechsundfünfzig Striche insgesamt. In Zehnerblocks zusammengefasst.

"Tatsächlich", flüsterte der struppige, abgemagerte Mann. "Ich muss mich um einen Tag verzählt haben."

"Kann schon vorkommen, wenn man jeden Tag so viel zu zählen hat", feixte der Wärter. "Von mir aus kannst du auch gern noch einen Tag bleiben."

Er drehte sich um und schlurfte den Gang zwischen den Zellentüren entlang. Der Häftling raffte seine Habseligkeiten zusammen – Tabaksbeutel, ein Pokerblatt, ein paar Briefe, das vergilbte Foto einer Frau – und folgte ihm.

"Ich werde den Teufel tun und auch nur eine gottverdammte Stunde länger als nötig in diesem feuchten Loch bleiben", sagte er gleichmütig. Ein strafender Blick Dullys traf ihn.

Im Office des Gefängnisses händigte der Wärter ihm seine Sachen aus. Eine dunkle Leinenhose aus grobem Stoff, eine schwarze Lederweste, Stiefel, Wäsche, Patronengurt und so weiter. Und seinen Revolver. Einen Colt-Walker von 1847. Kaliber 44. Das einzige Erbstück seines Vaters. Der Texas Ranger war kurz vor Wallace' Prozess von Viehdieben erschossen worden.

"Kannst du einem Museum an der Ostküste verkaufen, falls du je in die Gegend kommst", brummte Sam Dully.

"Komme ich nicht." Wallace stieg in seine Hosen. Er ließ sich ein Messer von dem alten Soldaten geben, um ein Loch in den Gürtel zu bohren – die Hose war ihm viel zu weit. In der Trommel des alten Revolvers steckten noch drei Patronen. Drei hatte er damals abgefeuert. Als sie nachts sein Haus umstellten. Das hätte er nicht tun sollen. Glenn Powell, der Sheriff von Saint Joseph, hatte die drei Schüsse als Beweis für Wallace' Schuld gewertet.

Dully griff in die Innentasche seiner Uniformjacke und zog ein paar zusammengerollte Dollarnoten heraus. "Hier." Er warf das Geld auf den Tisch.

"Was soll das?"

"Von der Wells Fargo Company. Sie haben ihre Schulden an dich bei uns beglichen."

Wallace hatte der Wells Fargo acht Pferde verkauft. Kurz vor seiner Verhaftung. Er zählte die Scheine. Fünfzig Dollar. "Nur fünfzig!?" Zorn blitzte in seinen blauen Augen.

"Sei froh, dass du überhaupt was kriegst. Die Pacific Traffic Bank, die du überfallen hast, hat den Löwenanteil pfänden lassen. Das hier habe ich für dich gerettet. Gegen die Dienstvorschriften übrigens."

"Ich hab' keine Bank überfallen, Sam", knurrte Wallace. Er steckte das Geld ein und setzte seinen verstaubten Biberfellhut auf.

"Wie du meinst, Spence." Dully wandte sich zur Tür. "Aber du weißt ja – nur den, der seine Sünden bekennt, liebt der Herr."

"Leck mich am Arsch und bring mich endlich raus aus diesem Rattenloch."

Über den Gefängnishof führte der alte Soldat Wallace zum Außentor des ehemaligen Forts.

"Was wirst du als erstes tun, wenn du nun als freier Mann deiner Wege ziehen kannst?", wollte er wissen.

"Drei Dinge, von denen ich sieben Jahre lang Tag und Nacht geträumt habe: Endlich wieder ein Pferd reiten, endlich wieder eine Frau ficken, und endlich die Leute jagen, die mir sieben Jahre in diesem gottverdammten Knast eingebrockt haben!"

Der Gefängniswärter schüttelte trübsinnig den Kopf. "Du wirst noch in der Hölle braten, wenn du nicht umkehrst zum Herrn..."

"Besser als in einem Himmel ohne Pferde und Frauen singende Engel anglotzen."

Dully schnalzte tadelnd mit der Zunge und öffnete das Gefängnistor. "Gott segne dich trotzdem, mein Sohn..."

"Auf Nimmerwiedersehen, Sam." Er warf sich Felljacke und Ledertasche über die Schulter und stapfte durch den Staub des breiten Reitwegs, der von der Stadt ins alte Fort führte. Nach ein paar Schritten blieb er stehen, weil er die Blicke des Veteranen in seinem Nacken spürte. "Was ich dir noch sagen wollte, Sam..." Er drehte sich nicht um, wandte nur den Kopf ein wenig. "Bist ein netter Bursche, yeah, das bist du."

Er hörte Dully seufzen; das Tor schlug zu. Wallace setzte sich in Bewegung. Zunächst schleppend, als würde ihn ein unsichtbares Band mit dem Gefängnisfort verbinden. Dann immer schneller. Und mit jedem Schritt, den er sich von seinem Kerker entfernte, schob sich die unbegreifliche Wirklichkeit ein Stück weiter in sein Hirn: Er war ein freier Mann...

 

*

 

Bevor der Weg hügelabwärts zur Stadt hinunterführte, blieb er stehen. Fast andächtig betrachtete er die riesige Ansammlung von Häusern und Dächern. Kansas City war gewachsen in den sieben Jahren.

Rechts des Hügel wälzte sich der Missouri der Stadt entgegen. Ein riesiger Raddampfer schob sich flussaufwärts, viele kleinere Frachtkähne glitten über das Wasser.

Eine Stunde später stelzte Wallace über die dichtbevölkerte Mainstreet der Stadt. Vor der Filiale der Pacific Traffic Bank blieb er stehen. Ein blaues, unauffälliges Gebäude. In ihm hatte sich vor mehr als sieben Jahren das Drama abgespielt, das ihn aus seinen Träumen von einem ganz normalen Leben gerissen hatte. Zwei Männer waren damals erschossen worden. Ein Bankkunde und ein Kassierer. Beide Männer hatte er nie gesehen. Und trotzdem hatten sie ihn ins Gefängnis geschickt...

Die ersten fünfzig Cent seines Barvermögens investierte Spencer Wallace in eine Rasur und einen Haarschnitt. Als er danach auf die Straße trat, sah er ungefähr so alt aus, wie er war – neunundzwanzig Jahre.

Sein Magen knurrte, aber noch drängender brannte die Sehnsucht in ihm, endlich wieder ein Pferd zu besteigen. Wie von selbst trugen ihn seine Beine zum Viehmarkt.

Vor sieben Jahren noch pflegten die Cowboys aus Texas ihre Herden in den weitläufigen Koppeln unten am Hafen zusammenzutreiben. Dort wurde das Vieh in Schiffe verladen und Richtung Mississippi nach Saint Louis und bis nach New Orleans hinunter transportiert, um die Ostküste mit Steaks zu versorgen.

Wallace nahm an, dass sich das nicht geändert hatte.

Und vor sieben Jahren boten am Missouri-Hafen von Kansas City auch die Pferdezüchter aus Kansas ihre Pferde an. Wallace selbst hatte dort den ersten Hengst für seine Zucht gekauft.

Lange her. Ein ganzes Leben lang.

Je näher er dem Hafen kam, desto deutlicher hörte er das Gebrüll des Viehs. Und bald kroch ihm der scharfe Geruch der Tiere in die Nase. Er beschleunigte seinen Schritt.

Die breite, leicht abschüssige Straße war von Billardkneipen, Hotels, Friseurläden, Banken und Saloons gesäumt. Reiter preschten zum Hafen hinunter. Kutschen polterten an ihm vorbei. Wallace' sowieso schon feierliche Stimmung steigerte sich noch. Bald hatte er den Mund voller Staub.

Endlich kam das Ende der Straße in Sicht. Und das dunkle Band des Missouri – der Flusshafen.

Vieh stand dicht zusammengedrängt in engen Koppeln. Cowboys ritten hin und her. Menschen liefen daran entlang – und endlich entdeckte Wallace eine kleine Koppel, deren Zäune von einer dichten Traube johlender Cowboys belagert waren. Innerhalb der Koppel tobte ein Pferd herum und versuchte seinen Reiter abzuwerfen.

Wallace' Herz schlug höher. Er fiel in Laufschritt. Es war ihm gar nicht bewusst, dass er rannte.

Aus den Augenwinkeln nahm er einen hellen Fleck auf dem Bürgersteig wahr – das Blondhaar einer Frau. Sie stieg eben auf die Straße hinunter. Fast bis zu den Knien raffte sie ihr langes Kleid hoch, um es vor dem Staub zu schützen.

Wallace Schritte verlangsamten sich – wieder wie von selbst. Die Frau überquerte die Straße. Wenn er stehen blieb, würde sie keine zwei Schritte an ihm vorbeigehen. Er blieb stehen.

Ungeniert sah er der Frau entgegen. Sie trug ein blaues, schwarzgestreiftes Kleid, das nicht ganz billig gewesen sein konnte. Der Saum und das tief ausgeschnittene Dekolleté war in weiße Spitzen gefasst – Wallace Augen saugten sich an den Ansätzen ihrer Brüste fest. Sein Mund wurde trocken.

Die Frau bewegte sich mit großen, energischen Schritten – als wäre sie es gewohnt, ungehindert dorthin zu gehen, wo sie hingehen wollte. Wallace sah die Brüste unter ihrem Kleid auf und ab wippen, und er sah die wiegende Bewegung ihrer Hüften. Wie festgewachsen stand er mitten auf der Straße.

Jetzt entdeckte ihn die Frau. Weder änderte sie ihre Richtung, noch verzögerte sie ihren Schritt, noch wich sie seinem Blick aus. Nur ihre schmalen Brauen zuckten leicht.

Wallace schluckte. Er hatte seit sieben Jahren keine Frau mehr gehabt. Und höchstens zweimal im Jahr eine Frau gesehen – Kate Bloomdale. Sie hatte ihn ein oder zweimal im Jahr besucht. Ein Gitter hatte sie jedesmal getrennt. Und Kate pflegte weite Jacken und Hosen zu tragen, die ihre Figur nicht übermäßig betonten.

Diese Frau hier aber schien ihr Kleid ausschließlich zu diesem Zweck zu tragen. Und so ähnlich bewegte sie sich auch – als wollte sie die Rundungen ihrer Weiblichkeit zur Schau stellen.

Als sie an ihm vorbeirauschte, lächelte sie herausfordernd. Und er roch ihr schweres Parfüm. Er wollte etwas sagen, ihr einen Gruß, einen Scherz zurufen – aber seine Stimme gehorchte ihm nicht. Wie gebannt starrte er ihr hinterher. Ihr Kleid war so eng, dass er das Muskelspiel ihrer Oberschenkel und ihres Hinters sehen konnte...

"Hey, Mann – zur Seite!" Wallace fuhr herum.

Eine Kutsche! Er machte einen Satz, und der Vierspänner bretterte dicht an ihm vorbei. Eine Staubwolke hüllte Wallace ein.

"Was ham sie dir in den Whisky geschüttet?", rief der Kutscher.

Die Kutsche rollte zum Hafen hinunter, auf die Vieh- und Pferdekoppeln zu. Die Pferde – verdammt... Er klopfte sich den Staub von Hut und Kleidung und ging weiter – langsam und zögernd. Die Pferde würde er auch heute Nachmittag noch unten am Hafen finden. Aber die Frau...

Er drehte sich um. Die Frau stieg die beiden Stufen zum Bürgersteig hinauf und drückte die Schwingtür eines Saloons auf. Kurzentschlossen folgte Wallace ihr...

 

*

 

"Es ist ein Fehler, wenn er zurückkommt." Der alte Bloomdale stand auf der Vortreppe zum Haupthaus seiner großen Ranch. Strähnen schlohweißen Haares hingen ihm ins sonnenverbrannte Gesicht. "Ich spür's in allen Knochen, dass es ein Fehler ist."

Seine Tochter, Kate Bloomdale, schien ihm gar nicht zuzuhören. Seelenruhig spannte sie zwei Pferde vor den offenen Einachser.

"Hörst du nicht, was ich sage, Kate?" Amos Bloomdale stieg die Treppe hinunter und pflanzte sich vor seiner Tochter auf.

Der Viehzüchter war ein hochgewachsener Mann. Eine goldene Uhrkette hing aus der Westentasche unter seinem dunklen, fast knielangem Gehrock. Seitdem er zwei Jahre zuvor den Sturz von einem Pferd nur knapp überlebt hatte, stieg er kaum noch in den Sattel. Die Lederkluft und die harte Arbeit auf den Weiden überließ er seitdem ganz seinen Cowboys. Und seinem Sohn.

"Ich habe ein schlechtes Gefühl, wenn er zurück nach Saint Joseph kommt. Ein verdammt schlechtes Gefühl! Verstehst du das, Kate?"

"Ich bin nicht taub, Dad." Kate lief die Treppe hinauf zum Eingangsportal. Auf der mit Schnitzereien verzierten Sitzbank neben der Tür lag ein Gewehr. Ihr Vater schlurfte hinter ihr her.

"Warum musstest du ihm die ganzen Jahre Briefe schreiben? Ihn sogar besuchen?" Die Frau griff sich das Gewehr und lief zurück zur Kutsche. Der alte Bloomdale hinter ihr her. "Glaubst du, die Leute in Saint Joseph hätten das nicht spitzgekriegt? Die zerreißen sich schon die Mäuler!"

Sie schob das Gewehr unter den Bock und drehte sich um. "Jeder tut, was er tun muss, Dad!"

Aus dunkelbraunen Augen blitzte sie ihn an. Ihr braungebranntes Gesicht war schmal und kantig. Über dem schmallippigen Mund saß eine kleine, scharfgeschnittene Nase. Die Bloomdale-Tochter war schlank, fast drahtig. Ihre Gesten und Bewegungen wirkten zielstrebig und sicher.

Man musste nur drei Sätze mit ihr sprechen, um eine Ahnung davon zu bekommen, wer Kate Bloomdale war: eine Frau, die wusste, was sie wollte.

"Ich bitte dich, Kate." Amos Bloomdale verlegte sich jetzt aufs Betteln. "Ich bitte dich inständig – spann die Pferde wieder aus und bleib hier! Bleib hier und streich den Mann aus deinem Gedächtnis."

"Nein." Sie schwang sich auf den Kutschbock. Anders als die meisten Frauen in der Gegend trug sie Rindslederhosen und hohe Schaftstiefel. Das schwarze Haar trug sie zu einem Knoten zusammengebunden im Nacken.

"Du bist wie deine Mutter", jammerte der alte Bloomdale. "Warum zum Teufel kannst du dir nicht einmal was sagen lassen?" Kate stülpte sich einen hellen Stetson über und griff stumm nach den Zügeln. Dabei hätte sie eine Menge antworten können. Zum Beispiel, dass ihr alter Herr sonst gottfroh war, jemanden auf der Ranch zu haben, der ihrer verstorbenen Mutter ähnelte.

Jemanden, der etwas von Zahlen verstand und die Geschäfte führen konnte. Jemanden, der den Cowboys Dampf machte, wenn sie nach durchzechten Nächten nicht von den Matratzen kamen. Und jemanden, der Rob auf die Finger sah.

"Fahr wenigstens nicht allein." Bloomdale gab auf. Wie schon so oft. "Dein Bruder soll dich begleiten."

"Rob wird nicht mit nach Kansas City fahren!", sagte sie scharf.

"Dann Jimmy!" Bloomdale winkte zwei Cowboys, die auf der anderen Seite des Hofes vor der Schmiede mit einem Pferd beschäftigt waren. "Ruft Jimmy!"

"Ich kann auf mich selbst aufpassen", sagte Kate.

"Verdammt, Kate – es sind fast fünfzig Meilen bis nach Kansas City! Und die Gegend ist unsicher in letzter Zeit."

Kate Bloomdale tat ihrem Vater den Gefallen und wartete. Sie wollte nicht, dass er sich Sorgen machte.

Ein paar Minuten später lief Jimmy McMillan über den großen Hof. Robs Busenfreund und Saufkumpan. Er trug weiten Lederschutz um die Hosenbeine. Aus Holstern an beiden Seiten seiner Hüften ragten die hölzernen Kolben von Revolvern. Das lange dunkle Haar klebte ihm schweißnass im Gesicht.

"Sattle dein Pferd!", blaffte Bloomdale. "Du begleitest Kate nach Kansas City."

Das verschwitzte Gesicht hellte sich auf. "Gern, Sir." Kaum jemand war unter den Cowboys, der die gutaussehende Bloomdale-Tochter nicht schon mit den Augen ausgezogen hätte. Und keiner, der sie nicht fürchtete.

Wenig später rollte Kates Wagen unter dem ausgestopften Bisonschädel des Torbogens hindurch aus der Farm. Jimmy McMillan ritt hinter ihr her.

Sorgenvoll blickte Bloomdale seiner Tochter nach. "Es ist ein Fehler, sag' ich", murmelte er. "Ein verdammter Fehler..."

 

*

 

"Zehn Dollar", sagte die Frau.

Wallace verstand nicht gleich. Er hatte sich neben sie an die Theke gesetzt und Speckbohnen mit Bratkartoffeln bestellt. Es war ihm schwergefallen, sie anzusprechen. Sieben Jahre Knast, und man vergisst die selbstverständlichsten Dinge.

Die Frau allerdings erwies sich als sehr gesprächig. Kontaktschwierigkeiten schienen nicht zu ihren Schwächen zu gehören. Schnell entwickelte sich eine zwanglose Plauderei.

Jetzt schlürfte er einen Becher Kaffee und rutschte sogar noch einen Barhocker näher an sie heran.

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