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Poker des Teufels

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Inhaltsverzeichnis

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Poker des Teufels

Geister-Krimi von W. A. Castell


Der Umfang dieses Buchs entspricht 122 Taschenbuchseiten.


Der Hass und die Rache treiben den ehemaligen Magier Chase dazu, einen perfiden Plan in Angriff zu nehmen. Überall auf der Welt sollen maßgebliche Persönlichkeiten beeinflusst werden, um die Macht an ihn und seine Helfer, die jenseitigen, zu übergeben. Es gibt nur einen, der ihn daran hindern kann: Gary Dano, der mit seinem zweiten Ich, Vincent Corell, alles daran setzt, die Menschen zu retten. Ihm zur Seite steht Inspektor Morley, der jedoch von seinen Vorgesetzten zurückgepfiffen wird.


1

Der Hörsaal war bis auf den letzten Platz besetzt. Keiner der Studenten wollte sich das Auftreten von Professor Dennis Lennon entgehen lassen. Lennon war Wirtschaftsexperte und enger Berater der Regierung. Hier in Oxford würde der Professor einige Vorlesungen halten. Außergewöhnlich dabei war, dass Dennis Lennon heute einige Pressevertreter zu seinem Vortrag eingeladen hatte. Keiner der Studenten konnte sich erinnern, Ähnliches je erlebt zu haben.

Das Raunen im Saal verstummte, als Lennon den Saal betrat. Ein hochgewachsener Mann im grauen Anzug. Das scharfkantige Gesicht, dazu die hohe Stirn, zeugten von der Willenskraft des Wissenschaftlers.

Gemessenen Schrittes betrat er das Rednerpult. Seine tiefliegenden Augen mit den buschigen Augenbrauen schweiften sekundenlang durch den Saal. Erst als er die Presseleute sah, die sich in der ersten Reihe platziert hatten, nickte er befriedigt.

»Mir ist durchaus klar, meine Herren, dass mein Benehmen etwas außerhalb der Reihe liegt.« Dennis Lennons Stimme war tief, melodisch. Bis in den letzten Winkel des Hörsaals war sie deutlich zu verstehen. Eine eigenartige Faszination ging von ihr aus. Jeden der Anwesenden zog sie in ihren Bann. »Doch was ich zu sagen habe, rechtfertigt mein Verhalten.«

Der Professor schwieg und ließ seine Worte einwirken. Im Saal kam leises Gemurmel auf. Man informierte seinen Nachbar über die eigene Verwunderung.

Erst als sich die Studentenschaft wieder beruhigt hatte, fuhr Lennon fort: »Mit gutem Recht erwarten Sie von mir einige Weisheiten, die mein Wissensgebiet betreffen. Dazu kommen wir später. Ich …«

Dennis Lennon unterbrach sich. Mit ihm ging in diesem Moment eine deutliche Veränderung vor. War er noch vor wenigen Augenblicken ruhig und beherrscht gewesen, so krallten sich jetzt seine beiden Hände am Pult fest. Der Mann zitterte am ganzen Körper!

Einige Studenten sprangen auf, wollten nach vorn eilen, Hilfe anbieten.

Der Professor winkte sie mit einer heftigen Bewegung seines Kopfes zurück.

»Lassen Sie mich!« Fast unbeherrscht war diese Anweisung. »Es ist nichts! In wenigen Minuten werden Sie mich begreifen!«

Das Schweigen im Hörsaal war bedrückend. Es herrschte absolute Stille. Man wagte kaum zu atmen.

Endlich hatte sich Dennis Lennon wieder einigermaßen gefasst. Seine Miene drückte Entschlossenheit aus.

»Es handelt sich um eine Erkenntnis, die ich bereits vor einiger Zeit getroffen habe. Sie ist derart tiefgreifend, dass ich lange gezögert habe, sie weiterzugeben. Ich musste Fakten zusammentragen. Erst wenn ich restlos von meinem Wissen überzeugt war, konnte ich damit an die Öffentlichkeit treten. Heute ist für mich die grausige Realität Gewissheit!«

Die Stimme des Professors hatte sich gesteigert. In ihr schwang Verzweiflung.

Auf der Stirn des Mannes standen dicke Schweißtropfen. Mit einer flüchtigen Handbewegung wischte er sie ab. Er griff unter das Pult und nahm ein Glas Wasser hervor. In gierigen Zügen trank er es leer.

Dann geschah es!

Dennis Lennon erstarrte wie zur Salzsäule. In seinem Gesicht erschien ein erstaunter Ausdruck. Einen Lidschlag später verzerrte es sich im wahnsinnigen Schmerz.

Das Glas entfiel der Hand. Zerschellte am Boden. Lennons Körper krümmte sich.

Atemlose Stille unter den Zuhörern.

Dann brach es los wie ein Orkan. Studentinnen schrien hysterisch. Rufe wurden laut: »Holt einen Arzt! Ein Krankenwagen muss her!«

Dennis Lennon war inzwischen in sich zusammengesunken. Sein Oberkörper fiel auf das Sprechpult, rutschte zeitlupenartig ab und sackte zu Boden. In unnatürlich verkrümmter Haltung blieb er liegen.

Ein Reporter war der erste, der bei dem Professor ankam. Der Zeitungsmensch benötigte zehn Sekunden, um festzustellen, dass er einen Toten vor sich hatte!

Bill Conrad tat einen tiefen Atemzug, dann drehte er sich langsam um. »Das ist eine Angelegenheit für Scotland Yard. Professor Lennon ist vergiftet worden!«



2

Weitab von den Geschehnissen in Oxford saßen sich am gleichen Tag in einer Gaststätte vier Männer gegenüber. Das Gasthaus lag in einem Kölner Stadtteil, und auf den ersten Blick war zwischen den vier Männern und den Ereignissen in Oxford keine Verbindung zu sehen. Auf den ersten Blick …

Jürgen Beichmanis lehnte sich weit im Stuhl zurück. Mit wachen Augen überflog er den Gastraum und vergewisserte sich, dass keiner der anwesenden Gäste ihm und seinen Kollegen Aufmerksamkeit schenkte.

Mit einem hinterhältigen Grinsen beugte sich Beichmanis über den Tisch. Er brachte sich ganz dicht an die Hörmuscheln seiner Freunde. »Es ist wieder einmal soweit«, flüsterte er. In seinen Augen blitzte es auf. »Wir müssen wieder in Aktion treten. Und zwar ziehen wir die gleiche Masche ab wie beim letzten Mal!«

Uwe Sold, Beichmanis’ Tischnachbar, wurde um einige Nuancen blasser um die Nase. Sein Blick suchte die restlichen beiden der Truppe, denen anzusehen war, dass sie sich ebenfalls nicht mehr wohl in ihrer Haut fühlten. Günther Tilp und Willi Schön, sie hätten im Augenblick liebend gern Beichmanis den Rücken gewandt und schnellstens das Lokal verlassen.

Doch dazu war es zu spät. Zu tief saßen sie in der Sache drin!

Jürgen Beichmanis erhob sich. Er winkte den anderen mit dem Kopf. »Ich gehe voraus. Ihr folgt mir in wenigen Minuten.«

Willi Schön hatte die Hände auf den Tisch gelegt. Sie ballten sich zu Fäusten.

»Mir gefällt das alles nicht«, knurrte er. »Gibt es keine andere Möglichkeit, denjenigen von uns auszusuchen, der …«

»Schweig!«, fuhr ihm Beichmanis dazwischen. »Am Anfang haben wir es so einstimmig beschlossen, und werden uns daran halten!«

Am Eingang zum Lokal steckten in diesem Moment zwei junge Damen die Köpfe durch die Tür. Als sie die Gruppe der vier jungen Burschen entdeckten, kicherten sie. Sie traten herein.

Jürgen Beichmanis empfing die Mädchen mit abweisender Miene. »Was wollt ihr hier?«, giftete er. »Wir möchten nicht gestört werden. Jetzt nicht und auch in den nächsten Tagen nicht! Merkt euch das!«

Margit Blum, sie war achtzehn Jahre alt, sehr hübsch und schon seit Jahren mit Günther Tilp befreundet, zog einen Schmollmund.

»Mit euch ist seit einiger Zeit überhaupt nichts mehr los! Immer habt ihr geschäftlich zu tun. Ich möchte nur wissen, welcher Tätigkeit ihr da nachgeht. Bestimmt sind es krumme Geschäfte, oder …«

»Was oder?«, fragte Beichmanis mit verdächtig ruhiger Stimme.

Margit lief rot an. »Ihr seid schließlich hübsche Burschen«, murmelte sie, und es klang wie ein Vorwurf. »Da ist es nicht verwunderlich, wenn wir annehmen, dass ihr eure Nächte mit anderen Mädchen …«

»Schluss jetzt!«, beendete Jürgen Beichmanis die Unterhaltung. Er deutete zur Tür. »Ich gebe euch eine Minute Zeit, dann habt ihr eine Fliege gemacht!«

Margit Blum nahm ihre Freundin an der Hand. »Komm, wir gehen! Aber noch ist nicht das letzte Wort gesprochen!«

Als die Mädchen das Lokal verlassen hatten, meldete sich Uwe Sold. »Margit sieht sehr gut aus. Könnten wir nicht sie das nächste Mal … Ich meine …«

Weiter kam er nicht.

Günther Tilp war ihm an die Kehle gefahren. Sold spürte die Hände an seinem Hals, und sie schnürten ihm die Luft ab.

»Bist du denn wahnsinnig geworden?«, keuchte er.

Er versuchte, sich aus dem Würgegriff zu befreien. Vergeblich, Tilp war der Stärkere.

Beichmanis und Schön griffen ein. Sie zerrten Tilp von seinem Opfer weg.

Günther Tilp quittierte es mit wildem Protest. »Ich bringe ihn um!«, schrie er. »Wenn er den Namen meiner Freundin noch einmal in den Mund nimmt!«

Ein Schlag von Beichmanis Handrücken nahm Tilp das Wort von der Zunge. Über die Lippen des jungen Mannes rann Blut.

»Ihr seid alle des Teufels!«, zischte Jürgen Beichmanis. »Noch etwas lauter, und die ganze Welt weiß über das Bescheid, was wir treiben. Wer sich noch einmal daneben benimmt, wird es mit mir zu tun bekommen! Folgt mir jetzt!«

Wie begossene Pudel trabten sie hinter Beichmanis her, der durch eine Seitentür das Nebenzimmer der Gaststätte betrat.

Was sich in den folgenden Minuten abspielte, hätte einen Außenstehenden sehr verwundert. Die vier Männer hatten am einzigen Tisch Platz genommen, der im Nebenraum stand. Beichmanis hatte jedem 500 Mark in die Hand gezählt. Anschließend war vor aller Augen ein neues Kartenspiel aus der Verpackung genommen worden.

Jürgen Beichmanis legte die Hände auf den Tisch. Seine Freunde taten es ihm nach.

»Gut.« Beichmanis nickte zufrieden. »Wir sind uns wieder einig. Ich hoffe, dass derjenige, der als Verlierer diesen Raum verlässt, sich seiner Aufgabe voll bewusst ist. Ein Versagen können wir uns nicht leisten!«

Die Runde senkte stumm den Kopf. Das Spiel konnte beginnen.

Das Glück wogte in der nächsten halben Stunde hin und her. Einmal war es Günther Tilp, der die 500 Mark fast verspielt hätte, dann stand Uwe Sold kurz vor dem Ruin. Doch beide waren gewiefte Pokerspieler und blufften sich wieder nach vorn.

Neue Karten wurden gegeben. Jürgen Beichmanis deckte als erster auf und brachte die zwei Mark Einsatz. Die anderen zogen mit.

Beichmanis erhöhte mit einem Fünfzig-Mark-Schein.

»Ich bleibe draußen«, kommentierte Uwe Sold und warf seine Karten verdeckt auf den Tisch.

Auch Günther Tilp folgte seinem Beispiel.

Willi Schöns Blick hing wie gefesselt an dem Kartenblatt, das er in Händen hielt. Das Gesicht des jungen Mannes war unbeweglich. Einige Sekunden dauerte es, dann schob er die Hälfte seines Barvermögens in den Pott.

»Ich erhöhe!« Willi Schöns Stimme klang schrill.

Einen Augenblick lang schien Beichmanis unsicher. Dann glitt der Anflug eines Lächelns über seine Lippen.

Jürgen kannte Willi Schön zur Genüge. Er wusste, dass Schön fortwährend einen Anspruch auf die Führungsposition in der Gruppe geltend machte. Für ihn, Schön, wäre es von besonderem Wert, könnte er Günther Beichmanis hier ausstechen.

»Dir ist dein Risiko bewusst?« Beichmanis fragte lauernd.

Ihm war daran gelegen, den Gegner aus der Reserve zu locken.

Willi Schön nickte stumm. Seine Lippen hielt er zusammengekniffen, sodass sie einen schmalen Strich bildeten.

»Und wenn ich meinen ganzen Einsatz wage?«, lockte Beichmanis. »Es geht hier nicht nur um die fünfhundert Mark. Es wäre für dich das erste Mal, dass du einen Auftrag auszuführen hättest.«

Schön blieb die Antwort schuldig. Seine Haltung zeigte Entschlossenheit.

Selten hatte sich die Gruppe in einer ähnlichen Situation befunden. Es war das Spiel zweier junger Männer, denen es um alles oder nichts ging. Jeder im Raum war sich darüber im Klaren.

Die Spannung wuchs, und Jürgen Beichmanis war gar nicht froh darüber. Er forschte in den Gesichtern von Sold und Tilp. Was er sah, war nicht geeignet, die eigene Lage in einem rosigeren Licht zu sehen. Von ihm wurde eine Entscheidung verlangt. Eine Entscheidung, die weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen konnte. Wenn er jetzt kniff, hatte er seine Privilegien verspielt!

Beichmanis lachte, und es klang unecht. Er konnte seine Unsicherheit vor seinen Freunden nicht mehr länger verbergen.

»In Ordnung!«

Jürgen handelte. Mit einem Ruck platzierte er sein Geld in der Mitte des Tisches.

»Ich setze alles dagegen«, erklärte er. »Wenn deine Gehirnwindungen noch einigermaßen intakt sind, belässt du es dabei. Noch steht dir eine ansehnliche Summe zur Verfügung!«

Es war Beichmanis letzter Versuch, Willi Schön doch noch umzustimmen.

Es war zwecklos. Schön hatte sich längst entschieden!

Sekunden später lagen genau 1250 Mark im Pott. Es galt die Regel, dass jeder nur die 500 Mark verspielen konnte, die er vorher von Jürgen Beichmanis bekommen hatte.

Mit einer fahrigen Handbewegung wischte Beichmanis über die Tischstelle, wo vorher sein Geld gelegen hatte. Der junge Mann schob seine Karten zu einem Bündel zusammen. Behutsam zog er sie dann fächerartig auseinander.

In seinem Gesicht spiegelte sich Triumph, als er sie blitzschnell auf den Tisch legte.

»Full Hand!«, verkündete er und präsentierte drei Könige und zwei Neuner.

Man sah Uwe Sold und Günther Tilp überdeutlich die Enttäuschung an. Sie hätten Beichmanis die Niederlage gegönnt. Doch nun …

Einzig Willi Schön blieb gelassen. Mit Pokerface legte er sein Blatt auf den Tisch.

Vier Buben!

Die Reaktion unter den Freunden war verschieden. Während Sold und Tilp ihre Freude kaum verbergen konnten, saß Jürgen Beichmanis wie versteinert. Mit starrem Blick betrachtete er den Vierständer. Langsam bildeten sich auf seiner Stirn dicke Schweißtropfen.

»Das gibt es nicht«, murmelte er tonlos. »Du hast mich bet …«

Er sprach es nicht aus. Er hatte kein Recht dazu. Willi Schön war ein fairer Spieler.

Müde lehnte sich Beichmanis im Stuhl zurück. Er schien in Sekunden um Jahre gealtert.

»Gut«, sagte er, »ich werde meine Aufgabe erfüllen. Bis zu dem Termin in einer Woche wird die Fracht an ihrem Bestimmungsort sein.«



3

Die Ampel sprang auf Rot. Der Porsche stoppte seine Fahrt. Am Steuer saß ein junger Mann mit gut geschnittenen Gesichtszügen. Auf dem Beifahrersitz hatte es sich ein Herr bequem gemacht, dem man von Weitem schon den Polizisten ansah: Inspektor Samuel Morley von Scotland Yard.

Morley hob die Schultern und schaute an dem piekfeinen Anzug herunter, in den er gekleidet war.

»Wenn ich ehrlich sein soll, so muss ich gestehen, dass ich mich gar nicht wohl in meiner Haut fühle.« Die Miene des Inspektors drückte Heiterkeit aus, als er den Fahrzeuglenker betrachtete. »Auch Sie, Gary Dano, machen in dem noblen Frack nicht gerade die beste Figur!«

»Er ist geliehen!«, ergänzte Gary und legte den ersten Gang ein. Die Ampel zeigte Grün. »Es war Ihre Idee, Inspektor, mich zu der Einladung mitzuschleppen. Dass wir bei solch hoher Gesellschaft in derartigen Klamotten antreten müssen, wussten Sie im Voraus. Also was soll das Jammern?«

»Aber ja!« Samuel Morley kreuzte die Arme vor der Brust. »Ich konnte einfach nicht absagen. Wer in meiner Stellung wird schon von einem Minister eingeladen? Meine Frau war natürlich nicht aus dem Haus zu bewegen. Und da ich nun mal zwei Karten besitze …«

»Schon vergessen«, winkte Gary Dano ab. »Ich bin mitgekommen, und damit ist die Sache erledigt. Ein anderes Thema: Wie sind Sie in den Genuss dieser Einladung gekommen?«

»Ein anderes Thema nennt er das!«, giftete der Beamte. »Ich bin eben ein fähiger Inspektor und war vor einiger Zeit aktiv daran beteiligt, dem Minister einen Rowdy vom Leib zu halten. Den Dank dafür bekomme ich heute zu spüren.«

»Herzlichen Glückwunsch!«, kommentierte Gary Dano trocken.

Er und Samuel Morley waren ein Gespann, das schon manches Abenteuer hinter sich gebracht hatte. Dabei hatten die Geschehnisse stets im Bereich des Übersinnlichen gelegen. Geister und Dämonen waren darin Fakten, die ständig wiedergekehrt waren.

Gary Dano war schon ein ungewöhnlicher junger Mann. Er stammte aus Lancashire, einem Dorf an der Westküste Englands. Bis vor knapp einem Dreivierteljahr hatte er dort ziemlich erfolglos den Beruf eines Privatdetektivs ausgeübt. Dann war die Begegnung mit Vincent Corell, alias Donat, gekommen. Donat war im Zweiten Weltkrieg in jungen Lebensjahren gestorben. Seine unglaublich starken magischen Fähigkeiten hatten sich durch die Begegnung mit Gary Dano auf den Privatdetektiv übertragen. Mehr noch, beide bildeten die Synthese zweier Intellekte. Sie waren eine Einheit, wohnend im Körper Gary Danos.

»Du hast deine Freundin noch nicht erwähnt«, meldete sich jetzt Vincent Corell, mit dem sich Gary per Gedanken unterhalten konnte. »Diti Norkay ist das hübscheste, reizendste …«

»Du sprichst mir aus der Seele«, unterbrach Gary sein zweites Ich. »Doch dürftest du an die Inderin keinen Gedanken verschwenden. Du bist bereits seit dreißig Jahren tot und da …«

»Pfui Spinne!«, ereiferte sich der Verstorbene. »Dein Benehmen deinen Freunden gegenüber wird von Tag zu Tag miserabler. Ich wäre lieber in Lancashire bei Diti und deinem Vater geblieben. Von beiden kannst du dir eine Scheibe abschneiden, was Anstand mir gegenüber betrifft.«

»Sie sind plötzlich so schweigsam.« Samuel Morley verzog das Gesicht. »Unterhalten Sie sich wieder mit Ihrem komischen Freund?«

Gary Dano musste sich ein Lachen unterdrücken. Obwohl Vincent Corell seine Existenz dem Inspektor schon oft genug unter Beweis gestellt hatte, hatte Morley immer noch nicht ganz begriffen. Für ihn war das Vorhandensein von Corell in Dano ein Paradox, an dem man den Verstand verlieren konnte.

Bevor Gary dem Yard-Beamten eine Antwort geben konnte, gab dieser ein Handzeichen. »Biegen Sie an der nächsten Querstraße links ab. In wenigen Minuten sind wir an unserem Ziel.«

Die Gegend, die sie jetzt durchfuhren, gehörte zu den vornehmsten in London. Prachtvolle Wohnsitze reihten sich aneinander. Hier wohnten nur Leute, deren Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit an oberster Stelle stand. Dementsprechend wies auch das Bankkonto dieser Personen einen ansehnlichen Stellenwert aus.

Vor einem großen Gebäude, das etwas von der Straße entfernt lag, ließ Samuel Morley den Porsche halten. Morley deutete auf eine Parklücke, die sich zwischen einem Rover und einem Rolls Royce auftat.

»Ein ...

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