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Wirtschaft

Inhalt

Vorwort

1 Das Unternehmen

1.1 Unternehmensstrukturen

1.2 Rechtsformen von Unternehmen

2 Monetäre Grundlagen der Produktion

2.1 Investitionen

2.2 Betriebliches Rechnungswesen

2.3 Bilanzierung

2.4 Finanzierung

3 Betriebswirtschaftliche Grundlagen der Produktion

3.1 Unternehmerische Entscheidungsprozesse

3.2 Unternehmensführung und Management

4 Die Börse

4.1 Die Institution Börse und ihre Aufgaben

4.2 Weltweite Entwicklung der Finanzmärkte

5 Wirtschaftsordnung

5.1 Überblick über Theorien und Konzepte der Wirtschaftspolitik

5.2 Die wirtschaftspolitische Entwicklung in Deutschland seit 1945

6 Konzepte

6.1 Übersicht

6.2 Das magische Viereck

6.3 Die monetaristische Konzeption: Geldpolitik

6.4 Die fiskalistische Konzeption: Finanzpolitik

6.5 Die Konzepte von Angebots- und Nachfragetheorie

7 Wettbewerbspolitik

7.1 Märkte

7.2 Kartellrecht und Monopolbildung

8 Strukturpolitik

8.1 Von der Agrar- zur Dienstleistungsgesellschaft

8.2 Regionale und sektorale Strukturpolitik

8.3 Die Kohäsionspolitik der Europäischen Union

9 Kreislaufmodelle

9.1 Der Wirtschaftskreislauf

9.2 Bruttosozialprodukt, Bruttonationaleinkommen und Bruttoinlandsprodukt

9.3 Entstehung, Verteilung und Verwendung des Sozialprodukts

10 Ökologie

10.1 Wachstum und Wachstumspolitik

10.2 Ökologische Umorientierung

11 Staatsverschuldung

11.1 Entwicklung und Grenzen

11.2 Bundeshaushalt und Bundesschuld

12 Das wirtschaftliche Auf und Ab

12.1 Konjunktur

12.2 Inflation

13 Währungsordnung

13.1 Geld und Geldverfassung

13.2 Internationale Währungsordnung

14 Arbeit

14.1 Arbeitslosigkeit

14.2 Der Arbeitsmarkt in Europa

14.3 Der Arbeitsmarkt unter Globalisierungsdruck

15 Welthandel

15.1 Welthandelsordnung: GATT und WTO

15.2 Alternativen für eine neue Wettbewerbsordnung

15.3 Globalisierung der Waren- und Dienstleistungsmärkte

16 Deutschlands Außenwirtschaft

16.1 Zahlen und Daten

16.2 Deutschland im globalen Standortwettbewerb

Stichwortverzeichnis

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser!

Der POCKET TEACHER ABI Wirtschaft eignet sich als Wegbegleiter durch die gesamte Oberstufe bis zum Abitur. Er hilft bei Hausaufgaben und Referaten und bei der Vorbereitung von Klausuren und Tests. Selbst wer glaubt, schon fit zu sein, kann hier mit Gewinn noch einmal ein Kapitel querlesen und sein Wissen auffrischen. Vor allem aber werden die Zusammenhänge übersichtlich und anschaulich präsentiert. Dazu tragen auch die zahlreichen Schaubilder bei.

Der POCKET TEACHER ABI Wirtschaft enthält alle abiturrelevanten Themen dieses Faches: von der mikroökonomischen Ebene der Unternehmen bis zu makroökonomisch-volkswirtschaftlichen Konzepten, von der nationalen Wettbewerbs- und Strukturpolitik bis zur globalen Welthandelsordnung, von der Erläuterung wirtschaftlicher Kreislaufmodelle bis zu aktuellen Problemen wie der Staatsverschuldung und der Notwendigkeit der ökologischen Umorientierung wirtschaftlichen Denkens und Handelns.

Die Querverweise im Text () und das umfangreiche Stichwortverzeichnis helfen, weiterführende Informationen zum Thema schnell zu finden.

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Das Unternehmen

1.1 Unternehmensstrukturen

Grundlegend für die freie Marktwirtschaft ist das Prinzip des Privateigentums an den Produktionsmitteln, d. h., die Eigentümer jedes Unternehmens sind einzig und allein selbst dafür verantwortlich,

• welche Produkte • in welcher Qualität • mit welchen Produktionsmethoden • mit welchem Maschinen- bzw. Technologieaufwand • in welcher Menge • zu welchem Preis

produziert werden.

Das Risiko für die getroffenen Entscheidungen tragen die Eigentümer des Unternehmens. Diese Entscheidungen müssen so sein, dass das Unternehmen sich am Markt behaupten kann, also möglichst mit einem Minimum an Einsatz ein Maximum an Ergebnis erzielt. Unternehmerische Entscheidungen sind darauf ausgerichtet, eine produzierte Ware oder Dienstleistung in entsprechender Menge und zu einem entsprechenden Preis auf dem Markt absetzen zu können. Fehleinschätzungen, z. B. über die tatsächliche Marktentwicklung und die möglichen Entwicklungen der Kundenwünsche, führen zu Verlusten und im Extremfall zum Untergang des Unternehmens (Insolvenz). In Deutschland haben im Jahr 2012 immerhin 28 300 Unternehmen Insolvenz anmelden müssen – das entspricht 0,8 % aller in Deutschland ansässigen Firmen. Gründe sind:

Unternehmen lassen sich unterscheiden durch: 1. die Art des hergestellten Produktes

Güterproduktion

Prod. von Dienstleistungen

Primärer Sektor:

Landwirtschaftliche Erzeugnisse,

Rohstoffgewinnung

Tertiärer Sektor:

Handwerkliche Dienstleistung, wie sie z. B. Friseure anbieten

Versicherungen

Touristikunternehmen

Sekundärer Sektor:

Investitionsgüter

Konsumgüter

Quartärer Sektor:

Wissensintensive Dienstleistungen, wie z. B. Wartung von Computernetzwerken

2. die Zielsetzung des Unternehmens

Gewinnorientiertes Unternehmen

Gemeinnütziges Unternehmen

3. den anvisierten Absatzmarkt

Investitionsgüterindustrie

Konsumgüterindustrie

schlechte Zahlungsmoral der Kunden,

zu dünne Kapitaldecke,

Managementfehler,

schwache Konjunktur.

Die Organisation

Die Aufgabe jedes Unternehmens geht über die Organisation des Produktionsprozesses im engeren Sinn deutlich hinaus. Drei völlig unterschiedliche Sektoren sind zu betrachten:

Beschaffung

Produktion

Absatz

Rohstoffe

Arbeitskräfte

Maschinen und Technologie

Energie

Finanzmittel

Produktionsplanung

Organisation des Produktionsablaufes

Mengen- und Qualitätskontrolle

Zeitmanagement

Marktanalyse

Preisgestaltung

Organisation des Absatzweges

Werbung

Beschaffung

Zur Vorbereitung des eigentlichen Produktionsprozesses müssen alle „Komponenten“ bereitgestellt werden, und dies

zum richtigen Zeitpunkt,

in der richtigen Menge,

zu möglichst günstigen Konditionen,

in möglichst hoher Qualität,

von langfristig möglichst zuverlässigen Lieferanten.

Zielkonflikte zwischen diesen verschiedenen Aspekten sind unausweichlich, z. B. „möglichst billig“ und „möglichst qualitativ hochwertig“, aber auch zwischen den Zielen „zum richtigen Zeitpunkt“ und „in der richtigen Menge“. Gerade die hinter diesem letzten Zielkonflikt stehende Frage nach der Logistik wird zu einem zentralen Problem bei der Beschaffung, denn die heute übliche Just-in-time-Produktion mit möglichst geringen Lagerbeständen, die die teure Lagerhaltung entbehrlich macht, ist logistisch kompliziert. Schon der Ausfall eines Teilelieferanten in der Autoindustrie kann zu Produktionsstopps führen.

Produktion

Innerhalb des Betriebes geht es meist um sehr konkrete Entscheidungen:

Wie soll der Produktionsprozess im Einzelnen möglichst effektiv organisiert werden?

Welche Möglichkeiten der Substitution von Arbeit durch Technik gibt es?

Wie können Produktionsrisiken minimiert werden?

Wie wird die Qualitätskontrolle möglichst effektiv und ohne den Produktionsprozess zu behindern organisiert?

Wie wird das fertige Produkt für den Absatz präpariert?

Auch hier sind Zielkonflikte unübersehbar, teilweise sozialer Art (Ersetzung des Faktors Arbeit), teilweise technisch-wirtschaftlicher Art (Qualitätskontrolle gegen den Zwang zur kostengünstigen Produktion).

Absatz

Um den angestrebten Unternehmensgewinn auch zu realisieren, muss das hergestellte Produkt logischerweise verkauft werden. Die Bereiche innerhalb eines Unternehmens, die sich mit dem Absatz beschäftigen, müssen also sehr genau hinsehen:

Wie sieht das momentane und künftige Käuferverhalten aus?

Sind Trends (z. B. durch gestiegenes Umweltbewusstsein) zu erkennen, wie wirken sie sich aus?

Was macht die Konkurrenz?

Wie kann das Unternehmen seinen Marktanteil erhöhen?

Welche Möglichkeiten für gezielte Werbung oder andere PR-Aktionen gibt es?

Welche logistischen Probleme könnten auftreten? Wie sind sie zu beseitigen?

Wie kann das Unternehmen eine Rückmeldung über die Erreichung oder Verfehlung seiner Ziele organisieren?

Stellt man dem Umsatz die Kosten gegenüber, kann eine Gewinn-(oder Verlust-)Rechnung gemacht werden:

Umsatz = Ertrag oder Einnahmen für die verkauften Güter oder Dienstleistungen in einer bestimmten Periode – im Regelfall ein Jahr.

Kosten = die durch die Herstellung und den Verkauf bedingten finanziellen „Vorleistungen“ des Unternehmens.

Gewinn (bzw. Verlust) = die positive (bzw. negative) Differenz zwischen Umsatz und Kosten.

Die bloße Höhe des Gewinns ist aber keineswegs die entscheidende Größe bei der betriebswirtschaftlichen Kalkulation, sondern alle erzielten Ergebnisse werden in Beziehung zu den eingesetzten Mitteln aufgerechnet. Jeder Kapitaleigner möchte natürlich sein Kapital möglichst rentabel, d. h. gewinnbringend, einsetzen. Daher sind alle entscheidenden betriebswirtschaftlichen Rechnungsgrößen Quotienten. Der wichtigste Quotient ist dabei die Kapitalrentabilität:

Die Organisation des Produktionsprozesses

In der handwerklichen und industriellen Produktion innerhalb des sekundären Sektors sind drei grundsätzlich unterschiedliche Organisationsformen der Produktion zu unterscheiden:

1. Die Reihen- oder Fließbandfertigung: Die Fließbandfertigung hat die Produktivität der Industriestaaten um ein Vielfaches gesteigert. Sie ist Grundlage der Massenfertigung von Industriegütern (und daher auch des Massenkonsums). Das Prinzip ist einfach: Die Rohstoffe bzw. Halbfertigprodukte, die Arbeitsplätze und die Arbeiter werden in der Reihenfolge der Arbeitsgänge angeordnet. Jeder Arbeiter bleibt an seinem Platz und führt (im Extremfall) nur einige wenige, immer wiederkehrende Handgriffe aus. Dem enormen Produktivitätsgewinn steht der psychisch oft sehr belastende, weil monotone Arbeitsablauf der Arbeiter entgegen.

2. Die Werkstatt- oder Baustellenfertigung: Die Arbeit wird um ein zentrales Produkt organisiert, alle Arbeitsabläufe sind gleichsam konzentrisch auf dieses Produkt bezogen.

3. Die Inselfertigung: Sie bedeutet eine bewusste Abkehr vom Prinzip der Fließbandproduktion. Eine Gruppe von Arbeitern baut ein Produkt vom ersten bis zum letzten Schritt relativ selbstständig zusammen und ist auch für „ihr“ Produkt verantwortlich. Auch wenn die Inselfertigung rein mathematisch gesehen weniger produktiv ist als die Fließbandproduktion, hat sie sich zumindest in Teilbereichen der industriellen Produktion durchgesetzt, weil sie sich ausgesprochen positiv auf die Arbeitsmotivation auswirkt.

1.2 Rechtsformen von Unternehmen

In Deutschland besteht Gewerbefreiheit. Jeder, der die Voraussetzungen (z. B. eine entsprechende Ausbildung) mitbringt, kann sich selbstständig machen und ein Unternehmen gründen. Ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens kann dabei auch die Entscheidung für die Rechtsform sein. Bei den Unternehmungen des privaten Rechts handelt es sich entweder um Einzelunternehmungen, um Gesellschaften oder um Genossenschaften. Die Gesellschaften werden prinzipiell unterteilt in Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften.

Für diese Unterscheidung ist eine grundsätzliche Regelung bedeutsam: Bei allen Personengesellschaften gibt es immer mindestens eine „natürliche“ Person, die „mit Haut und Haaren“ (d. h. mit ihrem gesamten Privatvermögen) für den Betrieb haftet. Bei den Kapitalgesellschaften gibt es diese private Haftung nicht.

Eine besondere Beachtung verdient die Rechtsform der GmbH & Co. KG, die besonders in der mittelständischen Wirtschaft häufig anzutreffen ist. In ihr werden die (steuerlichen) Vorteile der Personengesellschaft mit dem Vorteil der Kapitalgesellschaft kombiniert, keinen mit seinem Privatvermögen haftenden Vollhafter zu haben. Die Gründer wollen mit der Wahl dieser Rechtsform eine Beschränkung ihrer Haftung mit steuerlichen Vorteilen verbinden.

Der „Trick“ bei dieser Unternehmensform besteht darin, dass zwei oder mehr Anteilseigner zunächst eine GmbH gründen, und dann, wenn diese ins Handelsregister eingetragen ist, eine Kommanditgesellschaft, in der die „juristische Person“ GmbH der Komplementär (Vollhafter) wird und die Anteilseigner der GmbH (und ggf. auch weitere Personen) als Kommanditisten fungieren. Man hat jetzt als Vollhafter eine GmbH. Das bedeutet, dass das Privatvermögen der GmbH-Besitzer jedem Zugriff entzogen ist, denn in der GmbH haftet jeder nur mit seiner Kapitaleinlage und genießt zu gleicher Zeit die Vorteile der Personengesellschaft.

2

Monetäre Grundlagen der Produktion

2.1 Investitionen

Charakteristisch für die Marktwirtschaft ist, dass der erzielte Gewinn vergangener Produktionsperioden nicht komplett verbraucht, sondern zumindest teilweise wieder investiert, d. h. in den Produktionsprozess eingebracht wird. Diese Wachstumsdynamik unterscheidet die marktwirtschaftlich-kapitalistische Produktion von allen geschichtlich früheren Wirtschaftsformen. Investitionen sind also eine Option auf die Zukunft – der Unternehmer erwartet, dass das Kapital (Geld), das er heute nicht verbraucht (konsumiert), in Zukunft den Produktionsoutput und damit seine Gewinne steigern wird. (An der Beurteilung der Motive für diese Zukunftshoffnung scheiden sich Liberalismus und Keynesianismus, S. 58). Auf der anderen Seite bedeutet die Investition aber auch längerfristige Bindung von Kapital, das dann anders nicht ausgegeben werden kann. Investitionen im engeren Sinn sind langfristige Sachanlagen (z. B. neue Maschinen), aber auch eher kurzfristige Sach- und Geldanlagen (Aktienkäufe) gelten als Investition. In der Bilanz des Unternehmens zählen Investitionen zum Anlagevermögen. Investitionen werden über einen bestimmten Zeitraum abgeschrieben, diese Abschreibung hat im Regelfall steuerlich positive Folgen ( S. 96). Investitionen werden klassifiziert nach:

Sachinvestitionen (z. B. Maschinen, Gebäude, Grundstücke, infrastrukturelle Einrichtungen),

immaterielle Investitionen (z. B. Patente und Lizenzen, Knowhow),

Finanzanlageinvestitionen (z. B. Aktien oder sonstige Unternehmensbeteiligungen).

Investitionen können verbrauchtes, abgeschriebenes Kapital lediglich ersetzen (Ersatzinvestitionen) oder technisch veraltete Ausrüstungen modernisieren (Reinvestitionen), ohne dass die Kapazität erhöht wird. Wird dagegen der Produktionsprozess erweitert, spricht man von Erweiterungs- bzw. Nettoinvestitionen. Als Bruttoinvestitionen bezeichnet man die Summe von Ersatz- und Nettoinvestitionen.

Investitionsrechnung

Investitionen sind (unsichere) Optionen auf die Zukunft. Daher wurden betriebswirtschaftliche Rechnungsverfahren entwickelt, die eine Beurteilung der berechenbaren Aspekte einer Investition ermöglichen. Die Investitionsrechnung gilt als wichtige Entscheidungshilfe. Grundsätzlich gilt: Je höher die erwartete bzw. errechnete Kapitalrentabilität ( S. 11), desto günstiger ist die zu tätigende Investition.

2.2 Betriebliches Rechnungswesen

Das Rechnungswesen gliedert sich in die Bereiche Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung (auch Betriebsbuchhaltung genannt), Statistik und Planung. Gesetzliche Grundlage dafür ist in Deutschland das Handelsgesetzbuch (HGB), das auch für die staatlichen Stellen von Wichtigkeit ist, da sie das Steueraufkommen des jeweiligen Betriebs bestimmen. Auch das Steuerrecht (Abgabenordnung) enthält entsprechende Paragrafen. Verstöße gegen diese Bestimmungen werden sanktioniert.

Buchführung

Sie bildet das Zentrum der finanziellen Seite jedes Unternehmens: die Dokumentation aller Geschäftsvorgänge, aller finanziellen Ein- und Ausgänge und nicht zuletzt des erwirtschafteten Gewinns. Im Regelfall reicht ein Buchführungsjahr vom 1. 1. bis zum 31. 12. Die Buchhaltung schafft die Voraussetzungen für die nachprüfbare Übersicht über Vermögen und Schulden eines Unternehmens. Rechtliche Grundlage ist das Handelsgesetzbuch (HGB), das die Pflicht eines jeden Unternehmens zur „ordnungsgemäßen Buchführung“ (§ 238 HGB) beeinhaltet und klare Vorgaben für die Gestaltung der Buchführung formuliert.

Kosten- und Leistungsrechnung (KLR)

Die Rechnung erfasst alle Wertverbräuche (Kosten) und Wertzuwächse (Leistungen) und liefert damit den Saldo von Betriebsgewinn und Betriebsverlust. Die KLR ist der Hauptindikator für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Auf der Basis des Produktionsfaktoreinsatzes lassen sich die Kosten aufgliedern:

Personalkosten (Löhne und Gehälter),

Sachkosten (Material- und Energiekosten, Abschreibungen),

Kosten für Fremdkapitalleistungen (Zinsen, Miete, Rente),

Kosten für Dienstleistungen,

Staatsabgaben.

Dem stehen die aus dem Verkauf der hergestellten Waren bzw. Dienstleistungen erzielten Gewinne gegenüber.

Statistik

Die Statistik hat innerhalb des betrieblichen Rechnungswesens hauptsächlich vergleichende Aufgaben. Diese Vergleiche sollen Verbesserungen in der Zukunft ermöglichen, also gemachte Fehler vermeiden helfen und erfolgreiche Strategien befördern. Verglichen wird:

Soll-Ist-Vergleich: Die Planung für das Rechnungsjahr wird mit dem tatsächlich erzielten Ergebnis verglichen, um Planungsdefizite und deren Ursachen zu erfassen.

Zeitvergleich: Die gegenwärtige Situation wird mit früheren Geschäftsjahren verglichen, um Ursachen für positive oder negative Tendenzen zu ermitteln.

Verfahrensvergleich: Die eigenen Geschäftsdaten werden mit denen anderer Unternehmen der gleichen Branche verglichen, um eigene spezifische Schwächen und Stärken zu erkennen.

Planung

Die Planungsabteilung sammelt alle Daten aus den anderen Abteilungen, vergleicht sie, wertet aus und macht schließlich Vorschläge an die Firmenleitung, die das künftige Geschäftsjahr (oder mehrere Jahre) betreffen.

2.3 Bilanzierung

Grundlage jeder Bilanz sind Inventur und Inventar: Bei der Gründung eines Unternehmens müssen alle Vermögensgegenstände des Unternehmens, gleichgültig, ob sie in Sach- oder Geldform vorliegen, wertmäßig registriert werden. Gleiches gilt für Schulden und weitere Verbindlichkeiten. Dieser Vorgang heißt Inventur und muss jährlich wiederholt werden. Das Verzeichnis, in das in Tabellenform alles eingetragen wird, ist das Inventar. Beides zusammen bildet die Grundlage für jede Form von Bilanzierung. Zudem soll durch diese Auflistung verhindert werden, dass Teile des Geld- oder Sachvermögens unkontrolliert „verschwinden“ können (bzw. soll der „verschwundene“ Teil zumindest erfasst werden).

Bilanz

Die Bilanz ist so etwas wie die tabellarische Kurzform des Inventars in Geldeinheiten. Auf der linken Tabellenseite werden die Aktiva, also das Vermögen, auf der rechten die Passiva, also die Schulden, aufgelistet. Beide Seiten einer Bilanz müssen immer gleich sein, d. h., die Kapitalverwendung auf der linken Seite muss der Kapitalherkunft in der rechten Spalte entsprechen. Man kann auch formulieren: Die Investition muss gleich der Finanzierung sein.

Die Ordnung auf beiden Seiten der Bilanz ist wie folgt aufgebaut: