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Plötzlich alles anders

Inhalt

Ein ganz normaler Schultag

Fred

Carlotta

Wer oder was ist Corona?

Was für ein Zirkus!

Fred hat Langeweile

Eine Traumlandschaft im Wohnzimmer

Klopapier ausverkauft!

Ein Hustenkurs für Jasmin

Kater Yoda weiß von nichts

Nie war Lottas Haus so sauber

Homeoffice für Kinder

Lisa lebt in Quarantäne

Oma Friedas verwilderter Garten

Antonias Osterlämmchen

Fred will Comiczeichner werden

Ein kleines Dankeschön

Frische Farbe gegen Trübsal

Ein richtig schöner Ferientag

Wie in der Arche

Brieffreundschaft mit Oma Frieda

Was für ein Verzicht

Osterhasenversteckspiel

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Herr Grimmig hat Angst

Schwierige Fragen

Was macht eigentlich Karl?

Maskenschneiderin

Das kleine Restaurant am Ende der Straße

Ein Megakonzert

Mit dem Gemüsetransporter über die Grenze

Carlotta träumt

Was für ein Tag?

Ein eigener Gemüsegarten

Fred hat Geburtstag

Sehnsucht nach Normalität

Fred im Autokino

Ein Ausflug mit Papa

Was Kinder brauchen

Geschichtenerzähler

Nachwort und Danksagung

1. KAPITEL

Ein ganz normaler Schultag

Es war ein ganz normaler Freitag im Frühling des Jahres 2020. Als Carlotta und Fred am Morgen zur Schule gingen, zwitscherten die Vögel ein lustiges Lied und die ersten Blumen steckten mutig ihre Köpfe aus der Erde. Auch die Sonne hatte sich nach den grauen Regentagen endlich wieder hinter einer Wolkenwand hervorgewagt. Es sah tatsächlich so aus, als würde das heute ein richtig schöner Tag, und Carlotta und Fred erzählten sich, was sie am bevorstehenden Wochenende alles unternehmen wollten. Am Schulhof angekommen, kletterte Fred sofort zu seinem Freund Karl auf das Klettergerüst.

Fred war ein guter Kletterer und saß oft auf dem obersten Seil. Von hier oben hatte man so einen tollen Ausblick.

Carlotta stellte ihren Tonno in eine Ecke vor der Eingangstür und ging zu einer Gruppe von Mädchen. Diese unterhielten sich lebhaft über die niedlichen Lämmchen, die auf dem Hof der Familie Hannes in der vergangenen Woche geboren worden waren. „Die sind so süß“, erzählte Toni, die eigentlich Antonia hieß, von allen aber einfach nur Toni genannt wurde. „Ich durfte sie gestern streicheln. Ich wollte gar nicht aufhören, so süß sind die.“ Die anderen Mädchen wurden ein bisschen neidisch auf Toni, die auf dem Bauernhof lebte und jeden Tag bei diesen süßen Lämmchen sein konnte. Alle wollten sich mit Toni verabreden.

Aber da ertönte die Schulglocke. Zeit reinzugehen. „Schade“, dachte Carlotta. „Ich hätte mich jetzt viel lieber weiter mit den anderen über die neugeborenen Lämmchen unterhalten.“ Nachher in der Pause wollte sie Toni unbedingt fragen, ob sie sich nicht in der nächsten Woche verabreden wollten. Aber jetzt mussten sie erst einmal in die Klasse.

Carlotta mochte die Schule eigentlich. Besonders liebte sie die Fächer Kunst und Sport. Aber im Grunde machte ihr alles Spaß. In der Schule gab es jeden Tag Neues zu erleben und sie fühlte sich wohl in ihrer Klasse.

Sie hatten viel Spaß und ihre Lehrerin Frau Samira mochte sie auch.

Fred dagegen fand, dass die Schule eher lästig war. Er wäre viel lieber mit seinen Freunden im nahegelegenen Wald zum Spielen gegangen als wieder auf dem Stuhl still zu sitzen und einen Text abzuschreiben oder Rechenaufgaben zu lösen. Frau Samira musste ihn oft ermahnen, weil er so zappelig war, dass er schon öfter vom Stuhl gefallen war. Schule war aber auch eine blöde Erfindung. Das war Freds Meinung. Er hätte gut ohne Schule leben können.

Das war der Freitag, an dem alles so normal schien, wie an jedem anderen Schultag auch. Aber an diesem Freitag sollte alles anders werden.

Idee:

Male Bilder zu den Geschichten, die du in diesem Buch liest und gestalte so dein eigenes Bilderbuch.

Oder denke an einen ganz normalen Schultag vor der Corona-Zeit an deiner eigenen Schule und male ein Bild dazu.

Du kannst auch ein Bild deiner Schule malen und Fotos von dir und deinen Klassenkameraden dazu kleben. So kann diese Geschichte parallel deine ganz eigene Geschichte erzählen.

2. KAPITEL

Fred

Fred ging in die 3. Klasse. Er war nicht sehr groß, aber unglaublich sportlich. Wenn die Jungen einen Wettlauf machten, lief er allen davon. Beim Baumcatchen war er immer der letzte, der noch oben stand. Selbst den großen Karl, der mindestens einen Kopf größer war als er, hatte er schon besiegt.

Dabei konnte Fred mit seinen blauen Augen so lieb gucken. Bei Wettkämpfen sprühten seine Augen allerdings vor Eifer. Freds Haare waren stets kurz geschoren. Das war auch besser so, denn Fred kullerte sich nicht selten aus lauter Übermut im Sand. Der herausfordernde Blick und die kurzen, blonden Haare passten zu seinen abstehenden Ohren. Seine Wangen waren stets rosig und er hatte eine gesunde Gesichtsfarbe, was sicher daher rührte, dass er von morgens bis abends an der frischen Luft war.

Auf dem Kopf trug Fred meist eine Baseballkappe, die allerdings nicht selten an irgendeinem Ast im Gebüsch hing, weil sie ihm bei seinen Kletteraktionen doch lästig war. Ansonsten trug Fred meist eine Jeans und ein buntes T-Shirt. Seine Füße steckten in Sportsocken und Turnschuhen mit Sohlen, die auf den Baumstämmen nicht so leicht ins Rutschen gerieten. Für Pullover und Jacken hatte Fred nichts übrig. Die störten nur beim Rangeln und Klettern und lagen wie seine Kappe sehr bald in irgendeiner Ecke. Fred war ja immer in Bewegung und wusste deshalb nicht, was es hieß zu frieren.

Nachmittags fand man Fred fast immer auf dem Abenteuerspielplatz. Wenn er dort nicht war, spielte er in irgendeinem Garten mit seinen Freunden Fußball. Freds Körper schien daher auch nur aus Muskeln zu bestehen, und es schien nahezu unmöglich zu sein, dass er mal müde wurde und sich ruhig mit einem Buch in eine Ecke setzte. Ja, das war Fred, wie ihn die anderen kannten und liebten.

Idee:

Male ein Bild von Fred, wie du ihn dir vorstellst. Vielleicht spielt er gerade Fußball, klettert auf einen Baum oder spielt Baumcatchen.

Fertige doch mal einen Steckbrief von Fred an oder beschreibe ein Kind aus deiner eigenen Klasse möglichst genau.

3. KAPITEL

Carlotta

Carlotta ging mit Fred in eine Klasse. Sie fand Fred cool, der so stark und unbesiegbar schien. Ja, sie mochte ihn sehr, aber das hatte sie noch keinem verraten, nicht einmal ihrer besten Freundin Lisa.

Schön war, dass sie jeden Morgen mit Fred zusammen zur Schule gehen konnte, denn sie wohnten fast Haus an Haus. Und obwohl Fred keine große Lust hatte überhaupt zur Schule zu gehen, schlenderte er morgens ohne Murren neben Carlotta her. Nur ab und zu hatte Carlotta ihn auffordern müssen, nicht am Gartenzaun des Nachbarn stehen zu bleiben und noch den Eichhörnchen beim Klettern zuzusehen. Bisher hatten sie es immer noch geschafft rechtzeitig in der Schule anzukommen.

Carlotta war nicht größer als Fred, aber trotzdem ähnlich sportlich. Sie hatte lange braune Haare, die sie meist in einem Pferdeschwanz mit einem Haargummi zusammengebunden trug. Ihr Gesicht sah freundlich aus. Meistens lächelte sie und schaute die anderen mit ihren braunen Augen aufmerksam an. Carlotta trug gerne knöchellange Stoffhosen und pinkfarbene T-Shirts. Ihr Lieblingsshirt zeigte eine Eule aus Pailletten, die man durch Wischen farblich verändern konnte. Dazu trug sie eine grüne Fleecejacke. Ihre Füße steckten zu dieser Jahreszeit meist in knöchelhohen, braunen Schuhen. In ihren Ohren steckten kleine silberne Ohrringe mit Herzchen und am Arm trug sie eine Uhr mit rotem Armband.

Carlotta liebte Pferde. Nachmittags war sie oft am Stall und half beim Striegeln und Ausmisten der Boxen. Aber sie liebte es auch eines ihrer Pferdebücher zu lesen. Damit konnte sie sich mitunter stundenlang in ihr Zimmer zurückziehen. Sie war dann nicht zu hören und nicht zu sehen. Ihre Mama, die noch auf die zwei jüngeren Geschwister Jasmin und Christian aufpassen musste, schaute manchmal herein um zu sehen, ob Carlotta wohl schlief, weil es so leise in ihrem Zimmer war. Dabei genoss Carlotta nur die Ruhe, und sie tauchte zu gerne ein in die Welt von Kindern, die mit Pferden großwerden und gemeinsam mit ihren vierbeinigen Freunden viele Abenteuer erleben durften. Ja, das war Carlotta - ein fröhliches Kind, das jeden Tag mit einem Lächeln aufstand und mit einem Lächeln abends ins Bett ging. Meistens jedenfalls.

Idee:

Male ein Bild von Carlotta, wie du sie dir vorstellst. Vielleicht ist sie gerade im Pferdestall, liest oder spielt mit ihren Geschwistern. Lass dir etwas einfallen.

Du kannst auch einen Steckbrief anlegen, den du im Laufe des Lesens ergänzt. Was erfährst du über die Hauptpersonen, ihre Hobbys, Freundschaften und ihren Charakter?

4. KAPITEL

Wer oder was ist Corona?

Die ganze Woche schon sah man die Erwachsenen nachdenklich zusammenstehen und mit ernsten Gesichtern miteinander sprechen. Irgendwas lag in der Luft, das spürten Fred und Carlotta deutlich. Auf ihrem Weg zur Schule erzählte Fred Carlotta, dass sein Papa ihm genau erklärt habe, was los sei. Carlotta schaute Fred erwartungsvoll an: „Also sag es schon!“, forderte sie ihn auf.

Fred setzte eine seiner höchstwichtigen Mienen auf und runzelte seine Stirn. Wenn er das machte, schienen seine Ohren noch weiter abzustehen als gewöhnlich. Ein solches Gesicht setzte er nur auf, wenn er etwas sehr Wichtiges zu berichten hatte, und Carlotta wunderte sich jedes Mal, wie erwachsen er dann aussah. Neugierig blickte sie ihn an.

„Alle haben Angst vor Corona!“, sagte Fred ernst. „Wer oder was ist Corona?“, fragte Carlotta verwirrt. „Das ist so ein unsichtbares Virus, sagt mein Papa. Du siehst es höchstens unter einem ganz starken Vergrößerungsglas. Dieses dumme, kleine Ding macht die Leute krank.“ Ängstlich blickte Carlotta Fred an: „Und was können wir gegen dieses Coro…dingsda tun?“ Carlotta schaute Fred an, als wäre er der schlauste Junge der ganzen Welt, der für jedes Problem eine Lösung wüsste. Und Fred fühlte sich in diesem Moment wirklich gut, denn im Stillen mochte er es sehr von Carlotta bewundert zu werden.

Fred erklärte: „Wenn du dir regelmäßig die Hände wäschst und dir nicht ständig ins Gesicht fasst, dann kann dir eigentlich gar nichts passieren.“ „Aha“, entgegnete Carlotta etwas beruhigt. „Das Corona-Virus möchte nämlich besonders gerne durch den Mund, die Nase oder auch über das Auge in deinen Körper. Also fass dir einfach nicht ins Gesicht! Gib anderen Menschen nicht mehr die Hände! Und wasch dir gründlich die Hände, so oft es geht!“ Wenn Fred das so sagte, klang das irgendwie superleicht. Aber wenn Carlotta darüber nachdachte, dann wurde ihr doch etwas mulmig zumute. Inzwischen waren Fred und Carlotta an der Schule angekommen. Die anderen Kinder hatten die letzten Sätze der beiden aufgeschnappt und nun standen sie in einer dichten Menschentraube beisammen und hörten zu, wie Fred nun ein zweites Mal alles, was er über das Virus wusste, zum Besten gab. „Dieses Virus ist aus China mit Reisenden bis in unser Land gekommen und es macht die Menschen nun krank. Sie bekommen dann hohes Fieber und einige müssen sogar ins Krankenhaus“, wusste Fred zu berichten und er genoss es sichtbar, dass alle seinen Ausführungen gespannt lauschten. „Dieses Virus ist vor allem für alte und kranke Menschen gefährlich“, ergänzte er, denn das hatte ihm sein Papa so gesagt. Lisa mischte sich ein: „Mama hat gestern zu mir gesagt, dass ich besser erstmal nicht mehr bei Oma vorbeischauen soll. Sie hat Angst, dass Oma krank wird, weil sie doch schon so alt ist.“ „Sag ich doch!“, bestätigte Fred Lisas Worte. „Mein Tipp: Wascht euch die Hände gründlich und haltet Abstand zu anderen.“ „Schau mal“, rief da Karl, der schon an der Eingangstür der Schule stand. „Die haben hier ein Schild angebracht.

‚Händeschütteln verboten‘ soll das, glaube ich, heißen.“ Neugierig kamen die Kinder rüber zu ihm. Tatsächlich…an der Schultür hing ein großes Schild, auf dem zwei Hände abgebildet waren, die durchgestrichen waren. Darunter stand in großen Buchstaben: Bitte haben Sie in Zeiten von Grippe und Corona Verständnis dafür, dass wir uns nicht mehr die Hände schütteln, sondern uns stattdessen nur noch freundlich zunicken.

Fred verbeugte sich vor den anderen. „Sag ich doch“, fügte er der Verbeugung selbstbewusst grinsend hinzu. In diesem Moment ertönte die Schulglocke.

Idee:

Trage zusammen, was du alles über das Corona-Virus weißt.

Überlege, was du tun kannst, um eine Verbreitung des Virus zu vermeiden und gestalte ein Warnschild.

5. KAPITEL

Was für ein Zirkus!

Obwohl Fred den Kindern am Vortag alles über dieses Virus erzählt hatte, schien am Freitag keiner mehr daran zu denken. Antonias Lämmchen und das bevorstehende Wochenende hatten alle anderen Gedanken verdrängt. Das war auch kein Wunder, denn so normal dieser Schultag auch zu sein schien, so außergewöhnlich war er im Grunde.

Die Kinder hatten in dieser Woche jeden Tag für eine Zirkusvorstellung trainiert. Sie waren Clowns, Artisten,

Fakire, Zauberer, Jongleure und Bodenakrobaten gewesen. Hinter der Schule stand ein echtes Zirkuszelt und an diesem Wochenende sollten die Vorstellungen sein. Da würden sie ihren Eltern zeigen, was sie gelernt hatten.

Alle waren voller Spannung und Vorfreude.

Sogar Fred fand, dass die Schule manchmal vielleicht doch gar nicht so verkehrt war.

Carlotta hatte in dieser Woche als Akrobatin gelernt, wie man auf einem Seil balancieren kann und das sogar mit verbundenen Augen. Sie blickte der Aufführung mit Vorfreude und Spannung entgegen. Das würde toll werden. Mama, Papa und ihre beiden Geschwister wollten alle zum Zuschauen kommen. Fred war in der Gruppe mit den Clowns und freute sich schon riesig darauf, seine Späße vor einem großen Publikum vorzuführen. Doch als ihre Lehrerin an diesem Morgen in die Klasse kam, fiel den Kindern sofort auf, dass Frau Samira viel ernster und nachdenklicher aussah als sonst.

Frau Samira wartete bis sie die Kinder erwartungsvoll ansahen. Schließlich begann sie und es fiel ihr sichtbar schwer: „Ich muss euch etwas mitteilen, worüber ihr sicher traurig sein werdet…“ Sie schien nach den passenden Worten zu suchen. Dann sagte sie: „Wir werden leider keine Zirkusvorführungen machen können.“ Entsetzt sahen sich die Kinder an. Der große Karl ließ seinen Kopf auf den Tisch fallen und stampfte wütend mit dem Fuß auf. Lisa fing sofort an zu weinen. Die Lehrerin versuchte sie zu beruhigen: „Weißt du Lisa, das ist wirklich traurig und du hast allen Grund zu weinen, aber sag mir bitte, was schlimmer ist: Wenn wir auf etwas, auf das wir uns total gefreut haben verzichten müssen oder wenn Menschen krank werden und wir ältere und kranke Menschen vielleicht in Gefahr bringen, weil wir uns alle zusammen im Zirkuszelt treffen.“

Mit tränennassen Augen sah Lisa die Lehrerin an. Sie verstand das alles nicht. „Wisst ihr was…“, sagte Frau Samira nun, „…lasst uns das Beste aus diesem Tag machen und die letzte Probe noch einmal so richtig genießen.“ Und so taten sie es…noch einmal zeigten sie ihre Tricks und Kunststücke, noch einmal durften sie mit ihren Zirkustrainern üben. Die einen balancierten auf einer Kugel, die anderen ließen Gegenstände in Zauberkästen verschwinden oder verwandelten sie auf magische Weise, wieder andere bauten Menschenpyramiden. Und die Fakire zeigten die tollsten Mutproben auf Glasscherben und mit einer echten Feuerfackel. Als Clown bediente Fred das „Klatschometer“… eine erstaunliche Erfindung, die den Lärmpegel messen konnte… Ein vorerst letztes Mal erhielten die Kinder Applaus von den Klassen und Lehrern, die kurzerhand zuschauten. Es war aber nur ein schwacher Trost.

Aber das sollte noch längst nicht alles sein. In den nächsten Tagen geschahen Dinge, die sich ein paar Wochen zuvor keiner hätte vorstellen können. Nicht nur die Zirkusveranstaltungen wurden wegen dieses unsichtbaren Coronavirus abgesagt. Nein! Die Welt schien Kopf zu stehen. Am Wochenende erfuhren die Menschen im ganzen Land, dass die Schulen und Kindergärten geschlossen würden. Irgendwie mussten die Lehrer so eine Ahnung gehabt haben, denn sie hatten den Kindern am Freitag noch sämtliche Mathe- und Deutschsachen mitgegeben.

Ab jetzt tickten die Uhren anders, und was vorher für den ein oder anderen eine lästige Pflicht gewesen war, war ab nun verboten. Kein Kind durfte mehr zur Schule gehen.

Idee:

Male das Zirkuszelt oder male Fred oder Carlotta beim Zirkustraining. Du kannst auch dich selbst als Zauberer, Clown, Fakir, Artist, Bodenakrobat oder Jongleur malen.

Versuche doch mal ein Kunststück, z.B. einen Kochlöffel auf deiner Nase oder deiner Fingerspitze auszubalancieren oder versuche mit drei Tüchern oder Bällen zu jonglieren. Bestimmt fällt dir etwas ein, was du üben könntest.

6. KAPITEL

Fred hat Langeweile

Keine Schule, keine Verabredungen, noch nicht einmal auf den Spielplatz durften sich die Kinder treffen. Die öffentlichen Spielplätze waren mit rotem Flatterband und auffälligen Schildern abgesperrt. „Das ist eine Vorschrift vom Ministerium“, hatte Freds Papa diesem erklärt. „Das ist kein Spaß, daran musst du dich halten!“, hatte er mit erhobenem Zeigefinger hinzugefügt. „Sonst kriegen wir Ärger.“ Maulend hatte Fred sich in sein Zimmer verzogen. War das langweilig! Was sollte er nun tun? Lustlos ließ er sich auf sein Bett fallen. So hatte er sich das alles nicht vorgestellt. Endlich musste er nicht mehr zur Schule und hätte Zeit gehabt, ohne Ende draußen herumzustrolchen und da wurde ihm das verboten, was er am liebsten tat: Kein Spielplatz, kein Fußball, noch nicht einmal bei seinem Freund Karl im Garten auf dem Trampolin herumtoben – nichts.

„Boa, dieses blöde Virus“, dachte er genervt. „Was soll man denn jetzt den ganzen lieben langen Tag machen?“

Da klopfte Papa an Freds Tür: „Hey, Fred. Darf ich reinkommen?“ Fred nickte stumm. Papa setzte sich aufs Bett. „Schau mal Fred. Ich weiß, dass das im Moment doof ist, sogar richtig doof und du hast allen Grund sauer zu sein, aber diese Zeit wird vorbeigehen. Irgendwann wirst du dich wieder mit deinen Freunden treffen und ihr werdet zusammen Fußball spielen. Irgendwann werdet ihr wieder miteinander toben und zusammen auf dem Klettergerüst sitzen.“ Papa hatte sich zu Fred aufs Bett gesetzt und Fred kuschelte sich nun an Papas Schulter. Wie gut, dass sie sich wenigstens noch hatten und er den Papa in den Arm nehmen durfte.

Papa und er wohnten schon eine ganze Weile alleine, seit Mama einen neuen Freund hatte. Dennoch waren sie irgendwie immer gut klargekommen, auch wenn der Papa in der Regel viel arbeiten musste. Er arbeitete in einer Möbelfirma. Aber Fred konnte immer zu Oma Frieda gehen. Oma Frieda wohnte in derselben Straße wie Fred und sein Papa. Sie wohnte in dem großen Haus mit dem verwilderten Garten. Und auch wenn sie nicht seine richtige Oma war, hatte sie ihn angenommen, wie ein eigenes Enkelkind. Als Fred allerdings gestern Oma Frieda vor der Tür getroffen hatte, war diese gleich einen Schritt rückwärts gewichen und hatte eine abweisende Handbewegung gemacht. „Das geht nicht, Fred. Wir müssen jetzt vorsichtig sein“, hatte sie dabei gestammelt und Fred hatte bemerkt, dass sie Angst hatte.

Fred wusste ja warum. Sein Papa hatte es ihm doch genau erklärt. Dieses Virus war an allem Schuld, und im tiefsten Inneren fand Fred dieses Virus langsam aber sicher ganz schön nervig. Sollte es doch dorthin zurückgehen, wo es hergekommen war. Aber so einfach war das wohl nicht.

„Fred, wir müssen warten und wir müssen Geduld behalten“, sagte sein Papa nun. „Weißt du, in den Forschungslaboren der ganzen Welt forschen die Virologen an einem Impfstoff gegen dieses Virus. Ich bin sicher, dass sie ihn irgendwann auch finden werden, und dann können sich die Menschen gegen dieses Virus schützen und ...

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