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Planetenzauber

PLANETENZAUBER

Es waren einmal eine Sonne, ein Mond und mindestens tausend Sterne. Die Sonne trug ein gelbes Kleid aus Licht mit unzähligen Strahlen. Meistens war sie glücklich und zufrieden und lachte. Sie freute sich sehr, weil ihre Strahlen auf die Erde fielen und alle Menschen und Tiere wärmten und auch sehr froh und glücklich machten.

Die ganze Natur, die Bäume, das Gras und die Blumen, aber auch das Obst und das Gemüse fingen ihr Licht auf und freuten sich. In der Nacht, wenn die Erde eingeschlafen war, warf sie ihre Strahlen auf den Mond und die Sterne, damit der Himmel in der Nacht auch ein Licht hatte und sich niemand in der Dunkelheit verirrte.

Natürlich gab es auch Tage, an denen die Sonne sich versteckte, und zwar hinter den Wolken. Die Wolken waren mächtig, sie konnten ganz dunkel und finster werden. Dann stürmte und regnete oder schneite es auf der Erde. Doch das war gut so, denn die Sonne musste sich auch mal ausruhen.

 

 

Es gab aber auch sehr freundliche und helle Wolken, die gern mit dem Himmel spielten. Sie konnten sich fantastisch verwandeln - in Bären und Löwen, Vögel und Käfer und in viele andere Tiere, aber auch in Drachen und Monster. Eine Wolke verwandelte sich nicht, sie blieb immer gleich. Sie war ein Schloss aus Wolken. In diesem Schloss wohnte eine Prinzessin. Man nannte sie die Prinzessin aus den Wolken. Den ganzen Tag und die ganze Nacht schaute die Prinzessin aus dem Fenster und freute sich an dem Spiel der Wolken, den Strahlen der Sonne und dem Leuchten des Mondes und der Sterne, die alle ihre besten Freunde waren.

Eines Tages jedoch, oder vielleicht war es auch in einer Nacht, wurde der ganze Himmel unruhig. Die Wolken wurden schwarz und schwärzer, ein fürchterlicher Wind fegte um die Erde und es wurde bitterkalt. Die Sterne und der Mond fingen an zu zittern und das Luftschloss und die Prinzessin wurden kräftig durchgeschüttelt.

„Was ist nur los?“, fragte die Prinzessin ängstlich. Die Sterne purzelten durcheinander und riefen: „Der böse, kalte Wind aus dem Osten, er kommt mit schwarzen, mächtigen Wolken und hat gedroht, die Erde zu verdunkeln und ihr das Sonnenlicht zu stehlen, so dass nichts mehr wachsen kann und alles sterben muss!“

Die Prinzessin kannte den Wind aus dem Osten und wusste, wie gefährlich er mit seinen dunklen Wolken werden konnte. Verzweifelt schaute sie den Himmel an und rief: „Oh Hilfe, so hilf doch!“ Und alle Sterne und der Mond riefen mit: „So hilf doch bitte, du großer allmächtiger Himmel!“

Es dauerte nicht lange, da schwebte ein Jüngling daher. Er trug einen großen Hut, an dem links und rechts zwei Flügel gewachsen waren. Auch an jedem Schuh hatte er einen Flügel. Es war der Götterbote Hermes, der auf dem Planeten Merkur wohnte und der Sonne am nächsten war. Mit witzigen Augen schaute er auf das aufgeregte Durcheinander.

„Ruhe, Ruhe!“, schrie er, „so könnt ihr das Problem nicht lösen!“

„Aber wie dann?“, flehten die Sterne. Hermes blickte zum Himmel und überlegte: „Ich weiß die Lösung!“

„Ja?“ Erwartungsvoll schauten ihn die Prinzessin und die Sterne an.

„Ja, da kann nur einer helfen. Ihr müsst zu dem Planeten Mars fliegen, da wohnt der Prinz des Feuers. Er ist stark und mächtig und reitet auf einem Feuerdrachen. Nur er kann den Wind aus dem Osten besiegen!“

„Aber, aber wie sollen wir dahinkommen?“

„Das müsst ihr schon selbst herausfinden.“ Und damit wollte er wieder davonfliegen, denn Hermes, müsst ihr wissen, war immer in Bewegung.

„Aber wo ist der Planet Mars?“, rief ihm die Prinzessin hinterher.

„Der Erde am…“ Mehr konnten die Sterne nicht hören, denn dann wurde Hermes vom Himmel verschluckt. Die Prinzessin schaute zum Mond und dachte nach.