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Planet der Maschinen: Weg in die Galaxis

Planet der Maschinen: Weg in die Galaxis

Alfred Bekker and Margret Schwekendiek

Published by Cassiopeiapress/Alfredbooks, 2018.

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Planet der Maschinen | Weg in die Galaxis | Science Fiction-Roman | von Margret Schwekendiek & Alfred Bekker

Im  Kosmos der Serie 'Weg in die Galaxis' sind bisher erschienen:

Copyright

1.

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Further Reading: 30 Sternenkrieger Romane - Das 3440 Seiten Science Fiction Action Paket: Chronik der Sternenkrieger

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Planet der Maschinen

Weg in die Galaxis

Science Fiction-Roman

von Margret Schwekendiek & Alfred Bekker

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Der Umfang dieses Buchs entspricht 198 Taschenbuchseiten.

Die FERRUM fliegt durch ein eigenartiges Nichts. Die Besatzung, mit Ausnahme des Cyborgs Qui, liegt in einem Wachkoma, ohne Hoffnung auf ein Erwachen. Irgendwo muss es einen Ausweg aus dieser Situation geben, aber als dies wirklich geschieht, stößt die Besatzung der FERRUM auf einen Planeten, wo niemand etwas mit den Menschen zu tun haben will.

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Im  Kosmos der Serie 'Weg in die Galaxis' sind bisher erschienen:

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Spur ins andere Kontinuum

Planet der Maschinen

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1.

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Privates Logbuch der Kommandantin Lynsha Nash, 8. Juni 2109:

Wir hatten keine andere Möglichkeit, um die DONNA und auch uns zu retten. Wir mussten in diesen sogenannten Verteiler einfliegen. Mir ist überhaupt nicht wohl dabei. Doch ich habe die Verantwortung für die FERRUM und ihre Besatzung.

Nachdem wir in einem wahren Marathon quer durch die ganze Milchstraße den stellaren Signalen gefolgt waren, hatten wir dieses Loch im Weltraum gefunden. Es wäre sinnvoll und sicher auch besser gewesen, hätten wir ausreichend Zeit gefunden, um dieses Ding näher zu untersuchen. Doch wie aus dem Nichts waren fremde Schiffe aufgetaucht und hatten uns und auch die DONNA angegriffen. Mir blieb nichts anderes übrig, als Captain Lory Wong mit ihrem Schiff schnellstens wegzuschicken. Wenn es schon zu einem Kampf kommen musste, dann sollten und durften nicht beide Schiffe darin verwickelt werden. Die DONNA musste die Flucht ergreifen. Und auch wir auf der FERRUM hätten keine reelle Chance gehabt, diese Schlacht zu gewinnen. Wir mussten ebenfalls fliehen, und uns blieb nur der ungewisse Weg in dieses Loch, das Professor Manuel Dorfmann einen »Verteiler« genannt hatte. Wer oder was hier verteilt wurde, ist noch nicht ganz klar.

Vielleicht werden wir diesen Ausflug nicht überleben, vielleicht werden wir auf der anderen Seite gleich wieder in einen Kampf verwickelt – wenn es überhaupt eine andere Seite gibt.

Mit Erstaunen stellten wir fest, dass uns die Schiffe nicht folgten. Hatten wir einen großen Fehler gemacht?

Es ist nicht das erste Mal, dass wir uns in einer schwierigen Situation befinden. Und doch fühle ich jetzt die Last besonders stark auf mir. Aber jemand muss schließlich diesen mysteriösen Impulsen auf den Grund gehen.

Es wird immer etwas Neues geben, das uns Rasuuner und die Menschen reizt, es zu erforschen; immer wieder wird es Bedrohungen abzuwehren geben, und es wird immer wieder Neugier geben, die uns dazu bringt, Risiken einzugehen.

Ist das Risiko hier vielleicht zu hoch?

Doch wie hätten wir dem entgehen können? Kampf wäre gegen die Übermacht aussichtslos gewesen.

Dieses seltsame Kontinuum, in dem wir uns jetzt befinden, scheint mir irreal, die Ergebnisse der Ortungen sind mehr als dürftig. Ich verspüre Angst, aber ich werde nicht zulassen, dass mich dieses Gefühl an meiner Aufgabe hindert.

Außerdem muss man seiner Angst begegnen, nur so kann man sie auch besiegen. Wir werden gemeinsam dem entgegensehen, was uns hier in diesem Verteiler erwartet.

Und ich werde meine beiden Streithähne Seamus O’Connell und Manuel Dorfmann in der offenen Luftschleuse aussetzen, sollten sie es wagen, hier an Bord meines Schiffes ihren persönlichen Kleinkrieg weiterzuführen. Wie kann es angehen, dass zwei hochintelligente, überdurchschnittlich begabte Männer in einer ständigen Auseinandersetzung leben? Was könnten sie erreichen, würden sie zusammenarbeiten! Oder – manchmal erreichen die Menschen mehr, wenn sie sich gegenseitig anstacheln. Nun, ich werde sehen, wie es weitergeht.

Dann ist da noch Lord Hobble, der Shatore. Er lebt geistig in einer archaischen Ritterwelt, hat unnachahmliche Umgangsformen und hält mich für eine Art mittelalterliche Lady, wenn ich diesen Zusammenhang richtig interpretiere. Ein wirklich liebenswertes Wesen, das die Spannungen an Bord jedoch noch weiter erhöhen wird, wie ich fürchte. Seine Eigenheiten sind für normale Humanoide schwer hinnehmbar. Aber er ist ja auch kein normaler Humanoide; bei ihm handelt es sich um eine Art Insekt. Ein riesiger Körper, dem einer irdischen Heuschrecke ähnlich, mit einem etwas verqueren Gehirn, wie Seamus es nannte. Seine Helden- und Kampfgesänge, die er mittels seiner Beine erzeugt, machen unseren Ohren nur wenig Freude. Aber ich hege eine ausgeprägte Sympathie für dieses einsame Wesen. Und wer weiß, bestimmt werden wir ihn noch dringend brauchen. Sein Mut steht jedenfalls außer Frage.

Es gibt seltsame Dinge im Universum. Lassen wir uns überraschen.‹

*

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»KANN MAN AUF DIESEM Schiff nicht einmal ungestört arbeiten?« Die Stimme von Professor Manuel Dorfmann, dem genialen, aber etwas schwierigen Wissenschaftler mit dem Schwerpunkt Astrophysik, klang ungeduldig und verärgert.

»He, Professor, ich habe nur einen konstruktiven Vorschlag gemacht. Ist das ein Grund, mir gleich an die Kehle zu gehen?«, protestierte Seamus O’Connell, der Navigator, empört.

»Konstruktiver Vorschlag? Dass ich nicht lache! Du verlangst ernsthaft von mir, dass ich meine Babys da hinausschicke?«, empörte sich Dorfmann.

Seamus O’Connell tippte sich bezeichnend an die Stirn. »Deine Babys sind Maschinen, dazu entwickelt, uns das Leben zu erleichtern oder sogar zu schützen. Und du benimmst dich, als hätte ich von dir verlangt, selbst nach draußen zu gehen.«

»Schluss jetzt!« Lynsha Nash sprach nun endlich ein Machtwort. Es gab an Bord der FERRUM immer wieder Reibereien; das war vollkommen natürlich, wo sich derart unterschiedliche Menschen befanden. Doch heute und in dieser Situation schien die Lage besonders angespannt.

Manuel und Seamus funkelten sich an, als wollten sie sich im nächsten Moment an die Kehle gehen. Das Wort der Kommandantin sorgte jetzt aber für Ruhe – vorläufig jedenfalls. Auch die Rasuunerin blickte über die Bildschirme nach draußen.

Das war wirklich kein Anblick, der froh stimmen konnte. Das modernste Raumschiff der Erde befand sich in einer unglaublichen Situation und in einem völlig irrealen Raum.

Bei der Verfolgung der Stellaren Impulse war die FERRUM wie bei einem galaktischen Rätselspiel quer durch die Milchstraße gesprungen – immer in der Hoffnung, endlich den geheimnisvollen Ort zu finden, der das Ziel dieser Impulse sein musste. Schließlich hatte das Schiff, mit der DONNA als Rückendeckung, an einem Verteiler gestanden. Hier waren die beiden Schiffe angegriffen worden. Die DONNA hatte sich auf Befehl abgesetzt, der FERRUM war jedoch nichts anderes übriggeblieben, als in den Verteiler hineinzufliegen.

Es war ein Wagnis, und keinem an Bord war wohl dabei.

Und nun befand sich die FERRUM in einem schlauchartigen Tunnel, der sich in die Unendlichkeit erstreckte. Alles hier war grau in grau. Der Durchmesser betrug 193 Kilometer, doch die Länge war bisher nicht auszumessen.

Die relative Enge des Schlauches rief Beklemmung bei den Besatzungsmitgliedern hervor, auch wenn das vermutlich nur psychologisch bedingt war. Aber das mochte auch der Grund dafür sein, dass die üblichen Spitzen zwischen den Mitgliedern der Crew plötzlich an Schärfe zunahmen. Allerdings war Manuel Dorfmann nicht unbedingt der Gradmesser für die Stimmung unter der Besatzung.

Der Professor war allgemein schwierig und fühlte sich nur wirklich wohl, wenn er sich inmitten seiner Maschinen befand, die er liebevoll wie Kinder betreute und ständig weiterentwickelte.

Daher hatte er den Vorschlag des Navigators Seamus O’Connell als Zumutung empfunden, eine oder mehrere seiner Konstruktionen nach draußen zu schicken. Solange die Natur des Schlauchs durch Fern- und Nahortung nicht näher erkundet war, wollte er nicht das Risiko eingehen, eines seiner Babys zu verlieren.

Jetzt aber schwieg der Professor. So unausstehlich er im Umgang mit anderen Männern war, so zahm und fügsam wurde der bei bestimmten Frauen, ganz besonders bei der RASUUNischen Kommandant Lynsha Nash.

»Ich glaube nicht, dass wir neue Erkenntnisse bekommen, wenn wir Maschinen nach draußen schicken«, bemerkte die Kommandantin der FERRUM. »Aber du solltest trotzdem in Bereitschaft bleiben, Prof. Ich traue der ganzen Sache nicht. Dieser Tunnel muss einem bestimmten Zweck dienen, meinetwegen auch als Verteiler für irgend etwas. Aber ich will auf jeden Fall vermeiden, dass wir überrascht werden.«

Stumm senkte Manuel Dorfmann den Kopf und bekundete damit seine Zustimmung. Lynsha sah aus den Augenwinkeln, dass sich Alienor Domestan, die Bordärztin, müde über die Stirn strich und dann mit einem gequälten Blick auf die Bildschirme starrte. Unbehagen stand ihr ins Gesicht geschrieben, und sie knetete sich nervös die Hände.

Die Ärztin war nicht die einzige, die sich unwohl fühlte. Auch die Kommandantin selbst verspürte ein ungutes Gefühl. Zum einen war sie schlapp und ausgelaugt, als sei eine Virusinfektion im Anzug, zum anderen rief der Anblick der Umgebung eine große Mutlosigkeit hervor, die durch nichts wirklich begründet war.

Eine Krankheit schloss Lynsha Nash aus. Hier an Bord gab es die perfekte medizinische Versorgung, und beim geringsten Anzeichen einer Unregelmäßigkeit war Alienor sofort zur Stelle. Doch die Ärztin schien selbst nicht ganz in Ordnung zu sein. Warum hatte Syd, die künstliche Intelligenz der Bordtronic, nicht längst Alarm geschlagen, wenn etwas nicht stimmte?

Aufmerksam und doch unauffällig beobachtete Lynsha auch die anderen Mitglieder der Crew. Nicht einer verhielt sich noch völlig normal. Nicht einmal Noburu Kawagama. Selbst der Japaner wirkte, als müsste er sich zurückhalten, um nicht unruhig auf und ab zu laufen. Das war untypisch für den freundlichen und beherrschten Mann, der oftmals als Ruhepol der Crew galt.

Lord Hobble, der Shatore, stolzierte auf und ab und warf ihr bittende Blicke zu. Er wollte doch nicht etwa wieder mit einem Heldengesang beginnen? Dem würde die Rasuunerin sofort einen Riegel vorschieben müssen, die Gesänge der außerirdischen Riesenheuschrecke zerrten an den Nerven der Humanoiden, denn sie klangen alles andere als harmonisch.

Die ganze Situation lag bedrückend auf jedem einzelnen Mitglied der Besatzung. Dazu kam dieses Grau der Umgebung, das dem Auge keine wirkliche Abwechslung bot. Sie mussten schnellstens diesen Schlauch verlassen.

Lynsha Nash riss sich zusammen. Wenigstens sie musste mit gutem Beispiel vorangehen und Ruhe und Zuversicht ausstrahlen, auch wenn sie in Wirklichkeit nichts davon empfand.

Ganz im Gegenteil – ihr Herz schien plötzlich zu rasen, und sie hatte ein Gefühl von Atemnot.

So ein Unsinn! Und doch suchte ihr Blick unwillkürlich die Anzeigen für die Zusammensetzung der Atmosphäre innerhalb des Schiffes.

»Meine Güte, Prof, kannst du nicht mal in eine andere Richtung starren? Ich habe ganz bestimmt nicht vor, mich mit dir zu verabreden. Und ich schätze es auch gar nicht, von dir mit den Augen ausgezogen zu werden«, fauchte Alienor plötzlich aufgebracht.

Beleidigt drehte sich Manuel Dorfmann um und machte eine bezeichnende Geste an die Stirn. »Ich hatte nicht vor, dich mit meinen Blicken zu belästigen. Es scheint so zu sein, dass die Frauen hier an Bord den Blick eines Kenners nicht zu schätzen wissen«, erklärte er pikiert.

»Wenn sich hier ein Kenner befinden würde ...«

»Könnt ihr nicht mal die Klappe halten?«, fuhr Seamus O’Connell dazwischen. »Wie soll man sich denn hier auf seine Arbeit konzentrieren, wenn jedermann nur dummes Zeug redet?«

»Seid ihr eigentlich alle durchgedreht? Was ist bloß los mit euch?«, klang die ruhige emotionslose Stimme von Quiberon Four auf. »Liegt etwas in der Luft, dass ihr euch auf diese Weise angiftet?«

»Ach, sei doch still«, knurrte Seamus O’Connell. »Dieser Schlauch hier macht mich noch verrückt. Nimmt das denn gar kein Ende?« Er versank in dumpfes Brüten, starrte dabei aber intensiv auf seine Instrumente.

»Bei den Rentarcos«, stieß Lynsha Nash hervor. »Ihr benehmt euch wie im Kindergarten. Habt ihr etwas Sinnvolles zu sagen? Konkrete Vorschläge zu machen, wie wir schnellstens diese Situation hinter uns bringen können? – Nein? Dann seid still und versucht nachzudenken, statt euch gegenseitig das Leben schwer zu machen.«

Ein solcher Ausbruch von der sonst immer so beherrschten Kommandantin war wie ein Platzregen aus heiterem Himmel. Betretenes Schweigen setzte ein, und die Crew tauschte verlegene Blicke.

»Ach, tut mir leid, ich wollte euch nicht so anfahren«, bekannte Lynsha und seufzte. Sie vergab sich nichts damit, wenn sie sich bei den anderen entschuldigte, im Gegenteil, man schätzte sie dafür um so mehr. Aber irgend etwas war hier an Bord ganz und gar nicht in Ordnung. Die Nerven der gesamten Besatzung waren zum Zerreißen gespannt.

Wenn da nur nicht diese ständige Atemnot gewesen wäre, die plötzlich und unvermittelt auftauchte. Ein jeder von ihnen schien in unregelmäßigen Abständen wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Luft zu schnappen.

Angespannt wanderten immer wieder Blicke auf die Anzeigen, aber die Zusammensetzung der Luft war vollkommen in Ordnung.

Alienor zog sich ins Medolab zurück, ohne einen ihrer gefürchteten losen Sprüche abzugeben oder dem schwulen Seamus O’Connell einen einladenden Blick zuzuwerfen. Auch das war nicht typisch. Aber die Frau mit den kurzgeschnittenen pinkfarbenen Haaren und der hauteng geschnittenen Kombi hielt es auch dort nicht lange aus und kehrte zurück zum Leitstand.

Manuel Dorfmann hantierte an irgendwelchen Instrumenten, doch keines der angezeigten Ergebnisse schien ihm zu passen. Mit einem deftigen Fluch warf er einen kleinen Kasten in die Ecke, beeilte sich dann aber, ihn wieder aufzuheben und strich anschließend zärtlich darüber hinweg.

Qui beobachtete alle Reaktionen seiner Freunde. Er selbst war nur noch in begrenztem Maße fähig Gefühle, noch dazu derart subjektive, zu empfinden. Als Cyborg war nicht nur sein Körper, sondern auch sein Geist verändert worden; die Emotionen, die hier gerade hochkochten, berührten ihn kaum.

Die verschiedenen Auswirkungen der bedrückenden Atmosphäre spiegelten allerdings die jeweiligen Charaktereigenschaften wider. Quiberon Four war recht gut in der Lage, die Menschen zu beurteilen, und so war es ihm ein Rätsel, dass sich alle so merkwürdig benahmen. Es gab keinen offensichtlichen Grund dafür. Allerdings stellte er an sich selbst auch eine Veränderung fest.

Im Normalfall war sein Körper dem eines Menschen weit überlegen, und er kannte jede Reaktion an sich selbst. Nun bemerkte er, dass sich seine Bewegungen stark verlangsamt hatten. Im gleichen Maße, wie die Menschen unter den körperlichen Beschwerden litten, ließen seine unglaublichen Fähigkeiten nach. Jede Bewegung war schwerfällig, so als müsste er sich unter Wasser bewegen. Also handelte es sich bei diesen Phänomenen nicht nur um einen psychologischen Aspekt.

Qui beschloss, über seine Beobachtung vorerst noch zu schweigen, die Stimmung war ohnehin schon angespannt, er wollte nicht mit einer unbewiesenen Hypothese noch mehr Unruhe heraufbeschwören. Außerdem hatte er auch keine Erklärung anzubieten für diese seltsame Behinderung seiner körperlichen Fähigkeiten. Niemand konnte scheinbar etwas dagegen unternehmen, solange sich die FERRUM noch hier im Schlauch befand.

Plötzlich wurde seine Aufmerksamkeit, und nicht nur seine, auf Alienor gelenkt. Mit weit aufgerissenen Augen griff sich die Ärztin an den Hals, sie ächzte und schnappte nach Luft, ihr Blick flehte wortlos um Hilfe.

Dann brach sie lautlos in die Knie.

*

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MAJOR RON LENNOX BLICKTE auf den großen Sichtschirm des Spaceguard-Raumers XANADU. Seine Miene wirkte etwas zerknittert, tiefe Furchen zogen sich von der Nasenwurzel zum Kinn.

»Wir nähern uns der Asteroidenwerft, Sir«, meldete Captain Roberto Gonzalez, der die Ortungs-Z der XANADU besetzte.

Der Flug von der Erde bis zum Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter war nicht mehr als ein Katzensprung gewesen. Rund sechzig Angehörige der Spaceguard befanden sich an Bord, darunter auch ein Trupp der berüchtigten Sondereinheit Troopers. Unter den Spaceguard-Leuten waren Verhörspezialisten, sowie Fachleute für Sprengstoff und Spurensicherung.

Major Ron Lennox und seine Leute hatten einen klaren Auftrag. Sie sollten die Umstände untersuchen, unter denen es zu dem jüngsten Attentatsversuch auf die Asteroidenwerft gekommen war.

Während eines Probelaufs des neuen Antinoxantriebs war es zu erheblichen Zerstörungen gekommen. Einer der stachelförmigen Auswüchse der FSC-Asteroidenwerft war völlig, ein weiterer teilweise zerstört worden.

Major Ron Lennox war nicht sonderlich begeistert davon, diese Untersuchung übertragen bekommen zu haben. Das gibt nur Druck ohne Ende, ging es ihm durch den Kopf. Und Druck von Seiten der Vorgesetzten war etwas, was man bei diesem Job am wenigsten gebrauchen konnte. Bleibt nur zu hoffen, dass die Kollegen von der FSC-Security vernünftig vorgearbeitet haben, überlegte der Major. In derartigen Fällen half nur schnelles Zugreifen. Der kleinste Zeitverlust konnte den Erfolg der gesamten Untersuchung in Frage stellen. Spuren waren dann verwischt, Täter nicht mehr auffindbar. Zwar hatte sich die Überwachungstechnik seit den Tagen des Fingerabdrucks erheblich weiterentwickelt, aber die Möglichkeiten krimineller Elemente, Spuren zu verwischen und sich, zumindest datentechnisch, unsichtbar zu machen, ebenso.

Ein ewiges Wettrennen, dachte Ron Lennox. Ein Wettrennen, in dem es den Sicherheitsbehörden seit Jahrhunderten wie dem Hasen im Märchen bei seinem Wettrennen mit dem Igel gegangen war.

Der Igel war immer schon da ...

»Wir haben unseren Identifizierungscode gefunkt«, meldete indessen die Funk-Z. Der Pilot bereitete alles für den Einflug in einen der großen Hangars vor. Endlich erschien die Asteroidenwerft auf dem Hauptschirm.

Die Werft bestand aus einem kugelförmigen, 860 Meter durchmessenden Nexus. Strahlenförmig gingen von dieser ehemals BASIS I genannten Kugel insgesamt 24 unterschiedliche lange und dicke Dockröhren aus, die sogenannten Stacheln.

Das Ganze ähnelte einem stachelbesetzten Ball. Ron Lennox fühlte sich manchmal an historische Darstellungen der ersten Satelliten, etwa des Sputnik, erinnert. Nur dass die FSC-Asteroidenwerft natürlich ganz andere Ausmaße besaß. Sie war mit Abstand die größte Raumschiffswerft des Sonnensystems. Rund 500 Millionen Kilometer lagen zwischen der Erde und diesem solaren Zentrum der Raumfahrttechnik. In der eigentlichen Kugel befanden sich Wohnquartiere, aber auch Freizeiteinrichtungen für die Belegschaft, Kontrollstationen, die Energiekonverter und Anlagen für die Verarbeitung von Rohstoffen. Autofabrikationsanlagen sorgten dafür, dass es weder der Belegschaft noch den Produktionsanlagen an irgend etwas mangelte.

Eine Stadt im Raum.

Die eigentlichen Werftanlagen befanden sich in den röhrenförmigen Stacheln. Diese Dockröhren waren zwischen hundert und sechshundert Metern lang und durchmaßen sechzig bis hundertfünfzig Meter. Hier wurden sämtliche Raumschiffstypen gebaut, von der kleinen Luxusraumyacht bis hin zu großen Kolonistentransportern.

Der Nexus der Asteroidenwerft schimmerte im Sonnenlicht, das von der Außenhaut reflektiert wurde. Im Hintergrund war die gewaltige Scheibe Jupiters zu sehen.

Die Funk-Z der XANADU meldete sich. »Eine Nachricht von der Erde, Sir.«

»Lassen Sie hören«, sagte Major Lennox.

»Sie ist mit Ihrem Sicherheitscode versehen, Major. Das heißt, sie ist nur für Sie persönlich.«

Ron Lennox atmete tief durch. Das konnte eigentlich nichts Gutes bedeuten.

»Okay, dann legen Sie die Nachricht in meine Kabine«, forderte er und verließ die Zentrale der XANADU.

Er ging einen Korridor entlang und erreichte schließlich seine Kabine. Sie war klein und schlicht. Die Einrichtung war eher spartanisch zu nennen.

Ron Lennox aktivierte einen Bildschirm. Persönlicher Sicherheitscode und Stimmmuster wurden von ihm abgefragt, außerdem wurde sein Irismuster vermessen und über ein Sensorfeld ein Fingerabdruck genommen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine derartige Fülle telemetrischer Daten gefälscht werden konnte, war äußerst gering.

Auf dem Schirm erschien das Gesicht von Robert T. Glenn, dem kommandierenden General der Spaceguard.

»Major Lennox, Sie müssen jetzt kurz davor stehen, an Bord der Asteroidenwerft zu gehen. Ihr Trupp ist in aller Eile zusammengestellt worden, und es war keine Gelegenheit mehr, Sie genauer zu instruieren. Wir sprechen über einen sicheren Kanal miteinander, und es wird keine Aufzeichnung angefertigt.«

»In Ordnung, Sir«, nickte Lennox. Was ist eigentlich gegen ein paar gut gemeinte Ratschläge von oben einzuwenden?, meldete sich ein grimmiger Kommentator in Major Ron Lennox’ Hinterkopf. Er verzog das Gesicht zu einem sarkastischen Lächeln. Wie wichtig den Oberen der Spaceguard diese Mission war, war schon daran erkennbar, mit welchem Aufgebot sie anrückte.

»Unsere Untersuchungen legen nahe, dass die Vernichtung der Jupiterkolonie ein Werk der Moonfactory war«, erklärte Robert T. Glenn.

Die Moonfactory auf der Sonne abgewandten Seite des Mondes war der große Konkurrent der FSC-Asteroidenwerft, wobei letztere stets die Nase ein ganzes Stück voraus hatte.

»Wenn das wirklich so sicher ist, dann frage ich mich, warum Omar Ben Saleph nicht schon längst hinter Schloss und Riegel sitzt«, erwiderte Ron Lennox.

»Gegen Saleph selbst gab es keine Beweise. Die Ermittlungen sind auch noch nicht ganz abgeschlossen, aber es sieht so aus, als ob die Sache von mittleren Angestellten der Moonfactory ausging, die sich wohl auf eigene Faust etwas profilieren wollten.«

Ron hob die Augenbrauen. »Und nun denken Sie, dass dieses Attentat auch von der Moonfactory ausgeht?«

Robert T. Glenn verzog das Gesicht. »Der Schluss liegt doch nahe. Das müssen Sie zugeben, Lennox. Sie wissen, mit welch harten Bandagen im Raumfahrtgeschäft gegeneinander vorgegangen wird. Da scheint jedes Mittel recht zu sein. Und unsere Aufgabe ist es, da für ein bisschen Ordnung zu sorgen.« Er lehnte sich in seinem Sitz etwas zurück. »Sehen Sie zu, dass Sie Erfolg haben, Lennox. Diese Sache muss so schnell wie möglich aufgeklärt werden. Fassen Sie die gefangenen Verdächtigen so hart wie möglich an. Wir können uns keine Verzögerungen erlauben.«

»Wie Sie wollen, Sir.«

»Ich denke, wir haben uns also verstanden?«

»Das haben wir.«

»Glenn Ende.« Das Gesicht des kommandierenden Spaceguard-Generals verschwand vom Bildschirm.

Ron Lennox saß da, schloss einen Augenblick die Augen. Bringen wir es hinter uns, dachte er.

*

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ANDREW FROST, BESITZER der Frost-Space-Company FSC, lehnte sich in seinem Schalensessel zurück. Ein nachdenklicher Blick glitt zu dem großen Panoramafenster hinüber, durch das der freie Raum zu sehen war.

Einige Asteroiden schimmerten im Zwielicht von Jupiter und Sonne. Andrew Frost war 1,72 m groß, schlank und wirkte durchtrainiert. Er pflegte sich mit Kickboxen fit zu halten.

Mit einer beiläufigen Bewegung strich er sich über das schwarzgraue, nach hinten gekämmte Haar, das zu einem kleinen Pferdeschwanz zusammengebunden war.

Andrew Frost war in Krawatte und Anzug gekleidet. Seine Kleidung wirkte reichlich förmlich für die eher praktisch orientierten Verhältnisse auf der FSC-Asteroidenwerft. Außer Andrew Frost, dem 84 Prozent des FSC-Aktienkapitals gehörten, befanden sich noch weitere Personen in dem spartanisch eingerichteten Konferenzraum.

Am Ende des Tisches hatte ein kahlköpfiger Mann Platz genommen. Es handelte sich um Paul Hammond, den Einsatzleiter des FSC-Werkschutzes. Er hatte Ringe unter den Augen. In letzter Zeit hatte er schlecht geschlafen, was angesichts der Sicherheitslage nicht verwunderlich war. Schließlich war er zur Zeit der Stellvertretende Kommandant der Werft. Normalerweise führte Grit Stuart das Kommando über die Asteroidenwerft. Normalerweise hätte sie die Verantwortung getragen. Leider hatte sie vor zwei Wochen während einer Dienstreise auf dem Planeten Doran einen Unfall gehabt. In der Medoklinik der dortigen Defensivzentrale musste sie noch mindestens eine Woche verbringen. Paul Hammond schüttelte den Kopf. Alles Hadern half ihm nicht. Er trug die Verantwortung, und er durfte sich nicht in trüben Gedanken verlieren.

Ihm gegenüber saß ein Mann mit schütterem, blondem Haar und Wurstfingern, die aussahen, als könne er damit kaum seinen Namen schreiben. Sein Name war Ralph Hopkins, seines Zeichens Chefingenieur der FSC. Der jüngste Anschlag auf der Asteroidenwerft hatte ihn stark mitgenommen, unter anderem auch deswegen, weil seine Kollegin Luisa di Cantoras dabei lebensgefährlich verletzt worden war.

Und es schien so, als könnte der unsichtbare Feind jederzeit erneut zuschlagen.

»Das von dem Attentat betroffene Gebiet ist vollkommen abgeriegelt«, erklärte Paul Hammond mit Blick auf Andrew Frost.

»Wenn die Spezialisten der Spaceguard kommen, um ihre eigenen Untersuchungen am Tatort durchzuführen, wird sich dort nichts verändert haben. Außerdem ist ein Großteil unseres Sicherheitspersonals zur Zeit damit beschäftigt, Personenkontrollen durchzuführen.«

»Wie reagieren die Leute darauf?«, fragte Andrew Frost.

»Nun, einige sind etwas genervt darüber, dass sie plötzlich überall ihren Retinascan oder den Fingerabdruck nehmen lassen müssen und Stimmmuster aufgezeichnet werden, aber die meisten haben volles Verständnis dafür. Schließlich geht es hier darum, ein Verbrechen aufzuklären.«

Andrew Frost nickte.

»Ich möchte, dass es so wenig wie möglich zu Reibungsverlusten zwischen Ihren Leuten und den Spaceguard-Einheiten kommt«, sagte Andrew Frost. »Diese Sache muss so schnell wie möglich aufgeklärt werden.«

»Sir, ich gehe davon aus, dass die Verantwortlichen für diesen Anschlag noch an Bord der Asteroidenwerft sind«, erklärte Paul Hammond.

Andrew Frost hob die Augenbrauen. »Die andere Möglichkeit wäre, dass es ihnen bereits gelang, die Asteroidenwerft zu verlassen.«

»Richtig.« Paul Hammond nickte. »Aber auch dann müssten wir sehr schnell auf sie kommen, denn das Verlassen der Asteroidenwerft ist kaum unbemerkt möglich. Nein, ich gehe eher davon aus, dass wir innerhalb dieser Werft nach den Verantwortlichen suchen müssten.«

»Besteht ein Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Jupiterkolonien?«, fragte Ralph Hopkins. »Wenn ja, dann müsste man wohl auf Luna nach den Hintermännern suchen ...«

»Angeblich ist Saleph von der Moonfactory in der Sache nichts nachzuweisen«, stellte Andrew Frost fest.

»Soweit wir über die Ermittlungen der Spaceguard inzwischen informiert wurden, ist das richtig?«

Paul Hammond nickte.

»Es fragt sich nur, ob wir diesen Angaben trauen sollten«, mischte sich Eleni Papadopoulos in das Gespräch ein. »Sie wissen doch, dass General Glenn Vorbehalte gegen die FSC hegt, um es milde auszudrücken.«

Andrew Frost atmete tief durch. Diese Tatsache war ihm durchaus bekannt. Oft genug war der Spaceguard-General von der Firma genarrt und sogar gedemütigt worden. Das hatte er nicht verwinden können, und so galt es als eine Art offenes Geheimnis, dass Glenns stillschweigendes Lebensziel darin bestand, diesen Konzern zu zerschlagen. Natürlich hätte er dies niemals zugegeben. Mit seiner offiziellen Haltung hatte das nichts zu tun.

»Ich schlage vor, dass die Angehörigen der Spaceguard-Teams zunächst einmal erkennungsdienstlich behandelt und die Daten abgeglichen werden«, erklärte Paul Hammond. »Und zwar, bevor die XANADU in einen unserer Hangars einläuft. Danach ist es zu spät.«

»So viel Misstrauen?«, fragte Andrew Frost mit einem milden Lächeln um die Lippen.

»Saleph wird mit allen Mitteln kämpfen«, erklärte Paul Hammond. »Und warum sollte nicht ein Angehöriger der Spaceguard auf der Gehaltsliste der Moonfactory stehen? So gut bezahlt werden die Angehörigen dieser Truppe nun auch wieder nicht, als dass sie nicht mehr bestechlich wären oder käuflich.«

»Eine Garantie bietet das auch nicht, und wir würden uns wahrscheinlich nur den Unwillen der Spaceguard zuziehen«, erwiderte Andrew Frost. »Im Übrigen entspricht es ihren Befugnissen, sich hier umzusehen und die Untersuchungen zu führen. Wir können uns dem nicht widersetzen.«

»Ich bitte zu bedenken, dass ein erhebliches Risiko besteht«, begann Paul Hammond von Neuem, aber Andrew Frost unterbrach ihn mit einer Handbewegung. Er schüttelte den Kopf. »General Glenn würde das als eine weitere Demütigung durch unseren Konzern betrachten und diesmal sogar mit einem gewissen Recht. Nein, bei einer objektiven Kosten-Nutzen-Abwägung möchte ich doch von einer derartigen Maßnahme Abstand nehmen.«

Paul Hammonds Gesicht war anzusehen, dass er mit der Entscheidung seines Chefs nicht einverstanden war. Er zuckte die Schultern. »Wie Sie wollen, Sir, aber sagen Sie später nicht, dass ich Sie nicht gewarnt hätte.«

»Keine Sorge, das werde ich schon nicht«, erwiderte Andrew Frost.

Paul Hammond hatte – ebenso wie Thomas Montague, der oberste Chef des FSC-Werkschutzes immer die Tendenz, Andrew Frost ein bisschen zu sehr in Watte zu packen. Zumindest nach dem Empfinden des Konzernchefs, der selbst alles andere als ein ängstlicher Mann war.

Das Interkom meldete sich. Auf einem Sichtschirm erschien ein Angehöriger des FSC-Werkschutzes. »Das Spaceguard-Raumschiff XANADU bittet um die Öffnung eines Hangars.«

»Hangar soll geöffnet werden«, erwiderte Andrew Frost.

»In Ordnung, Sir«, antwortete der FSC-Security-Mann. Sein Bild verschwand wieder.

»Was ist mit unseren Versuchsreihen?«, fragte Chefingenieur Ralph Hopkins.

»Was den Antinoxantrieb angeht ... so werden wir zunächst einmal alle weiteren Aktivitäten auf Eis legen müssen. Zumindest so lange, bis wir etwas mehr wissen.«

»Ist es nicht genau das, was Saleph und seine Moonfactory wollen?«, mischte sich Paul Hammond ein.

»Vorsichtig!«, warnte Eleni Papadopoulos, »noch wissen wir nicht mit Sicherheit, ob er wirklich hinter der Jupitersache steckt. Den Ermittlungen der Spaceguard nach sind es mittlere Chargen bei der Moonfactory, die wohl gedacht haben, sich etwas profilieren zu können.«

»Sie sind viel zu lange im Geschäft, Eleni, als dass ich glauben könnte, dass Sie der Spaceguard das wirklich abnehmen«, erwiderte Paul Hammond.

»Jedenfalls kann Saleph bislang nichts nachgewiesen werden«, stellte Eleni Papadopoulos fest.

Paul verzog das Gesicht zu einem breiten Lächeln, bei dem er die Zähne entblößte. »Wenn Sie mich fragen, dann hat dieser Saleph einen Schutzengel ganz oben in der Justiz.«

»Wie auch immer«, sagte Andrew Frost. »Sehen wir zu, dass wir etwas Licht in diese Sache hineinbringen, denn ich möchte, dass wir mit der Erprobung des Antinoxantriebs so rasch wie möglich fortfahren können. Nur ist das nicht möglich, wenn wir ständig in der Gefahr schweben, dass uns die Dockröhren um die Ohren fliegen.«

*

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»ICH BIN KARI JÄKAANEN und gehöre schon seit Jahren zum technischen Stab dieser Firma«, ereiferte sich der Mann mit Halbglatze. Er stand vor dem Zugangsschott zur Hangarsektion drei. Zwei FSC-Security-Männer versperrten ihm den Weg. Sie waren mit Blastern bewaffnet und trugen Scanner bei sich, mit deren Hilfe sie telemetrische Daten nehmen und Stimmmuster überprüfen konnten.

»Meine Schicht beginnt, verdammt noch mal«, ereiferte sich Kari Jäkaanen. »Und Sie sind dafür verantwortlich, dass ich nicht pünktlich erscheinen kann.«

»Wir tun hier nur unsere Pflicht«, sagte einer der FSC-Leute. Auf seinem Namensschild an der Brust stand O’Brien. Sein Partner hieß Sung.

»Sie wissen doch, was bei der Erprobung des Antinoxantriebs passiert ist.«

»Hören Sie«, sagte der Mann, auf dessen Namensschild O’Brien stand, »ich weiß, dass unsere Maßnahmen für jeden auf der Asteroidenwerft gewisse Unannehmlichkeiten mit sich bringen, aber ich denke, das müssen wir alle in Kauf nehmen, weil es nämlich darum geht, zu verhindern, dass so etwas, wie es jüngst bei uns passiert ist, noch einmal geschieht.«

Kari Jäkaanens Gesicht wurde dunkelrot. »Wissen Sie, dass Sie mich durch Ihr Vorgehen beleidigen? Was ist mit so etwas wie Vertrauen? Fast drei Jahrzehnte arbeite ich in dieser Firma, achtundzwanzig Jahre lang, und jetzt so etwas. Glauben Sie wirklich, dass ich etwas damit zu tun habe? Jeder kennt mich hier.«

»Das ist leider keine Garantie dafür, dass jemand nicht an dem Anschlag beteiligt gewesen sein kann, und wenn es unwissentlich war.«

Kari Jäkaanen machte eine wegwerfende Handbewegung. »Dann machen Sie halt Ihre verdammten Scans«, knurrte er.

Schritte ließen ihn herumwirbeln. Aus den Augenwinkeln heraus sah er eine Gruppe von Menschen. Einige FSC-Sicherheitsleute flankierten die kleine Gruppe, deren Mitglieder er nur zu gut kannte. Andrew Frost, der Firmenchef war darunter, außerdem Paul Hammond, der Einsatzleiter des FSC-Werkschutzes, sowie Eleni Papadopoulos, Frosts Beraterin.

Mit offenem Mund starrte Kari Jäkaanen die Gruppe an.

»Irgendwelche Schwierigkeiten?«, fragte Andrew Frost an die beiden Security-Leute gewandt, nachdem die Gruppe das Zugangsschott erreicht hatte.

»Nein, Sir«, erwiderte O’Brien. »Jedenfalls keine, die nicht lösbar wären.«

»Außer, dass dieser Techniker hier nicht so recht einsieht, was unsere Sicherheitsmaßnahmen eigentlich sollen«, ergänzte Sung.

Andrew Frost lächelte nachsichtig. »Machen Sie es wie ich«, wandte er sich an Kari Jäkaanen. »Ich unterziehe mich der Prozedur ebenso wie jeder andere.«

»Aber ... es weiß doch jeder, wer Sie sind«, stammelte der.

»Das ist kein Grund dafür, dass ich nicht auch ein potentielles Sicherheitsrisiko sein könnte, vielleicht sogar gegen meinen Willen. Sie wissen, welche Möglichkeiten Hypnosetechniken bieten oder im Körper implantierter Sprengstoff. Was weiß ich. Jeder von uns kann ein Sicherheitsrisiko darstellen.«

Andrew Frost wandte sich an O’Brien. »Fangen Sie bitte an.«

»Mit Vergnügen, Sir.«

O’Brien nahm seinen Scanner und begann die Prozedur, scannte den Firmenchef von oben bis unten ab und bat ihn dann, seinen Zeigefinger auf ein Sensorfeld zu legen.

»Alles in Ordnung, Sir. Ihr Stimmmuster habe ich gerade schon identifiziert.«

Andrew Frost nickte.

»Wir bekommen gleich Besuch von einigen Angehörigen der Spaceguard. Ich möchte, dass es keine Reibereien gibt. Die Leute können jegliche Kontrollen passieren.«

O’Brien zuckte die Schultern. »Wie Sie wollen.«

Das Zugangsschott zur Hangarsektion öffnete sich. Andrew Frost bewegte sich einige Schritte vorwärts, während sein Gefolge noch überprüft wurde.

Die Prozedur wurde von O’Brien und Sung schnell durchgeführt. Als Letzter war schließlich Kari Jäkaanen an der Reihe.

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