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Pilgern –das letzte Abenteuer unserer Zeit

Klaus Gresser

Pilgern – das letzte Abenteuer unserer Zeit

… auf dem Franziskusweg unterwegs

Inhalt

Einleitung

Meine Beweggründe

Die Planung

Meine Ausrüstung

Die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände: Ein paar Worte zu den Schuhen und zum Rucksack

Das Beglaubigungsschreiben, - das Credenziale del Pellegrino

1. Tag: Die Anreise nach Florenz

2. Tag: Von Florenz nach Pontassieve

3. Tag: Von Pontassieve nach Consuma

4. Tag: Von Consuma nach Stia

5. Tag: Von Stia nach Camaldoli

6. Tag: Von Camaldoli nach Biforco

7. Tag: Von Biforco nach LaVerna

8. Tag: Von LaVerna nach Caprese Michelangelo

9. Tag: Von Caprese Michelangelo nach Sansepolcro

10. Tag: Von Sansepolcro nach Citta di Castello

11. Tag: Von Citta di Castello nach Pieve dei Saddi

12. Tag: Von Pieve dei Saddi nach Pietralunga

13. Tag: Von Pietralunga nach Gubbio

14. Tag: Von Gubbio nach Valdichiaschio

15. Tag: Von Valdichiaschio nach Valfabbricca

16. Tag: Von Valfabbricca nach Assisi

17. Tag: Letzter Tag in Assisi und Heimreise

Was bleibt? Meine Schlussfolgerungen!

Eine schier unglaubliche Geschichte – mein Gefährte Hub

Spirituelle Erfahrungen

Pilgern muss man allein!

Sollte man pilgern, - ist es zu „empfehlen“?

Anhang

Wo ich übernachtet habe

Welche Apps ich benutzt habe

Welche Literatur ich benutzt habe

Einleitung

Sehr viele Menschen waren und sind auf dem bekanntesten Pilgerweg der Welt, auf dem Camino Frances, dem Jakobsweg, unterwegs. Meist in St. Pie di Port in Frankreich gestartet, oder von Süden in Lissabon oder Porto in Portugal (Küstenweg-Camino Portugues), ist ihr großes Ziel Santiago di Compostela in Spanien. So war auch mein allererster Gedanke, als ich einen Pilgerweg plante, den Camino Portugues in Angriff zu nehmen. Er erschien mir ein vernünftiger Einstieg für einen „Pilgeranfänger“ zu sein. Er dauert ca. zwei Wochen und führt überwiegend in Flachetappen nach Santiago de Compostela. Aber es kam ganz anders.

Meine Beweggründe

Im Juni 2018 hate ich einen schweren Unfall beim Drachenfliegen in Vorarlberg/Österreich. Ich hatte vergessen mich mit meinem Gurtzeug in den Drachen einzuhängen. Ich startete…

… und wachte im Landeskrankenhaus in Feldkirch/Österreich wieder auf. Zu Anfang war ich nur froh überlebt zu haben. Die meisten Piloten, die vergessen haben, sich einzuhängen mussten diesen Fehler mit dem Leben bezahlen. An mir war aber noch alles dran. Bis auf Hautabschürfungen und dem Verlust der vorderen Zähne war alles OK. Nach zwei Tagen Beobachtung im Spital durfte ich wieder nach Hause. Erst dort spürte ich die nicht sogleich sichtbaren Auswirkungen des Unfalls: Meine Psyche war angeknackst: So schnell ist das Leben durch einen einfachen Fehler vorbei! Und das mir! Wo ich doch immer alles im Griff habe! Zum anderen sah ich plötzlich einen riesigen schwimmenden braunen Fleck vor meinem rechten Auge, der vorher nicht da war. Es war furchtbar, bei jeder Augenbewegung ging der Fleck mit! Ich recherchierte im Internet. Diese sogenannten „Floater oder „Mouches Volantes“ zusammen mit dem Schuldgefühl durch einen Anfängerfehler beinah tot zu sein, trieben mich in eine posttraumatische Belastungsstörung,- so die Diagnose des Arztes. Ich war in eine Depression geraten! Ich dachte, nun ist mein bisheriges, schönes Leben vorbei und ein anderes, weniger schönes wird beginnen! An irgendeinem Zeitpunkt in dieser Situation schwor ich, wenn ich je wieder ein normales Leben führen kann, mache ich mich auf einen Pilgerweg!

In meiner Therapiephase traf ich auf einen sehr guten Gesprächstherapeuten. Ich erzählte ihm unter anderem von meiner Idee, einen Pilgerweg zu wagen. Er fand diese Idee großartig und bestärkte mich darin. Er meinte, gerade auch in dieser Übergangsphase vom Berufsleben in die Pension, ich stand wenige Monate vor diesem Umbruch, sei es sinnvoll Inne zuhalten, über sich und das bisherige Leben nachzudenken und im Kopf frei zu werden, um zu überlegen, was man denn zukünftig als Pensionär machen möchte. Neu gewählte Indianerhäuptlinge, gehen, bevor sie ihr neues Amt antreten, für einige Zeit in die Schwitzhütte, um sich zu reinigen und im Kopf frei zu werden. Jesus fastete 40 Tage in der Wüste. Es machte Sinn, so meinte er weiter, in einer entscheidenden Umbruchsphase des Lebens, sich auf diese Weise, z.B. durch einen Pilgerweg, eine Auszeit zu nehmen, um über das vergangene Leben nachzudenken und sich klar zu werden, was man im weiteren Leben machen möchte.

Nachdem auch meine Augenproblematik durch die Kunst der Augenärzte immer besser wurde, - mittlerweile gibt es (sehr teure) Verfahren mit Hilfe von Lasertechnik diese Floater zu zerstören, und zudem sich das Gehirn zunehmend an das Vorhandensein einiger wenige, sichtbarer Floaterreste gewöhnte, war klar: Der versprochene Pilgerweg steht an.

Die Planung

Vom berühmten Jakobsweg hatte ich vom Buch und Film von Hape Kerkeling gehört. Freunde von uns, ein Ehepaar, waren beide, nicht zusammen, sondern nacheinander diesen Weg gegangen. Thomas war im Herbst auf dem Camino Portugues von Porto aus unterwegs, seine Frau Im Frühjahr 2019. Ich hatte also Vorbilder, deren Erfahrungen ich erfragen und diskutieren konnte. Thomas Erfahrungen und Berichte bestärkten mich in meinem Entschluss. Ich kaufte mir einen entsprechenden Pilgerführer. Im Frühsommer 2019 stieg ich in die konkrete Planung ein. Ich lud Christine zum Kaffee ein, und bat sie über ihre Erfahrungen und Erlebnisse zu berichten. Zwei anfangs nicht so bedeutsam erscheinende Punkt prägten sich mir ins Gedächtnis ein: Es müssen wohl sehr viele Pilger auf diesem Weg unterwegs sein und zweitens: Übernachtet/geschlafen wird meist mit mehreren zusammen, in der zufällig zusammengewürfelten Pilgergemeinschaft in einer Gemeinschaftsunterkunft.

Vor allem der letzten Punkt ließ massive Zweifel aufkommen: Da kann ich nicht schlafen! Ich kann nicht mit mehreren, fremden Leuten in einer Gemeinschaftsunterkunft schlafen. Das will ich mir nicht antun! Meine Frau meinte nur:“ Stell dich nicht so an! Andere können das ja auch. Das gehört halt zum Pilgern!“

Jetzt wäre ich mein Pilgerversprechen gerne wieder los geworden! Aber ist konnte ohne Gesichtsverlust nicht mehr zurück. Ich hatte zu vielen Menschen aus meiner Umgebung davon erzählt.

In der Zeit der Vorbereitung lernte ich gerade fleißig Italienisch. Im Frühsommer hatte ich einen Kurs an der Volkshochschule belegt und das Erlernen der Italienische Sprache machte mir großen Spaß. Da kam irgendwann der Gedanke auf: Könnte man das nicht verbinden? Das Pilgern und die neue Sprache üben? Ich recherchierte im Internet und stieß auf eine Beschreibung des Franziskuswegs. Es brauchte nicht viel um mich dafür zu begeistern. Außer der Sprache weckte die Person des Hl. Franziskus sofort mein Interesse. Er war mir ja schon ziemlich vertraut. Als Lehrer habe ich in vielen Stunden meinen Kindern im Religionsunterricht von Franziskus und seinem bewegten Leben erzählt. Auf einmal passte alles: Ich hatte einen interessanten Pilgerweg gefunden. Er war annähernd in derselben Zeit zu schaffen wie der Camino Portugues, - etwas mehr als zwei Wochen. Ich könnte meine neue Sprache anwenden und üben und ich war auf den Spuren des Mannes unterwegs, dessen Leben ich immer im Religionsunterricht meinen Schülerinnen und Schülern nah bringen wollte! Ich kaufte mir einen Pilgerführer über den Franziskusweg und begann mit der Vorbereitung. Mitte September sollte die Reise beginnen und dann knapp zweieinhalb Wochen dauern.

Meine Ausrüstung

Natürlich habe ich mich bei meinen Vorbereitungen in der Planungsphase intensiv mit der Ausrüstung beschäftigt. Welcher Rucksack, Regenponcho oder Regenanorak, welche Socken, Wanderschuhe, Fleecepulli und T-Shirts, u.a. soll ich mitnehmen? Die „Experten“ haben da jeweils ganz unterschiedliche, und zum Teil sich widersprechende Vorschläge parat. Was soll in den Rucksack, auf was kann ich verzichten? Wie schwer darf der Rucksack sein? Ich habe die einschlägigen Pilgerführer und Internetportale herangezogen. Klar war, trotz individuell unterschiedlicher Ratschläge, alle empfehlen, dass das Gesamtgewicht, einschließlich Rucksack nicht mehr als 10 % des Körpergewichts betragen sollte. Das sind bei mir ca. 7,6 kg. Hinzurechnen muss man dann aber auf dem Weg das Wasser, ca. 1,5l und etwas Verpflegung. Jetzt nach dem Franziskusweg bin ich schlauer.

Im Folgenden meine Packliste, - fettgedruckt, die Sachen, die ich weglassen würde und welche ich dazunehmen würde.

Rucksack, ca. 1,8 kg, stabil, mit Hüft- und Brustgurt, Alugestell

Einen Wanderstock, in drei Teile zum Transport zerlegbar. Sehr wichtig beim Klettern bergauf und insbesondere zum Abstützen an steilen Abstiegen und beim Überqueren von Bachläufen.

Zwei T-Shirts aus Merino, riechen nicht! Ein „Ausgeh“-Hemd kurzärmelig, z.B. zum Essen gehen, bummeln, einkaufen und während der An- und Abreise.

Ein Fleece-Pullover. Es war morgens recht frisch und abends wurde es mit Einbruch der Dunkelheit schnell kühl. Unentbehrlich!

Regenschutz; ich hatte einen Regenponcho dabei. Würde ich definitiv nicht mehr nehmen! Besser ist ein leichter Regenanorak. Der ist viele schneller an- und auszuziehen. Das Gewürge mit dem Poncho war furchtbar umständlich. Wenn man ihn mehrmals auf der Wanderung an- und ausziehen muss, ist der Poncho außerdem überall nass.

Zwei Treckinghosen, eine an. Eine Treckinghose hatte abnehmbare Unterteile, so dass ich auf manchen Wegstrecken, schnell auf kurze Hose „umbauen“ konnte. Praktisch! Diese Hosen haben außerdem praktischerweise viele Taschen/Fächer für Kleinzeugs wie Handy, Geldbeutel, Pilgerführer, etc.

Eine leichte kurze Hose – habe ich nie gebraucht! Würde ich weglassen.

Eine Badehose – habe ich nie gebraucht, siehe oben!

Eine lange sehr leichte Jogginghose. Diente mir in der Gemeinschaftsunterkunft als Schlafanzughose.

Drei Paar Socken insgesamt. Spezielle „Jakobswegsocken“. Sollen Blasenbildung verhindern.

Drei Unterhosen, Merino; siehe oben!

Extrem leichter und dünner Hüttenschlafsack, brauchte ich zwei Mal in den Gemeinschaftsunterkünften.

Medizinische Abteilung: Kleines Täschchen mit normalen Pflastern, Blasenpflaster, kleines Tübchen Bepanthen, Schmerztabletten.

Kulturtasche stabil aus durchsichtigem Kunststoff mit Reißverschluss: Zahnbürste, Zahnpasta, kleine Tube Sonnencreme, zwei Probierfläschchen Reisewaschmittel, elektr. Rasierapparat.

Taschenmesser.

Durchsichtige, regendicht verschließbare Kunststofftasche für die Aufbewahrung von Dokumenten, wie z.B. den Pilgernachweis.

Tupperdose für Lebensmittel unterwegs (ich habe z.B. Trauben auf Märkten gekauft und darin für unterwegs transportiert)

Handy (mit Navi-App) und Ladekabel

Sonnenbrille

Kunststoffbag; darin habe ich die T-Shirts, Unterwäsche und Socken aufbewahrt. Diente auch dazu, Sachen, die ich gerade nicht waschen konnte von der übrigen Kleidung zu trennen.

Leichte Trekkingsandalen, zum Ausgehen, Bummeln und Sightseeing in der Stadt und für den Aufenthalt im Hotel, oder in den Herbergen.

Pilgerführer (Buchform)

Trinkflasche und Trinkblase mit Schlauch vom Rucksack nach draußen. Mit der Trinkblase muss man nicht immer den Rucksack abnehmen um an die Wasserflasche zum Trinken zu kommen, sondern nimmt einfach den Schlauch in den Mund und saugt das Wasser an.

Ohrenstöpsel für die Gemeinschaftsunterkünfte!

Geldbeutel mit Kreditkarten und Ausweis.

Franziskusrosenkranz (hat mir meine Frau mitgegeben…)

Zwei bis drei Wäscheklammern.

Kappe als Sonnenschutz

Ich hatte, wie empfohlen, eine Sicherheitsnadel und eine kleine Wäscheschnur dabei. Beides habe ich nicht benötigt. Kann man weglassen, wiegt aber auch nicht viel.

Die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände: Ein paar Worte zu den Schuhen und zum Rucksack

Die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände sind nach meiner Erfahrung die Schuhe. Sie sind das Laufwerkzeug über lange Strecken, bis zu 26 km und über eine lange Zeit am Tag, - vier bis sechs Stunden, - manchmal auch länger. Und das über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen. Da wird einem schnell klar, wie wichtig die richtige Auswahl des passenden Schuhs für das Wohlbefinden auf der Pilgerwanderung ist. Ich hatte bei der Vorbereitung meiner Pilgerreise viel Zeit in die Auswahl dieser Werkzeuge investiert. Ich habe die verschiedenen Internetportale befragt. Ich habe mir die Ratschläge in den verschiedenen Pilgerführern aufmerksam durchgelesen und mich von Freunden, die auf dem Jakobsweg unterwegs waren, Tipps geben lassen. Ich habe meine neuen Schuhe, wie empfohlen etwas größer gekauft, und auf mehreren kleineren Wanderungen eingelaufen. Ich blieb jeweils ohne die geringsten Beschwerden und war mir ziemlich sicher, dass mir von Seiten der Schuhe keine Probleme drohen. Zudem hatte ich meine Füße, eine Woche vor meiner Pilgerfahrt, ebenfalls wir empfohlen, täglich mit Hirschtalgcreme eingerieben. Diese Maßnahme soll die Haut widerstandsfähiger machen. Und doch habe ich, im Nachhinein betrachtet, die falschen Schuhe gekauft. Die Folge waren Blasen, und kleinere offene Stellen, insbesondere an den kleinen Zehen und damit Schmerzen an jedem Pilgertag. Was würde ich anders machen, was habe ich daraus gelernt?

Ich habe im Bereich der Zehen einen recht breiten Vorderfuß. Ich würde bei der Auswahl der Schuhe zukünftig verstärkt darauf achten, dass der Schuh in diesem Bereich breiter gebaut ist und die Zehen nicht derart vorne zusammendrückt. Vor allem beim ständigen bergab gehen, wurden die Zehen durch das Köpergewicht, und da kommt das Gewicht des Rucksacks ja noch dazu, stark zusammengedrückt. Das Bergaufgehen, war da wie eine Erholung für mich und war dann praktisch schmerzfrei! Da ich nun um die Empfindlichkeit meiner kleinen Zehen weiß, würde ich sie vorher mit passend zurecht geschnittenen Blasenpflastern tapen.

Wie auch immer, mir scheint, trotz der vielen guten Ratschläge und Tipps, die man zum Thema Schuhe erhalten kann, es ist doch auch ein wenig ein Glücksfall, wenn man Schuhe findet, die ein ungetrübtes Wandererlebnis ermöglichen. Zu unterschiedlich ist die jeweilige Anatomie von uns Menschen hinsichtlich der Füße!

Ähnlich wie die Schuhe, ist auch der Rucksack ein entscheidender Ausrüstungsgegenstand für den Pilger. Mit der Wahl meines Rucksacks war ich zu 100 % zufrieden. Ich habe ihn praktisch nicht gespürt. Das lag sicherlich zum einen daran, dass ich mich an die Vorgabe hinsichtlich des empfohlenen Gewichtsbereich weitestgehend gehalten habe: Nicht mehr als 10 % des Körpergewichts. Bei mir waren das also max. 7,6 kg. Mit Wasser/Getränken und einem kleinen Lunchpaket lag ich so etwa bei 8 – 8,5 kg. Zum anderen habe ich ein Modell gewählt, das von einem österreichischen Hersteller speziell für Pilgerreisen entworfen wurde. Und das spürte man jeden Tag. Ich empfand den Rucksack als praktisch nicht vorhandenes Gewicht, weil der Hüftgurt optimal passte und im Grunde fast allein die Last trug, - nicht die Schultern! Der Rückenbereich war tatsächlich jederzeit gut belüftet und so schwitzte ich in dem Bereich nie. Einziger Nachteil: Durch seine Höhe geht der Rucksack bei der Anreise mit dem Flugzeug nicht mehr als Handgepäck durch.

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