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Perfektes Timing

Lindsay Gordon (Hg.)

PERFEKTES
TIMING

und andere
erotische Erzählungen

Aus dem Englischen von
Anna Wichmann

Inhalt

Der Waldmann
Charlotte Stein

Korsettkunde für Fortgeschrittene
Justine Elyot

Perfektes Timing
Kristina Wright

Der Waldmann

Charlotte Stein

Er lebt in einem Wohnwagen im Wald, das weiß ich. In welcher Jahreszeit ich auch zu meinem kleinen Häuschen mitten im Nichts fahre, er ist da. Daher muss er wohl da leben und Gott weiß was machen. Vermutlich ist er ein Perverser oder Geisteskranker, und ich habe schon lange die Befürchtung, dass ich eines Nachts aufwachen werde, um herauszufinden, dass er ein Eichhörnchen umgebracht und in meiner Küche deponiert hat.

Oder es kommt noch schlimmer. Ich denke da an Straw Dogs – Wer Gewalt sät und Beim Sterben ist jeder der Erste.

Und doch habe ich keine Angst, als ich eines Morgens aufwache und er in der Tür meines im Halbdunkel liegenden Schlafzimmers steht. Ich habe keine Ahnung, warum dem so ist – ich sollte mich wenigstens erschrecken –, aber stattdessen ignoriere ich mein Bauchgefühl und reibe mir verschlafen die Augen.

Er sieht im Türrahmen riesig aus mit seinen breiten Schultern, die gerade so hindurchzupassen scheinen, und ist unglaublich groß gewachsen. Er wirkt wie ein Höhlenmensch auf mich, und sein Gesicht ist größtenteils von dicken, zerzausten schwarzen Haaren verdeckt. Die Hände, die aus den Ärmeln seines karierten Holzfällerhemdes herausschauen, könnten fast Bärenpranken sein.

Aber ich habe keine Angst. Und anscheinend habe ich auch keinen Grund dazu, denn er dreht sich einfach wieder um und geht. Und als ich mich auf der Suche nach Hinweisen dafür mache, dass er wirklich da gewesen ist, kann ich keine finden.

Ich habe nie irgendjemandem von ihm, dem Waldmann, erzählt. Francie fragt mich Dinge wie: »Hattest du einen schönen Urlaub in deiner Eremitenkemenate?« Und ich bestätige, dass es super gewesen ist, dass ich viel geschafft und Eichhörnchen gesehen habe. Doch ich berichte ihr nie von dem haarigen Irren, der irgendwo in der Nähe in einem Wohnwagen haust.

Und ich werde ihr auch niemals anvertrauen, was passiert ist, obwohl es sich durchaus um ein erzählenswertes Ereignis handelt. Er stand einfach in der Schlafzimmertür und sah mich mit seinen großen, ruhigen Augen an. Neben dem schwarzen Haar haben seine Augen sehr blass gewirkt, wie Teiche, die in seinem Granitgesicht eingelassen sind.

All das weiß ich, weil er dasselbe wieder macht, als ich mich das nächste Mal dort aufhalte, und ich eine weitere Gelegenheit bekomme, ihn zu mustern. Dieses Mal setze ich mich im Bett auf und starre ihm direkt in seine hellen, wässrigen Augen. Und jetzt habe ich nicht nur keine Angst, sondern verspüre das genaue Gegenteil. Komm doch rein, denke ich. Komm her und tu oder sag, was du tun oder sagen willst.

Aber das tut er nicht, und ich sollte mich vermutlich darüber freuen, denn das sind verrückte und gefährliche Gedanken. Allerdings kann man das, was er da tut, durchaus auch als verrückt und gefährlich bezeichnen. Was wäre denn, wenn ich wirklich der Auffassung wäre, dass er ein Irrer ist, und eine Keule unter meinem Kissen deponiert hätte? Oder eine Armbrust?

Es würde bei diesem menschlichen Monolithen bestimmt eine Reaktion hervorrufen, wenn ich mit einer Armbrust auf seine Brust ziele. Dann müsste er etwas sagen, beispielsweise: »Sie haben ein Gasleck.«

Denn es ist offensichtlich, worum es dabei geht. Es wird etwas Langweiliges und Alltägliches sein, das er nicht aussprechen kann, weil er geistig irgendwie zurückgeblieben oder stumm ist. Ersteres kann ich wahrscheinlich ausschließen, denn in seinen Augen liegt zweifellos Scharfsinn, aber Letzteres wäre durchaus möglich.

Vielleicht hält er mich aber auch für eine dumme Stadtbewohnerin, die es verdient hat, bei einer gewaltigen Gasexplosion ums Leben zu kommen.

Oder ich bin einfach nur eine Idiotin, und er wartet die ganze Zeit darauf, dass ich ihn etwas frage, wie zum Beispiel: »Kann ich Ihnen irgendwie helfen?« Vermutlich wurde er einfach nur vor Kurzem bewusstlos geschlagen, ist von der Gehirnerschütterung immer noch benommen und möchte, dass ich ihn ins nächste Krankenhaus bringe.

Was für eine Person, die nicht wirklich an Dinge glaubt, die in einem Film mit dem Titel Der Waldmann hat perversen Sex mit einer Stadtbewohnerin, überaus vernünftig klingen. In der Filmversion würde in dem Moment, in dem er in meiner Schlafzimmertür steht, Pornomusik erklingen, aber das hier ist mein wirkliches, langweiliges Leben. Deshalb wird so etwas jetzt nicht passieren, das kann ich Ihnen versprechen. Ich möchte das eigentlich auch gar nicht, weil das nämlich völlig verrückt ist.

Also werde ich morgen früh bestimmt nicht um 7 Uhr 28 aufwachen, zwei Minuten, bevor er normalerweise auftaucht. Denn das ist es inzwischen geworden: normal. Er kommt so regelmäßig wie sich ein Stripper dreht, wenn ich Geld in den Schlitz werfe. Ich drücke auf Play, die DVD startet, und da ist er. Fantasie Nummer zwei-acht-null: Ein leicht bedrohlich wirkender, zerzauster Riese will Sex mit dir irgendwie gegen deinen Willen.

Nur dass es gar nicht gegen meinen Willen wäre, und das ist sogar noch besser. Ich stand im Bett noch nie auf die heftigeren Sachen, aber ich wäre einem geheimnisvollen Waldmann mit Lust auf meine blassen, weichen Kurven nicht abgeneigt. Es kann ja sein, dass er irgendwann durchs Fenster gesehen und mich in Unterwäsche erwischt hat und dass er seine Augen nicht von meinen weiblichen Reizen abwenden konnte, wie sie seine hungrigen Eremitenaugen seit Jahren nicht mehr gesehen haben, und, o Gott, meine Klit ist ganz hart, und ich glaube, ich könnte allein schon dadurch kommen, dass er auf einmal hier ist.

Und da ist er. Hier, meine ich. Er beobachtet mich, während ich die Hand in meinen Shorts habe und die Bettdecke einiges, aber nicht alles verbirgt. Doch was mich peinlich berührt ist nicht etwa, dass er da steht und mir dabei zusieht, wie ich mich streichle, sondern die Tatsache, dass ich stöhne. Ich stöhne laut und hemmungslos, und ich drücke mein Gesicht ins Kissen.

Es ist mir peinlich, aber ich höre nicht auf, meine Klit zu streicheln, die danach lechzt. Ich halte erst inne, als das Bett wackelt und ich seine Hände auf meinen Oberschenkeln spüren, und dann auch nur, weil ich ihn stattdessen berühren will. Aber das lässt er nicht zu. Er nimmt meine Handgelenke mit einer Hand und legt sie über meinen Kopf, und dann packt er mit der anderen den Saum meiner Shorts.

Ich habe noch nie jemanden gesehen, der ein Kleidungsstück effektiver beseitigen konnte. Er reißt mir die Shorts einfach vom Körper, und dann gibt es nur noch mich, einen Fremden und meine nackte Muschi. Ich winde mich auf dem Bett und denke, dass er mich jetzt ficken wird, doch das tut er nicht. Nun ja, ich denke, er tut es doch, irgendwie, aber nicht auf die Weise, mit der ich gerechnet habe. Er sieht mich wieder mit diesem funkelnden, hungrigen Blick an, und dann spreizt er meine Beine mit der klinischen Präzision eines Menschen, der bestimmt kein in einer Höhle lebender Eremit ist, und versenkt sein Gesicht in ihrer Mitte.

Das Erste, was ich denke, ist: Ich wurde noch nie von einem bärtigen Mann geleckt. Mein zweiter Gedanke ist schon weitaus weniger kohärent. Er liegt irgendwo zwischen »Ja« und »Oh«, völlig bedeutungslos.

Ich weiß nicht mal, wie er riecht oder wie er nackt aussieht, und, um Gottes willen, ich kenne nicht einmal seinen Namen, und er küsst meine Muschi, bevor er meinen Mund geküsst hat. Ich glaube, er heißt Butch oder so ähnlich, und dann kichere ich, und dann geht das Kichern in ein anderes Geräusch über, das nicht wirklich eine Bedeutung hat, als seine lange Zunge mühelos die Lippen teilt, die er gerade geküsst hat.

Es dauert nicht lange. Er kann nicht schon immer im Wald gehaust haben, denn irgendwann hat er gelernt, wie man es einem Mädchen mit dem Mund besorgt, und er ist gut darin. Er leckt schnell mit der Zungenspitze, vollführt dann langsame Kreise, um wieder schneller zu werden, bis ich zu spüren glaube, dass mein Herz in meiner Klit pocht. Brennend und unbezwingbar breitet sich die Lust aus der Mitte meiner Muschi bis hin zu den Zehenspitzen aus, und sie wird heftiger, wenn ich seine großen, von der Arbeit rauen Hände auf meinen glatten Städterinnenoberschenkeln sehe.

Gott, bei ihm fühle ich mich so gut, denke ich verrückterweise, und dann komme ich wieder und wieder, zucke wie wild. Ich stöhne und seufze wie ein Pornostar und wünsche mir, seinen Namen zu kennen, damit ich ihn so preisen kann, wie er es verdient hat.

Waldmann, denke ich. Ich danke Gott, dass es dich gibt, Waldmann.

Er sagt nie einen Ton, und ich bin davon überzeugt, dass er stumm ist. Die ersten Male spreche ich ihn auch nicht an, denn so kann ich ihm verzeihen und weiter Mutmaßungen anstellen. Aber beim vierten Mal sage ich zu ihm, als er gerade aufstehen und gehen will: »Willst du gar nichts als Gegenleistung?«

Das ist eine dumme Frage, aber wir machen ja auch etwas Dummes. Er kommt jeden Morgen und leckt meine Muschi, als wäre er eine Art Muschi-Experte, dann steht er auf und geht. Es ist wie schneller Sex mit einem Unbekannten, nur ohne richtigen Sex. Und ich liege dabei einfach nur rum und lasse mich mit der Zunge besinnungslos ficken.

Natürlich ist es nicht immer gleich. Manchmal spielt er mit meinen Titten, während er meine Muschi leckt. Er reibt und kneift meine erregten Nippel, bis ich halb von Sinnen bin, oder er umfängt meine Brüste mit beiden Händen, als wolle er sie irgendwie testen und ihre Konsistenz überprüfen.

Gelegentlich steckt er zwei Finger in mich hinein und zuckt damit, bis ich völlig durcheinander bin, oder er lässt sie an meiner Spalte entlanggleiten und folgt dem Weg, den sie geschaffen haben, dann mit der Zunge. Manchmal spüre ich auch ganz leicht seine Zähne, und dann saugt er meine Klit in seinen Mund, als wolle er den Schmerz lindern, den er überhaupt nicht hervorgerufen hat.

Schmerz ist nie im Spiel. Er geht niemals grob mit mir um. Wie gesagt, er hat auch noch nie etwas als Gegenleistung verlangt oder auf einmal Analsex gewollt. Selbst wenn ich ihn frage, was ich für ihn tun kann, und mir dabei richtig dumm vorkomme, antwortet er nicht. Er wirft mir vom Türrahmen aus einfach noch einen Blick zu und scheint fast zu lächeln. Glaube ich jedenfalls. Das ist aufgrund all der Haare wirklich schwer zu erkennen.

Ich verzehre mich nach seinem Schwanz. Wer hätte das gedacht? Ein Mann braucht mir nur fünf oder sechs großartige Orgasmen mit dem Mund zu schenken, und ich bin heiß auf seinen Schwanz. Allerdings ist das nicht wirklich eine Überraschung – meist ist es doch genau andersherum. Zu viel Schwanz, zu wenig Kopf. Oder zumindest in diesem Fall, zu wenig Kopf, der in meine Richtung gedreht ist.

Aber, Gott, ich will seinen Schwanz. Ich habe das verdammte Ding noch nicht mal gesehen! Vermutlich hat er gar keinen.

Doch das stimmt nicht, denn ich habe schon gesehen, wie sein Schwanz seine dicke, schlammfarbene Hose ausgebeult hat. Also erregt ihn dieses ganze bizarre Szenario, und er ist dazu in der Lage, erregt zu sein, und er ist wahrscheinlich nur zu verkorkst, um seinen heiligen Schwanz einfach in der Muschi einer Hure entweihen zu können. Oder etwas in der Art.

Aber ich wette, dass sein heiliger Phallus unglaublich ist. Glatt, lang und dick, wie seine Finger, mit einer glänzenden, glitschigen Eichel, die sich so anfühlt, als würde man mit der Zunge über die weiche Haut an der Innenseite seines Mundes entlangstreichen.

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