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Polytechnische Bildung in der Vorschulpädagogik

Dr. Dietmar-Wilfried R. & Dagmar Buck Hella Rieck

POLYTECHNISCHE BILDUNG IN DER VORSCHULPÄDAGOGIK

Unter den Gesichtspunkten des altersspezifischen Lernverhaltens

Dr. Dietmar-Wilfried R. & Dagmar Buck Hella Rieck

POLYTECHNISCHE BILDUNG IN DER VORSCHULPÄDAGOGIK

Unter den Gesichtspunkten des altersspezifischen Lernverhaltens

in den FACHGEBIETEN

VERKEHRSERZIEHUNG

MUTTERSPRACHE UND LITERATUR

MENGEN, LÄNGEN UND GEWICHTE

Die Altersklasse der 4- bis 5- jährigen Kinder

Band 3

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Zum besseren Verständnis der Publikation

Welche Anforderungen stellt die Gesellschaft an die Erziehung?

Die Umsetzung der rechtlichen Bestimmungen

Die Pippi-Langstrumpf-Blase in der Vorschulpädagogik

Das Bild vom Kind in den Konzeptionen verschiedener Einrichtungen

Die Rolle der Erzieher/innen

Analyse der Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung in Brandenburg 2015

Die Standpunkte in den Erziehungswissenschaften

Der Bildungsmonitor

Welche Schlüsse sollte man in der Bildungspolitik in Berlin und Brandenburg aus den miserablen Ergebnissen ziehen?

Was hat das Bildungssystem der ehemaligen DDR dem Bildungssystem der Bundesrepublik voraus?

Die Mittlere Gruppe

Allgemeine Bildungsziele der Kinder im Alter von 4 – 5 Jahren

Fachbereiche

Spiel

Phantasie

Literatur

1. Die organisatorische Planung der Vormittags- und Nachmittagsgestaltung in der Mittleren Gruppe

1.1. Die zeitliche Planung der Organisationsformen am Vormittag

1.1.1. Die Rolle fester Regeln im Alltag

1.1.2. Die Rolle des Spiels kurz zusammengefasst

1.1.3. Die Rolle der Ämter

1.1.4. Beispiel für einen Tagesablauf in der Mittleren Gruppe

1.1.5. Tick-Tack-Kinder lernen spielerisch die Uhrzeit kennen

1.2. Die Gestaltung der Ämter in der Mittleren Gruppe

1.2.1. Der Tischdienst

1.2.2. Der Beschäftigungsdienst

1.2.3. Der Blumendienst in Naturecke und auf der Schmetterlingswiese/Bienenweide

1.2.3.1. Weiterrührende Informationen um das Thema Blumendienst, Naturecke und Schmetterlingswiese/Bienenweide

1.2.4. Der Wetterdienst

1.2.5. Der Waschraumdienst

1.2.6. Der Garderobendienst

1.2.7. Der Futterdienst

1.3. Die Einhaltung hygienischer Standards

1.3.1. Infektionskrankheiten durch hygienische Standards vermeiden

1.3.2. Hygienische Standards in Waschräumen und Toiletten

1.3.3. Die Zahnpflege

1.3.4. Pflege der kindlichen Haut

1.3.5. Vor dem Mittagessen und nach dem Mittagschlaf die Haare kämmen

1.3.6. Die Pflege von Finger- und Fußnägeln

1.3.7. Vom individuellen Stil der Kinder zu philosophischen Fragen der Gesellschaft

1.3.8. Das Verhalten bei den Mahlzeiten Frühstück, Mittag und Kaffee

1.3.9. Feste und Feierlichkeiten

1.4. Die einzelnen Organisationsformen im Tagesablauf kurz beschrieben

1.4.1. Das Frühstück

1.4.2. Das Obstfrühstück

1.4.3. Das Mittagessen

1.4.4. Der Aufenthalt in der Garderobe

1.4.5. Verhalten im öffentlichen Raum

1.4.5.1. Allgemeine Verhaltensregeln bei Spaziergängen in Parks

1.4.5.2. Allgemeine Verhaltensregeln im Straßenverkehr

1.4.5.3. Was auf keinen Fall vergessen werden darf

1.4.5.4. Regeln die man den Kindern nicht früh genug beibringen kann

1.5. Der Mittagschlaf und seine besondere Rolle bei der Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit

1.5.1. Der Mittagschlaf mit organisatorischen Vor- und Nachlauf in der Übersicht

1.5.2. Powernapping für Kinder und Eltern-Das Mittagstief hat jeder

1.5.3. Die Phase der Vorbereitung auf den Mittagschlaf im Kindergarten

1.5.4. Die Phase des Einschlafens

1.5.5. Die Phase des Erwachens

1.5.6. Umräumen und Vorbereitung zur Vesper

1.6. Die aktive Nachmittagsgestaltung

1.7. Feste und Feiern im Kindergarten

1.8. Literatur

2. Das Spiel und der Wandel im Lernverhalten bei den 4 bis 5 Jährigen

2.1. Der Wandel im Charakter des Spiels in der Mittleren Gruppe

2.2. Erweiterte Rollenspiele und Stegreifspiele

2.2.1. Phantasie und Realität gehen im Spiel Hand in Hand

2.2.2. Das erweiterte Rollenspiel

2.2.3. Stegreifspiele

2.2.4. Das Handpuppenspiel

2.3. Der Charakter didaktischer Spiele

2.3.1. Würfelspiele

2.3.1.1. Spielideen für Würfelspiele mit Spielbrett

2.3.1.2. Kinder mit Würfelspielen an den Umgang mit Zahlen heranführen

2.3.1.3. Würfelspiel zur Bildung von Einzahl und Mehrzahl

2.3.2. Karten-, Quartett-, Memory- und Legespiele

2.3.3. Denkspiele

2.3.4. Spiele zur Festigung der sprachmotorischen Fähigkeiten

2.3.4.1. Übungen zur Dehnung und Erwärmung der Atem- und Sprechmuskulatur

2.3.4.2. Lautreines und artikuliertes Sprechen

2.3.5. Spiele zur Festigung des Wortschatzes

2.3.5.1. Wortfindungsspiele Synonyme

2.3.5.2. Wortfindungsspiele Antonyme

2.3.5.3. Wortspiele mit Präpositionen

2.4. Didaktische Spiele rund ums Jahr in der Natur

2.4.1. Bäume und Wildblumen erkennen

2.4.2. Das Spiel mit Sand und anderen Naturmaterialien

2.4.3. Spiel und Formen mit Schnee

2.4.4. Über die einheimische Tierwelt

2.5. Didaktische Spiele zur Vertiefung gesellschaftlicher Kenntnisse

2.5.1. Beruferaten

2.5.2. Verkehrserziehung

2.5.2.1. Die spielerische Wissensvermittlung wichtiger Verkehrsregeln

2.5.2.2. Eine Spielunterlage mit der Kindergruppe gemeinsam gestalten

2.5.2.3. Mit den Kindern den Verkehr in Echtzeit beobachten

2.5.2.4. Der beschrankte Bahnübergang

2.5.2.5. Die sichere Überquerung der Straße

2.5.2.6. Der Zebrastreifen

2.5.2.7. Der Kreisverkehr

2.5.2.8. Das Verhalten im Baustellenbereich

2.5.2.9. Wichtige Verkehrszeichen die Kinder kennen sollten

2.5.2.10. Fahrzeuge im Einsatz mit Sondersignalen

2.6. Bau- und Konstruktionsspiele

2.6.1. Bauspiele

2.6.2. Die Verwendung von Konstruktionsbaukästen und Steckbausteinen

2.7. Reaktions- und Koordinationsspiele

2.8. Konzentrationsspiele

2.9. Bewegungsspiele im Freien

2.9.1 Laufspiele

2.9.1.1. Wettläufe

2.9.1.2. Staffelläufe und Staffelspiele

2.9.1.3. Platzsuchspiele

2.9.1.4. Fange- und Haschespiele

2.9.2. Kraft- und Gewandtheitsspiele

2.9.2.1. Tauziehen

2.9.2.2. Hüpfspiele mit Feldern

2.9.3. Spiele und Übungen mit Geräten

2.9.3.1. Ballspiele

2.9.3.2. Reifen

2.9.3.3. Wurfspiele mit Ringen

2.9.3.4. Luftballons

2.9.3.5. Murmel- und Kegelspiele

2.9.3.6. Springen mit Seilen

2.9.3.7. Mit Roller und Kinderfahrrad

2.9.4. Wasserspiele im Kinderbecken in der Schwimmhalle

2.10. Literatur

3. Räumliche Anforderungen an die Beschäftigungen

3.1.1. Das richtige Mobiliar

3.1.2. Die Sitzordnung

3.1.3. Die optimalen Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz für Kinder schaffen

3.1.4. Frische Luft im Gruppenraum

3.1.5. Die Raumtemperatur

3.2. Anforderungen an die didaktischen Materialien

3.2.1. Die ersten wissenschaftlichen Instrumente mit denen Kinder arbeiten können

3.3. Die Welt mit allen Sinnen erforschen - pädagogische Methoden zur Gestaltung von Beschäftigungen

3.3.1. Das Beobachten

3.3.1.1. Das kurzzeitige Beobachten

3.3.1.2. Das mittelfristige Beobachten

3.3.1.3. Das langfristige Beobachten

3.3.2. Das Betrachten

3.3.2.1. Die Einzelbetrachtung mit optischen Hilfsmitteln

3.3.2.2. Das vergleichende Betrachten

3.3.2.3. Das Experimentieren

3.3.2.4. Das Untersuchen

3.3.2.5. Die Demonstration

3.3.2.6. Vergleich (Analyse) und Gegenüberstellung

3.3.2.7. Die Synthese

3.3.2.8. Die Abstraktion

3.3.2.9. Die Verallgemeinerung

3.3.2.10. Konkretisierung

3.4. Literatur

4. Die allgemeine geistige und körperliche Entwicklung der Kinder in der Mittleren Gruppe

4.1. Was die Kinder schon alles können

4.1.1. Die Phantasie

4.1.2. Emotionen und Gefühle

4.1.3. Das Lern- und Spielverhalten ändert sich

4.1.4. Der Willen

4.1.4.1. Willen und Misserfolge

4.1.4.2. Willen und Lerneifer können nicht voneinander getrennt werden

4.1.5. Das Temperament

4.1.6. Der Charakter

4.1.7. Fähigkeiten und Fertigkeiten

4.1.7.1. Das Talent als Sonderform der Fähigkeiten und Fertigkeiten

4.1.8. Der Wunsch nach Erfüllung persönlicher Bedürfnisse ist die Triebfeder des kindlichen Handelns

4.2. Literatur

5. Allgemeine Grundregeln zur Planung von Beschäftigungen in der Mittleren Gruppe

5.1. Allgemeine Bemerkungen zur ersten Fremdsprache und Schriftsprache

5.2. Fachgebiete und Beschäftigungsplaner

5.2.1. Die Fachgebiete der Beschäftigungen in der Mittleren Gruppe

5.2.2. Die Planung von Beschäftigungen im Rhythmus von 14 Tagen

5.3. Was bei der methodischen Planung einer Beschäftigung beachtet werden sollte

5.3.1. Der Arbeitsbogen für Beschäftigungen

5.3.2. Die Aufgaben des Beschäftigungsdienstes

5.4. Die Gestaltung der Pausenzeiten zwischen den Beschäftigungen

5.5. Kleine Aufgaben für zu Hause

5.6. Überflüssige ferienbedingte Schließungen von Einrichungen im Sommer

5.7. Literatur

Beschäftigungen in den Fachbereichen

6. Fachgebiet Muttersprache

6.1. Das Versagen des Bildungssystems kommt bereits in der Mittleren Gruppe voll zum Tragen

6.1.1. Ziele der muttersprachlichen Bildung und Erziehung in der Mittleren Gruppe

6.2. Methoden und Übungen zur muttersprachlichen Bildung

6.2.1. Lautreines, grammatikalisch richtiges Sprechen und Weiterentwicklung der Sprechfertigkeiten

6.2.2. Literatur-Reime, Gedichte und Geschichten

6.2.2.1. Das Erzählen aus einer erlebten Situation

6.2.2.2. Das Nacherzählen von Märchen und Geschichten

6.2.2.3. Kurze Reime und Gedichte

6.2.2.4. Das differenzierte Beschreiben von Objekten nach gemeinsamen und Unterschiedlichen Merkmalen

6.2.2.5. Modeworte

6.2.3. Schreibnahe Übungen

6.2.3.1. Kinder wollen Schreiben lernen

6.2.3.2. Die Händigkeit immer von den Kindern selbst wählen lassen

6.2.3.3. Der Arbeitsplatz der Kinder

6.2.3.4. Erste Übungen mit Farbe und Pinsel

6.2.3.5. Die Grundübungen

6.2.3.6. Kinder bereiten ihre Arbeitsblätter selbst vor

6.2.4. Differenziertes Hören und Sprechen

6.3. Wann ist der Zeitpunkt, um mit einer neuen Sprache zu beginnen?

6.4. Erkennen von Sprachauffälligkeiten

6.5. Literatur

7. Fachgebiet Mengen, Längen und Gewichte

Der systematische Aufbau elementarer mathematischer Kenntnisse im Tagesablauf

7.1. Mengen und Teilmengen – Mathematik im Alltag ist überall

7.1.1. Anforderungen im Fachgebiet Mengen, Längen und Gewichte in der Mittleren Gruppe – eine Kurzfassung

7.1.2. Zum besseren Verständnis der Mengenbegriffe

7.1.3. Erste Aufgaben für Kinder

7.2. Bestimmung von Gesamt- und Teilmengen

7.2.1. Unterscheidung nach qualitativen und quantitativen Beziehungen zwischen den Elementen einer Gesamtmenge

7.2.2. Das Vereinigen von Teilmengen zu Gesamtmengen

7.2.3. Kurzfassung über Verfahren zur Arbeit mit Mengen

7.2.4. Erhöhung des Schwierigkeitsgrades in den Anforderungen beim Mengenvergleich

7.2.5. Mengen anders wahrnehmen

7.3. Vergleichen von Längen, Breiten und Höhen

7.3.1. Die Charakteristik des Vergleiches von Längen und Breiten

7.3.2. Vergleichen von Gegenständen nach ihren Eigenschaften größer – kleiner usw. und Formulierung der Zahlwörter

7.3.3. Mit dem Lineal erste Längenmessungen vornehmen

7.3.4. Bekanntmachen mit geometrischen Flächen

7.3.5. Bekanntmachen mit geometrischen Körpern

7.3.6. Zuordnung von geometrischen Flächen und Körpern

7.4. Die Arbeit mit Gewichten/Massen

7.4.1. Schwerer als, leichter als - Vergleiche von Messen mit der einfachen Balkenwaage

7.5. Literatur

In dieser Reihe erschienen: Band 1

Band 2

Einleitung

Zum besseren Verständnis der vorliegenden Publikationen

In den Publikationen aus der Reihe „Lernen will gelernt sein“ werden wissenschaftliche Lerninhalte für Vorschulkinder altersgerecht und systematisch in verschiedenen Fachbereichen aufbereitet. In diesem Band (3) finden sie allgemeine Betrachtungen zur pädagogischen Arbeit in der Altersgruppe der 4 bis 5 Jährigen. Die Fachthemen Muttersprache/Literatur und Natur schließen sich an. Im Band 4 wird diese Arbeit in folgenden Fachbereichen weitergeführt:

Mengen, Längen und Gewichte (ab der Mittleren Gruppe)

- Kunst (Malen, Zeichnen, Formen, Bauen, Basteln)

- Musik

- Gesellschaft

- Medienkunde

Jede Altersgruppe hat ihre entwicklungspsychologischen Besonderheiten die bei der Wissensvermittlung in den Beschäftigungen berücksichtigt werden müssen. Aus diesem Grund sind für jede Altersgruppe zwei Bände vorgesehen.

In der Reihe „Lernen will gelernt sein“ sind die Bände 1 und 2 erschienen

3 bis 4 Jahren           (Band 1 und 2)                     → Jüngere Gruppe

Die Reihe wird unter dem Titel fortgesetzt:

„POLYTECHNISCHE BILDUNG IN DER VORSCHULPÄDAGOGIK

unter den Gesichtspunkten des altersspezifischen Lernverhaltens“

4 bis 5 Jahren        (Band 3 und 4 in Arbeit)              → Mittlere Gruppe

5 bis 6 Jahren        (Band 5 und 6 in Planung)           → Ältere Gruppe

Beginnend in der Jüngeren Gruppe über die Mittlere Gruppe bis zum Schulbeginn greifen alle Lerninhalte in den Publikationen ineinander. Kerninhalte werden altersgerecht präzisiert und vertieft. Die individuelle Förderung der geistigen, körperlichen, sozialen Fähigkeiten jedes Kindes sollte das Ziel der allseitigen polytechnischen Bildung und Erziehung im Kindergarten sein. Kinder wollen lernen und ihre erbrachten Leistungen untereinander vergleichen. Sie sind stolz auf ihre erreichten Ergebnisse aus den Beschäftigungen, die sie am Nachmittag voller Freude den Eltern präsentieren.

Im Alter von 3 bis 6 Jahren vollzieht sich die größte Veränderung im Lernverhalten. Die geistigen Bedürfnisse 4 bis 5 Jähriger unterscheiden sich erheblich von den geistigen Bedürfnissen Dreijähriger. Darauf sollte jeder Erzieher/in bei der Planung ihrer Beschäftigungen achten. Wenn die Kinder nicht an die Durchführung täglicher Lerneinheiten gewöhnt sind, sollten sie an diese Organisationsformen spielerisch herangeführt werden. Sie sind sonst schnell überfordert. Erzieher/innen die darüber nachdenken die Wissensvermittlung in Form von Beschäftigungen für ihre Gruppe organisieren zu wollen, sollten daher erst auf den Band 1 und 2 aus dieser Reihe zurückgreifen.

Welche Anforderungen stellt die Gesellschaft an die Erziehung?

Die wissenschaftliche Pädagogik ist eng mit den Gedanken der Philosophie verbunden. Philosophen beschäftigen sich mit den Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, nach dem Sinn des Lebens und dem Ziel der menschlichen Existenz. Die wissenschaftliche Pädagogik hinterfragt die Mittel und Methoden, wie die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft auf die künftigen gesellschaftlichen Anforderungen im Leben vorbereitet werden sollen. Das Grundwissen aller Kinder ist so breit aufzustellen, dass sie den schulischen Anforderungen und digitalen Herausforderungen gewachsen sind. Ob wir wollen oder nicht, dass Thema „Künstliche Intelligenz“ wird früher oder später die folgenden Generationen in einem hohen Maße durchdringen. Ohne technische Hilfsmittel wird es sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich nicht mehr gehen. Die Vernetzung in der globalisierten Welt nimmt teilweise recht beängstigende Züge an. Die Entwicklung schreitet immer schneller voran. Entweder reihen wir uns in diesen Strom der Technikaffinen ein oder wir verweigern uns, was in der Regel nicht mehr funktioniert.

Welche Anforderungen werden an das künftige Zusammenleben in unserer Zivilgesellschaft gestellt? Gegenseitige Rücksichtnahme, ehrenamtliche Tätigkeiten, die eigene Meinung ohne Einschränkungen offen vertreten zu können oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist ein hohes Gut unserer demokratischen Wertegemeinschaft.

Wie soll unser demokratisches Wertesystem fit für die Zukunft gemacht werden? Das ist eine Frage mit der wir uns dringend beschäftigen müssen. Bildungs- und Erziehungsarbeit beginnt in Krippe und Kindergarten. Rollenbilder werden in diesem Alter geprägt. Unser Verständnis vom gesellschaftlichen Zusammenleben wird zunehmend von eingewanderten Ethnien in Frage gestellt. Der plötzliche Zustrom von Menschen aus anderen Kulturkreisen ist für die Gesellschaft eine Herausforderung, der wir uns täglich stellen müssen. Nicht wenige Schutzsuchende übertragen ihre kulturellen Traditionen und gesellschaftlichen Werte 1: 1 auf unser Wertesystem. Dabei prallen Welten aufeinander. Diese geistige Haltung hat sich in den letzten Jahren ebenfalls bei Mitbürgern mit Migrationshintergrund erneut durchgesetzt, die bereits seit Jahrzehnten in unserem Land leben und deren Kinder in unserer Gesellschaft ohne Probleme sozialisiert worden sind. Gerade diese junge Generation findet vermehrt Halt in einem tief religiösen Glauben. Jeder soll die Religion ausüben für die er sich bestimmt fühlen mag. Das sei unbenommen. Es sollte jedoch die Privatangelegenheit jedes Einzelnen bleiben. Ein hohes Bildungsniveau bei den Jüngsten der Gesellschaft zu gewährleisten, ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen und sollte zumindest an allen staatlichen Einrichtungen der Kindererziehung bis hin zu den Universitäten gewährleistet werden.

Die Lehre ist der Wissenschaft verpflichtet!

Pädagogen die sich der Vermittlung polytechnisch-wissenschaftlicher Lehrinhalte verpflichtet fühlen stimmt es befremdlich, dass immer mehr kirchliche Inhalte an staatlichen Kindertagesstätten und Schulen durch gesetzliche Hintertüren in die Bildung einfließen. Kinder im Vorschulalter werden nicht mehr systematisch an wissenschaftliche Bildungsinhalte herangeführt. Die altersgerechte Wissensvermittlung wird von bürgerlichen Lehrkräften der Erziehungswissenschaften an Universitäten und Hochschulen als diktatorisch und unterdrückend angesehen. Das Ergebnis dieser Bildungspolitik wird mit jedem Jahr deutlicher. Viele Schulabgänger können nicht richtig Lesen und Schreiben. Von einfachen Flächenberechnungen mal ganz abgesehen. Deutsche Bildungspolitiker müssen sich über das miserable Abschneiden deutscher Schüler im internationalen Bildungsvergleich nicht wundern. Der Fehler liegt nicht nur in der chronischen Unterfinanzierung des Bildungssystems. Er ist im System begründet.

Der globale Leistungsdruck wird in der Arbeitswelt nicht nur von der Industrie ins unermessliche gesteigert. Alle Berufsgruppen unterliegen heute einem unerträglichen Maß an ökonomisch-optimierten und finanziellen Zwängen. Es nutzt in der Bildungspolitik nichts, wenn die Verantwortlichen die Augen vor dieser Tatsache verschließen und Vorschuleinrichtungen weiterhin als Orte der individuellen Bildung und kindlichen Erbauung durch die Pippi-Langstrumpf-Brille betrachten. Sicher sollen sich Kinder individuell und frei entwickeln können. Sie sollen aber auch optimal auf die schulischen und später auf die beruflichen Anforderungen vorbereitet werden.

Bildung beginnt in Kinderkrippe und Kindergarten!

Kinder stehen unter dem besonderen Schutz der UN-Kinderrechtskonvention (05.04.1992) und dem Bundeskinderschutzgesetz (01.01.2012). Darin sind ihnen Entwicklungs-, Förderungs-, Schutz- und Beteiligungsrechte zugesichert. Diese Rechte sind hohe Güter unserer westlich demokratischen Zivilgesellschaft. Sie sollen jedem Kind die optimalen Förderungen seiner individuellen Fähigkeiten/Fertigkeiten ermöglichen und damit die gleichen Bildungschancen garantieren. Das ist die strahlende Seite der Medaille.

Die Umsetzung der rechtlichen Bestimmungen

Die rechtlichen Bestimmungen für die pädagogische Arbeit in Kindertagesstätten sind vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport im Land Brandenburg in den:

„Grundsätze elementarer Bildung in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg“

festgeschrieben worden. Die „Bildungsziele“ sind für jede staatliche Einrichtung rechtlich bindend. Sie werden in den Konzeptionen der Einrichtungen vollumfänglich umgesetzt.

Beschäftigt man sich eingehend mit den „Grundsätzen elementarer Bildung in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg“ und den Konzeptionen einzelner Einrichtungen, sieht man sich in der Pippi-Langstrumpf – Ebene gefangen.

Die Pippi-Langstrumpf-Ebene in der Vorschulpädagogik

Starke Kinder mit großer Klappe, die alles besser wissen und sich von Er-Wachsenen bzw. Erziehern/innen nichts mehr sagen lassen.

Kinder die immer Recht haben müssen, denen Kompetenzen zugeschrieben werden, die sie nicht haben können weil sie diese erst erwerben müssen.

Kinder die sich nur mit den Dingen beschäftigen, an denen sie Interesse haben und darin von den Erziehern bestärkt werden.

Kinder die in ihrem Tun nicht mehr angeleitet sondern nur noch begleitet werden.

Kinder denen das breite Allgemeinwissen fehlt weil es ihnen in den Beschäftigungen nicht mehr vermittelt wird.

Die angestrebten Bildungsziele in den Konzeptionen können Vorschulkinder nur unzureichend auf den schulischen Alltag vorbereiten. Den Kindern fehlen schlichtweg allgemeinbildende polytechnische Grundkenntnisse in den verschiedenen Fachgebieten. Deren Vermittlung sollte die Kernaufgabe pädagogischer Einrichtungen sein. Wohlgemeinte Vorgaben in den Konzeptionen schießen nicht selten über das Ziel hinaus. Sie spiegeln sich in folgenden Aussagen wieder.

Das Bild vom Kind in den Konzeptionen verschiedener Einrichtungen

„Kinder streben nach Unabhängigkeit und Vervollkommnung, sie möchten alleine erkennen, denken, sprechen, und handeln und wollen nicht vom Erwachsenen abhängig sein. Aus diesem Grund legt das Kind selbst für sich fest, was es interessiert, was seine Neugierde weckt und es bestimmt selbst die Dauer und die Form der Auseinandersetzung.“

Quelle: Konzeption Kita Birkengrund, Neuruppin, S. 4

„Wir sehen Kinder als kompetente kleine Menschen, die in der Lage sind, ihren Alltag eigenständig zu gestalten. Wir trauen Kindern etwas zu und begegnen ihnen mit Achtung, Respekt und Wertschätzung.“

Quelle: Konzeption Kita Gänseblümchen, Neuruppin, S. 5

„Kinder müssen nicht gebildet werden, sie bilden sich selbst! Alles was ich Kindern zeige, können sie nicht selbst entdecken!“

Quelle: Konzeption Kita Kunterbunt, Neuruppin, S. B2

„In unserer Einrichtung führen wir jeden Montag eine „Kinderkonferenz“ mit den Kindern ab Altersstufe vier durch. Hier werden Aufgaben festgelegt und Angebote für die Woche besprochen.“

Quelle: Konzeption Kita Birkengrund, Neuruppin, S. 3

Vertrauensbildende Maßnahmen

„Die Kinder können je nach Entwicklungsstand den Leseraum für einen über schaubaren Zeitraum (bis 20 min.) mit Abmeldung bei der Erzieherin aufsuchen.“

Quelle: Konzeption Kita Gänseblümchen; Neuruppin, S. 14

„Spielen ohne Aufsicht: Wir schaffen Momente, in denen sich die Kinder im Außen- und Innenbereich selbständig und aktiv bewegen können, um ihnen Vertrauen zu schenken und ihre Eigenständigkeit zu unterstützen. Dabei achten wir auf den Alters- und Entwicklungsstand des Kindes. Diese Momente wollen wir ausbauen und stärken.

Quelle: Konzeption Kita Regenbogen, Neuruppin, S.10

Die Rolle der Erzieher/innen

„Wir sehen unsere Rolle als Erzieherinnen als Begleiter der Kinder bei ihrer Entwicklung. Jedes Kind soll von uns in seiner Entwicklungsstufe wahrgenommen, dort abgeholt und begleitet werden.“

Quelle: Konzeption Kita Birkengrund, Neuruppin, S.4

„Wir sehen unsere Kinder als Experten in eigener Sache. Das erfordert von uns berufliches Geschick und Einfühlungsvermögen sowie professionellen Einsatz.“

Quelle: Konzeption Kita Spatzennest, Neuruppin, S. 11

Schuleingangsuntersuchungen sind die ersten Überprüfungen zum geistigen und körperlichen Entwicklungstand der Kinder. Sie finden ein Jahr vor der Einschulung statt. Für einige Eltern und Kinder fallen die Ergebnisse sehr ernüchternd aus. Dass müsste nicht sein, denn durch altersgerechte Beschäftigungen würde sichergestellt, dass alle Kindern ein breites Basiswissen erwerben und ihnen so der Weg zur Bildung offen steht.

Heutige Anforderungen der Schuleingangsuntersuchung

Quelle: Schuleingangsuntersuchung-Das wird gemacht vor der Einschulung.
https://www.kinderinfo.de/ratgeber/schuleingangsuntersuchung/

„- den eigenen Namen schreiben

bis zehn zählen

ein Bild nach einer Vorlage malen

Bildunterschiede erkennen

Formen und Farben benennen

sprachliche Laute korrekt aussprechen

sich kleine Sätze merken und wiedergeben

Anweisungen entsprechend umsetzen

auf einem Bein stehen und hüpfen

vorwärts und rückwärts auf einer Linie gehen können

Auch wenn für jedes Kind eine Schuleingangsuntersuchung vorgeschrieben ist, ist sie überall anders geregelt. Nicht nur die Dauer, sondern auch die Testinhalte variieren von Bundesland zu Bundesland.“

Analyse der Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung in Brandenburg 2015

Quelle: Ellsäßer, G., Friedrich, Ch., 05/2017: Gesundheit von Schülerinnen und Schülern-vom Schulstart bis zur 10. Klasse. In: Gesundheit von Schülerinnen und Schülern in Brandenburg, S. 9-15. Hrsg.: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

100% = 23.826 Kinder

52,9% = 12.612 Jungen

47,1% = 11.214 Mädchen

Beeinträchtigungen

Jungen 12.612
%          Anzahl

Mädchen 11.214
%          Anzahl

Sprach- und Sprechstörungen

25,0%

3153

18,6%

2086

visuelle Wahrnehmungsstörungen

12,3%

1551

7,8%

875

Störungen der Feinmotorik

20,1%

2535

10,9%

1222

Bewegungsstörungen

9,3%

1173

3,8%

426

psychische Störungen

15,4%

1942

8,6%

964

von schulpflichtigen Kinder gesamt

(23.826)

 

 

 

schulrelevante Entwicklungsstörungen mit einer fachärztliche Behandlungsempfehlung

33,0%

7863

ca. ⅓ der Kinder

psychische Störungen

24,6%

5861

ca. ¼ der Kinder

Auswirkungen psychischer Störungen:

- das soziale Verhalten der Kinder
- die Leistungsbereitschaft/Bildungserfolg
- die Lebensqualität von Kindern aus

allgemeine
Entwicklungsstörungen

19,2%

4575

ca. der Kinder

medizinisch-therapeutische/ heilpädagogische Frühförderung (12 Monatevor Schulbeginn)

31,3%

7470

ca. ⅓ der Kinder

Alleine im Land Brandenburg gibt es jährlich ca. 3.500 Kinder, die nicht in der Lage sind, die einfachen Anforderungen der Schuleingangsuntersuchung zu erfüllen. Das ist sicher nur die Spitze des Eisberges, denn die Zahlen der Kinder, die einfach nur weitergeschleust werden sind in den Statistiken nicht berücksichtigt. Sie werden stillschweigend geduldet. Ein Versäumnis das sowohl den Eltern als auch der Struktur in der elementaren Bildung zugeschrieben werden kann.

Mit Beginn der ersten Klasse, verlangen viele Eltern von den Lehrern, dass sie ihre zum Teil verzogenen und lernunwilligen Sprösslinge auf das Lernniveau des Gymnasiums trimmen. Am besten sollte dieses Leistungsniveau nach der zweiten oder dritten Klasse erreicht sein. Wie soll das funktionieren? In einer Grundschulklasse sind etwa 23 Schüler die stets darum bemüht sind, die Aufmerksamkeit der Lehrer/innen auf sich zu ziehen. Grundschullehrer/innen stehen nun vor der Herkulesaufgabe, zuerst Grundwissen zu vermitteln um eine gemeinsame Lernbasis mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu schaffen. Nicht selten stehen Welten zwischen dem realen Wissensstand der Kinder und dem Wunschdenken der Eltern. Besonders oft trifft es dabei Helikoptermütter/Väter die nicht sehen wollen, welche Defizite in der geistigen Bildung bzw. der psychologischen und physiologischen Entwicklung ihrer Kinder vorhanden sind. Viele der Eltern wollten nur das Beste für ihr Kind und gehen trotz Beweisen immer noch davon aus, dass ihre Kinder kleine Einsteine sind.

Das Fehlen einer leistungsbezogenen Bewertung der Arbeiten von Kindern in Kindergarten und Grundschule, sei es im Rahmen einer Benotung oder verbalen Wertung trägt ebenso dazu bei, dass viele Kinder gar nicht mehr wissen warum sie überhaupt in die Schule gehen sollen, geschweige denn den Lehrern/innen im Unterricht aufmerksam folgen müssen. Dazu kommen die latenten Klageandrohungen der Eltern gegenüber dem pädagogischen Personal. Anstatt den Kindern zu vermitteln, dass sie nur durch eigene Anstrengungen bessere Ergebnisse erzielen, werden gute Noten immer häufiger durch Juristen erstritten.

Durch die negative Einstellung der Bildungspolitik gegenüber einer polytechnisch-wissenschaftlichen Wissensvermittlung in Form der täglichen Beschäftigungen gehen den Kindern bis zum ersten vollendeten Schuljahr 5 Jahre BILDUNG verloren!

Kinderkrippe

1 Jahr

Kindergarten

3 Jahre

Grundschule

1 Jahr bis zu einer gemeinsamen Wissensbasis

Warum gehen den Kindern 5 Jahre Bildung verloren, obwohl sich die Erzieher/innen liebevoll und intensiv um sie kümmern?

Die Standpunkte in den Erziehungswissenschaften

1. Kinder bilden sich ausschließlich aus sich selbst heraus.

2. Sie bedürfen keiner Anleitung durch Erzieher/innen weil sie schon „kleine Experten“ sind.

3. Kinder sind nicht nur „Experten“ in eigener Sache. Sie werden in der Literatur mit einem überbordenden Maß an „Kompetenzen“ ausgestattet, wo sich

jeder wissenschaftliche Pädagoge fragt, ob Erzieher/innen damit nicht einzig zu Handlangern der Kinder degradiert werden.

4. Normen und Regeln schränken Kinder in ihrer individuellen Entwicklung erheblich ein. Durch einen geregelten Tagesablauf mit einer oder zwei Beschäftigungen werden die Kinder zu Maschinen erzogen.

Dem Leser wird an dieser Stelle aufgefallen sein, dass sich die eben ausgeführten Punkte in gewisser Weise mit vorangegangenen Passagen doppeln. Leider ist es so, denn in den formulierten Bildungszielen fließen wissenschaftliche Erkenntnisse aus Forschungsarbeiten der Erziehungswissenschaften ein, die sich dann in den „Grundsätze elementarer Bildung in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg“ wiederfinden und in den Einrichtungen der Vorschulerziehung umgesetzt werden müssen. Aus diesem Grund ist diese Dopplung zustande gekommen.

Kurzfassung

Forschungsergebnisse in den Erziehungswissenschaften

Gesetzliche Richtlinien aus dem Ministerium für Bildung, Jungend und Sport

Umsetzung der Richtlinien in der pädagogischen Arbeit

Der Bildungsmonitor

Wie wichtig ein Umdenken in den Auffassungen über die Bildung und Erziehung in der Vorschulpädagogik in Berlin und Brandenburg ist, belegen die Platzierungen im nationalen Bildungsmonitor. Im Bildungsmonitor von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wird die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme aller 16 Bundesländer untereinander verglichen. Schlusslichter sind seit Jahren Berlin und Brandenburg.

Jahr

Berlin

Brandenburg

 

2014

16

14

 

2015

16

15

 

2016

16

15

 

2017

16

14

 

2018

13

14

 

2019

16

15

Quelle: INSM-bildungsmonitor.de

Die Platzierungen beider Bundesländer im nationalen Gesamtranking sprechen für sich. Das miserable Abschneiden ist seit Jahren Inhalt so mancher Debatten in den Dezernaten des Ministeriums. Den Verantwortlichen fehlt einfach der Willen etwas an der Struktur der Bildung ändern zu wollen. Betrachtet man die Strukturen der Bildungssysteme von Berlin und Brandenburg, fällt die unzureichende polytechnisch-wissenschaftliche Bildung von Vorschulkindern zuerst ins Auge. Warum ist das so? Wenn honorige Wissenschaftler aus den Erziehungswissenschaften die Meinung vertreten, dass die Vermittlung gerichteter polytechnischer Bildungsinhalte in Beschäftigungen diktatorische Züge tragen und Kinder dabei zu Maschinen abgerichtet werden, muss man sich über diese Einstellung im Angesicht von Bildungsnotstand und Fachkräftemangel sehr wundern.

Was ist der Bildungsmonitor?

Der Bildungsmonitor ist eine statistische Erhebung im Auftrag der Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“. Die Erhebung und Auswertung der Daten erfolgt im Institut der deutschen Wirtschaft/Köln. Alle Erhebungen fließen in den Forschungsbericht des jährlich erscheinenden Bildungsmonitors ein. Von den Forschern wurden 13 allgemeine Schwerpunkte erarbeitet, die mit den Bildungssystemen der einzelnen Bundesländer in Bezug gesetzt werden.

Schwerpunkte Bildungsmonitor

Quelle: Plünnecke, A., RiesenI., Stetters, O., 20. August 2007: Bildungsmonitor 2007. Forschungsbericht, Institut der deutsche Wirtschaft Köln 2007, Seite 4-7

„1. Welche Priorität haben die Bildungsausgaben im Budget der Länder? Handlungsfeld: Ausgabenpriorisierung

2. Wofür werden die Ressourcen im Bildungssystem eingesetzt? Handlungsfeld: Inputeffizienz

3. Wie gut sind die Betreuungsrelationen in den Bildungseinrichtungen? Handlungsfeld: Betreuungsbedingungen

4. Wie gut ist die Förderinfrastruktur ausgebaut, um Lernschwächen rechtzeitig auszugleichen? Handlungsfeld: Förderinfrastruktur

5. Wie gut sind die Voraussetzungen für eine Bildung, die sich an den Bedürfnissen einer international vernetzten Wirtschaft orientiert? Handlungsfeld: Internationalisierung

Neben diesen fünf inputorientierten Handlungsfeldern wird im Bildungsmonitor auch der bildungsökonomische Output betrachtet, da sich dieser nicht direkt durch die Inputfaktoren bestimmen lässt, sondern neben dem sozioökonomischen Umfeld auch von den Rahmenbedingungen abhängt, die wiederum die Qualität der Prozesse in den Bildungseinrichtungen bestimmen (Ziele und Strategien, Führung und Management, Schulkultur, etc.).

Die acht outputorientierten Handlungsfelder werden durch folgende Fragestellungen charakterisiert:

6. Wie stark geht die ökonomisch kostbare Zeit im Bildungssystem verloren durch verspätete Einschulungen, Wiederholungen, Ausbildungsabbrüche etc.? Handlungsfeld: Zeiteffizienz

7. Wie hoch sind die durchschnittlichen Kompetenzen der Schüler in Mathematik, den Naturwissenschaften sowie dem Textverständnis?
Handlungsfeld: Schulqualität

8. Wie hoch ist der Anteil derjenigen Schüler, für die aufgrund mangelnder Kompetenzen oder fehlender Abschlüsse zu befürchten ist, dass ihnen der Einstieg ins Arbeitsleben und eine erfolgreiche berufliche Laufbahn misslingt? Handlungsfeld: Bildungsarmut

9. Wie eng sind dabei Kompetenzen und Abschlüsse mit dem sozioökonomischen Hintergrund der Bildungsteilnehmer verknüpft? Wie gerecht sind folglich die Bildungschancen? Handlungsfeld: Integration

10. Inwieweit stärkt das berufliche Bildungssystem die Arbeitsmarktchancen durch erfolgreiche Berufsvorbereitung, ein hohes Ausbildungsstellenangebot und erfolgreiche Abschlüsse sowie Fortbildungsbeteiligung? Handlungsfeld: Berufliche Bildung / Arbeitsmarktorientierung

11. Wie hoch ist der Beitrag der Länder zur Ausbildung des akademischen Nachwuchses durch eine hohe Zahl an Studienberechtigten und Hochschulabsolventen? Handlungsfeld: Akademisierung

12. Inwieweit wird dabei den Bereichen der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) Rechnung getragen, die für die technologische Leistungsfähigkeit entscheidend sind? Handlungsfeld: MINT

13. Und inwiefern stärken die Hochschulen relativ zur Wirtschaft insgesamt die Forschung in einem Bundesland? Handlungsfeld: Forschungsorientierung

Diese 13 Handlungsfelder stellen den Kern des Bildungsmonitors 2007dar. Es ist folglich in der vorliegenden Studie zu untersuchen:

1. Inwieweit haben diese 13 Handlungsfelder einen Bezug zum ökonomischen Leitgedanken des Bildungsmonitors – die Unterstützung des Wachstumspo tenzials in Deutschland?

2. Wie lassen sich die Handlungsfelder in die bildungsökonomische Forschung einordnen, durch Meta-Studien fundieren und durch Indikatoren abbilden?

3. Wie lassen sich die Ergebnisse der Handlungsfelder auf Basis der 13 Ebenen und insgesamt aggregieren? Inwieweit ist das Gesamtergebnis bezüglich verschiedener Aggregationsgewichte stabil? Welche Muster bzw. Stärken-Schwächen-Profile lassen sich für die 16 Bundesländer herausfiltern? “

Spätestens an dieser Stelle bekommen heutige Pädagogen Schnappatmung, predigen sie doch seit Jahrzehnten ausschließlich die individuelle und kreative Erziehung der Kinder. Laut bürgerlicher Lehrmeinung müssen sich die Kinder an keinen Vorbildern orientieren. Sie brauchen sich nur mit den Inhalten beschäftigen die sie interessieren. Das eigenverantwortliche Streben nach breit aufgestelltem Wissen wird den Kindern mit dieser Pädagogik nicht mehr vermittelt. Um dies herauszufinden kann man sich die Mühe machen und die Vorgaben vom Ministerium lesen oder sich in aller Ausführlichkeit mit den Erziehungszielen einzelner Vorschuleinrichtungen befassen. Dazu hat jede Einrichtung eine Konzeption erarbeitet.

Der Gedanke an die Einbeziehung ökonomischer und zielorientierter Aspekte in die Arbeit der Erzieher/innen wird von den Erziehungswissenschaftlern/innen weit von sich gewiesen. In deren Augen ist die gerichtete wissenschaftliche Bildung von Krippen- und Kindergartenkindern ein Frevel. Gerichtete Bildung verbiegt die Kinderseele und schränkt die Kreativität ein. In den Konzeptionen stehen dann solche Leitsätze wie:

„Kinder müssen nicht gebildet werden, sie bilden sich selbst! Alles was ich Kindern zeige können sie nicht selbst entdecken!“

Quelle: Konzeption Kita Kunterbunt, S. B, 2Neuruppin

Mit dieser Einstellung zur pädagogischen Arbeit muss sich niemand wundern, dass das Bildungsniveau in Deutschland beständig weiter sinkt. Wenn sich an dieser Sicht nichts ändert, werden wir in nicht allzu ferner Zukunft in diesem Punkt zur geistigen Wüste. Es liegt einzig in unserer Hand der Bildung wieder den Platz einzuräumen der ihr gebührt.

Alle Berufe in Handwerk, Handel oder Ingenieurswesen kommen nicht ohne Grundwissen in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik aus. Es gibt keine „einfachen“ Handwerksberufe mehr. Heutige Berufsausbildungen sind aufgrund der Vielzahl von Materialien, Maschinen oder Arbeitsprozessen zu hochkomplexen Einheiten geworden. Jeder Maurer, jeder Trockenbauer, jeder Fußbodenleger sollte die Eigenschaften seiner Bau- und Klebstoffe kennen. Er muss wissen wie die Materialien miteinander reagieren. Gleiches gilt für den Umgang mit Lacken und Farben. Die Liste ließe sich beliebig lang erweitern. Vor diesem Hintergrund sollte in der Bildungspolitik dringend darüber nachgedacht werden ob altersgerechte, gerichtete Beschäftigungen wieder in die tägliche Bildungsarbeit aufgenommen werden sollen. Deutschland stürzt im internationalen Ranking immer weiter in die internationale Bedeutungslosigkeit ab.

Warum müssen deutsche Politiker FACHKRÄFTE im Ausland für den deutschen Arbeitsmarkt anwerben?

„Laut Quelle gab es im Abgangsjahr 2018 insgesamt 53.595 Personen, die als Schulabgänger ohne einen Hauptschulabschluss eine allgemeinbildende Schule verlassen haben.“

Förderschulen

23.760 Schulabgänger

Hauptschulen

9.228 Schulabgänger

Integrierte Gesamtschulen

8.577 Schulabgänger

Schularten mit mehreren Bildungsgängen

6.996 Schulabgänger

Realschule

2.757 Schulabgänger

Gymnasien

1.923 Schulabgänger

Waldorfschulen

354 Schulabgänger

 

53.595 Schulabgänger ohne Abschluss

Quelle: Rudnicka, J., 15.11.2019: Anzahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss in Deutschland im Abgangsjahr 2018 nach Schularten.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1590/umfrage/schulabgaenger-ohne-hauptschulabschluss-in-deutschland-nach-schularten/

„Schulabsolventen/ -abgänger in Deutschland nach Abschlussart 2018

Die Statistik zeigt die Anzahl der Schulabsolventen/-abgänger in Deutschland im Abgangsjahr 2018 nach Abschlussart. Im Abgangsjahr 2018 beendeten 341.640 Schulabsolventen in Deutschland die Schule mit einem Realschulabschluss. Insgesamt gab es im Abgangsjahr 2018 in Deutschland 812.205 Schulabsolventen/ -abgänger.“

Rudnicka, J., 15.11.2019: Schulabsolventen/ -abgänger in Deutschland nach Abschlussart 2018.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/235973/umfrage/schulabsolventen-abgaenger-in-deutschland-nach-abschlussart/

Das Ergebnis ist erschreckend:

Gesamtzahl der Schulabgänger im Jahr 2018 (mit und ohne Abschluss)

812.205 Schulabgänger mit Abschluss

+ 53.595 Schulabgänger ohne Abschkuss

865.800 Schulabgänger insgesamt

865.800: 53.595 = 16,1544 …≈ 16

JEDER SECHZEHNTE SCHULABGÄNGER HAT KEINEN ABSCHLUSS!

Warum stehen in diesem Land ein großer Anteil an offenen Ausbildungs- und Arbeitsstellen Heerscharen von arbeitslosen jungen Menschen gegenüber? Die Fehler liegen in den Bildungsstrukturen des föderalen Systems:

1. Von Kindern werden keine altersgerechten Leistungen mehr gefordert.

2. Die altersgemäße Vermittlung gerichteter Bildungsinhalte werden in den Vorschuleinrichtungen nicht mehr durchgeführt

3. Kinder müssen sich nicht mehr anstrengen um ein Ziel zu erreichen.

4. Die realistische Bewertung erbrachter Leistungen von Kindern findet nicht mehr statt.

5. Unterricht wird von größeren Kindern als Spaßveranstaltung gesehen, an denen man teilnehmen kann oder auch nicht.

6. Sanktionen bei einem willentlichen Fehlverhalten von Kindern und Jugendlichen werden nicht ausgesprochen bzw. deren Einhaltung von Pädagogen nicht eingefordert, weil langwierige juristische Verfahren auf Selbstkosten drohen.

7. Unter diesen Umständen sind realistische Benotungen nicht möglich.

Realistisch werden die geistigen und körperlichen Leistungen in den Schulen erst dann bewertet, wenn die Kinder zu jungen Erwachsenen herangewachsen sind, die sich um eine Lehrstelle oder einen Studienplatz bewerben müssen. Aus heiterem Himmel klaffen bei den Betroffenen auf einmal Bildungslücken, die keiner im Vorfeld erkannt haben will. Zeigen die Jugendlichen nicht von sich aus das Interesse daran, die Bildungslücken schließen zu wollen, hat sich die berufliche Kariere an dieser Stelle bereits für einen Großteil der Schüler erledigt. Für sie bleiben nur ungeliebte einfache Tätigkeiten mit geringen Einkünften am Arbeitsmarkt. Aber auch die Arbeitsplätze im sogenannten Billiglohnsektor werden in der globalisierten Welt in den Industrieländern immer weniger.

Welche Schlüsse sollte man in der Bildungspolitik in Berlin und Brandenburg aus den miserablen Ergebnissen ziehen?

Für künftige Generationen bedeutet es, dass in den Kinderkrippen und Kindergärten wieder altersgerechte und wissenschaftliche Bildungsinhalte allen Kindern in Beschäftigungen vermittelt werden müssen, ohne das eine Heerschar bürgerlicher Pädagogen daherkommt und den geregelten Tagesablauf mit den beiden Beschäftigungseinheiten als „diktatorischen Eingriff in die Selbstbestimmung der Kinder“ bezeichnet.

Das Leistungsvermögen einer Gesellschaft ist immer vom Bildungsgrad der in ihr lebenden Menschen abhängig. Deutschland ist direkt auf dem besten Weg seine geistigen Potenziale mit der verfehlten Bildungspolitik gegen die Wand zu fahren. Viele Verantwortliche in der Bildung sind der Meinung, dass das „richtige“ Lernen mit der Schule beginnt. Sie werten damit Kinderkrippen und Kindergärten zu Orten der kindlichen Erbauung ab. Zwischendurch wird mal ein bisschen was gelernt. Jedes Kind braucht sich nur mit den Themen beschäftigen, die es für sich als nötig erachtet. Mit dieser krassen Fehleinschätzung ist die deutsche Bildungspolitik dafür verantwortlich, dass die Zeit der ersten vier bis fünf Lebensjahre buchstäblich vergeudet werden. Einrichtungen der Vorschulpädagogik müssten wie Vorschulen mit festen Bildungsstrukturen eingerichtet werden, wo alle Kinder in kleinen Gruppen gerichtet aber ohne Leistungsdruck an die Vielfalt der Themen in den verschiedenen Fachbereichen herangeführt werden. Diese Bildungsziele lassen sich nur verwirklichen, wenn die Organisationsformen der Beschäftigungen wieder zugelassen werden, in denen die Kinder in ihrem Tun und Denken von Erziehern/innen angeleitet werden. Das Bildungsniveau im Elternhaus spielt dann keine Rolle mehr.

Kinder müssen ihr Wissen selbst erarbeiten können. Sie erwerben ihre Kenntnisse durch ständiges Beobachten, Experimentieren und Analysieren. Durch Wiederholungen festigen sie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu einem breiten Grundwissen. Alle Kinder gleichen Alters durchlaufen die gleichen physiologischen und psychologischen Entwicklungsstufen. Sie begreifen ihre Umwelt durch den intensiven Einsatz ihrer Sinne.

Sinne: Sehsinn, Geschmackssinn, Geruchssinn, Tastsinn, Gleichgewichtssinn, Hörsinn

Welche Inhalte sollen den Kindern vermittelt werden um sie optimal auf das Leben in unserer Wertegemeinschaft vorzubereiten? Das ist eine Frage, die sich viele Eltern gleich nach der Geburt ihres Kindes stellen.

1. Wer sein Kind(er) christlich erziehen will egal welcher Konfession kann dies in ausgewiesenen Einrichtungen der Vorschul- und Schulbildung tun.

2. Wer sein Kind(er) naturverbunden erziehen lassen möchte schickt sie in einen Waldkindergarten.

3. Wer hofft, dass sein Kind(er) aus sich selbst heraus,

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