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P.A.N.I.K. oder Die Abrechnung

Foto: Holylake-Studio-Berlin

Steh, Heuchler auf!

Wünsch ich schon deinen Tod,

So will ich doch nicht sein Vollstrecker sein.

W.Shakespeare: Richard III, Erster Akt, zweite Szene

Vorwort

Wer den ersten Band meiner Trilogie „L.O.G.I.K. oder Das Verlorene Recht“ nicht kennt, wird an der einen oder anderen Stelle auf Bezugnahmen treffen, die sich erst im weiteren Verlauf der Handlung erklären.

Daher sei zumindest die Definition von L.O.G.I.K. mit auf den Leseweg gegeben: Es handelt sich um die

Liga für OpferGerechtigkeit, Information und Korrektur.

Strafrichter haben sich in dieser Organisation zusammengeschlossen, um in einer Art Femegerichtsverfahren nach ihrer Auffassung ungerechte Urteile, insbesondere Freisprüche ordentlicher Strafgerichte zu korrigieren.

Hier noch einmal der Klappentext des 1. Bandes:

Martin Voss, erfolgreicher Berliner Rechtsanwalt, gerät in einen Strudel gefährlicher Ereignisse: Auf seine Ehefrau wird ein Anschlag verübt, den sie knapp überlebt. Als er selbst verdächtigt wird, die Tat in Auftrag gegeben zu haben, flieht er nach Schweden.

Gejagt von Polizei und Auftragsmördern versucht er, den wahren Täter zu finden. Dabei wird er mit einem dunklen Teil aus seiner Vergangenheit konfrontiert.

Und hinter all dem steckt eine geheimnisvolle Organisation…

Wird es ihm gelingen, das Geheimnis zu entschlüsseln?

Handlung und Personen des 2. Bandes sind genauso fiktiv und frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit existierenden Personen sind unbeabsichtigt und wären rein zufällig.

Orte und Gebäude, wie zum Beispiel die Heiligenseer Baggerberge, das dort befindliche Schullandheim, das ehemalige Innenministerium sowie der davor liegende Spielplatz am Moabiter Spreebogen und auch der bei der schwedischen Stadt Umeå befindliche Nydalasjön (sjön = See) existieren wirklich.

Wer allerdings versucht, die in dem See liegende Insel zu finden, wird scheitern: Die hat meine dichterische Fantasie dort hinein versetzt.

Es gibt sehr viele Seen in Schweden, die eine oder mehrere Inseln haben. Åsa wohnt aber in meinem Roman nun einmal am Südende des Nydalasjön, so dass ich hier „schummeln“ musste.

Das ist aber, so meine ich, in einem Roman erlaubt.

Eine nicht erfundene – tragische – Pointe muss ich noch erwähnen: Gerade als ich den Roman fertig gestellt hatte, erreichte mich eine Pressenachricht vom 16. August des Jahres aus Schweden: Am Nydalasjön brannte eine Hütte ab. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.

Hier der entsprechende Zeitungsausschnitt:

Bisweilen holt die Wirklichkeit die Fantasie ein.

Der Autor

Handelnde Personen

Martin Voss

Rechtsanwalt (RA) in Berlin

Jessica Voss

Seine Ehefrau

Dr. Maaß-Regnier

Ihr behandelnder Arzt

Rosemarie (Rosy) Jordan

Berliner Verfassungsschutz, Ref. IIC, Freundin von Jessica

Dr. Wenzel

Ihr Chef

Alfons Meier

Kriminaloberrat beim Bundeskriminalamt (BKA) Abt. St, genannt „Uhrwerk Orange“

Georg Nielsen

Leiter der Abt. SO (schwere und organisierte Kriminalität, auch mit Auslandsbezug) beim BKA

„Herr Mustermann“

Sein Vize

Singer

Agent für Spezialaufgaben in der Abt. SO des BKA

Anna

Agentin für Spezialaufgaben beim BKA

Dr. Bartels

Persönlicher Referent des Innenministers

VRiLG Dr. Weber

Vorsitzender Richter am Landgericht Berlin und dessen Vizepräsident

VRiBGH Huber

Vorsitzender Richter des 5. Strafsenats des Bundesgerichtshofes

OStA Müller

Oberstaatsanwalt, Abteilungsleiter (AL)/Gruppenleiter (GL) der KAP-Abteilung der Staatsanwaltschaft Berlin

StA Peter

Staatsanwalt in dessen Abteilung

KHK Wildenbruch

Kriminalhauptkommissar und Leiter der 3. Mordkommission (MK) des Landeskriminalamtes (LKA) Berlin

KK'inzA Boese

Kommissarsanwärterin 3. MK

Professor Wiese

Leiter der Rechtsmedizin

Erika Wendt

Witwe des verstorbenen ehemaligen StA Rüdiger Wendt

RA Schultz

Rechtsanwalt in Berlin

Agnes Winter

Rechtsanwältin in Berlin

Falk Schröder

Undercover-Ermittler beim BKA

Peters und Schmidt

Sein Team, genannt „Pat und Patachon“

Rainer Reusch

Freund von Schröder und Voss

Åsa Krusenstiern

Schwester der getöteten RA’in Lisa Krusenstiern

„Emil“ Larsson

Ehemals schwedischer Nachrichtendienst, jetzt Einsiedler auf einer Insel im Nydalasjön (Umeå, Schweden)

Haraldsson

Polizeichef im Bezirk Yttertävle/Umeå/Schweden

Gustaf

Betreiber des ICA-Ladens am Tomteboparken/Umeå

Frederik

Sein Sohn

Lasse

Bauer in Yttertävle

u.a.

Prolog

Der Kies knirschte unter ihren Schritten. Sie folgte dem gewundenen, von Büschen und Bäumen gesäumten Weg. Leise raschelten die Blätter.

Vor den Mond, der silbrig am Himmel stand, zog eine Wolke. Als der Mond wieder hervor trat, erblickte sie am Ende des Weges das Haus. Es war ein lang gezogenes Gebäude, das trotz der erleuchteten Fenster düster und drohend wirkte.

Undeutlich und schemenhaft gewahrte sie eine männliche Gestalt, die auf sie zukam. Sie wollte umkehren, aber etwas zwang sie vorwärts. Der Mann kam näher, sein Gesicht konnte sie nicht erkennen. Er streckte beide Arme nach ihr aus. Irgendwie gelang es ihr, an ihm vorbei zu schweben. Sie flog links an dem Haus vorbei und dann nach rechts. So gelangte sie auf die Rückseite.

Nun lief sie ohne sich umzusehen weiter und sprang in den See, der sich vor ihr auftat. Sie machte keine Schwimmbewegung, sondern sank.

Sie sank und sank, immer tiefer ging es hinab. Doch je tiefer sie kam, desto heller wurde es. Wunderschöne Farbenspiele tanzten, überirdisch schöne Sphärenklänge ertönten, rosa und blau gestreifte, fast durchsichtige Wesen, nicht von dieser Welt, umschwammen sie. Ein nie gekanntes Glücksgefühl durchströmte sie.

Doch in diesen herrlichen Anblick trat plötzlich der Mann vom Kiesweg. Er kam erneut mit ausgestreckten Armen auf sie zu und erklärte ihr energisch, dass sie in seinem Reich nichts zu suchen hätte. Sie schrie ihn an, er solle verschwinden, aber er packte sie bei beiden Schultern und schüttelte sie, schüttelte und schüttelte…

„Frau Voss, hallo, wachen Sie auf! Was ist denn, haben Sie schlecht geträumt?“

Krankenpflegerin Sybille blickte mitleidig auf Jessica Voss, die zögernd die Augen aufschlug. Sie ging zum Fenster und betätigte den Schalter, der die Jalousie hoch- und die schweren Vorhänge aufzog.

„Was haben Sie geträumt, erinnern Sie sich? Sie haben laut geschrien, war es so schlimm?“

Jessica Voss brauchte einen Moment, ehe sie sich wieder zurechtfand.

„Nein, eigentlich war es nicht schlimm, teilweise sogar ein schöner Traum. Aber bevor Sie mich geweckt haben, da war es schrecklich.“

„Wollen Sie mit dem Doktor darüber reden? Soll ich Sie anmelden?

„Nein danke, er kennt den Traum schon – mit Variationen. Wie spät ist es? Gibt es schon Frühstück?“

„Sie können in zwanzig Minuten zum Frühstück kommen. Und dann sollten Sie den Tag draußen genießen. Für Anfang April haben wir heute ein Bombenwetter, die Sonne scheint und es sollen über fünfzehn Grad werden.“

Jessica Voss schwang sich aus dem Bett, trat zum Fenster und blickte auf den Garten und den dahinter liegenden Wannsee. Am Ufer sah sie einen Mann stehen. Als er sich umwandte und in ihre Richtung blickte, fing sie an zu zittern. „Nein, nein, nein!“, rief sie laut, bevor sie ohnmächtig zu Boden sank.

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