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P-26. Die Geheimarmee, die keine war | Wie Politik und Medien die Vorbereitung des Widerstandes skandalisierten

«Wir sind die, die es gar nicht gibt. Wir sind die, denen niemand dankt.»

Stieg Larsson, Vergebung

DIE ORGANISATION

Vorwort

Bild und Zerrbild

Kalter Krieg und Bedrohungsbild

Die Anfänge

Grundkonzeption

Ausbildung

Mitglieder und ihre Rekrutierung

Ausrüstung

Bewaffnung

Die geheimen Lager

Der KP im «Lochbach»

Finanzierung

Die Gruppe 426

Kooperation mit der Basler Polizei

Kooperation mit den Briten

Die Aktivierung im Ernstfall

Der Ausbau der Organisation im Ernstfall

Die Schweiz unter Besetzung

Eine illegale Organisation?

Das Gespenst der Selbstaktivierung

 

BEGEGNUNGEN

Hans Lippuner

Henry C. R. Furrer

Paul Gschwend

Bernard Clément

Das Freiburger «Widerstandsnest»

Oscar

Michel

H.

Gertrud B.

Hans-Rudolf Strasser

 

OUTINGS IN DEN MEDIEN

Susanne Günter

Die Widerstandsregion Schaffhausen

Georg Held

Die Widerstandsregion Chur

Markus Flückiger, Alfred Hebeisen

 

DIE WIDERSTANDSVORBEREITUNGEN SEIT 1940

Der Zweite Weltkrieg

Der erste «Spezialdienst»

Das «Alte Testament»

Das «Neue Testament» unter Oberst Bachmann

 

DAS «SKANDALISIERUNGS-CRESCENDO»

Der Weg zur PUK EMD

Der PUK-Bericht

Wer wusste wie viel?

 

FAZIT

 

Nachwort

 

ANHANG

Bibliografie

Abkürzungsverzeichnis

Personenverzeichnis

VORWORT

Die grauhaarigen Herren, die sich an diesem Spätherbsttag 2009 in Chur treffen, fallen in keiner Weise auf. Ehemalige Berufsleute? Kulturinteressierte? Ein Klassentreffen? Nichts weist auf den einmaligen Charakter dieser Zusammenkunft hin. 19 Jahre früher hätte das genau gleiche Treffen, wäre es ruchbar geworden, einen Riesenwirbel verursacht. Denn die rund zwei Dutzend Herren haben ein wohlgehütetes gemeinsames Geheimnis: Sie sind ehemalige Mitglieder der Kaderorganisation P-26. Genauer: Sie gehörten den beiden Zellen oder Widerstandsregionen mit den Nummern 73 (Buchs) und 82 (Chur) an – zwei der rund 80 Widerstandsregionen, aus denen die P-26 bei ihrer Enttarnung im Jahr 1990 bestand und die schachbrettartig über die ganze Schweiz verteilt waren.

Die meisten Ehemaligen, die sich im Churer Grossratssaal treffen, begegnen sich zum ersten Mal. Einzelne kennen sich privat – und kommen jetzt aus dem Staunen nicht heraus. Zwei Jahrzehnte lang haben sie nach Befehl geschwiegen. Jetzt ist es vorbei mit der Geheimhaltung. Im September 2009, fast zwei Jahrzehnte nach der Enttarnung und Liquidierung der P-26, hat der Bundesrat die persönliche Schweigepflicht aufgehoben und den Ehemaligen öffentlich für ihr Engagement in der Widerstandsorganisation gedankt. Die Ehemaligen könnten sich nun «offen, frei und unbefangen über ihre eigenen persönlichen Diensterlebnisse äussern», beschied ihnen Bundesrat Ueli Maurer. Eine vollständige Offenlegung der Widerstandsvorbereitungen bedeutet die Aufhebung der Schweigepflicht allerdings nicht: Die Akten rund um die P-26 bleiben noch bis zum Jahr 2020 unter Verschluss, erst dann läuft die übliche 30-jährige Sperrfrist ab.

Die Verabschiedung der Ehemaligen in Chur ist eingebettet in einen militärischen Stabsanlass der Bündner Führungsunterstützungsbrigade 41. Gemeinsam besuchen die Teilnehmer die Kathedrale, hören einen Vortrag über die Widerstandsvorbereitungen in der Schweiz von 1940 bis 1990 und sehen den Dokumentarfilm «Die Freiheit ist uns nicht geschenkt». Das gewisse Pathos der Veranstaltung ist durchaus gewollt. Danach folgen der offizielle Empfang und die Verabschiedung der Ehemaligen durch die Bündner Regierung. Auch die Bündner Regierungsrätin Barbara Janom Steiner wird am Anlass der Brigade 41 als langjährige Offizierin verabschiedet und lernt dabei die ehemaligen Churer Widerständler kennen. Sie äussert sich nach dem Treffen gegenüber der «Südostschweiz» überrascht, sowohl von der Existenz der Organisation als auch von deren personeller Zusammensetzung. Auch an anderen Orten in der Schweiz kommt jeweils eine Anzahl Ehemaliger an solchen Veranstaltungen zusammen. In der Regel nehmen kantonale Regierungsmitglieder an der Verdankung teil, so etwa im Klostergut Paradies, eingebettet in einen Anlass der früheren Schaffhauser und Zürcher Grenzbrigade 6; die Schaffhauser Regierungspräsidentin Rosmarie Widmer Gysel dankt dort den Schaffhauser Ehemaligen der P-26 mit einer kurzen Ansprache.

Die Ehemaligen können seit der Aufhebung der Schweigepflicht öffentlich zu ihrer Mitgliedschaft stehen. Einige haben dies getan und sind in den Monaten danach in verschiedenen Medien in Erscheinung getreten. Andere outen sich erstmals gegenüber dem Verfasser dieses Buches, einige von ihnen unter Wahrung ihrere Anonymität, wieder andere wünschen dieses Kapitel in ihrem Leben ohne jede öffentliche Erwähnung abgeschlossen zu wissen. Die komplette Namensliste der P-26 mit ihren rund 400 Einträgen bleibt unter Verschluss. Der Bundesrat will den Entscheid über ein allfälliges Outing bewusst jedem einzelnen Mitglied überlassen: «Dass von der Nennung von Personen, welche nicht selbst damit einverstanden sind, aus persönlicher Rücksicht Abstand genommen wird, ist für den Bundesrat eine Selbstverständlichkeit.»

An diesen Treffen kommt es bisweilen zu verblüffenden Begegnungen. Die allermeisten P-26-Leute haben bis anhin nichts voneinander gewusst, denn es gehörte zur Grundkonzeption der Organisation, dass jedes Mitglied aus Sicherheitsgründen höchstens einige wenige andere Mitglieder kennen durfte. Jetzt, nach fast 20 Jahren, treffen sich da und dort Bekannte, die von ihrer gemeinsamen Mitgliedschaft nicht die geringste Ahnung hatten. Einige trauen ihren Augen nicht: In Chur trifft ein Rheintaler Ehemaliger nicht nur auf einen persönlichen Freund, sondern es steht da auch der Präsident eines Vereins vor ihm, in welchem er selbst seit Jahren als Vizepräsident amtet. Die Überraschung ist perfekt.

Alle Ehemaligen haben 19 Jahre lang dichtgehalten und damit ihre Zuverlässigkeit auch nach dem Ende ihres Engagements unter Beweis gestellt. Als die P-26 im Jahr 1990 nach den aufsehenerregenden Enthüllungen der parlamentarischen Untersuchungskommission PUK EMD mit Schimpf und Schande liquidiert wurde, blieben die Ehemaligen dennoch an die Geheimhaltungspflicht gebunden. Über ihr Engagement wusste höchstens der engste Familienkreis oder sogar ausschliesslich die Lebenspartnerin oder der Lebenspartner Bescheid. Bisweilen nicht einmal diese.

Ein wenig zu bröckeln begonnen hatte die Mauer des Schweigens immerhin schon im Jahr 2008, als an der militärischen Schau «Comm08» in Frauenfeld ein unscheinbares Zelt dem Thema Widerstand gewidmet war und sich in einem dort gezeigten Film erstmals etwa zwei Dutzend ehemalige P-26-Angehörige outeten. Auch an diesem Stand trafen die eingeladenen Ehemaligen da und dort überraschend auf Bekannte. Einer berichtete gegenüber einem Journalisten des «Tages-Anzeigers» sogar kurz über seine Erlebnisse, natürlich ohne Namensnennung. Das war heikel, denn noch galt zu diesem Zeitpunkt die Geheimhaltung. Die Sache blieb ohne jegliche Folgen – ein Indiz dafür, dass die Zeit reif war für die Aufhebung der Schweigepflicht.

Die Ehemaligen sind heute pensionierte Berufsleute aller möglichen Gattungen, nicht selten hatten sie zur Zeit ihrer P-26-Mitgliedschaft Kaderpositionen oder öffentliche Ämter inne. Sie engagierten sich damals in der Zeit des Kalten Kriegs und der als Bedrohung empfundenen sowjetischen Politik, um im Fall einer sowjetischen Besetzung der Schweiz vom Untergrund aus den Widerstandswillen der Bevölkerung zu stärken und den Besatzern das Leben so schwer wie möglich zu machen – mit Propagandaaktionen aller Art und später auch mit gezielten Sabotageakten. Diese Hintergründe der Organisation zu beleuchten, ist das Ziel dieses Buches. Seine Kernteile beruhen auf Gesprächen mit Ehemaligen. Die «Oral History», also die systematische mündliche Befragung von Zeitzeugen, tritt hier vorerst an die Stelle der Analyse der schriftlichen Quellen, die erst nach 2020 möglich sein wird. Der Verfasser hat insbesondere mit dem ehemaligen P-26-Chef Efrem Cattelan alias Rico gesprochen und danach einer Reihe von Ehemaligen jeweils denselben Fragenkatalog vorgelegt. Weiter hat er die Aussagen von Ehemaligen in verschiedenen Medien ausgewertet.

Gesprächsbereite ehemalige Mitglieder zu finden, war keine einfache Sache, da die Namensliste der Ehemaligen nicht zugänglich ist und dem Verfasser aus einem Kreis von Ehemaligen überraschenderweise sogar Widerstand erwuchs (siehe Seite 304). So ging es darum, sich vom einen Mitglied zum nächsten zu tasten. Auf diese Weise kam eine zahlenmässig zwar überschaubare, aber aussagekräftige Reihe von Gesprächspartnern zusammen. Das Bild, das sie von der P-26 zeichnen, hat wenig gemein mit der aufgeregten Wahrnehmung der «illegalen Geheimarmee» von damals, als die Existenz der Organisation öffentlich wurde.

BILD UND ZERRBILD

Der Mann wartet auf einem Perron im Bahnhof Gstaad. Er wirkt ganz und gar nicht konspirativ. Darf er auch nicht, denn Unauffälligkeit ist das A und das O als Mitglied der P-26. In der linken Hand trägt der Wartende eine Mappe, in der rechten den «Bund». Diese Anordnung signalisiert, dass die Luft rein ist. Wäre sie es nicht, müsste er Mappe und Zeitung andersrum tragen. Der Mann ist Berufs-Unteroffizier der Armee. Gegenwärtig arbeitet er indessen im streng geheimen Spezialauftrag: Als Instruktor ist er abkommandiert zum Führungsstab des Projekts 26, der in einem alten Bauernhaus in der Nähe von Burgdorf untergebracht ist. Heute erwartet er einmal mehr einen Kursteilnehmer zur Ausbildung. Die Kurse finden häufig im «Schweizerhof» oben statt: Die gut getarnte Festungsanlage liegt knapp oberhalb der Gstaader VIP-Ferienchalets. Er kennt den Ankömmling nicht, nur dessen Deckname ist ihm bekannt. Der Kursteilnehmer seinerseits ist neu in der P-26 und reist zum ersten Mal nach Gstaad. Er kennt den Mann, der ihn erwartet, ebenfalls nicht; noch viel weniger weiss er, wohin der Instruktor ihn bringen wird. Sehr genau im Kopf hat er hingegen die Erkennungsregeln.

Was jetzt folgt, ist Routine, aber wichtig und typisch für konspiratives Verhalten: Die beiden Männer müssen sich einander auf eindeutige Art zu erkennen geben. Der ankommende Kursteilnehmer, von Beruf Lehrer, schlendert ruhig auf den Mann mit der richtigen Anordnung von Mappe und Zeitung zu. Der Wartende spricht als Erster: «Guten Tag, sind Sie der Herr Vorburger von den Bally Schuhfabriken?» Der Ankommende antwortet: «Nein, Herr Vorburger hat leider die Grippe, ich bin an seiner Stelle da.» Kurzes Kopfnicken, kurzer Händedruck, unauffällig, banal. Es hat vorschriftsmässig geklappt mit den Erkennungssätzen. Diese sind im Voraus ebenso festgelegt worden wie die Anordnungen von Mappe und Zeitung. Die Satzkombinationen müssen unverwechselbar sein und Formulierungen enthalten, die einem zufällig Mithörenden in keiner Weise auffallen, die aber niemand ausser den beiden Beteiligten kennen kann. Solche Dinge werden in der Ausbildung innerhalb der P-26 immer wieder geübt. Der Kursteilnehmer hat seine Erkennungssätze zusammen mit dem Aufgebot von seinem Vorgesetzten, dem sogenannten Regionschef, auf einem vorbereiteten Formular erhalten; er hat die Sätze sorgfältig auswendig gelernt und den Zettel danach vernichtet.

Die beiden Männer besteigen einen Wagen und fahren zum geheimen Festungswerk Schweizerhof hinauf, das eine der zentralen Ausbildungsanlagen der Organisation ist. Der Neue ist nicht der einzige Kursteilnehmer, aber er bezieht zuerst ein Einzelzimmer. Dort wird er, wie jeder Neue, per Videobotschaft vom amtierenden Generalstabschefs begrüsst, der ihm für sein Engagement dankt und betont, dass die Organisation zwar strikt geheim, aber Teil der Gesamtverteidigung der Schweiz sei.

Die Kurse im Schweizerhof finden in der Regel in kleinen Gruppen statt. Die Leute (weitgehend Männer, einige wenige Frauen) kennen sich nicht und wissen ausser ihren Decknamen nichts voneinander. Beim gemeinsamen Essen in der Anlage oder auch mal auswärts in einer Beiz spricht man über alles, nur nicht über sich selbst – das ist tabu. Nach drei oder vier Tagen gehen sie auseinander und sehen sich nie wieder.

Jeder P-26-Angehörige kannte damals nur einige wenige andere mit vollem Namen. Die Abschottung der Mitglieder in sogenannten Widerstandsregionen, und innerhalb dieser wiederum in speziellen Kleingruppen, war ein zentraler Punkt der Grundkonzeption der Geheimorganisation. Alles spielte sich innerhalb der einzelnen Region ab. Das wäre auch im Ernstfalleinsatz gegen eine Besatzungsmacht so gewesen. Jede Region oder Gruppe hätte für sich agiert, koordiniert per Kurzwellenfunk von einem öffentlich bekannten, vom Bundesrat gewählten Chef und dem Führungsstab, der sich wahrscheinlich im Ausland eingerichtet hätte. Die rund 400 Leute, die zur Zeit der Aufdeckung im Jahr 1990 als Aktive in der P-26 eingeteilt waren, hätten auch im Ernstfall nie zu einem Ganzen zusammengefunden, schon gar nicht für Kampfeinsätze. Die Widerstandsregionen hätten an geeigneten Orten innerhalb ihres Rayons versucht, der Besatzungsmacht mit «Nadelstichen» und spektakulären Aktionen, vom Flugblattregen bis zum gezielten Sabotageakt, landauf, landab klarzumachen: Die Schweiz gibt auch nach der Kapitulation der Armee und der erzwungenen Abdankung des Bundesrats nicht auf; es gibt Leute im ganzen Land, die den Widerstand mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln weiterführen. Diese Botschaft wäre vor allem auch an die eigene Bevölkerung gerichtet gewesen, um ihren Durchhaltewillen zu stärken. Man nennt das psychologische Kriegführung. Bewaffnete Aktionen in grösseren Gruppen, wie sie die französische Résistance durchführte, gehörten hingegen nie zum Konzept; dafür waren die P-26-Leute weder ausgebildet noch ausgerüstet. Die Widerstandsorganisation wäre im Besetzungsfall das letzte Mittel und der einzige noch aktive Informationskanal des wahrscheinlich im Exil weilenden Bundesrats gewesen.

DIE FICHEN-SCHWEIZ

In einer ruhigeren Zeit wäre die P-26 vielleicht so wahrgenommen worden, wie sie gemeint war. In der erhitzten Atmosphäre der Schweiz von 1990 indessen gewann ein ganz anderes Bild die Oberhand:

«Eine Geheimarmee im gesetzlosen Zustand, bar jeder politischen Kontrolle, hinter dem Rücken […] eines unwissenden und ahnungslosen Bundesrates. Eine Privatorganisation, finanziert aus öffentlichen Mitteln, mit zweckentfremdeten Geldern, mit missbrauchten Krediten, am Parlament vorbeigemogelt, mit einem Auftrag, der eben nicht allein – wie man uns jetzt weismachen will – dem noblen Widerstandsgedanken gegen einen Aggressor von aussen verpflichtet, sondern auch gegen den inneren Feind gerichtet war.»

So schilderte der damalige Thurgauer SP-Ständerat Thomas Onken seine weitherum geteilte Sicht der Dinge. So tönte es auch in vielen Medien. Der «Tages-Anzeiger» fasste den PUK-Bericht unmittelbar nach der Pressekonferenz zu seiner Veröffentlichung unter dem Titel «Geheim, gesetzlos, gefährlich» mit diesen Worten zusammen:

«Mehrere hundert Mann, fast zwei Bataillone stark, ausgerüstet mit Schnellfeuerwaffen, Zielfernrohrgewehren, Sprengstoff und Antitankraketen, übten jahrzehntelang in unserem Land heimlich den Widerstand, den Guerillakrieg, sogar den Staatsstreich.»

Wie kam es zu solchen Wahrnehmungen? Der Bericht der parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK EMD) platzte im Herbst 1990 mitten in eine Zeit, in der die Schweizer Öffentlichkeit sich noch nicht erholt hatte vom Schock des Fichenskandals: Nach einer Geheimdienstaffäre und dem skandalumwitterten Rücktritt von Bundesrätin Elisabeth Kopp war 1989 herausgekommen, dass rund 900 000 Schweizer und Ausländer in der Schweiz direkt oder indirekt von der Politischen Polizei des Bundes fichiert worden waren – ein unerhörter Vorgang, den eine erste parlamentarische Untersuchungskommission unter dem Vorsitz des späteren Bundesrats Moritz Leuenberger ans Licht brachte. Bloss ein Jahr später berichtete eine zweite Parlamentarische Untersuchungskommission unter der Führung des Appenzeller CVP-Ständerats Carlo Schmid von der 400-köpfigen Geheimtruppe mit der Bezeichnung P-26 und überdies von einem nicht minder geheimen Nachrichtendienst namens P-27. Eine neue Schockwelle ging durch das Land. Viele Menschen rieben sich die Augen und verstanden ihre Schweiz nicht mehr: eine bewaffnete illegale Guerilla-Armee, die, so die PUK EMD, keiner politischen Kontrolle unterlag, in ihren Szenarien sogar das Wort «Umsturz» führte und die die verfassungsmässige Ordnung gefährdete? Unglaublich. Was mochten das nur für Leute sein, die sich freiwillig für so etwas hergaben? Forderungen wurden laut, die Mitgliederliste der P-26 zu veröffentlichen. Kurz nach der Aufdeckung schrieben einige Ostschweizer P-26-Angehörige an EMD-Chef Kaspar Villiger und forderten ihn auf, die Namen der Mitglieder keinesfalls zu veröffentlichen. Sie hatten Angst um ihr Ansehen und fürchteten sich vor beruflichen Nachteilen. Ihr Brief hat wohl die Gefühlslage vieler Ehemaliger ausgedrückt: «Nicht wenige von uns haben sowohl geschäftliche wie auch gesellschaftliche und politische Spitzenfunktionen inne», schrieben sie. «Es liegt nun auf der Hand, sollten unsere Namen bekannt werden, dass wir zum Teil existenziell gefährdet sind – und dies alles, weil wir über Jahre hinweg in unserer karg bemessenen Freizeit dem Vaterland einen Dienst erweisen wollten. Das darf doch nicht sein!» Vielleicht wären viele Zeitgenossen nachdenklich geworden, hätten sie damals um diesen Brief und die Identität der Briefschreiber gewusst: Der Brief war unterzeichnet von einem Geschäftsleitungsmitglied eines Chemieunternehmens, einem Schulratspräsidenten, einem Spitalverwalter und dem Direktor eines Stahlunternehmens – alle aus der Widerstandsregion Buchs. Villiger, der unter starkem politischem Druck stand und sich eine Veröffentlichung offenbar für einen Moment überlegt hatte, entschied zugunsten der Geheimhaltung. Er dankte den Ostschweizern für ihr Engagement und äusserte die Hoffnung, dass die «Kopfjagd» bald ein Ende finden möge.

Dass die im Brief der ehemaligen Mitglieder geäusserten Sorgen nicht unbegründet waren, zeigte die Debatte in der Öffentlichkeit. Äusserst harte Politiker- und Journalistenworte fielen damals. Dem SP-Präsidenten Helmut Hubacher entfuhr in der Hitze des parlamentarischen Gefechts das Wort vom «potenziellen Putschgeneral»: Gemeint war der ehemalige Generalstabschef Jörg Zumstein. Der als Beirat des ebenfalls streng geheimen Nachrichtendienstes P-27 enttarnte Baselbieter SP-Regierungsrat, Bankrat der Nationalbank und Oberst Edi Belser musste sich von einem Parlamentarier der Grünen «terroristische Unterwanderung unseres Staatswesens» vorwerfen lassen. Der Zürcher Sozialdemokrat Sepp Stappung, enttarnt als Beirat der P-26, wurde von seiner Partei im ersten Moment ebenfalls massiv kritisiert. Auch in bürgerlichen Kreisen herrschten zumindest Verunsicherung und Unzufriedenheit über die fehlende politische Kontrolle, auch wenn etliche Exponenten die geheimen Vorbereitungen als sinnvoll und legitim verteidigten. Die Medien transportierten die Empörung über die Schlussfolgerungen der PUK EMD mindestens im ersten Durchgang fast unisono, denn die Darstellungen der Kommission erschienen im Lichte der damaligen Ereignisse als durchaus plausibel.

Die P-26 wurde angesichts des PUK-Berichts vom Bundesrat unter dem Applaus aller politischen Lager sofort aufgelöst. Der Brief einiger Ehemaliger aus dem St. Galler Rheintal bildete die einzige schriftliche Reaktion aus den Reihen der P-26-Mitglieder. Die anderen schwiegen. Einige von ihnen liessen sich aufgrund der vielen negativen Veröffentlichungen verunsichern und begannen nachträglich zu zweifeln, ob ihr Engagement richtig gewesen war – sie hatten schliesslich nicht alles über die Widerstandsorganisation gewusst, sondern jeweils immer nur das, was sie für ihren individuellen Auftrag wissen mussten. Und das war in der Regel ganz wenig. Auch dies gehörte zum Konzept und zur Sicherheit.

Die beiden einzigen P-26-Köpfe, die damals von findigen Journalisten enttarnt worden waren, mussten den Mund halten: Efrem Cattelan alias Rico und Propagandachef Hans-Rudolf Strasser alias Franz. Strasser war im Zivilberuf Informationschef des Eidgenössischen Militärdepartements EMD unter Kaspar Villiger, welcher, überrumpelt und konsterniert, seinen engsten Mitarbeiter nach der Enttarnung auf der Stelle feuerte. Cattelan trat zwar nach der Enttarnung zusammen mit dem früheren Generalstabschef Hans Senn und dem früheren Chef der Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr (UNA) des Eidgenössischen Militärdepartements, Richard Ochsner, an einer Pressekonferenz auf, aber seine Botschaft fand in der fiebrigen politischen Atmosphäre von 1990 wenig Gehör – übrigens auch beim Verfasser dieses Buches nicht. Das ist Geschichte. Seither ist es still geworden um die «Geheimarmee». Die Zeit ist reif, die wirkliche P-26 darzustellen.

KALTER KRIEG UND BEDROHUNGSBILD

In der Atmosphäre von 1990 ging noch etwas anderes fast gänzlich unter: die historischen Voraussetzungen der schweizerischen Widerstandsvorbereitungen. Vom Kalten Krieg mochte man schon 1990 am liebsten gar nichts mehr hören:

«Es fällt uns allgemein schwer, uns heute, erst ein paar Jahre nach Beendigung des Kalten Krieges, vorzustellen, dass der Kommunismus bis in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrzehnts immer noch die Weltherrschaft anstrebte. Die im Osten immer grösseren und weiter reichenden Raketen, Flugzeuge und Panzer liessen noch vor ein paar Jahren vielen Westeuropäern einen kalten Schauer den Rücken hinunterjagen.»

Diese Worte äusserte im November 1990 ein bürgerlicher Sprecher im Ständerat, als es um den Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission PUK EMD zur P-26 ging und die Kritik auf die Organisation niederprasselte. Was er damit sagen wollte: Der Kalte Krieg als historischer Hintergrund der Widerstandsvorbereitungen und damit auch der P-26-Entstehung wurde damals bei der Beurteilung der Widerstandsorganisation fast gar nicht thematisiert. Der Kalte Krieg war vorbei.

Heute fällt es erst recht schwer, sich zurückzuversetzen in die Atmosphäre des Ost-West-Konflikts, der auch die innenpolitischen Auseinandersetzungen in unserem Land prägte; weit entfernt scheint die Zeit des Eisernen Vorhangs mitten durch Europa, die Epoche der beängstigenden Rüstungsspirale in der Welt, die Emotionen des Antikommunismus und der Subversionsangst in der Schweiz. Kalter Krieg: Das bedeutete in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg die ideologische Konfrontation der beiden weltumspannenden Machtblöcke in einer «bipolaren Welt», die nach landläufiger Wahrnehmung sauber eingeteilt war in Gut und Böse: Gut war der von den USA angeführte Westen, böse der von der Sowjetunion mit eiserner Hand dirigierte Ostblock. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig aggressiver Absichten. Die Konfrontation artete in einen alle Lebensbereiche umfassenden Wettkampf der Systeme aus – politisch, wirtschaftlich, technisch, militärisch, wissenschaftlich, kulturell. Auch in besonders prestigeträchtigen Bereichen wie dem Sport oder der Raumfahrt versuchten die Parteien zu glänzen. Beide Blöcke rüsteten massiv auf, vor allem nuklear: Riesige atomare Arsenale auf beiden Seiten hielten das «Gleichgewicht des Schreckens» aufrecht, das gegenseitige In-Schach-Halten galt am ehesten als Schutz vor dem Untergang der Welt. Mehr als einmal drohte dieses «Gleichgewicht» zu kippen, vor allem in der Kubakrise von 1963. Über die «heissen» Kriege – Korea, Vietnam, Afghanistan – hinaus kam es in vielen Ländern der Dritten Welt immer wieder zu «Stellvertreterkriegen», in welchen die beiden Grossmächte versuchten, machtpolitischen und strategischen Einfluss in einer bestimmten Gegend zu erringen oder zu erhalten. Es war die Zeit, als der Kreml überall in der Welt marxistisch orientierte Regimes und Bewegungen unterstützte und die USA zum Teil auch anrüchigsten Regimes unter die Arme griffen – Hauptsache, sie traten der Verbreitung des Kommunismus entgegen.

Die Schweiz war zwar politisch neutral, kulturell, wirtschaftlich und ideologisch jedoch klar in den westlichen Block eingebunden. Die Ansicht, dass der Westen sich gegen sowjetische Eroberungsabsichten verteidigen müsse, war lange Zeit unbestritten. Dem Grossteil der Bevölkerung war eine grundsätzlich antikommunistische Haltung eigen. «Die Russen» waren das Feindbild schlechthin, die «rote Gefahr» war in sehr vielen Köpfen latent präsent. Deshalb stand die politische Linke in der Schweiz nicht selten unter dem Verdacht, der Diktatur in der Sowjetunion, deren aggressiven Äusserungen und den Waffenarsenalen der Warschauer-Pakt-Staaten allzu wohlwollend gegenüberzustehen oder, noch viel schlimmer, dem Feind indirekt oder direkt in die Hände zu arbeiten. Der kommunistischen Partei der Arbeit und ihren Unterstützern traute man in Sachen Subversion alles zu. Mit grossem Misstrauen wurde verfolgt, wie etwa Schweizer Sozialdemokraten in Moskau auftraten oder eine Grussadresse an die DDR-Führung abgaben. Kritikern von Zuständen im eigenen Land schallte reflexartig der Ruf entgegen: «Geh doch nach Moskau!» Bundesrat Rudolf Gnägi sprach einmal von den «Kräften der Verneinung» und meinte damit neben den Linken vor allem kritische Intellektuelle, Pazifisten, Zivildienst-Befürworter, kurz: die Achtundsechziger. Wenn Kritiker der schweizerischen Aufrüstung oder der amerikanischen Vietnampolitik den Spruch «lieber rot als tot» erwähnten, galt dies wehrhaften Schweizern als Inbegriff des Defaitismus.

Diffamierende Pauschalisierungen fehlten natürlich auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums nicht. Wer sich klar gegen die Sowjets und ihre Ideologie aussprach und einer glaubwürdigen militärischen Landesverteidigung das Wort redete, sah sich rasch einmal als «Kalter Krieger» in die Ecke gestellt, als «Betonkopf» und «Sozialistenfresser» verhöhnt. Diese Leute würden die Gefahr aus dem Osten herbeireden, um von Missständen im eigenen Land abzulenken und ihre eigene Vorherrschaft zu sichern, lautete oftmals der Tenor von links. Die Gefahren aus dem Osten wurden relativiert oder als Angstmacherei kleingeredet. Das erschwerte auch die Diskussionen um Armeeleitbilder und Rüstungsprogramme im eigenen Land. Der ideologische Graben zwischen bürgerlich-konservativen und eher linken und progressiven Kreisen hat die politische Atmosphäre des Landes während Jahrzehnten geprägt und ein Klima des gegenseitigen Misstrauens und Missverstehens gefördert. «Es gibt Leute, die in einer harmlosen Konsumgenossenschaft ein bolschewistisches Verschwörernest wittern», schrieb Jean Rudolf von Salis im Jahr 1968. Auf beiden Seiten haben die Auswüchse dieses Misstrauens Spuren hinterlassen. Das jeweilige Feindbild, durch die Blöcke des «aggressiven Sowjetkommunismus» und des «imperialistisch-kapitalistischen» Westens scheinbar in Stein gemeisselt, blieb bis in die 1980er-Jahre bestimmend. Dem jeweiligen Gegner traute man stets nur üble Absichten zu. Die in den 1980er-Jahren beginnende internationale Entspannungspolitik wurde in der Schweiz oft mit Misstrauen verfolgt, denn viele hielten die «Friedens-Schalmeien» der Russen für blosse Ablenkungsmanöver.

Dies alles heisst nicht, dass die Schweizerinnen und Schweizer in jenen Jahrzehnten konkrete Angst vor einem baldigen sowjetischen Angriff auf Westeuropa und damit wohl auch auf die Schweiz gehabt hätten – aber ausschliessen wollte man diesen keinesfalls. Dinge wie der regelmässige behördliche Aufruf an die Bevölkerung, für den Fall der Fälle stets einen Notvorrat an Grundnahrungsmitteln bereitzuhalten, nährten das latente Gefühl der Bedrohung und sorgten gleichzeitig immer wieder für Gelächter. Dagegen bestand kein Zweifel daran, dass die östliche Spionage auch in der Schweiz sehr aktiv war: Die Statistik der schweizerischen Spionageabwehr verzeichnete in der Zeit zwischen 1948 und 1989 insgesamt 205 aufgedeckte Fälle von östlicher Spionage, zugleich deren 97 mit Agenten aus westlichen, das heisst befreundeten Ländern.

Vor allem die Niederschlagung des Ungarnaufstandes von 1956 und des Prager Frühlings von 1968 durch die sowjetischen Panzer verstärkte das Bild von der aggressiven Machtpolitik des Kremls als Hauptgefahr für den Weltfrieden. In beiden Fällen ging eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft durch die Schweiz. 1968 wehten wochenlang tschechoslowakische Fahnen auf öffentlichen Gebäuden. Auch gegenüber den Flüchtlingen aus Vietnam, den «Boat People», und den Flüchtlingen aus Tibet nach der Besetzung durch China erwies sich die Schweiz als hilfsbereit, nach dem Motto «der Feind meines Feindes ist mein Freund». Die Schweizer Bevölkerung zeigte Flagge: Man war keineswegs «gesinnungsneutral».

Die Überlegungen der schweizerischen Armeeführung im Hinblick auf einen möglichen Angriff aus dem Osten fanden deshalb nicht im luftleeren Raum statt, sondern stimmten mit dem Empfinden weiter Bevölkerungsteile überein. Man durfte es in der neutralen Schweiz zwar nicht zu laut und offiziell sagen, aber in den taktischen Lagen der Armeemanöver zur Zeit des Kalten Kriegs waren «der Kommunismus», das heisst die Sowjetunion und der Warschauer Pakt, allgegenwärtig, und zwar in Form der «roten Pfeile» auf den Lagekarten, die immer aus dem Osten kamen. Bisweilen erfolgten die hypothetischen Angriffe auch von Süden oder Westen, dann aber immer unter Annahme eines kommunistisch inspirierten Umsturzes oder von Unruhen in einem Nachbarland. Gelangten Details einer solchen Übungsannahme an die Öffentlichkeit, was nicht selten geschah, kam es zu diplomatischen Verstimmungen und Auseinandersetzungen mit namentlich genannten Nachbarländern.

Dass konkrete sowjetische Angriffspläne bestanden, daran gab es in Schweizer Militärkreisen nicht die geringsten Zweifel. Tatsächlich existierten in der Sowjetunion, wie wir heute wissen, detaillierte Unterlagen, zum Beispiel ein klassifiziertes eigenes Kartenwerk über die Schweiz im Massstab 1:50 000 mit teilweise äusserst detaillierten Signaturen; 1992 wurde im freiburgischen Delfaux eines der von den Sowjets sorgfältig vorbereiteten Materialdepots gefunden, wie es der in den Westen geflüchtete Archivar des sowjetischen Geheimdienstes KGB geschildert hatte. Die neuere historische Forschung in der Schweiz bestätigt die sowjetische Angriffsthese gegen die neutrale Schweiz zwar nicht, aber die damalige Wahrnehmung der Bedrohung war eindeutig. Die Staaten des Warschauer Pakts verfügten über enorme Waffenarsenale mit vielen Panzern und Flugzeugen, der Angriffskrieg war die am häufigsten geübte Kampfart. Der Kommandant einer Artillerieabteilung, in welcher der Verfasser Anfang der 1970er-Jahre Dienst leistete, pflegte seine Offiziere zur «Einstimmung» zu mahnen: «Meine Herren, an besonders klaren Tagen kann man von höheren Lagen aus den Böhmerwald erahnen. Dort stehen russische Panzer.» Solche Äusserungen waren damals üblich.

Die Armeeführung machte sich laufend Gedanken über mögliche Szenarien und Zielsetzungen eines Angriffs auf die Schweiz. Ein Beispiel dafür ist die Studie «Das Feindbild der 70er-Jahre» von 1966, in welcher die Untergruppe Planung der Generalstabsabteilung folgende Möglichkeiten nannte: «1. Der Aggressor erachtet die Benützung des schweizerischen Territoriums oder des Luftraums für Operationen gegen einen Dritten als notwendig. 2. Der Aggressor will präventiv das neutrale Territorium besetzen, um dessen Benützung durch den Feind zu verhindern. 3. Er will das Land aus ideologischen, politischen, wirtschaftlichen oder militärischen Gründen unterwerfen oder vernichten.» Das Motto der schweizerischen Militärpolitik blieb deshalb «Kriegsverhinderung durch Verteidigungsbereitschaft».

Das Gefühl der existenziellen Bedrohung durch den Ostblock: Dies war der Boden, auf dem auch die geheime Planung von Widerstandsbemühungen im Fall einer Besetzung wuchs, während Jahrzehnten und nicht erst bei der Schaffung der P-26. Das Bedrohungsbild und die Übermacht der Warschauer-Pakt-Truppen veranlassten die Landesregierung, über eine – realistisch betrachtet – wahrscheinliche militärische Niederlage hinaus Überlegungen anzustellen, mithin zu einer anderen Form des Widerstandes gegen einen Besatzer. 1973 sprach dies der Bundesrat erstmals klar aus:

«Eine Besetzung des Landes darf nicht das Erlöschen jeden Widerstandes bedeuten. Ein Gegner soll auch in diesem Fall nicht nur mit Ablehnung, sondern mit aktivem Widerstand rechnen.»

Während des Kalten Kriegs war in der Bevölkerung auch ein gewisses Verständnis vorhanden für die Geheimhaltung «sensibler» Bereiche. Die Kritik daran sollte erst später, nach dem Ende des Kalten Kriegs, mit aller Schärfe einsetzen. Die P-26 war die letzte und am professionellsten konzipierte Widerstandsorganisation aus der Zeit des Kalten Kriegs.

DIE ANFÄNGE

Im Februar 1981 erlitt Oberst im Generalstab Efrem Cattelan einen Herzinfarkt und wurde ins Spital eingewiesen. Das gesundheitliche Malheur passierte beruflich zur Unzeit. Cattelan war formell bereits seit dem 1. Oktober 1979 als Chef der geheimen Widerstandsorganisation unter Vertrag: Das «Projekt 26» sollte an die Stelle des bisherigen «Spezialdienstes» aus der Zeit des berühmt-berüchtigten Obersten Albert Bachmann treten. Bachmann alias Tom wäre damit beauftragt gewesen, Cattelan in seine neue Aufgabe einzuführen. Es blieb bei der Absicht, denn schon im November 1979 platzte die Spionage-Affäre um Kurt Schilling und Oberst Bachmann, welche für Letzteren mit der Entlassung endete. Fortan war jeglicher Kontakt mit Tom für Rico tabu. Er musste sich vorerst allein zurechtfinden, was nicht einfach war, denn der Neue verstand im Grunde nichts von der Sache, er musste sich alles zuerst aneignen. «Drôle de guerre» nennt Cattelan heute diese erste Phase. «Die Spital-Wochen und die Rehabilitation waren meine fruchtbarste Zeit: Ich las und las, arbeitete mich durch einen grossen Teil der einschlägigen Literatur durch. So entstand die Grundkonzeption der Widerstandsorganisation.»

Cattelans geschäftliche Tarnung, die Personalvermittlungsfirma Consec an der stark frequentierten Freien Strasse in Basel, war zu diesem Zeitpunkt bereits im Handelsregister eingetragen. Niemand in Basel ahnte, was es mit dem oft überquellenden Consec-Briefkasten und den Büros in der 3. Etage des stattlichen Jugendstil-Eckhauses auf sich hatte; die Passanten beachteten, wenn überhaupt, nur die elegante Parfumerie im Erdgeschoss. Personalvermittlung – das war nicht einmal gelogen: Cattelan rekrutierte ja tatsächlich Personal, wenn auch für ganz spezielle Zwecke.

Efrem Cattelan alias Rico – Name und Deckname gingen 1990 um die halbe Welt – wohnt mit seiner Frau noch heute im selben Einfamilienhaus in der Baselbieter Gemeinde Münchenstein, vor den Toren Basels. Flaches Dach, Garten, kleiner Swimmingpool, am Rand eine dekorative Buddha-Statue. Das Haus ist auf perfekte Weise unauffällig, genau wie der Hausherr selbst. Niemand hätte sich damals vorstellen können, wer der Bewohner wirklich war. Verblüfft rieben sich die Menschen in der Region Basel 1990 die Augen, als Cattelan kurze Zeit nach der Veröffentlichung des PUK-Berichts vom Weltwoche-Journalisten Urs Paul Engeler als Chef der P-26 enttarnt wurde und als überdies die Sache mit der Tarnfirma Consec in Basel herauskam. Noch mehr staunte man, dass der Mann mit dem fremdländisch klingenden Namen, von dem niemand so recht wusste, wie man ihn ausspricht, so ganz und gar nicht dem Bild eines Bösewichts oder Haudegens entsprechen wollte.

Nur ganz wenige Leute waren damals über Cattelans wahre Identität im Bild gewesen. Seine Enttarnung bildet eine Geschichte für sich: Engeler hatte nach eigenem Bekunden in einem Interview «wie ein mittelmässiger Kriminalbeamter mit Gesprächen und Analysen» recherchiert und war schliesslich auf Oberst Cattelan gekommen, dem man schon damals eine gewisse Ähnlichkeit mit Gorbatschow nachsagte. Doch der harte Beweis fehlte. Engelers Weltwoche-Kollege Anton Ladner erbrachte ihn: Es gelang ihm nämlich, Oberst Bachmanns ehemaligen Chef, Divisionär Richard Ochsner, zu mitternächtlicher Stunde am Telefon aus der Reserve zu locken und Engelers Vermutung zu bestätigen. Der Scoop war perfekt, die Story ging in Druck.

DER CHEF

Wer heute zu Cattelans Haus kommt, sucht am geschlossenen kleinen Gartentor vergeblich einen Klingelknopf: Dieser befindet sich unsichtbar auf der Innenseite der Gartenmauer. Man kann nicht anders, als zu schmunzeln: Überreste aus der konspirativen Ära? Natürlich Unsinn: Cattelans Haus liegt an einem Schulweg – Kinder lieben es zu allen Zeiten, Klingelknöpfe zu drücken und sich anschliessend aus dem Staub zu machen. Da erschien es ihm zweckmässig, den Klingelknopf etwas zu verbergen.

Cattelan empfängt üblicherweise im Wohnzimmer. Bisweilen auch in seinem kleinen Arbeitszimmer im 1. Stock: Dort sind an der Wand alle Gewehrtypen der Schweizer Armee sorgfältig in Reihe gehängt. Diese kleine Sammlung ist das einzig Martialische am ehemaligen P-26-Chef, der im Übrigen kein Wort über diese Waffen verliert. Über drei Jahrzehnte nach seiner Enttarnung ist Cattelan erleichtert, dass er nun über (fast) alles reden kann. Zwar besitzt er seit vielen Jahren die Erlaubnis, mit immer demselben Vortragstext und in sehr summarischer Form über Aufbau und Struktur der Organisation zu reden. Das hat er bisher etwa 60 Mal getan, vorab vor militärischen Vereinigungen. «Die P-26 war eine ausserordentlich bereichernde Erfahrung», sagt er. Wenn Cattelan heute über seine Zeit als P-26-Chef erzählt, tut er das mit der ihm eigenen Mischung aus Ernst und Lockerheit. Seine 80 Lenze würde man dem Mann mit den vifen Augen nicht geben. Sein rund elfjähriges Doppelleben als «Personalvermittler» und Chef einer Geheimorganisation habe ihn weniger belastet als ursprünglich befürchtet, aber er musste dem gesellschaftlichen Leben weitgehend entsagen. Über die ganze Wahrheit im Bild war damals ausschliesslich Cattelans Ehefrau, die sein Engagement von Anfang an mit Überzeugung mittrug; die beiden Söhne wurden erst einige Zeit später, nämlich nach Abschluss ihrer Rekrutenschule 1983 und 1984, von den Eltern informiert. «Nicht einmal mein Vater wusste, was ich tat, als er 1986 starb», bedauert Rico noch heute.

Er musste stets gut vorbereitete Aussagen und Ausreden bereithalten. «Wenn man mich nach meinem Job fragte, antwortete ich immer dasselbe: Ich führe die Personalfirma Consec im Auftrag von drei privaten Unternehmen; ihre Namen nannte ich nicht.» Das reichte aber nicht immer: Einmal fragte ihn ein Freund, ob er einverstanden wäre, die Kader seines Unternehmens auszubilden. Doch auch für solche Fälle hatte er seine Antwort bereit: «Ich sagte jeweils, der Vertrag mit den drei erwähnten Firmen sei exklusiv.» Mitgliedschaften in Clubs wie «Lions» oder «Rotary» kamen nicht in Frage, da dort oft auch über berufliche Tätigkeiten der Mitglieder geredet wird. Das hatte in einem Fall negative Folgen: Ein Freund insistierte zweimal nacheinander, Cattelan solle doch Mitglied eines solchen Clubs werden. «Als ich zum zweiten Mal absagte, wurde er so wütend, dass dies das Ende unserer Freundschaft war. Ich habe ihn nie wiedergesehen.» Das blieb indessen ein Einzelfall. Besonders pikant war der Umstand, dass Rico damals als direkte Nachbarn eine Jugoslawin und eine tschechische Familie hatte. Er sah sich gezwungen, die Kontakte mit ihnen auf das strikte Minimum, die alltäglichen Höflichkeitsformeln, zu reduzieren: «Nicht nur zu meinem eigenen Schutz, sondern auch zu dem ihrigen. Denn in Sachen möglicher Erpressung kann man nie vorsichtig genug sein.» Das Doppelleben funktionierte perfekt: Nie in den ganzen elf Jahren habe irgendjemand etwas gemerkt.

Nach seiner Enttarnung im Dezember 1990 tauchte Rico vorerst für eine Weile unter, erhielt dann später im EMD für eine Zeitlang den Job eines wissenschaftlichen Mitarbeiters beim Stab der Gruppe für Ausbildung. Bald jedoch konnte er das Leben eines völlig normalen Rentners führen. Ins Bewusstsein seiner Wohngegend rückte er vorübergehend erst wieder 1995, als er in Pfeffingen auf Einladung bürgerlicher Politiker einen Vortrag hielt, seinen Standard-Vortrag über die Konzeption der P-26. Als Mitgründer der «Infanterie-Stiftung Baselland» zur Erinnerung an das Baselbieter Infanterieregiment 21 gab er 2002 erstmals wieder ein Interview in heimischen Medien.

TOM KAM ZUERST

Als man im Jahr 1979 mit der geheimen Anfrage an ihn herantrat, war Dr. jur. Efrem Cattelan 48 Jahre alt, Vizedirektor bei der National-Versicherung in Basel und seit kurzem im Rang eines Obersten Kommandant des Baselbieter Infanterieregiments 21. Ursprünglich war er Berufsoffizier gewesen, hatte nach seiner Promotion an der Universität Basel zuerst als Instruktor in der Infanterie-Rekrutenschule in Liestal gearbeitet und später in der Offiziersschule in Bern. 1972 wechselte er ins zivile Leben, zur National-Versicherung. Deren Chefs hätten mit dem Direktoriumsmitglied Cattelan noch einiges vorgehabt – doch es kam anders.

Es scheint, dass es sein Vorgänger, Oberst Albert Bachmann, selber war, der 1979 Cattelan in Bern als Kandidaten ins Spiel brachte. «Tom», der Cattelan von Generalstabskursen her kannte, kontaktierte ihn im Frühjahr 1979 im Auftrag seines Chefs, Divisionär Richard Ochsner. Ochsner war damals Chef der UNA, in der Bachmann seine beiden streng geheimen Dienste betrieb. «Ich hatte keine Kenntnis von den Widerstandsvorbereitungen und wurde völlig überrascht von der Anfrage», sagt Cattelan. «Auch besass ich nur sehr rudimentäre Vorstellungen von solchen Dingen.» Bachmann schilderte ihm ausführlich, welche Widerstandsvorbereitungen bereits getroffen worden seien und wie alles funktioniere. Cattelan, gewohnt, genau hinzuschauen, blieb skeptisch: «Mir kam dies alles absolut unglaublich vor.» Er sagte aber nicht zum vornherein Nein. Vorerst wollte er mehr wissen und traf sich noch im Frühjahr 1979 während seines ersten Wiederholungskurses mit seinem Regiment 21, der just daheim im Baselbiet stattfand, unauffällig mit Ochsner im Motel auf der Hauenstein-Passhöhe; auch Ochsner kannte er aus militärischen Weiterbildungskursen. Und siehe da: «Der UNA-Chef bestätigte mir zu meinem Erstaunen all die unglaublichen Sachen, die Bachmann mir erzählt hatte.»

DIE AFFÄRE BACHMANN/SCHILLING

Der legendäre Oberst «Bert» Bachmann alias Tom war die Schlüsselfigur der bisherigen geheimen Dienste im EMD. Er flog im Spätherbst 1979 auf. Cattelan erfuhr just an seinem Geburtstag davon, dem 29. November, als er sich mit einigen Dienstkameraden in der Ostschweiz traf. Die Affäre Bachmann/Schilling verursachte damals einen Riesenwirbel und warf ein schlechtes Licht auf die ganze schweizerische Geheimdienstszene.

Was war geschehen? Ein Geheimdienstmann hatte seinen Mitarbeiter Kurt Schilling zum Ausspionieren der Raumverteidigungsübung 79 des österreichischen Bundesheeres ausgesandt. Das Ziel der Mission bestand darin, herauszufinden, wie lange etwa die Österreicher einem sowjetischen Angriff würden standhalten können. Doch der Betriebsberater und Amateurspion Schilling benahm sich derart dilettantisch, dass er im niederösterreichischen St. Pölten von der Spionageabwehr des österreichischen Bundesheeres sofort bemerkt und aufgegriffen wurde. In der Einvernahme durch die österreichischen Behörden gab er dann, für einen Agenten eine Todsünde, seinen Spionageauftrag und seinen Schweizer «Führungsoffizier» preis: einen gewissen Oberst Albert Bachmann. Nach einmonatiger Untersuchungshaft wurde Schilling wegen militärischen Nachrichtendienstes für eine fremde Macht (d. h. die Schweiz) zu einer bedingten fünfmonatigen Haft verurteilt und sofort in die Schweiz abgeschoben. Der glücklose Amateurspion wurde noch am Flughafen Kloten von Schweizer Beamten verhaftet. Weil er in der Untersuchungshaft in Österreich alles preisgegeben hatte, was für das EMD «top secret» war, taxierte die Militärjustiz dies als vorsätzliche fortgesetzte landesverräterische Geheimnisverletzung. «Dafür kassierte der Pechvogel in einem Geheimprozess in einer Festung im Gotthardraum weitere fünf Monate Gefängnis», schrieb die «BAZ» später.

In der Schweiz führte diese Affäre zum Eklat. Die Öffentlichkeit wusste nicht recht, ob sie lachen oder weinen sollte über diese «Indianerspiele», wie EMD-Chef Georges-André Chevallaz es vor dem Nationalrat nannte. Man lernte staunend ein bisher kaum bekanntes Kürzel kennen: UNA, Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr im EMD, genauer: im Stab der Gruppe für Generalstabsdienste. Wie sich herausstellte, wussten selbst die meisten UNA-Leute wenig oder nichts davon, dass Bachmann die zwei Organisationen «Spezialdienst» und «ausserordentlicher Nachrichtendienst» in der UNA geschaffen hatte; diese führten ein streng geheimes Eigenleben. In einem Bericht erfuhr die Öffentlichkeit erstmals von der Existenz dieser beiden geheimen Dienste. In der UNA gab es schon seit Jahren Personalstreitigkeiten, Spannungen, Führungsmängel und organisatorische Unzulänglichkeiten, wie die Arbeitsgruppe der nationalrätlichen Geschäftsprüfungskommission unter dem Vorsitz des späteren Bundesrats Jean-Pascal Delamuraz 1981 öffentlich machte. Als Hauptprobleme erkannte die Geschäftsprüfungskommission die Personalunion bei der Leitung der beiden geheimen Dienste und Bachmanns ständige Eigenmächtigkeiten.

In der Generalstabsabteilung des Eidgenössischen Militärdepartements hatten sämtliche Alarmglocken geläutet, als die Hiobsbotschaft von der Verhaftung Schillings und seinem Geständnis eintraf. Denn die Verantwortlichen im EMD fürchteten nichts mehr als eine öffentliche Debatte in den Räten über Auftraggeber und Kontrolle derartiger Einsätze. Der damalige UNA-Chef Richard Ochsner mahnte laut der «Basler Zeitung» mehrere Bundesparlamentarier in einem persönlichen Brief: «Die idiotische Szene von St. Pölten sollte nicht zum Marignano des schweizerischen Nachrichtendienstes werden.» Dazu kam es trotz dem Wirbel tatsächlich nicht. Noch nicht.

NEUBEGINN

Die UNA-Probleme waren den Verantwortlichen im EMD schon vorher nicht entgangen. Noch zu Bachmanns Amtszeit und somit noch vor dem Eklat kamen der damalige Generalstabschef Hans Senn und der UNA-Chef Richard Ochsner zum Schluss, dass angesichts der offenkundigen Probleme Handlungsbedarf bestand. Bachmann sollte die Leitung des bestehenden «Spezialdienstes» abgeben, den ausserordentlichen Nachrichtendienst aber «auf kleinem Feuer weiter betreiben», schrieb Senn rückblickend. Sie einigten sich im Wesentlichen auf folgendes Vorgehen:

Die beiden bisherigen Dienste werden organisatorisch voneinander getrennt und je einem eigenen neuen Chef unterstellt; Doppelmitgliedschaften sollen ausgeschlossen sein.

Die beiden Neuen sollen auf der Basis eines zivilrechtlichen Vertrags engagiert werden, damit sie besser getarnt und notfalls fristlos entlassen werden können.

Der Handlungsspielraum der beiden Dienste soll dank klaren Aufträgen und Umsetzungskonzepten begrenzt werden.

Direkte Kontrolle durch den Unterstabschef Nachrichtendienst und Abwehr, mit Unterstützung eines Aufsichtsrats aus Beamten. Dieser hatte für die Übereinstimmung des Mitteleinsatzes mit den Aufträgen zu sorgen und der Übernahme untragbarer Risiken vorzubeugen.

Vor diesem Hintergrund wurde Efrem Cattelan 1979 von Bachmann kontaktiert. Die Aufgabe reizte Cattelan, die Notwendigkeit einer solchen Organisation sah er angesichts der Weltlage und der sowjetischen Expansionspolitik ein. Zweitens fand Cattelan die Aufgabenstellung sehr interessant. Lange überlegte er hin und her und wollte schliesslich seine Zusage von einer Information des Gesamtbundesrats zum Projekt 26 abhängig machen. Diese aber erhielt er nicht sofort. Generalstabschef Hans Senn informierte den bundesrätlichen Dreierausschuss für das EMD im Frühjahr 1979 über die Grundzüge des Projekts. Das Ziel bestehe darin, «der Landesregierung ein Instrument in die Hand zu geben, das es ermöglicht, einen hartnäckigen Widerstand zu führen in den Gebieten der Schweiz […], die vom Feind besetzt wären». Die drei Bundesratsmitglieder gaben im Sommer 1979 grünes Licht, Cattelan unterschrieb.

Am 5. September 1979 schliesslich orientierte Senn den Gesamtbundesrat über die Grundzüge der beiden geheimen Dienste. Über den «Spezialdienst» führte er aus:

«Seine Aufgabe ist es, den in Ziffer 426 des Berichtes über die Sicherheitspolitik der Schweiz von 1973 (siehe Seite 41f.) geforderten Widerstand nach einer allfälligen Besetzung unseres Landes schon in Friedenszeiten vorzubereiten. Damit soll im Besetzungsfall der Landesregierung ein taugliches Instrument zur Verfügung gestellt werden können. Die wesentlichen Ziele sind:

1.

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