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Owen Burke - Die Alternative ist der Tod

Pete Hackett

Owen Burke - Die Alternative ist der Tod

FBI Special Agent Owen Burke





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Die Alternative ist der Tod

Special Agent Owen Burke

 

Krimi von Pete Hackett

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© 2012 der Digitalausgabe 2012 by AlfredBekker/CassiopeiaPress

www.AlfredBekker.de

 

Special Agent Owen Burkes Telefon läutete. Der Agent hatte soeben seinen Dienst angetreten. Von dem Kaffee, den er sich aus dem Automaten mitbrachte, hatte er noch nicht einmal genippt.

»Dein Telefon klingelt«, knurrte Ron Harris, der selbst erst vor wenigen Minuten im Büro eingetroffen war. »Könnte ein Gespräch sein.«

»Ha, ha«, machte Burke, verzog den Mund, angelte sich den Hörer und hob ihn an sein Ohr. »Special Agent Burke, FBI New York.«

»Guten Morgen, Kollege«, ertönte es und Burke drehte die Augen zur Decke. »Ausgeschlafen? Ich hoffe doch. Es gibt nämlich Arbeit.«

Burke aktivierte den Lautsprecher des Telefonapparates, so dass sein Partner hören konnte, was der Anrufer sprach.

»Ich bin immer ausgeschlafen, James«, versetzte Burke grollend. »Was für 'ne Kacke ist heute am Dampfen?«

Es hatte ausgesprochen humorlos geklungen.

»Du hörst dich so richtig euphorisch an, Kollege Burke. - Jemand hat einem Zeitgenossen eine Bombe ins Schlafzimmer gelegt. Sie ist heute Morgen um Punkt drei Uhr hochgegangen.«

»Und?«

»Es gibt zwei Tote. Mr. und Mrs. Ashburne. Kommt nach Brooklyn, du und Ron. Die Adresse lautet Beach 50th Street, die Hausnummer ist 24. Ihr findet die Straße südlich der Gravesend Bay und könnt das Grundstück eigentlich gar nicht verfehlen. Das Haus ist nämlich nur noch ein rauchender Haufen Trümmer.«

»Wir sind schon auf dem Weg«, grollte Burke. »Bis dann, James.«

Während Owen Burke den Hörer auflegte, erhob er sich schon. Auch die Gestalt Ron Harris' wuchs hinter dem Schreibtisch in die Höhe. »Mir scheint, dass es für Howard das Höchste ist, wenn er einen Fall an uns abgeben darf.«

»Ja, er freut sich jedes Mal diebisch«, knurrte Burke und schlüpfte in seine Jacke, die er über die Stuhllehne gehängt hatte.

Sie fuhren mit dem Lift in die Tiefgarage, und schon fünf Minuten später rollten sie im Dodge Avenger in Richtung East River. Burke programmierte das Navy und klemmte es in die Halterung. Eine sympathische Frauenstimme führte sie in die Beach 50th Street. Vor dem betroffenen Gebäude – es lag in einem parkähnlichen Garten -, standen Einsatzfahrzeuge der City Police, der Kastenwagen der SRD und der Kombi des Coroners. Der Platz vor dem Grundstück war mit einem gelben Trassenband abgesperrt. Einige Cops wachten darüber, dass kein Unbefugter diese Grenze überschritt. Ein ganzer Pulk Neugierige standen außerhalb der Absperrung. Burke sah auch einige Leute mit Fotoapparaten. Einer, der ein Mikrophon in der Hand hielt, versuchte hartnäckig einen der Blauuniformierten bei der Absperrung auszufragen.

Burke und Harris wiesen sich aus und durften den Garten betreten. Die breite Einfahrt war geteert, der Gehweg daneben mit grauen Betonsteinen ausgelegt. Das Haus war durch das Zweiggespinst von Büschen und Bäumen kaum zu sehen. Allerdings roch Burke den brenzligen Geruch, der in der Luft lag.

»Unser lieber Freund James Howard hat natürlich wieder einmal fürchterlich übertrieben«, knurrte Ron Harris, als sie vor dem Haus – besser gesagt der Villa standen. »Das ist alles andere als ein Haufen rauchender Trümmer.«

In der Tat waren lediglich ein paar Fenster zu Bruch gegangen und die weißgetünchte Wand war über den Fensteröffnungen rußgeschwärzt. Nur noch ein Fahrzeug des Fire Departments stand etwas abseits. Wahrscheinlich hatte man das Feuer im Gebäude sehr schnell unter Kontrolle gebracht.

»Warten wir ab, wie es im Haus aussieht«, versetzte Owen Burke.

Die Haustür war geöffnet. Auch hier waren zwei uniformierte Polizisten postiert, die darauf achteten, dass niemand, der hier nichts zu suchen hatte, das Gebäude betrat. Erneut mussten sich die G-men ausweisen, dann betraten sie die Villa. Es roch penetrant. Der Boden war nass vom Löschwasser.

Im Wohnzimmer trafen sie auf Detective Lieutenant James Howard von der Mordkommission New York. Drei weitere Männer, die die Agents zwar namentlich aber sonst nicht näher kannten, befanden sich bei ihm. Howard begrüßte die G-men per Handschlag, dann sagte er: »Zuerst dachte man an eine Gasexplosion. Doch dann stellte sich heraus, dass das Gebäude gar nicht an die Gasversorgung angeschlossen ist. Den ersten Erkenntnissen nach hat jemand eine Ladung Dynamit im Schlafzimmer des Ehepaares deponiert und sie per Fernzünder in die Luft gejagt, als er sicher sein konnte, dass Lee und Melanie Ashburne in ihren Betten liegen und schlafen.«

»Sind die Toten noch im Haus?«, fragte Burke.

»Ja. Das Schlafzimmer befindet sich oben. Allerdings solltest ihr jetzt nicht hinaufgehen. Die Spurensicherer sind noch am Werk.«

»Was sagt der Coroner?«, fragte Ron Harris.

»Das Ehepaar war sofort tot«, antwortete Howard. »Derjenige, der die Bombe ins Schlafzimmer brachte, muss ohne jede Gewaltanwendung ins Haus eingedrungen sein. Weder an der Haustür, noch an der Terrassentür, noch an der äußeren Kellertür sind Einbruchspuren festzustellen.«

»Sonst irgendwelche Erkenntnisse?«, fragte Burke.

»Bis jetzt nicht.«

»Mr. Ashburne scheint kein armer Mann gewesen zu sein.«

»Sein Großvater gründete einen Zeitungsverlag, sein Vater baute ihn aus und wurde richtig reich damit. Er ließ in Brooklyn und Queens insgesamt fünf Mietshäuser errichten, in denen mindestens sechzig Familien leben. Lee Ashburne verkaufte den Verlag. Außer von den Erträgen aus dem Millionenvermögen, das ihm der Verkauf des Unternehmens brachte, lebte er von den Mieteinnahmen.«

»Kinder?«, fragte Ron Harris.

»Ein Sohn. Sein Name ist Allan. Der Junge ist neunzehn und hundert Prozent behindert. Er lebt in einem Heim für geistig Behinderte.«

»Na schön«, murmelte Burke. »Es ist eine Bombe im Spiel und somit ist das FBI zuständig. Wir übernehmen, James. Spar dir also jedwede süffisante Bemerkung und räum das Feld.«

James Howard zeigte ein grimmiges Grinsen. »Eins zu null für dich, Owen. Frohes Schaffen also. Und haltet die Ohren steif, Jungs.«

Er hob die Rechte wie zum Gruß, nickte den anderen drei Männern zu, dann schwang er herum und marschierte zum Ausgang. Die drei Leute, die ebenfalls von der Mordkommission waren, folgten ihm.

Burke und Harris stiegen die Treppe empor. Oben war man gerade dabei, die in Leichensäcke verpackten Toten aus dem Schlafzimmer zu tragen. Die Agents machten Platz, und als die Gehilfen des Coroners die Getöteten an ihnen vorbei getragen hatten, betraten sie das Schlafzimmer. Hier war das Ausmaß der Zerstörung gravierend. Das Doppelbett war von der Explosion auseinander gerissen worden, ebenso einige Kommoden. Das Holz war zum Teil verbrannt.

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