Logo weiterlesen.de
Oskar

Alfred J. Schindler

 

Oskar

 

 

Horrorthriller

 

von

 

Alfred J. Schindler

 

 

 

 

VORWORT

 

 

Oskar Krämer war Zeit seines Lebens ein Pechvogel. Mit sieben Jahren brach er sich bei einem Sprung von einem Baum beide Beine. Komplizierte Trümmerfrakturen beiderseits. Seitdem humpelte er. In der Schule wurde er deswegen gehänselt. Da er körperlich nicht gerade der Stärkste war, konnte er sich auch nicht gegen gröbere Mitschüler erwehren.

 

Er steckte ein und teilte nicht aus.

 

Als er etwas älter wurde, versuchte er es beim anderen Geschlecht, jedoch ohne Erfolg. Er probierte es immer wieder, aber keines der Mädchen wollte ihn. Oskar war ein hässlicher Mann, den die Frauen nicht mochten. Er blieb alleine. Er ging in einen Karateverein und wurde nach jahrelangem Training ein sehr guter Kämpfer.

 

Oskar entwickelte sich zum Gerechtigkeitsfana-tiker.

 

Wenn es irgendwo Streit oder Differenzen gab, stellte er sich auf die Seite des Schwächeren. Jedoch nur dann, wenn dieser auch im Recht war. Seinen Beruf als Maler übte er nur deswegen aus, weil es eben sein musste.

 

So vergingen die Jahre und Oskar vereinsamte immer mehr. Er hatte – wie gesagt - keine Frau, keine Kinder und keine Freunde. Er fragte sich immer öfter, woran es denn liegen könnte, dass ihn niemand mochte.

 

Als er vierzig Jahre alt war, wurde Oskar depressiv. Zu einem Arzt wollte er nicht gehen. Er versprach sich nichts davon. Er vegetierte in seinem kleinen Appartement dahin, machte seine Arbeit, so gut es mit seinen Beinen eben ging, und sein Chef schikanierte ihn, wie es ihm gefiel. Er verlangte von ihm viele Überstunden, die er ihm nicht bezahlte. Oskar hatte – bedingt durch seine Depression – nicht mehr die Kraft, sich gegen seinen Chef aufzulehnen.

 

Irgendwann hatte Oskar genug. Er holte sich einen Strick aus dem Keller, packte ihn in einen kleinen Koffer, stieg auf sein Fahrrad und fuhr zum Gasthaus „Schwarzer Hirsch.“ Dort hatte er sich immer sehr wohl gefühlt. In seinem Appartement wollte er nicht sterben. Er wusste nicht, warum. Als er im Gasthaus ankam, sagte der Wirt:

 

„Na, Oskar, auch wieder im Land?“

„Ja, wieso, Georg?“

„Du warst schon zwei Wochen nicht mehr bei mir! Warst du krank?“

„Nein, nein, ich hatte soviel Arbeit.“

„Möchtest du ein Bier?“

„Ja, schenk mir eine Halbe ein.“

„Was ist denn mit dir? Du bist so ruhig!“

„Ich bin ruhig? Ist mir gar nicht aufgefallen!“

 

Georg brachte ihm sein Bier und Oskar setzte sich zum Wirt an die Theke. Auf seinen Stammplatz – wie immer.

 

„Ich möchte heute Nacht in deinem Gasthaus schlafen. Hast du ein freies Zimmer für mich?“

„Was, du möchtest bei mir übernachten? Warum das denn?“

„Ich habe die Handwerker im Appartement. Und das stört mich.“

„Verstehe. Die Lautstärke. Zimmer 17 im ersten Stock ist noch frei. Ich mache dir einen Freundschaftspreis. Sagen wir zehn Euro? Du bleibst doch nur eine Nacht?“

„Ja, nur eine Nacht. Danke.“

 

Oskar trank sein Bier aus, bezahlte es und ging mit dem Zimmerschlüssel Nr. 17 nach oben. Er betrat den Raum, stellte die Tasche ab, holte den Strick heraus und befestigte ihn an einem Haken, der in der Mitte des Zimmers angebracht war. Danach machte er eine stabile Schlaufe, die er sich um den Hals legte. Er stieg auf einen Stuhl und sprang.

 

Oskar hatte sich erhängt.

 

 

01

 

 

Unser Urlaub in den Bergen ist fast zu Ende. Wir haben uns auf einer wunderschönen Alm in den Dolomiten gut erholt. Besonders Robert hat der Urlaub gut getan. Er überließ mir wie üblich alle anfallenden Arbeiten wie Einkaufen, Tanken, Wäschewaschen etc.

 

Robert und ich sind auf dem Nachhauseweg. Wir fahren gerade mit unserem Wagen eine steile Bergstraße hoch.

 

„Pass auf, Helene! Dort vorne kommt eine starke Linkskurve!“, meckert Robert.

„Habe ich schon gesehen.“, antworte ich.

„Fahre weiter rechts! Du behinderst den Gegenverkehr!“

„Ich fahre doch ganz rechts.“

„Aber nicht genug. Wenn jetzt jemand aus der Kurve kommt, knallt es.“

„Das glaube ich nicht, Robert.“

„Helene, wie oft muss ich dir noch sagen, dass du auf solchen Bergstraßen nicht so schnell fahren sollst?“

„Ich fahre doch gar nicht schnell.“

„Doch. Du fährst viel zu schnell.“

„Ich fahre vierzig!“

„Dreißig ist besser.“

„Hast du Angst um dein Leben?“

„Ja.“

„Um meines nicht?“

 

Er antwortet nicht. Das sagt mir alles. Es ist ihm egal, wenn ich bei einem Unfall sterben würde. Mein Mann ist ein unglaublicher Egoist. Er ist der größte Egoist, den ich kenne. Alles muss nach seinem Kopf gehen. Und er muss immer recht haben. Ich habe mich im Laufe der Jahre an seine Eigenarten gewöhnt. Natürlich hätte ich mich von ihm scheiden lassen können, aber das wollte ich nicht. Ich hatte nicht die Kraft, mich von ihm zu lösen...

 

„Robert, ich bin müde, hungrig und durstig.“

„Ich auch. Beim nächsten Gasthaus halten wir an.“

„Und wenn dort zufällig Zimmer vermietet werden, könnten wir ja übernachten.“

„Wieso? Ich kann doch auch fahren! Und du schläfst, während ich fahre.“, sagt er.

&

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Oskar" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen