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Opernfestspiele & Klassikfestivals

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Bühne frei!

Unzählige Musikfestivals machen die Welt zu einer riesigen Bühne. Allein in Deutschland verzeichnet das vom Musikrat getragene Musikinformationszentrum (MIZ) fast sechshundert Einträge, die meisten davon sind den Bereichen Klassik und Oper zuzuordnen. Jährlich werden es mehr. Die Menge ist imponierend, kann aber auch schnell überfordern. Wie findet man in dieser Fülle das Bewährte, wie das Ungewöhnliche? Welche Festivals sind eine längere Reise wert, wo gibt es Neuland zu entdecken?

Neun Autoren begleiten uns in die internationale Musiklandschaft der Festspiele und Festivals, in der sie zu Hause sind. Es sind Opern- und Operetten-Spezialisten, Kenner der Alten und zeitgenössischen Musik. Sie sprechen regelmäßig mit den Machern und Künstlern und blicken hinter die Kulissen, in die Orchestergräben und Betriebsbüros. Für dieses Buch haben sie eine besondere Auswahl getroffen. Große Klassiker und renommierte Adressen sind ebenso vertreten wie junge und kleinere Konzertreihen. Die Sammlung will, wie man früher gesagt hat, ein »Vademecum« sein – ein Führer und Hinführer zu den Orten großer Musikereignisse, auch ein Verführer zu neuen Erlebnissen, zum Risiko und zum Genuss.

In fünfzig Portraits rücken bedeutende und außergewöhnliche Veranstaltungen der internationalen Konzert- und Bühnensaison ins Rampenlicht. Ein einleitender Essay gibt zudem einen geschichtlichen Abriss über die Entstehung der Festivals ab 1900 und geht in fünf Thesen großen Fragen auf den Grund: Es wird geklärt, worin der Unterschied zwischen Festspielen und Festivals liegt und wie sie betrieben werden; außerdem wird auf ihren künstlerischen Auftrag, ihre touristische Funktion und ihre gesellschaftliche Rolle eingegangen.

Eines ist klar: Festivals sind Ausdruck des Zeitgeistes geworden. Ihr Event-Charakter und ihr medialer Stellenwert machen sie zu einer wichtigen Erscheinungsform des Kulturbetriebs der Gegenwart. Neue Multimedia-Technologien sind zudem treibende Kraft für Wandel und Veränderung, gerade auch im Hinblick auf die Zukunftstauglichkeit der Klangfeste. Marketing- und PR-Fachleute werden heutzutage früh in die Konzeptentwicklung eingebunden. Wissenschaftler und Psychologen interessieren sich im Rahmen universitärer Forschungsprojekte dafür, was die Musik in den Herzen und Köpfen der Menschen bewegt, und machen Konzertbesucher zu Probanden. Die Studien werfen ein neues Licht auf das Gesamterlebnis Musik.

Können so vielleicht noch weitere Wege gefunden werden, die in den Konzertsälen bislang rar vertretene, digitale Generation Y anzulocken? Live-Elektronik, Tanzvideos und Kunstprojektionen werden schon jetzt mehr und mehr ins Bühnengeschehen integriert und sorgen für eine neue emotionale Energie. All das kann die Qualitäten eines Konzerts – und die Horizonte aller Zuhörer – durchaus erweitern, wenn sie sich darauf einlassen. Musik für Ohren und Augen also! Die unzähligen Möglichkeiten eröffnen ein riesiges Spielfeld, und noch lange ist kein Ende in Sicht.

Dieses Buch will mit Worten und eindrucksvollen Bildern die Entdeckerfreude wecken. Das funktioniert, Gott sei Dank, immer noch. Auch ohne sonstige Technologien.

von Birgit Chlupacek