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Ohana – Hawaiis tierische Familiengeschichten für Groß und Klein

Ohana – Hawaiis tierische Familiengeschichten für Groß und Klein

Bernd-Christoph Gunesch

Inhaltsverzeichnis

Bevor es losgeht

Kahoolawe und das Vertrauen

Oahu und die Frage, ob wir alle gleich sind

Ein ganz gewöhnlicher Tag auf Lanai

Molokai und die Gegensätze

Maui und die Angst vor dem Fremden

Die große Insel und der Tag der Zeugnisse

Die verbotene Insel Niihau

Wie Kauai immer bunter wurde

Das Fest der Versöhnung

Bevor es losgeht

Aloha liebe Kinder und liebe Eltern,

Mahalo - danke, dass ihr euch für dieses Buch entschieden habt! Bevor ich euch ein paar Geschichten erzählen werde, möchte ich mich gerne vorstellen: Mein Name ist Kamehameha. Ein komplizierter Name, nicht wahr? Daher noch einmal langsam: Ka-me-ha-me-ha. Meine Eltern haben mir diesen Namen gegeben, weil der König der Inseln, über die ihr hier mehr erfahren werdet, genauso hieß. Wörtlich übersetzt bedeutet mein Name „der Stille”. Das passt in der Tat ganz gut zu mir, denn ich bin schon mein ganzes Leben lang immer jemand gewesen, der sehr ruhig war und mit Abstand auf die Menschen und die Natur schaute. Heute bin ich 75 Jahre alt und habe in meinem Leben Schon viel gesehen und erlebt.

Weil ich Menschen gerne helfe und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehe, nennt man mich auf den Inseln auch „Kahuna”. So werden hierzulande die alten weisen Männer genannt, auf deren Meinung viele Inselbewohner Wert legen. Die Aufgabe eines echten Kahunas besteht dann, anderen zu helfen. Doch nun genug von mir, noch schnell ein paar Worte zu dem Titel dieses Buches.

Ohana ist ein ganz besonderer Begriff, der, aus dem Hawaiiamischen übersetzt, „Familie” bedeutet. Zur Ohana gehören aber nicht nur leibliche Anverwandte, sondern auch Menschen, mit denen man in tiefer Freundschaft oder Liebe verbunden ist. Für den deutschen Begriff „Liebe” kennt die hawaiianische Sprache einen weiteren, ebenfalls sehr wichtigen Ausdruck, nämlich „Aloha”. Aloha ist das Wichtigste auf dieser Welt, denn ohne Aloha wäre sie furchtbar traurig, gemein und hässlich.

Zum Schluss dieses Vorgeplänkels noch einige wenige Zeilen zum Ort des Geschehens: Hawaii. An einem Ort, ganz weit weg von dort, wo ihr euch gerade befindet, liegt eine Gruppe von Inseln, die unvorstellbar schön sind und einem kleinen Paradies gleichen. Ihr müsst auf eurem Globus oder eurer Weltkarte ganz genau hinschauen, nur dann werdet ihr sie überhaupt erkennen. Mitten im unendlich wirkenden Pazifischen Ozean ragen acht außergewöhnliche teilweise immer noch aktive Vulkane heraus, die diese Inseln geformt haben und von denen ihr hier hören werdet. Taucht nun mit mir ein in diese Welt, die euch einerseits zwar fremd, andererseits aber auch vertraut sein wird. Denn egal woher wir Menschen kommen oder wo wir wohnen: Wir alle leben auf demselben Planeten und kennen die gleichen Sorgen und Ängste. Entscheidend ist, wie man mit ihnen umgeht.

Hier die wichtigsten Begriffe für euch noch einmal zusammengefasst:

Aloha

- Liebe, Hallo, Tschüss

Mahalo

- Danke, Dankbarkeit

Ohana

- Der Familienkreis und die engsten Freunde

Kahuna

- Weise, kluge Männer auf Hawaü, die mit Rat und Tat helfen

Die Hawaiianischen Inseln

Kahoolawe und das Vertrauen

Ganz in der Nähe der hawaiianische Insel Kahoolawe soll sich Folgendes zugetragen haben. Kahoolawe ist ein schwieriger Name und bedeutet so viel wie „das Wegnehmen”. Ein besonderes Tier, dessen Ursprung nicht auf Hawaii, sondern in Australien liegt, ist das Känguru. Weil es keinen hawaiianischen Namen für dieses Tier gibt, heißt es in dieser Erzählung „Wallapi”

Eines Morgens saß die Kängurufamilie, die Ohana der Wallapis, beim Essen zusammen. Gemeinsam mit ihren zwei Kindern, Malia und Keno, aßen Mama und Papa Wallapi schmatzend die zahlreichen Bananen, die sie auf einer Plantage heimlich gemopst hatten.

Da fragte die kleine Tochter Malia: „Papa? Wieso gibt es auf dieser Insel so wenige von uns Wallapis? Von den anderen Tieren gibt es so viele mehr, warum haben nur wir hier wenig Verwandte?” Papa Wallapi wusste, dass diese Frage eines Tages kommen würde. Nun war es an der Zeit, die Wahrheit zu erzählen.

„Hört gut zu, Kinder”, begann er, während er den letzten Happen seiner Banane in Ruhe zu Ende kaute und schließlich fortfuhr. „Es gibt auf dieser Insel nur wenige von uns, weil wir ursprünglich aus einem ganz anderen Land kommen. Weit weg von hier gibt es einen Kontinent, der Australien heißt. Von dort sind meine Eltern und Mamas Eltern, also eure Omas und Opas, vor vielen Jahren mit einem Schiff hierhergekommen. Auf Kahoolawe angekommen sperrte man sie in einen Zoo ein, wo die Menschen Tiere beobachten können.”

„Das heißt, Oma und Opa waren Gefangene?”, stellten Malia und Keno erschrocken fest.

„Ja und nein”, antwortete Mama Wallapi ein wenig traurig. „Die Menschen waren nicht böse zu ihnen. Sie gaben ihnen täglich zu fressen, sie hatten viel Auslauf, es gab viele Spielmöglichkeiten. Jedoch waren sie dort umzäunt und eingesperrt.”

„So ist es”, ergänzte Papa Wallapi. „Und dann kamen Mama und ich auf die Welt. Wir sind also im Zoo geboren worden und kannten es gar nicht anders, als dort zu leben.”

„Sind unsere Omas und Opas immer noch im Zoo?”, wollte Keno wissen.

„Ich denke ja”, antwortete die Mutter unter Tränen. „Wir haben sie schon viele Jahre nicht mehr gesehen. Wenn sie noch leben, müssten sie jetzt Schon sehr alt sein.”

„Aber warum seid ihr hier und unsere Großeltern noch im Zoo?”, sprudelte es aus beiden Wallapi-Kindern gleichzeitig heraus.

Während der Vater die Mutter tröstete, antwortete er: „Weil wir sie dort lassen mussten. Sie waren damals schon zu alt für die Flucht aus dem Zoo.”

„Bitte erzählt uns mehr davon! Wie habt ihr es geschafft, von dort zu entkommen?”, forderte Malia, indem sie aufgeregt hin- und herhüpfte.

Der Wallapi-Vater erzählte weiter: „In Ordnung. Als wir gerade auf die Welt gekommen waren, trainierten eure Omas und Opas täglich mit uns das Springen: Sie zeigten uns, wie man seine Kraft am besten einsetzt, um besonders hoch springen zu können. Allerdings übten wir immer erst dann, wenn alle Menschen weg waren und auch die Zoowärter schliefen. Niemand sollte sehen, wie gut wir tatsächlich springen konnten; es war so etwas wie unser Geheimnis. Nachdem wir uns gut entwickelt hatten, sagten eines Nachts eure Großeltern zu uns: ,Es ist so weit Ihr seid nun stark genug, um auch in der Wildnis zu überleben. Morgen Abend werden wir Abschied voneinander nehmen und euch dabei helfen, über den Zaun zu springen.’ Wir konnten kaum fassen, was sie da zu uns gesagt hatten, aber wir vertrauten ihnen: Weil wir wussten, dass sie es immer nur gut mit uns meinten.

Am nächsten Abend war es dann soweit: Wir schauten uns vorsichtig um. Nachdem die Luft rein war, umarmten wir uns ein letztes Mal, nahmen Abschied voneinander und flüsterten leise: „Hilinai! Vertrauen!”

Ich weiß noch, wie ich zu Oma sagte: ,lch kann das nicht!’ Aber sie ermutigte mich: ,Vertraue mir, du kannst das sehr wohl.

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