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Oh süße Lust. Für alle im Rausch der Leidenschaft

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Oh süße Lust

Für alle im Rausch der Leidenschaft

Hoffmann und Campe

José SaramagoSaramago, JoséWo Wo

Wo Augen sich schließen; wo die Zeit

Das Tritonshorn der Stille klingen lässt;

Wo wahre, tiefe Ohnmacht sich im Duft

Von Narden und Geschlecht einfach verliert:

Wo Glieder Bänder sind und Münder

Nicht atmen, sondern heftig keuchen;

Wo durch den Raum der Körper und der Sterne

Finger neue Umlaufbahnen ziehen;

Wo kurze Agonie; wo auf der Haut

Sich Schweiß mit Schweiß vermengt; wo Liebe.

José SaramagoSaramago, JoséSo weiß, deine Brust So weiß, deine Brust

So weiß, deine Brust! Oder bedeckt von goldbrauner Haut?

Und die spitzen Kristalle oder Rosen, aufgerichtet

Als leuchtende Signale im Kleinod des Busens?

Welch zarte Erdbeeren, welch ungestillter Durst,

Welche Spur auf Dünen, die in die Höhe streben,

Wenn im Sturm des Blutes die Wasser anschwellen

Und wir im Weißen treiben, so herrlich tot.

Sappho von MytileneMytilene, Sappho vonWie ein Gott kommt er mir vor Wie ein Gott kommt er mir vor

Wie ein Gott kommt er mir vor,

der Mann, der neben Dir sitzt

und dem Klang Deiner Stimme lauscht

und sich freut, wenn Du lächelst.

Mir aber rast das Herz in der Brust

wenn ich Dich sehe,

die Kehle schnürt sich mir zu

und die Zunge ist wie gelähmt.

Feines Feuer brennt in der Haut,

das Auge verliert an Sehkraft,

ein Dröhnen braust in den Ohren,

kalter Schweiß bricht mir aus.

Ich zittre an allen Gliedern;

bleicher als dürres Gras

bin ich mehr tot als lebendig.

Aber alles muss man ertragen …

Stefan ZweigZweig, StefanDer Verführer Der Verführer

Ich weiß nicht mehr, wie mein Leben war,

Bevor ich die Frauen kannte.

Ich weiß nur, ein dunkles Beben war

In meinem Blute, wenn ich zur Nacht,

Aus einem lockenden Traum erwacht,

Die Dinge mit fremden Namen nannte.

Da warf ich mein Fieber in Bücher und Bild,

Bis sie mir ganz gehörten,

Durch die Gassen stürmte ich wild

Und durch die dunkelnden Gärten.

Alle Dinge, die ich berührte,

Scheinen mir Rätsel und raunende Worte.

Ich fühlte vor mir die offene Pforte

Und war doch zu zag,

Die andern zu fragen, wohin sie mich führte.

Und wusste es endlich an einem Tag.

Kaum sinn ich noch, wer die erste war,

Von der mir die wilde Erkenntnis kam.

Mir ist nur, als ob ihr gelöstes Haar

Mich manchmal wie flüsternder Duft umwehte

Und ihre sterbende Mädchenscham

Noch einmal in meine Augen flehte.

Doch ich nahm

Sie hart, wie Tiere ihre Opfer packen,

Nahm sie in trotziger Knabenart.

Da, – durch den Schleier der Wollust sah

Ich glühend nah

Ihr Auge in eigenem Lichte flacken.

Dieser seltsame Blick!

Von Hass und Qual ein brennender Stoß

Und doch namenlos

Glänzend von einem quellenden Glück,

Tiefster Traum dem Trotze gepaart,

Als zitterten diese gierigen Augen,

Mit ihrem Hasse mich in sich zu saugen,

Als ob das Feuer, das rot sie durchrollte,

Mich ganz in den Flammen vernichten wollte.

Und ein tolles Verlangen hat mich gedrängt,

In allen Frauen

Ewig nur mehr diesen Blick zu schauen,

Tiefste Sehnsucht, begehrendes Grauen,

Weigern und Wille und Widerstand

Funkelnd in einem einzigen Brand. –

Und die sinkende Hand und über den Wangen

Wie stürzende Welle das rote Verlangen,

Die wilde Minute,

Da allen Sinnen das Band zerreißt

Und lodernd im Blute

Die Flamme des ewigen Willens kreist.

Seit jenem Tage hab ich verlernt,

Die laue Anmut der Städte zu sehn,

Die Wolken, die über die Wälder wehn,

Mit den Frühlingswinden über das Feld

Erschauernd zu gehn.

Mein Himmel ist nur mehr mit Frauen besternt

Und schwingt um mich als ewige Welt.

An ihnen zähle ich Stunden und messe

Tage und Taten nach ihrem Maß,

Denn der Tag, an dem ich keine besessen,

Ist einer, an dem ich zu leben vergaß.

Oh, von des Dunkels sinkendem Pfad

Leise schauernd ins laue Bad

Ihrer weißen Leiber zu gleiten,

Und von ihren vollen

Atmenden Brüsten

Wie von weichen Wellen gehoben

Zu den fernen lockenden Küsten

Unbekannter Lüste zu rollen,

Ganz in die purpurnen Tiefen der schwülen

Fremden Seelen sich einzuwühlen.

Und dann des Morgens die schimmernden Ranken

Ihrer Arme, die wild mich umblühten,

Sanft zu lösen von atmender Brust,

Nicht mehr zurücksehn, nicht mehr ihr danken,

Vorwärtsfiebernd mit neuerglühten

Sinnen fort in die Ferne zu wandern

Hin zu den andern

Harrenden Meeren der ewigen Lust.

Mein Weg geht weiter, ich halte nicht Rast.

Der Sehnenden Schrei,

Der Stöhnenden Fluch,

Der Verlassenen Schmach

Hetzt mir nach,

Doch schrill wie ein Tuch

Reißt hinter mir mein Leben entzwei.

Dem Unbekannten bleib ich nur Gast,

Was ich erstrebte, ist nicht mehr Begehr,

Was ich erlebte, leb ich nicht mehr!

Mein Weg geht weiter, wie durch den Wald

Gottes zornige Stürme brechen.

Ich werde nicht alt.

Die Gewalt

Der Sehnsucht befeuert

Mein Blut und erneuert

Den Willen, den tausend Siege nicht schwächen.

Denn jenes tiefste Geheimnis ist mein

Zu sein

Wie das Feuer, kaltfunkelnd im Edelstein,

Glut aus allen Poren versprühend

Und nie doch verglühend.

Der Atem von jenen, die ich bewältigt,

Hat meine Kraft nur vertausendfältigt.

Meine Seele flammt von der andern Licht,

Sie funkelt: und doch, sie verzehrt sich nicht.

Sie aber reißen sich nicht mehr los!

In allen den andern, die später kamen,

Liebt ihre Seele nur meinen Namen.

Aus zuckendem Schoß

Werfen sie Kinder ins Leben hinein.

Die sind nicht mein

Und ziehen doch nur meine Träume groß.

In ihren Augen

Glimmen die Funken von meinen Gelüsten,

Und sie saugen

Das Fieber aus ihrer Mütter Brüsten.

So kreist mein Wille in ewiger Flut,

Sie erben die Glut,

Und stumm schon hinter des Todes Türen

Werd ich noch tausend Frauen verführen.

Aber manchmal scheint dies alles so klein!

Denn hart vorüber am suchenden Blick

Laufen Straßen ins Land zurück.

Und Städte mit vielen Menschen sind

Irgendwo weit hinter Woge und Wind,

Und viele Frauen müssen dort sein,

Sanfte Frauen mit wiegendem Gang,

Und heiße, von vielen Träumen ermattet,

Kinder, in deren Abendgesang

Ein erster fremder Gedanke schattet.

Alle

Haben mich nie gesehen,

Alle

Müssten erglühend vor mir stehen.

Der Gedanke verstört

Mein Glück, dass nicht alles mir gehört.

Ich will es nicht denken,

Dass Frauen sich auch an andre verschenken.

Ich wollte sie alle an meinen Händen,

Alle fühlen wie funkelnde Ringe,

Alle besitzen und alle verschwenden.

Ich möchte die Welt wie ein glühendes Weib

An meine verlangende Seele betten

Und ihren Leib

Mit den Flammen meiner zwei Arme umketten.

Alles, was lebt und lockt in den Dingen,

Möchte ich wie eine Frau bezwingen.

Doch was ich erfasse, es ist nur Teil.

Die Sehnsucht, der ewig blühende Pfeil,

Ob ich ihn rastlos ins Ferne versende,

Ewig schmettert sein Schwung am Ende

Bodenwärts

Und bohrt sich brennend ins eigene Herz.

Ricarda HuchHuch, RicardaDrei Gedichte Drei Gedichte

Ich werde nicht an deinem Herzen satt,

Nicht satt an deiner Küsse Glutergießen.

Ich will dich, wie der Christ den Heiland hat:

Er darf als Mahl den Leib des Herrn genießen.

So will ich dich, o meine Gottheit, haben,

In meinem Blut dein Fleisch und Blut begraben.

So will ich deinen süßen Leib empfangen,

Bis du in mir und ich in dir vergangen.

Wie Laodamiens Gatte für drei Stunden

Vom Nebelschoß des Todes losgebunden,

Erschienest du, wie einst mir zu gehören;

Und da ich noch mit innigstem Beschwören

An deinem traumesschweren Leibe sauge,

Senkst du in meine Brust zum letztenmal

Mit dunkler Kraft das mitternächtge Auge,

Und tauchst hinunter in die leere Qual.

Schwill an, mein Strom, schwill über deine Weide,

Umschlinge Haupt und Stamm zu dir hinab.

Dass sich kein Blatt aus deiner Flut mehr scheide,

Taucht sie die Zweige schluchzend in dein Grab.

Dass dich doch dürstete, wie sie verschmachtet!

Verzehre sie, wie sie dich trinken will!

In dich gebogen, ganz von dir umnachtet,

Von dir verschlungen wird die Seele still.

Giacomo CasanovaCasanova, GiacomoDie schöne O’Morphi Die schöne O-Morphi

Als ich eines Tages mit meinem Freunde Patu auf der Messe Saint-Laurent war, bekam er den Einfall, mit einer vlamischen Schauspielerin, namens Morphi, zu soupieren, und er lud mich ein, mich daran zu beteiligen. Das Mädchen hatte für mich keinen Reiz; aber was tut man nicht einem Freund zuliebe? Ich stimmte also zu. Nachdem wir mit der Schönen gespeist hatten, bekam Patu Lust, die Nacht einer süßeren Beschäftigung zu widmen, und da ich ihn nicht verlassen wollte, so verlangte ich ein Kanapee, um darauf in Züchten die Nacht zu verbringen.

Die Morphi hatte eine Schwester, einen kleinen Schmutzfinken von etwa dreizehn Jahren; diese sagte mir: wenn ich ihr einen kleinen Taler geben wollte, würde sie mir ihr Bett abtreten. Ich erklärte mich einverstanden, und sie führte mich in ein Kämmerchen, wo ich einen Strohsack auf vier Brettern fand.

»Und das nennst du ein Bett, mein Kind?«

»Ich habe kein anderes, mein Herr.«

»So eins will ich nicht, und du bekommst deinen kleinen Taler nicht.«

»Sie wollten sich also auskleiden?«

»Selbstverständlich.«

»Welch’ ein Einfall! Wir haben gar keine Bettlaken.«

»Du schläfst also ganz angezogen?«

»O nein!«

»Nun, so lege dich hin, wie du es sonst tust, und ich gebe dir den kleinen Taler.«

»Warum denn?«

»Ich will dich in diesem Zustand sehen.«

»Aber Sie werden mir nichts tun?«

»Ganz und gar nichts!«

Sie legt sich auf den armseligen Strohsack und deckt sich mit einem alten Vorhang zu. Wie sie so daliegt, denke ich nicht mehr an ihre Lumpen; ich sehe nur noch eine vollendete Schönheit. Aber ich möchte sie ganz sehen. Ich treffe Anstalten, meinen Wunsch zu befriedigen; aber sie widersetzt sich. Ein Sechsfrankentaler macht sie gefügig, und da ich an ihr keinen anderen Mangel sehe als völlige Abwesenheit von Sauberkeit, so beginne ich sie eigenhändig abzuwaschen.

Du wirst mir erlauben, lieber Leser, eine ebenso einfache wie natürliche Kenntnis vorauszusetzen: nämlich, dass in derartigen Fällen mit der Bewunderung eine andere Art von Beifallsbetätigung untrennbar verbunden ist. Zum Glück, und wie es auch nicht anders zu erwarten war, fand ich die kleine Morphi bereit, mich alles machen zu lassen mit Ausnahme des einzigen, woran mir nichts lag. Sie erklärte mir, das würde sie mir nicht erlauben, denn nach der Meinung ihrer Schwester wäre das fünfundzwanzig Louis wert. Ich antwortete ihr, über den Preis für diesen Hauptpunkt würden wir ein anderes Mal sprechen; vorläufig wollten wir ihn ganz außer acht lassen. Nachdem sie hierüber beruhigt war, stand alles übrige mir zur Verfügung, und ich fand an ihr eine trotz der Frühreife sehr ausgebildete Begabung.

Die kleine Helene brachte ihrer Schwester getreulich die sechs Franken, die ich ihr gab, und erzählte ihr, wie sie sie sich verdient hatte. Als ich gehen wollte, kam sie zu mir und sagte mir, wenn ich Lust hätte, würde sie etwas vom Preise ablassen, denn sie brauche Geld. Ich antwortete ihr lachend, ich würde sie am nächsten Tage besuchen. Patu, dem ich mein Erlebnis erzählte, glaubte, ich übertriebe, und um ihm zu beweisen, dass ich ein Kenner weiblicher Schönheit sei, bestand ich darauf, dass er sich Helenen in derselben Stellung ansähe, worin ich sie gesehen hätte. Er gab zu, dass der Meißel des Praxiteles niemals etwas Vollkommeneres habe schaffen können. Weiß wie eine Lilie bot Helene das schönste Bild, das Natur und Malerkunst zusammen hervorzaubern könnten. Ihre schönen Züge hatten etwas so Liebliches, dass dem Beschauer ein unbeschreibliches Glücksgefühl, eine köstliche Ruhe sich in die Seele senkten. Sie war blond, und trotzdem hatten ihre herrlichen blauen Augen den ganzen Glanz der schönsten schwarzen Augen.

Am nächsten Abend besuchte ich sie wieder; da ich mich jedoch zu dem geforderten Preise nicht verstehen wollte, machte ich mit der älteren Schwester ab, ich sollte für jeden Besuch zwölf Franken bezahlen, wofür mir die Benützung ihres Zimmers freistände; diese Abmachung sollte so lange gelten, bis ich Lust bekäme, ihr sechshundert Franken zu zahlen. Es war ein starker Wucher, aber die Morphi war von griechischer Abstammung und über leere Gewissensbedenken völlig erhaben. Ich hatte gar keine Lust, ihr diese hohe Summe zu geben, weil ich kein Verlangen nach dem Gegenwert empfand; was ich erhielt, war alles, was ich wünschte.

Die ältere Schwester glaubte mich an der Nase zu führen, denn in zwei Monaten hatte ich dreihundert Franken ausgegeben, ohne etwas mit dem Mädchen gemacht zu haben; sie schrieb diese Zurückhaltung meinem Geiz zu; ein sonderbarer Geiz!

Ich bekam Lust, den herrlichen Mädchenleib im Bilde zu besitzen, und ein deutscher Künstler malte sie mir göttlich schön für sechs Louis. Die Stellung, die er sie einnehmen ließ, war entzückend. Sie lag auf dem Bauch, Arme und Busen auf ein Kissen aufgestützt, aber den Kopf so herumgedreht, wie wenn sie zu drei Vierteln auf dem Rücken gelegen hätte. Der geschickte und geschmackvolle Künstler hatte den unteren Teil ihres Leibes mit so viel Kunst und Wahrheit gemalt, dass man sich nichts Schöneres wünschen konnte. Ich war entzückt von diesem schönen Porträt, das sprechend ähnlich war, und ich schrieb darunter: O-Morphi – ein Wort, das zwar nicht homerisch, aber nichtsdestoweniger griechisch ist und Schöne bedeutet.

Aber wer kann die geheimen Wege des Schicksals vorauswissen! Mein Freund Patu bekam Lust, eine Kopie des Bildes zu besitzen; einen so unbedeutenden Dienst schlägt man einem Freunde nicht ab, und derselbe Maler erhielt den Auftrag, sie anzufertigen. Nun wurde dieser Maler nach Versailles berufen; er zeigte dort unter mehreren Porträts auch dieses reizende Bild, und Herr de St.-Quentin fand es so schön, dass er nichts Eiligeres zu tun hatte, als es dem König zu zeigen. Als großer Kenner auf diesem Gebiet beschloss Seine Allerchristlichste Majestät, sich mit eigenen Augen zu überzeugen, ob der Maler naturgetreu kopiert hätte, und wenn das Original ebenso schön war wie das Abbild, so wusste der Enkel des heiligen Ludwig sehr wohl, was er damit anfangen könnte.

Der gefällige Freund des Fürsten, Herr de St.-Quentin, wurde mit der Sache beauftragt: dies war sein Amt. Er fragte den Maler, ob das Original wohl nach Versailles gebracht werden könnte; der Künstler hielt dies für sehr leicht möglich und versprach ihm, sich danach zu erkundigen.

Er kam infolgedessen zu mir, um mir den Vorschlag mitzuteilen, den ich entzückend fand; ich sprach darüber sofort mit der älteren Schwester, die vor Freude ganz außer sich war.

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