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Nothing For UnGood

Über den Autor

John Madison wohnte sein Leben lang in Oklahoma City, bis er aufs College ging. Dort fing er an, Elektrotechnik zu studieren und schlechte Note zu schreiben. Er beschloss, Deutschkurse zu belegen, um seinen Notendurchschnitt zu verbessern und sein Stipendium zu behalten. Denn er wollte seinen lang gehegten Traum, eines Tages etwas mehr als das Existenzminimum zu verdienen, realisieren. Irgendwann machte er ein Praktikum in Hamburg. Anschließend verbrachte er ein Jahr als Austauschstudent in München. Nach seinem Studium nahm er einen Job bei einer deutschen Firma in South Carolina an, die ihn für einige Zeit nach Reutlingen und ins beliebte Salzgitter schickte. Dann kündigte er seine Stelle, um in den Ruhestand zu gehen. Sieben Monate später hatte er kein Geld mehr – und nun hat er einen Job in Texas.

JOHN MADISON

NOTHING
FOR
UNGOOD

Deutsche Seltsamkeiten
aus amerikanischer Perpektive

Aus dem amerikanischen Englisch von
Petra Trinkaus

INHALTSVERZEICHNIS

Auto
  1. Einleitung
  2. I Sprache
  3. Ein klares Nein zur deutschen Sprache
  4. Die Deutschen machen sich über Amerikaner lustig, wenn sie etwas zu sagen versuchen
  5. Die Deutschen reden immer Klartext
  6. Die Deutschen lernen absichtlich das falsche Englisch
  7. Neue Wörter erraten
  8. Die Deutschen halten ihr Englisch für besser, als es ist
  9. You can say you to me
  10. II Kultur
  11. Brutale Ehrlichkeit
  12. Die Deutschen lieben Fakten
  13. Die Deutschen sind Erbsenzähler
  14. Die Deutschen hassen Kundenservice
  15. Der Flachspüler
  16. Ampeln direkt über dem Kopf
  17. Weitere Beweise, dass die Deutschen Bequemlichkeit hassen
  18. Sechsundsechzig Prozent aller Deutschen sehen bescheuert aus, wenn sie einen Ball zu werfen versuchen
  19. Luftbewegung kann tödlich sein
  20. Die Deutschen fahren binär
  21. Gehen mit Skistöcken ist ein Hobby
  22. Krankheiten werden geplant
  23. Die Deutschen subventionieren Staus
  24. Überfüllte Räume
  25. Die Deutschen können werden, was immer sie wollen
  26. Deutsche Verkehrszeichen sagen, was nicht das Tempolimit ist
  27. Die Deutschen fragen sich, warum die Amerikaner an Bayern denken, wenn von Deutschland die Rede ist
  28. Die Deutschen fahren falsch herum
  29. Die Deutschen lassen einen nicht ohne professionelle Unterstützung Aspirin kaufen
  30. Wenn in Deutschland die Sonne scheint
  31. Warum es in Deutschland immer regnet
  32. Deutsche Kinder dürfen alles
  33. Die Deutschen benutzen ihr Fahrrad als Verkehrsmittel
  34. Die Deutschen gewinnen, selbst wenn sie verlieren
  35. Die Deutschen fragen sich, warum die Amerikaner glauben, alle Deutschen liebten David Hasselhoff
  36. III Essen und Trinken
  37. Die Deutschen müssen exakt eine warme Mahlzeit pro Tag essen
  38. Hundert Prozent der Deutschen hassen root beer
  39. Alle Deutschen sind verrückt nach Spargel
  40. Die Deutschen verunreinigen ihr Bier
  41. Die Deutschen können keine Sandwiches machen
  42. Sonne und Eis
  43. Die Deutschen besitzen MacGyver-artige Fähigkeiten beim Öffnen von Bierflaschen
  44. Die Deutschen haben hundertsiebzehn Zubereitungsarten für Kartoffeln, aber nur eine Sorte Chips
  45. IV Als Ami in Deutschland
  46. Es ist okay, ein Ami zu sein
  47. Anpassung
  48. Sweep Week
  49. Die Deutschen essen 1,7-mal schneller als die Amerikaner
  50. Fremde Wasser
  51. Vorteile eines Auslandsstudiums in Deutschland
  52. Wie man in Deutschland eine Party schmeißt
  53. Oktoberfestplanung
  54. Die Amerikaner halten den deutschen Service für schlechter, als er ist
  55. Trinkgeld
  56. Wie Amerikaner in Deutschland reisen
  57. Die Deutschen machen alles falsch
  58. Die Deutschen glauben, die Amerikaner hätten keine Ahnung vom Rest der Welt
  59. Kulturschock
  60. V Mein deutsches Leben
  61. Die Anfänge mit der deutschen Kultur
  62. »Internierung« in Hamburg
  63. Austauschstudent in München
  64. Mitarbeiter in Deutschland
  65. VI Unbeantwortete Google-Fragen
  66. Deutsche Sprache, schwere Sprache – and easy going English
  67. Amerikaner, Deutsche und der Rest der Welt
  68. All you can eat and drink
  69. Ich fleißig, du arbeiten
  70. Wo war das noch mal?
  71. Deutschland, deine Straßen
  72. Und zum guten Schluss
  73. Was ist gut an Deutschland?

EINLEITUNG

Auto

Für Millionen von uns Amerikanern beginnt der Weg der Erkenntnis über den Rest der Welt in Deutschland, dem Land, in dem viele von uns ihre Wurzeln vermuten. Zwar kommt uns irgendetwas an Deutschland sehr vertraut vor, beim tatsächlichen Betreten des Landes zeigt sich jedoch, dass es etwas an sich hat, das es seltsam und fremd wirken lässt. Dieses Etwas – das stellt sich bei näherer Betrachtung heraus – sind die Deutschen.

Fast neun Prozent meines Lebens habe ich dem Fühlen, Sehen, Hören, Schmecken und Riechen dieses Landes und seiner Menschen gewidmet, um eines Tages darüber schreiben zu können.

Ich habe nicht nur mehr als vier deutsche Bundesländer bereist, sondern auch mein Erwachsenenleben in fünf verschiedenen Bundesstaaten unseres eigenen herrlichen Landes verbracht, was mich zum versiertesten Experten der Welt in Bezug auf kulturelle Unterschiede zwischen Amerikanern und Deutschen macht.

Meine Essays sind also ein wertvoller Quell der Erkenntnis.

Viel Spaß beim Lesen!

I
SPRACHE

Auto

Der Schlüssel zum Verständnis einer Kultur ist die Fähigkeit, die jeweilige Sprache zu sprechen. Schließlich ist sie das Fenster zur Seele einer Gesellschaft. Ohne Kenntnis seiner Muttersprache gelangt man zu einem bestenfalls oberflächlichen Verständnis für ein Volk. Integration in eine Gesellschaft ist der einzig mögliche Weg, die Funktionsweise, die gemeinsamen Hoffnungen und Träume, ja, die grundlegenden Gefühle ihrer Mitglieder zu begreifen, und die Integration kann erst beginnen, wenn man die Sprache der Menschen beherrscht.

Wer die Deutschen verstehen will, muss ihren Umgang mit Sprache verstehen.

Und der ist ganz schön anstrengend …

Ein klares Nein zur deutschen Sprache

In Deutschland zu leben ist toll, und ich kann es jedem nur empfehlen. Deutsch zu sprechen hingegen ist grässlich und sollte um jeden Preis vermieden werden. Tatsächlich warnte Mark Twain bereits 1880 in seinem Aufsatz The Awful German Language/Die schreckliche deutsche Sprache, uns nicht mit dieser Sprache abzugeben.

Es gibt unzählige Gründe, Deutsch nicht zu lernen:

  1. Die deutsche Sprache ist im Grunde genommen gar nicht mehr erlernbar, wenn man nicht schon als Baby damit angefangen hat. Wenn man es später einmal versucht, besitzt das menschliche Gehirn mit hoher Wahrscheinlichkeit einfach nicht die nötige Kapazität, um so viele sinnlose Einzelheiten zu lernen, zum Beispiel die verschiedenen Formen des Wörtchens the.
          Im Deutschen gibt es nämlich gleich drei verschie dene Genera oder grammatikalische Geschlechter: der, die und das. Zunächst einmal muss man sich also für jedes einzelne Substantiv, das es gibt, das Geschlecht merken. (Es gibt zwar einige Regeln, um das Geschlecht zu bestimmen, aber für jede Regel gibt es ebenso viele Ausnahmen wie passende Beispiele, sodass man sich trotzdem für jedes einzelne Wort das Geschlecht merken muss.) Außerdem muss man noch den Artikel verändern, je nachdem, in welchem Fall das Substantiv gerade steht.
          Schauen wir mal, wie das im Deutschen aussieht:
    1. Nominativ der die das die (Plural)
      Genitiv des der des der
      Dativ dem der dem den
      Akkusativ den die das die
    2. Und jetzt sehen wir uns diese Tabelle für das Englische an:
    3. Nominativ the the the the (Plural)
      Genitiv the the the the
      Dativ the the the the
      Akkusativ the the the the
    Ganz im Ernst: Will man wirklich eine Sprache lernen, in der es sechzehn (!) verschiedene Möglichkeiten gibt, the zu sagen? Und damit nicht genug: Es gibt auch noch sechzehn (!) Möglichkeiten, a zu sagen (im Englischen: zwei), und zweiunddreißig (!!!) unterschiedliche Adjektivendungen (im Englischen: keine einzige).
          Und all das muss ein Nicht-Muttersprachler in Rekordzeit im Kopf beachten, während er ein Gespräch zu führen versucht. Vergessen Sie’s.
          Im Englischen hängen wir, wenn etwas im Plural steht, einfach ein s an. Im Deutschen hängt man ein s an, ein e, zwei Pünktchen irgendwo in der Mitte, ein er oder en, oder man tut einfach gar nichts, und das Wort wird zum Plural. Allerdings muss man aufpassen, welchen Fall man gerade verwendet, denn falls man den Dativ benutzt, ändert sich die Pluralform schon wieder.
          Bei jedem Verb, das man lernt, muss man wissen, wie man es für ich, du, er, sie, es, wir, ihr und sie konjugiert. Natürlich gibt es zusätzlich noch ein paar Zeiten, die gepaukt werden müssen: Präsens, Imperfekt, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur und Konjunktiv. Ach ja, und ein Konjunktivfall ist den Deutschen nicht genug. Die Deutschen brauchen zwei Konjunktivfälle, weil sie es für nötig befinden, Hörensagen grammatikalisch auszudrücken.
          All das kann man eigentlich niemals lernen, also braucht man es erst gar nicht zu versuchen.
  2. Egal, wie gut das Deutsch eines Amerikaners nach jahrzehntelanger Übung auch einmal sein wird – die meisten Deutschen werden immer sehr viel besser englisch sprechen, als die Amerikaner deutsch sprechen.
          Aus diesem Grund überlassen wir lieber den Deutschen die Arbeit, unsere Sprache zu lernen, denn das müssen sie sowieso machen, um mit dem Rest der Welt zu reden. Und schon die Briten sind darauf gekommen, dass man problemlos in Deutschland leben kann, ohne auch nur ein Wort Deutsch zu sprechen.
  3. Am Arbeitsplatz kann man als Amerikaner mangelnde Deutschkenntnisse zu seinem Vorteil nutzen. Bei jedem professionellen Job in Deutschland gehört Englisch zu den Grundanforderungen. Daraus folgt, dass jeder in Deutschland arbeitende Profi, der nicht fließend englisch spricht, entweder beim Einstellungsgespräch gelogen hat und/oder inkompetent ist. Diese Leute zum Englischsprechen zu zwingen verschafft einen unfairen Verhandlungsvorsprung. Versucht man dagegen, auf Deutsch zu verhandeln, befindet man sich in genau der entgegengesetzten Situation; deswegen sollte man erst gar nicht genug Deutsch lernen, um sich so in die Bredouille zu bringen.
          Außerdem macht es Geschäftsbesprechungen unterhaltsamer. Wenn man nämlich als Amerikaner bei einer Besprechung aufkreuzt und sagt, dass man kein Deutsch kann, wird die Besprechung dem Gast zuliebe auf Englisch abgehalten. Dadurch verlangsamt sich das Tempo der Besprechung zwar beträchtlich, da man auf diese Weise einen Großteil der Leute zwingt, eine Fremdsprache zu sprechen. Aber die Deutschen lieben Diskussionen so sehr, dass sie sich trotzdem alle Zeit der Welt für die Besprechung nehmen. Das kann wiederum sehr gut zur eigenen Unterhaltung genutzt werden, denn es ist wirklich amüsant zuzuhören, wie Leute, die sich eigentlich einig sind, miteinander streiten. Denn da die Deutschen bei der Besprechung so mit der Überlegung beschäftigt sind, wie sie das, was sie als Nächstes sagen wollen, auf Englisch sagen sollen, können sie sich nicht darauf konzentrieren, was der andere sagt. Und das führt regelmäßig zu einem hitzigen Streit – selbst wenn die Teilnehmer völlig einer Meinung sind. Zu diesem Zeitpunkt sollte man als Gast Folgendes tun: sich zurücklehnen, ausgezeichneten europäischen Kaffee trinken, Kekse essen und genießen – denn so bald kommt er ohnehin nicht nach Hause.
  4. Ein Amerikaner wird niemals lernen, ö oder ü richtig auszusprechen.
  5. Die Deutschen werden ihre Rechtschreibung ändern, sobald man sie gelernt hat. Bis man den Unterschied zwischen das und daß gelernt hat, gibt es kein daß mehr, und stattdessen denken sich die Deutschen Wörter wie Schifffffahrt aus.
  6. Tokio Hotel nehmen englische Versionen ihrer Songs auf; also braucht man sich auch deswegen keine Gedanken zu machen.

Die Deutschen machen sich über Amerikaner lustig, wenn sie etwas zu sagen versuchen

Trotz der Warnung, das Deutschlernen gar nicht erst zu versuchen, reizt es manche Wagemutigen vielleicht trotzdem, es zu probieren. In diesem Fall wird man rasch einen weiteren Grund entdecken, diese grässliche Sprache nicht zu lernen: Die Deutschen machen sich über Amerikaner lustig, wenn sie etwas zu sagen versuchen1.

Englisch ist leicht auszusprechen. Deutsch nicht. Wir Amerikaner machen keine Pünktchen über unsere Buchstaben und schreiben komische B-Formen und geben sie als Doppel-s aus.

Die Deutschen wissen, dass ihre Sprache voll von Lauten ist, die Ausländer nicht aussprechen können. Deshalb versuchen sie, uns dazu zu bringen, bestimmte Wörter zu sagen, damit sie sich dann über unsere wackligen Sprachkenntnisse lustig machen können.

Dazu gehören unter anderem folgende Wörter:

  • Eichhörnchen – das ist die klassische Wortstolperfalle.
  • Oachkatzlschwoaf – der Schweif des bayrischen Vetters von Obigem.
  • Streichholzschächtelchen – das ultimativ unaussprechliche deutsche Wort.

Aber so ziemlich jedes Wort, das mit einem r beginnt, wie etwa rechts, ist für uns aus physischen Gründen unaussprechlich. Ich persönlich meide solche Wörter.

Falls man sich trotz der bereits angeführten ausführlichen Warnungen dennoch entschließt, Deutsch zu sprechen, muss man sich mit Deutschen abgeben, die einen dazu bringen, eins dieser fürchterlichen Wörter zu sagen, oder die alles wiederholen, was man sagt, aber in korrektem Deutsch und sehr langsam (!), oder die – schlimmer noch – auf Partys in einem falschen amerikanischen Akzent mit einem reden.

Die Deutschen reden immer Klartext

Die Kommunikation zwischen Amerikanern und Deutschen kann sehr schwierig sein, weil wir unterschiedliche Erwartungen an die Sprache haben.

In Amerika versuchen wir, alles nett zu verpacken und auf möglichst höfliche Art indirekt zu sagen, was wir sagen wollen. Wir lernen bereits als Kinder, gar nichts zu sagen, wenn wir nichts Nettes zu sagen haben. Deshalb müssen wir negative Dinge auf positive Art ausdrücken. Das bedeutet auch, dass der Zuhörer überlegen und den tatsächlichen Inhalt der Aussage herausfinden muss.

Die Deutschen genießen den Luxus, alles für bare Münze nehmen zu können, denn sie sagen genau das, was sie meinen.

Da die Deutschen alles, was wir Amerikaner sagen, infolgedessen wörtlich nehmen, gibt es in transatlantischen Angelegenheiten häufig Verwirrung.

Dazu eine kleine Anekdote von einem Bekannten, nennen wir ihn »Jon«. Jon ist gerade von Amerika nach Deutschland gezogen, und durch die Klimaveränderung hat er einen schlimmen Fall von dandruff bekommen. Jons Deutsch ist ziemlich gut, aber jenes Thema tauchte im Deutschunterricht nie auf. Also greift er zu seinem verlässlichen deutsch-englischen Wörterbuch und entdeckt, dass das deutsche Wort für dandruff offensichtlich Schuppen ist. Bewaffnet mit seinem neuen Vokabular marschiert Jon in die Drogerie und fragt die Verkäuferin, ob sie Shampoo für Schuppen habe, und kassiert einen starren Blick, als habe er völlig den Verstand verloren. Darauf antwortet sie: »Nein, wir haben nur Shampoo gegen Schuppen.«

Ach sooo …

Die Deutschen lernen absichtlich das falsche Englisch

Sprachen sind etwas sehr Willkürliches. Was Sprachen angeht, gibt es keine Absolutheiten. Nichts ist in Stein gemeißelt, und alle Versuche, Regeln festzulegen, die zum Sprachgebrauch der Leute passen, sind zum Scheitern verurteilt.

Sprachstandards werden geschaffen, indem man irgendwann den Dialekt einer Region zur offiziellen Version der Sprache erklärt. Anschließend werden die Sprachregeln kontinuierlich modifiziert, um sich den Sprachmustern der Sprecher anzupassen. In der Sprache gibt es kein Richtig und Falsch.

Die Vereinigten Staaten und Großbritannien werden oft als zwei Staaten bezeichnet, die eine gemeinsame Sprache trennt. Ausländer, die Englisch lernen, haben somit zwei Möglichkeiten: britisches oder amerikanisches Englisch zu lernen. Es gibt zwar keine linguistisch richtige Sprache, wohl aber eine richtige Wahl – und die Deutschen treffen stets die falsche Entscheidung.

Vom rein unparteiischen Standpunkt aus betrachtet sollten die Deutschen in der Schule aus einer Vielzahl von Gründen amerikanisches Englisch lernen.

Wenn ein Deutscher sich die unsynchronisierte Originalversion eines Films ansieht, werden in diesem Film in neun von zehn Fällen Schauspieler mit amerikanischem Akzent spielen, und das Gleiche gilt fürs Fernsehen. Es ergibt einfach keinen Sinn, sich einen Highschool-Film anzusehen und dann über die ausstehenden A-Levels zu sprechen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Deutscher mit einem Amerikaner in Berührung kommt, ist fünfmal so hoch wie die, dass er einen Briten trifft.

2006 betrug das Bruttoinlandsprodukt von Großbritannien 1,93 Milliarden Dollar. Eine lächerliche Summe, verglichen mit den 13,13 Milliarden der Vereinigten Staaten. Ein Deutscher wird sehr viel eher Geschäfte mit einer amerikanischen als mit einer britischen Firma machen.

Ein Tourist in Deutschland kommt sehr viel eher aus den Vereinigten Staaten als aus Großbritannien. Man sollte zwar glauben, dass die Nähe zu Großbritannien den britischen Tourismus in Deutschland fördert, aber auch die Briten wollen ihren Urlaub in einer sonnigen Gegend wie Portugal verbringen. Außerdem haben sie zu Hause selbst genug altes Zeug zu besichtigen.

Wenn ein Deutscher lange verloren geglaubte Verwandte besucht, deren Vorfahren in ein englischsprachiges Land auswanderten, oder von ihnen besucht wird, dann werden diese Verwandten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen amerikanischen Dialekt haben.

Es klingt zwar nach einer guten Idee, eine Sprache möglichst nah bei ihren Wurzeln zu studieren. Aber dann würden die Deutschen nur Deutsch lernen, obwohl sie doch eigentlich Englisch lernen wollen, und das ergibt keinen Sinn. Deshalb lernen die Deutschen stattdessen etwas, das sie als »Oxford-Englisch« bezeichnen – als wäre Tolkien der einzig wahre Sprecher des Englischen!

Theoretisch ist es kein Fehler, Englands Version des Englischen zu lernen – wie es auch kein Fehler ist, die schweizerische Sprache Rätoromanisch zu lernen. Das kann man machen, es ist nur einfach kein lohnendes Unterfangen. Dass Englisch Weltsprache ist, liegt an Amerika, nicht an England. Es ist also nur sinnvoll, die amerikanische Variante zu lernen.

In Deutschland bekommen die Schüler schlechte Noten, wenn sie mit amerikanischem Akzent sprechen oder die amerikanische Schreibweise benutzen, falls sie sie sich während eines Highschool-Jahres in den Staaten angeeignet haben. Meiner Meinung nach sollten sie stattdessen lieber Bonuspunkte bekommen, weil sie die grundlegende Verständigungsform einer wirtschaftlichen und kulturellen Supermacht beherrschen. Micky Maus spricht nicht mit britischem Akzent.

Jeder Deutsche, der dieses Kapitel liest, wird mir heftig widersprechen.

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Viel Spaß!



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