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Nicht mein Tag

Anmerkung

Die Chat-Nachrichten in der folgenden Kurzgeschichte enthalten teilweise eine Menge Rechtschreibfehler, die mit Absicht und im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte entstanden und nicht auf eine mangelnde Fähigkeit zur deutschen Rechtschreibung meinerseits zurückzuführen sind.

Der Ort Schleihenthal sowie seine Bewohner sind frei erfunden.

Nicht mein Tag erzählt eine Sequenz aus dem Leben Sunnys, deren weitere Geschichte im Roman Engelsgerüchte erzählt wird, der erhältlich ist als:

Taschenbuch: 

ISBN: 978-3-7375-3006-4

Anzahl Seiten: 540

Preis: 13,83 Euro

eBook:

ISBN:  978-3-7368-2160-6

Anzahl Seiten: geschätzt 474

Preis: 2,99 Euro

                                                                                                             Andrea Kochniss

Nicht mein Tag

Ich starrte auf den Bildschirm.

 

10 neue Nachrichten.

 

16 neue Rosen.

 

21 Freundschaftsanfragen.

 

76 Mitglieder haben dein Profil besucht.

 

Kaum, dass mein online-Button grün blinkte, tauchten in der Mitte des Bildschirms immer wieder neue Benachrichtigungen auf.

 

loooongjohn schickt dir eine Freundschaftsanfrage

 

dominant69 schickt dir eine Rose

 

Du hast eine neue Nachricht von seargentcommander

 

Diese ganze Internet-Sache überforderte mich völlig. Ich war gerade mal vierundzwanzig Stunden in diesem kostenlosen Flirtportal angemeldet und schon wurde ich bombardiert mit Benachrichtigungen, von deren Bedeutung ich nicht die geringste Ahnung hatte.

„Sunny!“, kreischte Chrissie in mein linkes Ohr. Chrissie war meine beste Freundin und die Person, die mich zu diesem Unsinn überredet hat. Ich selbst wäre nie und nimmer auf so eine abwegige Idee gekommen.

„Chrissie! Bis vor zwei Sekunden war ich noch nicht taub. Es gibt also keinen Grund, so zu schreien!“ Schmerzerfüllt rieb ich das geschädigte Ohr.

„Sunny!“, schrie Chrissie einfach ein weiteres Mal. „Die Kerle stehen auf dich, ich wusste es! Guck dir die ganzen Nachrichten an!“

„Was wollen die denn von mir? Die kennen mich doch gar nicht. Wieso schicken die mir Rosen? Oder Freundschaftsanfragen?“, fragte ich.

Chrissie seufzte, als hätte sie es mit einem minderbemittelten Wesen zu tun.

„Irgendwie müssen sie ja mit dir in Kontakt treten, wenn sie dich kennenlernen wollen. So macht man das eben im Internet.“

„Wie gut, dass du auf diesem Gebiet so viel Ahnung hast“, sagte ich und schaute sie von der Seite an. Ich hoffte, sie hatte die Ironie in meiner Äußerung bemerkt. Chrissie hatte so etwas wie Internet-Bekanntschaften nämlich überhaupt nicht nötig. Egal wo sie mit ihrem feuerroten Lockenbusch auf dem Kopf auftauchte, waren sämtliche Blicke im Raum sofort auf sie gerichtet. Die männlichen aus Gier und die weiblichen aus Neid oder Empörung über ihr nicht so unhäufig ordinäres Verhalten. Jetzt fragen Sie sich sicher, wo dann mein Problem lag, Männer kennenzulernen mit solch einer – um es diplomatisch auszudrücken – sozial kontaktfreudigen besten Freundin wie Chrissie es war. Man sollte doch meinen, sie hätte da den einen oder anderen Mann für mich übrig gehabt. Hässlich war ich im Übrigen auch nicht.

Nein, ich hatte andere Probleme. Zwei halbwüchsige Teenager, die sich meine Schwestern schimpften und für die ich nach dem Unfalltod meiner Eltern vor neun Jahren ganz allein verantwortlich war. Ganz abgesehen von der Zeit, die ich nicht übrig hatte um mich auf Partys oder Dates rumzutreiben, waren die wenigsten Männer davon begeistert, eine fast Dreißigjährige mit halbwüchsigem Anhang zu treffen. Hinzu kam noch, dass meine Schwestern Helen und Anna von Chrissie den Spitznamen Chaos-Schwestern bekommen hatten, und das kam nun mal nicht von Ungefähr. Ich war hauptsächlich damit beschäftigt, darauf zu achten, sie vor sich selbst und ihrer Tollpatschigkeit zu schützen. Aber ich schweife ab.

„Mach mal die erste Nachricht auf“, kreischte Chrissie weiter. Entweder hatte sie endlich ein paar Dezibel runtergeschraubt oder ich war schon leicht ertaubt.

Ich seufzte, tat Chrissie aber den Gefallen und öffnete die erste Nachricht.

 

Hi BIn der Samy sorry wenn ich zu offen frage aber bin Solo und frage auch offen was ich suche hättest Du Lust jetzt oder heute zu mir kommen mit mir was trinken kennenlernen und wenn die chemie stimmt suche ich eine Affaire ohne Bindung kann Dich mit viel öl Massieren.

Ich denke das nichts dabei ist solange man solo ist heißt es ja auch nicht dass man auf alles verzichten muss. Ich Denke besser offen fragen als Hinterum.

Bin 27 Jahre, 184 groß, braune Haare, grüne Augen, gut ausshend sportl.statur 24 cm Ras. für alles offen melde Dich

 

Stille. Ich fragte mich, ob Chrissie genau wie ich noch rätselte, ob dieser Samy für diese Nachricht einen Entschlüsselungscode mitgesendet hatte. Oder ob sie schockiert war, weil er das, was er da geschrieben hatte, tatsächlich ernst meinte und glaubte, auf diese Art eine Frau kennen zu lernen.

„Was spricht gegen Punkt und Komma?

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Viel Spaß!



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