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Neues Glück

1. KAPITEL

Tanja stand fassungslos vor Maxim Klinker-Emden.

„Du willst Rache?“, fragte sie tonlos. „Für was denn?“

„Dafür, dass der feine Alexander mit meinem Geld rumplempert“, gab Katharinas Bruder hämisch zurück.

„Klar, mit deinem Geld“, bemerkte das Zimmermädchen sarkastisch.

„Ja, sicher“, erwiderte er, und seine Augen funkelten böse dabei. „Immerhin stecken da die Erbanteile drin, die mir von meinem Vater zustehen. Und die Kohle hole ich mir zurück.“

„Du willst die Saalfelds wirklich vernichten?“, wollte sie besorgt wissen.

„Du sagst es, Mausi.“

„Und wie willst du das anstellen?“

Überlegen grinste er sie an. „Das lass mal meine Sorge sein“, verkündete er siegesgewiss. „Bisher läuft alles nach Plan.“

„Was auch immer du vorhast, du kommst damit nicht durch“, hielt sie dagegen.

„Wer soll mich daran hindern? Du etwa?“

„Zum Beispiel.“ Maxim musterte sie mit einem abfälligen Blick. „Du warst dumm genug, mich einzuweihen.“

„Was meinst du, wem meine Schwester eher glaubt?“, entgegnete er mit gespieltem Mitleid. „Einem dahergelaufenen Stubenmädchen oder einem geborenen Klinker-Emden?“

„Deine Schwester ist doch nicht blöd“, sagte Tanja. „Noch mal fällt sie nicht auf dich rein.“

„Das hat sie bereits getan.“

„Ich erzähle ihr, woher du die Pennerklamotten hast“, drohte sie.

„Blamier dich nur.“ Er wandte sich ab.

„Dich kriege ich schon noch“, zischte Tanja und blickte ihm entschlossen hinterher.

Auch Werner traute Katharinas Bruder nicht über den Weg. Aber als er bei Alfons nachfragte, wie Maxim sich als Page machen würde, musste der Portier wohl oder übel zugeben, dass es bisher keinen Grund zur Klage gab. Der junge Klinker-Emden hatte sich sogar freiwillig zu einer Extraschicht gemeldet, um einen erkrankten Kollegen zu vertreten.

Katharina strahlte erleichtert, als sie von Maxims selbstlosem Einsatz erfuhr.

„Wenn ich ehrlich bin, ich war auch skeptisch“, räumte sie Alfons gegenüber ein. „Deswegen freue ich mich umso mehr, dass es meinem Bruder ernst zu sein scheint.“

„Er macht sich recht ordentlich“, gab der Portier mit einem gequälten Lächeln zu.

„Er hat sich wirklich geändert“, freute Katharina sich und ging mit einem beruhigten Lächeln davon.

Violas letzte Versöhnung mit Franz blieb auch diesmal nur von kurzer Dauer. Als sie mittags zufällig das Restaurant des „Fürstenhofs“ betrat, entdeckte sie zu ihrem Entsetzen, dass der Kellner gerade einen Teller mit Ente vor Franz abstellte. Seinen Beteuerungen, es würde sich um ein Missverständnis handeln, denn er habe eigentlich einen Salat bestellt, schenkte sie keinen Glauben. Zu oft hatte er sie bereits angelogen, wenn es ums Essen ging. Wütend stürmte sie in den Garten. Franz folgte ihr und versuchte, sie zu beruhigen. Vergeblich.

„Es ist mein Fehler“, stellte sie mit einem resignierten Kopfschütteln fest. „Ich wollte unbedingt daran glauben, dass du dich änderst. Aber du willst es gar nicht.“

„Doch. Ich will!“ Franz’ Stimme hatte einen flehentlichen Unterton angenommen. „Und ich habe mich auch schon geändert. Aber ohne dich …“ Die Enttäuschung in ihrem Blick ließ ihn abbrechen.

„Ich dachte, ich kann dir helfen“, sagte sie traurig. „Doch dir ist nicht mehr zu helfen. Viel Spaß mit Ente und Schweinebraten.“ Damit ließ sie ihn stehen. Und bemerkte nicht, dass er mit den Tränen kämpfte.

Frustriert kehrte Franz schließlich zurück ins Restaurant und wollte nun tatsächlich die Ente bestellen. Außerdem forderte er den verblüfften Kellner auf, ihm vier große Bier zu bringen. Robert Saalfeld fühlte sich genötigt, einzugreifen.

„Sie tun sich damit keinen Gefallen“, erklärte der Küchenchef ruhig. „Ich kann Ihnen ein mageres Kalbsfilet empfehlen. Dazu einen Salat und einen leichten Weißwein.“

„Auf keinen Fall!“, widersprach Franz, aber Robert blieb hart.

„Es ist meine Aufgabe, mich um das Wohl der Gäste zu kümmern“, sagte er entschieden. „Und in Ihrem Fall bedeutet das: keine Ente und kein Bier!“

Zähneknirschend musste Franz sich fügen.

Nach dieser weiteren Enttäuschung hatte Franz endgültig genug. Traurig trat er an die Rezeption und verlangte die Rechnung für seinen Aufenthalt im Hotel. Alfons war vollkommen geschockt, als er erfuhr, dass sein Freund abreisen wollte. Doch selbst als er anbot, noch einmal mit Viola zu reden und das Missverständnis im Restaurant aufzuklären, ließ Franz sich nicht umstimmen.

„Du kannst dich freuen“, stellte er nur trocken fest. „Wenn ich weg bin, bist du deine Sorgen los. Dann riskierst du keine kalte Abreise bei mir.“

„Was redest du denn für einen Schmarrn?“, entgegnete der Portier heftig. „Wenn du ein bisschen auf dich achtest, kannst du hundert werden.“

„Bloß nicht“, sagte sein Freund düster. „Was soll ich denn mit der vielen Zeit anfangen? Ohne nette Gesellschaft …“

Einen Augenblick lang schwiegen beide bedrückt.

„Was hast du jetzt vor?“, wollte Alfons wissen.

„Ich fahre auf mein Gut nach Italien“, antwortete Franz. „Da bin ich wenigstens vor meinem geldgierigen Neffen sicher.“

„Und dann?“

„Schaue ich meinen Oliven beim Reifen zu“, seufzte er resigniert.

Als Hildegard von ihrem Mann erfuhr, dass sich Viola und Franz nun wohl endgültig zerstritten hatten, unternahm sie alles, um ihre Freundin umzustimmen. Aber Tanjas Mutter blieb unnachgiebig.

„Warum sagst du ihm nicht einfach, dass du verletzt bist?“, schlug Hildegard vor.

„Wenn er das nicht selbst merkt“, schnaubte Viola abfällig.

„Und wenn er gar nicht begriffen hat, wie wichtig er dir ist?“, hielt Hildegard dagegen.

„Das will ich hoffen!“, wütete ihre Freundin. „Ab jetzt kann er mir jedenfalls gestohlen bleiben!“

„Ach ja? Dafür regst du dich aber ziemlich auf.“

„Franz Hochleitner ist mit Abstand der dickste, unattraktivste und unsportlichste Mann, der mir je begegnet ist“, meinte Viola trotzig.

Doch Hildegard konnte sie nichts vormachen. Die Portiersfrau wusste, dass ihre Freundin viel mehr für Franz empfand, als sie zugeben wollte.

Laura machte einen Spaziergang am See. Sie war noch immer unglücklich über die missglückte Familienzusammenführung und den Streit mit ihrem Bruder. Trotzdem war es wirklich nicht fair, wenn sie ihre schlechte Laune wegen Alexander nun an Christian ausließ. Der hatte zwar auch Schuld an dem verpatzten Familienabend, aber für Alexanders blöden Eifersuchtsanfall konnte er nichts. Sie seufzte. Es war so schade, dass die beiden sich überhaupt nicht verstanden. Jetzt, wo sie endlich mal wieder glücklich war … Sie blieb stehen und blickte nachdenklich über das Wasser. Erst jetzt bemerkte sie Christian, der am Ufer kniete und gerade ein Papierschiffchen ins Wasser setzte.

„Ahoi!“, rief sie lächelnd und ging zu ihm. „Warum bist du nicht mit an Bord gegangen?“

„Ich habe auf meine hübsche Leichtmatrosin gewartet“, gab er vergnügt zurück und zog Laura an sich. Nur zu gern ließ sie sich seine zärtlichen Küsse gefallen. „So, da du ja jetzt hier bist“, sagte er mit einem spitzbübischen Gesichtsausdruck, „können wir endlich an Bord gehen!“ Er hob sie hoch und wirbelte sie ausgelassen herum. Dabei kam er dem Wasser gefährlich nahe.

„Ich warne dich!“, drohte sie lachend.

„Was kriege ich, wenn ich es nicht tue?“

Sie gab ihm einen leidenschaftlichen Kuss. Und für diesen Moment vergaß sie alles, was sie bedrückte.

Doch auch dieses Glück währte nicht lang …

Nachmittags kam Tanja in die Küche und berichtete aufgeregt von den Plänen, die Maxim gegen die Familie Saalfeld schmiedete.

Bestürzt sah Laura ihre Freundin an. „Ich wusste es!“, murmelte sie. „Dieser Maxim ist und bleibt ein geldgieriger Mistkerl. Danke, dass du mich eingeweiht hast.“

„Danke, dass du mir glaubst“, erwiderte Tanja sichtlich erleichtert.

„Warum denn nicht?“, wollte Laura verblüfft wissen.

„Weil … In den letzten Tagen lief es nicht gerade gut mit uns. Ich dachte, du bist bestimmt noch sauer …“

„Na ja“, entgegnete Laura zögerlich. „Nicht direkt …“

„Jedenfalls … Entschuldige, ich bin manchmal einfach ziemlich dämlich“, gab Tanja zerknirscht zu.

„Ich übrigens auch“, stellte ihre Freundin trocken fest.

Die beiden sahen sich an und mussten lachen. Freundschaftlich schlossen sie einander in die Arme.

„Am besten sprichst du sofort mit Alexander“, schlug das Zimmermädchen dann vor. „Wenn er vorgewarnt ist, wird Maxim nicht weit kommen.“

„Das wird nicht einfach“, bemerkte Laura nachdenklich. „Ich brauche etwas Handfestes. Irgendeinen Beweis …“

Tanja dachte nach. „Mannie!“, rief sie plötzlich. „Dem hat Maxim die Pennerkleidung abgekauft, mit der er hier aufgekreuzt ist.“

Die beiden machten sich sofort auf den Weg, um den Landstreicher zu suchen. Doch Mannie war nicht an seinem üblichen Platz.

„Warum habe ich blöde Kuh den Kerl nicht sofort zum ‚Fürstenhof‘ geschleift?“, ärgerte sich Tanja.

„Eins zu null für Maxim“, erklärte Laura düster. „Wir haben nichts gegen ihn in der Hand.“

„Komm, wir fahren nach München“, schlug das Zimmermädchen hektisch vor. „Mannie treibt sich bestimmt irgendwo am Hauptbahnhof rum.“

„Das bringt nichts.“ Laura schüttelte den Kopf. „Ich rede mit Alexander. Er glaubt mir hoffentlich auch so … ohne Beweise …“

Die beiden Freundinnen tauschten einen skeptischen Blick.

An diesem Abend begegnete Laura Maxim, der gerade damit beschäftigt war, die Schuhe der Gäste zum Putzen einzusammeln.

„Und? Wie fühlt es sich an, wenn man zum ersten Mal in seinem Leben richtig arbeiten muss?“, fragte sie bissig.

„Die Schokoladenprinzessin ist also auch noch da“, stellte Katharinas Bruder grinsend fest. „Sie haben Ihre Fangemeinde seit unserer letzten Begegnung bestimmt ordentlich erweitert.“

„Sparen Sie sich die Schleimerei“, entgegnete Laura unbeeindruckt. „Ich falle auf so was nicht hinein.“

Er verzog scheinbar getroffen das Gesicht. „Ach so, daher weht der Wind. Ihre Freundin hat bestimmt kein gutes Haar an mir gelassen.“

„Ich kann mir ganz gut selbst eine Meinung bilden“, erklärte Laura entschieden.

„Ich nehme an, Tanja ist immer noch wütend auf mich“, erwiderte Maxim. „Vor gekränkten Frauen muss man sich in Acht nehmen.“

Laura verschränkte die Arme und musterte ihn kalt. „Sie waren so dumm, Tanja Ihre Pläne zu verraten.“ Er zog die Augenbrauen hoch. „Sie wollen den Saalfelds, meiner Familie, schaden“, fuhr sie fort. „Das haben Sie offen angedroht. Aber ich warne Sie …“

Er machte einen Schritt auf sie zu. „Denken Sie mal nach“, raunte er bedrohlich. „Warum sollte ich ein dummes Zimmermädchen in meine finsteren Pläne einweihen? Vorausgesetzt, ich hätte welche …“

Sie blickte ihm fest in die Augen. „Weil Sie sich für raffinierter halten, als Sie sind.“

„Nicht schlecht, aber leider daneben.“

Er machte noch einen Schritt auf sie zu. Doch Laura wich keinen Zentimeter zurück.

„Ich rede mit Alexander“, erklärte sie ruhig. „Dann werden wir ja sehen, wer hier am längeren Hebel sitzt.“

Am nächsten Tag schob Tanja gerade ihren Putzwagen durch die Lobby, als Maxim sich ihr in den Weg stellte. „Der Gast aus Zimmer zwölf hat sich beschwert. Das Bad ist noch dreckig“, erklärte er herablassend. „Ein Page hat mir überhaupt nichts zu sagen“, zischte das Zimmermädchen.

Maxim warf ihr einen bösen Blick zu. „Du und deine Freundin Laura“, sagte er leise und provozierend. „Ihr habt sowieso keine Chance gegen mich.“

„Abwarten. Du bist schon mal auf die Nase gefallen“, erwiderte sie giftig.

„Selbst wenn ich am Boden liege … Mit einer kleinen, schlampigen Putze werde ich bestimmt noch fertig.“ Die Drohung in seinen Worten war nicht zu überhören.

„Pass bloß auf, was du sagst“, versuchte Tanja, sich zu wehren. „Sonst …“ Hilflos brach sie ab.

„Was sonst?“, fragte er hämisch. „Mit dem Putzen klappt es nicht, was anderes hast du nicht gelernt … Wie wär’s mit Heiraten? Irgendein Trottel findet sich schon.“

Tapfer schluckte Tanja seine Beleidigung herunter und entgegnete: „Wenigstens habe ich es nicht nötig, andere Leute zu betrügen.“

In diesem Moment betrat Katharina die Lobby. Während Tanja nicht bemerkt hatte, dass Alexanders Frau ganz in ihrer Nähe stand, huschte ein boshaftes Lächeln über Maxims Gesicht.

Maxim passte genau den Augenblick ab, als Katharina zu ihm und Tanja herübersah, um dem Zimmermädchen zuzuraunen: „Heirate doch Xaver! Der ist dämlich genug, der nimmt sogar eine wie dich.“

Nun war es – wie Maxim erwartet hatte – mit Tanjas Beherrschung endgültig vorbei. Sie griff sich ihren nassen Putzlappen und schleuderte ihn Maxim mit voller Wucht ins Gesicht.

„Wisch dir erst mal dein dreckiges Maul ab, bevor du mit mir sprichst!“, rief sie wütend.

Katharina hatte die Szene beobachtet und eilte sofort auf die beiden zu.

„Was ist denn hier los?“, fragte sie schockiert. Perplex sah Tanja sie an. „Sie kommen auf der Stelle mit ins Büro!“

Katharina wandte sich an ihren Bruder. „Und du auch!“

Die Tür war kaum hinter den dreien ins Schloss gefallen, als Katharina das Zimmermädchen anherrschte: „Wie kommen Sie dazu, meinen Bruder zu schlagen? Noch dazu mit einem Wischlappen?“

„Wie kommt er dazu, mich wie ein Flittchen zu behandeln?“, antwortete Tanja außer sich vor Wut.

„Was ist passiert?“ Katharina blickte ratlos von einem zum anderen.

„Ich habe einen harmlosen Witz gemacht“, behauptete ihr Bruder. „Aber wenn die Kleine keinen Humor besitzt …“

„Ist das alles?“

Er tat so, als müsse er überlegen. „Ansonsten gab es von Zimmer zwölf eine Reklamation wegen des schlecht geputzten Bades“, meinte er dann. „Davon wollte sie nichts wissen …“

„Das lasse ich mir nicht gefallen!“, unterbrach Tanja ihn aufgewühlt. „Ihr Bruder lügt wie gedruckt!“

„Passen Sie bitte auf, was Sie sagen!“, sagte Katharina wütend.

„Ist doch wahr!“ Das Zimmermädchen war nicht mehr zu bremsen. „Soll ich Ihnen was verraten?“, platzte sie heraus. „Ihr feiner Herr Bruder hat seine Pennerklamotten einem echten Landstreicher abgekauft.“

Katharina runzelte verärgert die Stirn.

„Was ist denn das für ein Unsinn?“ Maxim sprach betont souverän, obwohl ein leichtes Unbehagen in ihm aufstieg.

„Das ist die Wahrheit!“, beharrte Tanja. „Er macht einen auf Mitleid, um Sie weich zu kochen.“

„Ich glaube kaum, dass Sie unser Verhältnis beurteilen können“, wies Katharina sie zurecht.

„Das ist längst nicht alles“, fuhr das Zimmermädchen fort. „Er hat angedroht, die Saalfelds zu vernichten!“

„Das sind doch lächerliche Anschuldigungen!“, verteidigte sich Maxim.

„Es reicht jetzt!“, erklärte seine Schwester voller Ungeduld. „Bevor Sie sich hier weiter um Kopf und Kragen reden, ist erst mal eine Entschuldigung fällig.“

Demonstrativ verschränkte Tanja die Arme vor der Brust. „Ich werde mich nicht entschuldigen. Ich habe die Wahrheit gesagt. Und wenn mich jemand beleidigt, bekommt er dafür die Quittung.“

Katharina warf ihr einen gereizten Blick zu. „Gut. Wenn Sie nicht wollen, hat das natürlich Konsequenzen“, stellte sie fest.

„Ist mir egal!“, fauchte das Zimmermädchen. „Und wenn Maxim mir noch mal blöd kommt, kriegt er nicht nur einen Lappen ins Gesicht. Dann fliegt auch noch der Putzeimer hinterher!“ Damit rauschte sie aus dem Büro und knallte die Tür hinter sich zu.

„Du musst diese Tanja Liebertz auf der Stelle rausschmeißen“, verlangte Katharina kurz darauf von Alexander.

„Wieso? Was ist passiert?“, fragte Alexander überrascht.

Sie erzählte ihm, was vorgefallen war.

„Angeblich hat er sie beleidigt“, schloss sie. „Maxim sagt, er hat nur einen harmlosen Scherz gemacht.“

„Es steht also Aussage gegen Aussage“, seufzte der Juniorchef.

„Das ist noch nicht alles“, fuhr seine Frau fort. „Sie verbreitet abenteuerliche Lügen über ihn. Diese Frau ist untragbar.“

„Jetzt mal der Reihe nach“, entgegnete er ruhig. „Was erzählt sie? Und wem?“

Katharina sah ihren Mann an, holte Luft und begann, die Geschichte von vorn zu erzählen.

„Ich hab’ alles vermasselt“, erklärte Tanja zur gleichen Zeit ihrer besten Freundin Laura. Das Zimmermädchen war fix und fertig.

„Du hast dich erst mit Maxim angelegt und dann auch noch mit Katharina gestritten?“, hakte Laura vorsichtig nach.

Tanja nickte düster. „Sie wollte, dass ich mich bei dem Schwein entschuldige.“

„Du hast dich natürlich geweigert“, bemerkte Laura trocken.

„Es war idiotisch, das weiß ich selbst“, gab ihre Freundin kleinlaut zu. „Aber dieser Dreckskerl hat mich bis aufs Blut provoziert …“

„Leider eine seiner Spezialitäten. Trotzdem hast du dich nicht besonders klug verhalten“, gab Laura zu bedenken.

„Was mache ich denn jetzt?“ Tanja war mittlerweile völlig aufgelöst. „Wenn Katharina zu Alexander läuft, setzt der mich doch sofort vor die Tür.“

„Ich werde noch einmal mit ihm reden“, versprach Laura. „Auch wenn bei uns im Moment etwas dicke Luft ist – bisher konnte ich mich immer auf ihn verlassen, wenn es darauf ankommt.“

Auf dem Gesicht ihrer Freundin erschien ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Nachdem Alexander von Katharina alles gehört hatte, fragte er Alfons um Rat. Der Portier hielt Tanja Liebertz eigentlich für einen feinen Menschen, nur das Temperament würde eben manchmal mit ihr durchgehen.

„Was würden Sie an meiner Stelle tun?“, wollte der Juniorchef wissen.

„Sie muss für ihr Verhalten bestraft werden, das steht fest“, antwortete Alfons. „Aber ich würde sie mit einer Verwarnung davonkommen lassen.“

„Ich denke auch, dass das als Maßnahme reicht“, entgegnete Alexander. „Es wäre natürlich gut, wenn sie sich zu einer Entschuldigung durchringt. Das könnte die Wogen glätten.“

Die beiden Männer lächelten sich an – so viel Vertrauen und Nähe lag in diesem Blick, dass Alfons’ Herz einen kleinen Hüpfer machte. Immerhin suchte sein Sohn seinen Rat. Auch wenn er nicht wusste, dass der Portier sein leiblicher Vater war …

Katharina sah die Sache anders …

„Eine Abmahnung? Das ist nicht dein Ernst“, zischte sie, als Alexander ihr von seiner Entscheidung berichtete.

„Wenn so etwas noch einmal vorkommt, fliegt sie“, erklärte er ruhig.

„Die wird sich jetzt natürlich zusammenreißen“, giftete seine Frau.

„Eben. Und damit ist das Problem vom Tisch.“

„Sie wollte sich nicht mal entschuldigen“, beharrte sie.

„Wer weiß, was da tatsächlich vorgefallen ist?“, gab er ungeduldig zurück. „Wir waren beide nicht dabei. Und dein Bruder kann ziemlich verletzend sein.“

„Ich finde das nicht richtig“, hielt sie gereizt dagegen. „Was würdest du denn sagen, wenn deine Laura einen Putzlappen ins Gesicht kriegt?“

„Was hat Laura denn damit zu tun?“ Alexander blickte sie ärgerlich an. „Warum muss jede Diskussion bei Laura enden?“

„Weil sie hier immer präsent ist.“

„Das liegt an dir“, erwiderte er zornig. „Du kannst sie keine Sekunde vergessen. Und deine ständige Eifersucht macht noch alles kaputt.“ Es klopfte an der Tür. „Ja?“, rief er ungehalten. Laura trat ein.

„Entschuldigt. Kann ich dich kurz allein sprechen?“, bat sie ihren Bruder.

„Wenn es um die Arbeit geht, lass dir bitte einen Termin geben. Wie jeder andere Angestellte auch.“

Sie warf ihm einen irritierten Blick zu. „Es ist privat und geschäftlich“, sagte sie mit fester Stimme.

„Du kannst offen reden“, entgegnete er. „Ich habe keine Geheimnisse vor meiner Frau.“

Katharina entspannte sich sichtlich bei seinen Worten. Laura sah unsicher von einem zum anderen.

„Ich bin wegen Tanja hier“, begann sie zögernd.

Katharina stand auf. „Ich lass euch allein“, erklärte sie überlegen. „Ich bin überzeugt, dass Alexander in ihrem Fall die richtige Entscheidung treffen wird.“

Alexander und Laura warteten, bis die Tür hinter Katharina ins Schloss gefallen war.

„Maxim lügt schon, wenn er den Mund zum Gähnen öffnet“, begann Laura und sah Alexander eindringlich an.

„Du übertreibst“, erwiderte ihr Bruder ungehalten.

„Hat er dich auch schon eingewickelt?“, fragte sie gereizt. „Oder macht Katharina Druck und verlangt, dass du dich schützend vor ihn stellst?“

„Lass Katharina aus dem Spiel!“, herrschte er sie an und versuchte zu verbergen, dass sie mit ihrer letzten Bemerkung ins Schwarze getroffen hatte. „Tanja hat sich in der Hotellobby einen unmöglichen Auftritt geleistet“, fuhr er energisch fort.

Laura fiel ihm ins Wort: „Gib’s doch zu! Du bist immer noch wütend, weil ich dich bei dem Familienessen vor die Tür gesetzt habe. Und das soll Tanja jetzt ausbaden.“ Er schluckte und schwieg. „Maxim hat deine Rückendeckung nicht verdient“, fügte sie aufgebracht hinzu. „Und wenn du sauer auf mich bist, klär das bitte mit mir. Aber lass Tanja aus dem Spiel …“

„Für dich ist alles immer so leicht“, sagte er leise. „Du hast deinen Standpunkt, und der ist unerschütterlich.“

Sie begriff, dass sie ihn verletzt hatte. „Unsinn. Ich will mich doch gar nicht mit dir streiten“, erklärte sie freundlicher.

Er riss sich wieder zusammen. „Umso besser“, erwiderte er bemüht reserviert. „Ich muss zurück ins Büro. Und was deine Tanja angeht – die Fakten sprechen eindeutig gegen sie.“

2. KAPITEL

Helen Marinelli bekam endlich Antwort auf ihre Bewerbung für die freie Stelle als Masseurin. Alexander Saalfeld rief an und erklärte, sie könne im „Fürstenhof“ beginnen. Zur Probe natürlich.

Überglücklich erzählte Helen ihrem Schwager von den tollen Neuigkeiten. Christian wirkte jedoch alles andere als begeistert.

„Ich weiß, dass du den Juniorchef nicht leiden kannst“, sagte sie schnell.

„Es ist deine Entscheidung“, erklärte er so neutral wie möglich.

„Wenn du nicht willst, sage ich die Stelle ab“, bot sie sogleich an.

„Unsinn. Du brauchst Arbeit.“

„Ja, aber …“ Sie schmiegte sich an ihn. Notgedrungen ließ er die Zärtlichkeit über sich ergehen.

„Lass uns zusammen weggehen!“, flehte sie plötzlich. „Und irgendwo ganz von vorn anfangen. Das hatten wir doch immer vor.“

Vorsichtig schob er sie von sich fort. „Du weißt, dass ich hier bleiben möchte“, sagte er ruhig. „Und du weißt auch, warum.“

Enttäuscht zog Helen sich von Christian zurück.

Derweil stand Franz’ Abreise kurz bevor. Hildegard reagierte empört, als sie erfuhr, dass er sich nicht einmal von Viola verabschieden wollte.

„Ihr beide seid wohl blind und taub!“, meinte sie wütend. „Viola liebt dich, das liegt doch auf der Hand.“

Er schüttelte den Kopf. „Und weswegen läuft sie dann vor mir weg?“, fragte er traurig.

„Weil sie dachte, du lügst. So, wie sie über dich geschimpft hat, kannst du ihr nicht egal sein.“

Es arbeitete sichtlich in ihm. „Trotzdem … Es hat keinen Zweck“, stellte er schließlich unglücklich fest.

„Und warum nicht, wenn man fragen darf?“, erwiderte die Portiersfrau ungeduldig.

„Viola ist viel zu hübsch für mich“, erklärte Franz selbstkritisch. „Irgendwann kommt der Tag, an dem sie sich für mich alten Fettwanst schämt.“

Hildegard hatte ihm fassungslos zugehört. Sie musste etwas unternehmen – und zwar schnell …

Ohne länger zu zögern, machte sie sich auf den Weg zu ihrer Freundin.

„Gleich ist er weg“, sagte sie vorwurfsvoll zu Tanjas Mutter.

„Hat er was gesagt?“, fragte Viola.

„Wir haben uns natürlich verabschiedet.“

„Kein Gruß für mich?“ Viola wirkte sichtlich enttäuscht.

„Nicht direkt“, entgegnete die Portiersfrau. „Er hatte die Ente übrigens wirklich nicht bestellt.“

„Er hat mich nicht angelogen?“ Tanjas Mutter verzog entgeistert das Gesicht. „Und ich habe ihn so beschimpft …“

„Ihr habt euch beide lieb und macht euch trotzdem das Leben schwer“, platzte Hildegard heraus. Überfordert sah ihre Freundin sie an. „Ja, er liebt dich! Und jetzt schwingst du dich auf dein Rad und sagst dem Franz, dass du ihn magst“, befahl die Portiersfrau in einem Ton, der keine Widerrede duldete.

Auf der Dorfstraße holte Viola das Taxi ein.

Als Franz Viola erblickte, gab er dem Fahrer ein Zeichen anzuhalten, und sprang heraus. „Ich bin ein Idiot“, erklärte er zerknirscht.

Sie lächelte ihn an. „Und feige“, fügte sie hinzu. „Du wolltest einfach still und heimlich abhauen. Ohne Abschied.“

Verlegen senkte er den Blick. „Ich dachte … weil du doch dachtest …“

Sie legte ihm den Finger auf den Mund. „Hör sofort auf zu denken und küss mich“, sagte sie leise und bestimmt.

„Du meinst … Ich darf …“, stammelte er. „Und du wirst nicht böse?“

„Jetzt mach schon, bevor ich handgreiflich werde“, lachte sie.

Er beugte sich ihr entgegen. Erwartungsvoll schloss Viola die Augen. Doch er küsste sie nicht. Als sie die Augen irritiert wieder öffnete, hielt er ihr einen sonnengelben Löwen zahn vors Gesicht.

„Willst du meine Frau werden?“, fragte er feierlich.

Für einen Augenblick verschlug es ihr die Sprache.

„Ich soll was?“, stotterte sie tonlos. „Heiraten? Warum …?“

„Du bist die erste Frau, die mir hinterherradelt“, scherzte er liebevoll.

„Bei einem Dickschädel wie dir bleibt einem ja nichts anderes übrig“, entgegnete sie ausweichend.

„Und was sagst du?“, hakte er nach.

Sie zeigte auf die leuchtend gelbe Butterblume in seiner Hand. „Ist die für mich?“ Er nickte. „Die ist … wunderschön.“

„Ich kann im Moment gar nicht richtig denken“, meinte er. „So schwindlig ist mir vor Glück.“ Er bat den Taxifahrer, Violas Fahrrad einzuladen und die beiden zurück zum „Fürstenhof“ zu bringen. Dass sie seine Frage noch immer nicht beantwortet hatte, fiel ihm nicht weiter auf …

Im Hotel musste Tanjas Mutter zurück an ihre Arbeit.

Überglücklich trat Franz an die Rezeption. „Ich muss jetzt jemanden umarmen“, erklärte er dem verdutzten Alfons, der die freundschaftliche Zärtlichkeit peinlich berührt über sich ergehen ließ.

„Was sollen denn die Leute denken?“, fragte er leise, konnte sich jedoch ein Grinsen nicht verkneifen.

„Ist mir doch egal“, lachte Franz. „Alfons, ich brauche die Fürstensuite! Wir heiraten!“

Der Portier starrte ihn fassungslos an. „So schnell?“, stammelte er. „Du hast ihr einen Antrag gemacht? Ist das nicht ein bisschen überstürzt?“

Aber sein alter Freund war nicht zu bremsen. „Du bist mein Trauzeuge, das ist ja klar.“

Skeptisch verzog Alfons das Gesicht.

„Er hat mir einen Heiratsantrag gemacht!“, jubelte Viola, als sie die Waschküche betrat.

Was?“ Hildegard fuhr herum. „Das ist ja wunderbar!“ Die beiden Freundinnen umarmten sich lachend. „Und was hast du gesagt?“ Violas Strahlen wich einem ratlosen Gesichtsausdruck. „Du hast ihm einen Korb gegeben?“, fragte die Portiersfrau entsetzt.

„Nein“, widersprach Tanjas Mutter.

„Also hast du Ja gesagt.“

„Auch nicht.“

„Was denn jetzt?“, wollte Hildegard ungeduldig wissen.

„Ich habe gar nichts gesagt“, erklärte Viola beinahe trotzig. „Aber ich glaube, er denkt, ich hätte Ja gesagt. Er macht schon große Pläne.“

Hildegard verzog enttäuscht das Gesicht. „Oh nein. Und was denkst du?“

Verzweifelt sah Tanjas Mutter sie an. „Wie hast du gemerkt, dass Alfons der Richtige ist?“, fragte sie hilflos.

„Ich habe auf mein Herz gehört“, antwortete Hildegard. „Und der Alfons auf mich.“

„Ich weiß nicht, ob ich heiraten soll“, seufzte Viola.

„Liebst du ihn oder liebst du ihn nicht?“, hakte die Portiersfrau nach.

„Beides ein bisschen“, stellte ihre Freundin unsicher fest.

„Also, benehmen tust du dich verliebt“, lächelte Hildegard.

Viola strahlte schon wieder über das ganze Gesicht. „Wenn der Franz lacht …“, sagte sie zärtlich. „Ich weiß auch nicht, er lacht so, dass mir das Herz aufgeht.“

Hildegard schüttelte schmunzelnd den Kopf – für sie war die Sache eindeutig …

Alfons hatte Franz unterdessen in die Fürstensuite geführt.

„Was hat sie denn gesagt?“, fragte Alfons seinen überglücklichen Freund, der sich bereits mit der Dekoration der Suite beschäftigte.

„Ob der Löwenzahn für sie sei“, gab Franz wahrheitsgemäß zur Antwort.

„Nein, ich meine, was sie gesagt hat, als du ihr den Heiratsantrag gemacht hast“, beharrte der Portier.

„Ich … Ich war so aufgeregt …“

„Irgendwas muss sie doch gesagt haben“, hakte Alfons nach.

„Ich habe sie gar nicht zu Wort kommen lassen“, gab Franz erschrocken zu. „Ich war so glücklich, und sie hat so gelächelt, dass …“ Er ließ sich aufs Bett fallen. „Also, wenn sie nichts gesagt hat … Oje, wenn sie mich überhaupt nicht will?“

„Das solltest du vielleicht klären“, stellte der Portier trocken fest.

Tanja indes entging es nicht, dass ihre Mutter vollkommen durcheinander war. Viola erzählte ihr schließlich von Franz’ Heiratsantrag.

„Er hat dir wirklich einen Antrag gemacht?“ Das Zimmermädchen war völlig aus dem Häuschen. Ihre Mutter schwieg. „Ja, und? Was hast du gesagt?“

„Nicht Nein“, antwortete Viola ironisch.

„Also Ja?“

„Auch nicht.“ Viola seufzte schwer. „Ach Tanja, ich weiß überhaupt nicht, was ich tun soll.“

„Meine Mutter würde in so einem Fall raten: Hör auf dein Herz“, lächelte ihre Tochter.

„Das ist ja das Problem“, erwiderte Viola verzweifelt. „Ich kann mein Herz nicht hören.“

Christian bemerkte sofort, dass Laura niedergeschlagen war. Das letzte Gespräch mit ihrem Bruder machte ihr noch immer zu schaffen.

„Du warst bei Alexander, und es gab Streit, richtig?“, fragte er vorsichtig.

„Du kennst mich gut“, antwortete sie mit einem schiefen Lächeln. „Tut mir Leid, wenn ich dir schon wieder die Ohren voll jammere … Aber ich habe immer gedacht, wenn es hart auf hart kommt, hält Alexander zu mir …“

„Tut er das denn nicht?“, wollte ihr Freund wissen.

„Die Zeiten sind anscheinend vorbei.“ Sie seufzte. „Jetzt zählen doch wieder nur die Familienbande.“

„Ich denke, ihr seid auch verwandt“, bemerkte er trocken.

Hilflos zuckte sie die Schultern.

Ob sie Werner wegen Tanja um Hilfe bitten sollte? Eigentlich blieb ihr gar nichts anderes übrig. Alexander durfte Tanja nicht vor die Tür setzten, bloß weil sich Katharina vor Maxim stellte. Es war schon komisch … Früher hatte sie immer gewusst, was Alexander fühlte. Und jetzt war er ihr so fern wie noch nie. Zum Glück hatte sie Christian. Sie richtete sich auf. Sie war nicht allein. Und sie würde Tanja helfen. Wenn es sein musste auch gegen Alexanders Willen.

Entschlossen machte sie sich auf den Weg zu Werner.

„Du weißt, wie schwer es mir fällt, dich um etwas zu bitten“, begann Laura, nachdem Werner sie aufgefordert hatte, einzutreten.

„Du darfst mich um alles bitten“, erwiderte er herzlich. „Ich bin dein Vater.“

Sie erzählte von der Auseinandersetzung zwischen Tanja und Maxim.

„Er hat sie provoziert“, erklärte sie schließlich. „Er will sie loswerden, weil sie weiß, dass er was gegen euch im Schilde führt.“

„Möglich.“ Der Seniorchef seufzte. „Mir ist Maxim auch ein Dorn im Auge, aber es ist Alexanders Entscheidung.“

„Er stellt sich lieber auf die Seite von Katharinas Bruder“, bemerkte Laura gereizt.

„Und auf wessen Seite stehst du?“, wollte ihr Vater wissen.

„Auf der Seite des ‚Fürstenhofs‘. Und da steht Tanja auch.“

„Du bist ein Sturkopf“, lächelte er.

„Von wem ich das wohl habe“, konterte sie und blickte ihn auffordernd an.

„Ich rede mit Alexander“, versprach Werner.

Maxim suchte unterdessen das Gespräch mit seiner Schwester Katharina.

„Ich habe mit Alexander gesprochen“, erklärte sie, bevor er etwas sagen konnte. „Ich hoffe, er nimmt Vernunft an und setzt Lauras Freundin vor die Tür.“

Maxim wirkte plötzlich beunruhigt. Es würde unangenehme Konsequenzen für ihn haben, wenn seine Kollegen ihm Tanjas Kündigung anlasteten, das war klar.

„Ihren Ausrutscher darf man nicht so ernst nehmen“, versuchte er, Katharina zu besänftigen. „Sie ist nun mal ein kleiner Vulkan.“

„Das Personal muss seine Grenzen kennen“, widersprach sie. „Sonst tanzen die uns auf der Nase rum.“

„Es ist trotzdem keine gute Idee, Tanja zu feuern“, beharrte er. „Sie ist doch keine Gefahr für dich.“ Verständnislos sah seine Schwester ihn an, und er nutzte die günstige Gelegenheit, Öl ins Feuer zu gießen. „Dann müsstest du eigentlich eher Laura feuern.“

„Laura? Warum?“ Katharina bemühte sich um eine coole Haltung. „Die ist mir völlig egal.“

„Das sollte sie aber nicht“, legte Maxim nach. „Für dich steht dabei nämlich viel auf dem Spiel.“

„Was meinst du damit?“

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