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Neue Geschichten von der Feldmaus und der Stadtmaus

Anette Setzler-Bändel schreibt schon seit Kindertagen und hat immer schon Bücher und Geschichten geliebt. Dieses Buch ist aus Erzählungen für Kinder und Enkel entstanden und singt das Lied von Freundschaft und Toleranz.

Neue Geschichten

von der Feldmaus und der Stadtmaus

von Anette Setzler-Bändel

mit Illustrationen von Jane Horn und der Autorin

Widmung

Für Maja, Ilka, Ronja, Jannis, Melina, Moritz, Johann und alle großen und kleinen Kinder, die Geschichten lieben.

In memoriam an meinen Großvater Werner.

Vorwort

1. Tag: Der Aufbruch

2. Tag: Die hilfsbereite Drossel

3. Tag: Von Heuballen und Hofkater Tom

4. Tag: Auf dem Markt

Die Flucht

5. Tag: Verirrt

Nächtliche Erzählstunde

6. Tag: Lillis Zuhause

7. Tag: Gefangen

8. Tag: Raus aus der Stadt

Neue Freiheit

9. Tag: Wiedersehen

Nachwort

Vorwort

Ursprünglich eine ganz alte Fabel von Äsop und Martin Luther. Es geht darum zu zeigen, dass Geld und Überfluss nicht alles sind und Zufriedenheit nicht unbedingt vom Wohlstand abhängt.

Mein Großvater hat mir in meiner Kinderzeit in den 60er Jahren jedes Mal bei einer Wanderung oder beim Pilze suchen, wenn ich nicht weiter laufen wollte, eine neue Geschichte von Stadt- und Feldmaus erzählt. Und meine Großeltern sind gerne und viel gewandert und ich war oft bei ihnen! 50 Jahre später kann ich mich nur noch bruchstückhaft an diese Erzählungen erinnern, aber die Botschaft der Fabel, die ist geblieben – und die hat sich mir tief eingeprägt.

Im letzten Sommer sind zwei kleine Mädels mit dem Wunsch nach einer Geschichte auf mich zugekommen und mir fielen wieder die beiden Mäuse ein….

1. Tag: Der Aufbruch

Es waren einmal zwei Mäuse – Cousinen nannten sie sich, die sahen sich nur selten. Eine wohnte nämlich in einer großen Stadt, sie war eine Hausmaus, also eine Stadtmaus und die andere lebte auf einem Weizenfeld am Rande eines Dorfes nicht weit von der Stadt, also war sie eine Feldmaus. Eines schönen Tages im Sommer saß die Feldmaus vor einem ihrer Eingänge in ihre Wohnung am Feldrand und schaute sich den blauen Himmel an und die Wolken und überlegte: „Ob die Stadtmaus wohl die gleichen Wolken sieht am Himmel? Ob sie auch hochschaut und an mich denkt? Wie lang die Wolke wohl braucht, bis sie über der Stadt ist?“

So bekam die Feldmaus Sehnsucht, ihre Cousine einmal zu besuchen und mit ihr zu reden, zu lachen und zu sehen, wie sie wohnt. Am nächsten Morgen musste die Feldmaus immer noch an die Stadtmaus denken und als sie noch überlegte, wie lange sie etwa brauchen würde bis in die Stadt zu gelangen, sah sie in der Ferne den Mähdrescher den Feldweg entlang rumpeln.

„Oh weia! Nun geht das wieder los!“ stöhnte die Feldmaus. Tagelang würde es jetzt diesen Krach über der Wohnung und ein gefühltes Erdbeben geben, wenn der Mähdrescher über das Feld fährt. Dann kommen noch die Laster, die die Körner aufnehmen und später die Trecker, die die Halme einsammeln und bündeln. Zwei Wochen dauerte das meistens, und erst, wenn all die Strohballen auf dem Feld lagen, konnte die Maus sich wieder unbeschwert auf diesem Feld bewegen und ihren Körnervorrat für den Winter sammeln.

Das war die Gelegenheit! Jetzt die Stadtmaus besuchen und zurückkommen, wenn der Krach und die Ernte vorbei wären. Möglicherweise könnte sie auch den kommenden Herbst und Winter bei der Stadtmaus in der Stadt bleiben? Vielleicht wäre es dort wärmer? Das würde sie dann sehen, wenn sie dort wäre, überlegte sich die Feldmaus. Also: gedacht, getan. Die Feldmaus rannte noch einmal zurück in ihren Bau – und schaute sich genau um, ob alles in Ordnung sei dort. Sie rief auch noch einen Abschiedsgruß in den Gang des Regenwurms: „Hej Wurm. Ich bin jetzt einige Tage nicht da, aber untersteh` Dich Deine Erdhaufen in meine Wohnung zu werfen, sonst futter ich Dich zum Frühstück, wenn ich wieder da bin!“

Die Maus schob noch ein paar Heu- und Grashalme vor den Haupteingang, damit man den Eingang von außen nicht so sehen konnte und verschwand im Gewirr ihrer anderen Zugänge. Den Ausgang beim Baum, den wollte sie nehmen. Da war der Weg in die Stadt, zwar ein wenig weiter, aber dort war es möglich, unbesehen ein- und auszugehen. Vorsichtig schnuppernd steckte die kleine Feldmaus ihre Nase aus dem Loch … Sie konnte keine Gefahr riechen … also behutsam eine kleine Pfote vor die Tür gesetzt – noch eine … Halt …Was war das für ein Schatten dort hinten in dem Baum? – Das sah nicht nur wie die Schatten von den Blättern aus! Uuii das hätte schief gehen können! Da saß doch ein Bussard auf dem Ast und blickte weit über das Feld …. Hielt Ausschau nach ihr! Nein, auch heute hatte sie es nicht nötig, die Nahrung für des Bussards Nachwuchs zu werden. Keine Lust dazu. Sie wollte ja schließlich eine weite Reise machen. Tja, da konnte man nur abwarten, bis der Bussard jemand anderen gefunden hatte für sich und seine Kinder. Aber der saß auf dem Ast, er drehte sich mal hier, mal dort herum, aber er blieb sitzen.

Langsam wanderte die Sonne über den Himmel und aus dem Morgen wurde Mittag, Nachmittag. Die Sonne näherte sich schon dem Horizont und der Himmel veränderte sein Blau schon langsam in Rosa und Orange, als der Bussard endlich fortflog. Die Feldmaus hatte sich die Zeit mit einem kleinen Nickerchen vertrieben und so konnte sie endlich losrennen. Wie der Wind huschte sie über den schmalen Pfad, der zum Baum führte. Puh geschafft. Dort verkroch sie sich völlig außer Atem erst einmal zwischen den Wurzeln. Ui, das war anstrengend so eine Reise. Und eigentlich war sie ja noch nicht sehr weit gekommen. Sie überlegte, ob sie in der Dämmerung weiterlaufen sollte und ihre Neugier und Freude auf die Cousine in der Stadt überwogen die Angst und sie entschied weiter zu laufen in der einsetzenden Dunkelheit.

Was, wenn jetzt ein Uhu oder eine Eule kämen? Sie hatte von den Jägern der Nacht gehört, aber immer vermieden nach Einbruch der Dunkelheit aufs Feld zu gehen. Das hatte sie so von ihren Eltern und Geschwistern gelernt – viel zu gefährlich. Nein, sie wollte weiter – jetzt. Nicht mehr warten, also beherzt quer über das Feld gerannt, hin zu dem Feldweg, wo heute Morgen der Mähdrescher zu ihrem Feld angefahren war.

Ja, da war er. Da stand das Ungetüm am Feldrand. Die Feldmaus hatte sich genau gemerkt, wo der Mähdrescher hergekommen war und woher auch der Laster und der Trecker immer kamen. Da mussten Menschen wohnen in der Richtung und da war bestimmt auch die Stadt, wo die Stadtmaus wohnte! Weiter und weiter lief die Feldmaus entlang dem Feldweg und kam schließlich: an eine breite, asphaltierte Straße!

O weh, was nun? Da fuhren diese Autos und zwar viel schneller, als eine Maus rennen kann. Wie soll man da hinüber kommen, ohne, dass einen so ein Auto platt fährt und auf die Fahrbahn klebt? Sie hatte so etwas einmal gesehen, wo Krähen eine Verwandte von ihr von der Straße gepickt hatten, nachdem sie unter ein Auto geraten war.

Es war jetzt spät am Abend und die Maus sah immer wieder die Lichter der Autos von Ferne kommen und … wusch… waren sie vorbei. Wann sollte sie loslaufen? Wann würde es reichen, über die Straße zu gelangen? Müde saß die Maus am Straßenrand. Die kleinen Mäusepfoten taten ihr weh vom weiten Laufen. Ihr Herz schlug laut von all der Aufregung mit dem Bussard und der Rennerei über das Feld.

„Ich muss erst einmal ausruhen und schlafen und morgen ist ein neuer Tag und ich habe neue Ideen.“

Das hatte ihre Mutter immer gesagt. Eigentlich ein guter Plan, dachte sich die Maus und hatte gleich wieder die nächste Schwierigkeit zu meistern. Wo schläft eine kleine Feldmaus auf Reisen? Ohne Bau? Ohne Nest? Und Hunger hatte sie eigentlich auch. Schließlich kann eine Feldmaus keinen Rucksack mitnehmen, wenn sie auf einen Ausflug geht. Die Feldmaus lief ein bisschen am Straßenrand auf und ab auf der Suche nach einem Versteck. Da war ein Graben, ein Entwässerungsgraben. Aber die sind gefährlich für kleine Feldmäuse! Dort kann man nämlich hineinfallen in das Wasser und nicht mehr herauskommen. Wer weiß, vielleicht gibt es da drin sogar Wasserschlangen? Ertrinken oder gefressen werden, gleich nach Beginn der Reise? Nein, das kam für die Feldmaus nicht infrage. Der Feldweg führte über diesen Graben auf die Straße und das Wasser floss durch eine Betonröhre.

Die Maus kletterte vorsichtig ein wenig den Abhang hinunter – ja, da war ein guter Platz: eine dicke Wurzel von einem Strauch auf der Seite hatte sich in die Röhre ausgebreitet und hier einen kleinen Platz direkt hinter dem Eingang zur Röhre gebildet. Hier rollte sich die Feldmaus erschöpft zusammen und schlief sofort ein.

2. Tag: Die hilfsbereite Drossel

Sonnenstrahlen weckten die kleine Maus und sie streckte sich gleich mal in der Sonne. Wo war sie überhaupt, wo war ihr gemütliches Nest? Ach, so, da fiel ihr alles wieder ein – sie war ja auf Reisen zur Cousine in die Stadt. Vorsichtig kletterte die Maus die Böschung hoch. Bloß nicht in den Wassergraben plumpsen! Saftige Grashalme mit dicken Samenständen wuchsen hier, gleich neben dem Graben. Das hatte die kleine Maus am Abend gar nicht gesehen gehabt, so müde war sie gewesen. Jetzt konnte sie sich ihren Mäusemagen ordentlich füllen, musste sie ja auch, wenn sie in die Stadt gelangen wollte und nicht unterwegs verhungern. Nachdem sie satt war, setzte sie sich erst einmal unter den Strauch und überlegte.

„Das Problem von gestern Abend habe ich immer noch: wie komme ich auf die andere Straßenseite, ohne von einem Auto überfahren zu werden?“

Heute Morgen fuhren hier noch viel mehr Autos. Ratlos saß die Maus unter dem Strauch. Da, was war das? Über ihr Geraschel im Busch? Gesang ertönte auf einmal. Eine Drossel begann ihr Morgenlied. Die Maus überlegte nicht lange:

„Hallo, guten Morgen Frau Drossel. Ich möchte Sie nicht stören, aber ich brauche bitte mal ihre Hilfe.“

Die Drossel unterbrach verdutzt ihr Lied – das hatte sie ja noch nie erlebt, dass sie jemand früh morgens schon so ansprach. Sie äugte nach unten, woher die Stimme gekommen war. So ein eher leises Piepsen war das gewesen. Sie flog nach unten und hopste noch zwei kleine Sprünge in Richtung des Strauches…. Ach da…

„Maus? Hast Du mich angesprochen?“

„Ja, das war ich.

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