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Neue Gefühle

1. KAPITEL

Werner funkelte seine Exfrau noch immer zornig an. Wie konnte sie es wagen, ihn aus der Küche werfen zu wollen?

„Dir kann das Hotel tausendmal mitgehören!“, rief er. „Ich lasse mich hier von niemandem rauswerfen!“

„Und ich lasse mich nicht von dir anbrüllen“, hielt Charlotte temperamentvoll dagegen. Doch er ignorierte das vollständig, so fuchsteufelswild machte ihn die Tatsache, dass er sie und seinen Bruder bei einem romantischen Tête-à-Tête überrascht hatte.

„Das ist mein Haus!“, polterte er. „Meine Küche! Wenn ich will, kann ich mir hier drinnen ein Zelt aufstellen und alt und grau werden!“

„Das bist du schon“, versetzte sie trocken. Nun erst schaltete sich André ein.

„Komm, wir gehen“, sagte er zu seiner Schwägerin. „Bevor er meine schöne Küche in ein Lager für Althippies verwandelt.“ Und dann nahm er ihre Hand und zog sie mit sich hinaus.

Für einen Augenblick war der Senior wie vom Donner gerührt. Doch dann griff er nach der Pfanne, die ihm am nächsten stand, und warf sie mit aller Kraft zu Boden.

„Wie Werner sich aufgeführt hat! Ich weiß nicht, was ich getan hätte, wenn du nicht dabei gewesen wärst.“ Charlotte und der Chefkoch drehten eine Runde durch den Park – Frau Saalfeld musste sich nach der Szene mit ihrem Exmann erst einmal beruhigen.

„Ihm den Kopf abgerissen?“, lächelte Konopka. „Ihn geteert und gefedert? Such dir was aus, ich besorge dir die Utensilien.“ Obwohl sie sich immer noch ärgerte, musste sie lachen. „Trotzdem kann ich ihn irgendwie verstehen“, fuhr André nun wieder ernst fort. „Wenn ich eine Frau wie dich verloren hätte – ich würde auch durchdrehen.“ Seine Worte schmeichelten ihr sichtlich.

„Verstehen kann ich ihn in gewisser Weise auch“, entgegnete sie. „Es tut weh, wenn man begreifen muss, dass man am Ende des Weges angekommen ist. Und wenn Werner sich so aufführen würde, weil er mich liebt, könnte ich ihm vielleicht sogar verzeihen. Aber …“ Ihr Schwager fiel ihr ins Wort.

„Aber ihm geht es ausschließlich darum, dass er etwas haben – oder in deinem Fall: wiederhaben – will, das seiner Meinung nach ihm gehört.“ Verblüfft sah sie ihm ins Gesicht.

„Woher weißt du, was ich sagen wollte?“, fragte sie.

„So war er immer“, versetzte er achselzuckend. „Und ich kenne ihn sogar noch ein bisschen länger als du. Früher durfte ich nicht einmal das abgelegte Spielzeug von ihm haben. Auch wenn er längst nichts mehr damit anfing.“ Nachdenklich verzog sie das Gesicht.

„Weil ich nichts mehr von Werner will, soll mich auch kein anderer bekommen“, stellte sie voller Bitterkeit fest.

„Sein Gesetz lautet: Was Werner gehört, gehört Werner“, bestätigte der Chefkoch sarkastisch. „Bis in alle Ewigkeit.“

„Wenn du mir neue Töpfe spendieren willst, hättest du das auch mit weniger Aufwand machen können.“ Als Konopka in die Küche zurückgekommen war, hatte er ein einziges Chaos vorgefunden – sein Bruder hatte es nicht bei der einen Pfanne belassen. Also suchte André ihn nun im Büro auf. „Dir ist sicherlich daran gelegen, diesen peinlichen Ausraster so schnell wie möglich auszubügeln“, fuhr er süffisant fort. „Deshalb habe ich mir erlaubt, Ersatz für das zu bestellen, was du zerdeppert hast. Unterschreibst du bitte?“ Er legte dem Senior einen Bestellschein hin, doch der sprang unvermittelt auf.

„Ich kenne dich seit deiner Geburt.“ Seine Stimme dröhnte durch den Raum. „Aber dass ich dein perfides Spielchen trotzdem nicht gleich durchschaut habe, macht mich am wütendsten. Die Geschichte von dem unzuverlässigen Lieferanten war nur ein mieser Vorwand, um mich in die Küche zu locken.“

„Von welchem Lieferanten?“ Der Chefkoch gab sich ahnungslos, dabei hatte Werner den Nagel auf den Kopf getroffen.

„Du hast die Show mit Charlotte bloß abgezogen, um mich eifersüchtig und vor ihr lächerlich zu machen“, stellte der Direktor abfällig fest.

„Komm mir nicht mit Show!“, hielt sein Bruder dagegen. „Von meinen wahren Gefühlen für Charlotte hast du doch gar keine Ahnung!“

„Komm du mir nicht mit Gefühlen“, schnaubte der Senior. „Du weißt doch gar nicht, was das ist: Aufrichtig für eine Frau zu empfinden.“

„Ach, und du kannst das beurteilen?“, spottete Konopka.

„Ich rate dir im Guten: Lass die Finger von Charlotte.“ Werners Stimme war drohend geworden. „Sonst verbrennst du sie dir.“

„Wunschdenken“, erwiderte André selbstsicher. „Charlotte und ich sind längst …“

„Charlotte und du?“, fuhr der Direktor ihm über den Mund. „Lächerlich! Spätestens mit so einer albernen Aktion wie heute hast du dich endgültig disqualifiziert.“

„Du musst es ja wissen“, bemerkte der Chefkoch sarkastisch.

„Allerdings“, bekräftigte sein Bruder. „Als ihr Mann …“

„Exmann“, korrigierte Konopka grinsend, doch Werner ging nicht darauf ein.

„… kenne ich Charlotte gut genug“, fuhr er fort. „Du führst dich auf wie ein missgünstiger Giftzwerg, der versucht, uns gegeneinander auszuspielen.“

„Wirklich fein beobachtet.“ Die beiden Brüder maßen einander mit einem feindseligen Blick. „Unterschreibst du jetzt oder nicht? Ich müsste allmählich zurück in die Küche, um aufzuräumen.“ Unwirsch wandte sich Herr Saalfeld dem Bestellschein zu. Er konnte nur hoffen, dass es ihm gelungen war, André in die Schranken zu weisen.

Mit Charlotte hatte er allerdings auch noch ein Hühnchen zu rupfen.

„Wie kann man nur so dumm sein?!“, fuhr er sie an, sobald er die Wohnung betreten hatte. „Dabei habe ich dich immer für eine kluge Frau gehalten. Eine sehr kluge Frau. Merkst du nicht, was André treibt?“

„Ich merke nur eins: Dass ich dich nicht mehr lange ertrage“, gab sie kühl zurück.

„Ihm geht es nicht um dich“, beharrte er. „Er ist nur neidisch auf mich. Will mich fertigmachen. Aber wenn wir zwei zusammenhalten …“

„Das Wort ‚zusammen‘ solltest du in Bezug auf uns aus deinem Vokabular streichen“, unterbrach sie ihn, und es gelang ihm nur mühsam zu überspielen, wie sehr ihn das kränkte.

„Ich mag vielleicht manchmal egoistisch und dominant sein“, gab er zu. „Aber ich gönne jedem anderen sein Glück. André hingegen … Er ist der typische kleine Bruder. Der ewige Zweite, der erst zufrieden ist, wenn er hat, was mir gehört.“

„So etwas Ähnliches habe ich heute schon mal gehört“, stellte sie bissig fest.

„Glaub mir, ich kenne meinen Bruder nur zu gut. Du bist ihm völlig egal. Er wirbt nur um dich, um mir eins auszuwischen.“ Wie sehr er sie damit in ihrem weiblichen Stolz verletzte, war Werner nicht einmal bewusst.

„Mir reicht es allmählich mit euch beiden!“, platzte sie ärgerlich heraus. „Der eine beschwert sich über den anderen und umgekehrt. Ich bin doch nicht eure Mutter!“

„Nein, du bist die Frau, die ich liebe“, beteuerte der Senior schnell. „Deshalb solltest du …“ Sie ließ ihn nicht ausreden.

„Ich lasse mir von niemandem sagen, was ich tun soll“, erklärte sie energisch. „Weder von dir noch von deinem Bruder.“

„Ich möchte dich nur warnen“, versuchte er es von Neuem. „Du kennst André doch kaum.“

„Aber dich!“, schnaubte Charlotte. „Und dir geht es am Ende immer nur um eins: Um dich selber!“

„Du weißt genau, dass ich ein Familienmensch bin“, widersprach er. „Wie sehr ich an dir hänge, an den Kindern …“

„Aber nur, weil alles seine Ordnung haben muss, so, wie du sie dir vorstellst“, ereiferte sie sich. „In deinem Universum sind wir bloß Spielfiguren.“

„Das stimmt nicht“, erwiderte er getroffen.

„Weißt du, warum ich mich zu André hingezogen fühle?“ Sie maß ihn mit einem herausfordernden Blick. „Er sieht in mir keine Hotelerbin, keine Ehefrau und Mutter, keinen Besitz. Er sieht mich nur als die Frau, die ich bin. Und die er schätzt.“ Darauf wusste Herr Saalfeld nichts mehr zu entgegnen.

„Machen Sie sich nicht solche Vorwürfe“, sagte Viktoria zur gleichen Zeit zu Samia. „Mit der Prämie wollten Sie nur helfen, dass der Mörder Ihres Vaters endlich gefasst wird.“ Doch Samia war untröstlich. Die acht Millionen, die sie als „Kopfgeld“ eingesetzt hatte, hatten nur für Unruhe gesorgt.

„Würden Sie die Pressemitteilung bitte für mich herausgeben?“, bat sie unglücklich. „Ich ziehe die Aktion mit der Belohnung sofort zurück.“

„Natürlich, kein Problem“, versicherte die Geschäftsführerin.

„Ich wollte es nicht wahrhaben“, seufzte die Masseurin nun. „Aber ich muss wohl …“ Viktoria schaute sie fragend an. „… dass der Mörder bereits gefasst ist.“ Viktoria nickte beklommen. „Aber es will mir einfach nicht in den Kopf“, klagte Samia weiter. „Johann soll meinen Vater umgebracht haben?! Dieses Betäubungsmittel … Er hat das Fläschchen nachweislich in der Hand gehabt.“ In der Tat war es der Spurensicherung gelungen, Grubers DNA auf der Flasche, die seine Adoptivtochter im Gewächshaus gefunden hatte, festzustellen.

„Es tut mir so leid“, erklärte Viktoria von ganzem Herzen. „In gewisser Weise steht er Ihnen schließlich genauso nahe wie …“

„Ich liebe Johann wie einen Vater“, fiel Samia ihr ins Wort. „Wie meinen Vater.“ Sie kämpfte mit den Tränen. „Felix … Für ihn ist es mindestens so schwer wie für mich.“

„Auf jeden Fall“, stimmte die Geschäftsführerin ihr zu. „Nur lässt er es noch gar nicht an sich heran. Ich weiß nicht, was besser ist: Ihn in Ruhe zu lassen … oder ihm vorsichtig klarzumachen, dass sein Vater einen Menschen auf dem Gewissen hat.“ Die beiden Frauen tauschten einen hilflosen Blick. „Darf ich dich – Entschuldigung, darf ich Sie etwas Persönliches fragen?“

„Wir können gerne beim Du bleiben“, schlug die Masseurin mit einem schwachen Lächeln vor. Viktoria nickte.

„Jetzt, wo feststeht, dass es Herr Gruber war …“ Sie brach ab und suchte nach den richtigen Worten.

„Du möchtest wissen, ob ich mir vorstellen kann, dass Gregor und ich wieder zusammenkommen?“, vermutete Samia.

„Wenn das alles so stimmt, ist er ja definitiv nicht schuld“, bestätigte Viktoria. Nach einer langen Pause schüttelte Samia traurig den Kopf.

„Es ist einfach zu viel passiert“, flüsterte sie unglücklich. „Ich muss damit leben, dass wir nie miteinander glücklich sein werden. Auch wenn Gregor meine große Liebe ist …“ Die Geschäftsführerin hatte skeptisch das Gesicht verzogen. „Du findest das etwas zu dramatisch, nicht wahr?“, wollte die Masseurin wissen.

„Ich finde einfach, man muss nicht immer gleich das Schicksal bemühen, wenn eine Beziehung kaputtgeht“, gab Felix’ Schwester zu.

„Aber wenn sie von Anfang an unter einem schlechten Stern steht …“, wandte Samia ein. „So war es bei uns. Und für mich ist das ein Zeichen.“

„Dass ihr beide nicht zusammengehört?“, hakte Viktoria nach. Samia bejahte.

„Als wir gerade erst angefangen hatten, uns einander anzunähern, hat Gregor sich in Leonie verliebt“, setzte sie hinzu.

„Und den Fehler ziemlich schnell eingesehen“, ergänzte Viktoria.

„Ich trage es ihm auch nicht nach“, erwiderte die Masseurin. „So etwas kann passieren. Trotzdem ist es wie eine Art Sperre, die bleibt … Und dann das mit meinem Vater … Dass er Johann der Polizei ausgeliefert hat …“ Die ganze Enttäuschung dieser Welt lag in ihren Sätzen. „Ich würde so gern stark sein. Für uns. Aber es ist einfach zu viel passiert.“

„Ich finde dich sehr stark.“ Tröstend strich die Geschäftführerin Samia über den Arm. „Und manchmal gibt es tatsächlich keinen Weg zurück.“ Sie wusste, wovon sie sprach. „So kurz meine Affäre mit Marc auch war …“, fuhr sie fort. „Sie hat gereicht, um Simon und mich für immer auseinanderzubringen. Das tut weh. Trotzdem muss ich es wahrscheinlich einfach akzeptieren.“

„Manchmal kann man eben nicht mehr kämpfen“, glaubte auch Samia.

„Mir würde es schon reichen, wenn wir wenigstens wieder normal miteinander reden könnten.“ Seit ihrer Trennung herrschte nämlich ein eisiger Ton zwischen dem Sommelier und seiner Exfreundin. „Jetzt, wo du die Prämie zurückgezogen hast …“ Viktoria wechselte bewusst das Thema – es brachte einfach nichts, über ihre unglücklichen Liebesgeschichten zu sinnieren. „Weißt du denn schon, was du mit den acht Millionen von dem Diamanten anstellen willst?“

„Erst mal muss ich ihn verkaufen“, gab die Masseurin zu bedenken. „Ich muss Werner unbedingt fragen, ob es schon einen Interessenten gibt … Vielleicht finanziere ich Schulen in Uganda oder Krankenhäuser. Außerdem muss ich mich um meine Ausbildung kümmern. Und um das Training.“

„Wie läuft das denn überhaupt?“, fragte Felix’ Schwester.

„Gut.“ Das erste richtige Lächeln erschien auf Samias Gesicht. „Philipp scheucht mich zwar nach Strich und Faden, weil er unbedingt mit mir zu diesem Turnier möchte, aber eigentlich finde ich es toll.“

„Meinst du, ich könnte mal zusehen?“ Viktorias Stimme klang auf einmal ganz begeistert. „Ich hatte als Kind nämlich Ballettunterricht. Tanzen hat mich schon immer fasziniert. Und ich würde gern einmal richtigen Profis bei der Arbeit zuschauen.“

„Ein Profi bin ich noch lange nicht“, wehrte Samia schmunzelnd ab. „Aber du kannst gerne mal mitkommen.“ „Das Betäubungsmittelfläschchen mit Herrn Grubers DNA wurde also als beweiskräftig eingestuft?“ Gregor ging gerade mit Jana auf den „Fürstenhof“ zu – und er wollte wissen, wie die Dinge um Samias Adoptivvater standen. Die Kommissarin nickte.

„Deswegen rechne ich damit, dass die Ermittlungen demnächst eingestellt werden“, setzte sie dann hinzu. „Und der Prozess beginnt.“

„Bleibt immer noch die Frage, warum Herr Konopka seinen Whisky mal mit, mal ohne Eis trinkt“, wandte Dr. Bergmeister ein, der einfach nicht glauben konnte, dass Johann Joshua Obote wirklich erschlagen hatte.

„Ich weiß“, seufzte sie.

„Es war dein Verdacht“, legte er nach.

„Eher ein Floh, den ich mir ins Ohr gesetzt habe“, entgegnete sie.

„Nicht nur dir.“ Auch ihn ließ die Möglichkeit, dass der Chefkoch an dem Mord beteiligt gewesen sein könnte, keine Ruhe.

„Wahrscheinlich war es letztlich doch bloß einer dieser seltsamen Zufälle“, sagte die Polizistin nun. Doch der Arzt hörte ihr gar nicht mehr zu – denn in diesem Augenblick war Samia aus dem Hotel getreten und kam direkt auf die beiden zu. In der Hand trug sie eine Tüte.

„Gut, dass ich dich treffe“, meinte sie und hielt ihm die Tragetasche hin. „Ein paar von deinen Sachen, die ich noch bei mir gefunden habe.“ Unbeholfen nahm er die Tüte entgegen. „Mach’s gut.“ Damit eilte Samia davon. Wie schwer ihr diese Begegnung gefallen war, hatte sie sich nicht anmerken lassen.

Gregor hatte keine Ahnung, wie weh ihr das alles tat. Vor allem, wenn er mit dieser Frau Schneider vor ihr stand. Aber irgendwann – würde auch dieser Schmerz vorbeigehen.

Sie beschloss, sich von nun an wirklich ins Tanztraining zu stürzen. Und heute hatte Philipp ein Geschenk für sie – neue Tanzschuhe. Dass er ihre alten in einem Wutanfall zerschnitten hatte, konnte Samia nicht ahnen. Sie wunderte sich nur, dass sie unauffindbar waren. Der Haustechniker behauptete, er habe sie weggeworfen.

„Die sind fantastisch“, freute sie sich, nachdem sie die neuen Schuhe anprobiert hatte. Sie passten perfekt.

Kaum hatten die beiden mit dem Training begonnen, kam Viktoria herein. Doch Kronleitner war alles andere als begeistert von der Idee, einen Dritten zusehen zu lassen.

„Aber bei einem Turnier haben wir doch auch Zuschauer“, wandte Samia ein.

„Da präsentieren wir auch etwas Fertiges“, argumentierte er. „Aber jetzt, während der Proben …“

„Kein Problem, wirklich“, erklärte die Geschäftsführerin schnell. „Tut mir leid, wenn ich gestört habe.“

„Danke für Ihr Verständnis“, erwiderte Philipp knapp und wandte sich dann wieder seiner Tanzpartnerin zu, der die ganze Angelegenheit gar nicht recht war.

Aber – das Training lief besser als jemals zuvor, das musste sogar Samia zugeben. „Das war toll!“, rief sie begeistert, nachdem sie den Paso doble mit einer spektakulären Schlusspose beendet hatten.

„Ich sage das ungern, aber wenn wir so weitermachen, können wir bis zum Turnier richtig gut werden“, stellte er mit gespielter Strenge fest.

„Du hast schon recht mit deinem ständigen ‚Disziplin und Konzentration‘“, räumte sie ein. „Wenn Viktoria vorhin geblieben wäre – ich weiß nicht, ob wir dann so reingekommen wären wie gerade.“

„Aber ich weiß es“, stellte er selbstzufrieden fest. „Nämlich nie und nimmer.“

André sprach gerade mit Simon, der seine letzten Sachen zusammengepackt hatte. Noch heute würde er in Tanjas Dachkammer ziehen, gemeinsam mit Ben. Doch als der Blick des Chefkochs aus dem Fenster fiel und er bemerkte, dass Charlotte gerade im Park spazieren ging, hielt es ihn nicht länger bei seinem Sohn.

„Na, so was! Ich bin anscheinend nicht der Einzige, der frische Luft braucht.“ Er gab sich vollkommen überrascht, als er und seine Schwägerin draußen aufeinandertrafen. „Gehen wir ein Stück zusammen?“

„Gern“, meinte sie.

„Ist alles in Ordnung?“, wollte er wissen. „Wie fühlst du dich?“ Resigniert zuckte sie die Schultern. „Mir geht es ähnlich“, fuhr er fort. „Schön finde ich das alles nicht. Werner hat sich unmöglich benommen – aber so kann es nicht weitergehen. Für keinen von uns.“ Er fasste sie am Arm und blickte ihr tief in die Augen. „Vielleicht sollte ich mich zurückziehen.“

„Warum?“, erwiderte sie alarmiert.

„Damit sich wenigstens die Situation zwischen dir und Werner wieder beruhigt“, heuchelte er. „Denn bei mir … beruhigt sich vorläufig gar nichts.“

„Wie meinst du das?“, hakte sie verunsichert nach.

„Meine Gefühle für dich … Ich weiß überhaupt nicht mehr, wohin mit mir. Zumal du mir ganz klar gesagt hast, dass du sie nicht erwiderst.“ In Charlottes Augen stand etwas anderes zu lesen. „Was ich selbstverständlich respektiere“, legte er nach. „Aber dann musst du auch verstehen, dass ich es in deiner Nähe kaum noch aushalte.“ Sie hielt seinem Blick stand. Langsam griff er nach ihrer Hand – sie ließ es geschehen. Und dann küsste er sie ganz zart auf den Mund, was seine Schwägerin spürbar genoss …

„Ich … Das geht so nicht weiter …“ Konopka gelang es, seine Stimme belegt klingen zu lassen, nachdem Charlotte sich von ihm gelöst hatte. „Wir dürfen uns nie wieder küssen, sonst … Ich weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Du machst mich wahnsinnig.“

„Tut mir leid.“ Ein zärtliches Lächeln spielte um ihre Lippen. „Das musst du ab jetzt ertragen.“ Sachte zog sie ihn zu sich. Und als die beiden sich nun noch einmal küssten, geschah es bereits mit sehr viel mehr Leidenschaft.

Bester Laune kam Charlotte abends nach Hause, wo ihr Exmann deprimiert vor einem Glas Weißwein saß. Inständig bat er sie, sich zu ihm zu setzen, damit sie noch einmal miteinander reden könnten.

„Es tut mir leid“, setzte er kläglich hinzu. „Ich habe mich wie ein Idiot aufgeführt. Mein Verhalten in der Küche war völlig daneben.“ Ihr Lächeln verunsicherte ihn, dennoch griff er sehnsüchtig nach ihrer Hand. „Charlotte … Wir haben doch schon so viele Höhen und Tiefen miteinander gemeistert. Siehst du denn nicht, wie viel uns nach wie vor verbindet?“ Sie entzog sich ihm und betrachtete ihn unergründlich. „Gib mir … gib uns noch eine Chance.“ Ein Flehen lag in seiner Stimme, doch sie ließ sich nicht erweichen.

„Tut mir leid“, erwiderte sie. „Ich war so lange spazieren … Ich bin hundemüde.“ Und damit verschwand sie in ihrem Schlafzimmer und ließ ihn allein vor seinem Weinglas zurück.

Währenddessen stießen Fiona und André mit Champagner an.

„Auf uns!“, erklärte die Geschäftsführerin mit bösartiger Freude. „Und darauf, dass der wahre Täter endlich geschnappt wurde.“ Dass Samia ihre Belohnung zurückgezogen hatte, hatte sich im Hotel wie ein Lauffeuer herumgesprochen. Und das konnte nur bedeuten, dass nicht einmal Samia mehr an die Unschuld ihres Adoptivvaters glaubte.

„Auf dich!“, konterte Konopka zufrieden. „Auf die hinreißendste Ehefrau der Welt, die ihren Mann bravourös aus der Schusslinie gebracht hat.“ Doch Fiona lag noch etwas auf dem Herzen.

„Die Saalfeld ist vorhin wie in einer Seifenblase durch die Lobby geschwebt“, berichtete sie. „Sie hat ausgesehen, als ob … Ich kenne diesen Gesichtsausdruck. Gehört eigentlich zwingend zu der berühmten ‚Zigarette danach‘.“

„Du siehst Gespenster“, beruhigte er sie und machte sich dann schnell daran, sie zu verführen. Es würde noch anstrengend genug werden mit Fiona, wenn sich die Dinge zwischen ihm und seiner Schwägerin weiterhin so gut entwickelten. Wenigstens heute Nacht wollte er seine Ruhe haben.

2. KAPITEL

Am nächsten Morgen servierte André seinem Bruder das Frühstück höchstpersönlich. Werner saß schlecht gelaunt im Restaurant und studierte die Tageszeitung.

„Ich hab’s schon gelesen“, sagte der Chefkoch und gab sich ganz unbekümmert. „Die polizeilichen Ermittlungen sind eingestellt, der Mörder sitzt hinter Schloss und Riegel. Dann kann es ja nur noch bergauf gehen mit unserem schönen Hotel.“

„Unser Hotel?!“ Der Senior explodierte beinahe.

„Natürlich dein Hotel“, korrigierte sich Konopka unterwürfig. „Euer Hotel.“ Werner nickte und wollte sich wieder der Zeitung zuwenden, doch sein Bruder setzte sich unaufgefordert zu ihm. „Lass uns das Kriegsbeil begraben“, schlug er ansatzlos vor. „Wir sind und bleiben nun einmal Brüder, egal, was passiert. Deswegen ist es auch fast logisch, dass wir uns in dieselbe Frau verlieben.“ Der Direktor rümpfte die Nase.

„Ich kenne Charlotte ein halbes Leben lang“, erklärte er von oben herab. „Sie hat nichts gegen einen kleinen Flirt, vermutlich wäre ihr sogar eine Affäre zuzutrauen. Aber die würde sie hinterher bitter bereuen. Dazu ist sie nämlich viel zu anständig.“ André schnaubte verächtlich. „Charlotte weiß genau, was sie will und was sie an Männern schätzt“, fuhr der Senior fort. „In einen Loser wie dich wird sie sich niemals verlieben. Je eher du also die Hoffnung darauf begräbst, umso besser. Vor allem für dich! Trotz all unserer Krisen hat sie nämlich immer nur mich geliebt.“

„Zu schade, dass ihre Liebe diese Krise nicht überstehen wird“, stellte der Chefkoch nun hasserfüllt fest. „Du kannst dich schon mal nach einem netten Domizil in der Nähe umgucken. Bald wird nämlich alles mir gehören: Dein Geld, der ‚Fürstenhof‘. Und Charlottes Herz.“ Diese Kampfansage verblüffte seinen Bruder nun doch, der im nächsten Moment allerdings in Gelächter ausbrach. „Das ist kein Scherz“, warnte Konopka. „Ich nehme dir alles, was du besitzt. Alles, was du liebst.“

„Und wie willst du das anstellen?“, spottete der Direktor.

„Das lass mal meine Sorge sein“, gab André gelassen zurück.

„Jetzt komm mal wieder runter.“ Werner betrachtete seinen Bruder kopfschüttelnd. „Ich verstehe ja, dass du dich mir unterlegen fühlst …“

„Dir unterlegen?“, unterbrach der Chefkoch ihn gereizt. „Dass ich nicht lache!“

„Du bist zwar nicht der Hellste, aber dass du kein Hoteldirektor bist, muss dein Verstand dir doch sagen. Dasselbe gilt für Charlotte. Zwischen dir und ihr liegen Welten.“ Konopkas Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen.

„Im Gegenteil“, zischte er. „Sie ist verrückt nach mir, wenn du es genau wissen willst. Ich bin so gut wie mit ihr zusammen.“ Werner fiel beinahe die Kinnlade herunter. „Jetzt lachst du nicht mehr“, triumphierte André.

„Dir ist schon bewusst, dass ich dich für deine unverschämten Drohungen sofort feuern kann?“ Der Senior hatte seine Sprache wiedergefunden. „Charlotte sieht das sicher genauso.“ Doch sein Bruder zuckte nur lässig die Schultern.

„Wem wird sie wohl mehr glauben? Dem allseits beliebten Küchenchef oder dem Mann, der sie ihr Leben lang betrogen hat?“

Werner Saalfeld war nach dieser Unterredung mehr als bedient. Dabei ahnte er noch nicht einmal, dass seine Exfrau in diesem Augenblick ihrem alten Freund Alfons Sonnbichler gestand, in ihren Schwager verliebt zu sein. Der Portier machte große Augen, als er das vernahm.

„Du und der Konopka?“, fragte er besorgt. „Hältst du das für klug?“

„Es ist nun mal passiert“, erwiderte sie.

„Dein Exmann dreht durch, wenn er das hört“, warnte Alfons.

„Das ist sein Problem“, fand sie.

„Er liebt dich, Charlotte“, erklärte Herr Sonnbichler ernst. „Er hat nie damit aufgehört. In der ganzen Zeit, die du weg warst.“

„Werner liebt nicht mich“, widersprach sie. „Er liebt sich. Ich bin für ihn nur Besitz, den er zurückhaben will.“

„Übertreibst du jetzt nicht?“, wollte der Portier skeptisch wissen.

„Ich habe mich nicht umsonst von ihm scheiden lassen“, stellte sie energisch fest. „Nach all den Eskapaden, die er sich geleistet hat … Ich will endlich wieder glücklich sein.“

„Aber wieso der Konopka?“, bohrte ihr Freund nach. „Der kann dir doch nicht das Wasser reichen.“ Doch Charlotte wollte nichts davon hören.

Und André ließ nicht locker in seinem Bemühen um ihre Gunst. Vormittags brachte er ihr eine Rose in den Salon.

„Für dich. Mit Liebe gepflückt“, erklärte er und sah sie anhimmelnd an. „Danke.“ Sie warf ihm ein verliebtes Lächeln zu und bat ihn dann, sich zu ihr zu setzen. „Soll ich dir was verraten?“, sagte er. „Ich habe die ganze Nacht an dich denken müssen.“

„Mir ging es genauso“, gab sie zu und berührte zärtlich seine Hand. In diesem Augenblick erschien Fiona in der Tür, in deren Augen kurz und heftig Eifersucht aufblitzte.

„Darf ich kurz stören?“, fragte die Geschäftsführerin kühl.

„Muss das sein?“, entgegnete Konopka missmutig. Aber Frau Saalfeld bot Fiona einen Platz an.

„Um was geht es?“, wollte sie wissen.

„Um unsere afrikanische Woche“, antwortete Fiona. „Ich habe mir gedacht, wenn wir schon afrikanisch kochen, sollten wir auch das Restaurant in die Thematik einbeziehen. Ich dachte an entsprechende Deko-Elemente.“

„Hübsche Idee“, fand Charlotte und blickte zu ihrem Schwager. „Was meinst du?“

„Ja … Warum nicht?“, erwiderte er zögernd.

„Natürlich kein Ethno-Kitsch“, fuhr Fiona fort. „Mehr in gehobenem Stil. Vielleicht haben Sie ja ein paar Ideen, Frau Saalfeld – Sie waren doch lange in Afrika.“ „Mir fällt bestimmt etwas ein“, bestätigte Charlotte erfreut. „Wunderbar.“ Die Geschäftsführerin erhob sich. „Dann können Sie sich ja mit Herrn Konopka kurzschließen.“

„Mit mir?“, staunte André.

„Sie sind der Küchenchef“, sagte Fiona, als sei es das Selbstverständlichste von der Welt. „Die Gestaltung des Restaurants ist sicher auch in Ihrem Interesse.“

„Da hat Frau Marquardt vollkommen recht“, pflichtete Frau Saalfeld ihr bei. „Wir überlegen uns gemeinsam etwas.“

„Schön.“ Und damit verabschiedete sich Fiona. Beeindruckt sah der Chefkoch ihr nach – so viel Souveränität hätte er ihr nun wirklich nicht zugetraut.

Emma und Samia zogen sich gerade im Personalraum für den Dienst um.

„Ich habe gehört, Sie und Herr Kronleitner üben für ein Tanzturnier“, sprach das Zimmermädchen Samia an.

„Stimmt“, bestätigte Samia, und Emmas Augen wurden sehnsüchtig. Sie erzählte, dass sie als Kind gern Tanzunterricht gehabt hätte, allerdings wären ihre Eltern dagegen gewesen.

„Und wahrscheinlich wäre ich auch viel zu ungeschickt gewesen“, setzte sie seufzend hinzu. Die Masseurin widersprach und forderte das Zimmermädchen zu einem kleinen Tänzchen auf. Und in der Tat machte Emma ihre Sache gar nicht so schlecht. Bis Gregor unverhofft den Raum betrat. Wie gebannt starrte er seine Exfreundin an. Und auch Samia war sofort nicht mehr bei der Sache. Da trat das Zimmermädchen ihr heftig auf den Fuß. Samia strauchelte und landete – in Gregors Armen. Für den Bruchteil einer Sekunde versanken die beiden in den Augen des anderen, dann löste sie sich wieder von ihm.

„Entschuldige“, flüsterte sie überfordert.

„Kein Problem“, entgegnete er mit einem gezwungenen Lächeln. Ohne ein weiteres Wort stürzte sie hinaus.

Gregor musste sie nur anfassen, ihr in die Augen sehen … und sie vergaß alles. Samia war vollkommen durcheinander. Am liebsten hätte sie ihn nie wieder losgelassen. Dabei hatte sie gedacht, sie wäre auf einem guten Weg. Würde das denn niemals aufhören?

Und auch Gregor war überwältigt von den Gefühlen, die dieser kurze Moment der Nähe zu seiner Exfreundin ausgelöst hatte. Er musste noch einmal unter vier Augen mit ihr sprechen.

„Ich habe gleich den nächsten Termin“, wehrte die Masseurin sofort ab, als er in den Wellnessbereich platzte.

„Es ist aber dringend“, insistierte er. „Du musst mir zuhören. Bitte! Ich weiß, was ich dir angetan habe. Oder was du glaubst, dass ich dir angetan habe, indem ich Johann der Polizei ausgeliefert habe.“

„Ich will das nicht hören“, entgegnete sie.

„Du glaubst, ich habe nicht nur ihn verraten, sondern auch dich“, fuhr er fort. „Und dein Vertrauen missbraucht.“

„So ist es“, bestätigte sie trotzig.

„Ich weiß, dass zwischen uns viel passiert ist“, meinte er. „Und es tut mir leid. Ich wollte nicht, dass es jemals so weit kommt zwischen uns.“ Sie schluckte. „Aber ich gebe dich nicht auf. Ich kann nicht. Ich liebe dich, Samia. Ich liebe dich über alles.“ Sie hatte Tränen in den Augen. Stumm sah sie ihn an. „Und ich weiß, dass du mich auch liebst“, fuhr er fort. „Ich will nur eins: Wieder mit dir zusammen sein.“ Sie schüttelte unglücklich den Kopf.

„Das geht nicht“, hauchte sie.

„Ich habe nichts mit Jana Schneider“, beteuerte er nun. „Ich weiß nicht, wer dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat. Ich weiß nur, dass ich nicht ohne dich leben will. Bitte, Samia – lass es uns wenigstens versuchen. Gib unserer Liebe eine Chance!“ Sie musste sich abwenden, damit er nicht mitbekam, wie sehr seine leidenschaftlichen Worte sie aufwühlten. Wie gern hätte sie sich in seine Arme gestürzt …

„Ich vermisse dich ja auch“, gab sie leise zu.

„Lass es uns versuchen, bitte“, flehte er noch einmal.

„Und wenn es nicht klappt?“, hielt sie dagegen.

„Wir lieben uns“, beharrte er. „Wieso sollte es schiefgehen?“

„Wir haben es schon mal probiert, und da …“ Er ließ sie nicht ausreden.

„Hab ich es vermasselt, ich weiß“, klagte er sich selbst an. „Weil ich Angst hatte, ein Mörder zu sein, und nicht wollte, dass du daran zerbrichst.“ Er nahm ihre Hand. „Sag Ja, Samia. Bitte!“ Sie seufzte nur. „Liebst du mich?“ Stumm bejahte sie. „Ich dich auch. Mehr als alles auf der Welt. Ich weiß, dass wir zusammengehören. Wir kriegen das hin, sicher!“

„Es ist so viel kaputtgegangen zwischen uns“, hielt sie dagegen. „Ich weiß nicht, ich … ich kann das nicht … so von jetzt auf gleich.“

„Kannst du es dir denn wenigstens vorstellen?“, hakte er nach.

„Ja, natürlich!“, brach es aus ihr heraus. „Ich denke doch selbst ständig darüber nach. Aber ich habe Angst, dass es schiefgeht. Noch mal verkrafte ich das nicht. Ich … ich brauche Zeit, Gregor. Ich muss darüber nachdenken.“

„Du hast alle Zeit der Welt.“ Dass sie ihm überhaupt Hoffnung machte, war mehr, als er erwartet hatte. „Nimm sie dir. Hauptsache, ich darf noch hoffen.“

Viktoria half derweil ihrem Bruder, seine Sachen zu packen. Fürs Erste würde Felix zu ihr ziehen. Das Alleinsein in Johanns Haus setzte ihm allzu sehr zu.

„Der Tapetenwechsel wird dir guttun“, glaubte die Geschäftsführerin.

„Trotzdem werde ich nicht weniger an Vater denken“, seufzte der Restaurantleiter.

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