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Nein sagen

Inhaltsverzeichnis

  1. Hinweis zum Urheberrecht
  2. Impressum
  3. Vorwort
  4. Finden Sie in jeder Situation das passende Nein
    1. Typische Situationen erkennen
      1. Analysieren Sie die Umstände
      2. Kommen Sie sich auf die Schliche
      3. Wenn andere Ihnen „ein Bein stellen“
      4. Nein – ohne Pardon
      5. Erste Gegenmaßnahme: Fordern Sie Zeit
      6. Mögen Sie Märchen?
    2. Keine falschen Kompromisse
      1. Konfliktstile erkennen – und nutzen
      2. Wenn es nach einem Nein so weitergeht wie bisher
      3. Andere sind auch nur Menschen
    3. Helfen Sie sich selbst: Selbst-Coaching
    4. So meistern Sie unfaire Situationen
  5. Welcher Neinsager-Typ sind Sie?
    1. Typensache: Stolpersteine und Chancen
      1. Identifizieren Sie Ihre Antreiber
      2. Die fünf Neinsager-Stile
    2. Die Vermeider: „Sei lieb“
      1. So lernen Sie als Vermeider Neinsagen
      2. Ihr Nutzen als Vermeider beim Neinsagen
    3. Die Selbstverneiner: „Sei perfekt“
      1. So lernen Sie als Selbstverneiner Neinsagen
      2. Ihr Nutzen als Selbstverneiner beim Neinsagen
    4. Die Kämpfer: „Sei stark“
      1. So lernen Sie als Kämpfer Neinsagen
      2. Ihr Nutzen als Kämpfer beim Neinsagen
    5. Die Drängler: „Beeil dich“
      1. So lernen Sie als Drängler Neinsagen
      2. Ihr Nutzen als Drängler beim Neinsagen
    6. Die Jein-Sager: „Streng dich an“
      1. So lernen Sie als Jein-Sager Neinsagen
      2. Ihr Nutzen als Jein-Sager beim Neinsagen
    7. So nutzen Sie die Typisierungen
  6. Das richtige Nein – der wichtigste Schritt zu Ihrer Balance
    1. Bauen Sie innere Stabilität und Haltung auf
      1. Die Bedeutung von Stress für unser Leben
      2. Mit Kernkompetenzen Schwachstellen finden
    2. Sparen Sie Zeit – mit einem angemessenen Nein
      1. Definieren Sie Zeit für sich neu
      2. Externe Zeitfallen erkennen
      3. Interne Zeitfallen erkennen
    3. Prioritäten helfen, Grenzen zu ziehen
      1. Kontrolle ist besser
      2. Überprüfen Sie Ihre Prioritäten – regelmäßig
    4. Sagen Sie Nein – das schenkt Energie
    5. Wenn Sie dennoch keine Balance finden
  7. Positiv abgrenzen: So sagen Sie konstruktiv Nein
    1. Grenzen akzeptieren oder erweitern
      1. Grenzen überschreiten, indem man Fallen erkennt
      2. Von sich selbst lernen
    2. Nein – nicht gegen andere, sondern für sich selbst
    3. Seien Sie klar und deutlich
      1. Die Aufmerksamkeit nutzen
      2. Die Furcht bannen
    4. Würdigen Sie den anderen
      1. Der andere ist anders
      2. Ihr Ziel im Auge
      3. Respekt als Basis
      4. Verständnis entwickeln
      5. Nutzen Sie die Fragetechnik
    5. Bieten Sie Wahlmöglichkeiten an
      1. Mit Kreativität die Ja-Nein-Polarität erweitern
      2. Neue Wege beschreiten
    6. Nutzen Sie die Sprache Ihres Körpers
      1. Die nichtsprachlichen Elemente einsetzen
      2. Das ganze Repertoire an Körpersprache nutzen
      3. Eigene Körpersignale deuten
      4. So wirken Sie authentisch
      5. Energie spüren
  8. Zusätzliche Kompetenzen: So kommen Sie weiter
    1. Nicht alles geben – Smalltalk
      1. Nützliche Randgespräche
      2. Themen lauern überall
    2. Gönnen Sie sich Genuss
      1. Leistung durch Power-Pausen
      2. Planen Sie Zeitinseln ein
    3. Motivation ist die halbe Miete
      1. Motivieren Sie sich selbst zur Veränderung
      2. Der positive Kreislauf der Motivation
      3. Entwickeln Sie Routinen
    4. Tun Sie sich mit anderen zusammen
    5. Sagen Sie, was Sie wollen
      1. Positiv formulieren
    6. Strategien für Fortgeschrittene
    7. Positiv Grenzen setzen – in sieben Tagen
    8. Ausblick
  9. Literatur
  10. Die Autorin
  11. Weitere Literatur
  12. Stichwortverzeichnis
  13. Arbeitshilfen online

[1]

Hinweis zum Urheberrecht

Abbildung

Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

Vorwort

Global denken, sich grenzenlos bewegen – das wollen wir alle. Aber gleichzeitig erleben wir auch Zwänge: Wir müssen uns täglich beweisen, um unseren Job nicht zu verlieren. Wir möchten unseren Kunden unsere Dienstleistung verkaufen. Wir wollen kooperativ im Team arbeiten. Und daheim brauchen wir Harmonie, um aufzutanken. Da scheint es kaum möglich zu sein, sich abzugrenzen, Nein zu sagen.[2]

Und dann gibt es noch die Mitmenschen, die uns ein Ja abjagen, ohne dass wir es wollen: die Verkäuferin, die uns eine teure Gesichtscreme aufschwatzt, die Chefin, die uns zusätzliche Arbeit auf unseren Schreibtisch schiebt, oder ein Freund, der seine Bitte so nett verpackt, dass wir sie erfüllen.

Neinsagen ist tabu. Zwar nehmen wir uns hier und da Freiheiten. Aber nicht immer erlauben wir es uns, die Grenzen, die wir brauchen, offen und deutlich auszusprechen. Doch gerade das wäre wichtig, damit es uns gut geht und damit wir innovativ und zielorientiert arbeiten (und leben) können.

Wie Neinsagen gelingt, zeigt dieser Taschen-Guide. Lernen Sie, die Situationen zu erkennen, in denen Sie bisher ein Nein versäumt haben, und fangen Sie an, sich auf Ihre höchstpersönliche Weise positiv abzugrenzen und weiterzukommen.

Monika Radecki

Finden Sie in jeder Situation das passende Nein

Wir alle kennen Situationen, in denen uns das Nein nicht über die Lippen kommt, oder in denen nach einem Nein alles beim Alten bleibt.

In diesem Kapitel lesen Sie,

  • wie Sie lernen, Nein zu sagen, obwohl Sie Ja sagen möchten,

  • wie Sie herausfinden, in welchen Situationen Ihnen das passiert, und wie Sie es ab sofort besser machen können und

  • wie Sie innere Konflikte erkennen und mit ihnen umgehen können.

Typische Situationen erkennen

[3]

Im täglichen Leben gibt es viele Gelegenheiten, in denen es sinnvoller und besser wäre, Nein zu sagen.

Analysieren Sie die Umstände

Beispiel

Herr M. hat seit Wochen zu viel zu tun. Dass sein Schreibtisch zu voll ist, liegt nicht an ihm. Seit seine Kollegin erkrankt ist, stapeln sich die Aktenberge. Sein Kollege L. steht morgens in seinem Büro mit einem dringenden neuen Projekt. „Ja, das sehe ich ein“, sagt Herr M., „das gehört in meine Zuständigkeit.“

Kennen Sie Gesprächssituationen, in denen Ihr Gefühl sagt: Da läuft etwas verkehrt. Aber bevor Sie wissen, was das sein könnte, ist die Lage schon entschieden – der andere ist „sein Problem“ losgeworden. Sie haben es auf dem Tisch. Erst später fällt Ihnen ein: Ein einfaches Nein hätte gereicht. Oftmals geht es gar nicht um ein striktes Nein, zum Beispiel in Situationen, in denen es zu konflikthaft wäre, solche scharfen Grenzen zu ziehen. Das harsche Nein ist gar nicht nötig, wenn ein deutliches „Jetzt nicht“ reicht. Manche Menschen reagieren schlagfertig und prompt – sogar in Überrumpelungssituationen. Was aber tun, wenn man selbst nicht so schlagfertig ist? Analysieren Sie Überrumpelungssituationen, in denen Sie unbedacht Ja gesagt haben. Überlegen Sie, wie Sie besser reagiert hätten. Wenn Ihnen das schwer fällt, sollten Sie sich Unterstützung holen, etwa bei einem guten Kollegen oder bei einem vertrauten Menschen. Beim nächsten Mal werden Sie eine solche Situation aktiver gestalten.

Kommen Sie sich auf die Schliche

Ich möchte Ihnen eine Reihe von Situationen vorstellen, in denen ein Nein ungesagt blieb. Einige werden Ihnen bekannt vorkommen. Und warum diese Erkundungstour? Kennen wir unsere typischen Fallen, dann können wir sie umgehen – wir können sogar einen ganz anderen[4] Weg einschlagen. Oft wissen wir, dass wir eine Gewohnheit haben, die uns nicht gut tut. Und leider schauen wir dort – ebenso gewohnt – nicht so genau hin. Das bringt einen vorübergehenden Vorteil: Wir nehmen unsere Schwächen kaum wahr. Aber diese Unschärfe „kostet“ auch: Wir machen dasselbe wieder und wieder. Stopp! Lehnen Sie sich einen Moment zurück: Identifizieren Sie die Situationen, in denen Sie regelmäßig ein Nein versäumen, das angebracht gewesen wäre.

Wichtig

Wie viel Energie kostet Sie das zusätzliche Projekt (das Ihr Kollege Ihnen aufs Auge drückt), das verschwendete Geld (über eine unnötige Ausgabe, die Sie sich haben aufschwatzen lassen), das Ärgern darüber …? Wie würden Sie gern all diese gesammelte Energie nutzen?

Falle 1: Selbstbild „umsichtige Führungskraft“
Beispiel

Zum Führungsstil von Frau K. gehört, dass sie ein offenes Ohr für die Belange ihrer Mitarbeiter hat. Nicht nur, weil sie ein netter Mensch und eine umsichtige Führungskraft ist. Sondern sie weiß, dass sie damit Zeit investiert, um zu erfahren, was in der Abteilung los ist. Heute steht sie total unter Druck. Sie weiß nicht, wo sie anfangen soll. Außerdem fehlt ihr der Nerv, weil gerade ein Anruf kam, dass ihre Mutter im Krankenhaus ist. Nun hat Herr S. ein Anliegen, und Frau K. hat gar nicht den Kopf, um zu fragen: „Ist es wirklich so dringend? Worum geht's genau?“ Also winkt sie Herrn S. ins Zimmer, setzt ein geschäftsmäßiges Gesicht auf und verdrängt ihre persönlichen Sorgen.[5]

Im Alltag gestatten sich manche Menschen nicht, ihre eigenen Schwächen einzugestehen, sie überfordern sich damit in guter Absicht. Sie haben das Gefühl, ihre Rolle nicht auszufüllen, ihren Job nicht gut oder sich angreifbar zu machen, wenn sie zugeben, dass ihre Grenze in dem Augenblick erreicht ist. Mit etwas Abstand würden sie (und Frau K.) schnell sehen: Neinsagen ist viel häufiger möglich, als wir denken. Wichtig ist dabei, den anderen sein Gesicht wahren zu lassen. Frau K. hätte das Anliegen von Herrn S. würdigen können. Dann hätte sie aber um Verständnis für ihre Situation gebeten (und sie nicht näher erläutert) – eine angemessene, verständliche Grenze. Herr S. hätte ihr das wahrscheinlich nachgesehen, selbst wenn er dadurch, dass seine Frage zunächst unbeantwortet bleibt, etwas ausgebremst wird.

Falle 2: Harmoniestreben

Manches Nein könnte sympathisch rüberkommen, wenn man es denn so äußern würde. Oft tun wir jedoch das Gegenteil. Vor allem im Privaten möchten wir mit Zustimmung oder einem Gefallen verhindern, dass die Harmonie gestört wird – oder noch schlimmer: dass wir es sind, die die Harmonie durch unsere Ablehnung stören. Oder wir sagen erst Nein, knicken dann aber ein und stimmen halbherzig doch zu. Aber eine solche Rechnung geht selten auf, weder privat noch beruflich. Wenn wir tun, worum man uns bittet oder wovon wir meinen, dass es der Harmonie dient, ohne dass wir selbst es wollen, sind wir häufig über die Konsequenzen enttäuscht: Kein Himmel geht auf. Keine Fanfaren ertönen. Dabei ist es manchmal recht einfach, mit einem Augenzwinkern „Nö“ zu sagen, sich abzugrenzen und damit sogar dem anderen Menschen zu vermitteln: „Sie sind mir trotzdem sympathisch.“[6]

Falle 3: Perfektionismus

Manchmal muss man nicht Nein zu jemand anderem sagen, sondern zu einem blockierenden Anteil in sich selbst. Es geht nicht immer darum, anderen Grenzen zu setzen, sondern darum, aufzupassen, dass man nicht in eine eigene Falle tappt.

Beispiel

Frau B. erlebt eine äußerst stressige Phase im Job. Die ganze Produktion muss fertig gestellt werden. Und dann hat der wichtigste Kunde eine Anfrage – die kann Frau B. nicht liegen lassen. Ihre größte Falle, das weiß sie, ist ihr Perfektionismus. Frau B. bearbeitet also die Anfrage, ohne Rücksicht auf ihre sonstige Arbeit. Sie holt sich keine Unterstützung im Team oder beim Vorgesetzten und macht einen kostenintensiven Fehler.

Es erfordert Übung, sich selbst Grenzen zu setzen. Für den einen ist es eine echte Mutprobe, seinem inneren Perfektionisten Stopp zu sagen. Und für jemand anderen kann es sehr wichtig sein, seinem inneren Schweinehund Beine zu machen und in einer entscheidenden Situation aktiv zu werden. Wer diesen Schritt tatsächlich geht, sieht bald: Das lohnt sich, und manchem Fehler beugt man damit effektiv vor.[7]

Falle 4: Rollenkonflikte

Vielleicht kennen Sie auch das: Manches Nein ergibt sich aus einem Zusammenhang, den man nicht allein verantwortet. Wir „spielen“ in unserem Berufs- und Privatleben viele Rollen. Allein im Beruf sind wir zum Beispiel:

  • die eigene Persönlichkeit,

  • Träger einer Funktion (z. B. Vertriebsmitarbeiter),

  • Inhaber einer hierarchischen Stellung innerhalb des Hauses (z. B. Leiter der Vertriebsabteilung),

  • Vertreter des Hauses nach außen,

  • außerdem Kollege

  • und Teilnehmer beim Abteilungsstammtisch.

Einige dieser Rollen nehmen wir gleichzeitig ein. Nun kann es passieren, dass wir als Führungskraft unterwegs sind, uns aber bei einer Frage eines Mitarbeiters als private Persönlichkeit angesprochen fühlen – oder umgekehrt. Die Rollen stehen mit unterschiedlichen Interessen, Zielen und Stilen in Verbindung. Und so kann es vorkommen, dass wir Nein sagen müssen, weil ein Konzept es so erfordert, obwohl die innere Stimme Ja sagen möchte. Da hilft es, sich seine Rollen und die entsprechenden unterschiedlichen Ziele bewusst zu machen – denn ohne diese „Rollenklärung“ werden wir konfus. Das ist so, als hätten wir mehrere vitale Hunde an der Leine, die uns in entgegengesetzte Richtungen ziehen. Man vergisst dann manchmal, dass man selbst eigentlich Herr der Lage ist und vorgeben sollte, wo es langgeht.

Beispiel

Herr Z. ist Zeitschriftenredakteur. In seiner Redaktion ruft Autor B. an, dem er Tage vorher einen Beitrag abgesagt hatte. B. argumentiert und streitet. Herrn Z. liegt das Thema von B. persönlich am Herzen, aber der Beitrag passt einfach nicht – das wurde auf einer Konferenz entschieden. Herr Z. dreht und wendet sich, bleibt beim Nein und wird Zielscheibe der ganzen Enttäuschung von B. Nach dem Telefonat fühlt sich Herr Z. völlig ausgebrannt.[8]

Herrn Z. wäre die Situation leichter gefallen, wenn er sich klar gemacht hätte, um welche seiner vielen Rollen es hier geht. Dann wären ihm die richtigen Worte eingefallen, mit denen er deutlich gemacht hätte: Er hat persönliche Vorlieben, der Bedarf für die Zeitschrift ist aber leider ein deutlich anderer.

Wichtig

Lernen Sie, spontan einen klaren Blick auf Ihre Situation zu werfen. Nehmen Sie dann Einfluss, wo Sie können; und kämpfen Sie nicht gegen etwas an, das Sie nicht ändern können.

Wenn andere Ihnen „ein Bein stellen“

Nicht nur wir selbst können uns ein Bein stellen, andere – oder die Umstände – tun es auch.

Falle 5: Fehleinschätzung

Vielleicht kennen Sie auch diese Version eines versäumten Neins: Man traut Ihnen etwas nicht zu. Aber es kann sein, dass der Grund nicht in Ihrer Leistung liegt oder in einem Fehler, den Sie in der Vergangenheit gemacht haben, sondern schlicht in der Bewertung durch eine andere Person.

Beispiel

Frau C. kommt nach dem zweiten Erziehungsurlaub zurück in den Job. Sie ist sehr motiviert und will wieder durchstarten. Die ersten zwei Teambesprechungen laufen freundlich ab – sie arbeitet sich noch ein. Als sie in der dritten Teambesprechung, in der e

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