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Nahtoderfahrung einer Komapatientin

S. Schumann

Nahtoderfahrung einer Komapatientin

Erfahrungsbericht - hautnah


Dieses Buch widme ich all den lieben Menschen, die immer fest an mich glaubten und niemals daran zweifelten, dass ich die in diesem Buch beschriebene Odyssee überleben würde. Ich danke meinem Pfarrer, der mich täglich im Krankenhaus besuchte und immer ein offenes Ohr für mich hatte. Danke für die Wärme und die vielen netten Worte. Ein herzlicher Dank geht auch an meinen Lieblingspfleger, der sich stets für mein Wohl eingesetzt und sich auch in hektischen Zeiten liebevoll um mich gekümmert hat - einem einzigartigen Menschen, der seinen Beruf mit Herz und Verstand ausübt. Ganz besonders möchte ich mich bei den beiden wichtigsten Menschen in meinem Leben bedanken: Meinen Eltern, die fast rund um die Uhr an meinem Bett standen und sich aufopfernd und liebevoll um mich gekümmert haben. Ich danke Euch. Vor allem aber danke ich dem Licht, das mich seit meiner Nahtoderfahrung stets begleitet. Und ich danke jedem einzelnen großartigen Tag, an dem ich leben darf. Das Leben ist wunderbar.


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Mein Leben vor der Nahtoderfahrung

Im Strudel des Lebens. Der ganz alltägliche Wahnsinn?

 

Mein Leben schien in ganz normalen Bahnen zu verlaufen, mit der üblichen Alltagsroutine eines erwachsenen „Normalmenschen“ (oder Arbeitstieres) in den westlichen Industriestaaten - bis sich plötzlich im Jahre 2008 alles von heute auf morgen komplett änderte. Das Lebensgerüst, an dem ich, wie die meisten Menschen auch, jahrelang festhielt, brach auseinander. Es fiel buchstäblich wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Was war also passiert?

 

Als Chefsekretärin, die täglich bis zu zehn Stunden arbeitete - was heutzutage auch trotz der hohen Arbeitslosenzahlen des Öfteren der Fall ist, habe ich aufgehört zu spüren und stattdessen begonnen, täglich immer wieder aufs Neue zu funktionieren.

 

Morgens wurde ich sehr früh vom schrillen Klingeln meines Weckers geweckt. Noch nicht richtig aufgewacht, ging es ins Bad, danach noch schnell eine Tasse Kaffee und dann im Eilschritt zum Auto. Nach einer halbstündigen Fahrt ins Büro musste ich mir erst meinen Parkplatz ergattern, der alltägliche Machtkampf am frühen Morgen.

 

Endlich im Büro angekommen, wurde der Kaffee für den Chef gekocht; für mich blieb natürlich auch eine Tasse, um endlich richtig aufzuwachen und durch die ausreichende Koffeinzufuhr den Tag fit zu überstehen. Nachdem der Anrufbeantworter abgehört  und alle Faxe und E-Mails ausgedruckt waren, ging der stressige Alltag erst richtig los. Ich erledigte alleine die Arbeit, für die früher zwei Sekretärinnen eingestellt waren, aber ich traute mich nicht den Mund aufzumachen, denn überall in der Presse hörte man Horrorgeschichten über die erschreckend hohen Arbeitslosenzahlen. Also hieß es auch für mich: Klappe halten, funktionieren und weitermachen wie bisher.

 

Irgendwann gibt es wieder bessere Zeiten, so dachte ich. Ich sah, wie sich auch meine Mitmenschen im Job nur so abstrampelten und erkannte diese Tatsache als ganz selbstverständlich und normal an. Es machen schließlich alle so, dann muss es ja korrekt so sein, glaubte ich. Oder war vielleicht doch nicht so normal wie angenommen? Jeden Tag arbeitete ich mich durch die Unterlagen und freute mich täglich auf den wohl verdienten Feierabend. Dieser war allerdings oftmals erst nach zehnstündiger Dauerarbeit ohne Mittagspause erreicht. Als ich abends endlich das Büro verließ, war es schon dunkel draußen.

 

Ich fuhr allerdings nicht direkt nach Hause um zu entspannen, sondern machte einen Zwischenstopp im Fitnessstudio, denn der neue Fitnesswahn ist auch an mir nicht spurlos vorbeigezogen. Außerdem war ich davon überzeugt, meinem Körper etwas Gutes zu tun. Ich powerte mich also gründlich auf dem Stepper sowie an den Geräten aus und besuchte Gymnastikstunden, in der Hoffnung, fit, gesund und energiegeladen in den nächsten Tag starten zu können. Ich sah die vielen Menschen, die sich auf den Laufbändern den Schweiß von der Stirn wischten oder sich an den vielen Kraftgeräten verausgabten. Ich tat es ihnen gleich, denn Sport ist eben nicht Mord.

 

Total erschöpft und müde fuhr ich nun endlich vom Fitnessstudio nach Hause. Inzwischen war es schon nach zehn Uhr abends und mein Magen knurrte. Das belegte Brötchen, das ich mir morgens noch schnell zuhause zubereitet hatte, und das süße Hörnchen vom Bäcker, das ich mir zwischendurch gekauft hatte, konnte ich, wie fast jeden Tag, nicht richtig genießen, sondern habe beides zwischendurch schnell hineingezwängt, denn mehr als nur einige wenige Minuten Pause auf der Arbeitsstelle blieben mir auch heute wieder nicht. Ich wärmte mir am Abend also schnell etwas in der Mikrowelle auf, denn zum Kochen war es schon zu spät und ich viel zu müde. Nach dem Essen ging ich sofort schlafen.

 

Trotz aller Müdigkeit konnte ich vor lauter Ruhelosigkeit nicht einschlafen. Fragen über Fragen gingen mir durch den Kopf. Habe ich die Bürotür ordnungsgemäß abgeschlossen? Hat der Chef die Präsentationsmappe für sein morgiges Meeting auch wirklich dabei? Sind die Rechnungen geschrieben? Habe ich den Beitrag fürs Fitnessstudio für diesen Monat schon überwiesen?

 

Endlich fand ich nun doch noch meinen ersehnten Schlaf, aber es dauerte nicht lange bis der Wecker klingelte, und der ganz normale Wahnsinn begann von vorn: die gleiche Hektik, derselbe mürrische Chef, die überforderten Kollegen, die müden Gesichter morgens beim Bäcker- ein ganz normaler Alltag eben.

 

Was mich allerdings damals schon beunruhigte war die Tatsache, dass nicht nur mein eigener Alltag so hektisch und stressig verlief, sondern auch das Leben und der Alltag meiner Mitmenschen so oder so ähnlich vonstattenging.  Egal, wo ich auch hinsah, in aller Munde waren die Worte Hektik, Stress und müde zu hören.

 

Obwohl ich mich auf die Wochenenden freute, sahen auch diese oftmals nicht weniger stressig aus. Auch samstags klingelte der Wecker, denn die Lebensmitteleinkäufe mussten vormittags erledigt werden. Danach noch die Wohnung putzen, den Schreibkram erledigen und die liegengebliebenen Dinge aufarbeiten. Dann noch kurz einen kleinen Snack zu Mittag, damit ich es rechtzeitig zum Kurs in die Volkshochschule schaffte, denn berufliche Weiterentwicklung am Wochenende gehörte ja schließlich zum guten Ton.

 

Die Abende an den Wochenenden waren für Freunde reserviert, um Essen zu gehen und sich zu unterhalten. Auch hier kreisten häufig die Themen rund um den Job und die unerledigte Arbeit. Abschalten am Wochenende - fehl am Platz. Während sich jeder über seine Arbeitsstelle, den Partner, die (Fehl-)Erziehung der Kinder und den Stress ausließ, merkte ich immer deutlicher, in welcher Schieflage sich unsere Gesellschaft befand. Es schien in zu sein, Stress zu haben und kurz vor einem Nervenzusammenbruch zu stehen.

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