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Nach Paris - der Liebe wegen: Roman

Alfred Bekker, W. A. Hary

Nach Paris - der Liebe wegen: Roman

Cassiopeiapress Unterhaltung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Nach Paris – der Liebe wegen

Liebesroman von Alfred Bekker und W. A. Hary

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Authors

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Im stampfenden Rhythmus der Musik gingen die grazilen Models über den Catwalk. Ein Blitzlichtgewitter empfing sie, während sie sich drehten und wendeten, um schließlich wieder hinter den Kulissen zu verschwinden.

Für mich als Reporterin der Zeitschrift Trendy Look waren die großen Modeschauen in Paris und Mailand natürlich Pflicht, und so war ich zusammen mit einem unserer Fotografen nach Mailand geflogen, bewaffnet mit einem kleinen Block für Notizen und einem Diktiergerät, mit dem sich notfalls auch ein Kurzinterview führen ließ.

Schließlich konnte ich davon ausgehen, dass ich bei Anlässen wie diesem die mehr oder weniger komplette Prominenz der Branche traf.

Dieses Mal hatte mich nicht unser Starfotograf Marc Janssen auf meinem Trip nach Mailand begleitet, sondern Peter Jürgens, ein introvertierter Mittdreißiger, der in seiner zerschlissenen Jeans und dem Second-Hand-Jackett nicht gerade so aussah, als würde er sein Geld mit Modefotografie verdienen.

Mit Peter hatte ich noch nicht zusammengearbeitet. Im Augenblick hatte ich ihn etwas aus den Augen verloren und hoffte, dass seine Bilder am Ende auch brauchbar waren.

Bei Marc hätte man sich darauf hundertprozentig verlassen können, aber er war leider für diesen Termin wegen eines anderen Shootings unabkömmlich gewesen.

Es gab auch noch einen weiteren, ganz privaten Grund, Marcs Abwesenheit zu bedauern. Er war ein außerordentlich attraktiver Mann, blondes Haar, gebräunter Teint, breite Schultern und ein Blick, der einem durch und durch ging.

Es hatte bereits ziemlich geknistert zwischen uns und ich war recht optimistisch, dass aus der Sache noch mehr werden würde als nur ein flüchtiges Glück.

Wieder stolzierten neue Models auf den Laufsteg. Die Kleider, die sie vorführten, folgten einer für meinen Geschmack sehr konservativen Linie. Mir fehlte da etwas der Pepp und bei manchen Sachen hatte man das Gefühl, sie schon einmal gesehen zu haben.

Ich machte meine Notizen, als ich plötzlich den Geruch eines After Shave in der Nase hatte. Es roch angenehm. Der Träger - ein Mann von Anfang bis Mitte dreißig, dunkelhaarig und mit braunen Augen - hatte sich einfach auf den Platz neben mir gesetzt, der bis dahin frei geblieben war. Eigentlich war er für meinen Fotografen Peter Jürgens reserviert, doch der hatte ihn bisher nicht in Anspruch genommen.

Wahrscheinlich ein Kollege, dachte ich und hatte nichts dagegen. Wenn jetzt Peter Jürgens her kam, hatte er wohl Pech gehabt, aber das war dann nicht meine Sache, beschloss ich spontan. Ich betrachtete den mir Fremden mit verstohlener Neugierde: Es sah ganz so aus, als wäre er schlicht und ergreifend zu spät gekommen, aber ich muss es leider sagen, welchen Reporter hätte das schon jemals davon abgehalten, anschließend trotzdem einen sehr ausführlichen Artikel zu schreiben?

Selbst dann, wenn man von dem Ereignis, über das man berichtete, bestenfalls die Hälfte mitbekommen hatte.

Ich konnte diese Vorgehensweise weder gutheißen noch leiden, aber andererseits wusste ich sehr wohl, dass sie in meiner Branche ausgesprochen weit verbreitet war. Nicht immer waren daran nur die Kollegen Schuld, auch der Termindruck bei den Abgabeterminen in den Redaktionen tat dazu ein Übriges.

Der dunkelhaarige Mann schaute mich an. Unsere Blicke trafen sich und verschmolzen für einen kurzen Moment miteinander.

Er entschuldigte sich auf Französisch, eine Sprache, die ich sehr gut beherrsche. Das war eine der Einstellungsvoraussetzungen bei Trendy Look gewesen.

Der Dunkelhaarige trug ein Glas in der Rechten und beplemperte damit mein eng anliegendes Businesskostüm, das ich an diesem Tag trug.

So hatte er schon wieder Gelegenheit, sich zu entschuldigen: "Pardon, Madame! Ich bin untröstlich."

Jedem anderen wäre ich trotzdem dafür sprichwörtlich an die Gurgel gegangen. Schließlich hatte ich es neu und fand, dass es mir besonders gut stand, aber der Blick dieser braunen Augen besänftigte mich noch bevor ich meinem Ärger so richtig Luft machen konnte.

"Kein Problem", behauptete ich also in seiner Muttersprache und bekräftigte diese Lüge auch noch mit einem freundlichen Lächeln.

Er erwiderte das Lächeln ein wenig schief. Offensichtlich war er sehr verlegen wegen dem kleinen Missgeschick. Tolpatschigkeit schien nicht sein übliches Verhalten zu sein.

Davon abgesehen wunderte es mich, wie er es geschafft hatte, ein Sektglas ausgerechnet in den Showroom zu schmuggeln, wo es eigentlich nicht üblich war, etwas zu trinken.

Ich sprach es in meiner manchmal ziemlich direkten Art an: „Ich habe gar nicht mitbekommen, dass es hier etwas zu trinken gibt!“, auch um mich selber von dem kleinen Missgeschick abzulenken. Genauer betrachtet war es wirklich nicht so schlimm wie ich es zunächst empfunden hatte. Man konnte es schon gar nicht mehr sehen. Oder redete ich mir das nur selber erfolgreich genug ein?

Ich blinzelte und hoffte, er möge es nicht so auslegen, dass ich ein wenig verwirrt war. Um meine Gedanken zu ordnen, dachte ich wieder an die Tatsache, dass er als einziger ein Sektglas in der Hand hielt: Es wäre wirklich die erste Show in Mailand gewesen, bei der es während der Vorführung Sekt gegeben hätte. Im Anschluss war ein Buffet geplant – aber hier, im sogenannten Showroom, mit einem vollen Glas aufzutauchen, das war schon ausgesprochen frech.

Er lächelte. Diesmal sah es offen aus - und überaus sympathisch obendrein. Ich musste wieder ein wenig blinzeln, als würde ich zur Kurzsichtigkeit neigen und konnte es nicht verhindern. Leider. Und an einer möglichen Kurzsichtigkeit lag es absolut nicht. Das hätte ich gewusst...

„Ich hatte mich verlaufen und geriet aus Versehen in den Salon fürs Buffet“, meinte er und es klang ehrlich.

Ich konnte nicht anders, als sein Lächeln zu erwidern. Er hatte einfach etwas an sich, das sich schwer in Worte fassen ließ und was bewirkte, dass ich für Sekunden wie hypnotisiert war.

Gott, was ist los mit dir?, tadelte ich mich insgeheim dafür. Aber es gelang mir wenigstens, völlig gelassen zu wirken und ihn sogar ein wenig... zu tadeln, wenn auch eher scherzhaft gemeint:„Lässt man nicht eigentlich die Finger vom Buffet, wenn einem so etwas passiert?“, fragte ich und kam mir auf einmal trotz der gespielten Gelassenheit wegen diesem Versuch, scherzhaft zu tadeln, irgendwie entsetzlich lächerlich vor. Wie schaffte dieser Fremde es, mich dermaßen aus dem Konzept zu bringen? Das war absolut ungewöhnlich. Nur weil er verbotener Weise ein Glas Sekt hierher geschmuggelt hatte, eigentlich auf dem Platz meines Fotografen saß und mich obendrein auch noch mit Sekt bekleckert hatte?

Wieso wies ich ihn nicht endlich zurecht, wie es sich gehörte und erklärte ihm lapidar, dass der Platz reserviert sei? Obwohl Peter Jürgens ihn offensichtlich gar nicht benötigte, weil er es vorzog, seine Fotos aus anderer Perspektive zu schießen.

Aus welcher eigentlich?

Irgendwie interessierte mich das gar nicht mehr so sehr. Ich schaute lieber diesen Fremden an.

Er zuckte die Achseln. „Pardon, ich konnte einfach nicht widerstehen“, gestand er. „Das ist manchmal so bei mir.“

„Nur, was Sekt angeht?“ He, was soll diese Frage überhaupt?, dachte ich erschrocken.

Er merkte es gar nicht und behauptete stattdessen im Brustton der Überzeugung: „Ehrlich gesagt, ich mag weder Champagner noch Sekt.“

Jetzt bekam ich wieder ein wenig Oberwasser und fühlte mich gleich besser:

„Und da Sie schon den Salon mit dem Showroom verwechselt haben, konnten Sie auch den Sekt nicht vom Mineralwasser unterscheiden – oder wie soll ich das verstehen?“

„Touché, Mademoiselle! Ich mag Frauen mit Esprit!“

Mein Lächeln blieb betont unverbindlich: „Immerhin mussten Sie eine Flasche öffnen, ohne den Korken knallen zu lassen! Das hätten Sie mit Orangensaft leichter haben können!“

Er zuckte die Achseln und wich meinem gnadenlos forschenden Blick aus. Aber nur kurz. Dann konnte er sogar wieder lächeln und mir rieselte es aus unerfindlichen Gründen kalt den Rücken herunter. Es war noch nicht einmal unangenehm, dieses Gefühl und beinahe schämte ich mich dafür. Dieses Lächeln aber auch...

„Leider gab es nur Sekt. Der Rest der Getränke war noch nicht in den Salon gebracht worden.“

Irgendwie drang seine Stimme wie durch Watte zu mir hin. Ich brauchte Kraft, um nach wie vor souverän zu wirken und mein Lächeln unverbindlich bleiben zu lassen: „Ich glaube, Sie werden es noch weit bringen, Monsieur.“

„So?“ Seine Überraschung war echt.

Ich ließ ihn ein paar Sekunden lang zappeln, ehe ich ausführte: „Sie scheinen um keine Ausrede verlegen zu sein und bringen daher die besten Chancen für eine große Karriere in fast allen Bereichen mit.“

Das saß. Mein inneres Gleichgewicht war wieder hergestellt, mein Lächeln war jetzt wirklich unverbindlich und sah nicht nur so aus und er war doch tatsächlich ein wenig unsicher. Oder gehörte das zu irgendeiner Masche? Bei einem so gut aussehenden Mann musste man schließlich als Frau mit allem rechnen...

Er trank das halbe Glas leer – und zwar auf eine Weise, die es nicht besonders glaubwürdig aussehen ließ, dass ihm Sekt so zuwider war und ließ den Blick über das Geschehen auf der Bühne schweifen.

„Bei dem, was ich tue, gibt es keine Ausreden“, sagte er. Es klang sehr seltsam in meinen Ohren. Nein, das war keine Unsicherheit, was ich an ihm sah. Aber was war es sonst? Eine Spur Wehmut gar? Und wieso - bei einem solchen Mann? Ich vergaß, weiter zu lächeln und lauschte den folgenden Worten, die mir sogar noch seltsamer anmuteten: „Es gibt nur gut oder schlecht, neu und schon mal da gewesen – erfolgreich oder Flop. Dazwischen ist nichts und die Gründe dafür, dass man gescheitert ist, interessieren niemanden.“

Er und gescheitert? Oder drückte das nur Angst vor möglichem Scheitern aus?

Ich betrachtete ihn und versuchte, aus seinen Worten - überhaupt aus dem ganzen Mann, als der er hier neben mir saß - klug zu werden. Dabei wunderte ich mich ein bisschen über mich selbst: Wieso interessierte es mich denn überhaupt?

Er nippte noch einmal an seinem Glas.

Ich bemerkte, dass sich sein Gesicht veränderte. Was war nun wieder los mit ihm?

Er wirkte ausgesprochen konzentriert. Seine dunklen Augen verengten sich etwas.

Der Blick eines Kenners?, fragte ich mich unwillkürlich.

Mir fiel ein, dass ich noch nicht einmal nach seinem Namen gefragt hatte und beschloss, dies nachzuholen. Auch darüber wunderte ich mich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht. Später redete ich mir ein, es sei in erster Linie wegen dem verschmutzten Kostüm gewesen. Außerdem: Vielleicht hatte ich ja bereits von ihm gehört oder gelesen? Es war doch immer wichtig, zu wissen, was in der Branche ablief und wer die Menschen waren, die dabei mehr oder weniger das Sagen haben, nicht wahr?

Die Modeszene ist weltweit gesehen sowieso eine Art Dorf. Ein paar hundert Menschen, die sich an verschiedenen, aber immer denselben Plätzen ein paar Mal im Jahr treffen. Paris, Mailand – Mailand, Paris. Und dazwischen vielleicht mal kleinere Abstecher nach New York, London, Hamburg oder seit einiger Zeit auch nach Moskau oder Tokio. Das war es dann schon.

Ich öffnete den Mund, wollte ihn gerade ansprechen, da sagte er etwas, von dem ich trotz meiner Französischkenntnisse kein Wort verstand, denn in diesem Augenblick brandete wieder Beifall auf.

Ein höflicher Beifall der Erleichterung, wie ich fand. Wirkliche Begeisterung war nicht zu spüren, aber immerhin war dieser Beifall laut genug gewesen, um die Worte meines Gegenübers zu übertönen.

„Was haben Sie gesagt?“, fragte ich also.

„Nicht viel los dieses Jahr, nicht wahr?“, meinte der Franzose.

„Wie schön, dass Sie das schon nach so kurzer Zeit bemerken“, antwortete ich in meinem besten Französisch. Dieses Französisch war gut genug, den leichten Spott herüber zu bringen, den ich für einen Kollegen übrig hatte, der über diese Show zu urteilen vermochte, obwohl er kaum etwas davon mitbekommen haben konnte. Allerdings reichte es wohl nicht, um meine Herkunft zu verbergen. Mein Akzent verriet mich.

Aber passte dieses fast schon etwas anmaßende Auftreten nicht ganz zu einem, der dreist genug war, sich aus dem Buffet-Salon ein Glas Sekt zu stibitzen?

Ich wusste nicht, ob ich jetzt deshalb so bemüht kritisch über ihn dachte, um meine Selbstsicherheit zu stärken. Ich dachte noch nicht einmal darüber nach, denn er lenkte mich davon ab: „Für welche Zeitschrift arbeiten Sie in Deutschland?“, fragte er.

„Für Trendy Look", antwortete ich spontan und eigentlich gegen meinen Willen. Als hätten sich meine Lippen selbständig gemacht. Wie kam ich dazu, dem Fremden Rede und Antwort zu stehen, der es noch nicht einmal nötig hatte, sich vorzustellen, während er auf dem Platz eines anderen saß? Mehr noch: Ich ließ mich dazu hinreißen, zu fragen: "Ich nehme an, Sie haben noch nie etwas von diesem Titel gehört?“

„Doch, durchaus." Es klang ehrlich, aber ich war nicht sicher, ob er nur höflich sein wollte. "Ein neues, aufstrebendes Blatt." Nun, das war keineswegs ein Beweis. Das passte immer, wenn man eine Zeitschrift noch nicht kannte: Dann war sie offensichtlich neu. "Nur verstehe ich nicht, wieso man einer in Deutschland erscheinenden Zeitschrift einen englischen Titel geben kann? In Frankreich würde man so etwas nicht tun.“

Das saß! Aber es brachte mich keineswegs aus der Ruhe, denn erstens war ich für den Namen sowieso nicht verantwortlich und zweitens kam dieser Einwand beileibe nicht zum ersten Mal. Man konnte schon sagen, ich war gut darauf vorbereitet: „Dann heißt der Playboy in Frankreich nicht auch Playboy?“, fragte ich.

Der Franzose setzte ein spitzbübisches Lächeln auf, das mir sehr gut gefiel.

„Das ist eine Ausnahme“, behauptete er.

Wieder brandete Beifall auf und ich stellte mit aufkeimendem schlechten Gewissen fest, dass ich den Auftritt der Models, denen diese Wohlwollensbekundung galt, überhaupt nicht mitbekommen hatte.

Du solltest deinen Job machen!, sagte eine Stimme in mir. Aber da war etwas anderes, was mich im Augenblick sehr viel mehr interessierte. Vielleicht hatte es mit den dunkelbraunen Augen zu tun, vielleicht auch mit seinem Sinn für Humor und dem sympathischen Lächeln oder dem sonoren Timbre seiner Stimme...?

Ich weiß es nicht. Ich wusste nur, dass in diesem Augenblick etwas begann, das ich nicht mehr vollständig in der Hand hatte. Da war ein Gefühl, das ich liebend gerne verdrängt hätte – denn ich war eigentlich alles andere als auf der Suche nach einer neuen Leidenschaft. Aber genau so fühlte es sich an.

Schmetterlinge schienen in meinem Bauch zu tanzen. Ich hatte mich schon sehr lange nicht mehr so gefühlt und fast vergessen, wie sich das eigentlich anfühlte.

Er sah mich an.

Ein Blick, der mich unwillkürlich schlucken ließ.

Alle Gegenwehr, auch die bemüht kritischen Gedanken über sein Verhalten... Nichts hatte es verhindern können. Ganz im Gegenteil!

„Wie heißen Sie?“, fragte er. „Vielleicht habe ich schon mal etwas von Ihnen gelesen?“

„Das glaube ich kaum“, erwiderte ich ausweichend.

„Oh, Sie unterschätzen mich. Ich habe etwas Deutsch in der Schule gehabt. Vielleicht reicht es nicht, um sich mit Ihnen zu unterhalten, aber um einen Artikel zu lesen, das schaffe ich noch. Zumindest mit Wörterbuch.“

„Mein Name ist Julia Trenzdorf“, sagte ich. Auch das wieder völlig gegen meinen Willen: Er fragte mich aus und blieb selber ein Fremder. Wie, um alles in der Welt, kam ich dazu, so etwas zuzulassen? Die Schmetterlinge in meinem Bauch verrieten es mir, obwohl ich alles tat, um ihnen nicht zuhören zu müssen.

„Julia – das klingt gut!“

Er fragte nicht, ob er mich beim Vornamen nennen durfte. Er tat es einfach. Eigentlich eine Unverschämtheit, die ich niemals einem Mann durchgehen ließ! Normalerweise.

"Und wo arbeiten Sie eigentlich?", fragte ich und bemühte mich, dabei ärgerlich zu wirken, aber das ging gründlich schief.

Wieder erschien ein Lächeln im Gesicht des Franzosen. „Ich arbeite für die Pariser Redaktion der Elle“, erwiderte er.

Plötzlich klingelte sein Handy in der Jackettinnentasche. Er holte es heraus, mit einer knappen Entschuldigung auf den Lippen. Das Geräusch war in der Musik, die die Show begleitete, mehr oder weniger untergegangen.

Er meldete sich mit einem knappen "Oui?" und lauschte kurz.

„Wir sehen uns sicher noch“, sagte er dann zu mir, ohne mich dabei so richtig anzusehen, stand auf und ging, um ungestört sein Gespräch führen zu können.

Einige der in der Nähe sitzenden Zuschauer der Show sahen dem Franzosen ärgerlich nach. Schließlich war es eine Unverschämtheit, bei einer Veranstaltung wie dieser sein Handy auf Empfang und laut klingeln zu lassen, so dachten einige von ihnen. Die Verachtung war manchen im Publikum regelrecht anzusehen, aber schon hatte das Geschehen auf dem Laufsteg wieder die volle Aufmerksamkeit des Publikums auf sich gezogen.

Für mich galt das nicht.

Ich blickte ihm nach, sah, wie er durch einen Nebenausgang verschwand.

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