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N.Y.D. - Killer und Kronzeuge (New York Detectives)

Alfred Wallon

N.Y.D. - Killer und Kronzeuge (New York Detectives)

Cassiopeiapress Spannung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Killer und Kronzeuge

von Alfred Wallon

Kriminalroman

NYD – NEW YORK DETECTIVES

 

© by Author

© der Digitalausgabe 2012 AlfredBekker/CassiopeiaPress All rights reserved.

www.alfredbekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Originaltitel: Die Spur führt nach Las Vegas Ein CassiopeiaPress E-Book

Die Serie N.Y.D.- NEW YORK DETECTIVES und der Charakter BOUNT REINIGER wurden geschaffen von Alfred Bekker (Henry Rohmer)

 

***

 

Es gibt Menschen, die mögen Siegfried und Roy – oder Engelbert und Liberace. Oder die anderen Stars und Sternchen, die sich in dem Spielerparadies Las Vegas tummeln. Für mich hat diese Glitzerstadt eine fade Schönheit – denn hinter all den unzähligen Neonreklamen und Glaspalästen regiert das Geld.

Viele sind mit großen Hoffnungen nach Las Vegas gekommen, um hier das schnelle Geld zu machen – und manche hatten sogar Glück dabei. Aber es gibt Unzählige, die ihr ganzes Vermögen in einer Nacht verloren und bettelarm die Stadt verlassen mussten.

Ich mag diese Stadt nicht – aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich hier einmal einen Job zu erledigen hatte, der nicht ganz ungefährlich war. Begonnen hatte damals alles mit einem Mann namens Otis Locklin, der Kronzeuge in einem wichtigen Prozess war. Aber sie wissen ja vielleicht, wie das mit Kronzeugen ist – man verspricht ihnen viel, wenn sie aussagen. Aber manchmal müssen sie einen verdammt hohen Preis dafür bezahlen ...

 

*

 

Er hatte Angst.

Nervös spähte er aus dem Fenster hinunter auf die Straße.

Eine Blechlawine von dröhnenden und hupenden Autos wälzte sich durch New York. Der Lärm war selbst hier oben in der Dachwohnung noch schwach zu hören.

Otis Locklin wandte sich vom Fenster ab. Seine Hände tasteten nach der Whiskeyflasche auf dem kleinen Tisch. Seine Finger zitterten, als er die braune Flüssigkeit in ein schmutziges Glas goss und es dann an die Lippen hob und trank. Der Alkohol explodierte in seinem Magen. Aber der kalte Schweiß blieb, und mit ihm die Angst im Nacken, dass etwas passieren könnte.

„Setzen Sie sich hin, Locklin!“

Die Stimme des FBI-Mannes riss Locklin aus seinen Gedanken.

Er blickte den Beamten an und stellte das Glas ab. Seine Finger glitten unwillkürlich zum Kragen seines schweißfeuchten Hemdes. „Sie haben gut reden, Mann!“, rief Locklin aufgebracht. „Ich bin halb verrückt vor Angst. Die werden was unternehmen, sage ich Ihnen! Und zwar schon bald.“ Der FBI-Mann versuchte, Locklin zu beruhigen: „Mein Kollege schiebt draußen auf dem Gang Posten. Wir bewachen Sie rund um die Uhr. Es kann einfach nichts schiefgehen. Die werden es nicht wagen, etwas gegen Sie zu unternehmen.“

„Haben Sie ‘ne Ahnung! Ich habe lange genug für Robertson gearbeitet.“

Nervös schaute der ehemalige Buchhalter zum wiederholten Male auf seine Armbanduhr. Sein Herz klopfte wie rasend, und der Mann vom FBI las in aller Seelenruhe Zeitung.

Ganz genau um elf Uhr dreißig stoppte ein Fahrzeug der Brooklyn Post vor dem Haus in der Parkside Avenue. Der zweite FBI-Mann, der oben vor Locklins Wohnungstür Wachposten bezogen hatte, schaute aus dem Fenster auf die Straße und registrierte, dass das Postfahrzeug pünktlich wie jeden Morgen kam. Man konnte die Uhr danach stellen.

Beruhigt wandte er sich vom Fenster ab und ließ sich wieder auf dem wurmstichigen Sessel nieder, den er direkt neben die Tür gestellt hatte.

Hätte er einen winzigen Augenblick länger aus dem Fenster geschaut, wäre ihm mit Sicherheit aufgefallen, wie der Mann, der aus dem Postfahrzeug stieg, einen kurzen Blick auf die andere Straßenseite warf. In der Nähe einer Telefonzelle stand nämlich ein zweiter Mann, der stumm nickte, als ihm der andere ein Zeichen gab.

Es verlief alles genau nach Plan. Der Mann aus dem Postfahrzeug nahm jetzt eine Tasche und hängte sie sich um.

Alte Zeitungen befanden sich darin.

Der Mann hatte so viel mit der Brooklyn Post zu tun wie Ronald Reagan mit Brigitte Bardot. Die Uniform und das Auto waren einen Tag zuvor vom Fuhrpark der Postzentrale entwendet worden. Sein Kumpan stand drüben auf der anderen Straßenseite Schmiere, während er selbst den schwierigsten Teil zu erledigen hatte.

Robertsons Befehl war klar und deutlich. Otis Locklin musste beseitigt werden, und zwar so schnell wie möglich.

Rasch musste die Aktion vonstatten gehen. Deswegen das Postfahrzeug und die falsche Kleidung.

Der Mann wusste, dass Locklin bewacht wurde. Es würde nicht leicht werden, aber es war auch nicht unmöglich. In der Umhängetasche, direkt unter den alten Zeitungen, befand sich eine Automatic mit Schalldämpfer. Der Mann würde sie gnadenlos einsetzen, denn dafür wurde er vom Syndikat bezahlt.

Unauffällig näherte er sich dem Hauseingang und öffnete die Tür. Beinahe stieß er mit einer älteren Lady zusammen, die es offenbar sehr eilig hatte. Als sie den vermeintlichen Postbeamten erblickte, blieb sie stehen.

„Ist für mich etwas dabei?“, fragte sie. „Mrs. Carruthers, vierter Stock.“

„Nein!“, sagte der vermeintliche Postbeamte kurz und ging weiter.

Mrs. Carruthers schüttelte den Kopf über die Unhöflichkeit des Briefträgers, setzte dann aber ihren Weg fort, weil sie noch etliche Besorgungen zu machen hatte.

Der Mann wartete ab, bis die Frau die Tür hinter sich zugeschlagen hatte, dann stieg er die Stufen hinauf. Locklin wohnte direkt unter dem Dach. Der Killer und sein Kumpan hatten die Wohnung schon seit einiger Zeit beobachtet und waren zu der Überzeugung gelangt, dass sich dort mindestens zwei FBI-Leute aufhalten mussten. Also musste er doppelt vorsichtig sein.

Noch bevor die Treppe eine Biegung machte, hörte der Killer über sich das Husten eines Mannes. Seine Haltung verkrampfte sich kurz, dann ging er weiter.

Jetzt sah er den FBI-Agenten. Er hatte sich genau vor der Tür dieses Schweinehundes Locklin postiert und hob überrascht den Kopf, als er den falschen Briefträger sah.

„Halt, stehenbleiben!“, hörte der Killer die Stimme des Postens vor der Tür. „Was wollen Sie?“ Trotz der angespannten Situation brachte es der Killer fertig zu lächeln.

„Ich bringe die Post für Mr. Locklin, was sonst“, erwiderte er mit argloser Stimme. „Haben Sie etwas dagegen, Mister?“

„Geben Sie sie mir“, sagte daraufhin der FBI-Mann. „Ich werde sie weiterreichen.“

„Eigentlich ist das ja nicht erlaubt, aber ich will auch Feierabend machen.“ Der vermeintliche Postbeamte nickte und griff dann in seine Umhängetasche.

Sekunden später starrte der vollkommen überraschte FBI-Beamte in die kleine schwarze Mündung einer Automatic und registrierte den Schalldämpfer. Seine Augen weiteten sich.

Bevor der Beamte zu seiner Waffe greifen konnte, hatte der Killer schon abgedrückt. Es gab nur ein kurzes dumpfes

„Plopp“. Die Kugel traf den FBI-Agenten hoch in die Brust.

Ein schwaches Stöhnen entrang sich seiner Kehle, dann brach er zusammen.

 

Der Killer warf einen kurzen Blick auf die reglose Gestalt des Mannes, dann eilte er sofort auf die Wohnungstür zu. Mit vorgehaltener Waffe klopfte er gegen die Tür.

Spezialagent Washman hob ruckartig den Kopf, als er in seiner Lektüre gestört wurde. Er legte seufzend die Zeitung beiseite und griff nach der Pistole.

Ächzend erhob er sich aus dem Sessel und näherte sich der Tür. Locklins Blicke folgten ihm. Er schob den Riegel beiseite und schloss die Tür auf.

„Weshalb kann ich noch nicht einmal in Ruhe die Zeitung lesen, Cohn?“, fragte er ärgerlich. „Ich ...“ Dann sah er, dass der Mann in der Tür nicht Cohn war. Im ersten Impuls wollte er die Waffe hochreißen, aber ein harter Schlag gegen das Handgelenk riss ihm die Pistole aus den Händen. Gleichzeitig hörte er das Knacken des Abzughahns und das dumpfe Geräusch. Etwas fraß sich mit schmerzhafter Gewalt in seine Brust und löschte sein Leben von einem Augenblick zum anderen aus. Der Killer hatte genau gezielt.

Locklins Augen weiteten sich voller Entsetzen, als er erkannte, dass der Mann in der Tür ein Fremder war. Im gleichen Augenblick, da er feststellte, dass der schon lange befürchtete Moment gekommen war, schnellte er aus dem Sessel hoch. Seine Finger tasteten nach der Whiskyflasche und schleuderten sie dem Killer in der Postuniform entgegen, als dieser noch mit Specialagent Washman beschäftigt war.

Gerade als der Killer herumwirbeln und auf Locklin zielen wollte, traf ihn die Flasche genau am Schädel. Der Mann taumelte. Er hatte nicht mit einer Gegenwehr gerechnet. Diese Chance nutzte Locklin. Er stürmte vorwärts und holte mit der Faust zu einem kräftigen Hieb aus.

Der Killer war noch zu benommen von der Flasche, die ihn genau an der Stirn getroffen hatte. Deswegen kam er nicht dazu, den zweiten Angriff abzuwehren. Locklins Faust traf genau ihr Ziel und brachte den Mann ins Wanken. Ein anschließender Stoß ließ den Killer zu Boden stürzen.

Locklin stürmte aus der Wohnung. Er musste weg von hier, bevor sich der Ring endgültig um ihn schloss. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken, als er draußen vor der Tür den zweiten FBI-Mann entdeckte. Auch er war tot.

Otis Locklin rannte die Stufen hinunter, so schnell er konnte. Es war alles eingetroffen, was er vorausgeahnt hatte.

Robertson und das Syndikat hatten ihn auf die Abschussliste gesetzt. Sie würden nie zulassen, dass er vor Gericht aussagte.

Wie von wilden Teufeln gehetzt, jagte er aus dem Hauseingang hinaus auf die Straße. Von Panik erfasst, blickte er sich nach allen Seiten um. Wo der erste Killer steckte, da war auch der zweite nicht weit.

Kalter Angstschweiß stand ihm auf der Stirn. Er begann zu laufen, Er wollte nur weg von hier, und zwar so schnell wie möglich. Die Benommenheit des Killers würde nicht lange anhalten. Er musste untertauchen, bevor dieser ihn entdeckte.

 

*

 

Der Mann, der in der Nähe einer Telefonzelle stand, ließ sich seine Überraschung nicht anmerken, als er Locklin aus dem Haus stürmen sah.

Er wusste, dass etwas schiefgegangen war, aber was, zum Teufel? Was hatte Vince falsch gemacht, dass er Locklin nicht hatte aufhalten können?

Kane wusste, dass er sich jetzt nicht mehr um Vince kümmern konnte. Der Kumpan musste selbst zusehen, wie er von hier wegkam. Kane musste sich sofort an Locklins Fersen heften, sonst war der Mann verschwunden. Er hastete förmlich auf die nächste Subway-Station zu.

Der zweite Killer spurtete los. Als Locklin im Zugang zur Subway-Station verschwunden war. Sein Auftrag war klar.

Locklin musste zum Schweigen gebracht werden. Und wenn Vince es nicht geschafft hatte, dann musste eben er einspringen.

Während er sich den Stufen näherte, über die Locklin vor wenigen Sekunden verschwunden war, dachte er kurz an seinen Kumpan. Vince und er waren zwar ein gutes Team. Das hieß aber nicht, dass eine übermäßige Freundschaft sie verband. Im Ernstfall musste jeder selbst sehen, wie er zurechtkam. Und genau das war jetzt eingetreten.

Kane erkannte Locklin, der sich ungefähr fünfzig Yards vor ihm befand, und Locklin merkte nicht, dass noch jemand ihm auf der Spur war. Umso besser.

Eigentlich war Locklin ein Idiot, fand Kane. Der Bursche war doch lange genug beim Syndikat gewesen, um zu wissen, dass Robertson es nicht so einfach und kommentarlos schluckte, wenn ihn jemand verpfiff. Auch wenn Robertson aufgrund Locklins Aussage schon im Knast saß, konnte er dennoch befehlen, Locklin umzulegen.

Der Killer sah, wie Locklin an einem der Automaten stehenblieb und sich eine Fahrkarte kaufte. Kane grinste, denn er wusste, dass Locklin keine Fahrkarte mehr brauchte.

Die Subway-Station verströmte den stickigen Geruch von Müll und Moder. Die Wände waren beschmiert, und irgendjemand hatte quer über die Treppe das Wort „Shit“ gepinselt. In großen roten Buchstaben. Herumlungernde Jugendliche, die nicht wussten, wie sie die Zeit totschlagen sollten, lehnten an einem Pfosten und grinsten hämisch, als einige Leute bei ihrem Anblick erschraken.

Kane hielt sich im Hintergrund. Er durfte keinesfalls auffallen, wenn er seinen Plan in die Tat umsetzen wollte.

Der Killer warf einen Blick auf die Anzeigetafel hoch über ihm. Die Bahn musste in drei Minuten hier sein. Zeit genug, um zu handeln. Langsam näherte er sich der Stelle, wo Locklin stand. Der ehemalige Buchhalter merkte immer noch nicht, dass der Tod schon seine Hand nach ihm ausgestreckt hatte.

 

*

 

Otis Locklins Herz hämmerte so heftig, dass er glaubte, ihm zerspringe der Brustkorb. Er war nicht mehr der Jüngste, und die Rennerei hatte ihn sehr angestrengt. Furcht saß ihm im Nacken. Angst, dass der Killer ihn vielleicht doch noch einholte und zur Strecke brachte.

Erst wenn der Prozess vorbei und Robertson endgültig verurteilt war, würde er wieder ruhig schlafen können. Aber bis dahin würde er von den Killern des Syndikats gehetzt werden. Er musste weg aus New York, und das so schnell wie möglich, bevor sie ihn umlegten.

Aus dem Schacht erklang ein Geräusch, das stetig intensiver wurde. Die Bahn näherte sich. Gleich würde sie da sein und anhalten.

Die Menschen drängelten sich jetzt am Bahnsteig. Jeder wollte der erste sein. Locklin war ringsherum von Leuten umgeben. Den Mann, der direkt hinter ihm stand, sah er erst, als es schon fast zu spät war.

Die Subway fuhr ein. In diesem Augenblick erhielt Locklin einen kräftigen Stoß in den Rücken. Der Buchhalter schrie entsetzt auf und verlor das Gleichgewicht. Mit schreckensbleichem Gesicht starrte er auf die beiden Scheinwerfer der Subway, die ihm plötzlich riesig groß vorkamen.

Instinktiv klammerte sich Locklin an den Mann neben sich.

Um den Griff loszuwerden, riss dieser seinen Arm zurück und zog somit Locklin mit sich nach hinten. Durch das Zurückfallen traf Locklin den Verbrecher hinter sich an einer empfindlichen Stelle. Dieser stöhnte auf und stolperte zurück. Während Locklin das Gleichgewicht wieder erlangte und mit Schrecken in das Gesicht des Mannes starrte, der ihn auf die Schienen stoßen wollte, fuhr die Subway ein und kam zum Stehen.

Die Passanten beobachteten den schmächtigen Locklin, dessen Augen plötzlich immer größer wurden. Sie wussten nicht, dass der Buchhalter den Killer jetzt erkannt hatte. Hastig bahnte er sich einen Weg durch die Menschenmenge und versuchte, wieder nach oben zu gelangen.

Kane, der sich wieder aufgerappelt hatte, wollte den Flüchtigen verfolgen, aber ein breitschultriger Mann stellte sich ihm in den Weg.

„Mal schön langsam, Mister!“, rief er. „Da vorne scheint was los zu sein, und dass Sie ausgerechnet jetzt so schnell das Weite suchen, kommt mir doch verdächtig vor. Bleiben Sie mal stehen, bis sich die Sache geklärt hat ...“ Er machte Anstalten, sich den Mann vorzuknöpfen, doch dann sah er die Pistole, die der Kerl plötzlich unter dem Jackett hervorblitzen ließ.

„He, Mann! Nur vorsichtig. Ich hab’s ja gar nicht so gemeint.“

Erschrocken hielt er inne.

„Verschwinde!“, zischte Kane, der seine Pläne durchkreuzt sah. Er musste von hier weg, bevor es einen größeren Auflauf gab. Er rannte die Stufen hinauf und schob die Pistole zurück.

Oben angekommen, blickte er sich hastig nach allen Richtungen um, doch Otis Locklin war und blieb verschwunden.

In der Zwischenzeit hatte sich der Schuft aus dem Staub gemacht, und Kane hatte jetzt das Nachsehen. Heute war wirklich nicht sein bester Tag.

Kane fluchte. Robertson würde die Sache ganz und gar nicht schmecken, aber es ließ sich leider nicht ändern. Locklin wusste jetzt, dass Robertson seine Leute auf ihn angesetzt hatte, um ihn zum Schweigen zu bringen. Der ehemalige Buchhalter müsste schon ein wahrer Idiot sein, wenn er es jetzt trotzdem noch einmal wagte, in seine Wohnung zurückzukehren.

Der Killer hatte nun die unangenehme Aufgabe, dem Syndikat mitzuteilen, dass Otis Locklin den Anschlag überstanden hatte, und so, wie er Robertsons Leute kannte, kam da noch einiges auf ihn zu. Es war schon ein unglückseliger Tag.

 

*

 

Locklin war kreidebleich, als er den Mann in der Subway-Station erkannt hatte. Als Buchhalter des Syndikats hatte er ein gutes Gedächtnis, und Kanes Gesicht hatte sich bei ihm unauslöschlich eingeprägt. Der Mann war ein Killer und hatte des Öfteren schmutzige Jobs für Robertson erledigt. Die Tatsache, dass er ihn jetzt umlegen wollte, sprach dafür, dass es für Locklin besser war, so schnell wie möglich von hier zu verschwinden.

Keuchend rannte er zur Bushaltestelle fünfzig Yards vom Zugang zur Subway entfernt und schaffte es gerade noch einzusteigen, bevor der Bus losfuhr. Durch die Heckscheibe hindurch sah er seinen Verfolger, der jetzt ebenfalls aufgetaucht war und ihm wütend nachblickte. Geschafft! So leicht bekamen sie ihn doch nicht.

Tausend Dinge gingen Locklin durch den Kopf, während der Bus den Ditmars Boulevard entlangfuhr. Viel Zeit hatte Locklin nicht mehr.

Ein gottverdammter Idiot war er gewesen, dass er sich hatte überreden lassen, als Kronzeuge aufzutreten. Jetzt sollte er dafür bezahlen! Aber Al Robertson hatte nicht damit gerechnet, dass der unscheinbare Otis Locklin ein Bursche mit Köpfchen war. Um Haaresbreite zweimal einem tödlichen Anschlag entronnen, hatte sich der Buchhalter blitzschnell einen Plan zurechtgelegt.

In seine Wohnung zurück konnte er nicht mehr. Da wurden sie ihn als erstes wieder suchen. Locklin hatte auch keine Lust mehr, sich ein zweites Mal Personenschutz vom FBI aufschwatzen zu lassen. Der hatte sowieso nichts genutzt, und das FBI hatte zwei Agenten weniger.

Es blieb ihm nichts anderes übrig, als mit nichts anderem, als was er auf dem Leibe trug, das Weite zu suchen.

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