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N.Y.D. - Der letzte Auftrag (New York Detectives)

Alfred Wallon

N.Y.D. - Der letzte Auftrag (New York Detectives)





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Der letzte Auftrag

 

 

 

Mord ist Gordons Geschäft - doch die Kugel für ihn ist auch schon gegossen ...

 

Ein Krimi von Alfred Wallon

 

 

© by Author (A.Wallon)

Der Text wurde in alter Rechtschreibung belassen.

© Digitalausgabe 2012 AlfredBekker/CassiopeiaPress

© der Serie „NYD New York Detectives“ by Alfred Bekker (Henry Rohmer)

Ein CassiopeiaPress E-Book

www.AlfredBekker.de

 

 

Politik ist ein schmutziges Geschäft – man hört immer wieder davon, dass einige Repräsentanten unseres Volkes ziemlich viel Dreck am Stecken haben. Und das Schlimme daran ist noch, dass solche Kerle einfach ganz selbstverständlich die Hand aufhalten und sich bestechen lassen. So was wie Moral und Charakter scheint es hier nicht mehr zu geben.

 

Ich halte deshalb nicht mehr viel von Leuten dieses Schlages – erst recht, wenn sie kurz vor der Wahl gebetsmühlenartig immer wieder die gleichen Versprechungen machen. Obwohl sie wissen, dass sie nichts davon halten werden. Das Ironische an der ganzen Sache ist, dass es die Wähler eigentlich auch wissen. Und dennoch machen sie brav ihr Kreuzchen an der für sie vermeintlich richtigen Stelle.

 

Wenn mich jemand auf politische Verhältnisse anspricht, reagiere ich ziemlich gereizt. Denn ich habe so meine eigenen Erfahrungen gemacht. Ich erinnere mich an einen Fall, wo ein Senator sich vehement gegen die dunklen Machenschaften einiger einflussreicher Leute zu wehren versuchte. Dieser Mann gehörte zu der mittlerweile fast ausgestorbenen Sorte Menschen, denen man noch glauben und vertrauen konnte. Aber er stand anderen im Wege, und deshalb wollte man ihn eliminieren ...

 

 

Der Mann, der von einer Bank aus die Menschenmenge im Central Park beobachtete, wirkte unauffällig. Schon seit mehr als einer Stunde wartete er ungeduldig auf das Auftreten des bekannten Senators Joshua Nolan, der heute im Central Park eine Rede halten wollte.

Die Jungs von ABC und NBC mit ihren Kameras und Mikrofonen warteten ebenfalls schon recht ungeduldig, denn eine Live-Übertragung war immer mit ziemlich viel Mühe verbunden.

Auf dem freien Platz vor der Rednertribüne hatten sich schon zahlreiche Anhänger des Senators versammelt, die genauso ungeduldig der Ankunft des beliebten Politikers entgegenfieberten wie die Leute vom Fernsehen. Alle wussten, dass genug Zündstoff für Presse und Fernsehen abfiel, wenn Joshua Nolan sprach.

Das wusste auch der Mann auf der Parkbank. Er war ebenfalls gekommen, um sich den Senator anzuhören. Sein Boss hatte ihn beauftragt, Nolan genau zu beobachten und dann Entsprechendes zu veranlassen.

Er wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, als plötzlich ein schwarzer Buick auftauchte, der sich langsam seinen Weg durch die Menschenmenge bahnte. Als die Leute zu jubeln anfingen, wusste der Mann, dass Senator Joshua Nolan angekommen war.

Er erhob sich und schlenderte hinüber auf die Rednertribüne zu. Die Ansprache des Politikers wurde per Mikrofon übertragen, so dass es jeder hören konnte. Der Mann blieb in einer der hinteren Reihen stehen und wartete ab.

Unter dem Beifall Hunderter von Zuschauern stieg Joshua Nolan aus dem Auto und hielt auf das Podest zu. Begleitet wurde er von einigen unauffällig gekleideten Männern. Seinen Leibwächtern!

Jetzt wollen wir doch mal sehen, ob er es tatsächlich wagt, dachte der Mann unter den Zuschauern. Wenn er es tut, dann bekommt er seine Quittung!

Der beliebte Senator hatte Mühe, die Beifallsrufe seiner zahlreichen Anhänger zu stoppen. Er hob beide Hände, um sich Gehör zu verschaffen, und dabei setzte er das Lächeln auf, das ihn bei den einfachen Menschen so populär gemacht hatte. Joshua Nolan war ein Mann des Volkes, der sich für Minderheiten einsetzte, und in der Bronx und Harlem hatte er Hunderte von Wählern.

„Liebe Freunde!“ erschallte jetzt seine Stimme durch den Park. „Ich freue mich, dass ihr alle so zahlreich erschienen seid. Es ist doch ein deutlicher Beweis dafür, dass die Macht des Volkes nicht zu unterschätzen ist!“

Beifall brandete auf, der jedoch rasch wieder abebbte, als der Senator weiter sprach.

„Wie ihr alle wisst, habe ich erfahren, dass es im Bezirk Riverdale Grund zur Unruhe gibt. Ich habe Briefe von Leuten erhalten, die sich darüber beschweren, dass dort gewissenlose Geschäftemacher versuchen, diese Menschen aus den Wohnungen und Häusern zu treiben. Diese Geldsäcke wollen alles abreißen und neue Wohnungen bauen. Aber ich frage euch, wer kann denn schon siebenhundert Dollar Miete im Monat zahlen? Ihr könnt es nicht, und das wissen diese Leute!“

Wieder klatschten die Zuschauer. Der Mann, der den Senator beobachtete, knirschte wütend mit den Zähnen als er dessen Worte vernahm. Was Nolan da anprangerte, das war Zündstoff, und zwar in hochgradiger Form.

„Ich kenne eure Not, und ich weiß, wo euch der Schuh am meisten drückt!“ fuhr der Senator fort. „Ich sage euch, dass ich mich dafür einsetzen werde, dass die Machenschaften dieser gewissenlosen Kerle unterbunden werden. Ihr alle habt ein Recht auf eure Wohnungen. Ich verspreche, dass ich mich dafür einsetzen werde ...“

Das reichte. Der Mann, der sich unter die Zuschauermenge gemischt hatte, wandte sich ab. Die anklagenden Worte des Senators hallten in seinen Ohren wider.

Hastig eilte er auf den Ausgang des Central Parks zu. Die Telefonzelle neben dem schmiedeeisernen Tor war sein Ziel. Aufgeregt wählte er eine Nummer und wartete ab, bis sich der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung meldete.

„Verbinden Sie mich mit dem Boss!“ sagte er, und seine Stimme klang dringend. Die Sekretärin erkannte ihn und stellte ihn auch sofort durch.

Als der Mann seinen Boss an der Strippe hatte, erstattete er ihm sofort Bericht. Als der andere die Worte des Mannes vernahm, war ein heftiges Keuchen in der Leitung zu hören.

„Dieser Schweinehund!“ erklang es wütend. „Dafür soll er büßen. Sie haben Vollmacht, alles Weitere zu veranlassen. Gehen Sie so vor, wie wir es gestern besprochen haben. Rufen Sie von einem öffentlichen Gebäude aus an. Ich will ganz sichergehen, verstanden?“

„Selbstverständlich, Sir“, beeilte sich der Mann, seinem Boss zu versichern. „Sie können sich darauf verlassen, dass ich alles in Ihrem Sinne regeln werde. Ich melde mich sofort wieder bei Ihnen.“

Der Mann verließ die Telefonzelle und ging zur nächsten Subway Station. Von dort aus fuhr er bis zum Broadway und gelangte so zum Empire State Building. In der Empfangshalle befanden sich etliche Telefonkabinen. Eine davon betrat er jetzt.

Der Mann zog einen Zettel mit einer Telefonnummer aus der Tasche, den er schon seit einigen Tagen bei sich trug. Erst jetzt war ihm klar, dass der Plan kompromisslos durchgeführt werden musste. Es gab kein Zurück mehr!

Aufgeregt wählte er die Nummer auf dem zerknitterten Zettel. Es rauschte und knackte in der Leitung, denn es war ein Ferngespräch nach Chicago.

Endlose Sekunden vergingen, bis jemand am anderen Ende den Hörer abhob.

„Ja?“ Die Stimme klang hart und gefühllos.

„Spreche ich mit Ray Gordon?“ erkundigte sich der Mann im Empire State Building, und er fingerte nervös an seiner Hornbrille herum. „Was wollen Sie?“ „Ich habe einen Auftrag für Sie. Einen Auftrag, den nur Sie erledigen können.“

Für einen Moment schwieg der Mann in Chicago.

„Woher haben Sie meine Nummer?“ fragte er dann. „Wer sind Sie?“ „Das werden Sie alles erfahren, wenn Sie in New York sind“, antwortete der Mann in der Telefonzelle.

„Für Sie ist morgen Abend im New York Penta Hotel ein Zimmer auf den Namen Donald Marviti reserviert. Sie nehmen morgen früh die erste Maschine. Sobald Sie im Hotel sind, warten Sie bis zum Abend ab. Dann gehen Sie zum Empire State Building. Im einundvierzigsten Stock gibt es ein gutes Restaurant. Dort bekommen Sie weitere Instruktionen. Haben Sie das verstanden?“

„Ja“, erklang es in Chicago. „Aber ich weiß immer noch nicht, um was es geht und ...“

„Wollen Sie zwanzigtausend Dollar oder nicht?“ unterbrach ihn der andere. „Wenn nicht, dann betrachte ich dieses Gespräch als beendet, Mister.“

„Okay!“ sagte der Mann nach einer kurzen Pause. „Ich werde kommen. Wie erkenne ich Sie im Restaurant?“

„Gehen Sie auf einen der Ecktische zu und sagen Sie, dass Sie solche Plätze bevorzugen, falls jemand dort sitzt. Alles Weitere werden Sie dann sehen. Also dann bis morgen Abend, Mr. Gordon!“

Der Mann in der Telefonzelle legte den Hörer auf. Ein Grinsen huschte über sein Gesicht, als er die große Halle verließ und hinaus auf die Straße ging.

Bis jetzt hatte alles wunderbar geklappt. Der Fisch hatte den Köder geschluckt und war neugierig geworden. Der Mann war ganz sicher, dass der andere die zwanzigtausend Bucks nicht in den Wind schrieb. Er würde morgen Abend im Restaurant des Empire sein - das war so sicher wie das Amen in der Kirche.

In diesem Augenblick nahm ein groß angelegter Plan seinen Lauf. Senator Joshua Nolan war ins Schussfeld geraten, ohne dass es der Politiker ahnte.

Zufrieden ging der Mann davon. Sein Boss würde sehr erfreut sein, wenn er ihm die neuesten Nachrichten überbrachte. Augenblicke später war er im Zugang zur Subway untergetaucht ...

 

*

 

Pünktlich um zehn Uhr morgens setzte die Boeing 747 der TWA auf dem La Guardia Airport in New York auf. Fünf Minuten später verließen die ersten Passagiere die Maschine und eilten hinüber zur Abfertigungshalle um ihr Gepäck in Empfang zu nehmen.

Unter den Fluggästen befand sich ein Mann, der nur einen schmalen, länglichen Koffer bei sich trug. Er ging nicht mehr zur Gepäckausgabe sondern schritt zielstrebig auf einen der Ausgänge zu. Im Gedränge stieß er versehentlich gegen einen entgegenkommenden Fluggast, murmelte eine kurze Entschuldigung und ging dann weiter.

Er strebte eines der zahlreichen Yellow Cabs an. Zwei der Fahrer, die vor ihren Taxis standen und in ein Gespräch vertieft waren, brachen jäh ihre Unterhaltung ab, als sie den Fluggast auf sich zukommen sahen.

„Zum New York Penta Hotel!“ sagte der Mann mit einer Stimme, die vollkommen gefühllos klang. Seine Augen richteten sich auf den Taxifahrer, dem unwillkürlich eine leichte Gänsehaut über den Rücken lief. Der Mann hatte ein hartes und zugleich kaltes Gesicht. Er war einer von der Sorte, die man besser nicht zu seinen Freunden zählt.

Der Taxifahrer griff nach dem Koffer des Mannes, um ihn ins Auto zu legen, doch der Mann schüttelte nur stumm den Kopf. Es bedurfte keiner Worte mehr, um dem Taxifahrer klarzumachen, dass er sich nicht von seinem Gepäck trennen wollte - und sei es auch nur vorübergehend.

Der Fahrer, ein junger Puertoricaner, setzte sich missgelaunt hinters Steuer und ließ den Motor an. Das Yellow Cab fädelte sich in den fließenden Verkehr ein. Unterwegs versuchte er, mit seinem Fahrgast ins Gespräch zu kommen, indem er ihm Tipps über das Nachtleben von New York gab. Die meisten Touristen und Reisenden waren dankbar für so etwas, aber nicht der Mann mit dem harten Gesichtsausdruck.

„Nein, danke!“ sagte er, und dabei blieb es auch. Der Taxifahrer schüttelte nur stumm den Kopf über seinen Fahrgast, hielt aber dann den Mund, Vielleicht war der Bursche falsch gepolt - weiß der Teufel!

Nach einer halbstündigen Fahrt hielt das Taxi vor dem New York Penta Hotel an. Der schweigsame Fahrgast holte seine Brieftasche heraus und entnahm ihr eine Zwanzigdollarnote. Er drückte sie dem Taxifahrer in die Hand und wartete gar nicht erst auf Wechselgeld. Er verschwand in der Lobby des riesigen Hotels.

Der Taxifahrer würde sich noch lange an diesen Fahrgast erinnern.

Hätte er vor ein paar Minuten gewusst, dass er gerade einen der berüchtigtsten Killer der Ostküste zum Hotel beförderte, dann wäre er sicherlich voller Angst fast gestorben. So zuckte er nur mit den Schultern und fuhr wieder davon. Es gab noch andere Fluggäste am La Guardia Airport, die ein gutes Trinkgeld übrig hatten.

Der Mann hieß Ray Gordon, und er kam aus Chicago. Er war ein berufsmäßiger Killer, und er war bekannt dafür, dass er seine Aufträge gut und problemlos erledigte.

Als er vor zwei Tagen diesen mysteriösen Anruf erhalten hatte, wollte er erst ablehnen, aber dann hatte ihm der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung zwanzigtausend Bucks angeboten, und so was lehnte auch ein Profi wie Ray Gordon nicht ab.

Er hatte heute Morgen die erste Maschine genommen und war nun zum Penta Hotel gefahren, wo seine unbekannten Auftraggeber ein Zimmer für ihn reserviert hatten - auf einen anderen Namen natürlich. Gordon ging zum Empfang, trug sich ein und zog sich dann in sein Zimmer zurück.

Diejenigen, die ihn anheuern wollten, ließen sich nicht lumpen, wie Gordon feststellte. Es war ein Zimmer mit allen Annehmlichkeiten wie Telefon, TV und Minibar. Doch der hagere Mann mit dem bleichen Gesicht und den eisblauen Augen widmete sich erst seinem Koffer.

Behutsam schloss er ihn auf und öffnete den Deckel. Unter einem Tuch kamen die Umrisse eines stahlblauen Laufs hervor. Ein Gewehr, das Gordon in Einzelteile zerlegt hatte, um es besser transportieren zu können. Mit Zielfernrohr natürlich. Gordon war ein Mann, der nur einmal schoss. Aber dann traf er auch.

Gedankenverloren betrachtete er seine Präzisionswaffe, die ihm schon so gute Dienste geleistet hatte. Sie war ein Teil von ihm geworden.

Gordon klappte den Kofferdeckel wieder zu und warf einen Blick auf seine Seiko. Elf Uhr. Heute Abend war das Treffen im Empire State Building. Zeit genug, um noch ein paar Stunden zu schlafen.

 

*

 

Das Empire State Building lag genau zwischen der Fifth Avenue und dem Broadway, also im Herzen von New York. Dämmerung hatte sich über die Millionenmetropole gelegt. Die Stadt am Hudson River zeigte sich von ihrer unterschiedlichsten Seite. Das Nachtleben begann zu pulsieren, fremd und geheimnisvoll, eine eigene Welt für sich.

Es war zwanzig Uhr, als Ray Gordon die Eingangshalle zum. Empire State Building betrat. Er befolgte die Anweisung, die der Mann am Telefon ihm gegeben hatte, das Restaurant im 46. Stock aufzusuchen. Alles Weitere würde man ihm dann sagen.

Gordon war ein misstrauischer Bursche, und das hatte ihn schon manches Mal aus kniffligen Situationen gerettet. Deshalb trug er unter seinem Mantel ein Schulterhalfter mit einer Smith Wesson. Nur für Notfälle. Man konnte ja nie wissen.

Der Fahrstuhl hatte ein irrsinniges Tempo. Gordon hatte Ohrensausen, als der Lift im 46. Stock stoppte und die Türen sich öffneten. Der Killer betrat das Restaurant, das einen recht gemütlichen Eindruck machte.

Unauffällig ließ er seine Blicke durch den Raum schweifen. Zu dieser frühen Stunde hielten sich hier noch nicht viele Gäste auf. Ganz weit hinten saß sein Pärchen, das sich gegenseitig verliebte Blicke zuwarf, und nicht weit davon entfernt hockten eine alte Lady und ein zerstreut wirkender Greis. Nur der Mann mit der Brille am Ecktisch erweckte sein Interesse. Gordon war nicht entgangen, dass dieser Mann sein Hereinkommen bemerkt hatte. Der Blick, den er ihm zuwarf, war eindeutig, Das war der Mann, der ihn hergebeten hatte.

Zielstrebig ging Gordon auf den Ecktisch zu, an dem der Mann ruhig weiter aß und erst vom Teller hochblickte, als Gordon vor ihm stehen blieb.

„Ist noch frei hier?“ fragte er. „Ich sitze nämlich gerne an Ecktischen.“

Das war das Kennzeichen, das am Telefon vereinbart worden war.

„Kann ich verstehen“, antwortete der andere verabredungsgemäß. „Setzen Sie sich, Mr. Gordon.“ Seine Stimme senkte sich jetzt zu einem Flüstern. „Es freut mich, dass Sie so pünktlich gekommen sind.“

„Ich bin immer pünktlich, Mister“, erwiderte der Killer und zog sich einen Stuhl heran. Er wartete ab, bis ihn der Kellner nach seinen Wünschen gefragt hatte, und fuhr dann fort: „Sie haben mich gerufen, und hier bin ich. Also, wen soll ich für zwanzigtausend Dollar aus dem Weg räumen?“

Das Gesicht des anderen verzog sich zu einer Grimasse. Gordon mochte den Burschen nicht, aber da war die Prämie, die im Erfolgsfall auf ihn wartete, und das gab den Ausschlag.

Der Mann mit der Brille legte Messer und Gabel beiseite und zog einen Zeitungsausschnitt aus seiner Jackentasche.

„Schauen Sie sich den Mann an. Sie kennen ihn, oder?“

Gordon warf einen kurzen Blick auf das Bild und nickte stumm.

Auf dem Foto war Joshua Nolan abgebildet, ein Senator, der bei seinen Wählern recht populär war. Gordon wusste, dass Nolan noch zu der alten Garde gehörte. Von der Pike auf hochgearbeitet. Erst Maurer, dann Senator. Und ein Mann des Volkes, wie die Zeitungen schrieben. Gordon konnte sich flüchtig an einen solchen Bericht erinnern.

„Er ist es, nicht wahr?“ fragte der Killer.

Der andere, der sich bis jetzt noch nicht vorgestellt hatte, nickte.

„Joshua Nolan steht den Plänen meines Auftraggebers im Weg“, erklärte der Mann mit der Brille und nahm einen tiefen Zug aus dem Glas Sherry. „Sein Tod ist uns zwanzigtausend Dollar wert, und Sie sind der Richtige für diesen Job, Gordon. Joshua Nolan hält morgen eine Wahlrede vor der Avery Fisher Hall. Eine gute Gelegenheit, um ein Attentat auf ihn zu verüben. Vollkommen risikolos für Sie. Sie schaffen das doch, oder?“

Gordon überlegte einen Augenblick.

„Es wird Polizeibewachung dort sein“, erwiderte er. „Das ist bei allen Kundgebungen so. Ich will zehntausend im voraus, Mister. Sonst können Sie die ganze Sache vergessen.“

Gordons unbekannter Gesprächspartner holte einen Aktenkoffer unter dem Tisch hervor und reichte ihn dem Killer.

„Ich habe erwartet, dass Ihre Bedingungen so lauten würden“, sagte er dann.

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