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Murphy und die Templer

Ann Murdoch, Antje Ippensen

Murphy und die Templer

Dämonenjäger Murphy / Cassiopeiapress Horror Roman





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Zweimal Dämonenjäger Murphy

von Ann Murdoch und Antje Ippensen

© by authors

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich (Westf.)

www.alfredbekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Dieses Ebook enthält folgende Geschichten:

Seelen von Ann Murdoch

Blutiges M von Antje Ippensen

Der Umfang dieses Buchs entspricht 76 Taschenbuchseiten.

Seelen von Ann Murdoch

Vergangenheit

Donnerstag, 18. März 1314

Es war ein rabenschwarzer Tag gewesen für den Orden der Templer, noch mehr aber für Jacques de Molay, den Großmeister eben dieses Ordens.

An diesem Tag wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem der französische König Philipp IV., genannt der Schöne, den gesamten Orden unter der Führung seines Großmeisters der Häresie und Ketzerei angeklagt hatte. Überraschend schnell hatte der Papst, Clemens V. vor zwei Jahren auf dem Konzil von Vienne seine schützende Hand vom Orden abgezogen; vielleicht waren ihm die Templer zu stark und zu mächtig geworden, vielleicht hatte die Kirche auch nur zu viele Schulden bei ihnen angehäuft, derer man sich jetzt auf äußerst praktische Weise entledigen konnte. Mochte es sein, wie es wollte, Tatsache blieb, dass der gesamte Orden an diesem Märznachmittag nicht nur seinen Großmeister verlor, sondern auch per königlichem Dekret mit sofortiger Wirkung aufgelöst wurde.

Jacques de Molay war allerdings nicht der Mann, der eine solche Verordnung einfach sprachlos hinnahm, nicht einmal auf dem Scheiterhaufen, wohin man seinen geschundenen, gequälten und zerstörten Körper schleifte. Noch aus den Flammen heraus schaffte es der Großmeister, nachdem die Stricke um seine Hände verbrannt waren, den Arm auszustrecken und den Himmel zu seinem Zeugen für einen schauerlichen Fluch anzurufen. Er forderte seinen Peiniger und den König selbst binnen eines Jahres vor Gottes Gericht, und er verfluchte sie all bis in die dreizehnte Generation der Nachkommen.

Der König und seine Vasallen nahmen diesen Fluch nicht ernst, doch das nachfolgende Jahr bewies die Macht dieser Worte und des Ordens, und noch viele Generationen hatten unter diesem schrecklichen Fluch zu leiden.

Und der Orden?

Nun, den gab es nicht mehr. Dennoch bildete sich gleich von diesem Tag an eine neue Institution, geheim, verschworen, unauffällig, doch stets präsent und angeführt von den großen Geistern der Menschheit, die es bei einer Frage jedoch weit von sich gewiesen hätten, auch jemals nur diesen Namen gehört zu haben: Die Prieuré de Sion!

 

Gegenwart

Der Mann, der da am Schreibtisch saß, grübelte eine Weile herum, doch die erlösenden Worte, mit denen er sein großes Epos abschließen sollte und wollte, kamen einfach nicht. Aber das machte nichts, auch morgen war wieder ein Tag, an dem er weiter daran arbeiten konnte, seinen eigenen Mythos der Unsterblichkeit zu vollenden; schriftlich natürlich nur, aber er hatte ja Zeit, eigentlich alle Zeit der Welt.

Doch dieser hoch gewachsene Mann mit den stahlblauen Augen, den schlohweißen Haaren und dem so seltsam jung wirkenden Gesicht hatte noch eine andere Möglichkeit der Unsterblichkeit gefunden. Diese Art war jedoch nicht für die Öffentlichkeit geeignet, und überhaupt, Unsterblichkeit war sowieso nichts für das gemeine Volk, sie sollte nur wirklich großen Geistern vorbehalten bleiben.

Und daran arbeitete dieser Mann im Geheimen, genauso wie es viele vor ihm schon getan hatten als Großmeister der Prieuré de Sion: Botticelli, Leonardo da Vinci, der nahe an der Lösung gewesen war, Isaak Newton, oder auch Victor Hugo.

Sie alle hatten sich ihre Art der Unsterblichkeit mit ihren Hinterlassenschaften gesichert. Aber dennoch war nur die Erinnerung geblieben an diese großen Taten auf den verschiedensten Gebieten, keiner hatte es je geschafft, auch an Körper und Geist das ewige Leben zu erlangen.

Nur er, Didier de Franchamps, hatte es geschafft, nach unzähligen Versuchen und Misserfolgen, Beschwörungen, seltsamen altägyptischen Riten, Schwarzer Magie und einer Unzahl an Menschenopfern.

Die zählten für Didier jedoch am wenigsten. Dummköpfe allesamt, um sie war es nicht schade. Und auf diese Weise, mit ihrem Tod nämlich, dienten sie wenigstens einem höheren Ziel und gaben ihrem Leben durch ihren Tod einen Sinn.

Didier, der als gebürtiger Bretone seine Abstammung bis zu einem keltischen Druiden zurückverfolgen konnte, verschloss sein noch nicht vollendetes Manuskript sorgfältig in seinem Schreibtisch. Dies war nicht sein erstes Buch; er hatte schon große Erfolge gefeiert und eine Menge Preise für seine Romane und Biographien, allesamt historischer Natur, eingeheimst. Stets erwiesen sich seine Recherchen als ausgesprochen detailgenau, und alles, was von der historischen Wahrheit, so wie die Historiker sie zu kennen glaubten, abwich, hielten die Leser und Kritiker für gut erfunden. Woher sollten all diese Narren auch wissen, dass de Franchamps über eine unermessliche und unglaubliche Verbindung zur anderen Seite, ins Totenreich nämlich, verfügte, und so alle seine Recherchen bei den Betroffenen selbst durchführen konnte?

Nicht immer waren die Geister der Toten willig gewesen, doch der Bretone verfügte über derart starke Beschwörungsformeln, dass den Dahingeschiedenen keine andere Möglichkeit blieb, als seine Fragen zu beantworten. Nichts war erfunden, von dem, was er geschrieben hatte, doch das konnte Didier niemandem erzählen außer den Mitgliedern seines Ordens. Aber die halfen ihm ja sowieso, denn solche starken Zauberkünste konnte einer allein nicht mehr durchführen, dazu war die geistige Kraft von mindestens sieben Leuten notwendig.

Heute allerdings, an diesem besonderen Tag, würden gleich dreizehn Menschen zusammenkommen, dreizehn Brüder und Schwestern, die bereit waren, all ihre Kraft auf einen Punkt zu bündeln, um so eine erneute Lebensverlängerung für ihren Großmeister Didier de Franchamps zu erreichen.

Leise vor sich hin lachend verließ der Bretone sein Haus, grüßte freundlich auf der Straße den Pfarrer, der eilig einem seiner Schäfchen zulief, und schlug dann den Weg zum Turm ein.

Der Turm war mehr oder weniger eine Ruine, ein Überbleibsel aus längst vergangenen Zeiten, als der Templerorden in allen größeren Städten eine Komtur oder einen Temple unterhielt.

Heute galt der Turm als romantischer Platz für ein Stelldichein, oder auch als Ort der Inspiration für einen anerkannten Schriftsteller; der Bretone erweckte also keinerlei Aufmerksamkeit, als er mit festen Schritten, aber nicht besonders eilig, der Ruine zustrebte.

Niemand in dieser Stadt, außer den wenigen Eingeweihten, hatte die geringste Ahnung, dass sich unter der Turmruine ein ganzes Labyrinth aus Gängen und Kammern befand, und einem großen Altarraum, in dem heute die Beschwörung stattfinden würde.

Nicht alle zwölf Mitglieder des inneren Zirkel konnten es wagen, auf so öffentliche Weise auf die Ruine zuzugehen, aber es gab noch zwei weitere Eingänge in das Labyrinth, wo es kaum auffallen konnte, dass jemand sie benutzte.

Didier de Franchamps betrat den Turm durch eine Öffnung, die schon seit mindestens zwei Jahrhunderten keine Tür mehr besaß. Zielstrebig ging er durch den Eingangssaal, in dem Wildkräuter in allen Spalten im Fußboden und aus den Mauerritzen sprossen, wandte sich dann nach links, bis er irgendwann vor einer Mauer stand, wo es scheinbar kein Weiterkommen gab. Die Finger des Mannes tasteten die breiten Spalten zwischen den Steinen ab, bis er fand, was er suchte, gleich darauf klackte es irgendwo, und ein Teil der Mauer schwenkte nach innen, eine Treppe kam zum Vorschein, die in ein endloses Dunkel zu führen schien. Der Bretone nahm eine starke Taschenlampe, die er bei sich trug, und schritt die ersten Stufen hinab, mit einem zielsicheren Griff, dieses Mal ohne zu suchen, betätigte er den Hebel, der die Mauer zurückschwingen ließ, von außen würde jetzt nichts mehr zu sehen sein.

Didier zählte die Stufen abwärts, die zehnte bis dreizehnte Stufe durfte nicht betreten werden, sie lösten eine geschickt angebrachte Falle aus, die ein Uneingeweihter nicht überleben würde.

Weiter ging der Weg, bis die Treppe irgendwann zu Ende war, dann folgte der Bretone dem rechten Gang weiter. Nach einiger Zeit, rechts und links gab es eine Reihe von verschlossenen Türen, kam er dann in einem relativ großen Raum heraus, der kreisrund war. In der Mitte befand sich ein hüfthoher Granitstein, schmucklos bis auf vier Kerzenleuchter an den Ecken. Eisenketten hingen bis zum Boden hinab, doch der Altar, um einen solchen handelte es sich offensichtlich, war leer. Nur dunkle Flecke auf dem grauen Stein ließen erahnen, wozu dieser Opferstein diente. Aber das war ja nun wirklich nichts, was den Mann hier schocken konnte, schließlich war er dafür verantwortlich, dass dieser Altar seiner Bestimmung gemäß benutzt wurde.

In der Wand gab es drei Türen, eine davon öffnete de Franchamps und betrat den angrenzenden Raum. Hier brannten bereits einige Kerzen und beleuchteten die kleine Kammer mit einem warmen, gelblichen Schein. Vier Männer befanden sich schon hier, sie trugen weiße Kutten mit einem schwarzen Kreuz auf der Brust, das auf dem Kopf stand. Und doch handelte es sich bei diesen Leute nicht einfach um Teufelsanbeter.

Didier zog sich aus und streifte ebenfalls eine weiße Kutte über, bei ihm jedoch war das Kreuz rot, immerhin handelte es sich hier um den Großmeister.

Seine stahlblauen Augen hefteten sich auf einen der Brüder, einen noch recht jungen Mann mit leuchtend blonden Haaren.

„Ist alles bereit, Bruder?", fragte er, und der Blonde nickte.

„Wir haben eine junge Frau besorgt, Großmeister. Ihre Seelenkraft wird dir gefallen und neue Kräfte verleihen."

„Gab es Schwierigkeiten?"

Der Blonde zuckte die Schultern. „Nicht sehr. Und so schnell wird sie niemand vermissen, sie lebte allein."

„Sind die anderen schon da?" Die anderen, das war der äußere Zirkel, die acht Mitglieder, die noch nicht die höheren Weihen erhalten hatten, so wie diese fünf hier.

Didier fand kein Wort des Dankes an die Brüder, welche die Vorarbeit geleistet hatten, es schien für den Großmeister völlig normal, dass seine Befehle und Wünsche widerspruchslos ausgeführt wurden.

„Sie befinden sich alle auf dem Weg hierher." Das war einer der anderen vier, ein schon älterer Mann, der einen nervösen Eindruck machte. De Franchamps musterte ihn. Robert schien nicht nur nervös, nein, er hatte Angst, das konnte man förmlich riechen. So ein Unsinn! Es gab nichts, wovor ein Mitglied dieses Geheimbundes Angst haben sollte, Angst haben durfte.

Aber diese Engländer, zu denen Robert gehörte, waren immer schon ein bisschen zimperlich gewesen. Vielleicht war es an der Zeit, diesen Mann auszutauschen. Leider war er schon zu alt, um als Opfer in Frage zu kommen, bedauerlich, wirklich bedauerlich. Aber nun gut, heute würde es noch einmal so gehen müssen.

Der Bretone öffnete nun wieder die Tür, und draußen im Altarraum hatte sich einiges geändert in der relativ kurzen Zeit.

Auf dem Granit lag jetzt eine junge, rothaarige Frau, völlig nackt, mit einem Knebel im Mund, der sie am Schreien hinderte, und mit blanker Panik in den Augen. Die schwarzen Kerzen, die jetzt in die Leuchter gesteckt worden waren, flackerten ein wenig durch den Luftzug, und wabernde Schatten entstanden an den Wänden, denn acht weitere Personen in weißen Kutten, die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, ...

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