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Murphy und das Juwel des Killer-Götzen (Dämonenjäger Murphy)

Alfred Bekker, Theo Klein

Murphy und das Juwel des Killer-Götzen (Dämonenjäger Murphy)

Cassiopeiapress Horror





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Murphy und das Juwel des Killer-Götzen

Theo Klein & Alfred Bekker

© Alfred Bekker/CassiopeiaPress

All rights reserved.

Ein CassiopeiaPress E-Book.

Ausgabejahr dieser Edition: 2014

www.AlfredBekker.de

Postmaster@AlfredBekker.de

Titelbild: Steve Mayer

„Dämonenjäger Murphy“ wurde geschaffen von Marten Munsonius und zur Serie entwickelt von Alfred Bekker (Henry Rohmer).

1.

Sie hatte das giftgrüne Flackern in Steves Augen nicht gesehen.

Und das war ihr Verhängnis.

Sie stand nackt vor ihm und sah ihn triumphierend an. Ihre großen, wohlgeformten Brüste schimmerten im fahlen Mondlicht, das durch das Fenster herein schien. In der Rechten hielt sie eine Sandale wie eine Waffe in der Hand.

"Ich habe sie gekriegt!", rief sie und warf ihre lange dunkle Mähne nach hinten, sodass sie über die Schultern fiel.

"Ja", murmelte er abwesend.

"Weißt du überhaupt, wovon ich rede?"

"Nein."

"Von der Mücke!"

Sie seufzte und kam auf ihn zu.

Von draußen war das Rauschen des Meeres zu hören. Es war eine heiße Nacht, selbst hier in Steves Strandhaus, das direkt am schneeweißen Strand von St. Petersburg, Florida lag. Es gehörte ihm nicht und eigentlich war es auch dazu gedacht, ein gutes Dutzend Surfbretter unterzubringen, anstatt darin zu übernachten. Trotzdem wohnte Steve hier, seit Tom Clayburn ihn als Lehrer für seine Surfschule angestellt hatte.

Warum auch nicht?

Clayburn hatte dadurch jemanden, der umsonst seine Bretter bewachte. Und Steve Carter hatte nicht viele Sachen, die er unterbringen mußte.

Hauptsache, das Bett war breit genug, um darauf mit einer seiner zahlreichen Eroberungen herumtoben zu können.

Und das Bett, das er dort vorgefunden hatte, war breit. Clayburn hatte es dort nur abgestellt, weil er es aus irgendeinem Grund nicht wegschmeißen wollte. Die Matratze war mottenzerfressen und es quietschte höllisch.

Aber breit war es.

Schweiß stand Steve auf der Stirn. Er trug noch immer Shorts und ein T-Shirt und sie fragte sich warum. Irgend et- was stimmte nicht mit ihm...

Schon die ganzen letzten Tage...

Sie seufzte.

Auch ihr perlte der Schweiß von der Haut.

Am Wasser war es immer etwas frischer als im Landesinnern, aber im Augenblick schien es so, als wäre dieser Unterschied nicht zu spüren.

Sie setzte sich neben ihn auf das Bett.

"Steve!", sagte sie. "Sag mal, bist du jetzt sauer?"

"Nein."

"Sieht aber so aus!"

"Und wenn schon!"

Sie stemmte die Arme in die geschwungenen Hüften und erklärte dann: "Wenn ich eine Mücke hier summen höre, kann ich nun mal keinen Sex machen, das ist doch wohl zu kapieren, oder?"

"Klar."

"Du bist doch sauer..."

Ihre Hand fuhr über seinen Rücken und sie konnte die Verspannung deutlich spüren.

Das T-Shirt war schweißnass.

"Warum ziehst du das blöde Ding nicht endlich aus?"

Sie schob hoch, aber seine Hand fasste ihr Handgelenk.

"Nein", sagte er, aber sie nahm den Widerspruch nicht ernst. Sie lachte und zeigte dabei ihre makellosen Zähne. "Ich weiß nicht, welche Laus dir über die Leber gelaufen ist, aber ich weiß, wie ich sie vertreiben kann..."

"Hör mal..."

Sie lachte. Die schweren Brüste hüpften im Rhythmus ihres Gelächters auf und nieder. Dann umhalste sie ihn und wollte ihn auf das Bett hinabziehen. Aber er blieb eigenartig starr. Ihre Hand fuhr ihm über den Rücken.

"Laß das..."

"Steve..."

Ihr Gelächter verebbte von einem Moment auf den anderen. Blankes Entsetzen schwang in ihrem Tonfall mit. Ihre Hand hatte eine Stelle zwischen seinen Schulterblättern berührt, die sich selbst das T-Shirt eigenartig hart anfühlte.

Hart wie Stein!, dachte sie.

"Vielleicht ist es besser, du gehst nach Hause und wir treffen uns ein anderes Mal..."

"Spinnst du jetzt völlig, Steve?"

"Ich bring dich nach Hause..."

"Dann sag mir erst, was das da ist!"

Irgendetwas schimmerte unter dem Baumwollstoff hervor...

Ihre dunklen, kräftigen Augenbrauen bildeten eine Schlangenlinie, mit der sich das Befremden ausdrückte, das sie empfand.

Mein Gott!, dachte sie. War er deswegen in letzter Zeit immer so zugeknöpft gewesen? Und das im wahrsten Sinne des Wortes... Als sie ihn kennen gelernt hatte, hatte sie tagelang gar nicht gewusst, dass er überhaupt ein T-Shirt besaß.

Und dann...

Er hat sich verändert!, dachte sie und versuchte dabei verzweifelt, sich an das zu erinnern, was wohl geschehen war.

Sie deutete auf das Ding auf dem Rücken. Und ehe er etwas dagegen ausrichten konnte, hatte sie den ohnehin ziemlich ausgeleierten Kragen seines T-Shirts zu sich herangezogen und noch mehr geweitet. Sie blickte auf die gebräunte Haut darunter und...

Ein grünliches Schimmern...

Es war ein giftiges Grün. Etwas Hartes, das aussah, wie ein auf geheimnisvolle Weise leuchtender Juwel war in Steves Rücken eingelassen, so als hätte man ihn dort regelrecht hineinoperiert...

Sie schauderte.

Ihr Blick hing eine Sekunde lang wie hypnotisiert an diesem geheimnisvollen giftgrünen Feuer, das dort zu brennen schien.

Er wirbelte herum und sah sie an.

"Steve, was zum Teufel ist das da auf deinem Rücken?"

"Ich weiß es nicht."

"Warst du beim Arzt?"

"Wieso sollte ich zum Arzt gehen, mir geht es gut!"

Ihr Mund stand offen vor Schrecken, als sie das grüne Funkeln jetzt auch in seinen Augen sah.

"Steve..."

"Ich war am Strand", sagte er. "Und da lag dieser Stein... Ich habe ihn mitgenommen und auf den Nachttisch gelegt. Was während der Nacht passiert ist, weiß ich nicht. Am nächsten Morgen war das Ding so fest in meinen Rücken hineingewachsen, dass..."

"Steve, du musst etwas unternehmen?"

"Hör auf!"

"Steve!"

"Auch, wenn du nicht kranken versichert bist, es kann um dein Leben gehen! Wer weiß, was das ist, das du da gefunden hast..."

"Ich sagte: Hör auf!", schrie er sie an und ein Zittern durchlief seinen Körper. Sie wich von ihm zurück, erhob sich und blickte sich nach ihren Kleidern um.

Sie fand sie nicht.

Ihre vollen Lippen öffneten sich halb.

Pure Angst leuchtete in ihren großen Augen, gemischt mit Unglauben.

"Ich habe dir gesagt, dass du gehen sollst!", rief Steve dann, beinahe hysterisch. Sein Gesicht war rot angelaufen. Die Adern an seinen Schläfen traten deutlich hervor und pulsierten.

Und die Augen...

Wie glühende Kohlen, in denen ein dämonisches Feuer brannte.

Ihre Brust hob und senkte sich in immer schnellerem Rhythmus.

Angst schnürte ihr die Kehle zu und so kam kein Laut über ihre Lippen.

"Steve, ich..."

"Ich habe es dir gesagt!", flüsterte er dann zitternd und es klang wie eine vorweggenommene Entschuldigung für das zu sein, was folgen sollte.

Er stand ebenfalls auf.

Sein Mund öffnete sich wie bei einem wilden Tier. Die grünlich leuchtenden Augen blitzten. Er schien nicht mehr Herr seiner selbst zu sein... Seine Bewegungen wirkten wie bei einer Puppe, die gegen ihren Willen voranbewegt wird. Er schien sich dagegen zu sträuben, sodass die Schritte unsicher und schwankend wirkten. Ein dumpfes Knurren ging von ihm aus.

Sie wich bis zur Tür zurück und öffnete sie halb. Ihre Nacktheit schien sie jetzt nicht mehr zu kümmern.

Unverständliche Laute, die nur noch entfernt an eine menschliche Stimme erinnerten, kamen jetzt tief aus seiner Brust heraus und sein ganzer Körper bebte.

Und dann - kurz bevor sie hinaus in die Nacht fliehen konnte - kamen die Strahlen aus seinen Augen heraus. Sie schossen wie spitze Nadeln durch das Halbdunkel des Strandhauses und trafen sich in Höhe des Bauchnabels auf ihrem Körper.

Ein Schrei gellte durch die Nacht.

Und binnen Sekunden entstand ein stechender, verbrannter Geruch. Ihr Fleisch verdampfte und weißlicher, übel riechender Rauch entstand. Mit einem grausamen Zischen fraßen sich die Strahlen vorwärts, schälten das Fleisch Stück für Stück vom Knochen und lösten es in Nichts auf.

Eben noch war ihr Gesicht das Abbild ihres gefrorenen Schreckens gewesen - schon wurde in atemberaubender Geschwindigkeit völlig entstellt, bis nichts mehr davon übrig blieb, außer einem dunklen, verkohlten Totenschädel. Hautpartien und Sehnenstränge begannen zu dampfen, wurden weich wie gekochtes Hühnerfleisch und lösten sich dann in weißem Rauch völlig auf.

Ihr Hals...

Nur einen Sekundenbruchteil später war die Wirbelsäule zu sehen. Sie ähnelte einem verkohlten Strauch.

Das Blut, das hin und wieder hervor schießen wollte, verdampfte schneller, als dass es den Boden erreichte...

Wankend und längst ohne Leben stand ihr Körper noch einen Augenaufschlag lang da.

Das, was dann wenig später auf den Boden krachte, war nichts weiter, als ein verkohltes Skelett. Nur am Schädel waren noch einige Muskelfetzen zurückgeblieben und an einem Stück Kopfhaut war noch ein klein wenig von dem geblieben, was einstmals eine wundervolle Haarmähne gewesen war...

Steve atmete tief durch. Das grüne Leuchten in seinen Augen pulsierte jetzt. Er wankte voran, beugte sich nieder und versuchte, die Überreste der jungen Frau vollständig den Raum hineinzuziehen. Der Geruch war bestialisch. Steve fasste nach dem, was von ihrem Bein geblieben war und versuchte zu ziehen. Aber die Knochen zerbröselten unter seinen Fingern zu feinem Aschestaub.

Er wurde ungeduldig.

Dumpf knurrte er einen tierischen Laut heraus und zog wütend die Tür zu. Der Schädel wurde dabei herumgerollt. Die Nase zerfiel zu Pulver, der halbe Kiefer ebenfalls.

Ein seltsames Gemisch verschiedenster Empfindungen wogte jetzt in ihm.

Hass war darunter.

Aber er wusste nicht, worauf.

Und Trauer.

Aber er wusste nicht worüber. Da war etwas in ihm, das so unsagbar fremd war...

Er wankte in Richtung Bett. Ein bleiernes Gefühl der Müdigkeit hatte ihn auf einmal erfasst. Eine Müdigkeit, die über jedes natürliche Maß hinauszugehen schien. Er dachte an den Tod...

Oft hatte er in letzter Zeit an den Tod gedacht, obwohl das eigentlich nie seine Art gewesen war. Aber es hatte sich alles verändert, seit jenem Augenblick, als er diesen seltsamen Stein am Strand gefunden hatte.

Das Juwel, wie er es genannt hatte.

Steve plumpste auf das Bett.

Und dann umgab ihn erst einmal nur noch namenlose Dunkelheit.

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