Logo weiterlesen.de
Multiple City

HERAUSGEGEBEN VON | EDITED BY SOPHIE WOLFRUM UND | AND WINFRIED NERDINGER

IN ZUSAMMENARBEIT MIT | TOGETHER WITH SUSANNE SCHAUBECK

FOTOGRAFISCHE LEITUNG | DIRECTOR PHOTOGRAPHY MARKUS LANZ

ARCHITEKTURMUSEUM DER TECHNISCHEN UNIVERSITÄT MÜNCHEN

LEHRSTUHL FÜR STÄDTEBAU UND REGIONALPLANUNG DER TECHNISCHEN UNIVERSITÄT MÜNCHEN

1        GARTENSTADT | STADTLANDSCHAFT

GARDEN CITY | URBAN LANDSCAPE

2        FUNKTIONALE STADT | PATCHWORK CITY

FUNCTIONAL CITY | PATCHWORK CITY

3        REGION ALS STADT | NETZSTADT

REGION AS CITY | NETWORK CITY

4        TESSUTO URBANO | STADT ALS KOLLEKTIVES GEDÄCHTNIS

TESSUTO URBANO | CITY AS COLLECTIVE MEMORY

5        REGENERATION DER STADT | STADTUMBAU

URBAN REGENERATION | URBAN RENEWAL

6        STADTBAUKUNST | ARCHITEKTUR DER STADT

URBAN DESIGN | ARCHITECTURE OF THE CITY

7        GENIUS LOCI | ORT UND ATMOSPHÄREN

GENIUS LOCI | PLACE AND ATMOSPHERES

8        SITUATIVER URBANISMUS | PERFORMATIVER URBANISMUS

SITUATIONAL URBANISM | PERFORMATIVE URBANISM

9        MOBILE STADT | TELEPOLIS

MOBILE CITY | TELEPOLIS

10      GESUNDE STADT | NACHHALTIGE STADT

HEALTHY CITY | SUSTAINABLE CITY

11      SOZIALER WOHNUNGSBAU | LIFESTYLE URBANISMUS

SOCIAL HOUSING | LIFESTYLE URBANISM

12      PLEASURE CITY | CITY OF PERFECTION

PLEASURE CITY | CITY OF PERFECTION

13      STADT ALS BILD | URBAN ICON

CITY AS IMAGE | URBAN ICON

14      NEW TOWNS | NEW CAPITALIST CITY

NEW TOWNS | NEW CAPITALIST CITY

15      TERRITORIUM STADT | STADT ALS BEUTE

TERRITORY CITY | CITY AS PRIZE

16      MYTHOS METROPOLIS | MYTHOS MEGACITY

THE MYTH OF METROPOLIS | THE MYTH OF MEGACITY

Vorwort

Preface

Landschaftsurbanismus | Sören Schöbel-Rutschmann

From Urban Growth to Mega-Urban Landscape | Detlev Ipsen

(Dys)Functionalism in a Post(sub)urban Landscape | Bart Eeckhout, Steven Jacobs

Innovationsland: Tussenland | Rainer Johann

Broadacre City and Sprawls | Robert Bruegmann

Open System Network | Gunther Laux

Stadt als gebautes und kollektives Gedächtnis | Winfried Nerdinger

Stadtquartiere vom Webstuhl | Sylvain Malfroy, Frank Zierau

Learning from London | Cordelia Polinna

Creative Leipzig. Stadt als Beziehungslandschaft | Iris Reuther, Andreas Paul

Architektonische Urbanistik | Sophie Wolfrum

Wie kommt der Entwurf zur Stadt? | Josef Rott

The Richly Designed Street | Coy Howard

Landschaft als Geschehen der Natur und der Stadt | Martin Seel

Lebendige Orte oder: die Spuren der Berührung | Ina-Maria Greverus

Performance, Risk and the Public Realm | Iain Borden

Fußgänger in der nackten Stadt | Jörg Dünne

Multiple Mobilities. Mobilität in der modernisierten Moderne | Wolfgang Bonß

What Happened to the Temporary Private Zones? | Doris Zoller

Urbane Nachhaltigkeit – eine Utopie? | Rolf Peter Sieferle

Sustaining = Synergizing? Cities in Anticipation | Cornelia Redeker

A Toda Costa | Markus Lanz, Sophie Wolfrum

Zeeland Pr[i]vince | Marisol Rivas-Velázquez, Christian Schmutz

Cities of Perfection: Stadtfluchten oder Stadtversprechen | Regina Bittner

The Shopping Centre as an Urban Innovator? | Alex Wall

Raumdogma und Architekturbild | Gerd de Bruyn

Im Bilde sein | Alban Janson

Cities Without History | Neville Mars

Zweierlei Städte | Christoph Luchsinger

In Europa mehr Initiative und Kraft entwickeln | Stephan Lanz

Re-codifying Territories of Exclusion | Marcos Leite Rosa

Capitalising Urban Myth | Ole Bouman

The Endless City | Ricky Burdett

Biografien

Biographies

Bildnachweis | Image Credits

Leihgeber, Dank | On loan from, Thanks

1

GARTENSTADT
STADTLANDSCHAFT

GARDEN CITY
URBAN LANDSCAPE

GARTENSTADT | STADTLANDSCHAFT

Wohnen im Garten war in vielen Gesellschaften eine Utopie, die nur für Wohlhabende Wirklichkeit werden konnte. Die venezianische Oberschicht hatte ihre Villen auf der Terraferma, der europäische Adel seine Sommerresidenzen, der Bürger in Deutschland im 19. Jahrhundert seine Sommerfrische draußen vor der Stadt. Der Garten hat schon immer eine Antithese zur Zumutung städtischer Enge und gesellschaftlicher Zwänge geboten. Als im 19. Jahrhundert die Städte im Zuge der Industrialisierung wuchsen und die Lebensbedingungen der Massen unerträglich wurden, war es naheliegend, auf diese Heterotopien zurückzugreifen. Das Gegenmodell lag bereit.

So ist es verständlich, dass Ebenezer Howards Buch Garden Cities of Tomorrow Anfang des 20. Jahrhunderts eine solch immense Bedeutung erhalten konnte. Das Modell einer Stadt im Grünen, in Gärten, das die Vorteile von Stadt und Land vereinen und deren Nachteile vermeiden will, war geboren, und Realitäten werden bis heute an diesem Modell der Gartenstadt gemessen. Im Konzept der Gartenstadt können sich unterschiedlichste politische Positionen wiederfinden, hier bilden Sozialreformer, Lebensreformer und Stadtfeinde eine Allianz. Faktisch sind die frühen sogenannten Gartenstädte in Deutschland meist kleine Werkssiedlungen für Arbeiter und keine vollständigen Städte. Die erste Gartenstadt, das von Barry Parker und Raymond Unwin geplante Letchworth in England, wurde zum Vorbild für die NewTowns der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In den USA entwickelten Clarence Stein und Henry Wright 1929 für Radburn eine Typologie, die weltweit Schule machte – so sehen Wohnviertel noch heute in der ganzen Welt aus. Die Gartenstadt ist in dieser reduzierten Form einer Wohnsiedlung im Grünen das Erfolgsmodell unter allen städtebaulichen Konzepten geworden.

Die Gartenstadt sollte einst die Stadt reformieren. Radikaler noch ist das Konzept der Stadtlandschaft: die Auflösung der Städte in die Landschaft. Zu Beginn ist sie eine Utopie, die zum Beispiel von Bruno Taut mit schwärmerischen Skizzen illustriert wird. Schon da tauchen organische Formen auf, die an Vögel, Schmetterlinge oder Lungenflügel erinnern. Zugleich hat die Stadtlandschaft ihren Ursprung in der Kulturgeografie. Sie findet sich als Leitbild in verschiedenen Ausprägungen bei der Avantgarde der Zwischenkriegszeit aber auch bei den reaktionären Zuträgern völkischer Konzepte von Siedlungszellen in der Zeit des Nationalsozialismus.

Dieses ideologische Gemenge taucht scheinbar unpolitisch in den Wiederaufbaukonzepten nach dem Krieg, in den großen städtebaulichen Wettbewerben und in den alltäglichen Programmen jener Zeit wieder auf. Hans Bernhard Reichow setzt seine Organische Stadtbaukunst in Siedlungen um, Hans Scharoun will Berlin als ein weites offenes Gefüge im Tal der Spree auflockern, die neue Hauptstadt Brasilia hat den Grundriss eines Vogels, der seine Flügel in die Landschaft ausbreitet. Das sind nur wenige Beispiele für einen universellen Trend, in dem sich Großstadtfeindschaft jeglicher politischer Couleur einnisten kann. Wohnen im Garten? Die Freiheit der Landschaft? Dieser utopische Kern ist den Städten dieser Zeit kaum noch anzusehen. Nur selten haben die weiten Flächen den Charme von Gärten oder die Weite und Offenheit von Landschaft.

Stadtlandschaft in diesem programmatischen Sinn ist Vergangenheit, eine abgelegte Ideologie. Auf andere Art ist sie jedoch wieder aktuell geworden: als reale Erscheinungsform zeitgenössischer Städte. Wir nennen das heute Zwischenstadt oder Tussenland, Stadtlandschaft oder urban landscape. Der Traum vom Wohnen im eigenen Haus im eigenen Garten, außerhalb der Stadt und scheinbar auf dem Land, ist ungebrochen. Das Gemenge von Landschaft, Siedlungsflecken und Infrastrukturen in den Stadtregionen der Welt hat die frühen Visionen von Stadtlandschaft weit übertroffen. So ist es nicht verwunderlich, dass in der gegenwärtigen Urbanistik Landschaft in den Fokus großräumiger entwerferischer Strategien kommt: landscape urbanism. | SW

Literatur: Bruegmann, Robert, Sprawl. A compact history, Chicago/London 2006 | Corner, James, Recovering Landscape. Essays in Contemporary Landscape Architecture, New York 1999 | Durth, Werner/Gutschow, Niels, Träume in Trümmern. Planungen zum Wiederaufbau Zerstörter Städte im Westen Deutschlands 1940– 1950, Bd. 1: Konzepte, Braunschweig 1988 | Frijters, Eric/Hamers, David/Johann, Rainer u. a. (Hg.), Tussenland, NAi Uitgevers/Ruimtelijk Planbureau, Rotterdam/Den Haag 2004 | Göderitz, Johannes/Rainer, Roland/Hoffmann, Hubert, Die gegliederte und aufgelockerte Stadt, Tübingen 1957 | Howard, Ebenezer, To-morrow. A Peaceful Path to Real Reform, London 1898; Garden Cities of Tomorrow, London 1902; Gartenstädte in Sicht, 1. deutsche Ausgabe, Jena 1907 | Reichow, Hans Bernhard, Organische Stadtbaukunst. Von der Großstadt zur Stadtlandschaft, Braunschweig 1948 | Sieverts, Thomas, Zwischenstadt, Braunschweig/Wiesbaden 1997 | Stein, Clarence, Towards New Towns for America, Liverpool 1951 | Taut, Bruno, Die Auflösung der Städte oder Die Erde eine gute Wohnung oder auch Der Weg zur Alpinen Architektur, Hagen 1920 | Unwin, Raymond, Town Planning in Practice, London 1909

GARDEN CITY | URBAN LANDSCAPE

In many societies living in the garden was a utopia that could only become reality for the wealthier sections of the population. The Venetian upper class had its villas on terraferma, the European aristocracy had its summer residences, the German bourgeois of the nineteenth century had its summer resorts outside the city. The garden has always been the antithesis of extreme urban overcrowding and social constraints. When cities began to mushroom in the nineteenth century, industrialisation and the living conditions of the masses became intolerable, and it seemed only natural to fall back on these heterotopias. The counter-model was at hand.

Thus, it is not difficult to understand why Ebenezer Howard’s book Garden Cities of Tomorrow gained such immense relevance at the beginning of the twentieth century. The model of a city in the countryside was born in gardens that united the advantages of city and country and avoided their disadvantages; and today realities are still measured against this model of the garden city. Different political positions resurface in the concept of the garden city; social reformers, life reformers, and adversaries of the city form an alliance. In reality, the early so-called Gartenstädte in Germany were predominantly modest Werkssiedlungen (company housing estates) for workers and not self-contained cities. Letchworth, England’s first garden city, planned by Barry Parker and Raymond Unwin, became the model for the New Towns of the second half of the twentieth century. In the USA, Clarence Stein and Henry Wright developed a typology for Radburn in 1929 that set a global precedent – even today many residential areas all over the world are laid out in this manner. In this reduced form of a residential area embedded in the landscape, the garden city has become the model of success for all urban planning concepts.

The garden city was once intended to reform the city. Even more radical is the concept Stadtlandschaft: the disintegration of cities into the landscape. At the beginning it is a utopia, as illustrated, for example, in effusive sketches by Bruno Taut. Soon organic shapes emerge – reminiscent of birds, butterflies, or lobes of the lung. At the same time, urban landscape had its origins in cultural geography. It is to be found as a model in various forms in the avant garde of the interwar period, as well as the reactionary informers of nationalist concepts for neighbourhood cells in the era of National Socialism.

This ideological mixture reemerges apparently non-politically in rebuilding concepts after World War II, in major urban planning competitions, and everyday programmes of that era. Hans Bernhard Reichow implemented his Organische Stadtbaukunst (Organic City Planning) in housing developments, Hans Scharoun wanted to disperse Berlin as a loose structure in the valley of the River Spree, the new capital city of Brasilia is laid out like a bird spreading its wings over the landscape. These are only a few examples of a universal trend in which hostility of any political colour towards the big city can implant itself. Living in the garden? Freedom of the landscape? This utopian core can hardly be recognised in the cities of this era. Rarely do the broad expanses have the charm of gardens or the openness of the landscape.

Urban landscape in this programmatic sense belongs to the past, a castoff ideology. However, it is back on the agenda in another form: as a real manifestation of contemporary cities. Today we call this Zwischenstadt or Tussenland, Stadtlandschaft or urban landscape. The dream of living in one’s own house in one’s own garden, outside the city and ostensibly in the country, is unbroken. The blend of landscape, settlements, and infrastructure in the world’s urban regions has far exceeded the early visions of urban landscape. So it is not surprising that landscape has become the focus of spacious design strategies in urban planning: landscape urbanism. | SW

Bibliography: Bruegmann, Robert. Sprawl. A Compact History, Chicago/London 2006 | Corner, James. Recovering Landscape. Essays in Contemporary Landscape Architecture, New York 1999 | Durth, Werner/Gutschow, Niels. Träume in Trümmern. Planungen zum Wiederaufbau Zerstörter Städte im Westen Deutschlands 1940–1950, Vol. 1: Konzepte, Braunschweig 1988 | Frijters, Eric/Hamers, David/Johann, Rainer et. al. (eds.), Tussenland, NAi Uitgevers/Ruimtelijk Planbureau, Rotterdam/Den Haag 2004 | Göderitz, Johannes/Rainer, Roland/Hoffmann, Hubert. Die gegliederte und aufgelockerte Stadt, Tübingen 1957 | Howard, Ebenezer. Tomorrow. A Peaceful Path to Real Reform, London 1898; Garden Cities of Tomorrow, London 1902 | Reichow, Hans Bernhard, Organische Stadtbaukunst. Von der Großstadt zur Stadtlandschaft, Braunschweig 1948 | Sieverts, Thomas, Zwischenstadt, Braunschweig/Wiesbaden 1997 | Stein, Clarence, Towards New Towns for America, Liverpool 1951 | Taut, Bruno, Die Auflösung der Städte oder Die Erde eine gute Wohnung oder auch Der Weg zur Alpinen Architektur, Hagen 1920 | Unwin, Raymond, Town Planning in Practice, London 1909

LANDSCHAFTSURBANISMUS | Sören Schöbel-Rutschmann

Seit hundert Jahren denken Städtebauer in Deutschland darüber nach, wie Stadt und Landschaft zum gegenseitigen Vorteil verbunden werden können. Heute wissen wir, dass sich die Stadt weder durch totale Sanierung nach innen noch durch partielle Zersiedelung nach außen glücklich in die Landschaft aufheben lässt. Der Kampf gegen die sozialen, ästhetischen und ökologischen Zumutungen der verdichteten Spekulantenstadt hat vielmehr dazu geführt, dass auch deren entsprechende Qualitäten verblassten. Zudem entwickelten sich die peripheren Landschaften zu fragmentierten, unansehnlichen und ressourcenfressenden Zonen. Unabhängig davon, ob diese Situation nun beabsichtigte Folge oder unerwünschte Nebenfolge der Emanzipation des Individuums und der sozialen Verhältnisse in Stadt und Landschaft ist, haben sich die urbanistischen Disziplinen nunmehr um zwei verschiedene Baustellen zu sorgen: Neben die Aufgabe, die europäische Stadt fortzuschreiben, tritt die Notwendigkeit, die urbanisierten Landschaften zu entwickeln.

Stadtlandschaft

Die Utopie der Verbindung von Stadt und Landschaft begleitet den modernen Städtebau seit seinen Anfängen. Einmal mehr wurde sie in den 1940er Jahren von Albert Speer und Hans Scharoun in extrem gegensätzlichen und doch in dem Ideal einer Stadtlandschaft verwandten Plänen formuliert. Beide Pläne entstanden als Modell zur Totalrevision der durch den Krieg „aufgelockerten“ Stadt. Speers Modell beinhaltete zum einen eine gigantomanische Fantasie von Stadtkrone, cardo und decumanus, zum anderen aus Nutzflächen und malerischen Bildern vermischte Landschaftszüge, die tief in die Stadt hineinreichten. Zu deren Rändern hin reduzierte sich der urbane Raum auf die Dichte einer Gartenstadt. Scharouns Plan sah hingegen ein durch die Strukturen der Naturlandschaft, vor allem aber durch ein Autobahnraster gegliedertes Band aus Parkbebauungen und so romantischen wie zweckdienlichen Grünanlagen vor. Auch ihm diente das Stadtmuster zur Steigerung der als bauliche Dominanten vorgesehenen Architekturen: Theater und Universitäten.

Beide Stadtlandschaften, obwohl die eine der totalen Herrschaft und die andere der Freiheit verpflichtet waren, hatten also einerseits eine Polarität aus Zerfließendem und Konzentriertem, andererseits ein mechanisches, funktional trennendes und homogenisierendes Stadtmuster gemein. Die mechanische Homogenisierung hat sich im Baurecht verstetigt, das Ideal aus Dominante und Extensität reproduzierte sich hingegen im Selbstverständnis der folgenden Generationen von Entwurfsarchitekten und Landschaftsplanern. Während sich die räumliche Trennung von Stadt und Landschaft tatsächlich zunehmend auflöste, führten die planerischen Diskurse über die beiden kulturellen Angelegenheiten in erstaunlich unterschiedliche Richtungen.

Die Trennung von Stadt und Landschaft

Die frühen 1970er Jahre markierten in Deutschland eine Wende sowohl in den urbanistischen als auch in den Diskursen um den Begriff Landschaft. Die Ursache für die Auflösung der Städte wurde auch in den hypo- oder hyperwissenschaftlichen Methoden der Analytiker und Planer erkannt. Der französische Soziologe Henri Lefebvre nannte die Soziologen, Architekten und Urbanisten blind, weil sie versuchten, die neuen Formen gesellschaftlicher Produktion von Raum, die sich abzeichnende völlige Verstädterung, noch immer mit den Begriffen der industriellen Stadt zu erfassen.1 Stadt aber sei kein System und müsse sowohl aus einer morphologischen als auch einer sozialen Perspektive betrachtet werden. In diesem historischen Moment wurde die „Stadt selbst als privilegiertes Projekt gesellschaftlicher Prozesse“ erkannt.2 Im behutsamen Stadtumbau, in der kritischen Rekonstruktion und Revitalisierung der Stadt zeigten sich die Erfolge dieser doppelperspektivischen Analyse und Planung. Stadt erwies sich als ein soziales und ökologisches Optimum3, in dessen permanenten Formationen4 und zugleich offenen Räumen5 sich das Potenzial einer freien, in Wohlstand lebenden, sozial ausgleichenden und integrativen Gesellschaft immer wieder erneuern lässt. Dieses zugleich auf die Morphologie und die Soziologie gestützte Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Städtischen übertrug sich jedoch nicht auf die Landschaft. Landschaft erschien den Analytikern und Planern gemäß der Erkenntnistheorie Kants als eine Idee von konkret räumlicher Natur, die durch ein subjektives Geschmacksurteil bewertet wird.6 Die Natur als Landschaft kann demnach entweder ihre unbeherrschbare Gewalt offenbaren und dann dem Anschauenden ein Gefühl der Erhebung vermitteln oder in einem interesselosen Wohlgefallen als schön erkannt werden. Sie kann auch Ausgangspunkt der objektiven naturwissenschaftlichen Anschauung werden. Was so nicht erkannt werden kann, ist Landschaft als Verantwortungsbereich, als Gegenstand praktischer Vernunft, in dem das Verhältnis des Menschen zur Landschaft im Sinne eines kategorischen Imperativs geregelt würde. Die Hermeneutik Gadamers korrigiert diese rein subjektive Ästhetik der Landschaft, zeigt ihre Geschichtlich-keit und verortet die Urteilskraft im Gemeinsinn.7 So werden die Alpen erst als fürchterlich und später als schön angesehen – und heute als bedroht.8

Theorie und Praxis der Geografen und Landschaftsplaner aber beruhen auf einem distinktiven und konservierenden Landschaftsbegriff. So stuft Gerhard Hard Landschaftsbegriffe, die, wie etwa Stadtlandschaft, keine schöne und harmonische Besonderheit beschreiben, als kontradiktorische Begriffe ein, die nur eine „Verschandelung“ der Landschaft beschreiben könnten.9

Aus dem Naturschutz entwickelte sich ebenfalls in den 1970er Jahren eine flächendeckende Planung. Hierfür bedurfte es der Inanspruchnahme und Neubesetzung des Landschaftsbegriffes. Obwohl sich nun die Landschaftsplanung sowohl auf den besiedelten als auch unbesiedelten Bereich erstrecken sollte und den Naturhaushalt sowie eine soziologische Perspektive umfasste (jedoch beschränkt auf eine Erholungsfunktion und zuletzt um einen Erlebnis-wert erweitert), also grundsätzlich auf den gesamten Raum als Landschaft Bezug nahm, führte das Gesetz durch die Definition der Schutzaspekte Vielfalt, Eigenart und Schönheit ebenfalls zu einem distinktiven und konservierenden Landschaftsbegriff. Dieser wurde nicht als Zielsetzung eines Entwicklungsprinzips, sondern fatalerweise als Bewertungsmaßstab eines Bewahrungsprinzips formuliert. Damit waren all jene Landschaften stigmatisiert und planerisch marginalisiert, die den ästhetischen Kriterien in ihrem Bestand nicht genügen. Die Frage, wie sich Stadt und Landschaft verbinden lassen, wurde damit ausgerechnet dort, wo sie vordringlich zu lösen wäre, nämlich in den suburbanen Räumen, in der Regel von der Landschaftsplanung gar nicht weiter gestellt – und wenn, dann nur mit der Zielrichtung, das eine vor dem anderen zu schützen. Eine Verlandschaftlichung von Stadt galt per se als Aufwertung, eine Urbanisierung von Landschaft als Verschlechterung.

Landscape Urbanism

Die Trennung der Ideen von Stadt und Landschaft ist aber eine spezifisch europäische, vielleicht sogar deutsche Entwicklung. In den Vereinigten Staaten bildeten sich andere Diskurse aus. 1984 beschrieb der Begründer der Cultural Landscape Studies, John Brinckerhoff Jackson, Landschaft als ein „System menschengemachter Räume“, von denen eine jede als Ausdruck sich ständig verändernder Alltagswelten mit Toleranz und Respekt zu behandeln und als „wirklich ausgeglichene Landschaft“ zu gestalten sei,10 denn: „[…] so mag auch eine Landschaft ohne langfristige Ziele, ohne Struktur und Gesetz zwar paradiesisch anmuten, aber letzten Endes frustriert sie jede Suche nach einer sozialen oder moralischen Ordnung.“11 Ein solches Landschaftsverständnis, verbunden mit einer prozesshaften Vorstellung von Landschaftsökologie und einem Ideal sozialer Aneignung durch performative Prozesse der Akteure und nicht durch Determination von Räumen, legte es nahe, sich aus dieser Perspektive auch der Zukunft des Städtischen zu widmen. So entwickelten Landschaftsarchitekten der University of Pennsylvania, wie James Corner und Charles Waldheim, in den letzten Jahren eine Analyse- und Planungsmethode: „Landscape Urbanism describes a disciplinary realignment currently underway in which landscape replaces architecture as the basic building block of contemporary urbanism.“12 Zwar kommen die von den Vertretern des Landscape Urbanism zitierten Referenzbeispiele aus Europa, namentlich die Wettbewerbsbeiträge zum Parc de la Vilette in Paris von Bernard Tschumi und Rem Koolhaas (1983) und auch die Planungen von Koolhaas für die Pariser Ville Nouvelle Melun-Sénart (Koolhaas 1990). In Erinnerung an die Stadtlandschaften von Speer und Scharoun fällt es jedoch schwer, sich für die mechanisch-funktionalen patterns des US-amerikanischen und niederländischen Landscape Urbanism zu begeistern. Auch in den Vereinigten Staaten äußert sich Kritik: Gegenüber den sozialen und urbanen Qualitäten eines kulturell dichten, gewachsenen urbanen Raums wie New York City wird bemerkt, dass den Infrastrukturmustern eines mechanisch-ökologischen Landscape Urbanism schlicht die Akteure für eine performativ-urbane Aneignung der entstehenden Räume fehlen dürften.13

Die Verbindung von Stadt und Landschaft

Eine erste Position, die weniger nach dem amerikanischen mechanisch-ökologischen, sondern nach dem europäischen soziologisch-morphologischen Verständnis von Raum eine Verbindung von Stadt und Landschaft anstrebt, formulieren die beiden jüngsten deutschen Beiträge zu den Architekturbiennalen in Venedig: Auf Deutschlandschaft – Epizentren der Peripherie (2004) folgte Convertible City – Formen der Verdichtung und Entgrenzung (2006). Beide Ausstellungsprogramme suchten vorgeblich nach Verbindungen von Stadt und Landschaft. In den explizit architektonischen Konzepten erneuert sich das bereits angesprochene moderne Ideal von Dominante und Extensität. Die ausgestellten Projekte setzen sich durchweg im Sinn der von Lefebvre eingeforderten Doppelperspektive morphologisch und soziologisch mit der Architektur von Stadt auseinander – mit der Landschaft, die als suburbanes Umfeld oder Freiraum angesprochen wird, dagegen kaum.

Aber welche Potenziale liegen im Landschaftsbegriff? Sind die in den 1970er Jahren gewählten distinktiven und konservierenden Landschaftsbegriffe heute noch zwangsläufig? Zunächst lässt sich feststellen, dass die kontradiktorische Bedeutung von Stadt und Landschaft, wie sie Hard noch belegen konnte, heute nicht mehr zutrifft. Stadtlandschaft ist weder fach- noch alltagssprachlich ausschließlich negativ besetzt – „Rhein-Main Stadt-Landschaft: Eine heitere, moderat modellierte Landschaft bildet die Bühne für das Leben in der dicht besiedelten Rhein-Main-Region.“14

Auch an anderen Komposita mit „-landschaft“ lässt sich zeigen, dass eine Neuformulierung des Landschafts-begriffs möglich ist.15 In der Alltagssprache (einschließlich Medien, Werbung und Feuilletons) zeigt sich eine Emanzipation des Begriffs, die gleichzeitig seine besonderen Qualitäten verdeutlicht. In Komposita wie Medienlandschaft, Theaterlandschaft, Börsenlandschaft kommt ein Sinn von Landschaft zum Ausdruck. Er beinhaltet eine räumliche Struktur, ein offenes Ganzes, in dem die Vielfalt, die Unterschiede als Qualität erhalten sind und ein Zusammenhang konstruiert ist, der nicht beweis-, aber vermittelbar ist – und in dem sich eine eigene Qualität entwickelt. Dabei handelt es sich aber weder um distinktive noch szenische Qualitäten, Komposita mit „-landschaft“ beinhalten also nicht notwendigerweise eine Wertung und noch nicht einmal eine ausgesprochene Bildhaftigkeit. Ein zweiter Typ von Komposita mit „-landschaft“, wie Gefühlslandschaft, zeigt zudem, dass eine räumliche Ganzheit zwar beschrieben, aber nicht durch eine formale Ordnung kontrolliert werden kann (für eine kontrollierte Ordnung dient eher der Begriff Gefühlshaushalt). Diese Anwesenheit von Struktur bei gleichzeitiger Abwesenheit von Kontrolle weist aber darauf hin, dass die „-landschaften“ jeweils ein zwischen kultureller Willkür und natürlicher Unwillkürlichkeit gelegenes Spannungsfeld beschreiben. Landschaft erscheint damit differenziell16 oder, um es mit zeitgenössischen Autoren zu sagen, problematisch17 und reflexiv18. Diese Komposita beweisen nicht, dass Landschaft heute durchweg etwas anderes bedeutet. Sie erlauben aber, den Begriff der Landschaft nicht mehr nur als Geschmacksurteil oder Schutzgut zu verstehen, sondern aus einer zugleich soziologischen und morphologischen Perspektive zu einem Prinzip für die Entwicklung urbaner Räume zu erheben.

Landschaftsurbanismus

Unter den Aspekten „kollektive Räume“, „Raumerschließung“, „Raumwahrnehmung“, „Raumentwicklung“ und „Permanenz von Raum“ soll nun versucht werden, Landschaft nicht mehr als beschreibende Kategorie, sondern als Entwicklungsprinzip, als kategorischer Imperativ mit den beschriebenen Qualitäten von Urbanität zu einer neuen Verbindung zu führen. In Anlehnung an das amerikanische Modell, jedoch mit anderen Zielsetzungen, soll dies hier Landschaftsurbanismus genannt werden.

Kollektive Räume

Einem Landschaftsurbanismus fiele die Aufgabe zu, kollektive gesellschaftliche Räume zu begründen. Nun gilt Landschaft bislang nicht als soziale Verortung von Gesellschaft, sondern als Heimat von Gemeinschaft – also jener Form des Kollektivs, die im Zuge der Individualisierung verfallen muss.19 Ein Urbanismus, der Landschaft wie Stadt als Form eines gesellschaftlichen Vertrages oder einer öffentlichen Übereinkunft versteht, formuliert Landschaft daher als öffentlichen Raum, Ausdruck nicht nur von Kultur, sondern von Zivilisation. Zugänglichkeit und Gemeinge-brauch von Landschaft sind nicht nur zu gestatten (vergleiche § 56 Bundesnaturschutzgesetz), sondern als Grundrecht zu garantieren (Artikel 2 Grundgesetz). Öffentliche Landschaft bedarf offener Räume, gastlicher Orte, durchlässiger Strukturen, zentraler Konzentrationen, Orten und Zeiten der freien Zusammenkunft. Das heißt nicht, dass in urbanen Landschaften Nachbarschaft – also Gemeinschaft – keinen Ort mehr fände. Auch die Städte weisen von jeher solche Kollektive auf, Kieze und die lokalen Szenen bestimmter Milieus,20 die als Partialkulturen Anteil an den öffentlichen Räumen besitzen, sie aber nicht dominieren dürfen. Bevorzugte Orte der Zentralität sind Märkte. In urbanen Landschaften werden Malls, Einkaufszentren etc. daher nicht mehr „auf der grünen Wiese“, sondern „um die grüne Wiese herum“ angelegt, die als Fest-, Versammlungs- und Handelsort auch befestigt sein darf, aber vor allem in ihrer Dimension den Ort definiert.

Raumerschließung

Eine vergleichbare Bedeutung für den öffentlichen Raum der urbanen Landschaften, wie er den kommerziellen Zentren zufällt, ist auch den Fernstraßen und Bahnlinien zuzumessen. Ihre Linienführungen und Knotenpunkte sind nicht mehr allein den technischen Aspekten, wie Fahrdynamik und Umweltverträglichkeit, zu unterwerfen. Die Erschließung, Erfahrbarkeit und Durchlässigkeit der Landschaft sind zu gleichrangigen Zielen zu erheben. Dazu gehören die Beseitigung aller Grenzen und Sperren, aller Trennungen und Hindernisse,21 aber auch eine Führung, Dimensionierung und Bauweise, die nach dem hier vorgeschlagenen Prinzip Teil der Vielfalt und spannungsvoller Teil der Ganzheit von Landschaft zu sein hat. So formt sich eine neue Kultur der Fortbewegung in den urbanen Landschaften. Da das Reisen und das Pendeln wachsende Anteile an den individuellen Zeit- und Finanzbudgets im suburbanen Alltag in Anspruch nehmen, sollen sie nicht mehr allein unter quantitativen, sondern auch unter qualitativen Aspekten betrachtet werden: Denn je teurer, möglichst seltener und auch gezwungenermaßen langsamer das Fahren wird, umso mehr Wert wird der Qualität des Reisens zugemessen.

Raumentwicklung

Ein Landschaftsurbanismus verlässt die Prinzipien von Schutz, Eingriff und Ausgleich sowie das Verschlechterungsverbot eines Landschaftsbildes (Bundesnaturschutzgesetz) und erweitert stattdessen das Prinzip von Einfügung und Entwicklung (Baugesetzbuch) eines Landschaftszusammenhanges. Das Einfügegebot (§34 BauGB) wird über die „im Zusammenhang bebauten Ortsteile“ hinaus auf den gesamten Raum ausgedehnt und die „nähere Umgebung“ (ebenda) durch „Landschaft“ ersetzt. Einfügen heißt aber nicht allein quantitatives Einordnen (Bauweise und Grundstücks-ausnutzung), sondern landschaftliches Einfügen: Jedes Vorhaben hat einen Beitrag zu einer Vielfalt und zugleich an einer Ganzheit zu leisten, in dem es sich nicht isoliert, sondern sich zu allem anderen verhält, sich nicht gegenseitig aufhebt, sondern neue Qualitäten bildet.

Dieses Gebot und dieses Prinzip wären damit auch über alle Bebauungspläne (§30) zu stellen und müssten sich schließlich auch auf den sogenannten Außenbereich (§35) erstrecken, müssten das Bauverbot durch ein radikales Einfügungsgebot ersetzen, dem aber auch die bisher privilegierten Vorhaben unterliegen: landwirtschaftliche Anlagen, Ver- und Entsorgungsanlagen und schließlich Windenergieanlagen. Für letztere wurden an anderer Stelle Möglichkeiten der Einfügung nach einem Prinzip Landschaft aufgezeigt.22

Permanenz von Raum

Ein Landschaftsurbanismus beruht auf der Nachhaltigkeit von Form und der Wandelbarkeit der Funktion, also auf dem Modell von Permanenz, wie es Aldo Rossi für eine Architektur der Stadt gefordert hat, die die vorhandene Ordnung und damit die Kontinuität der Stadtgestalt erhält und die Landschaft als Standort und Topografie fortführt.23 Die Idee der Permanenz muss sich aber konsequenterweise auf die Landschaft selbst übertragen, von den gebauten Räumen auf die Zwischenräume, von der Parzelle auf die Flur, vom Straßenraster auf das historische Wegenetz, vom Blockrand auf die Grenzräume. Sowohl die Naturlandschafts- als auch die historischen Kulturlandschaftsstrukturen werden in einem Landschaftsurbanismus nicht nach dem Naturschutzrecht in ihrer Funktion reserviert, sondern im Sinne des Denkmalschutzrechts in ihrer Form gesichert. Für neue Bauwerke, Gebäude und Infrastrukturen soll daher keine Rückbauversicherung nachgewiesen werden, sondern ein Umnutzungspotenzial.

Raumwahrnehmung

In den urbanen Landschaften lässt sich neben der reinen Künstlichkeit des Städtischen die absolute Natur zeigen – der Wind, die Höhe, das Meer, die Insel.24 Dieser in dem hier gemeinten Sinne landschaftliche, weil spannungsvoll zusammenfassende und doch die Unterschiede erhaltende Blick erfasst den Raum als „differenziellen Raum“.25 „Wenn sich die Stadt selbst zur Schau stellt – von einer Terrasse, einem Kirchturm, einem Hügel, einem hochgelegenen Ort aus (der das Anderswo ist, von wo aus das Urbane erkennbar wird) –, so nicht, weil der Beschauer damit ein äußeres Abbild der Realität erblickt, sondern weil der Blick sammelt, zusammenfasst. Es ist die städtische Wirklichkeit selbst, die sich offenbart.“26 Orte einer solchen Raumwahrnehmung, der Erfahrung von absoluter Natur und reiner Künstlichkeit, sind auch die Anlagen der Infrastruktur. Die „landschaftspflegerische Begleitplanung“ hätte nun die Aufgabe, Autobahnen, Kraftwerke, Stauseen, Kühlwasserabläufe, Kanäle, Deiche, Klärbecken nicht mehr einzugrünen und zu verbergen, sondern anhand des gesamten Spektrums ihrer Möglichkeiten als Wahrnehmungsräume zu gestalten. Neben das Schöne und das Erhabene tritt so die Ästhetik des Differenziellen.

Mit diesen Aspekten ist sicherlich kaum ein kleiner Teil der Möglichkeiten beschrieben, die sich aus einer Verbindung von Landschaft als differenziellem Raum und Urbanismus als Theorie und Praxis städtischer Raumformen und Lebensformen ergeben. Landschaftsurbanismus ersetzt nicht die Urbanistik der großen Stadt, sondern interpretiert sie in urbaner Landschaft.

Anmerkungen: 1 Lefebvre, 1972, S. 35 | 2 urbandrift, 2002 | 3 Hoffmann-Axthelm, 1993 | 4 Rossi, 1998 | 5 Beck, 1994 | 6 Kant, 1974 | 7 Gadamer, 1960 | 8 Gadamer, 1960; Dinnebier, 1995 | 9 Hard, 1970, S. 62 ff. | 10 Jackson, 2005, S. 42 | 11 Jackson, 2005, S. 31 | 12 Waldheim, 2006, S. 11 | 13 Shane, 2003, S. 5 | 14 https://www.regionalpark-suedwest.de | 15 Schöbel, 2007 | 16 Lefebvre, 1972 | 17 Seel, 1996, S. 25 | 18 Beck, 1993, S. 177 ff. | 19 Tönnies, 2005 | 20 Schulze, 1994 | 21 Lefebvre, 1972, S. 188 | 22 Schöbel, 2007 | 23 Rossi, 1966 | 24 Lefebvre, 1972, S. 142 | 25 Ebd., S. 142 | 26 Lefebvre, 1972, S. 126

Literatur: Beck, Ulrich, Die Erfindung des Politischen. Frankfurt a. M. 1993 | Beck, Ulrich, Die offene Stadt, in: Süddeutsche Zeitung, 02.07.1994, Feuilleton S. 7 | Dinnebier, Antonia, Die Innenwelt der Außenwelt. Die schöne Landschaft als gesellschaftstheoretisches Problem, Berlin 1995 | Gadamer, Hans-Georg, Wahrheit und Methode, Tübingen 1960 | Hard, Gerhard, Die „Landschaft“ der Sprache und die „Landschaft“ der Geographen, Bonn 1970 | Hoffmann-Axthelm, Dieter, Die dritte Stadt, Frankfurt a. M. 1993 | Jackson, John Brinckerhoff, Landschaften. Ein Resümee, in: Franzen, Brigitte/Krebs, Stefanie (Hg.), Landschaftstheorie, Köln 2005, S. 29–44 | Kant, Immanuel, Kritik der Urteilskraft (1790), hg. v. Wilhelm Weischedel, Frankfurt a. M. 1974 | Koolhaas, Rem, Stadt gegen Peripherie, in: Arch+, 1990, H. 105/106, S. 76–80 | Lefebvre, Henri, Die Revolution der Städte, München 1972. (La Révolution urbaine, Paris 1970) | Rossi, Aldo, Die Architektur der Stadt. Skizze zu einer grundlegenden Theorie des Urbanen. hg. v. Lehrstuhl für Baukonstruktion und Entwurfsmethodik Professor Ueli Zbinden Technische Universität München. München 1998 (=Leseheft 1), S. 17–23, 85–88 | Schöbel, Sören, Landschaft als Prinzip, in: Stadt + Grün, 2007, H. 12, S. 53–58 | Schulze, Gerhard, Milieu und Raum, in: Noller, Peter/Prigge, Walter/ Ronneberger, Klaus (Hg.), Stadt-Welt, Frankfurt a. M./New York 1994, S. 40–53 | Seel, Martin, Eine Ästhetik der Natur, Frankfurt a. M. 1996 | Seggern, Hille von, Verstehen oder: Wie kommt neues in die Welt?, in: anthos, 2003, H. 4, S. 48–54 | Shane, Grahame, The Emergence of „Landscape Urbanism“, in: Harvard Design Magazine Nr. 19, Fall 2003/Winter 2004, S. 1–8 | Sieferle, Rolf, Rückblick auf die Natur, München 1997 | Tönnies, Ferdinand, Gemeinschaft und Gesellschaft, Darmstadt 2005 | Waldheim, Charles (Hg.), The Landscape Urbanism Reader, Princeton 2006

Internet: https://www.convertiblecity.de/ | https://www.deutschlandschaft.de/ | https://urbandrift.org/projekte/2002/nightspace/pro_ud_night_kap.html | https://www.regionalpark-suedwest.de

FROM URBAN GROWTH TO MEGA-URBAN LANDSCAPE | Detlev Ipsen

The meaning of landscape

In many parts of the world the patterns of urbanisation are undergoing radical change. Whereas the process of urbanisation in the nineteenth and twentieth centuries meant gradual spatial enlargement – the grand ensembles in Paris as a type of suburbanisation and the new towns surrounding London as a pattern of peri-urbanisation – in other ‘emerging’ economies we are now experiencing breakneck expansion. The process of mega-urbanisation not only means urban areas rapidly growing in size: a new type of urbanisation is emerging – the mega-urban landscape.1 It consists of a kaleidoscope of housing areas, industrial sites, farmland, dereliction, parks, vestiges of former villages and towns, old and new traffic infrastructure, and waterways.

The pattern of a mega-urban landscape can be understood as a follow-up of different land uses. It can be structured in islands, corridors, and fields, but this will not help us to understand the connectivity of the different land uses, the logic of change and the interrelation of local and global. We hope that a better understanding will be gained by the combination and interaction of two concepts: the concept of informality how processes are regulated, and the concept of mega-urban landscape to analyse the special mega-urban land use pattern. The informal processes and genesis of urban landscape must be analysed in the context of transformation of urban villages. Here both aspects can be studied in depth because they are informal in the context of urban planning and politics and they control most of the land.

What is the scientific meaning of landscape? Very often landscape is used as a metaphor for traditional images of space. However, we should take a more analytical approach to understanding landscape. From a scientific point of view a contemporary definition of the term landscape refers to its dual character: on the one hand, landscape is a material objective structure of space. One part of this material characteristic is natural, the other is man-made. The natural material elements of landscape are the territory with its specific soil, climate, vegetation, and special topography. The man-made material character of landscape is the outcome of the work of man: the past and present form of agriculture, settlement, traffic- infrastructure, and water management. On the other hand, landscape is a subjective, culturally determined form of perception and evaluation of this material structure. The sociocultural history in each part of the world and each period of time correlates with a particular meaning of landscape, as one can study in poems and paintings. To understand landscape we must analyse the relationship between the material and the perceptual aspects of – at least in the case of the Pearl River Delta – an extraordinary dynamic process.

The dualistic character of landscape gives this process a high level of interdependency. Geological formations, geomorphology, water balance, soil, local climate, and wildlife – all have potential natural characteristics and interaction. In reality, landscapes are (almost) nowhere to be viewed as isolated from human influence. The treatment of nature and its cultivation affect the material flow and modify local characteristics. Consequently, the use of fertilizer modifies the fertility of the soil, settlement density, local climate, canalisation of streams, water balance, et cetera.

The natural environment is not only a product of technology, it is also subject to a variety of social rules. This is what we call the social structuring of landscape. Ownership rights or regulations governing land use and nature conservation laws are examples of the social structure of landscape. All regulations relating to planning law are an important part of the social structure of the landscape.

In our model the concept of culture defines the centre landscape. Culture is a system of interpretations and meanings; it contains codes which enable us to understand a landscape and the evaluations which are tied to landscapes. The image of landscape is probably the most important part of landscape culture. In terms of the relationship between landscape development and landscape image, natural conditions and forms of utilisation play an equally significant role for both. At the same time, landscape development and landscape image influence each other. The Pearl River Delta has long had the character of a subtropical river delta. Tomorrow, as a model of the Pearl River mega city, it could impact future development.

Natural conditions, land use, and social regulations define landscape. The cultural forms of perception, interpretations, and images are located in the centre – culture viewed as an integrative element.

With this concept of landscape in mind it is clear that landscape not only relates to rural space; to a large extent it also relates to urban space. Like rural areas, cities are also linked to nature. Both contain soil, water, air, and wildlife. In this sense we speak of urban and rural landscape, even they are significantly dissimilar. One hypothesis of this research project is that the mega-urban landscape and especially the Pearl River Delta constitute a new form of landscape that is neither urban nor rural. As a typical spatial form one can find urban corridors in rural areas and rural islands in urban areas. The mixture of industrial areas, villages, housing areas owned by villagers, business districts, traditional markets, and road infrastructure are sometimes a result of formal zoning, sometimes due to informal self-regulation – and sometimes the zoning is the formalisation of self-regulation. In the Pearl River Delta, containing a wide range of forms from urban to rural, we will now consider the practicality of the term mega-urban landscape.

A landscape of ‘disembedding’ and ‘reembedding’

As we have already mentioned, one can generally understand landscape, in particular mega-urban landscapes, more as a process than a stable constellation. If this general idea is developed, the theory of modernisation and the theoretical concept of landscape in transition2 will show a way of understanding the interaction of society and spatial processes much better: globalisation is understood as a special form and period of modernisation. As Anthony Giddens argues, modernisation means on the one hand a process of ‘disembedding’: The process of modernisation has a strong impact on the functioning of social networks. Modernisation disembeds people from their traditional social relations, their traditional systems of belief, and produces disorientation. We see this in the millions of migrating people as well as in the worldwide flow of capital and goods. But what is the meaning of Giddens' concept of ‘reembedding’ in the context of a mega-urban landscape? We must analyse the process of reembedding by using Manuel Castells’ idea to study the dialectics of the space of flows (traffic, goods, capital, and migrants) on the one hand, and the space of places on the other. And once again it would seem propitious to study this in urban villages. Here we find traditional places like markets and modern shopping malls. And we find the space of flows: most global factories are located in village areas (hypothesis) and most migrants live there. Villages can be understood as important topos of mega-urbanisation in the Pearl River Delta up to now. But we should concentrate on changes in this importance. We can observe first indicators that the roles of the villages are changing and the importance of other organisational forms are growing.

Transitional landscape

To round off the discussion on landscape in general, the role of this concept, and the importance landscape will have in the analysis of mega-urban dynamics, I would like to introduce the idea of transitional landscape.3

At the peak of the political ecological movement in Europe, Swiss sociologist Lucius Burckhardt struck a sober note. “Landscape is clearly changing. We want to protect the landscape, but we do not know what we should hold on to ... We are dealing with two unstable phenomena: reality changes and, at the same time, the conceptual apparatus that is meant to determine that reality.”4

Starting from this point we have developed the concept of transitional landscape. The theory of transitional landscape excludes simple solutions. On the one hand the image of landscape changes both itself and the material reality. On the other hand reality may change the image of landscape. Concept and reality are certainly related to each other, but they are by no means identical. In examining landscape development we will do well to keep them apart. The concept of landscape can change, but the materiality of landscape cannot. And the reality of landscape can change, while the image stays the same. There are different relations of the change of concepts and the change of materiality of landscape that can develop. The case of one unit change in concept and one unit in materiality is only one of the possible cases: we call it synchronous.

But more typical is the ‘delay’ in the mind of landscape. We do not realise the change but use the old image even if it does not exist any longer for most parts of the landscape. This is typical in Europe, because the majority of people stay in one region for twenty or more years. Changes in the landscape produce a dissonance between the landscape we used to like and the new one which disturbs the chance to identify with one place and feel at home. But is this true in regions where most of the people who come and go are migrants? Probably not – for them the changing landscape means jobs, housing, and money. In this case there is no reason to preserve an old image; for them changes in landscape mean progress. In this case probably there will be no opposition to landscape change. In the long run this leads to enormous problems, because these forms of landscape will not be able to create images and identities. Let us now turn to the Pearl River Delta in Southern China, question the logic behind the change of landscape there, and define the quality of landscape.

Over the last twenty years the Pearl River Delta has experienced high-speed urbanisation. Many indicators show how fast agricultural land has changed to industrial use, housing, transport infrastructure, and business, but we do not know a lot about the change of the image, the concept, and consciousness of landscape in this period. To find a balance in the planning between economic development and the quality of urban place, it is useful to know more about the image of landscape in the minds of planners and politicians. I believe that the first period of rapid economic growth of more or less simple production industries will soon be completed. To reach an economic development of a higher degree of technology, human capital increases in importance. The quality of the urban environment is one important factor that attracts qualified human capital. Therefore, the image of the Pearl River Delta landscape will be a crucial factor for future development of the region. One of the criteria for developing the quality of life in a mega-urban landscape is the knowledge of ideas and images of landscape (re)development.

The spatial form of high-speed urbanism

The Pearl River Delta has undergone a process of high-speed urbanism.5 Within ten years the delta was substantially transformed from one of China’s rice chambers to an urban and industrial landscape.

Beside the urban areas of Guangzhou and Hong Kong, most of the delta is still used for agriculture in 1998; some parts are hills and mountains. Within four years the landscape had changed: in 2002 more urban cores are seen, such as Dongguan and Shenzhen on the eastern side, and Foshan or Zhuhai on the western side of the delta. It is interesting to note the two new structural forms of an urban landscape: the urban-industrial island and the urban corridor. Theoretically, this is the interaction of two forms of space: the space of places and the space of flows, as Manuel Castells has argued, are the spatial forms of the information or network society.6 If this is true it leads to a rather important thesis: recent urbanisation in China and other parts of the world is not a repetition of urbanisation in Europe and the US in the nineteenth and twentieth centuries. If urbanisation and industrialisation take place in a time where information technology is highly developed it should be analysed as part of a global network of flows. But let us go to the spatial situation five years later. One can use the concept of gestalt to analyse the change: in 2002 the urbanised parts of the delta look like shape, the non-urbanised areas are the ground. Now one finds the opposite: the urban area is the ground, the open or agricultural landscape is the shape.

In 2007 most of the area is now urbanised, with islands of hills and wet zones. High-speed urbanisation avoids spaces that are not easily developed, because time and costs are more important than intensive land-use. This takes us back to Manuell Castells: in an informational society time is more important than space. To play a role in the world economy, fast reaction to the change of demands will make the difference between the winner and the loser. Islands and corridors are the spatial expression of this kind of urbanisation.

Micro-modules of urban landscape

To understand the microstructure of the urban landscape we use the concept of modules. A module is not a defined territory but a typical part of a whole. The whole consists of a limited number of modules to be found in the space of a particular landscape. Urban landscape is on the one hand desakota,7 neither urban nor rural. But this definition is not subtle enough. We must find a definition that accepts urban landscapes as a characteristic new form and pattern.

Urban landscape is constituted as a special interaction of the space of flows and the space of places. Typical for the mega-urban landscape is not that these two forms of space exist, but that they are not integrated at all. The mega-urban landscape can be described by different strata of physical and social forms which are not developed or planned as an integrative system. One strata is influenced by the other and vice versa. This is not planned, but rather incidental: the remains of agricultural land, areas of cultivation and gardens are spread out between new high-rise apartment buildings inhabited by migrants. Buildings and gardens are space of places. But there is no reference and no relationship.

The space of flows and the space of places are always changing, but not in the same direction. It is only one option that population and industry will grow in the next ten years in this area. The other option is destruction, shrinking or fallow land. In this sense it is an open landscape that is flexible, adaptable, and less defined.

How can one improve the quality of mega-urban landscapes?

It is a foregone conclusion that this type of mega-urban landscape will be the normal form of urban growth in most parts of the world. One will find these forms of landscape in Africa (Cairo), Middle and South America (Mexico, São Paulo), but predominantly in Asia (Bombay, Dacca, Bangkok, Shanghai, Tokyo). They will also be found in Europe, but the rate of growth will be much slower. In Germany, urban landscapes are in the most important mining and steel production area, the Ruhr District, and in the Frankfurt area where banking and services are dominant.

If we look at the Rhine-Ruhr area in Germany, we find some similarities to the Pearl River Delta in China. We can identify urban corridors and inter-urban rural islands in both areas. Development in the Rhine-Ruhr area and Pearl River Delta is not concentrated around a single hub. Instead, the urban landscape is characterised by growth corridors and pockets of undeveloped land. A focus on the successful transformation of the Rhine-Ruhr area could be helpful for improving future landscape development. For over a century it was the centre of heavy industrialisation, coal mining, and steel production. As long as these industries were critical to the national economy, damage to the environment was accepted. But in the 1960s and 1970s heavy industry experienced a serious crisis. The image of the region deteriorated further and people migrated from the region, resulting in a decaying urban fabric.

Against this background of decline, German geographer and planner Karl Ganser suggested staging the Internationale Bauaustellung (IBA) to encourage progressive urban projects and provide an impulse for economic change in this old industrial region. The government adopted the idea and implemented over one hundred projects aimed at regenerating the landscape.

The exhibition was named Emscher Park – the essence of the project being captured in the term ‘park’: the transformation of a former industrial area into a recreational and cultural complex. The second general idea was to redevelop the former industrial area not merely by demolishing the old structures, but by giving the old industrial landscape a new meaning. Before long the site had gained a reputation not only locally, but on a national scale. The industrial heritage project also generated considerable interest in other European countries, the USA, and Asia.8

What we can learn from this International Building Exhibition is a strategy for upgrading urban landscapes. We should first of all study the history of urban landscapes to understand the unique elements and features of the landscape. Secondly, we should analyse the potential of the landscape: what are specific strengths, weaknesses, opportunities, and threats for a future development of urban landscape? The context of the landscape should be integrated within the analysis. The ultimate aim of this analytical work is the discussion of strategies for improving future landscape development.

Notes: 1 The study by Rem Koolhaas and his team has been an important starting point for investigating whether mega-urbanisation will produce a different type of urbanisation than we know in Europe and the USA. Chung/Koolhaas, 2001 | In 2003 an international group of students started with fieldwork in the PRD. Ipsen et al., 2005 | 2 Ipsen et al, 2005 | 3 Ipsen et al, 2005 | 4 Burckhardt, 2006, p. 33 | 5 Ipsen, Arch+, 2004, p. 28 | 6 Castells, 1996 | 7 Term originating from the Indonesian (desa = village; kota = city) and used to characterise the original form of large cities in Asia. | 8 Almaas, The Architectural Review, 1999

Bibliography: Burckhardt, Lucius, Warum ist Landschaft schön? Die Spaziergangswissenschaft. Ritter, Markus/Schmitz, Martin (eds.) Berlin 2006, pp. 33-41 | Castells, Manuell, The Rise of the Network Society, Oxford/Malden 1996 | Chung, Judy Chiuihua/Koolhaas, Rem, Great Leap Forward. Harvard Design School, Harvard 2001 | Ipsen, Detlev et.al., The Genesis of Urban Landscape. The Pearl River Delta in South China, Kassel 2005 | Ipsen, Detlev, High Speed Urbanismus, in: arch+, 2004, Issue 168, p. 28 f.

Internet: Almaas, Ingerid Helsing, Regenerating the Ruhr – IBA Emscher Park project for the regeneration of Germany’s Ruhr region, in: The Architectural Review, February 1999 (24.04.2008) https://findarticles.com/p/articles/mi_m3575/is_1224_205/ai_54172205

image

Wassili und | and Hans Luckhardt

Häuser über der Autobahn | Housing over the Highway, um | around 1950

image

Hans Scharoun

Hauptstadtwettbewerb Berlin | Competition for the Capital Berlin, 1958

Wettbewerbsentwurf zusammen mit | Competition Entry together with Wils Ebert, 2. Preis | 2nd Award

Skizze | Sketch