Logo weiterlesen.de
Mr. Cat verlässt Hartz IV

Matthias Rieger

Mr. Cat verlässt Hartz IV

Mit den Strategien der Erfolgscoaches den Weg aus der Armut finden

Motivation, Planung und Umsetzung eines sozialen Aufstiegs

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Vorwort

1.2 Der klare Kopf

2. Sozialpolitik in Deutschland

2.1 Alimentierung statt Investition

2.2 Lassen Sie sich nicht verwalten

2.3 Wer mehr verdient, bekommt weniger – die Krux mit der Subvention

2.4 Mangel an Vermögen – Eine Rente kann man nicht vererben, den Sozialstatus dagegen schon

2.5 Das Stufenmodell der Bildung in Deutschland (vereinfacht)

2.6 Übung: Welcher Job passt zu Ihnen?

3. Das Mindset

3.1 1200,– Euro verdient oder erharzt: was nehmen Sie? – Von der selbst verschuldeten Unmündigkeit

3.2 Falls Sie Sozialhilfeempfänger und gesundheitlich angeschlagen sind

3.3 Glaubenssätze und Sozialneid: Die da oben

3.3.1 haben viel mehr Geld – Status kann (und muss) man sich verdienen

3.3.2 haben viel mehr Möglichkeiten – von der Notwendigkeit der Bildung

3.3.3 German Angst

3.3.4 aber bei mir ist alles anders – Vom eisernen Willen, die Situation zu verbessern

3.3.5 Übung: Glaubenssätze

3.3.6 Übung: Glaubenssätze überprüfen

3.4 Konsequenzen

4. Der Werkzeugkasten

4.1 Ihr Körper ist Ihr Kapital

4.2 Arbeitsfähigkeit, Praktikum, Bundesfreiwilligendienst

4.3 Motivation: Vom Warum zum Wie

4.5 Struktur und Erfolgskontrolle im Alltag

4.6 Übung: Drei Ziele für jeweils drei Zeiträume – drei Monate, zwei Jahre, fünf Jahre

4.7 Tagesplan, Wochenplan und Monatsplan

4.8 Übung: Lesen bildet – Podcasts auch

5. Der einfache Einstieg: Pflege, Putzen, Handwerk, Gastronomie und Wachdienst

5.1 Pflege

5.2 Reinigungsdienst

5.3 Handwerk und Baugewerbe

5.4 Gastronomie und Hotelgewerbe

5.5 Wachdienst

5.6 Zeitarbeit

5.7 Weiter, weiter, Weiterbildung

6. Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen

6.1 Möglichkeiten zur Fortbildung – Wer bietet was wo an?

6.1.1 Volkshochschulen

6.1.2 Industrie- und Handelskammern

6.1.3 Fernschulen

6.1.4 Akademien der Arbeitgeber

6.1.5 Selbststudium

6.2 Möglichkeiten zur Finanzierung – Wer fördert mich wie womit, und was sind die Bedingungen?

6.2.1 Bildungsgutschein

6.2.2 Bildungsscheck

6.2.3 Bildungsprämie

6.2.4 Bildungsurlaub

6.2.5 Bildungssparen

6.2.6 Bafög für den nachgeholten Schulabschluss

6.2.7 Aufstiegs-BAföG

6.2.8 Förderung durch Arbeitgeber

6.2.9 Förderung durch Bildungsinstitutionen

6.2.10 Steuerliche Absetzbarkeit

6.2.11 Bildungskredite

7. Vermögensaufbau & Altersvorsorge

7.1 Der Sinn des Sparens

7.2 Übung – Budget und Haushaltsplan

8. Zusammenfassung

9. Anhang

9.1 Quellen- und Literaturverzeichnis

9.2 Über den Autor

1. Einleitung

1.1 Vorwort

Es erwischte mich am 1.11.2010. Zu der Zeit wusste ich noch nicht, welch steiniger Weg vor mir liegen würde. Ich war einige Wochen zuvor durch mein zweites Staatsexamen gerasselt. Lehrer wollte ich werden, für BWL und Sozialkunde. Dachte ich zumindest, bzw. ich habe es mir eingeredet. Später stellte sich heraus, dass dies nur eine Kompromisslösung war, und solche Kompromisse verlaufen selten gut. Bereits bei der Vereidigung zum Beamten auf Probe drehte sich mir der Magen um, alles in mir schrie nach Freiheit, dem Gegenteil von Verbeamtung. Jedenfalls landete ich so nach dem Referendariat in Hartz IV, denn als Beamter zahlen Sie nicht in die Arbeitslosenversicherung ein. Für die Rente ist es auch nicht erträglich, die Nachversicherung sorgt für zwei Jahre, bei denen mir nur der Arbeitgeberanteil gutgeschrieben wurde.

Falsche Entscheidungen führten zu Depressionen, und die Depressionen zum Absturz. So lief mein Weg nach unten, mit beinahe allem dabei, was dazu gehört. Verwahrlosung der Wohnung, zu viel Alkohol, der falsche Umgang, verschiedene Jobs und viele Termine beim Amt. Ich hatte mindestens vier verschiedene Berater und war das Gesprächsthema Nr. 1 bei der Truppe. Ein Studierter mit Ausbildung im Steuerrecht in Hartz IV, das hatte noch keiner erlebt. Ich wäre gerne woanders der Erste gewesen.

Letzten Endes wurden es vier Jahre und fünf Tage. Finanziell betrachtet war diese Zeit eine Katastrophe. Ängstliche Menschen würden sagen, die Zeit fehlt ihnen in der Rente. An das Ding habe ich eh meinen Glauben verloren, ich halte den Zusammenbruch oder zumindest eine gewaltige Erosion der Rente für wahrscheinlicher, als dass ich mich auf sie verlassen würde. Ich war schon immer ein freiheitsliebender Mensch, ich habe nicht so gern einen Chef über mir. Das muss schon eine besondere Person sein, jemand von dem ich etwas lernen kann oder der gewisse Werte lebt. Aber ich mag garantiert keine Chefs, die falsche Anweisungen geben, ihre Mitarbeiter verheizen, von Organisation keine Ahnung haben und Dienstpläne als Waffe verwenden. Viele Chefs sind aber nun mal so, man kann sie sich nicht backen. Aber man kann den Arbeitsplatz wechseln.

„Dazu muss man erst mal einen Arbeitsplatz haben“ werden Sie jetzt einwerfen, falls Sie Langzeitarbeitsloser, Sozialhilfeempfänger oder Aufstocker sind. Stimmt, ich gebe Ihnen recht. Genau deswegen haben Sie sich dieses Buch zugelegt. Und genau für Sie habe ich dieses Buch geschrieben, bzw. werde es für Sie schreiben. Denn so wie Sie sich am Anfang des Buches befinden, bin ich am Anfang es zu schreiben. Ich bin Ihnen nur ein paar Züge voraus. Wie auch immer Sie dort gelandet sind, durch Geburt, Arbeitslosigkeit, Krankheit oder was auch immer: Sie sind es sich schuldig, dort raus zu kommen!

Wohl gemerkt, sich selbst, niemanden sonst, außer vielleicht ihrer Familie. Die Leute, die jetzt mit dem Finger auf Sie zeigen, lenken meist von ihren eigenen Unzulänglichkeiten ab. Es ist eine schlechte Angewohnheit der Menschen in Deutschland, andere schlecht zu machen, um sich selbst besser zu fühlen. Vergessen Sie diese Personen, es geht nur um Sie und um Ihre Zukunft, und um die ihrer Kinder.

Ich habe es geschafft, ich habe mich von dort unten herausgearbeitet. Sie können es auch schaffen – wenn Sie es wirklich wollen. Das ist nämlich so eine Sache. De facto ist Hartz IV eine Art Grundeinkommen mit Bedingungen. Sie müssen zumindest so tun, als ob Sie Arbeit suchen würden (fünf Bewerbungen pro Monat schreiben und verschicken), dann zahlt Ihnen der Staat eine angemessene Wohnung und (un-)angemessene Leistungen zur Existenzsicherung. Von der Suche sind Sie nur befreit, falls Sie arbeitsunfähig bzw. erwerbsunfähig sind.

In welcher Ausgangslage Sie sich auch immer befinden sollten, wir wollen Ihre Situation gemeinsam verbessern. Betrachten Sie mich als Ihren Mentor, Coach oder Trainer, ganz wie Sie wollen. Da Hartz IV nicht nur ihren Beruf, sondern ihr ganzes Leben beeinflusst, müssen wir für eine Verbesserung ihrer Lebensqualität einen ganzheitlichen Ansatz verwenden.

Am Anfang werde ich Ihnen etwas über die Sozialpolitik in Deutschland erzählen, damit wir eine gemeinsame Basis haben. Danach werden wir uns mit dem Mindset beschäftigen, das bedeutet wir müssen an Ihren Einstellungen und den sogenannten Glaubenssätzen arbeiten. Anschließend gebe ich Ihnen einen Werkzeugkasten an die Hand, bevor ich Ihnen einen Einblick in die wichtigsten Branchen für den Wiedereinstieg gewähre.

Das Buch ist so angelegt, dass es Menschen begleitet und unterstützt, welche nur noch eine Stufe von der Obdachlosigkeit entfernt sind. Falls Sie „nur“ ein Niedriglöhner sind, mit dem Geld gerade so klarkommen, auf die Altersarmut dank geringer Rente zusteuern, ansonsten aber viel okay ist, umso besser. Sie werden trotzdem viele Anregungen und Verbesserungspotenziale finden, welche Sie vor der Altersarmut bewahren können. Ihr Leben und Ihre finanzielle Situation werden sich verbessern.

Eine Anmerkung zum Text: Ich verwende die Sprache so, wie ich es in der Schule gelernt habe – ohne Genderstern, ohne Sonderschreibweise für weibliche Leser. Es ist angenehmer so zu schreiben, und auch angenehmer zu lesen. Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, wie es in anderen Büchern an dieser Stelle der Fall ist. Wer das Buch deswegen nicht lesen will, scheint noch nicht in einer schlimmen Lage zu sein. Es ist Ihr Leben.

1.2 Der klare Kopf

Stellen Sie sich Ihren folgenden sozialen Aufstieg wie die Besteigung eines Berges vor. Sie benötigen dafür die richtige Ausrüstung, passende Verpflegung, die nötigen Kenntnisse über Bergsteigen, körperliche und geistige Fitness sowie einen oder mehrere Ortskundige. Wir werden uns alles im Laufe der Zeit aneignen. Dafür ist allerdings eine Sache unabdingbar: Sie müssen trocken sein und bleiben! Alkohol und jede Form von Drogen raubt Ihnen die Kraft, die Sie dringend für andere Angelegenheiten benötigen. Jeder Mensch hat morgens 100 % Energie in seinem Speicher – sofern er gesund ist und ein ausbalanciertes Leben führt. Dank Überforderung, falscher Ernährung, mangelndem Schlaf etc. wird dieser Speicher meistens mit der Zeit kleiner, Sie haben also täglich weniger Energie zur Verfügung und bleiben vor dem Fernseher hängen, weil es für mehr nicht reicht. Dieses Verhalten führt zu einer verringerten Belastbarkeit, was eine Grundvoraussetzung für die Aufnahme einer Arbeitstätigkeit ist.

Unser erstes Ziel muss es also sein, Ihre Belastbarkeit zu erhöhen und den Energiespeicher wieder zu vergrößern. Das bedeutet Entgiften und Sport, zumindest tägliche Bewegung.

Übung 1: Verabschieden Sie sich von der Flasche. Schütten Sie den Alkohol in den Abfluss, dadurch gewinnen Sie Abstand. Beweisen Sie sich, wie ernst Sie es mit dem sozialen Aufstieg meinen.

Jetzt werden Sie sich wahrscheinlich fragen, wie das in der Zukunft laufen soll? Sie haben schließlich soziale Kontakte, und die trinken doch alle mal einen!

Im Erfolgscoaching sagen wir, das ein Mensch der Durchschnitt der fünf Menschen ist, mit denen er am meisten Kontakt hat. Wenn Sie also am häufigsten mit fünf Alkoholikern Kontakt haben, sind Sie wahrscheinlich selbst einer.

Übung 2: Gehen Sie im Internet auf die Seite www.kenn-dein-limit.de und führen Sie einen Alkohol-Selbsttest durch. Verschönern Sie nichts, seien Sie ehrlich zu sich. In Ihrem Umfeld ist die Wahrscheinlichkeit hoch, ein problematisches Ergebnis zu erhalten. Alkohol und Drogen sind Fluchten in andere Welten und Perspektiven, sie verhindern die Auseinandersetzung mit der Realität.

Alkoholismus ist eine Krankheit, welche behandelt werden muss. Solange Sie nicht trocken sind, ist ein Aufstieg aus Hartz IV fast unmöglich, da die Rückfälle Sie aus den erhaltenen Arbeitsplätzen herauskatapultieren werden. Einmal während der Probezeit wegen einem Rausch verschlafen oder mit einer Fahne bei der Arbeit erscheinen – der Job ist weg. Außerdem könnten Sie unter Alkoholeinfluss sich oder andere bei der Arbeit gefährden.

Bei einer echten Alkoholabhängigkeit kommen Sie um den Entzug nicht umher.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Mr. Cat verlässt Hartz IV" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple Books

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen