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Mordmotiv war eine alte Schuld

Pete Hackett

Mordmotiv war eine alte Schuld

FBI Special Agent Owen Burke #38





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

FBI Special Agent Owen Burke

Das Mordmotiv war eine alte Schuld

Krimi von Pete Hackett

Ein CassiopeiaPress E-Book

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© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

1

Special Agent Burkes Telefon läutete, er nahm ab, meldete sich und vernahm die wohlbekannte Stimme James Howards: „Guten Morgen, Owen. Schlechte Nachricht, Kollege. In Midtown South, 29th Street, Hausnummer 425, wurden gestern Morgen die Leichen eines Architekten namens Alfred Ferguson und seiner Frau entdeckt. Sie wurden beide erschossen. Der Mord muss dem ersten Augenschein nach in den frühen Morgenstunden geschehen sein.“

„Warum rufst du mich deswegen an, James?“, fragte Burke und gähnte demonstrativ. „Mord ist nicht Sache des FBI. Er fällt in den Zuständigkeitsbereich des Police Department. Also bin nicht ich gefordert, sondern du.“

„Abwarten, alter Freund“, kam es von Howard. „In derselben Nacht, in der Ferguson starb, wurde auch ein Mann namens Mathew Lee in seiner Wohnung ermordet. Es handelt sich bei ihm um einen Burschen, der sich in den vergangenen Monaten mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten hat und der seiner Freundin auf der Tasche lag. Das haben wir von Nachbarn erfahren. Vor vier Jahren wurde er wegen Straßenhandels mit Kokain auf Bewährung verurteilt.“

„Der Mord an Lee macht den Mord an dem Architekten nicht zum Fall des FBI“, gab Owen Burke zu bedenken.

„Ich bin noch nicht fertig“, versetzte James Howard süffisant. „Soeben flatterte mir das Ergebnis der ballistischen Analyse auf den Schreibtisch. Danach wurden die Morde an Architekt Ferguson und seiner Frau mit der gleichen Waffe verübt wie der Mord an Lee.“

„Mir ist noch immer nicht klar, weshalb du mir das erzählst“, knurrte Burke, schaute Ron Harris an, der dank des aktivierten Lautsprechers am Telefon mithören konnte, und verdrehte die Augen.

„Du bist immer so ungeduldig“, maßregelte James Howard. „Dabei müsste dir längst klar sein, dass ich dich nicht anrufen würde, wenn die Sache nicht etwas fürs FBI wäre.“

„Dann spuck den Grund endlich aus!“, blaffte Owen Burke genervt.

„Man fand ein Notizbuch im Schreibtisch des Architekten. Darin sind einige Namen und Telefonnummern vermerkt ...“

„Wahrscheinlich irgendwelche Auftraggeber“, sagte Burke.

„Nein. Seine Kunden hat er in einer Datenbank erfasst. Die Angestellte, die Ferguson beschäftigte, bestätigte uns, dass die Namen, die wir in dem Taschenkalender fanden, nicht in der Kundenkartei aufgeführt sind.“

„Was sind es für Namen?“

„Dennis Brigham, John Jennings, Edward Allison, Dean Murphy und Stan Murray. Ich habe die Leute überprüfen lassen. Sie sind allesamt um die 60 Jahre alt, also in Fergusons Alter, und es handelt sich hauptsächlich um Geschäftsleute. Brigham ist Bauunternehmer, Jennings ist Chef eines Computergroßhandels, Allison hat eine Entsorgungsfirma aufgebaut, Dean Murphy ist selbständiger Fotograf, lediglich Stan Murray ist nicht selbständig. Er arbeitet als Privatdozent an der Fordham Universität.“

Burke schwieg ergeben.

Wieder erklang Howards Stimme. „Außerdem sind wir in Fergusons Büro auf einen Ordner mit alten Zeitungsberichten gestoßen, und zwar handelt es sich ausschließlich um Publikationen über die Studentenunruhen Ende der sechziger Jahre und in den Siebzigern, über die Rote Armee Fraktion in Deutschland und noch ein paar Dinge mehr. Und zuoberst war in dem Ordner ein Bericht über eine Brandstiftung abgeheftet, die vor vierzig Jahren hier in Manhattan verübt wurde, bei der Menschen starben oder schwer verletzt wurden und die niemals aufgeklärt wurde.“

Jetzt drückten Burkes Züge Interesse aus. „Eine Brandstiftung“, wiederholte er versonnen. „Vor vierzig Jahren. Ferguson und die Männer, deren Namen in dem Taschenkalender vermerkt sind, waren damals um die zwanzig. Sicher standen sie zu dieser Zeit am Beginn ihres Studiums. Das gibt zu denken, James.“

„Sehr richtig. Wenn Brandstiftung im Spiel ist, dann seid ihr vom FBI zuständig. Und da der Mord an Lee in einer engen Beziehung zu dem Mord an Ferguson zu stehen scheint, bin ich der Meinung, dass er ebenfalls in die Zuständigkeit des FBI fällt. - Lees Freundin ist außerdem spurlos verschwunden. Ehe die ballistischen Erkenntnisse vorlagen, bestand der Verdacht, dass sie vielleicht den Mord begangen hat. Jetzt aber müssen wir davon ausgehen, dass sie gegen ihren Willen irgendwo festgehalten wird. Und auch Kidnapping ist Bundessache. Der Name der jungen Frau ist Jeanne Merrill.“

„Ergab die Wohnungsdurchsuchung irgendwelche Hinweise?“, fragte Burke.

„Nein. Die Überprüfung der Telefonate Lees von vorgestern hat ein Gespräch mit einem Gebrauchtwagenhändler ergeben. Sherman's Gebrauchtwagen-Markt, Bensonhorst, Brooklyn. Außerdem ist ein Gespräch mit der Nummer 212-720-6238 verzeichnet, des Weiteren ein Gespräch mit einer Nummer in Queens. Die Gespräche fanden zwischen 10.19 Uhr und 10.21 Uhr statt. Innerhalb weniger Minuten also. - Die Namen beider Gesprächsteilnehmer lauten Mathew Lee. Das erste Gespräch dauerte gerade mal sieben Sekunden, das zweite nicht viel länger. Lee hat die Nummern seiner Namensvettern angerufen, und als diese sich meldeten, legte er scheinbar sofort wieder auf. Was dahinter steckt, können wir nicht mal erahnen.“

Burke war überrascht. „Er hat seine Namensvettern angerufen?“

„Ja. Und bei einem dieser Lees handelt es sich um einen Mann, den wir vor zwei Jahren am Haken hatten. Er stand damals im Verdacht, für eine Drogenmafia einige Auftragsmorde begangen zu haben. Er lebt in Manhattan.“

„Jetzt wird’s undurchsichtig“, stieß Burke hervor. „Eine Brandstiftung, die irgendwann vor vierzig Jahren in Manhattan geschah, zwei Leichen und eine Namensgleichheit mit einem Mann, der im Verdacht stand, ein Auftragsmörder zu sein. Ich denke, wir übernehmen den Fall, James. Schick mir die Unterlagen. Sobald sie mir vorliegen, gehe ich damit zum Chef.“

„Freut mich, wenn ich dein Interesse wecken konnte“, knurrte James Howard.

„Und mich freut es, wenn ich dir eine Freude machen kann“, versetzte Owen Burke etwas sarkastisch, mit galligem Unterton.

2

Tags darauf übernahm das FBI offiziell den Fall.

Es ging um die Brandstiftung in einem Supermarkt in Turtle Bay, die gut vierzig Jahre zurücklag. Es hatte damals vier Tote und über zwanzig Verletzte gegeben. Man hatte das Attentat Extremisten zugeschrieben, die ähnlich der Roten Armee Fraktion in Deutschland agierten.

Es ging weiterhin um den Mord an einem New Yorker Architekten und dessen Gattin, und um den Mord an einem Mann namens Mathew Lee, dessen Bezug zu Ferguson und der Brandstiftung von vor vierzig Jahren rätselhaft war, der aber denselben Namen trug wie ein Mann, der vor zwei Jahren im Verdacht stand, ein käuflicher Mörder zu sein. Und natürlich ging es darum, dass die Lebensgefährtin Mathew Lees spurlos verschwunden war. Da sicher war, dass sie den Mord nicht begangen hatte, war davon auszugehen, dass der Mörder die junge Frau entführt hatte.

Owen Burke und Ron Harris fuhren zu dem Gebrauchtwagenhändler in Queens, mit dem Mathew Lee am Tag vor seinem Tod telefoniert hatte. Es war ein riesiges Grundstück. Über der Einfahrt prangte ein großes Schild mit der Aufschrift: Sherman's Used-Car Market.

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