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Mord im Westend

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Simon Zawalinski, geboren 1952 in Stettin, lebte zunächst mit seinen Eltern in Polen. Während der antijüdischen Exzesse in den Jahren 1967–1970 emigrierte er nach Israel und von dort in die Bundesrepublik Deutschland, wo er sich in Frankfurt am Main niederließ. Noch in Polen schrieb er als Jugendlicher Gedichte und Erzählungen. In Israel redigierte er mit anderen Mitgliedern eine Kibbuzzeitung, für die er auch regelmäßig schrieb. In Deutschland war er Mitherausgeber und Autor einer polnischen Exilzeitschrift. Von ihm erschienen bereits die Romane »Der Ostpark-Blues« (2010), »Der Schnee von Jerusalem« (2013) sowie »Das Bildnis einer Prinzessin« (2017), das Theaterstück »Der polnische Patient« (2014) und die Erzählsammlung »Frankfurter Kioskgeschichten« (2015).

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Kommissar Steinacker ließ die Zeitung aus seinen Händen gleiten. Sie fiel auf den Fußboden seines Zimmers im fünften Stock des Polizeipräsidiums. Er war schläfrig, am liebsten hätte er ein kleines Nickerchen gemacht. Es kostete ihn große Anstrengung, die Augen offen zu halten. Er sammelte die Zeitung wieder auf und blätterte zu der Seite mit den Bundesliganachrichten. Die Eintracht hatte schon wieder verloren, wie so oft in der letzten Zeit. Er schob die Zeitung beiseite, als sein Telefon klingelte. Eine Frauenstimme meldete ein Vorkommnis in der Savignystraße im Frankfurter Westend. Dort sollte in einer Dachwohnung jemand ermordet worden sein. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, Frankfurt war ein heißes Pflaster, wo Verbrechen aller Art begangen wurden. Die Palette umfasste Vergewaltigung, Drogenhandel, Betrug, Raubüberfälle sowie Mord und Totschlag, und dafür war Steinacker als Mitglied der Mordkommission zuständig.

Armin Steinacker war ein sehr erfahrener Polizeibeamter, der schon über fünfundzwanzig Jahre die Position eines leitenden Ermittlers innehatte. Er war von mittlerer Größe, früher schlank, aber inzwischen mit einem kleinen Bauch, der seinen Lebensgewohnheiten geschuldet war. Der Gesetzeshüter war nie verheiratet gewesen, obwohl unzählige Möglichkeiten zu diesem Schritt bestanden hatten. Irgendetwas hatte ihn immer gehindert, sich zu dieser bedeutsamen Entscheidung durchzuringen. Er wohnte in einem alten Frankfurter Arbeiterstadtteil zur Miete und besaß ein Dienstauto, das er auch für private Fahrten benutzte. Zurzeit war er Single. Seine frühere Freundin Marianne, eine Stewardess, hatte das Leben mit nur sporadischen Treffen satt gehabt und das Verhältnis aufgekündigt. Steinacker und seine Marianne hatte sich unregelmäßig etwa zwei Mal im Monat gesehen, was ihm vollkommen reichte, ihr aber nicht. Sie waren gemeinsam ins Kino oder ins Theater gegangen, hatten Ausstellungen besucht oder Spaziergänge im nahen Taunus gemacht. Er sehnte sich nach einer festen Beziehung, war aber unfähig, sich zu binden.

Der Kommissar hatte auch ein Hobby, aber es war kein Hobby, wie man es bei einem Polizisten seines Alters vermutet hätte. Weder ging er angeln noch machte er Schießübungen, er mochte auch keine Herrenabende mit Kameraden oder Kollegen. Freunde hatte er keine und mit seinen Kollegen hatte er während seiner Arbeit ständig zu tun, daher genoss er in seiner Freizeit die Ruhe, die er brauchte, um seinem Hobby nachzugehen. Denn Steinacker betätigte sich an seinen freien Abenden als Schriftsteller, er schrieb Kriminalgeschichten. Außerdem las er viele Bücher und Zeitungen, er war ein wissensdurstiger Mensch. Früher war er gerne zu den Heimspielen der Eintracht und des FSV gegangen, doch mit der Zeit verfolgte er diese nur noch im Fernsehen und über die Spielberichte in der Presse.

Trotz der häufig grausamen Fälle gefiel ihm seine Arbeit in der Mordkommission, auch wenn vieles inzwischen Routine war. Kommissar Steinacker war ein guter Ermittler, der rasch die Zusammenhänge erfasste und dem Täter meist schnell auf der Spur war. Manchmal musste er allerdings auch Niederlagen hinnehmen. In seiner Abteilung galt er als Eigenbrötler, aber als einer mit viel Elan und guten Menschenkenntnissen. Mit seinem jetzigen Chef war er schon auf der Polizeischule gewesen, sie hatten gemeinsam Streifendienst geschoben und waren dann in die Ermittlungsabteilung versetzt worden. Beide waren immer zusammen gewesen, trotzdem waren sie nie enge Freunde geworden, sondern hatten immer respektvolle Zurückhaltung geübt.

Jetzt musste also wieder ein Tötungsdelikt aufgeklärt werden. Steinacker schaute aus dem Fenster. Das Wetter war herrlich, am azurblauen Himmel zeigten sich nur wenige Wolken und es schien richtig warm zu sein. Trotzdem zog er seinen alten Frühlingsmantel über und setzte sich seinen Hut, den er von einer seiner früheren Partnerinnen geschenkt bekommen hatte, aufs Haupt. Draußen stand sein Dienstwagen, ein alter Volvo, von dem er sich nicht trennen konnte und wollte. Eigentlich war das Westend nur einen Katzensprung vom Polizeipräsidium entfernt und Steinacker hätte den Weg auch zu Fuß bewältigen können, aber er war ein Bewegungsmuffel und wollte sein Auto nicht allein lassen. Das war so ein komischer Spleen von ihm.

Die Savignystraße war eine gute Adresse für Werbeagenturen, Rechtsanwälte, Ärzte und Finanzfirmen. An ihrem Anfang war sie noch vornehmer als am Ende, wo ein Hotel und eine Kirche standen. Ungefähr in ihrer Mitte befand sich auf der linken Seite das Gebäude der jüdischen Gemeinde. Dieses wurde streng bewacht, die Kollegen von der Polizei waren dort sichtbar präsent. Das Haus, in dem das Verbrechen stattgefunden hatte, war nicht weit davon entfernt und leicht zu erkennen, denn dort standen schon mehrere Polizeiwagen. Einige Schaulustige beobachteten neugierig das Kommen und Gehen. Eine Polizistin war dabei, eine Absperrung einzurichten. Steinacker zeigte dem wachhabenden Kollegen seinen Ausweis und betrat das Gebäude. Dieses war gepflegt, der Flur bestach durch Sauberkeit, auf jeder Etage standen Pflanzen und an den Wänden hingen Bilder mit Blumenmotiven. Steinacker war kein Blumenfreund, er mochte nur Kakteen. Früher hatte er diese sogar leidenschaftlich gesammelt und damit sein Wohnzimmer gefüllt. Eines Tages, während eines depressiven Anfalls, hatte er alle in den Müll geworfen und seitdem hatte sich keine Pflanze mehr in seine Wohnung verirrt.

Die Wohnung, die zum Tatort geworden war, befand sich im dritten Stock. Die Eingangstür stand offen. Drinnen arbeiteten die Kriminaltechniker, sie maßen, zählten, suchten nach Spuren, untersuchten den Computer und den Laptop, bemächtigten sich des Handys des Opfers. Steinacker schaute auf das Namensschild vor der Tür und musste unwillkürlich schmunzeln. Die Wohnung gehörte einem Peter Ackerstein. Ackerstein war auch der Name von Steinackers Romanheld. Inspektor Ackerstein war die Hauptperson seiner Kriminalromane und in gewisser Weise sein Alter Ego. Jung, dynamisch, charmant, sehr gut aussehend, ein geborener Frauenheld und ein Meister seines Fachs, der nicht nur durch die Kraft seiner Fäuste die schwierigsten Fälle zu lösen vermochte, war Ackerstein der Gegensatz zu seinem Erfinder, der nicht mehr jugendlich und nie charmant, sondern öfters grimmig und erbittert daherkam. Leider hatte der Kommissar bis jetzt noch keinen Verlag finden können, der seine Bücher veröffentlichen wollte. Man fand seine Romane nicht schlecht, aber sie seien auch nicht gut genug, es fehle das gewisse Etwas. Der Gesetzeshüter ließ sich aber von den Absagen nicht unterkriegen, er schrieb weiter und hoffte auf den Durchbruch.

Der Pathologe, ein in Frankfurt geborener Sohn argentinischer Eltern, begrüßte Steinacker herzlich. »Die Leiche liegt in der Küche. Eine Dame um die dreißig. Das Küchenmesser fand den Weg in ihr Herz, sie war sofort tot. Das Messer gehört zu einem Messerbesteck, das wir in der Küche gefunden haben. Der Mord passierte vor etwa vier oder fünf Stunden.«

Vom Chef der Spurensicherung bekam Steinacker mitgeteilt, dass die Ermordete keine Ausweispapiere bei sich hatte. Man habe in der Wohnung ein Mobiltelefon gefunden, das jedoch nicht unbedingt der Verstorbenen gehören musste. Außerdem Kosmetika und Nagellack, was vermuten ließ, dass das Opfer in der Wohnung heimisch war. Hinweise auf die Identität der Toten habe man bis jetzt nicht.

Steinacker sah sich in der Wohnung um. Sie bestand aus drei Zimmern, einem langen Korridor, einem Bad und der Küche. Diese war mit modernsten Geräten ausgestattet, die im einfallenden Sonnenlicht hell glänzten. Das gesamte Appartement war mit Geschmack eingerichtet, an den Wänden hingen Reproduktionen bekannter Maler.

Steinackers Mitarbeiter Doppelmayer, ein waschechter Bayer aus Landshut, unterbrach den Rundgang seines Vorgesetzten. »Bei dem Handy handelt es sich um ein Zweitgerät des Wohnungsinhabers«, erklärte er. »Dr. Ackerstein ist ein bekannter Dokumentarfilmer, er arbeitet im Auftrag verschiedener Anstalten. Erst letzten Donnerstag lief im öffentlichen Fernsehen sein Dokumentarfilm über die Slawen in Deutschland. Unlängst hat er auch einen Film über den Frankfurter Staranwalt Hans-Joachim Weiß gedreht. Nach meinen Informationen befindet sich Dr. Ackerstein zurzeit auf einer Dienstreise in Argentinien. Er sollte erst nächste Woche nach Frankfurt zurückkehren. Wir haben ihn schon telefonisch gebeten, früher zu kommen. Er versprach, sich zu beeilen, aber er müsse einige wichtige Dinge erledigen und es könne noch ein paar Tage dauern.«

Der Kommissar fragte seinen Mitarbeiter, ob es hier einen Hausmeister gäbe, und erfuhr, dass dieser im Treppenhaus wartete. Johann Thomanek war ein untersetzter Mann mit Schnauzer und spärlichem Haar. Mit stolzer Brust und noch stolzerem Bauch lehnte er am Treppengeländer und rauchte eine Zigarette.

»Sie sind der Hausmeister dieses Gebäudes?«, fragte Steinacker und lächelte den Mann freundlich an. Das hatte Methode und verfehlte selten seine Wirkung. So entstand eine Atmosphäre des Vertrauens und der Ermittler erhielt zwangloser Auskunft.

»Ja, ich bin hier der Hausmeister, mein Name ist Thomanek.« Der Mann lächelte gleichzeitig selbstbewusst und unsicher und signalisierte dem Kommissar seine Bereitschaft, die gestellten Fragen sachdienlich zu beantworten.

»Wissen Sie, ob eine Frau bei Dr. Ackerstein wohnte?«, fragte der Kommissar.

»Herr Doktor Ackerstein hat eine neue Freundin. Sie wohnt seit ungefähr drei Monaten oder auch schon etwas länger hier, so genau weiß ich es nicht. Ich habe noch drei andere Häuser zu betreuen, daher weiß ich nicht alles über die Mieter.«

»Aber irgendetwas wissen Sie schon, Herr Thomanek?« Steinacker schaute ihn auffordernd an.

»Die Frau heißt Eva Bem oder Brehm und arbeitet in der Hotelbranche«, erzählte der joviale Mann. »Wo genau, kann ich leider nicht sagen. Ist das die Frau Eva, die dort in der Küche liegt?«

»Woher wissen Sie, dass das Opfer in der Küche liegt, wo Sie doch meinen Kollegen gesagt haben, dass Sie nicht in der Wohnung gewesen sind?«

Der Hausmeister blickte verlegen zu Boden und errötete leicht.

»Also waren Sie doch in der Wohnung, nicht wahr?«, fragte der Kommissar mit strenger Stimme.

Der Gefragte gab zu, er habe der Versuchung nicht widerstehen können, Frau Eva einen Besuch abzustatten. »Die Tür nicht war richtig offen, aber auch nicht geschlossen. Ich konnte mir das nicht erklären. Dr. Ackerstein war ja verreist. Außer seiner Freundin war wohl niemand in der Wohnung, deshalb beschloss ich nachzusehen.«

»Dann darf man also Ihrer Meinung nach einfach mir nichts dir nichts eintreten, wenn sich die Freundin des Mieters allein in der Wohnung befindet?«, wollte der Gesetzeshüter wissen.

Nun geriet der gute Mann in Erklärungsnot und versuchte es mit der Wahrheit. »Sie müssen wissen, Herr Kommissar, dass Frau Eva nicht so prüde war wie die meisten Damen. Sie war freizügig und zeigte sich gerne im Negligé. Immer wenn Dr. Ackerstein nicht da war, hatte sie irgendwelche Wünsche. Einmal sollte ich die Heizung richtig einstellen, ein anderes Mal den Wasserhahn reparieren. Dabei präsentierte sie sich stets in leichter Bekleidung und zeigte mir, was für eine schöne Figur sie hatte. Und nun bin ich zufällig an der Wohnung vorbeigegangen und die Tür stand offen. Zu meinem Unglück!«

Steinacker lächelte milde. »Also Sie sind hineingegangen, die Tür war ja offen. Was haben Sie dort gesehen?«

»Ich suchte Frau Eva. In den Zimmern war sie nicht. Ich ging in die Küche und sah sie dort liegen, mit einem Messer in der Brust. Ich bekam es mit der Angst zu tun und wollte weglaufen, dann erinnerte ich mich an die vielen Krimis, die ich im Fernsehen gesehen habe, und beschloss, mich professionell zu verhalten. Also hielt ich Ausschau nach dem Täter, fand aber niemanden und auch keinen Hinweis, wer der Täter sein könnte. Dr. Ackerstein ist ja außer Verdacht, er ist doch in Argentinien. Obwohl: Er könnte auch früher nach Frankfurt zurückgekehrt sein.«

»Gut. Was passierte danach?«

»Danach ging ich zu dem Telefonhäuschen um die Ecke, übrigens das einzige Telefonhäuschen in der Nähe, und meldete anonym den Fund einer Frauenleiche.«

»Warum anonym?«, wollte der Ermittler wissen.

»Ich wollte nicht in die Ermittlungen hineingezogen werden.«

»Das lässt sich jetzt leider nicht mehr vermeiden«, wurde der Hausmeister nun aufgeklärt. Steinacker informierte ihn, dass er am morgigen Tag im Polizeipräsidium erscheinen müsse, um eine detaillierte Aussage zu machen. »Sie dürfen Frankfurt nicht verlassen, bevor Sie als Zeuge angehört wurden.«

»Aber ich werde doch hoffentlich nicht verdächtigt?«, fragte Thomanek erschrocken. Er schaute den Polizisten bestürzt an und beteuerte nachdrücklich: »Ich habe Frau Eva nicht umgebracht! Ich mochte sie, ich mochte sie sogar sehr.«

Der Kommissar lächelte diskret und dachte, dass er den Mann sogar verstehen konnte. Er entließ den Hausmeister nach Hause. Der joviale Typ wäre ein schlechter Mörder gewesen, da war sich der Kommissar sicher. Doch sein Hinweis auf Dr. Ackersteins mögliche frühere Rückkehr von seiner Reise war gar nicht so dumm. Der Amateurdetektiv hatte da einen richtigen Gedanken verfolgt. Selbstverständlich kam auch der Hausmeister als Täter infrage, Eifersucht oder unerwiderte Gefühle konnten ein Motiv sein. Denn dass er etwas für die Tote fühlte, war Steinacker nicht entgangen. Abgelehnte Liebe hatte schon häufiger zu Mord oder Totschlag geführt. Vielleicht hatte sie ihn ausgelacht, als er ihr seine Liebe offenbarte, und er hatte zum Messer gegriffen. Das war theoretisch möglich, praktisch auch, aber sein Bauchgefühl sagte Steinacker, dass der Hausmeister zu einer solchen Tat nicht fähig war.

Die Tote wurde zum Abtransport freigegeben. Zusammen mit Doppelmayer verließ der Kommissar den Tatort und fuhr zurück zum Polizeipräsidium. Dort machten sie sich an die Arbeit, um so viel wie möglich über die Tote und den Inhaber der Wohnung herauszufinden. Der Kommissar setzte sich hinter den Schreibtisch und zog leicht stöhnend seine etwas zu eng geratenen Schuhe aus, um den Schmerz zu lindern.

Die Recherchen ergaben, dass Peter Ackerstein seinen Doktortitel in Medienwissenschaften und Politologie an der Frankfurter Universität gemacht hatte. Für das Fernsehen und verschiedene Produktionsgesellschaften drehte er Dokumentarfilme zu den unterschiedlichsten Themen, sowohl über prominente Persönlichkeiten wie auch über einzelne Regionen, insbesondere in Osteuropa. Er beschäftigte sich zudem mit Umweltproblemen und hatte für das Fernsehen eine Reihe von TV-Berichten über die Umweltverschmutzung in Europa gemacht. Diese Serie hatte ihm zahlreiche Preise im In- und Ausland eingebracht. Erst vor Kurzem hatte er vom Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern einen Preis für eine aufsehenerregende Dokumentation über die Alpen erhalten. Der Künstler war früher mit einer Frankfurter Kunstgaleriebesitzerin verheiratet gewesen, mit der er eine Tochter hatte. Seit ungefähr drei Monaten lebte er mit einer gewissen Eva Bem zusammen, die er bei einer Matinee in einem renommierten Hotel kennengelernt hatte. Eva Bem stammte aus Offenbach am Main, ihre Kindheit hatte sie jedoch in Sofia verbracht, wo ihr Vater für einen großen deutschen Konzern tätig war. Dort hatte sie die deutsche Schule besucht. Im Alter von zweiundzwanzig Jahren war sie mit der Familie zurück nach Frankfurt gekommen, wo sie in einer prächtigen Villa wohnten. Bald darauf hatte Eva einen jungen Kunsthistoriker geheiratet und war in dessen Wohnung gezogen. Eva Bem schrieb Kinderbücher, die auch veröffentlicht wurden.

Diese Stelle seiner Lektüre versetzte Steinacker einen kleinen Stich, denn im Gegensatz zu den Texten der Toten waren seine Romane noch nie veröffentlicht worden. Dafür lebe ich und sie ist tot, dachte er mit beschämender Schadenfreude. Sein Neid auf alle, die mit ihren Veröffentlichungen mehr Glück hatten als er, war bei ihm fast schon eine Obsession.

Als Evas Gatte Vizedirektor eines angesehenen Museums wurde, begann die Ehe zu kriseln. Sie trennten sich im Einvernehmen, Kinder hatten sie keine. Da sie nicht nur vom Schreiben leben konnte, baute sich Eva ein zweites Standbein auf und arbeitete als Stadtführerin für ausländische Touristengruppen.

Steinacker beschloss, die Eltern des Opfers aufzusuchen, um ihnen die traurige Nachricht von Evas Tod zu überbringen. Er wollte von ihnen auch mehr über ihre Tochter erfahren, obwohl er wusste, dass dies ein schwieriges Unterfangen sein würde. Das Emotionale stand da im Vordergrund, für rationales Denken war in einer solchen Situation meist kein Platz.

Die Villa der Familie befand sich ganz in der Nähe des Tatortes. Sie grenzte an ein Gebäude der ehemaligen Gestapo, in dem sich jetzt ein angesehener Verlag befand. Mit Grauen erinnerte sich Steinacker an die Begegnung mit der Verlagschefin, die ihn empfangen hatte, als ihr ein Polizeikommissar gemeldet wurde. Mit Verwunderung hatte sie dann zur Kenntnis genommen, dass dieser Gesetzeshüter ein Hobbyautor war, der von einer Veröffentlichung in ihrem Verlag träumte. Die sonst wenig zimperliche Managerin hatte die Absage schonend gestalten wollen und ganz sanft erklärt, dass ihr Verlag ein »Rolls-Royce« in der Verlagsbranche sei, er als Anfänger aber einen »Opel« oder »Fiat« brauche. Er solle bei einem kleinen Verlag sein Glück versuchen. Sollte er Erfolg haben, käme sie von alleine auf ihn zu. Diese Worte waren demütigend und taten weh. Seiner Zuversicht beraubt, hatte er sich nach Hause geschleppt, wo er bei ein paar Gläsern Bier über die ungerechte und böse Welt sinniert hatte.

Steinacker parkte den Wagen in der Einfahrt. Es dauerte eine Weile, bis er die Klingel fand. Noch länger dauerte es, bis ihm jemand die Tür öffnete. Eine schwarzhaarige junge Frau stand vor ihm und schien mit den Augen stumm nach seinem Begehr zu fragen. Er wies sich als Mitglied der Mordkommission aus und fragte nach dem Ehepaar Bem. Die Dame rief laut »Polizei« und verschwand im Inneren des Hauses. Nach einer kurzen Wartezeit erschien ein groß gewachsener Mann an der Tür. Er stellte sich als Alois Bem vor und bat den Kommissar herein. Er forderte ihn auf Platz zu nehmen, wobei er auf einen sehr avantgardistisch gestalteten Sessel zeigte, bot ihm ein Glas Mineralwasser an und fragte nach dem Grund des Besuches.

»Ist Ihre Gattin auch zu Hause?«, begann Steinacker.

»Warum fragen Sie nach meiner Frau?«, wollte Herr Bem wissen.

»Es geht um Ihre Tochter und da wäre es gut, wenn beide Elternteile anwesend wären.«

»Nein, meine Gattin ist nicht da und sie wird wohl auch nicht zurückkehren«, sagte Alois Bem mit leiser Stimme und trauriger Miene. »Wir haben uns nämlich vor Kurzem getrennt.«

»Wohnen Sie nun allein im Haus?«

Der Villenbesitzer lächelte und zeigte auf die junge Frau, die an der Zimmertür stehen geblieben war. »Ivanka wohnt auch hier. Sie spricht leider kein Deutsch, sie kam erst vor einigen Wochen aus Bulgarien hierher.«

»Was sind Sie von Beruf, Herr Bem?«

»Ich bin Projekt- und Bauleiter bei einem international tätigen Konzern. Dieser baut zurzeit große Fabriken und Kraftwerke in Bulgarien, milliardenschwere Prestigeobjekte. Bulgarien durchlebt im Moment eine rasante gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung, überall spürt man Aufbruchsstimmung, dabei hat die Nutzung der vorhandenen Potenziale gerade erst begonnen. Das Land und die dort lebenden Menschen haben noch Großes vor. Aber ich gehe davon aus, dass Sie nicht wegen meiner Arbeit mit mir sprechen wollten?« Bem schaute Steinacker ernst an und fragte besorgt, ob Eva schon wieder etwas angestellt hätte.

Der Kommissar verbesserte seine Sitzhaltung in dem unbequemen Sessel. »Was meinen Sie damit? Hatte Ihre Tochter häufig Ärger?«

Der Gefragte schloss für einen Augenblick gequält die Augen. »Sie müssen wissen, dass Eva ein wenig im heißen Wasser gebadet ist, wie die Bulgaren sagen. Sie ist sehr impulsiv und starrköpfig, deshalb hat sie immer wieder Probleme.«

Voller Unbehagen nahm Steinacker einen Schluck Wasser und stellte das Glas behutsam auf den modernen Tisch, bevor er beklommen sagte: »Leider erfolgt mein Besuch hier aus einem sehr traurigen Anlass. Ich muss Ihnen mitteilen, dass Ihre Tochter heute ums Leben gekommen ist, genauer gesagt, sie wurde ermordet.«

Bem ließ sich auf einen Stuhl fallen und schaute den Kriminalisten ungläubig an. »Sie ist tot? Meine kleine Eva ist tot?« Er starrte verstört vor sich hin, aber dann trat plötzlich ein zorniger Funke in seine Augen. »Dieses Ungeheuer! Diese Bestie! Eva hatte nie Glück mit den Männern. Es war eine unglückliche, eine blöde Liebe. Dieser alkoholsüchtige Unmensch, dieser Cineast, gelobte ständig Besserung, aber er wurde immer wieder rückfällig und begann erneut mit der Trinkerei. Dieser verfluchte Mörder!«

Steinacker versuchte ihn zu beruhigen. »Bis jetzt konnten wir noch keinen Verdächtigen ausfindig machen«, erläuterte er den Stand der Ermittlungen. »Dr. Ackerstein befindet sich zurzeit in Argentinien, aber sein Alibi wird von uns überprüft. Wir stehen noch am Anfang unserer Ermittlungsarbeit, aber wir werden alles tun, um den Täter zu überführen und festzunehmen.«

»Ich muss unbedingt meine Frau informieren«, sagte Evas Vater mehr zu sich selbst. »Man muss sich um die Beerdigung kümmern. Ich muss alles organisieren, aber zuerst muss ich meine Frau finden. Sie ist weg. Ich muss sie unbedingt kontaktieren«, redete er hilflos vor sich hin.

»Sollten Sie Ihre Gattin nicht erreichen können, geben Sie mir Bescheid, ich kümmere mich darum«, bot der Kriminalpolizist an und reichte Alois Bem seine Visitenkarte. »Vorerst ist die Leiche allerdings noch nicht freigegeben. Da Ihre Tochter ermordet worden ist, muss eine Obduktion durchgeführt werden. Leider muss ich Sie bitten, morgen etwa gegen zehn Uhr in das pathologische Institut zu kommen, um Ihre Tochter zu identifizieren. Das kann ich Ihnen leider nicht ersparen.«

Der Kriminalbeamte stand auf und gab dem Vater die Hand. Ivanka schaute Steinacker freundlich an und lächelte etwas verlegen. Steinacker fragte sich, ob sie die Unterhaltung nicht doch verstanden hatte, er traute das der aufgeweckt wirkenden Dame durchaus zu.

2

Der »Klub der deutsch-bulgarischen Freundschaft« befand sich in der Innenstadt, in der Nähe der Frankfurter Devisen- und Wertpapierbörse. Die Räumlichkeiten in der Schillerstraße waren mit bequemen Sofas und Sitzgruppen ausgestattet, an denen sich die Klubmitglieder und auch Gäste über ihre Angelegenheiten austauschen konnten. Es gab die neuesten Presseerzeugnisse aus Bulgarien und aus Deutschland, eine kleine Küche servierte bulgarische Köstlichkeiten. Täglich gab es hier Diskussionen, Vorträge und Lesungen deutscher und bulgarischer Künstler oder Wissenschaftler. Slavko Kamschikow und der Deutsche Thorsten Bodden hatten den Klub vor einigen Jahren gegründet. Kamschikow, ein bulgarischer Ingenieur und Erfinder, hatte in dem Leiter der wissenschaftlichen Abteilung eines weltweit operierenden deutschen Konzerns einen kongenialen Partner gefunden. Die beiden hatten beschlossen, einen Freundschaftsklub ins Leben zu rufen, der eine Brücke zwischen den beiden Nationen bilden sollte. Zu den Mitbegründern und Geldgebern gehörten außerdem der bulgarische Bauunternehmer Ivan Ivanovski und Frank Weinmann, ein deutscher Importeur von Paprika. Der Klub wurde von einer Koryphäe der bulgarischen Literatur, guten Fee des bulgarischen Theaterlebens und bekannten Drehbuchautorin in einem geführt: Polia Vurbanova. Polia lebte schon viele Jahre im Exil. Anfangs hatte sie ihre sozialistische Heimat nicht besuchen dürfen, aber nach dem Untergang des Schiwkow-Regimes war sie einige Male in Sofia gewesen. Doch die Heimatstadt war ihr fremd und total verändert erschienen. Sie war also im Westen geblieben und arbeitete bei der Frankfurter Messe, wo eine glückliche Fügung sie mit den Betreibern des Klubs zusammenbrachte, dessen Leitung sie übernahm. Mit der Sprache Goethes und Heines hatte sie ihre Schwierigkeiten, aber im Großen und Ganzen leitete sie die Geschicke des Klubs umsichtig und erfolgreich.

Vormittags waren meist nur wenige Menschen anwesend, aber nachmittags und insbesondere abends war es hier so voll, dass die Besucher manchmal keinen Sitzplatz mehr fanden und stehend an den Veranstaltungen teilnahmen oder die von Polia persönlich servierten bulgarischen Köstlichkeiten verzehrten. Aber nicht nur die Kultur und das Essen zogen die Menschen an. Viele Bulgaren besuchten die Räumlichkeiten, um ihre Geschäfte zu tätigen. Man suchte Arbeit oder hatte eine zu offerieren, man knüpfte Kontakte und fand neue Bekanntschaften, und man konnte hier sogar für eine begrenzte Zeit eine Schlafstelle finden.

Todor Todorov war ein großer Mann mit hoher Stirn und wenigen Haaren auf dem Haupt. Er kam in der letzten Zeit öfter in den Klub, immer in Begleitung eines Mannes mit leicht debilem Gesichtsausdruck. Todor nannte ihn seinen »Assistenten«, doch das war wenig glaubwürdig. Herr Todorov war selbstständiger Kaufmann im Import-Export-Geschäft für Waren aller Art. Egal ob Gemälde, goldene Münzen, Baumaterial, Kupfer, Ikonen oder Weine, Herr Todorov besorgte dem Auftraggeber das Gewünschte. Man wusste, dass er während der Schiwkow-Ära beim Sicherheitsdienst des Staates gearbeitet hatte und nach der politischen Wende Sicherheitsberater eines neuen einheimischen Konzerns gewesen war. Todor Todorov nahm kaum teil am kulturellen Leben des Klubs, ihn interessierte eher die wirtschaftliche Seite, die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und alte zu vertiefen. Besonders eng war seine Beziehung zu dem Baulöwen Ivan Ivanovski. Dieser war zudem ein talentierter Autoexporteur. Er konnte jede Bestellung befriedigen, man musste ihm nur die gewünschte Marke und Ausstattung nennen und über Nacht stand der Wagen abholbereit auf dem Gelände seiner Firma. Die von ihm vermittelten Autos fanden sich später auf den Straßen Usbekistans, Turkmenistans und Kasachstans oder auch im Nahen Osten. Die beiden Geschäftsleute sponserten den Klub mit größeren Beträgen und gehörten daher auch zu dessen Vorstand.

Heute gab es nur einen einzigen Gesprächsstoff: den Tod eines Klubmitglieds, der schönen Eva. Für die männliche Welt war Eva eine junge, dynamische und begehrungswerte Person gewesen, während die Damen ihr Arroganz, Oberflächlichkeit und einen lockeren Lebenswandel vorwarfen. Todorov und Ivanovski waren da anderer Meinung, was sie während einer hitzigen Diskussion im Klub auch zum Ausdruck brachten.

In diesem Augenblick erschien ein Herr mittleren Alters in einem bei gefarbenen Mantel, der schon bessere Tage gesehen hatte, und fragte mit einer leichten Unsicherheit in der Stimme, ob dies der deutsch-bulgarische Klub sei.

Unwirsch antwortete Slavko Kamschikow, es handle sich hier um eine private Unterredung in einem privaten Klub, woraufhin der Störenfried geduldig erklärte, dass der deutsch-bulgarische Freundschaftsklub schon aufgrund seiner Statuten nicht privat sein könne. Bevor der etwas exaltierte Kamschikow in einen Streit mit dem Eindringling geraten konnte, fragte eine ältere Dame aus der Runde in wegen ihres starken Akzents schwer verständlichem Deutsch, wer er sei und was er wünsche. Der Mann entgegnete lächelnd, jetzt sei er sicher, hier richtig zu sein, und als Polia Vurbanova, nachdem sie einen kräftigen Zug von ihrer Zigarette inhaliert hatte, der Feststellung stumm zustimmte, nickte der Gast zufrieden und setzte sich auf einen etwas von der Gruppe entfernt stehenden Stuhl.

Einen Augenblick beobachtete er ruhig die hier versammelte Gesellschaft, dann erhob er sich und zeigte seinen Dienstausweis. »Ich heiße Steinacker, bin Kommissar bei der hiesigen Polizei und ermittle in der Mordsache Eva Bem. Und das ist Kommissar Doppelmayer, er wird die Personalien aller hier Anwesenden aufnehmen«, ergänzte er und zeigte auf einen jungen Mann in Jeans, der unbemerkt in der Tür erschienen war.

Plötzlich wurde es still in dem Klubraum. Keiner sagte ein Wort. Doppelmayer präsentierte Polia ein Papier mit der Genehmigung, den Klub zu durchsuchen, doch das war eigentlich unnötig, da sie den Text nicht verstand. Mehrere Polizisten erschienen im Raum und machten sich an die Arbeit. Todorov und Ivanovski wechselten kurze Blicke, was den geschulten Augen Steinackers nicht entging.

Ein Polizist bat den Kommissar in die Küche. Als dieser den Raum betrat, wurde ihm fast übel. Auf dem Fußboden stapelten sich schmutzige Schüsseln, Teller und Töpfe. Das Waschbecken war schon eine Ewigkeit nicht mehr geputzt worden, der Herd starrte vor eingebrannten Krusten. Kakerlaken spielten mit den Resten von Sauerkraut und rotem Paprika. Polia versuchte zu retten, was noch zu retten war, und gab einer Helferin die Schuld, die schon den dritten Tag der Arbeit ferngeblieben sei.

Steinacker antwortete, dass ihn zwar die hygienischen Verhältnisse in der Klubküche nur am Rande interessierten, denn er sei hier, um einen Mord aufzuklären. Trotzdem müsse er das Gesundheitsamt jedoch umgehend informieren und dieses werde sich um diese Angelegenheit kümmern. Man machte Fotos von allen Ecken des Klubs, um sie dem Ordnungsamt zur Verfügung zu stellen. Am Ende der Durchsuchung nahm man einen Computer und zwei Laptops mit und verabschiedete sich bis zum nächsten Tag, für den die Klubmitglieder zur Befragung ins Polizeipräsidium gebeten wurden.

Nach dem Besuch der Polizei konnte keiner der Anwesenden einfach zur Tagesordnung übergehen.

»Man geht wohl davon aus, dass Evas Mörder aus unserer Mitte kommt«, wandte sich Kamschikow an die Versammelten. »Ob das zutrifft, vermag ich nicht zu sagen. Die Polizei sucht wie immer zuerst beim schwächsten Glied in der Kette. Das kennen wir noch sehr gut aus Bulgarien. Ich schlage vor, wir erscheinen morgen alle wie bestellt im Präsidium, damit wir der Polizei keinen Grund zu unnötigen Verdächtigungen liefern.«

3

Steinacker und sein Kollege Doppelmayer saßen in verschiedenen Zimmern, um die vorgeladenen Personen getrennt zu vernehmen. Als Erster erschien Slavko Kamschikow beim Hauptkommissar. Der Ermittler nahm seine Personalien auf und befragte ihn dann zum Sachverhalt. Slavko Kamschikow war ein mittelgroßer, etwas untersetzter Mann mit schwarzem Haar und lebhaften braunen Augen. Er trug eine Hornbrille, die sein ohnehin rundes Gesicht noch breiter wirken ließ. Er hatte in Sofia studiert und danach als Ingenieur in einem großen Projektbüro gearbeitet. Aus einem beruflichen Einsatz in Österreich war er nicht zurück nach Bulgarien gegangen, sondern nach München übersiedelt, wo ein Freund wohnte. Dort hatte er Thorsten Bodden kennengelernt, der ihn überredet hatte, nach Frankfurt zu kommen und hier für seinen Konzern tätig zu werden. Der resolute Bulgare arbeitete an einem Sicherheitscode für besonders schutzbedürftige Einrichtungen und war mit seiner Forschung schon sehr weit fortgeschritten. Das gefiel den Chefs von Boddens Konzern und sie genehmigten Geldmittel, damit Kamschikow seine Arbeiten rasch zum Erfolg führen könnte.

»Während unserer Treffen wurde die Idee eines deutsch-bulgarischen Freundschaftsvereins geboren«, berichtete der bulgarische Erfinder. »Wir wollten etwas für die Verständigung zwischen Deutschen und Bulgaren tun. Der Verein wurde registriert und dann wurden die Klubräume angemietet. Zuerst erschienen nur wenige Personen und nur Bulgaren, erst später kamen auch interessierte Deutsche dazu. Mit der Einstellung von Polia Vurbanova bekam der Klub eine besondere, heimelige Atmosphäre. Auch Eva Bem verkehrte hier. Sie sprach ausgezeichnet Bulgarisch und knüpfte schnell neue Bekanntschaften. Bald kamen ihre Eltern ebenfalls in den Klub und auch sie fühlten sich hier heimisch.«

»Haben Sie das Opfer gut gekannt?«, fragte der Ermittler.

»Ich hatte wenig Kontakt zu Eva, sie bevorzugte die Gesellschaft von Ivanovski und Todorov. Besonders eng befreundet war sie mit dem Philosophen Marco Kosina, einem bekannten bulgarischen Intellektuellen, der seit seiner Emigration vor dreißig Jahren in Frankfurt ansässig ist. Mehr kann ich Ihnen dazu leider auch nicht sagen, Herr Kommissar«,

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